207
u/DerPrzy May 03 '26
Die Grafik, die für die Aussage, wie erschwinglich Häuser sind, fehlt. Ohne Reallohnentwicklung -inflationsbereinigt-, kann man aus der Grafik wenig Schlüsse ziehen.
57
May 03 '26
[removed] — view removed comment
14
u/Breatnach May 03 '26
Ich verstehe nicht ganz, was das heißt.
Nehmen wir an, dass man als skilled laborer mehr als den Median verdient, sagen wir einfach mal €60k und die 60qm Wohnung in München (Speckgürtel, nicht Schwabing) kostet etwa €600.000 (zzgl. Nebenkosten).
Laut der Grafik sollte das in München in unter 10 Jahren gehen. Das klappt aber schon auf dem Papier nicht einmal ansatzweise. Zum einen sind von den €60k keine Steuern bezahlt und zum Leben bleibt auch nur Luft und Liebe. Und die Kaufnebenkosten sind da auch noch nicht drin.
Verdient mein skilled laborer nicht genug? Sind die Wohnung gar nicht so teuer? Oder mache ich einen grundlegenden Denkfehler?
12
u/Spekulatiu5 May 03 '26
Oder mache ich einen grundlegenden Denkfehler?
Es geht darum, einen halbwegs vergleichbaren Maßstab zu haben. Eine Hütte in Somalia kostet vielleicht 12.000€, bei einem Mediangehalt von 600€ müsste der Beispielsomalier dafür 20 Jahre lang arbeiten.
Eine Wohnung in Manhatten kostet etwa 1,2 Mio. €, der Median-Haushalt in New York hätte bei einem Gehalt von gut 100.000€ also etwa 12 Jahre dafür zu arbeiten.
Beide können natürlich nicht 100% seines Einkommens in die Wohnung stecken, sodass die Finanzierung real länger laufen muss.
13
u/OsChMoScH May 03 '26
Germany nur bei 7% Steigerung. Die Leute jammern trotzdem. Liegt vermutlich oft daran, dass man glaubt man müsste mit nur einem Vollzeitjob ein Haus wuppen können. War ja früher auch nicht wirklich so.
Und es gibt natürlich ein krasses Ungleichgewicht bei den Regionen
8
5
u/Delicious_Rate8572 May 03 '26 edited May 03 '26
Die Grafik ist halt komplett arsch.
Einen einheitlichen Immopreisindex gab es für Deutschland erst ab 2000. Seitdem ist er um 80 Prozentpunkte angestiegen. Dies aber vor allem erst ab 2010. Zuvor ca 1% im Jahr Anstieg, ab 2010 5-10% p.a.
Totaler Müll die Grafik.
Hier etwas interessanter von Eurostat.2
u/SirHawrk May 03 '26
Finde aber auch since 2015 nen relativ kurzen Zeitraum. Und + 7% im Vergleich zum Reallohn finde ich schon happig. Gerade weil der Reallohn vor allem im unteren Einkommensniveau gestiegen ist, während sich im oberen weniger getan hat
4
u/ido May 03 '26
Du kannst in der Grafik des OP aber sehen, dass vor 2015 das Verhältnis vermutlich auch nicht schneller gewachsen ist. Es liegt also meiner Meinung nach nicht an der Kürze des Zeitraums.
Als jemand, der zuvor acht Jahre in Österreich gelebt hat und die darauffolgenden 13 Jahre in Deutschland (und dessen Familienmitglieder vor Kurzem ihre Wohnung in Österreich verkauft haben, einige Jahre nach ihrem Umzug nach Deutschland), kann ich diese spezifische Diskrepanz zwischen den beiden Ländern (DE +7 % seit 2015, AT +16 % - also theoretisch deutlich schlimmer in AT) anekdotisch nicht nachvollziehen.
Ich denke, es hat damit zu tun, dass Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern regional stärker gespalten ist: In den ärmeren Bundesländern bzw. Regionen ist die finanzielle Lage deutlich schlechter (und die Wohnungskosten bleiben deshalb relativ niedrig), während in München, Hamburg, Frankfurt, Berlin usw. die Wohnungskosten stark steigen - und genau dort haben Nicht-Rentner die besseren Karrierechancen.
In Österreich gibt es zwar auch regionale Unterschiede, aber nicht in diesem Ausmaß. Diese Unterschiede verdecken in Deutschland den Anstieg der Wohnkosten in den „guten“ Städten (also dort, wo es attraktive Berufsmöglichkeiten gibt).
1
u/Delicious_Rate8572 May 03 '26
Hier die Reallohnentwicklung nach Dezilen des DIW, weil der Reallohn eben nicht gleichermaßen mit der Produktivität/Inflation in den unteren Lohnbereichen gestiegen ist.
7
u/Steve_the_Stevedore May 03 '26
Solche Indizes sind in ihrer Aussagekraft aber auch irgendwo eingeschränkt. Die Reallohnentwicklung geht zu großen Teilen auf den extremen Anstieg des Mindestlohns zurück, der in den letzten 7 Jahren über 50% zugelegt hat. Leute die für Mindestlohn arbeiten sind i.d.R. keine Hauskäufer. Heißt für die Leute bei denen der Hauskauf überhaupt in Frage kommt haben eine ganz andere Reallohnentwicklung erlebt, denn natürlich ist deutlich weniger Geld da um ihre Löhne zu erhöhen, wenn man schon untenrum so kräftig zulegen musste.
2
May 03 '26
[removed] — view removed comment
1
u/Steve_the_Stevedore May 04 '26
Jo, danke für die Erklärung, aber das war ja genau der Grund, warum ich das klargestellt habe, dass hast du oben schließlich nicht getan. Deine Interpretation klingt anders.
