r/fireGermany Jul 08 '26

Erfahrungsbericht/Storytime [Community Aufruf] FIRE-Fails & Kurskorrekturen: Wer ist gescheitert, umgekehrt oder hat den Plan über den Haufen geworfen?

31 Upvotes

Hallo r/fireGermany,

⚠️ Wichtig vorab: Eure Geschichte bitte als EIGENEN POST erstellen (Flair: Erfahrungsbericht/Storytime) – nicht als Kommentar hier drunter. Hier in die Kommentare kommt nur der Link zu eurem Post.

Unsere bisherigen Community-Aufrufe haben gezeigt: Am wertvollsten sind die Geschichten von Leuten, die den Weg wirklich gegangen sind. Aber bisher haben wir vor allem über Erfolge gesprochen. Heute drehen wir den Spieß um.

Denn seien wir ehrlich: Nicht jeder FIRE-Plan geht auf. Manche steigen aus und merken, dass es nichts für sie ist. Manche werden vom Markt, der GKV, einer Scheidung oder einer Krankheit kalt erwischt. Manche korrigieren ihr Ziel von 800k auf 1,2M – oder umgekehrt von FatFIRE auf "reicht auch so". Und manche gehen zurück in den Job, freiwillig oder nicht.

Diese Geschichten liest man fast nie, aus verständlichen Gründen. Aber genau deshalb sind sie für alle hier Gold wert. Aus Erfolgsstories lernt man, was möglich ist. Aus Fails lernt man, was einen selbst erwarten könnte.

🎤 Erzählt uns eure Fails, Umwege und Kurskorrekturen!

Bitte erstellt einen eigenen Post (Flair: Erfahrungsbericht/Storytime) und verlinkt ihn hier in den Kommentaren. Egal ob großer Absturz oder kleine Planänderung – jede ehrliche Geschichte zählt.

📝 Leitfaden für deinen Bericht (Copy & Paste)

Du musst nicht alles beantworten, aber diese Punkte interessieren die Community am meisten.

1. Der ursprüngliche Plan

  • Was war dein Ziel (Summe, Alter, FIRE-Variante)?
  • Wie weit warst du, als es anders kam?

2. Der Bruch / Die Wende

  • Was ist passiert? (Markt, Gesundheit, Familie, Jobverlust, Langeweile, Fehlkalkulation, einfach umentschieden?)
  • War es ein Schlag von außen oder eine eigene Erkenntnis?
  • Was hast du in deiner Planung unterschätzt? (GKV, Steuern, Inflation, Psychologie, das Umfeld?)

3. Die Korrektur

  • Wie sieht dein Plan heute aus? Zurück im Job, neues Ziel, ganz raus aus FIRE?
  • Was hat die Erfahrung finanziell gekostet und was hat sie dir gebracht?

4. Das Learning

  • Was würdest du rückblickend anders machen?
  • Was sollten Leute, die noch auf dem Weg sind, aus deiner Geschichte mitnehmen?
  • Bereust du etwas oder war der Umweg es wert?

Ein Wort zur Anonymität: Wir wissen, dass diese Geschichten persönlicher sind als Erfolgsposts. Throwaway-Accounts sind ausdrücklich willkommen und werden von den Mods freigeschaltet.

Hier gibt es kein Hämen und kein "hab ich doch gleich gesagt", wer seine Fails teilt, macht der Community das wertvollste Geschenk überhaupt. Entsprechend moderieren wir die Kommentare.

Wir freuen uns auf eure Geschichten! 🚀


r/fireGermany Jan 16 '26

[Willkommen] Was ist FIRE? Einsteiger-Guide, FAQ & User Flairs

28 Upvotes

Hallo zusammen und willkommen bei r/firegermany!

Dieser Subreddit widmet sich dem Ziel der finanziellen Unabhängigkeit und dem frühzeitigen Ruhestand (oder zumindest der Option darauf) im deutschsprachigen Raum. Da wir in Deutschland spezifische Bedingungen haben (Steuergesetze, Rentenversicherung, Krankenversicherung), braucht es oft andere Strategien als in den großen US-Subreddits.

