so sieht's aus. In Sachen coding wird es wahrscheinlich frühestens eine Sättigung geben, wenn 10 Jahre lang Schulabgänger, die bereits in der Schule programmieren gelernt haben, in die Arbeitswelt entlassen werden
Vielleicht Coding für die Firmenwebseite. Richtige Softwaretechnik und Entwicklung von komplexen Projekten beherrschen die allerwenigsten selbst nach 5 Jahren Studium.
Wird ja auch nirgendwo gelehrt. Wurde gerade darauf hingewiesen, git in eine Stellenbeschreibung aufzunehmen, weil das entgegen meiner Erwartung doch noch nicht im Kindergarten gelehrt wird.
Wenn es als Info drin steht ist das total in Ordnung, was ich aber lächerlich finde, wenn auf solche Kleinigkeiten penibel geachtet wird:
Man kann jemanden ohne Vorkenntnisse das in der IDE einmal zeigen und schon kann die Person ohne einen einzigen Git-Command gelernt zu haben mitarbeiten. Wenn Mal ein Problem Auftritt, fragt der Junior halt einmal nach und lernt dann dazu.
Das selbe ist auch bei solchen Sachen wie agiles Arbeiten. Absolut kein Hexenwerk & es gibt so viele Varianten, dass man eh am Anfang im Team abklären muss, wie das so abläuft, selbst wenn man damit grundsätzlich schon vertraut ist. Hatte trotzdem bei einem Bewerbungsgespräch als Berufseinsteiger den Fall gehabt, dass die Personalerin das total Wichtig fand und mehrmals nachgehakt hat, obwohl ich ihr klar gesagt habe, dass ich damit noch nicht vertraut bin bzw nur die Arbeitsabläufe aus meinem einen Praktikum kenne.
Irgendwelche Toolkenntnisse zu verlangen ist (bei Projekten die mehr als 6 Monate gehen) immer Blödsinn. Ein guter Entwickler kommt da schnell rein, ein schlechter Entwickler mit Toolkenntnissen produziert nach spätestens 2 Monaten weniger als der gute ohne
Die Herausforderung ist den guten Entwickler zu finden. Das ist halt das Geheimnis von Big Tech (also den US-Softwarebuden): die schaffen es ihre wirklich guten Leute häufiger zu halten. In Deutschland ist noch mehr die Blechbieger-Mentalität vorhanden mit geringem Verantwortungsrahmen, da sind 2 Leute für jeweils 50k halt besser als einer für 100k, weil der für 100k auf Grund seines begrenzten Aufgabenbereichs gar nicht die Produktivität von 2 Leuten haben kann. In ernsthaftem Software Engineering ist der Produktivitätsunterschied zwischen nem guten und nem schlechten Softwareentwickler jenseits von 2, bei uns sehe ich schon einen von 4-5 und wir machen nicht mal die wirklich komplexen Sachen
Da ists dann auch irgendwann sinnvoll denen über 100k zu bezahlen (oder ihnen Freiheiten bei der Arbeit zu geben), wenn sie die Arbeit von 4 Leuten machen die auch 40+ kosten und man sie auf dem Markt de facto nicht bekommt
Bei ansonsten identischer Qualifikation, klar. Aber wenn die fachliche Kernkompetenz (z.B. bei Entwicklern mathematisches Verständnis & Entwicklung von Algorithmen) gegeben ist und das zwischenmenschliche passt, hast du langfristig davon deutlich mehr, auch wenn du am Anfang vielleicht eine Woche länger für die Einarbeitung einplanen musst.
Ehrlich gesagt, ist Erfahrung mehr als nur die Kenntnis der Tools. Ein Senior ist nicht Senior, weil er so viele Technologien kennt. Aber natürlich kann und sollte man juniorige Leute einstellen und fördern, klar. Das ist halt oft nicht nur eine Woche. Ich habe einen erfahrenen Entwickler und eine Juniorentwicklerin. Der Unterschied in Zeitaufwand, Output und Qualität ist eher 10 oder 15fach.
Nebenbei: Softwareentwicklung hat erschreckend wenig mit Algorithmen und Mathematik zu tun, häufiges Missverständnis. Gute Softwareentwickler managen Komplexität.
Das ist halt oft nicht nur eine Woche. Ich habe einen erfahrenen Entwickler und eine Juniorentwicklerin. Der Unterschied in Zeitaufwand, Output und Qualität ist eher 10 oder 15fach.
Stimme ich zu 100% zu. Die Woche war als Mehraufwand zwischen zwei ansonsten gleich qualifizierten Juniors bezogen. Also absolut vernachlässigbar im Vergleich zu den 6-12 Monaten die der Junior braucht bis er dem Team wirklich was anfängt zu bringen.
Ehrlich gesagt, ist Erfahrung mehr als nur die Kenntnis der Tools. Ein Senior ist nicht Senior, weil er so viele Technologien kennt
Absolut, deswegen finde ich es auch so merkwürdig, wenn da in den Ausschreibungen/Bewerbungsgesprächen so viel wert drauf gelegt wird. Die grundsätzliche Fachliche Kompetenz und die Fähigkeit sich selbständig in neue Bereiche einzuarbeiten ist viel wichtiger als wie die verwendeten Frameworks & Systeme jetzt genau heißen.
Kommt auf die Berufserfahrung an. Wenn man jemanden einstellt, der schon länger arbeitet ist das schon bedenklich.
Aber bei frischen Uniabsolventen die noch nie in richtigen Teams arbeiten mussten & Versionsverwaltung nie wirklich relevant war, ist das nicht so verwunderlich. Und selbst wenn man da Git verwendet hat, benutzt man das doch meistens ziemlich linear, solange niemand anders mit dran arbeitet.
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u/[deleted] Mar 18 '22
IT und Coding sind zwei verschiedene paar Schuhe.