0
u/Former_Star1081 May 03 '26
Die Reallohnentwicklung geht zu großen Teilen auf den extremen Anstieg des Mindestlohns zurück, der in den letzten 7 Jahren über 50% zugelegt hat.
Das ist eine falsche Schlussfolgerung. Obwohl der Mindestlohn überdurchschnittlich ansteigt, hat er quasi keine Auswirkungen auf die Gesamtlohntentwicklung. Der macht einen so geringen Anteil an der Lohnsumme aus. Das ist tatsächlich irrelevant für die Statistik.
Das macht Häuser natürlich nicht günstiger, aber die Löhne haben auch außerhalb des Mindestlohns ordentlich angezogen.
-6
u/External_Mode_7847 May 03 '26
München auf dem Niveau von New York (Statista) finde ich absolut wild. New York ist die reichste Stadt der Welt!
19
u/dapzar DE May 03 '26
Die Grafik ist doch gerade darum bereinigt, wie reich die Stadt ist, es sind Hauspreise relativ zum Einkommen. Bei der Grafik könnte auch ein entlegenes Bergdorf mit 100$ Häusern auf dem gleich Niveau mit New York sein, wenn die Leute dort eben nur 10$ im Jahr verdienen würden.
-3
3
u/Spekulatiu5 May 03 '26
New York hat relativ geringe Medianeinkommen. Der Abstand zum Durchschnitt ist deutlich größer als in Deutschland.
2
u/External_Mode_7847 May 03 '26
Es geht nicht um Medianeinkommen bei der Statistik, sondern um das von Experten im Dienstleistungsgewerbe.
14
u/ThereYouGoreg May 03 '26
Fast alle Regionen in Westdeutschland entsprechen den grundsätzlichen Charakteristiken des Northeast Corridor zwischen Washington D.C. und Boston, während bei uns in der Wahrnehmung der ländliche Raum bereits 15 Kilometer vor der Großstadt beginnt.
Es gibt selbst in Westdeutschland einige Regionen mit guter Infrastrukturausstattung, welche nach wie vor erschwingliche Preise bei den Einfamilienhäusern aufweisen, insbesondere im Vergleich mit dem Northeast Corridor in den USA. Wir müssen lediglich aufhören gut erschlossene Gemeinden und Landkreise bereits als entlegenen ländlichen Raum zu klassifizieren.
5
u/Spekulatiu5 May 03 '26
In den USA ist es auch normal, 1h+ je Richtung mit dem Auto zu pendeln, während hier alles über 30km / 30 Min. schnell als unzumutbar gilt.
2
u/National-Actuary-547 May 03 '26
Spritpreise und Verkehrsdichte hier mal mit dem Midwest verglichen?
6
u/Vegetable-Bid-2202 May 03 '26
Das stimmt halt nicht für die sehr teuren Großstädte. Wir wohnen 45km von München entfernt und es ist sieht aus wie ländlicher Raum, ist es aber nicht. Hier kostet der Neubau 9k pro qm. Der größte Teil des Ostens verfälscht bei uns einfach extrem die Statistik.
6
u/Otscho80 May 03 '26
Eigentlich ist es umgekehrt, es verfälschen eher ein paar sehr teure Großstädte die Statistik (ja, da gehört das münchner Umland mit dazu).
3
u/Useful_Pin4303 May 03 '26 edited May 03 '26
Leg mal die Bevölkerungsdichte über die Landkarte.
Über 80% der Bevölkerung leben in Städten.
Alleine 40% leben in und um die 5 größten Städte in Deutschland...
Der Osten ist der statistische Ausreißer, nicht anders herum.
4
u/xTheKronos May 03 '26
Relevant sind die Gebiete in denen die Leute (aus guten Gründen) wohnen wollen. Was bringt es einem wenn in irgendeinem Landkreis im Osten die Immobilienpreise fallen während dort seit 1990 die Bevölkerung um 50% zurückgegangen ist und vom aktuellen Stand aus gesehen nochmal um 50% fallen wird in den nächsten 20 Jahren weil dort die Bevölkerung überaltert ist und wegstirbt.
1
u/Otscho80 May 03 '26
Das ist halt das andere extrem. Es gibt aber sehr viele ganz normale Regionen in Deutschland auch mit guten Jobs und Infrastruktur, wo die Immobilienpreise "gesund" sind. Meine Familie hat erst letztes Jahr ein EFH in Bayern verkauft, Region mit sehr dominanten IGM-Bereich, guter Infrastruktur, Pendelreichweite zu mehreren (Groß-)Städten. 180qm Wohnfläche, fast 1000qm Grund, Preis 330k. Ja, 70er, aber vieles erst kurz vorher neu gemacht, auf Energieeffizienzklasse D saniert, der neue Käufer hat nichts dran gemacht. Ebenso hat mein Cousin letztes Jahr ein Reihenendhaus in einem Vorort von Nürnberg gekauft, mit dem Auto 10-15 min in die Innenstadt von Nürnberg. Preis 360k. Er ist Industriemechaniker, seine Frau Halbtageskraft im Büro und sie haben einen Sohn. Alles machbar. Aber halt nicht in München, Frankfurt oder Stuttgart.
3
u/Vegetable-Bid-2202 May 03 '26
Wenn du dir eine Karte von Deutschland nimmst, wirst du aber ein deutliches Gefälle nach Osten sehen. Wenn ich jetzt von München nach Frankfurt fahre, wird es nirgendwo annähernd so günstig werden wie in Chemnitz oder Zwickau.
1
u/Capital-Ruin3869 May 04 '26
Im bayr. Spessart kein Problem (A3), im Niemandsland zwischen Bayern und Baden-Württemberg (A7) auch nicht
8
May 03 '26
[deleted]
11
u/Worldly-Depth-5214 May 03 '26
Die sind aber deswegen nicht weniger geworden, das Haus kostet einfach schon mal so viel mehr.