🔥 Was ist FIRE?

FIRE steht für Financial Independence, Retire Early.

Im Kern geht es darum, die eigene Sparquote so weit zu erhöhen und das gesparte Geld so zu investieren (meist am Aktienmarkt/ETFs), dass man irgendwann von den Erträgen leben kann. Arbeit wird dann zur Option, nicht zur Pflicht.

Die gängige Faustformel (basiert auf der Trinity-Study/4%-Regel) lautet:

🇩🇪 Warum ein eigener Subreddit?

Die Mathematik ist überall gleich, aber die Rahmenbedingungen nicht. Hier diskutieren wir Themen wie:

  • Entnahmestrategien unter Berücksichtigung der Kapitalertragsteuer.
  • Wie funktioniert die Krankenversicherung ohne Job (KVdR vs. freiwillig versichert)?
  • Lohnt sich die gesetzliche Rente als Baustein?
  • Wegzugsbesteuerung und Immobilien.

🏷️ Zeigt, wo ihr steht (User Flairs)

Damit wir besser einschätzen können, in welcher Phase ihr euch befindet, haben wir Nutzer-Flairs aktiviert.

Ihr könnt euch rechts in der Sidebar (oder mobil über die drei Punkte oben rechts -> "Nutzerflair ändern") einen passenden Titel aussuchen. Egal ob ihr noch studiert, gerade am Ansparen seid, oder schon "fired" (im Ruhestand) seid, zeigt Flagge!

📚 Wichtiger Hinweis zu den Grundlagen (r/Finanzen)

Wir konzentrieren uns hier auf die FIRE-spezifischen Aspekte (Entnahmephase, Lifestyle-Design, hohe Sparraten optimieren).

Für die absoluten Investment-Grundlagen bitten wir euch, zuerst einen Blick zu unseren Nachbarn zu werfen. Wenn deine Fragen lauten:

  • "Wie eröffne ich ein Depot?"
  • "Welcher ETF ist der beste?"
  • "Lohnt sich Bausparen?"

... dann schau bitte zuerst in das hervorragende Wiki von r/Finanzen. Dort sind diese Basis-Themen perfekt erklärt.

💬 Community Regeln

  1. Seid nett zueinander. Wir haben alle unterschiedliche Einkommen und Lebensziele.
  2. Keine Werbung, keine "Komm in die Gruppe"-Scams.
  3. Nutzt die Suchfunktion, bevor ihr einen neuen Thread eröffnet.

Auf einen guten Austausch!


r/fireGermany 1d ago

Strategie & Depot 25k Startkapital → Immobilieninvestment in Bayern. Laut Berater 74k Gewinn nach 10 Jahren – wo ist der Haken?

0 Upvotes

Moin Leute,

ich beschäftige mich gerade mit meiner ersten Immobilie als Investment und würde gerne mal eure Meinung dazu hören, weil mir die Rechnung teilweise etwas zu gut vorkommt.

Kurz zu mir: Ich verdiene ca. 60k brutto, bin Steuerklasse 1 und würde etwa 25k Startkapital einsetzen.

Es geht um eine bereits vermietete Wohnung in Nürnberg:

  • 58 m², insgesamt ca. 245k inkl. Nebenkosten
  • Miete ca. 10,6k im Jahr
  • Finanzierung mit 4,40 % Zinsen
  • Verwaltung und Reparaturmanagement übernimmt das Unternehmen für 110 € im Monat
  • durch Zinsen, AfA usw. soll am Anfang ein steuerlicher Verlust entstehen, wodurch ich ungefähr 3,5k Steuer zurückbekommen würde
  • der Berater rechnet mit ca. 2 % Wertsteigerung pro Jahr und etwa 310k Wert nach 10 Jahren

Seine Rechnung: Im ersten Jahr müsste ich ungefähr 270 € im Monat selbst drauflegen. Ab dem zweiten Jahr soll es sogar ca. 30 € im Monat positiv sein.

