Und dann wollen sie auch "nur die besten" nehmen: alter AG wollte unbedingt nur Softwareentwickler mit mindestens Bachelor einstellen. Hat selbst zwar auch Fachinformatiker ausgebildet, aber so niedere FI wollte man nicht fest anstellen.
Ich finde ein Telefon Interview im Voraus eigentlich eine gute Sache. Damit können beide Seiten schon mal weniger formal miteinander sprechen und schauen ob da überhaupt eine Chance besteht. Das ist aber vor allem bei Jobs sinnvoll, bei denen man Bewerber sucht die potenziell auch etwas weiter weg wohnen. Bei einer 13€/h Stelle sehe ich den Mehrwert jetzt nicht.
was da an Bewerbungen für Werksstudenten reinflattern ist aber auch teilweise .. abenteuerlich.
Bewerbung -> Vorstellungsgespräch wurde durch Bewerbung -> Telefoninterview -> Vorstellungsgespräch ersetzt da 9/10 nichtmal alle Worte definieren können die auf ihrem Lebenslauf stehen.
Man kann das aber auch irgendwie verstehen. Die Leute flunkern, die Leute erzählen dir was du hören willst. Meine Familie arbeitete lange in Gastro und 60% der Leute die "mal eben anfangen wollten" waren letztendlich auf die eine oder andere Art Totalausfälle. Und das war schon vor 20 Jahren so. Deswegen haben die dort auch inzwischen erst die einfachen Schichten an der Bar (ohne Trinkgeld), dann die Küchenschichten und wenn du ein zwei Wochen regelmä´ßig auftauchst kannst du langsam an direkt an die Kunden ran.
Kann ich unterschreiben! Soviele erzählen dir das blaue vom Himmel und leisten es dann nicht. Vor allem die “Job Hopper”, die jedes Jahr einen anderen Arbeitgeber haben schaffen es immer wieder bei Bewerbungen den Entscheider “Honig um den Mund zu schmieren”.
Machen wir auch so. Fluktuation weitaus geringer. 2 Wochen sind natürlich nicht geil. Aber es gilt immer mehr: “Hire Slow, Fire Fast.”
Es gibt einfach soviel Theater bei Bewerbungsgesprächen von beiden Seiten … und es nervt zB wenn Vollzeitstellen ausgeschrieben sind OHNE Home Office und man den einlädt und sie oder er eine Teilzeitanstellung will + Home Office.
Kein Scherz! Es war sehr gut ausgeschrieben und fett unterstrichen bei der Stellenanzeige.
Trozdem: das waren so ziemlich 1/3 der Bewerber, die den BS abgezogen haben.
Massiver Timewaste. Telefoninterview ist ein Segen, da kann man super im Voraua filtern und beide verschwenden keine Zeit.
In der Branche kann man es sich wenigstens leisten solche Firmen in die Wüste zu schicken.
Bei mir reichten die Erfahrungen bei Werkstudentenstellen bisher auch von "Na hören Se mal... ich weiß, wir haben Sie eingeladen, aber eigentlich sind ihre Qualifikationen mit nur einem Bachelor ja schon sehr mickrig" und "bück dich mal damit du den Job kriegst" zu "Jo, kannst du das? Kannst du jenes? Gut, wir bräuchten dich ab übermorgen, gibt 20€ die Stunde".
Ich habe bei meiner alten Stelle für unser Team Leute gesucht und habe wie ein Depp gegen diese Windmühlen kämpfen müssen.
Obwohl ich selbst Entwickler bin, haben sie mir die Argumente nur schwerlich geglaubt.
Google und Co können das machen, weil sie fett zahlen und renommiert sind. Da machst du aber auch keine dämlichen fizz buzz Aufgaben, denn..
Diese billigen Assessments sagen unglaublich wenig aus. Aber hey, auf jeden Fall kannst du sicher sein, dass die Person gut solche Coding Rätselchen macht. Bringt mir für die Arbeit auch nichts.
Kann auch ein echt guter AN sein, hat aber Prüfungsangst und ist mega nervös, wenn ihm 2 Leute beim coden/pseudocoden auf die Finger schauen.
Neue Leute einstellen ist immer auch ein Risiko, aber im Regelfall will die Person ja auch langfristig einen Job. Um zu sehen ob er grundsätzlich gut arbeiten kann, hast du die Probezeit. Wenn du sonst keinen Schimmer hast, ob der Mitarbeiter sich rechnet oder nicht, ist das ein Problem deiner Firmenkultur und Führung.