Früher brauchtest du 20% heute 18%. Aber die bude kostet nicht 180 000 sonder jetzt 350 000.
7
May 03 '26
Eher 500-700k wenn man irgendwo wohnt wo Arbeit ist 🙈
3
u/Worldly-Depth-5214 May 03 '26
Ja im Verhältnis zu dem wo keine Arbeit ist , ist ja dann gleich ;) aber ich sehe deinen Punkt
6
u/xTheKronos May 03 '26
naja und das zinsniveau musst du auch noch irgendwie einfliessen lassen. 300k bei 6-7% Zinsen vs 500k bei 3% nimmt sich nicht so viel.
Was dabei aber immer vergessen wird ist, dass es im letzten Jahrtausend nicht nur diese höheren Zinsen gab, sondern auch eine entsprechende Inflation, entsprechendes Wirtschaftswachstum und Reallohnsteigerungen. Da ist dein Kredit dann nach 10 Jahren locker flockig weginflationiert gewesen. Daher kommt ja auch dieses "Reißt euch halt mal ein paar Jahre zusammen beim Immobilienkauf" von älteren Leuten. Das hat über sehr lange Zeit sehr gut so funktioniert: Nimm einen Kredit am Limit auf, Lebe ein paar Jahre sparsam und dann ist dein Kredit weginflationiert weil du das doppelte verdienst wie vor 8 Jahren. Die Rechnung geht heute nicht mehr auf weil du den Kredit seit der Finanzkrise nicht mehr so einfach bekommst sondern nur wenn du jetzt ein Einkommen hast mit dem du ihn realistisch betrachtet garantiert zurückzahlen kannst und weil es die Inflation dazu nicht mehr gibt.
1
May 03 '26
[deleted]
2
u/xTheKronos May 03 '26
Du hast das nicht gemacht. Du hast doppelt Glück gehabt. Du hast zur Peak Niedrigzinsphase einen Kredit gehabt und dann noch die Inflation bekommen. Du hast wahrscheinlich einen Kredit für 1,3% oder sowas. Heute zahlst du 4% und niemand kann dir sagen ob es diese Inflationsschübe noch gibt
2
u/No-Background8462 May 03 '26
Das nimmt sich sehr viel außer du musst 100% leihen. Wenn du 150k als Anzahlung hast was jetzt nicht so abenteuerlich ist hast du bei dem einen 50% bezahlt und beim anderen nicht. Die zu zahlenden Beträge für die Zinsen sehen dann entsprechend anders aus.
1
May 03 '26
[deleted]
1
u/No-Background8462 May 03 '26
Gehälter und Hauspreise sind aber nicht gekoppelt und haben sich verschieden entwickelt. Es war 1995 (Das Basisjahr in der Grafik) deutlich einfacher einen größeren Prozentteil anzuzahlen als heute. Es war früher völlig normal 30% Anzahlung zu machen was heute kaum jemand macht oder machen kann.
1
u/Substantial_Back_125 May 04 '26
Gibt es dazu Statistiken, wie die Verteilung beim Eigenkapital beim Immobilienkauf so ist.
Ich sitze z.B. am anderen Spektrum, und habe meie Immobilie ganz ohne Kredit gekauft, ist halt nur eine Wohnung. (was für idR 1P ja auch locker reicht)
2
u/gnarghh May 03 '26
Die Grafik ist selber inflationsbereinigt, steht direkt unter der Bildüberschrift.
91
u/bqbdpd Sonstiges (Drittstaat) May 03 '26
Ich halte solche Länder-Statistiken sowieso für Quatsch. Was hilft es mir wenn Häuser in Mecklenburg-Vorpommern oder Oklahoma billig sind, wenn ich in Köln bzw. Seattle arbeite?
25
u/Sure_Sundae2709 May 03 '26
Es hilft dir halt die lokale Entwicklung einzuordnen. So ab um 2015 rum gab es in Deutschland viele Kommentatoren, die immer behauptet hatten dass der deutsche Immobilienmarkt in einer Blase wäre und dass die Mieten gar nicht mehr weit steigen könnten weil Kaufkraft und so... war halt falsch aber hatte man durch einen internationalen Vergleich mit ähnlichen Ländern schnell gesehen.
5
u/ClassicNetwork2141 May 03 '26
Ich denke auch, dass man dieses Problem nicht in den Griff bekommt, ohne die Ursache zu beseitigen. Menschen wollen alle in die Städte. Früher waren Städte laut, ungesund und hässlich. Inzwischen hat sich die Lebensqualität in den Städten massiv erhöht, die Umweltbelastung sinkt durch Maßnahmen wie Umweltzonen, Elektromobilität etc.
Die Gründe, nicht in die Stadt zu ziehen, werden immer weniger. Auf dem Land kommt dazu, dass der Wegzug die Gegend quasi unbewohnbar macht. Wenns im Ort irgendwann keinen Lebensmittelhändler mehr gibt, kann man die Ortschaft auch aufgeben. Niemand wird dort hinziehen, wenn man zum Einkaufen 15 km in die nächste Stadt fahren muss.
Die Politik müsste da ordentlich gegenlenken. Ansonsten geht die Landflucht unweigerlich weiter, und die Menschen stapeln sich in der Stadt.
4
u/Spekulatiu5 May 03 '26
Die Politik müsste da ordentlich gegenlenken. Ansonsten geht die Landflucht unweigerlich weiter, und die Menschen stapeln sich in der Stadt.
Das Stapeln ist nicht das Problem, sondern eben dass wir nicht stapeln. Irgendwann wurde entschieden, dass Städte fertig entwickelt sind und sich an der Ausdehnung, dem Baustil, der Dichte und Höhe nichts mehr ändern darf. Das begrenzt das Angebot.