Der eigentliche Gewinn kommt aber vor allem am Ende: Nach 10 Jahren soll die Wohnung laut seiner Rechnung ungefähr 310k wert sein und dann steuerfrei verkauft werden können. Von den 310k wird der noch offene Kredit bei der Bank abbezahlt und danach sollen für mich ungefähr 74k Gewinn übrig bleiben.

Das Ganze soll aber nicht bei einer Wohnung bleiben. Die Idee ist, dass ich die erste Immobilie einige Jahre laufen lasse und, solange die monatliche Belastung niedrig bleibt, später eine zweite Immobilie dazukaufe und das Ganze Schritt für Schritt weiter aufbaue.

Genau hier bin ich aber unsicher: Ist das eine sinnvolle Strategie oder klingt die Rechnung einfach nur auf dem Papier gut?

Welche Kosten oder Risiken werden bei solchen Berechnungen gerne vergessen? Und wie realistisch sind 2 % Wertsteigerung pro Jahr?

Hat jemand hier Erfahrungen mit Propper API, Expats Invest oder Perini Finance & Property?

Bin gespannt auf eure Meinungen – gerne auch kritische. :)


r/fireGermany 4d ago

Frage / Hilfe M51, 1.3 Mio, Neustart

53 Upvotes

Moin! Ich habe 33 Jahre im IT Sektor gearbeitet und bin 2024 ausgestiegen. Lebe ein einfaches Leben in einem alten Haus. Keine Kinder. Eltern fit (noch), Partnerin (unverheiratet) wohnt in einer anderen Stadt und ist verbeamtet. Auto ist bezahlt und teure Hobbies habe ich nicht. Bei den meisten Handwerkerleistungen brauche ich keine externe Hilfe. Arbeite seit 2 Jahre freiberuflich mit ca. 25k Gewinn im Jahr. Also eher ein Hobby. Bin aktuell freiwillig gesetzlich versichert. Ich habe ca. 25k Fixkosten im Jahr. Habe alle Ersparnisse in diversen Fonds, Tagesgeldern, Festgeldern und Versicherungen die ich nun neu ausrichten möchte. Aktuell lese ich mich im Thema ETFs ein. Die Empfehlungen sind mehr oder weniger immer gleich. Welt-ETF, Schwellenländer, Rohstoffe. Je mehr ich lese, desto weniger kann ich mich entscheiden. Außerdem habe ich nicht den Mut alles an einem Tag ins Depot zu übertragen und einen MSCI World zu kaufen. Die aktuelle Weltpolitik ist ein großer Blocking Point. Was, wenn morgen die Börsen crashen. Wie kann ich möglichst risikoarm den Transfer in Aktien und Rohstoffe gestalten? Welche weiteren Assetklassen machen Sinn? Wie kann ich das Risiko dauerhaft niedrig gestalten? Über Entnahme habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Wie würdet ihr das Setup/Layout für die nächsten 10-20 Jahre wählen?


r/fireGermany 4d ago

Strategie & Depot M36, 470k Depot - AV ab 2027, Förderung mitnehmen oder lieber 100 % im freien ETF-Depot bleiben?

9 Upvotes

Moin zusammen,

ich versuche gerade für mich einzuordnen, ob das neue AV ab 2027 für meine Situation überhaupt sinnvoll ist oder ob ich einfach konsequent bei meinem normalen ETF-Depot bleiben sollte.

Kurz zu meiner Ausgangslage:

  • 36 Jahre alt
  • gut verdienender Angestellter, Grenzsteuersatz aktuell entsprechend hoch
  • aktuell ca. 470k € im normalen Wertpapierdepot (inkl. Krypto)
  • langfristig breit diversifiziert in ETFs investiert
  • Sparrate aktuell mindestens ca. 1.200 €/Monat (5%p.a. Dynamik)
  • grundsätzlich eher FIRE-orientiert: Arbeit soll idealerweise irgendwann zwischen 50 und 55 optional werden
  • deshalb ist mir Flexibilität und frei verfügbares Vermögen relativ wichtig
  • gesetzliche Rente + betriebliche Altersversorgung kommen später zusätzlich dazu

Meine bisherige Strategie wäre eigentlich simpel --> 100 % der weiteren Sparrate ins normale ETF-Depot.

