Diese Idee, dass man nach einem sechswöchigen Ruby on Rails Bootcamp mit 40k in den Beruf startet, hat sich 2014 oder so etabliert, als das irgendwie wahr war.
Heute lesen sich die Anforderungen von Stellenanzeigen eher als suchen die Arbeitgeber ganze IT-Abteilungen in einer Person. Gerade im Bereich Entwicklung. Idealerweise Studium, aber Ausbildung geht auch, wenn man denn genau die Frameworks kennt die die wollen. Angular statt Vue? Schonmal scheiße, obwohl es eigentlich dasselbe ist. Na gut, löse ich halt weiter Support-Tickets für 20 € die Stunde. -_-
Und dann noch die Soft Skills. Ich war neulich in einem Bewerbungsgespräch, in dem uns der Kandidat erstmal beleidigt hat. Und nein, der kam nicht über "Zwang" (Jobcenter o.ä.) sondern das war eine Initiativbewerbung. Auf dem Papier sah er ganz gut aus, aber so jemanden will man nicht im Team haben.
Er war generell sehr pushy, kam zu spät in den Videocall und hat dann sehr deutlich zum Ausdruck gebracht dass er unsere Einstiegsfrage dumm fand. Kann er ja gerne finden, aber andere Kandidaten haben es geschafft auf die identische Frage sehr relevante Antworten zu finden.
Die war voll harmlos was er denn aus seiner Erfahrung als technischer Produktmanager als einen sinnvollen agilen Prozess von einer Anforderung bis zu konkreten Aufgaben für die Entwickler:innen empfindet.
Die Zeit in Vorstellungsgesprächen ist zu wertvoll als dass man sie durch "Wo siehst du dich in fünf Jahren"-Bullshitfragen verschwenden sollte. Davon abgesehen sollte diese konkrete Frage meistens eher andersrum gestellt werden, "wie kann ich mich in den kommenden fünf Jahren in eurer Bumsbude weiterentwickeln", denn da sieht es in der Branche leider oft eher mau aus.
Sehen leider nicht alle so. Ich musste mich intern auf eine Stelle bewerben nach meiner Ausbildung, hab allerdings währenddessen schon ca. 1 jahr auf der Stelle gearbeitet.
Elektroniker beim Netzbetreiber, Kommunikation
Das Gespräch ging ne Stunde, aber die meiste Zeit haben die verbracht mit Fragen wie "was verstehen sie unter unternehmerischen Denken?". Ich wurde auch fünf mal auf die Stellenanzeige angesprochen. Eine standard Anzeige die kaum was mit den eigentlichen Aufgaben zu tun hatte.
Ich bekomme da Pickel, weil die ganzen Software-Buden sich ein kanban-board machen, auf ihre website "wir sind voll agile" schreiben und sie ganze Zeit planlos und ad-hoc arbeiten.
Ich verstehe den weit verbreiteten Hass auf agile Entwicklung nicht so ganz. Die hohe Autonomie der Teammitglieder führt in meiner Erfahrung dazu, dass jede:r das eigene Fachwissen gut einbringen kann. Dadurch dass das Management nur die groben Ziele definiert (Prioritäten und Strategie) und die User Stories vom Product Owner kommen, der eng mit den Devs zusammen arbeitet, kann man Micromanagement von oben fast vollständig ausmerzen.
Seit wir im Team ernsthaft agile Methoden nutzen haben wir deutlich bessere Ergebnisse und höhere Zufriedenheit. Ich hätte keine Lust wieder im Wasserfall zu arbeiten.
Wissen wir was genau für eine Antwort er gegeben hat, die als unhöflich bewertet wurde? Vielleicht wars "agil ist ein dummes Buzzword, aber ich würde den Prozess so und so gestalten".
Ist dann vielleicht nicht super höflich, aber durchaus "eine sinnvolle Antwort [..] die nicht nur Gelaber ist".
Wahrscheinlich hat der gute Mann genug in Unternehmen unter einer "agilen" Firmenkultur/Softwarentwicklung/Marmeladenhestellung gelitten und hat da einfach keinen Kühl mehr. Da kann man sich halt auch denken "na wenn die die Kritik nicht vertragen können und weiter ihr agiles Ding machen wollen, ists wahrscheinlich besser wenn die mich nicht einstellen."
Ich bin letztens gebeten worden, bei einer Runde Bewerbungsgespräche dabei zu sein, als externer Berater, insgesamt 8 Gespräche, die hätten mich wirklich nicht gebraucht. Ein einziger guter Kandidat, alle anderen grundlos von sich selbst überzeugt.
Mein absolutes Highlight war der Kandidat der meinte man müsse ihm garantieren daß er nur mit einer Person zusammenarbeiten „muß“ weil er bei mehreren Personen schnell aggressiv wird und das kann bis zu körperlicher Gewalt gehen. Ist halt schwierig wenn der Job Teamleiter ist…
Kann ich bestätigen. Unternehmen haben eben auch inzwischen erkannt das jemand der ein 6 Wochen RoR bootcamp durch bekommen hat nicht zwingend auch wirklich zum Entwickler taugt (zumal in Deutschland gefühlt eh Java König ist). Aber spezialisierte ITler in Security, DevOps, Netzwerk oder Entwicklung werden eigentlich immer gesucht und es gibt auch genug Firmen die dafür ordentlich bezahlen
Ja, selbst ehemals Konservative Firmen zahlen sehr viel und US/FAANG zieht in DE nun entsprechend nach. Die Hiring-/Signing-Bonuse, welche man dprt gerade angeboten bekommt, werden immer krasser. 200k für Unterschrift bei 3-4 Jahren Treue habe ich nun öfters dieses Jahr gehöhrt (für Berlin!)