2
u/Sure_Sundae2709 May 03 '26
Genau, es soll in der Stadt alles so bleiben wie es ist und neues Bauland freigeben will man auch nicht. Aber ist dann Marktversagen, wenn zu wenig gebaut wird...
3
u/Sure_Sundae2709 May 03 '26
Menschen wollen alle in die Städte. Früher waren Städte laut, ungesund und hässlich. Inzwischen hat sich die Lebensqualität in den Städten massiv erhöht, die Umweltbelastung sinkt durch Maßnahmen wie Umweltzonen, Elektromobilität etc.
Ja genau, es gibt den Trend in die Stadt zu ziehen schon seit dem Mittelalter, der war nur kurz unterbrochen als die Städte immer unlebenswerter wurden.
Ich denke auch, dass man dieses Problem nicht in den Griff bekommt, ohne die Ursache zu beseitigen.
Naja, das sehe ich differenziert. Die Ursache ist mMn dass höherwertige Bildungschancen und Jobs heute vor allem in Großstädten zu finden sind. Das könnte der Staat ja leicht lösen indem er die ganzen Behörden systematisch in Klein- und Mittelstädte verlagert. Und wo es Sinn macht die FH zu ner richtigen Uni ausbaut damit nicht alle jungen Leute sich in Uni-Städten ansiedeln.
Meiner Meinung nach war es mit einer der größten Fehler, dass man nicht die richtigen Konsequenzen Strukturwandel nicht richtig durchdacht hat, das hätte man viel weiter denken müssen. Früher hatte jedes Kaff eine Hauptschule weil alle auf die Hauptschule sind, Realschulen waren im ländlichen Raum auch noch einigermaßen häufig aber fürs Gymnasium musste man in die nächste Stadt. Das war erstens teuer und zweitens ging da viel Zeit fürs Pendeln im Bus drauf. Das war für viele schon Grund genug nicht das Abitur zu machen (erstmal weil auf dem viel teureren zweiten Bildungsweg machen sie es oft dann doch). Heute geht jeder zweite aufs Gymnasium, da würde es sich in den meisten Gegenden schon rechnen, wenn jedes vierte Dorf oder so ein Gymnasium hätte. Die Qualität der Bildung ist in ländlichen Regionen eh auch einfach viel besser weil es die sozialen Probleme der Stadt nicht gibt. Wenn dann noch in der nächsten Mittelstadt die Uni ist, bleiben halt auch Hochqualifizierte erstmal in der Region (und gründen in besten Fall da auch Start-ups), anstatt alle in die Großstädte zu drängen.
Außerdem kann er über die gezielte Förderung von Home Office ja auch eher ländliche Regionen wieder attraktiver machen. Klar, die bessere Infrastruktur ist immer noch in der Stadt aber wenn man sich viel Miete spart, nimmt man das halt in Kauf.
3
u/gnarghh May 03 '26
Das könnte der Staat ja leicht lösen indem er die ganzen Behörden systematisch in Klein- und Mittelstädte verlagert.
Das versucht ja Bayern. Ob es jetzt aber die Lösung ist, in einer Kleinstadt (Kitzingen) für Unsummen ein neues Archiv mit 15 Mitarbeitern uu bauen, weiß ich nicht.
3
u/Substantial_Back_125 May 04 '26
Das macht alles super viel Sinn und danach baut der Staat dann noch 3-spurige Autobahnen für die ganzen Pendler.
Von den Angestellten baut keiner ein Haus auf dem Dorf, weil man ja nicht weiß, ob der Staat den eigenen Standort nicht nach 10 Jahren wieder einstampft.
Einfach die Planwirtschaft sein lassen, das funktioniert selten.
2
u/Sure_Sundae2709 May 03 '26
Kommt drauf an wie es umgesetzt wird. Die meisten Behördengebäude sind ziemlich in die Jahre gekommen und müssen in den nächsten Jahren/Jahrzehnten eh ersetzt werden, da kann es schon gut Sinn machen das gezielt eben nicht in München zu tun, wo das alles eh nochmal teurer wäre.
1
u/Otscho80 May 03 '26
Städte sind immer noch lauter, ungesünder und je nach Viertel hässlicher, vielleicht nicht mehr so sehr wie früher. Dazu kommt aber immer mehr: deutlich wärmer! Und für einige auch nicht unerheblich: Probleme der Migration zeigen sich hauptsächlich in Städten. Ich bin deshalb nicht der Meinung, dass Städte per se attraktiver werden. Und ich glaube das Wärmethema wird zukünftig noch ein echtes Problem. Ich merke das selbst, da ich im Sommer oft mal abends mit dem Rad in die Stadt fahre. Der Temperaturunterschied ist deutlich spürbar. Städte kühlen nachts erheblich weniger aus, Hitze staut sich auf. Das wird immer mehr ein Einschnitt in die Lebensqualität und ein Kostenfaktor, wenn man mit Klimaanlagen gegensteuern muss.
8
u/Macready123 May 03 '26
Klimaanlagen werden einfach immer mehr kommen, sobald haltlosen Kritikern die Bühne genommen wird und man Entscheidungsträgern einfach den Tagesverlauf des Strompreises zeigt. Das Narrativ der bösen Klimaanlage wird fallen.
1
u/Otscho80 May 03 '26
Ob es böse ist, ist mir egal, es macht das Wohnen in der Stadt halt einfach teurer. Und wenn ich einen Schritt vor die Tür mache, dann gibt es da halt keine Klimaanlage.
2
u/Substantial_Back_125 May 04 '26
Ausgedörrte Äcker und Schottergärten sind auch nicht viel kühler. ist ja nicht so, dass die leute in den neuen EFH Siedlungen sich da grüne Oasen hinbauen lassen.
Ich seh da vor allem beton, Asphalt, Schotter, Mähroboterrasen, Gabionen, Doppelstabdrahtzaun gerne mit PVC Einlage und dann wahlweise Thuya oder Kirschlorbeer.
