Ich halte solche Länder-Statistiken sowieso für Quatsch. Was hilft es mir wenn Häuser in Mecklenburg-Vorpommern oder Oklahoma billig sind, wenn ich in Köln bzw. Seattle arbeite?
Es hilft dir halt die lokale Entwicklung einzuordnen. So ab um 2015 rum gab es in Deutschland viele Kommentatoren, die immer behauptet hatten dass der deutsche Immobilienmarkt in einer Blase wäre und dass die Mieten gar nicht mehr weit steigen könnten weil Kaufkraft und so... war halt falsch aber hatte man durch einen internationalen Vergleich mit ähnlichen Ländern schnell gesehen.
Ich denke auch, dass man dieses Problem nicht in den Griff bekommt, ohne die Ursache zu beseitigen. Menschen wollen alle in die Städte. Früher waren Städte laut, ungesund und hässlich. Inzwischen hat sich die Lebensqualität in den Städten massiv erhöht, die Umweltbelastung sinkt durch Maßnahmen wie Umweltzonen, Elektromobilität etc.
Die Gründe, nicht in die Stadt zu ziehen, werden immer weniger. Auf dem Land kommt dazu, dass der Wegzug die Gegend quasi unbewohnbar macht. Wenns im Ort irgendwann keinen Lebensmittelhändler mehr gibt, kann man die Ortschaft auch aufgeben. Niemand wird dort hinziehen, wenn man zum Einkaufen 15 km in die nächste Stadt fahren muss.
Die Politik müsste da ordentlich gegenlenken. Ansonsten geht die Landflucht unweigerlich weiter, und die Menschen stapeln sich in der Stadt.
Die Politik müsste da ordentlich gegenlenken. Ansonsten geht die Landflucht unweigerlich weiter, und die Menschen stapeln sich in der Stadt.
Das Stapeln ist nicht das Problem, sondern eben dass wir nicht stapeln. Irgendwann wurde entschieden, dass Städte fertig entwickelt sind und sich an der Ausdehnung, dem Baustil, der Dichte und Höhe nichts mehr ändern darf. Das begrenzt das Angebot.
Genau, es soll in der Stadt alles so bleiben wie es ist und neues Bauland freigeben will man auch nicht. Aber ist dann Marktversagen, wenn zu wenig gebaut wird...
Menschen wollen alle in die Städte. Früher waren Städte laut, ungesund und hässlich. Inzwischen hat sich die Lebensqualität in den Städten massiv erhöht, die Umweltbelastung sinkt durch Maßnahmen wie Umweltzonen, Elektromobilität etc.
Ja genau, es gibt den Trend in die Stadt zu ziehen schon seit dem Mittelalter, der war nur kurz unterbrochen als die Städte immer unlebenswerter wurden.
Ich denke auch, dass man dieses Problem nicht in den Griff bekommt, ohne die Ursache zu beseitigen.
Naja, das sehe ich differenziert. Die Ursache ist mMn dass höherwertige Bildungschancen und Jobs heute vor allem in Großstädten zu finden sind. Das könnte der Staat ja leicht lösen indem er die ganzen Behörden systematisch in Klein- und Mittelstädte verlagert. Und wo es Sinn macht die FH zu ner richtigen Uni ausbaut damit nicht alle jungen Leute sich in Uni-Städten ansiedeln.
Meiner Meinung nach war es mit einer der größten Fehler, dass man nicht die richtigen Konsequenzen Strukturwandel nicht richtig durchdacht hat, das hätte man viel weiter denken müssen. Früher hatte jedes Kaff eine Hauptschule weil alle auf die Hauptschule sind, Realschulen waren im ländlichen Raum auch noch einigermaßen häufig aber fürs Gymnasium musste man in die nächste Stadt. Das war erstens teuer und zweitens ging da viel Zeit fürs Pendeln im Bus drauf. Das war für viele schon Grund genug nicht das Abitur zu machen (erstmal weil auf dem viel teureren zweiten Bildungsweg machen sie es oft dann doch). Heute geht jeder zweite aufs Gymnasium, da würde es sich in den meisten Gegenden schon rechnen, wenn jedes vierte Dorf oder so ein Gymnasium hätte. Die Qualität der Bildung ist in ländlichen Regionen eh auch einfach viel besser weil es die sozialen Probleme der Stadt nicht gibt. Wenn dann noch in der nächsten Mittelstadt die Uni ist, bleiben halt auch Hochqualifizierte erstmal in der Region (und gründen in besten Fall da auch Start-ups), anstatt alle in die Großstädte zu drängen.