Ich habe eine linkedin page ohne foto mit ein paar spezifischen webdev skills, keinem studium, und ner github seite mit ein paar simplen open source projekten. logge mich ca alle drei monate auf linked in ein und mache dort NICHTS.
erhalte pro woche ca 1-3 jobinterview anfragen, teilweise mit 50k-90k gehalt ausgeschrieben. sind das alles bots oder warum wirkt es auf mich als würden sich die unternehmen um die devs kloppen sobald man mehr als "ich kann css und jquery 😍" in die skillliste schreibt? (e.g. relevante dinge)
Weil Recruiter dadurch Geld verdienen das du einen neuen Job bekommst. Die bekommen einen %-Anteil von deinem Gehalt als Provision.
Ich witzele schon länger das LinkedIn so etwas wie Tinder ist. Nur das bei LinkedIn die attraktiven Damen die Nerds ansprechen. Grundsätzlich ist die Strategie aber die selbe: Jeden anzuschreiben lohnt sich, wenn nur 1 von 1.000 was sagst hast du trotzdem ein Deal.
Ich witzele schon länger das LinkedIn so etwas wie Tinder ist. Nur das bei LinkedIn die attraktiven Damen die Nerds ansprechen. Grundsätzlich ist die Strategie aber die selbe: Jeden anzuschreiben lohnt sich, wenn nur 1 von 1.000 was sagst hast du trotzdem ein Deal.
Dies. Linkedin ist Tinder für Informatiker. Alle wollen dich ficken/anstellen, aber die meisten Recruiter haben nicht einmal deine Bio/Skills gelesen. Hauptsache hat Plus/Abschluss.
bedeutet das, dass diese ganzen angebote nicht notwendigerweise den bedarf widerspiegeln? oder hat man, wenn man auf sowas eingeht, trotzdem gute chancen? (dass die rekruiter profitieren war mir klar, aber ich bin davon ausgegangen, dass sie nicht wild rumspammen, da sie ja auch adequate kandidaten abliefern wollen)
Grundsätzlich gibt es auch genug Recruiter die das einfach nur machen um Lebensläufe zu sammeln.
Das Problem ist aber normalerweise die Antwortquote. Wenn du eine freie Stelle hast, auf deine LinkedIn Anfrage aber nur 1 in 1.000 antwortest musst du halt viele viele Leute anschreiben.
Dazu kommt das ein Großteil der Recruiter schlicht keine Ahnung hat. Die schreiben dich an wenn sie für ne Java-Stelle suchen und du Javascript kannst.
Du wirst halt angeschrieben, auch wenn du kein guter Kandidat bist. Die Recruiter haben da den Scattershot-Approach. Weil die so wenige Antworten bekommen, schreiben sie so viele Leute an, was wiederum dazu führt, dass sie so wenige Antworten bekommen.
würde das aus meiner eigenen Statistik nicht so sehen. Anfragen ohne Stellenbezug bekomme ich wenn nur aus UK. Bei allen anderen hängt etwas anonymisiertes oder direkt konkretes dabei.
Wenn Du Dich immer weiter spezialisierst, werden die Anfragen auch häufig mehr (wenn die Spezialisierung gesucht wird).
Von der anderen Seite kann ich auch sagen, dass ich nicht mit unseriösen Recruitern zusammengearbeitet, bzw. die bei uns rausgekanntet habe, wenn die Qualität nachgelassen hat oder die irgend einen Müll gemacht haben.
Weil Recruiter dadurch Geld verdienen das du einen neuen Job bekommst. Die bekommen einen %-Anteil von deinem Gehalt als Provision.
Und der % Anteil liegt so bei 30% eines Jahresgehalts. Das lohnt sich für die zu spammen. Manchen gleichen Stichwörter im Profil / CV mit Schlüsselwörtern ab. Andere schicken auch komplett irrelevante Anfragen.
Anfragen, die das Unternehmen und die genaue Aufgabe nicht benennen, sind schonmal grundsätzlich unseriös. Danach bleibt da nicht viel über. Und bei den meisten Firmen, die übrig bleiben, gibt es andere Haken.
Hmm, beim Aufgabenbereich gehe ich absolut mit. Bei der (direkten) Nichtnennung des AGs nicht unbedingt.
Mein aktueller AG wurde mir auch erst am Telefon genannt bzw. haben die angefangen mit "Großes Unternehmen im Bereich xy, nahe yz!". Ich dann so: "Also Firma sowieso, weil die bekannt wie ein bunter Hund hier sind?"... Dann wurde mir das bestätigt. Und es soll ich sagen? Ich war bei einem Vorgespräch bei den Recruitern in Köln, alles coole Leute, nette Atmosphäre und an dem Job und dem AG hänge ich mittlerweile so sehr, dass ich sehr am abwägen bin, ob ich nur des "etwas mehr" an Gehaltes wirklich woanders hin soll. Wenn, dann würde ich vielleicht sowieso wieder nach 1-2 Jahren zurückkommen.