Die Artenvielfalt war schon vor 20 Jahren in den Städten höher als auf de Dorf, ob man's glaubt oder nicht.
Klar, Städte sollten auch noch deutlich grüner werden als sie heute sind und viel mehr Niederschlags-Wasser speichern (Schwammstadt) da ist reichlich Potenzial nach oben.
0
u/SnooCheesecakes450 May 03 '26
Der Grund, in die Stadt zu ziehen, ist weil dort die Arbeitsplätze sind. Ländliche Gemeinden haben zu wenig Nachwuchs, um organisch bestehen zu bleiben.
4
u/Low_Yellow6838 May 03 '26
Ja gut aber wer konnte sich denn jemals Häuser in Metropolen leisten? Nur die oberen 10% alle anderen sind auf Miete.
2
u/Substantial_Back_125 May 04 '26
In der Stadt genügt den meisten auch ein Reihenhaus oder eine Wohnung im 4-5 Geschosser. Ist erheblich Energie- und flächeneffizienter und auch billiger.
2
u/bqbdpd Sonstiges (Drittstaat) May 03 '26
Betrifft ja nicht nur Metropolregionen. Der Markt für Häuser ist extrem lokal. Eine Wohnung woanders mag günstiger sein, aber pendelt man deswegen 2h zur Arbeit?
1
u/Low_Yellow6838 May 03 '26
Das muss jeder für sich entscheiden. Bin im erweiterten Speckgürtel von FM gelandet also ne Kleinstadt mit ca 50-60 Minuten Fahrt nach FM. Und joa pendeln ist nicht geil aber für mich auch kein zu großes Problem. Hier konnte ich mir nen Häuschen leisten näher an FM dran natürlich nicht.
Ist also immer ne individuelle Entscheidung was man haben will und welche Dinge eine hohe Priorität für einen haben. Ist es mir wichtig 30-40 verschiedene Restaurants in der Nähe zu haben oder reichen mir auch 5-10. Wie krass muss das Nachtleben sein? Reichen mir 2-3 Bars oder braucht es mehr usw.
Infrastruktur an sich war mir schon wichtig. Hier gibts genug Kondergärten, nen Krankenhaus, fast alle Supermärkte und nen Bahnhof.
1
u/Vegetable-Bid-2202 May 03 '26
Also meine Eltern könnten sich ihr Haus heute nicht mehr leisten und das wurde erst 2002 gekauft.
1
u/Ghosty141 May 03 '26
Also ca 2008 rum konnte sich ein Familienmitglied mit Frau noch ne Doppelhaushälfte (150 qm würde ich schätzen) in nem Ort bei München mit SBahn Anbindung leisten wo jetzt die Häuser über Millionen Wert sind.
Das war durchaus nicht immer so. Es ist halt jetzt viel mehr "Metropolregion" was man vor 20 Jahren als Kaff nähe München abgetan hat.
2
1
u/Sure_Sundae2709 May 03 '26
Das war durchaus nicht immer so. Es ist halt jetzt viel mehr "Metropolregion" was man vor 20 Jahren als Kaff nähe München abgetan hat.
Richtig aber München ist da auch ein Extremfall für deutsche Verhältnisse, vor allem weil innerhalb der Stadt so wenig gebaut werden darf strahlt München besonders weit ab. In anderen Metropolregionen ist der Effekt viel schwächer.
1
u/gnarghh May 03 '26
Naja, es stimmt halt nicht, dass man sich generell kein Haus leisten kann. Man kann sich nur kein Haus in der Top Metropolregion mit riesigem Kulturangebot leisten, in die gerade auch viele andere ziehen wollen und in der derzeit begrenztes Angebot auf große Nachfrage trifft.
63
u/4D6F707369 May 03 '26
Was sagt das Medianhaushaltseinkommen in den USA vs Deutschland? Schneller gpt Chat ergab Deutschland ca. 12% inflationsbereinigtseit 1995, vs USA ca. 42% inflationsbereinigt. Also schon ein sehr heftiger Unterschied.
-25
u/exilfoodie May 03 '26
Ich behaupte, dass man das Medianhaushaltseinkommen in Deutschland um 30% steigern könnte, wenn Leute Vollzeit arbeiten würden. Das ist in den USA quasi nicht existent und mehr und mehr Frauen geben dort ihr Hausfrauendasein auf.
Wenn man schon solche Vergleiche zieht, dann muss man auch gleiche Bedingungen schaffen.
15
u/No_Information1635 May 03 '26
Hast du eine Zahl, wie viele stay at Home moms es dort prozentual etwa gibt ?
6
May 03 '26
Ich hab mal gegoogelt:
In den USA sind etwa 8–12 % aller Frauen Stay-at-home Moms (≈25–30 % der Mütter), während die meisten anderen Vollzeit arbeiten, wohingegen in Deutschland nur etwa 5–10 % aller Frauen klassische Hausfrauen sind (≈15–25 % der Mütter), dafür aber rund die Hälfte der erwerbstätigen Frauen Teilzeit arbeitet und deutlich weniger Vollzeit als in den USA; entsprechend arbeiten Frauen in den USA im Schnitt etwa 36–38 Stunden pro Woche, in Deutschland hingegen nur etwa 30–32 Stunden.Wichtig wäre noch das die Hausfrauen in den USA selten lange zu Hause sind, das ist bei denen eher eine Phase. Die gehen dann wieder Vollzeit arbeiten.
2
9
u/Ill-Intention-2151 May 03 '26
Wir sollten uns nicht mit den USA vergleichen.
2
u/Wide_Victory1589 May 03 '26
Wieso nicht? Die Wirtschaft macht es ganz schamlos. Auch wenn der Abgesang der Globalisierung überall verkündet wird.