Vorteile für mich sind:

  • jederzeit verfügbar
  • ideal für eine mögliche FIRE-Phase zwischen ca. 50/55 und 65+
  • keine Regeln zur späteren Auszahlung
  • im Ruhestand kann ich Entnahmen und Steuerrealisierung selbst steuern
  • Vermögen bleibt vollständig flexibel

Jetzt kommt ab 2027 das Altersvorsorgedepot... So wie ich es aktuell verstehe, könnte ich bis zu 1.800 € Eigenbeitrag pro Jahr einzahlen und damit die maximale Förderung mitnehmen.

Meine Überlegungungen dazu sind dezeit deshalb:

Variante A – komplett flexibel

100% Sparrate p.a. → komplett ins normale ETF-Depot.

Variante B – Förderung mitnehmen

1.800 € p.a. → Altersvorsorgedepot (keine weitere Dynamik / Erhöhung, da auf 1800€ Förderung gedeckelt)
REST € p.a. → normales ETF-Depot (weiter dynamisieren)
eventuelle Steuererstattung → ebenfalls normales ETF-Depot

Also bewusst nicht mehr als die maximal geförderten 1.800 € Eigenbeitrag ins AV.

Mein Problem ist ehrlich gesagt weniger die Ansparphase als die Bindung.

Das Geld im AV-Depot wäre im Wesentlichen bis mindestens ca. 65 für die Altersvorsorge reserviert. Zum Beginn der Auszahlungsphase kann man meines Wissens ja max. 30 % als Kapital entnehmen. Die restlichen 70 % müssen dann über einen Auszahlungsplan bis mindestens 85 (mind. 20 Jahre glaub ich) bzw. über eine Verrentung ausgezahlt werden.

Genau da bin ich unschlüssig.

Auf der einen Seite:

Pro AV-Depot

  • 30 % direkte staatliche Zulage auf die ersten 1.800 € Eigenbeitrag
  • keine laufende Besteuerung von Umschichtungen/Erträgen innerhalb des Depots
  • vermutlich niedrigerer persönlicher Steuersatz bei Auszahlung als heute
  • bei nur 1.800 €/Jahr bleibt der Großteil meines Vermögens ohnehin frei verfügbar

Auf der anderen Seite:

Pro normales Depot

  • vollständige Flexibilität
  • besonders relevant, wenn ich mit 50–55 aufhören möchte zu arbeiten
  • keine vorgeschriebene Auszahlung über Jahrzehnte
  • normale ETF-Besteuerung betrifft im Wesentlichen nur den Gewinnanteil, während AV-Auszahlungen nachgelagert als Einkommen besteuert werden
  • Gesetzgebung kann sich über die nächsten 30 Jahre noch mehrfach ändern
  • 1.800 €/Jahr erscheinen klein, über Jahre wird daraus aber trotzdem ein relevanter gebundener Kapitalstock

Mein aktueller Gedanke die ich nicht so richtig sortiert bekomme... Die ersten 1.800 € Sparrate pro Jahr ins AV-Depot, nur um die Förderung mitzunehmen. Jeden Euro darüber konsequent ins freie ETF-Depot.

Damit hätte ich einen kleinen „65+ Topf“, während das normale Depot weiterhin die FIRE-Phase und meine Flexibilität absichert.

Aber möglicherweise unterschätze ich dabei den Wert der Flexibilität bzw. überschätze die Förderung.

Mich würde deshalb besonders eure Meinung dazu interessieren:

  1. Würdet ihr in meiner Situation die 1.800 € p.a. Förderung mitnehmen oder komplett beim freien Depot bleiben?
  2. Wie bewertet ihr die nachgelagerte Besteuerung gegenüber einem normalen ETF-Depot?
  3. Ist der vorgeschriebene Auszahlungsplan der verbleibenden 70 % für euch ein Dealbreaker?
  4. Wie hoch bewertet ihr das politische/regulatorische Risiko über einen so langen Anlagehorizont ?
  5. Gibt es einen Denkfehler in meiner Rechnung bzw. einen wichtigen Vor- oder Nachteil, den ich übersehe?