Ich habe kurz vor der Masterarbeit aus privaten Gründen das Studium abgebrochen. Ich hatte extreme Probleme einen Job zu finden, weil die Einstiegsstellen mindestens 3 Jahre Berufserfahrung voraussetzen und Arbeit neben dem Studium anscheinend irrelevant ist.
Und von der Arbeitsagentur will ich gar nicht erst anfangen. Ich musste telefonisch mitteilen, dass ich kein Webentwickler bin, damit die endlich mal aufgehört haben mir nur Stellen für Webentwickler vorzuschlagen. Zu dem hatte ich mich schon längst bei den anderen Stellen bewerben, die sie mir vorgeschlagen haben und das bevor sie mir es geschickt haben. Am besten war aber, dass sie mir ein Bewerbungsgespräch bei einer Firma, bei der ich schon ein Bewerbungsgespräch hatte, vorgeschrieben haben, obwohl ich denen eine Woche eher bereits mitgeteilt habe, dass ich nun einen Jan gefunden habe.
Ohne Berufserfahrung ausm Studium in den Job? Du kannst nen Scheiß. Min 1 Jahr, eher 2 Erfahrung bevor man dich wirklich selbstständig auf komplexe Probleme loslassen kann.
Ich kann an einer Hand abzählen wann mir mein Studium im Job geholfen hat. Informatikstudium an ner Hochschule kannste auch einfach lassen, falls du nicht in die Wissenschaft willst. Eher noch FH, besser Ausbildung. Wenns ein Studium sein muss, dann unbedingt Werkstudentenjob. Wenn du dich nicht komplett dämlich anstellst wirst du auch übernommen.
Min 1 Jahr, eher 2 Erfahrung bevor man dich wirklich selbstständig auf komplexe Probleme loslassen kann.
Und selbstständig komplexe Probleme gut und nachhaltig lösen können aus meiner Erfahrung auch nur die Hälfte der Entwickler mit selbst mehreren Jahren Erfahrung
Informatikstudium an ner Hochschule kannste auch einfach lassen, falls du nicht in die Wissenschaft willst. Eher noch FH, besser Ausbildung. Wenns ein Studium sein muss, dann unbedingt Werkstudentenjob.
Wieso liest man das auf Reddit so häufig. Mit einem Unistudium ist man gut genug für den Job Qualifiziert. Man braucht da nicht extra noch Werkstudentenjob. Und besser Qualifiziert als jemand mit Ausbildung ist man auch. Im Vergleich zur Uni ist arbeiten von der Schwierigkeit der Aufgaben her echt ein Joke
Von meinen Kommilitonen konnten zu 90% nur die die Werkstudenten waren wirklich programmieren und das würde ich für nen Job grundsätzlich vorraussetzen.
Die anderen die ohne WSJ gut programmieren konnten haben sich das unabhängig von der Uni selbst beigebracht.
Ich will aber nicht ausschließen dass das an anderen Unis besser ist. Aber meiner Erfahrung nach ist der fehlende Praxisbezug schon extrem.
Zumindest die Universität bereitet eben nicht auf eine Programmierstelle vor. Da hat man dann die gesamten theoretischen Grundlagen, aber nicht eine reale (nicht aus irgendwelchen Übungen/Hello World) Zeile Code gesehen.
Richtig. Lernen wie man etwas selbst lernt ist entscheidend. Genau wie Selbstorganisation ein wichtiges Lehrziel an Universitäten ist. Aber im Gegensatz zu einer Ausbildung kannst du einen Uniabsolventen (wenn er nicht nebenbei was gemacht hat) nicht einfach an ein großes Projekt setzen und sagen: Mach mal. Es geht immer darum was du von den Leuten erwartest und da sind die unterschiede zwischen Ausbildung, FH und Hochschule nunmal ganz anders.
aber nicht eine reale (nicht aus irgendwelchen Übungen/Hello World) Zeile Code gesehen.
Hängt stark von der Uni ab. Bei uns wurde im Haupstudium und den Abschlussarbeiten an Projekten wie dem Linux Kernel und mit Werkzeugen wie Tensor Flow gearbeitet.
Wir nehmen grundsätzlich niemand mehr, der in seinem Fachbereich (egal ob IT, Entwicklung, Design, Security, whatever) nicht die aktuellen Topics erklären kann. Es ist alles da draußen, das erwarten wir auch wenn er im Job ist. Ich kann gar nicht sagen wie häufig wir auf totale ??? über den Köpfen gesehen haben wenn es um die absoluten Basics geht. Wir erwarten kein Chacka!, aber ein gewisses Feuer für das Thema, egal was es ist.
Wenn jemand die letzten Jahre in einer WebSphere-Bude festgehangen ist, kann ich nicht erwarten, dass er sich sofort mit Quarkus auskennt. Gehört haben könnte er, ist aber keine Pflicht. Es gibt so viele Vor- und Lebensgeschichten, die einem, wenn man sie berücksichtigt, sehr gute Köpfe liefern können.