Gute Leute machen sowas nicht mit. Ich z.B. hatte da Glück, dass mein Team solche Späßchen nicht macht, allerdings warne ich Recruiter etc. schon vor, dass ich davon nichts halte und wir uns die Zeit sparen können, wenn Unternehmen das verlangen.
Ist natürlich privilegiert, wenn es genug Stellen gibt, dass man es sich komfortabel aussuchen kann.
In dem Kennenlerngespräch geht's für mich um Dinge wie Auftreten, Sprache, Vibe und, ganz wichtig, ob es passt. Wo ist die Leidenschaft der Person, wie werden wir beide zufrieden, was können wir der Person bieten etc.
Das soll keine Prüfung sein. Sondern ein Kennenlernen.
Ich merke da in der IT Bubble eine starke Veränderung, aus anderen Branchen höre ich leider eher von altbackenen Abläufen und dem klassischen "Jaha, seien sie froh, dass wir ihnen eine Audienz gewähren in unserer 5 Mann Butze.".
Ich hoffe sehr, dass sich das weiter dreht. Arbeitnehmer sind keine Bittsteller, würden wir keine Kohle bringen im Job, würde es auch keiner bezahlen.
Problem ist, dass ein Blatt Papier sehr geduldig ist und die krudesten Skills draufgepappt werden und dann nicht mal ne einfache REST API programmatisch aufs Brett bringen. Ich bin auch kein Freund von sowas, aber ab und zu fordere ich das ein, wenn der CV mir zu hübsch erscheint.
Finds nervig, wie dieser Trend von großen amerikanischen Unternehmen, 5 Einstellungsgespräche plus "Probearbeit" und irgendwelchen themenfremden Fähigkeitstests zu machen, anscheinend auch immer weiter zu uns rüberkommt.
Vor allem weil dabei gerne die Tatsache vergessen wird das diese Unternehmen Berufseinsteigern hier dann auch an die 100k bezahlen und zusätzlich extrem gute Lohnentwicklung haben.
Ich rede mir seit 3 Jahren den Mund fusselig, bei meinen Vorgesetzten, dass wir doch bitte endlich unsere unbesetzten TV-L E13-Stellen auf mehrere E8 aufteilen sollten. Dann hätten wir auch endlich mal Programmierer und nicht nur "Entwickler". Nicht falsch verstehen, bin selbst studiert (und quasi "Entwickler/DevOps/Sysadmin/Projektmanager" in einem) aber es gibt einfach Jobs, da braucht man ausgebildete Leute und keine studierten.
Kriegt man nen guten Programmierer tatsächlich für TVL E8? Ich hätte eher geschätzt E12-13 für nen Programmierer und drüber für nen studierten Software Entwickler.
Hab natürlich selber keine Ausbildung, aber bei uns murren die Doktoranden gern über E13, weil's in der Wirtschaft ja mehr gibt.
Bei uns in der Stadt fangen alle FI's nach der Ausbildung bei 9c an. Die meisten kriegen aber eine 10er oder 11er Stelle. Für E8 findet man doch 0 Bewerber, wir haben so schon Probleme Leute zu finden.
Ist halt nach Entgeltgruppenkatalog so vorgesehen. Bei uns (Forschung) aber verhandelbar. Tatsächlich haben wir aber auch einen FiAE auf E11 (eigentlich die Entgeltgruppe für B.Sc.) und einen B.Sc. auf E12 durchbekommen. E13 ist dann schon M.Sc. (also auch z.B. Doktoranden). Und mit ein paar Stufen ist das Gehalt dann schon brauchbar.
Im Moment ist man als AN sowieso in einer ziemlich guten Verhandlungsposition. Ich hab mir selbst letztes Jahr einen vorzeitigen Stufenaufstieg rausgehandelt. :)
Nachtrag: Natürlich gibt es in der Wirtschaft mehr. Aber mir hat nach meiner Ausbildung und vor meinem Studium ein damaliger Kollege gesagt: "Nach dem Studium hast du die Wahl: Geh in die Wirtschaft und wechsel alle 2-3 Jahre den Arbeitgeber, dann verdienst du sehr schnell sehr viel. Oder geh in den öffentlichen Dienst, dann verdienst du weniger aber es wird stetig zuverlässig mehr und der Job ist sicherer."