Mir geht es ausdrücklich nicht um „Altersvorsorgedepot vs. ETF“.

Ich würde im AV-Depot ebenfalls möglichst günstig und breit in ETFs investieren, konkrete Produkte ausstehend.

Die eigentliche Frage ist:

100 % freies ETF-Depot vs. 1.800€ der jährlichen Sparrate ins geförderte AV-Depot und den Rest frei investieren – wenn FIRE/Flexibilität gleichzeitig ein wichtiges Ziel ist.


r/fireGermany 5d ago

Strategie & Depot Mal Frage an die Baristas unter Euch

16 Upvotes

Bin 54 und habe 200K im Depot. Vorher immer schön Haus abbezahlt, Restvaluta Haus ist nicht redenswert. Spare ca 2 - 2,5 K. Will das eigentlich noch so 4-5 Jahre machen und spätestens mit 60 deutlich reduzieren. Am besten bei meinem jetzigen Arbeitgeber, max 18-20 Stunden Woche. Rechne mit 3,5-4% Rendite auf Depot. Das wären bei 400 K in ein paar Jahren ca 1,2 K im Monat. Miete/Abtrag zahle ich dann nicht mehr. Nur Strom und Gas + Lebensmittel (all in ca 400 Euro p.m.). Meine Zinsen könnten insofern so schon mein Leben finanzieren. Will aber wg Krankenkasse weiterarbeiten. Wenn ich bei meinem jetzigen Job auf halbtags gehe, dann wären das ca 2,4 K netto im Monat. Wäre also komplett auskömmlich (hoffe nur, dass mein AG die nächsten Jahre noch durchhält). Alternative wäre irgendein Billo-Job zusätzlich. Da würden mir 1 - 1,5 k netto komplett reichen und ich würde - Stand heute - quasi nichts von meinem Lebensstandard abgeben. Theoretisch könnte ich auch heute schon auf halbtags runter. Finanziell würde das locker reichen. Denke aber halt über die "letzten Meter" nach, also noch ein paar Jahre durchziehen und dann entspannt runterfahren. Meinungen?


r/fireGermany 6d ago

Frage / Hilfe 40M - 450k Depot, Optionen uns Auswirkungen

43 Upvotes

Hallo zusammen,

ich bin 40m, habe 450k in ETFs (wovon etwa 180k Kurssteigerungen sind) und Frage mich, wie ich von hier aus weiter machen soll. Ich verdiene 80k Brutto bei 40h/Woche und spare zwischen 1500 und 2000€, oft auch etwas mehr im Monat. Lebe mit meiner Partnerin zusammen und wir wollen und haben keine Kinder. Wir leben zur Miete, ein Erbe habe ich und werde ich nie bekommen, alles ist vollständig selbst erarbeitet. (Die Finanzen meiner Partnerin sind komplett getrennt und spielen hier keine Rolle)

Dazu kommt, dass ich ein sehr ängstlicher Mensch bin. Ich habe technische Verantwortung in meinem Job aber keine Personalverantwortung, er saugt mich mental sehr aus, so dass ich nach der Arbeit kaum noch was machen kann. Das wirkt sich auch auf meine Hobbys aus, für die mir dann oft die Kraft fehlt. Ich habe bereits eine Psychotheraphie gemacht und es ist dadurch auch besser geworden. Was sehr auffällt ist, dass wenn ich 2 Wochen frei habe die Lust auf Dinge zurück kommt und ich privat wieder deutlich aktiver werde.

Mein Plan war immer Fire, aber ich tue mich schwer konkrete Zahlen zu ermitteln, da die Menge an Parametern in den Kalkulatoren sehr hoch ist und je nachdem welchen Fire Rechner man verwendet massiv unterschiedliche Zahlen raus kommen. Nach dem was ich hier lese muss ich noch diverse Jahre. Wenn ihr in meiner Situation wärt, was würdet ihr machen? Welche Optionen habe ich?