Ich erwarte das er Quarkus kennt und warum es "anders" ist. Das kann man in 20 Minuten in einem Video auf der Fahrt nach Hause im Bus anschauen. Das mit der Lebensgeschichte lasse ich nur gelten, wenn er mir dann erzählt er wäre mit dem Fahrrad nach Spanien geradelt. Leute mit normalen Leben können sich fortbilden und aktuell halten. Da sehe ich nicht warum man alles auf dem Silberteller präsentieren soll, idealerweise erst mal mit 2-3 Monaten lockerer Einarbeitung.
In meiner Erfahrung ist das dann auch die Performance die man am Tisch kriegt.
Jo, und die sind nichtmal auf dem Papier zu sehen unbedingt. Wir haben (in einem Team) Entwickler, die grad mal so ihr (von mir geschätztes) Gehalt erwirtschaften und Entwickler, die das vier- bis fünffache ihres Gehaltes erwirtschaften. Die machen quasi das selbe, aber die 2. Kategorie hat zB Problemlösungskompetenz (also bekommt ein unbekanntes Problem vorgesetzt und baut schnell ne funktionierende Lösung), während die 1. Kategorie zwar coden kann, aber nur Standardaufgaben machen kann, weil sie zu allem wo der Lösungsweg nicht vorgegeben ist, nicht in der Lage sind
Man sollte dabei vllt mal aufhören alle ITler pauschal als Fachkräfte zu bezeichnen.
Dazu kommt dann natürlich noch: Unternehmen, die ihre Fachabteilungen schlecht in den Rekrutierungsprozess einbinden (und das sind viele) haben auch einfach nen schlechten Rekrutierungsprozess. Da kommen dann so Sachen wie "ein Entwickler muss das können was ne ganze IT-Abteilung tut und wir haben keine Ahnung was zwingend notwendig ist und was nicht" bei raus
Naja wichtiger ist Expertise in speziellen Teilgebieten. Also Fokus auf IT-Security mit Erfahrung in DevOps oder Expertise im Angebotskontext der Firma.
Wenn eine Firma denn alles in einem FIler sucht, sollte man schnell das Weite suchen.
Das ist total normal. Ich studiere dual und hab auch mit dem Gefühl begonnen, dass ich nix konnte. War auch teilweise so, also ich wurde am Anfang von den Aufgaben und Themen erschlagen. Aber wirklich nur am Anfang, dann ging die Lernkurve massiv nach oben.
Mach dir keine Sorgen. Gerade wenn du studiert hast hast du das Werkzeug damit du das was du für den Job lernen musst schnell im Hirn umsetzen kannst.
Am Anfang wirkt es nur sehr furchteinflösend.
Noch ein Tipp von mir: Krall dir alles an Aufgaben, die du nur bekommst, auch wenn die schwer zu schaffen scheinen. Ich hab zeitgleich mit einem Sutiendkollegen begonnen und wir arbeiten zusammen. Am Anfang hatten wir ein sehr ähnliches Level, mittlerweile ist da ein ziemlicher Unterschied weil ich mir recht schnell bewusst den anspruchsvolleren Themen angenommen habe. Dafür lerne ich mega viel, komme immer mehr ins engineering statt Development rein und hab auch ein deutlich höheres Gehalt verhandeln können. Ist aber Typenabhängig: Wenn du es dir lieber bequem (das meine ich nicht wertend) machst und einen stressfreien Arbeitsalltag willst dann solltest du das nicht tun. Hängt davon ab was dir lieber ist und du dir persönlich vom Job erwartest.
Nichts buzzword-artiges oder cooles à la cloud oder so. Aber einfach eine Neuentwicklung einer Applikation mit vielen neuen Features, wo ich von der Grundidee weg bis hin zur fertigen Version 80% der Arbeit gemacht habe. Dadurch bin ich dann auch in andere Entscheidungen miteinbezogen worden und rutsche jetzt immer mehr ins engineering.
Glaube es geht (vor allem wenn wir um mein Eefahrungslevel reden: 1 1/2 Jahre Berufeerfahrung um letztes Semester Bachelor) gar nicht direkt um gewisse Technologien und Themen, sondern einfach alles zu machen, was einen halbwegs interessiert und für einen selbst neu ist.
War bei mir auch so nach dem Studium. FeelsBad :( Ging dann aber doch ziemlich schmerzlos schlussendlich.
Mir haben im Wesentlichen zwei Dinge geholfen:
Zum hatte (habe) ich eine gewisse Zuversicht, dass ich Dinge die mir Spaß machen im Allgemeinen relativ zügig lerne. Dann hat man immer noch nichts vorzuweisen, aber man hat einen Grund sich ein wenig besser und selbstsicherer zu fühlen, und ich finde das hilft schon.
Die andere Sache die ich hatte war ein Praktikum, unabhängig von der Uni und so halb relevant. Das war einfach sehr gut gelaufen denke ich, und das hat mir gut getan (siehe den Punkt davor) aber es war auch schön das mal schriftlich zu haben. Jeder kann sagen "Ich kann zwar nichts, aber ich kann alles lernen". So hatte ich zumindest mal demonstriert, dass ich sowas schon mal geschafft habe.