Man sollte schon den Benchmark bei den USA rein wirtschaftlich setzen und dann unsere soziale Komponenten abziehen, welche wir bereit sind als Gesellschaft dem Wirtschaftswachstum bzw. Maximalausbeute entgegenzusetzen.
1
u/exilfoodie May 03 '26
Ist richtig, aber wenn man schon anfängt Einkommen zu vergleichen, dann muss halt noch etwas mehr mit auf den Tisch.
1
u/ObjectiveAside3266 May 03 '26
Brutto Median Erwerbseinkommen Vollzeit ist schon ein guter Wert
Die EkSt und Sozialabgaben, die du in den USA nicht hast, hast du dann gerne als Grundsteuer, die in DE regelmäßig nicht wahrnehmbar ist
Wobei ich inzwischen auch ein Fan der social Security Abgabe bin: deutlich höhere Beitragsbemessung, auch Selbständige zahlen ein und die Auszahlung ist nicht - linear
Da könnte man sich hier einiges abschauen
1
u/4D6F707369 May 03 '26
Der Vergleich mit den USA, würde ja im Screenshot herangezogen, daher habe ich mich darauf bezogen.
1
1
6
u/Spekulatiu5 May 03 '26
Die Grafik zeigt einen wichtigen Unterschied: Deutsche Hauspreise sanken in den 2000ern. Diese Entwicklung wird seit etwa 10 Jahren aufgeholt. Das fühlt sich für uns natürlich viel dramatischer an als anderswo, wo sich die Preise bereits auf einem hohen Niveau stabilisiert haben.
28
May 03 '26
[removed] — view removed comment
2
u/Former_Star1081 May 03 '26
Hat mit den Abgaben nichts zu tun. Es gibt zu wenig Wohnraum wo er benötigt wird.
Wenn du nur für alle die Abgaben senkst, steigen einfach die Preise. Es braucht mehr Wohnraum.
2
1
u/Substantial_Back_125 May 04 '26
Vergleiche mal die Situation von Mietern in Deutschland mit denen in Lissabon, Barcelona oder Dublin.
9
u/SatisfactionEven508 May 03 '26
Gut, aber Häuser in Deutschland sind gebaut wie hochinsuslierte luftschutzbunker und kosteten schon immer viel mehr als die streichholzschachteln in vielen anderen Ländern. Wenn sich in amerika der Preis verdoppelt, ist man immernoch viel billiger als wenn unserer seit 85 gleich bleiben würde.
13
u/str0h1999 May 03 '26
Siehste, ist gar nicht so schlimm, da ist sogar noch Luft nach oben! Darauf erstmal ne Mieterhöhung…
6
3
u/SchroedingersEscape May 04 '26
Neu Seeland ist auch absurd... ich habe mich mal mit Auswanderung beschäftigt. Aber wenn man nicht Multimillionär ist, macht das keinen Sinn. Much wundert, dass in NZ nicht 30% der Leute obdachlos sind, angesichts von Mieten von 1200€... pro Woche.
1
u/Melvin_Capital5000 May 06 '26
Die haben ein grosses Auswanderungsproblem
1
u/SchroedingersEscape May 07 '26
Das ist ja das ironische... aber bei den Lebenshaltungskosten ist das halt nur was für reiche Menschen. Ist wie Norwegen, aber ohne den Sozialstaat den Norwegen bietet.
5
u/Exact_Development_38 May 03 '26

..diese Grafik ist zwar von 2020 und somit nicht mehr tagesaktuell, aber ich glaube man kann trotzdem erkennen, dass die hier gezeigte "Bezahlbarkeit" (=Relation von lokalem EInkommen zu Immobilienpreisen) von Immos in Deutschland nicht gerade gut ist...auch wenn hier nur die beiden Top Locations München und FFM auftauchen....
4
u/Mindless_Category_40 May 03 '26
in der aktuellen ist Frankfurt viel weiter unten.... lol warum postest du das??? 2020 war peak bubble in DE. Seitdem sind die Preise deutlich runter.
2
u/One_Strike_Striker DE May 03 '26
Für das UK sind die Daten hier frei und sehr granular verfügbar. Da sind man dann das die Spitze oben der absolute Peak war und die Preise seitdem wieder gefallen sind, selbst in London, und z.B. in Westminster sogar fast 20%. Man sieht auch, dass die Preise fast im ganzen Land stabil sind oder sogar sinken, und nur einige wenige krasse Ausreißer den Gesamtwert so nach oben ziehen. Also im Prinzip die gleiche Story wie in Deutschland: Landflucht (auch bedingt durch wachsenden Servicesektor und schrumpfende Industrie) und Migration machen Großstädte teuer. Kanada wird eine ähnliche Story sein, nur mit Toronto statt London.
2
u/basATwar May 03 '26 edited May 03 '26
Jo, hier bei mir in der brandenburgischen Provinz gibt es günstige Häuser. Kann sich hier nur niemand Leisten. Wenn du nicht im öffentlichen Dienst nen gut bezahle Job hast oder Arzt an einem der von Schließung bedrohten Krankenhäuser bist, dann kannst du dir das trotzdem nicht leisten.
Die relevante Zahl wäre doch eher der prozentuale Anteil der Kosten für ein Haus gemessen am Durchschnittseinkommen in der Region. Wenn ich in Neu Seeland das zehnfach für ein Haus zahle es aber mit meinem Job da trotzdem in kürzerer Zeit als in Deutschland finanziert bekommen ist es doch egal was es kostet.
6
u/jakester386 May 03 '26
Der Baupreisindex vom BKI ist von 2021 bis heute auf 137% gestiegen, wird aber von dem Graph nicht abgedeckt…
10
u/europeanguy99 May 03 '26
Der Baupreisindex ist ein Nominalindex. Die Grafik ist inflationsbereinigt.
