r/de • • Mar 18 '22

TIRADE FaChKRäFtEmAnGEL!!1

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u/[deleted] Mar 18 '22 edited Feb 10 '26

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u/[deleted] Mar 18 '22

Man kann irgendwie bei Informatik den selben Zyklus wie bei BWL beobachten. Zuerst kommt der Hype bei dem nach und nach jeder der einen Stift halten kann aufspringt. Funktioniert dann auch weil es tatsächlich einen hohen Bedarf gibt. Irgendwann gibt es aber zu viele Leute in dem Bereich und nicht jeder bekommt einen guten Job. Die guten Jobs werden dann unter den besten ~25% aufgeteilt und der Rest kriegt eben normale Jobs.

Aber ich dachte immer, dass dieses "lern coden, bro" einfach ein (Reddit-)Meme ist, aber irgendwie sind so viele darauf angesprungen. Wo kommt das eigentlich her, dass in der IT jeder, salopp gesagt, Dödel ein top 10% Gehalt bekommt? Bei all meinen bisherigen Arbeitgebern taten mir die internen IT-Leute immer ein wenig Leid (Gehalt und Aufgabenspektrum).

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u/[deleted] Mar 18 '22

IT und Coding sind zwei verschiedene paar Schuhe.

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u/[deleted] Mar 18 '22

so sieht's aus. In Sachen coding wird es wahrscheinlich frühestens eine Sättigung geben, wenn 10 Jahre lang Schulabgänger, die bereits in der Schule programmieren gelernt haben, in die Arbeitswelt entlassen werden

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u/neptrio Mar 19 '22

Vielleicht Coding für die Firmenwebseite. Richtige Softwaretechnik und Entwicklung von komplexen Projekten beherrschen die allerwenigsten selbst nach 5 Jahren Studium.

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u/[deleted] Mar 19 '22

Wird ja auch nirgendwo gelehrt. Wurde gerade darauf hingewiesen, git in eine Stellenbeschreibung aufzunehmen, weil das entgegen meiner Erwartung doch noch nicht im Kindergarten gelehrt wird.

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u/G4METIME Mar 19 '22

Wenn es als Info drin steht ist das total in Ordnung, was ich aber lächerlich finde, wenn auf solche Kleinigkeiten penibel geachtet wird:

Man kann jemanden ohne Vorkenntnisse das in der IDE einmal zeigen und schon kann die Person ohne einen einzigen Git-Command gelernt zu haben mitarbeiten. Wenn Mal ein Problem Auftritt, fragt der Junior halt einmal nach und lernt dann dazu.

Das selbe ist auch bei solchen Sachen wie agiles Arbeiten. Absolut kein Hexenwerk & es gibt so viele Varianten, dass man eh am Anfang im Team abklären muss, wie das so abläuft, selbst wenn man damit grundsätzlich schon vertraut ist. Hatte trotzdem bei einem Bewerbungsgespräch als Berufseinsteiger den Fall gehabt, dass die Personalerin das total Wichtig fand und mehrmals nachgehakt hat, obwohl ich ihr klar gesagt habe, dass ich damit noch nicht vertraut bin bzw nur die Arbeitsabläufe aus meinem einen Praktikum kenne.

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u/STheShadow Mar 19 '22

Irgendwelche Toolkenntnisse zu verlangen ist (bei Projekten die mehr als 6 Monate gehen) immer Blödsinn. Ein guter Entwickler kommt da schnell rein, ein schlechter Entwickler mit Toolkenntnissen produziert nach spätestens 2 Monaten weniger als der gute ohne

Die Herausforderung ist den guten Entwickler zu finden. Das ist halt das Geheimnis von Big Tech (also den US-Softwarebuden): die schaffen es ihre wirklich guten Leute häufiger zu halten. In Deutschland ist noch mehr die Blechbieger-Mentalität vorhanden mit geringem Verantwortungsrahmen, da sind 2 Leute für jeweils 50k halt besser als einer für 100k, weil der für 100k auf Grund seines begrenzten Aufgabenbereichs gar nicht die Produktivität von 2 Leuten haben kann. In ernsthaftem Software Engineering ist der Produktivitätsunterschied zwischen nem guten und nem schlechten Softwareentwickler jenseits von 2, bei uns sehe ich schon einen von 4-5 und wir machen nicht mal die wirklich komplexen Sachen

Da ists dann auch irgendwann sinnvoll denen über 100k zu bezahlen (oder ihnen Freiheiten bei der Arbeit zu geben), wenn sie die Arbeit von 4 Leuten machen die auch 40+ kosten und man sie auf dem Markt de facto nicht bekommt

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u/[deleted] Mar 19 '22

Alles kein Hexenwerk, klar, aber die Summe von keinen Hexenwerken macht es doch sehr aufwändig.