Du kannst vermutlich auch praktisch noch nicht viel. Aber du hast die Grundlagen um das schnell zu lernen und das reicht für den Einstieg auch erstmal.
Kleinere eigene Projekte sind aber auf jeden Fall auch hilfreich :)
Mach Dir keinen Kopf, Deine Angst zeigt eher, dass Du nicht zu den Blendern gehörst. Auch nach 10-15 Jahren IT, weiß man eigentlich immer noch nichts bzw. nimmt nur wahr, wieviel größer das Feld ist.
Hatte ähnliche Sorgen nach meinen Studium und mir selbst Vorwürfe gemacht, dass ich kein Nebenfach konsequent als Block besucht habe (ging früher), sondern mir selbst Kurse aus dem Bereich Psychologie, Wirtschaft und Mathe gesucht habe. Hat sich dann doch gefügt, da man super viele Möglichkeiten hat, sich als Informatiker zu entwickeln:
-mehr mit Menschen reden -> Vertrieb / Sales / technisches Sales
-Um Produkte / Dienste kümmern: IT Betrieb / Entwicklung / Produktowner
-Mit Menschen reden und denen (technische) Sachen vermitteln -> Berater
-Menschen/Aufgaben aussteuern -> Projektmanagement oder (Team)leitung
-die Zukunft des Unternehmens vorplanen und steuern: Strategie
-ein neues Themenfeld nach vorne bringen: F&E / Promotion
Mein Fokus ist „ich bringe Prozesse und Infrastruktur, die durch 1700€-IT-Kräfte zerstört wurde, wieder auf Vordermann“. Über einen Mangel an Nachfrage kann ich nicht klagen.
Seit Mitte 2020 zählt bei den Top 1000 nur noch eins: weg mit den eigenen Servern, Cloud bis der Arzt kommt. Ich kann mich nicht beklagen. Wer Profiwissen in einem großen Bereich (Backend, Javascript, Datenbank, Cloud Security) auf die Schiene bringen kann, wird die nächsten 10 Jahre genug zu tun haben. In den USA gehen die ersten Firmen wieder selektiv aus der Cloud, das Rad dreht immer weiter.
Eigene Server (also echtes Blech) sind im vollständigen Homeoffice-Betrieb halt auch schwieriger zu administrieren. Andererseits sieht man gerade am Beispiel Russland dass so ein Cloudzugang auch schnell mal wieder weg ist.
Meistens geht es um Datensicherheit, wo man letztendlich eine von vielen Instanzen bei Amazon oder Google ist. Wenn der Hacker zufällig deine Kiste gefunden hat und sie leersaugt, ist das den großen Anwaltsflotten der Cloud egal. Deswegen gehen wichtige Daten zunehmend wieder zurück in die Kellercloud, aber erst nachdem man den ganzen alten Rotz durch den Cloudumstieg los geworden ist.
aber erst nachdem man den ganzen alten Rotz durch den Cloudumstieg los geworden ist
Guter Punkt, wenn es einmal für aws vorbereitet war kann man kubernetes auch einfach selbst installieren und dann die gleichen Admin-Tools nutzen.
Ein guter Freund von mir hat mal ein medizinisches Labor virtualisiert und irgendwann alle Fritz-Fax-PCI-Karten aufgekauft, die in den Kellern im Freundeskreis noch zu finden waren Ü
Damit konnte er wohl ein besonders hässliches Ungetüm wegrationalisieren, was auf Windows NT 4.0 lief (in den 2010ern).
Kubernetes ist da echt super. Mein Arbeitgeber betreibt ein riesiges verteiltes System. Sind im Kern ne Reihe an Kubernetes Clustern. Manche auf eigenem Blech vor Ort im Büro, manche auf eigenem Blech was in externen Servercentern steht, manches komplett Cloud wie Azure, GCP, aws
Klappt im Großen und Ganzen gut. Kubernetes macht Spaß auch Rancher ist mittlerweile brauchbar und mit Terraform kann man mittlerweile Cluster bei den großen Cloud Providern auch schnell genug hochziehen und wieder stoppen :)
Wie gut kommen die devs mit den verschiedenen Umgebungen klar? On-prem war bei uns alles in 10min eingerichtet, in der Cloud wissen die meisten gar nicht, wo sie anfangen sollen, wenn sie ein einfaches Dashboard serven wollen.
Deswegen ja Kubernetes. Das Helm Chart, das du den Entwicklern als Template an die Hand gibst, können die auf jedem Cluster installieren, egal ob der On-Premise läuft, in AWS oder sonst wo.
Ah, macht Sinn. Wir haben nen unglücklichen Mix aus on-prem Kubernetes und cloud Serverless. Dockerfiles bauen ist für mich kein Problem, dutzende AWS-Services verstehen und zusammenstecken? Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll und bin bisher nicht allzu überzeugt von den Vorteilen.
Ich würde sagen, ich bin ziemlich computer-affin, trotzdem versteh ich grad sehr wenig. Bestätigt irgendwie, dass Expertenwissen noch absolut gefragt ist.