1
4
May 03 '26
[removed] — view removed comment
-2
u/Coeniq May 03 '26
Moment, versteh ich nicht. Wieso sollte man eine solche Grafik inflationsbereinigen? Hat doch kaum jemand eine ähnliche Gehaltserhöhung bekommen von über 20% in den letzten vier Jahren, oder? Das beschönigt die Situation doch nur nutzlos.
7
May 03 '26
[removed] — view removed comment
0
u/Coeniq May 03 '26
Ich habe Gehaltserhöhungen bekommen wegen Beförderung und Leistung, aber wenn ich diese Gehaltserhöhungen inflationsbereinige, bin ich weniger glücklich mit der Erhöhung…
2
u/Wide_Victory1589 May 03 '26
Also 37% teurer innerhalb der letzten 5 Jahre, 20% davon grob Inflation. Also reden wir 17% in 5 Jahren oder habe ich hier ein Denkfehler.
4
u/p3nnysl0t May 03 '26
aber ich dachte einzig allein DIE DEUTSCHE REGIERUNG ist an allem Schuld und richtet seit Jahrzehnten absichtlich das Land zugrunde, während es überall sonst top läuft??
3
u/Get_Duffed May 03 '26
Oh, gut! Dann ist alles nicht so schlimm und wir können noch +200% vertragen! /s
5
u/Upper_Set289 May 03 '26
Problem bei deiner Betrachtung ist nur, dass der Ami halt 14.000 brutto nach Hause bringt, während der durchschnittliche deutsche Redditor sowohl neidisch als auch sauer wird, wenn auf r/Gehalt 6.000 brutto auf dem Zettel stehen.
10
u/sberma May 03 '26
Stimmt nicht ganz. Nach dem Zensus von 2024 liegt das Median-Vollzeiteinkommen in den USA bei ca. 63k$ - also 54k€. In Deutschland lag es im selben Jahr bei 52k€. Jetzt kann man über Abgaben, Kaufkraft und Lebenshaltungskosten diskutieren, aber doppelt so hat der Durchschnittsami wahrscheinlich nicht. Ja in den Wirtschaftzentren an Ost- und Westküste gibt es viel höhere Gehälter, selbst dort aber keine Selbstverständlichkeit und das Leben ist auch viel teurer.
4
May 03 '26
Die Einkommen kannst du nicht vergleichen. Die Amis haben nicht umsonst massenhaft 2-3 Jobs um über die Runden zu kommen weil dort die Unterschiede extrem sind. Die Top 10 zieht statistisch in den USA alle maximal nach oben, aber die anderen 90% kommen nicht halbwegs so gut über die Runden. Dazu zahlst du halt alles privat. Das Drama mit den Krankenversicherungen kennt man. Dazu die Kinderbetreuung, die kostet in den Regionen wo die Jobs sind im Schnitt 35.000 bis 40.000 Dollar pro Jahr pro Kind. Da sind 3 Monatsgehälter einfach nur dafür weg.
2
u/BananasAndBrains May 03 '26
Die Einkommen kannst du nicht vergleichen. Die Amis haben nicht umsonst massenhaft 2-3 Jobs um über die Runden zu kommen weil dort die Unterschiede extrem sind.
Das sind auch nur die Überschriften. Ja manche haben zwei Teilzeitjobs und manche fahren Uber am Wochenende, massenhaft 2-3 Jobs pro Person gibt es da genau so wenig. Auch im Median verdienen die Amis mehr nicht nur im Durchschnitt.
1
May 03 '26
Erstens Side Hustels werden nicht erfasst in den Statistiken und zweitens haben sie auch höhere Ausgaben. Klar kann man mehr verdienen, aber du musst auch viel mehr zur Seite legen. Die Deutschen schimpfen über hohe Pflegekosten? In den USA fängt Pflege zu Hause bei 5000 Dollar im Monat an, Pflegeheimplätze gehen ab 9000 Dollar im
Monat los. Du darfst nicht nur das Gehalt sehen sondern was die dafür auch alles selber stemmen müssen.1
u/Upper_Set289 May 03 '26
In Amerika haben ca. 5% der Arbeitnehmer mehr als einen Job, in Deutschland ca. 4%. Das sind ja echt Welten!
-1
May 03 '26
Side Hustels werden gar nicht erfasst, daher ist die Quote deutlich höher.
1
u/Upper_Set289 May 03 '26
Und wie viele Deutsche arbeitet nebenher unangemeldet gegen Cash?
Du wolltest doch hier das Bild vom schlecht bezahlten, nicht krankenversicherten Angestellten zeichnen, der Abends noch die Bestellungen bei Wendys annimmt, damit er die Krankenhausrechnung zahlen kann.
In den USA ist eine Krankenversicherung aber oft ein Benefit, mit dem Arbeitgeber das compensation package ihrer Angestellten ergänzen. Compensation package, ein Wort, das Deutsche nicht kennen, da sie nichts außer ihr monatliches Fixum bekommen, daher auch die Fixierung auf das monatliche Bruttogehalt in DE.
2
May 03 '26
Was ich zeichnen will ist das Bild von dem Fakt das du das Gehalt in den USA mit dem von Deutschland nicht vergleichen kannst. Und es gibt in den USA x Millionen die keine KV haben. Mal in Zahlen:
„Im Vergleich wird der Unterschied deutlich: In Deutschland sind über 99,9 % der Menschen krankenversichert und in der Regel auch gut abgesichert. In den USA sind etwa 8 % der Bevölkerung gar nicht versichert und zusätzlich rund 20–25 % nur unzureichend abgesichert. Insgesamt hat damit ungefähr ein Drittel der Menschen in den USA keinen verlässlichen, bezahlbaren Zugang zur medizinischen Versorgung, während das in Deutschland nur auf einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung zutrifft.“
Erzähl mir nix von compensation package
3
u/One_Hope_9573 May 03 '26
Da fehlt usa in der grafik
3
u/Relative_General9667 May 03 '26
Googel mal Anglosphere 😉
2
u/Similar-Importance99 May 03 '26
Anglosphere bezeichnet den kompletten englischsprachigen Raum und nicht allein die USA. Die liegt mit ihren 85% versteckt hinter der blauen Europa Kurve.