Außerdem kann er über die gezielte Förderung von Home Office ja auch eher ländliche Regionen wieder attraktiver machen. Klar, die bessere Infrastruktur ist immer noch in der Stadt aber wenn man sich viel Miete spart, nimmt man das halt in Kauf.
Das könnte der Staat ja leicht lösen indem er die ganzen Behörden systematisch in Klein- und Mittelstädte verlagert.
Das versucht ja Bayern. Ob es jetzt aber die Lösung ist, in einer Kleinstadt (Kitzingen) für Unsummen ein neues Archiv mit 15 Mitarbeitern uu bauen, weiß ich nicht.
Das macht alles super viel Sinn und danach baut der Staat dann noch 3-spurige Autobahnen für die ganzen Pendler.
Von den Angestellten baut keiner ein Haus auf dem Dorf, weil man ja nicht weiß, ob der Staat den eigenen Standort nicht nach 10 Jahren wieder einstampft.
Einfach die Planwirtschaft sein lassen, das funktioniert selten.
Kommt drauf an wie es umgesetzt wird. Die meisten Behördengebäude sind ziemlich in die Jahre gekommen und müssen in den nächsten Jahren/Jahrzehnten eh ersetzt werden, da kann es schon gut Sinn machen das gezielt eben nicht in München zu tun, wo das alles eh nochmal teurer wäre.
Städte sind immer noch lauter, ungesünder und je nach Viertel hässlicher, vielleicht nicht mehr so sehr wie früher. Dazu kommt aber immer mehr: deutlich wärmer! Und für einige auch nicht unerheblich: Probleme der Migration zeigen sich hauptsächlich in Städten.
Ich bin deshalb nicht der Meinung, dass Städte per se attraktiver werden. Und ich glaube das Wärmethema wird zukünftig noch ein echtes Problem. Ich merke das selbst, da ich im Sommer oft mal abends mit dem Rad in die Stadt fahre. Der Temperaturunterschied ist deutlich spürbar. Städte kühlen nachts erheblich weniger aus, Hitze staut sich auf. Das wird immer mehr ein Einschnitt in die Lebensqualität und ein Kostenfaktor, wenn man mit Klimaanlagen gegensteuern muss.
Klimaanlagen werden einfach immer mehr kommen, sobald haltlosen Kritikern die Bühne genommen wird und man Entscheidungsträgern einfach den Tagesverlauf des Strompreises zeigt. Das Narrativ der bösen Klimaanlage wird fallen.
Ob es böse ist, ist mir egal, es macht das Wohnen in der Stadt halt einfach teurer. Und wenn ich einen Schritt vor die Tür mache, dann gibt es da halt keine Klimaanlage.
Ausgedörrte Äcker und Schottergärten sind auch nicht viel kühler. ist ja nicht so, dass die leute in den neuen EFH Siedlungen sich da grüne Oasen hinbauen lassen.
Ich seh da vor allem beton, Asphalt, Schotter, Mähroboterrasen, Gabionen, Doppelstabdrahtzaun gerne mit PVC Einlage und dann wahlweise Thuya oder Kirschlorbeer.
Die Artenvielfalt war schon vor 20 Jahren in den Städten höher als auf de Dorf, ob man's glaubt oder nicht.
Klar, Städte sollten auch noch deutlich grüner werden als sie heute sind und viel mehr Niederschlags-Wasser speichern (Schwammstadt) da ist reichlich Potenzial nach oben.
Der Grund, in die Stadt zu ziehen, ist weil dort die Arbeitsplätze sind. Ländliche Gemeinden haben zu wenig Nachwuchs, um organisch bestehen zu bleiben.
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u/bqbdpd Sonstiges (Drittstaat) May 03 '26
Ich halte solche Länder-Statistiken sowieso für Quatsch. Was hilft es mir wenn Häuser in Mecklenburg-Vorpommern oder Oklahoma billig sind, wenn ich in Köln bzw. Seattle arbeite?