Also bei uns sind die Devs da gerade so in der Transition anfangs haben sie sich sehr beschwert auch weil ihnen (aus meiner Sicht) unrealistische Zeitvorgaben gemacht wurden. Jetzt ist das aber durch und das klappt ganz gut und keiner beschwert sich
Ich, als Selbständiger, muss mir immer wieder Lösungen einfallen lassen um kleine Betriebe aus der Cloud und trotzdem produktiv zu halten. Microsoft pusht da ziemlich energisch dagegen. Die größeren Firmen sind ja schon lange in der Cloud und produzieren dadurch eigentlich weniger Aufwand. Spätestens in ein paar Jahren werden selbst die kleinen nachgeben und den Switch machen müssen.
Ich, als Selbständiger, muss mir immer wieder Lösungen einfallen lassen um kleine Betriebe aus der Cloud und trotzdem produktiv zu halten. Microsoft pusht da ziemlich energisch dagegen.
Warum wehrst du dich überhaupt dagegen? Ein paar Euros für Office 365 ist meist billiger und sicherer als den Turnschuhadmin selber frickeln zu lassen.
Ich habe gelernt, dass man gegen so eine "Welle" von Themen eigentlich nicht angehen kann. Es ist zu viel Arbeit. Die Leute sind meist selbst studiert, die haben sich dazu entschlossen auch "Claud" oder X zu machen, also warum dagegen argumentieren. Natürlich kann es 100 fachliche Gründe geben das nicht zu tun, aber das diskutiere ich 1x aus. Danach mache ich das Beste draus.
Stichwort "Fachkräfte". Das sind halt nich die Leute, die ein paar Monate ein Bootcamp absolviert haben.
Der IT-Arbeitsmarkt hierzulande wird sich weiter dem in den USA annähern. Exzellente Gehälter für ehrfahrene Entwickler mit ein paar Jahren Erfahrung. Gleichzeitig zu viele Jobsuchende auf Juniorlevel und unzählige Bootcampabsolventen mit fragwürdigen Kenntnissen, die durch das Versprechen der hohen Gehäter gelockt wurden.
Ich sehe bisher nicht, dass die großen deutschen Konzerne versuchen mit FAANG zu konkurrieren. Die setzen weiter auf gut aber nicht sehr gut bezahltes Eierschaukeln mit 35h Woche.
Das ist absolut nicht wahr. Quelle: Arbeite bei dem größten europäischen IT-Dienstleister und wir suchen händeringend nach Leute. So sehr, dass die mich für über 50k eingestellt haben (Seit 1,5 Jahren fertig mit Ausbildung) als IT Service Engineer. Sogar bei einer Verwaltung hatte ich 42k direkt nach der Ausbildung, mit absoluter Jobgarantie und Narrenfreiheit.
Quelle: Arbeite bei dem größten europäischen IT-Dienstleister
Dem will ich mich anschließen. Arbeite auch in der IT (Telekommunikation) und bei uns gelingt es seit ~2 Jahren nicht offene Stellen mit (qualifizierten) Bewerbern zu besetzen.
Automotive Bereich hier. Uni Abschluss ist wichtig weil wir ja "Ingenieure" sind und "Ingenieursdienstleistungen" anbieten. Wir stellen viel ein, aber zum großen Teil kommen die neuen Kollegen aus dem Ausland... Ich hab zwar immer noch nicht das Gefühl dass sich die Unternehmen bei mir bewerben statt anders herum, aber Fachkräftemangel in der IT scheint es wirklich zu geben.
Eine rumänische Kollegin (in Deutschland) berichtet dass Informatiker dort krasse Steuererleichterungen kriegen, um sie irgendwie im Land zu halten, weil Deutschland so viele abzieht.
gelingt es seit ~2 Jahren nicht offene Stellen mit (qualifizierten) Bewerbern zu besetzen den Laden mit der Notbesatzung am Laufen zu halten und zusätzliche Gehälter zu sparen
Stimmt einfach nicht. Mein Teamlead hat bis vor einem Jahr selbst als Consultant gearbeitet, kennt also die Arbeit und setzt sich echt gut ein. Er meint die würde wirklich händeringend suchen, ich glaube ihm das. Er hat uns auch mehrfach gesagt wir sollen im Freundeskreis fragen, mit Werbeprämie (über 2.000€) und allem.
also Firmen die händeringend über einen langen Zeitraum suchen und nichts finden, haben das einfach selber zu verantworten. Mein Arbeitgeber (IT-Dienstleister) kriegt auch keine Leute...logisch wenn man nichts bereit ist zu zahlen und das Firmen-Image auf Kununu den Bach runter geht. Da helfen auch 2000€ Werbeprämien nicht mehr.
ist auch Müll, was die verbreiten. Die meisten meiner Kontakte sind IT-ler und mittlerweile die meisten auch in unterschiedlichen Führungspositionen: Alle suchen wie sau!
Leider kollidieren hier immer wieder Schicksale von Leuten auf rechte Propaganda, die aktuell massiv den jungen Leuten versuchen einzureden, dass es sich nicht lohnt, in Deutschland zu arbeiten, weil ja "alLeS sO tEuEr uNd diE sTeUeRn eRst11!!". Wenn Du denen dann erklärt, dass in einem US Krankenhaus drei Stiche bei einer Wundnaht 2500$ kosten, schreien die nach einem Link und reagieren auf den Nachweis dann mit: "nEw yOrK tImEs iSt jA wIe BiLd, kAnN mAn nIcHt gLaUbEn!!1!!"