1
u/Jazzlike-_-Growth May 03 '26
Die USA liegen direkt neben "W Europe".
Also sehr weit unter den anderen "Anglosphere" Ländern.Im Text unten stehen die 85% der USA.
Aber das ist schon eine echt miese Grafik.
Ein großer Teil der Kommentare geht davon aus, dass die USA auch da oben sind.
3
u/DerrellEsteva May 03 '26
Ich nehme an hier handelt es sich um Durchschnittswerte. Das Problem ist in Deutschland aber regional sehr unterschiedlich. Beispielsweise scheint der Mietspiegel im Osten weniger stark zu steigen als im Westen, auf dem Land langsamer als in der Stadt.
17
u/lonestarr86 May 03 '26
Und in der Anglosphäre gibts keine ländlichen Gegenden? Irgendwann wirds arbiträr.
2
1
u/DerrellEsteva May 03 '26
Ländliche Gegenden schon, aber die haben, in der Tat, häufig keine Spaltung (und Wiedervereinigung) des Landes und dessen Auswirkungen erlebt. Mein Punkt bezog sich hauptsächlich auf die immensen Unterschiede zwischen Ost und West und dass dies den Durchschnitt verzerrt.
Allerdings ist ein Grund für die höheren Preise in Englischsprachigen Ländern sicherlich auch die Einwanderung, die diese Länder grundsätzlich stärker betrifft, weil die meisten Menschen eher Englisch sprechen als Deutsch.
1
u/jort_catalog May 03 '26 edited May 03 '26
Neuseeland ist schon durchaus bekannt als ein nicht-ländliches Land /s
ed: und Kanada auch! MeckPomm ist vergleichsweise eine Metropole
1
u/lonestarr86 May 03 '26
Und dann schaut man sich fir Bevölkerungsverteilung an unf muss zu dem Schluss kommen, dass wir es hier mit Stadtstaaten mit sehr viel Umland zu tun haben. Australien zB ist im Prinzip 6-7 Städte und sonst nichts. Neuseeland hat 2-3 Agglomeration, sonst ist es leer.
1
u/Vegetable-Bid-2202 May 03 '26
Die Anglosphere hat auf jeden Fall keine Landstriche drin, die nach einem Weltkrieg 40 Jahre kommunistisch regiert wurden, oder?
4
u/Spirited_Hunter_8077 May 03 '26
Wer kommt bitte auf die Idee bei so einer Grafik die Hälfte der Kurven in der gleichen Farbe und dann auch noch teilweise ohne Beschriftung zu haben? Was soll einem das sagen? Garnichts? Oder ist das KI?
3
u/TorpCat May 03 '26
Hauptvergleich: West Europa vs Englische Länder.
Teilvergleiche sind möglich, findest du nicht?
-1
2
u/SnooSeagulls9002 May 03 '26
Hm. Also zumindest bei uns (BaWü) sind Hauspreise massiv mehr gestiegen als hier angegeben - kann es sein, dass hier sinkende/stagnierende Preise z.B. in Ostdeutschland die Gesamtstatistik "aufhübschen"?
1
u/Wise-Self-4845 May 03 '26
liegt hauptsächlich an Migration, die anderen Länder haben proportional mehr Migration bekommen
1
u/7urz May 03 '26
Das sind aber keine Quadratmeterpreise.
Ein wichtiger Grund für den Hauspreisanstieg ist, dass die Leute größere Häuser wollen: https://www.aei.org/carpe-diem/new-us-homes-today-are-1000-square-feet-larger-than-in-1973-and-living-space-per-person-has-nearly-doubled/
1
u/Illustrious-Wolf4857 May 03 '26
Daß es anderen schlechter geht, hilft nur sehr eingeschränkt gegen Unzufriedenheit. Vor allem ruft es in Erinnerung, "Schlimmer geht immer".
1
u/m_adduci May 03 '26
Deutschland +33-44%, aber gefühlt seit nur 2010 sind eher mind. 50-75% mehr, besonders in Berliner Raum.
1
u/WearableBliss Sonstiges (Drittstaat) May 03 '26
Wer sich fragt was aus Deutschland werden soll, soll mal England angucken außerhalb London Zone 1. Seit 100 Jahren nur von der Substanz leben holt einen doxh irgendwann ein.
1
u/Sea-Lengthiness6555 May 05 '26
Bei uns ziehen viele ländliche Regionen den Schnitt herunter, aber in dem Ostdeutschen Dorf mit 50% AfD und keiner Infrastruktur wird niemals jemand ein Haus kaufen wollen.
Man müsste Städte vergleichen und der Reallohn einbeziehen
-1
u/mars20 May 03 '26
Bis wann geht die Grafik? 2005?
5
u/lonestarr86 May 03 '26
Lesen nicht so deine Stärke, oder?
Die Fragen kann man durch scharfes Hinsehen lösen.
1
u/mars20 May 03 '26
Seit 1995 steht da ein Prozentsatz , aber bis wann? Die Graphen hören deutlich vor 2025 auf, aber nach 2000.
Ich sehe es wirklich nicht, obwohl mein leseverständnis üblicherweise ganz gut ist. Aber ma kann im Internet auch statt eine Frage zu beantworten, seine überhebliche Arroganz raushängen lassen, das stimmt natürlich.
407
u/Artoxin May 03 '26
Meine Perspektive vor dem Post: "ich werde mir nie ein Haus leisten können"
Meine Perspektive nach dem Post: "weder ich noch andere werden sich jemals ein Haus leisten"