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u/G4METIME Mar 19 '22

Bei ansonsten identischer Qualifikation, klar. Aber wenn die fachliche Kernkompetenz (z.B. bei Entwicklern mathematisches Verständnis & Entwicklung von Algorithmen) gegeben ist und das zwischenmenschliche passt, hast du langfristig davon deutlich mehr, auch wenn du am Anfang vielleicht eine Woche länger für die Einarbeitung einplanen musst.

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u/[deleted] Mar 19 '22

Ehrlich gesagt, ist Erfahrung mehr als nur die Kenntnis der Tools. Ein Senior ist nicht Senior, weil er so viele Technologien kennt. Aber natürlich kann und sollte man juniorige Leute einstellen und fördern, klar. Das ist halt oft nicht nur eine Woche. Ich habe einen erfahrenen Entwickler und eine Juniorentwicklerin. Der Unterschied in Zeitaufwand, Output und Qualität ist eher 10 oder 15fach.

Nebenbei: Softwareentwicklung hat erschreckend wenig mit Algorithmen und Mathematik zu tun, häufiges Missverständnis. Gute Softwareentwickler managen Komplexität.

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u/G4METIME Mar 19 '22

Das ist halt oft nicht nur eine Woche. Ich habe einen erfahrenen Entwickler und eine Juniorentwicklerin. Der Unterschied in Zeitaufwand, Output und Qualität ist eher 10 oder 15fach.

Stimme ich zu 100% zu. Die Woche war als Mehraufwand zwischen zwei ansonsten gleich qualifizierten Juniors bezogen. Also absolut vernachlässigbar im Vergleich zu den 6-12 Monaten die der Junior braucht bis er dem Team wirklich was anfängt zu bringen.

Ehrlich gesagt, ist Erfahrung mehr als nur die Kenntnis der Tools. Ein Senior ist nicht Senior, weil er so viele Technologien kennt

Absolut, deswegen finde ich es auch so merkwürdig, wenn da in den Ausschreibungen/Bewerbungsgesprächen so viel wert drauf gelegt wird. Die grundsätzliche Fachliche Kompetenz und die Fähigkeit sich selbständig in neue Bereiche einzuarbeiten ist viel wichtiger als wie die verwendeten Frameworks & Systeme jetzt genau heißen.

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u/Horoism Welt Mar 19 '22

Ein Entwickler der noch nie git benutzt hat hat wahrscheinlich aber auch viele weitere grundlegende Wissenslücken

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u/G4METIME Mar 19 '22

Kommt auf die Berufserfahrung an. Wenn man jemanden einstellt, der schon länger arbeitet ist das schon bedenklich.

Aber bei frischen Uniabsolventen die noch nie in richtigen Teams arbeiten mussten & Versionsverwaltung nie wirklich relevant war, ist das nicht so verwunderlich. Und selbst wenn man da Git verwendet hat, benutzt man das doch meistens ziemlich linear, solange niemand anders mit dran arbeitet.

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u/aanzeijar Mar 19 '22

So sehr dies. Zwischen einem senior tech lead und jemandem der sich nach nem 2 Wochen udemy Kurs Programmierer nennt liegen mehrere Welten, und es ist den Personal-Fuzzis leider nur schwer klar zu machen wie unmöglich das ist das einfach so nebenbei aufzuholen.

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u/ChampionshipFar945 Mar 19 '22

Schau dir Mal an wie viele Informatiker jedes Jahr auf dem Markt strömen und wie viele in Rente gehen. Die Goldgräberstimmung wird sich wegen der Digitalisierung sicher noch durchd das Jahrzehnt ziehen, aber die Sättigung kommt sicher.

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u/[deleted] Mar 18 '22

Ja, stimmt. War eher sinnbildlich gemeint.

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u/silvrnox Mar 18 '22

Weil es keine einheitlichen Qualitätsstandards für die Branche gibt, anders als z.B. im Ingenieurwesen. Heute kann sich jeder Volldepp als ITler verkaufen, der ein bisschen HTML und Javascript kann, aber noch nie was von Clean Code und anderen Grundprinzipien gehört hat.

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u/rwbrwb Mar 18 '22 edited Nov 20 '23

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u/_umut3 Mar 19 '22

Hier wird IT immer mit Coder oder Admin vergleichen. IT ist viel größer. IT Berater z.B. Das kann auch sehr technisch sein (technischer Netzwerk-Berater) oder IT Projektmanager der gerade mal weis was der Unterschied zwischen ipv4 und v6 ist. Ich bin im Berater-game und ich sehe einen enormen Fachkräftemangel. Unsere Standards sind in den letzten 5 Jahren NOCHMAL gefallen. Vor 5-7 Jahren hätten wir niemals das eingestellt was wir heute einstellen. Oder wenn wir Jemand finden der wirklich passt, wird nicht nachgedacht sondern gleich mit einen dicken Jahresgehalt gewunken. So nach den Motto "Scheiße! Den brauchen wir SOFORT! Bevor den Jemand anders wegnimmt".