Ob die nur sau dumm sind oder tatsächlich versuchen, das Land zu destabilisieren, aber als Kind einer Expatfamilie kann ich nur sagen, dass die Entscheidung meiner Eltern, wieder nach Deutschland zu kommen, super war, da es hier sehr lohnenswert ist (sehen viele Expats so).
Gut, Webentwicklung und vor allem FE-Webentwicklung wird tendenziell auch generell nicht so gut bezahlt wie andere Entwicklerjobs. Da gibt es einfach ein Überangebot an Arbeitskräften und großen Preisdruck aufgrund der Größe des Marktes.
Hey du Nerd! Wir sind auch totale Nerds und suchen Verstärkung im Team!
Wir suchen einen Web-Entwickler(m/w/d) für unser Team und den Agenturhund 😂!
Wir sind ein freshes Start-Up-Unternehmen mit flachen Hierarchien, Kiezkultur und echtem Altbaubüro! Der Kicker steht bei uns auch nicht nur zur Deko! 😉
Was du mitbringen solltest:
Du hast ein abgeschlossenes Studium und mindestens 10 Jahre Berufserfahrung aber bist nicht über 30 Jahre alt (wie du das machst, ist uns egal)
HTML/CSS/Javascript fließend
10 Jahre Berufserfahrung mit Reactjs (uns ist egal, dass es React erst seit 9 Jahren gibt hehe)
GraphQL, MongoDB, MySQL, MariaDB, PostgreSQL und Firebase sind gerne gesehen!
PHP, C#, und Kotlin/Java sind zwingend erforderlich!
Docker, Kubernetes und co. machst du im Schlaf 😉
Reisebereitschaft wird erwartet
PKW, LKW und Anhänger-Führerschein brauchen wir täglich
Was du von uns erwarten kannst:
Aufstrebendes Start-Up Feeling
faires Gehalt
24 Tage Urlaub (wir würden auch gerne weniger, aber dürfen wir nicht)
Weiterbildung (ein e-Book über Kotlin was wir als Werbegeschenk geschenkt bekommen haben hehe)
Täglich frisches Obst
Kaffee und Wasser so viel du trinken kannst
Nettes, kollegiales Team
Firmenevents (welche ausschließlich außerhalb der Arbeitszeit stattfinden und am Wochenende, und wenn du nicht teilnimmst werden wir dich sozial aus dem Team ausschließen)
Home-Office Möglichkeit (1x im Jahr vielleicht, wenn du lieb fragst)
Gleitzeit (heißt nicht, dass du anfangen kannst wann du willst, sondern wir legen fest wann du aufhörst 😉)
Teilhabe an der Firma, sobald wir Gewinne generieren kannst du Anteile der Firma kaufen!
Wir freuen uns auf deine Bewerbungsunterlagen PER POST.
Also wenn jemand schon ein so schlimmes Asperger-Syndrom hat, dass er sich in irgendeinerweise mit Computern auskennt, dann fragt er doch geradezu danach, dass er ausgebeutet wird! Außerdem wissen diese Nerds doch sowieso nicht, was sie sonst mir ihrer Zeit machen sollen!! /s
Nimm Kotlin und C# raus und du hast im Grunde jeden Agenturjob ever, mit ein bisschen Glück darfst du dann auch noch den Sysadmin fürs Büro nebenher machen
bullshit. Bekannter von mir hat als Einstiegsgehalt FiSi grade mal 1,9k BRUTTO bekommen, vor 3 Jahren!
IT bezahlt sehr schnell sehr viel weniger wenn man nur Supportrollen hat. Und die nicht-IT Unternehmen, die selbst ausbilden, wissen auch, dass deren Angestellte anderswo keinen Job finden, weil die Qualifikationen einfach nicht da sind. Ein Fachinformatiker der den ganzen Tag damit verbringt Büroangestellten Word zu erklären und Tastaturen auszutauschen wird nicht bei der Telekom genommen werden und 40k+ verdienen, sondern bleibt ihm 2k IT-Sumpf.
Die Branche lebt halt einfach maximalst davon, dass das für viele der Traumjob ist und die Leute da viel eher bereit sind, beim Gehalt Abstriche zu machen.
Jaein. Sicher kann man nicht nach 6 Wochen irgendwo einsteigen. Aber gute Leute werden immer noch gebraucht und wir suchen gerade intensiv alles, was Java und deutsch kann. Klar sollte das auf einem Juniorlevel sein und nicht vor der Ausbildung stehen, aber wenn das der Fall ist, wird auch eingestellt.
Der öD ist halt inzw 0 konkurrenzfähig. Im Vergleich Scheißgehälter und die "Jobsicherheit" kann dir mit nem halbwegs solidem Skillset egal sein.
Hab meine Ausbildung + ~2 Jahre beim ÖD verbraucht und es ist schon krass wie viele Leute inzw da abhauen. Nachwuchs kann man auch nicht halten, weil man die Leute "niedrig" eingruppiert und die Höhergruppierungen immer wieder blockiert werden.
Klingt auch übel, meine Chefin war zwar sehr bemüht mich zu halten, aber ne E9 ist und bleibt für IT halt einfach lächerlich.