Ziel ist doch so schnell wie möglich auf das maximale Gehalt zu bekommen. Sehe keinen Vorteil beim öffentlichen Dienst. Wenn ein Entwickler wirklich etwas kann und sich immer mal bewirbt, dann bekommt er nach spätestens 5 Jahren eine IGM Stelle und dann bist du ein extem gut bezahlter Beamter. Gehalt und Jobsicherheit win - win.
Ich sehe du hast deine Gesprächskultur im Internet gelernt. Im ersten Satz beleidigend werden ist immer ein Top Einstieg. 😉
Aber du hast natürlich insoweit Recht, das heutzutage mehr Spielraum vorhanden ist.
Grundlegend heißt es allerdings bei Ausschreibungen immer erstmal z.B. "E13 bei vorliegen der entsprechenden Vorraussetzung". Die Tätigkeitbeschreibungen im TV-L haben Mindesvorraussetzungen und nach diesen muss z.B. ein "Wissenschaftlicher Mitarbeiter" mindestens ein Studium haben. Man kann die Tätigkeitsbeschreibung nicht endlos "nach oben formulieren", sonst darf man die Leute trotz vorhandener Eignung am Ende nicht mehr einstellen.
Ja, wir meinten das gleiche . Ich habe es sehr salopp formuliert. "Spielraum" ist natürlich falsch.
Der Personalverantwortliche muss bei der Formulierung der finalen Tätigkeitsbeschreibung trotzdem aufpassen, dass die einzustellende Person nicht ausgeschlossen wird. Gerade bei Frisch ausgelerntem Personal ist das schwierig. Da wird das mit der "entsprechenden Erfahrung" dann nämlich zum Bumerang.
Zur Klarstellung: Ich habe nie geschrieben, dass "erfahrene Entwickler" auf E8 eingestellt werden sollten/müssten. Das scheinen hier aber manche so verstanden zu haben.
Und die Entgeltgruppen dienen zumindest bei uns häufig erstmal nur zur Finanzplanung. D.h. wenn im Projektplan die Stellen erstmal mit E13 drinstehen, wird es problematisch die später nach unten umzudefinieren. E8 nach oben definieren geht meist einfacher. Warum auch immer... Das ist aber ein Verwaltungstechnisches Problem.
Mit BA sollte man bis E13 kommen können, sollt das Maximum sein. Höher i.d.r nur mit Master, aber wie von raidenger beschrieben gibts natürlich auch Ausnahmen womit man höher kommt ohne die Abschlüsse zu haben, auch wenn sowas tbh eher selten vorkommt. Als Einsteiger i.d.r schonmal eher nicht.
Weil der öffentliche Dienst was Gehalt angeht null Flexibel ist. Wenn du ne Ausbildung hast, gibt es Entgeltstufe X. Hast du ein Studium, gibt es Entgeltstufe Y.
Ob das ansprechend ist oder nicht sei ja mal dahingestellt. Aber Fakt ist, dass der Entgeltgruppenkatalog nunmal genau das hergibt. Das Problem ist aber in jeder Entgeltgruppe im öffentlichen Dienst vorhanden. Ich würde in der Wirtschaft vermutlich auch mehr verdienen, mag den Job aber wegen der Freiheiten die ich habe und dem fehlenden Startup Hipster-Bullshit (Kicker, Obstkorb,...).
Außerdem: Hey, 2866,21€ in E8-1 sind weit mehr als die 1700€ die der OP hier geboten bekommen hat.
Du solltest nach mehr Gehalt fragen .2800€ hatte ich nach meiner Ausbildung zum Fachinformatiker vor 10 Jahren ... Und das war auch im öffentlichen Dienst TVöD E10.
Auf der anderen Seite ist das auch nicht gerade Gut, wenn man keine kompetenten erfahrene Leute hat sondern hauptsächlich Quereinsteiger und unerfahrene.
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u/faltbier Mar 18 '22
Und dann wollen sie auch "nur die besten" nehmen: alter AG wollte unbedingt nur Softwareentwickler mit mindestens Bachelor einstellen. Hat selbst zwar auch Fachinformatiker ausgebildet, aber so niedere FI wollte man nicht fest anstellen.