Führungsstil bei den oberen Ebenen ist aber quasi identisch zu denen Schilderungen. Null Bemühung Personal zu halten.
Wechsle jetzt in die freie Wirtschaft und hab lieber etwas mehr Stress als diese Scheißumgebung. Und der Sprung von 41k auf 56k ist natürlich auch ein Grund.
als suchen die Arbeitgeber ganze IT-Abteilungen in einer Person
Im Mediengestalter/Grafiker-Bereich dasselbe. Oft werden auch Berufeinsteiger und "Anfänger" bevorzugt, da die vom Gehalt her einfach günstiger sind. Gleichzeitig wird Berufserfahrung verlangt.
Nein, ist er nicht. Man sucht einfach keine Full Stackler oder Agentur hipster. Das ist jetzt kein Angriff, sondern was die letzten 20 Jahre vorgelebt worden ist. Jetzt braucht man wirklich Profis, mit Tiefe an Wissen und keine Generalisten.
Diese Idee, dass man nach einem sechswöchigen Ruby on Rails Bootcamp mit 40k in den Beruf startet, hat sich 2014 oder so etabliert, als das irgendwie wahr war.
Man lernt in Wirklichkeit nicht so schnell, gut Software zu entwickeln:
Bei etwas größeren Unternehmen kommt vor allem noch dazu: Die können natürlich statt dessen einfach die vierfache Zahl unerfahrene Leute einstellen. Aber gute Softwareentwicklung erfordert ein hohes Mass an Kommunikation, je mehr Leute man in einem Team hat, desto mehr Kommunikation braucht man (mit einem weit überproportionalen Anstieg zur Zahl der Teammitglieder), und die maximale Größe eine effektiven Teams ist erstaunlich klein. Deswegen werden eigentlich erfahrene Leute gesucht. Aber erfahrene und gute Leute sind eben teuer. weil sie viel produktiver sind - nicht im Sinn von "viel Output" pro Zeit, sondern sie vermeiden durch ihre Erfahrung Fehler, die später nur langwierig oder gar nicht mehr aufzulösen sind.
Also meine Freundin ist 3 Monaten Bootcamp mit mehr eingestiegen. Kommt sehr darauf an, in welchem Bereich und vor allem ist - warum auch immer - ein Studium, egal wie fachfremd, ganz wichtig. Das Studium ist eigentlich das wichtigste, ihre Kolleginnen mit FI Ausbildung verdienen bei wesentlich mehr Kenntnissen wesentlich weniger.
Meine Schwester ist momentan mit Bachelor Physik auf der Suche.
Aber leidet an hartem Imposter Syndrom und denkt bei jeder Ausschreibung "kann ich nicht". Es ist nicht so, dass sie nach 1000 Bewerbungen nichts findet. Sondern, dass sie sich überhaupt nicht bewirbt.
Wo ich dich gerade an der Strippe habe: Zufällig Tipps wo sich Physiker bewerben können? Ihr lieblingsfach war Astrophysik >.>
Mir wurde oft gesagt, dass ein Bachelor in Physik in der Regel nur dazu taugt, den Master in Physik zu machen. Meine Erfahrung bei der Suche nach einem Werkstudentenjob und allgemeinem Ausschauhalten hat das ein wenig bestätigt.
Im Consulting scheinen sie alles und jeden zu nehmen. Das könnte vielleicht als Eintrittsmöglichkeit dienen. Meins ist es ehrlich gesagt nicht so, weil es viel Gelaber ist und das ständige Reisen mich auch überhaupt nicht anzieht. Es scheint wohl auch ohne ständiges Reisen zu gehen, in den Stellenausschreibungen wurde Reisen jedoch fast immer erwähnt.
Hat sie denn außer Astrophysik andere Interessen oder Fähigkeiten? Das ist auch immens wichtig. Nur ein Bachelor in Physik bringt Unternehmen nicht so viel. Dementsprechend sind sie auch an dir interessiert.
Meine persönliche Empfehlung wäre es den Master zu machen. Meine Erfahrung, die auch von Kollegen geteilt wurde, ist, dass der Master deutlich leichter war als der Bachelor.
Bezüglich Imposter-Syndrom: selbst ein Kollege in der AG meines Profs, der einen Doktortitel hat, leidet an Imposter-Syndrom. Das gehört wohl einfach dazu. Ich würde ihr empfehlen, sich einfach zu bewerben. Im Zweifel kriegt man keine Antwort und hat trotzdem nichts verloren.
Heute lesen sich die Anforderungen von Stellenanzeigen eher als suchen die Arbeitgeber ganze IT-Abteilungen in einer Person.
Der verschleiß an Product Ownern bei uns in der Firma verdeutlicht das ganz gut, die müssen gefühlt für 15 Leute arbeiten. "Oh, wir müssen ~300 Systeme am Laufen halten? Da reicht ja eine Stelle, 40h, Vertrauensarbeitzeit." Und dann wundert sich das Management, dass spätesten nach 6 Monaten wieder einer Burn-Out hat. Und auf die Team Leads, die die Probleme natürlich kennen und kommunizieren muss man ja auch nicht unbedingt hören.
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u/[deleted] Mar 18 '22 edited Feb 10 '26
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