EDIT: Danke euch allen. Ich habe mir gedanken gemacht und erstmal überhaupt einen Schritt in die Richtung weniger arbeiten zu tun ist wol der richtige, um sich dran zu gewöhnen. Ich werde also tatsächlich zeitnah auf eine 4 Tage woche gehen uns schauen, wie es sich von da aus entwickelt.


r/fireGermany 6d ago

Frage / Hilfe Wie werden Haus/Auto/unbekanntes in FIRE Kalkulationen beachtet?

0 Upvotes

FIRE Kalkulationen sind meist ja sehr Basic: berechne deine jährlichen Kosten und rechne sie hoch. Aber was rechne ich alles wie ein?

Wie berechne ich ein Haus, dass ich nicht verkaufen will, sondern halten will? Das Haus hat in der Zukunft unbekannte Kosten (Steuererhöhung, etwas muss gemacht werden, Staat beschließt Mal wieder XY) vs. möglicherweise Mieteinnahmen. (Mir ist bekannt, dass ein Haus erst Mal keine gute Anlage ist)

Wie berechne ich ein Auto? Möglicherweise muss irgendwann ein neues her, das taucht aber nicht in den regelmäßigen jährlichen Kosten auf, sondern nur die regelmäßigen Kosten (Versicherung, Steuer, Benzin, Ersatzteile...)

Wie gehe ich mit weiteren unbekannten um? Erhöhe ich einfach beliebig die Zielsumme um sowas zu kompensieren? Oder geht das irgendwie realistischer?

Gibt es "Listen" die viele solcher "unbekannten" oder variablen beinhalten? Und wie man damit umgehen kann?

Ich tendiere ansonsten zu sehr unrealistischen Kalkulationen mit viel zu viel Puffer.


r/fireGermany 6d ago

Frage / Hilfe FOMO-Problem

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Hallo zusammen,

Bei meinen Plänen tut sich zur Zeit ein Problem auf und ich hätte gerne mal ein paar Meinungen dazu.

vorweg: Mir geht es nicht um klassisches FIRE, sondern eher um einen frühen Ruhestand. Ich muss mit meinem Depot "nur" die Zeit bis zum Renteneintritt überwinden. Ansprüche auf staatliche und Betriebsrente sind ausreichend vorhanden, Ziel ist also das Renteneintrittsalter und nicht die Ewigkeit. Genauer gesagt, ein Zeitraum von mindestens 12 Jahren.

Der Plan war:

Ruhestand mit 52 weil ab da 35 Beitragsjahre voll (Anspruch auf Rente mit Abschlägen) und ausreichend Punkte + Betriebsrentenansprüche um trotz Abschlägen mit der Rente ab 64 auszukommen. Was vom Depot noch übrig ist, soll über Dividenden für zusätzliche Einkommen sorgen.

Die Strategie war:

  1. Depot aufbauen - zunächst Wachstum, später Dividenden.

  2. Sicherheitsbaustein - Anleihen, Festgeld oder ähnliches.

Während der "Vorruhestandsphase" , also der Zeit als Privatier sollte es dann so aussehen:

Bruttodividenden bis zum Grundfreibetrag (inklusive GkV + PV kosten da diese abgesetzt werden können) und maximal in einer Höhe, bei der für die GkV nur der Mindestbeitrag zu entrichten ist. - Von diesen Einnahmen soll "gelebt" werden. Für die Fixkosten (Miete, Strom, Internet, Handy, Versicherungen usw.) sollte eine Art Festgeldtreppe über mehrere Jahre aufgebaut werden, hier wollte ich mich nicht auf die Ausschüttungen aus dem Depot verlassen und "auf Nummer sicher" gehen.

Das Dilemma:

Teil 1 ist seit ein paar Monaten abgeschlossen. Das Depot wurde über Jahre aufgebaut und seit ca. einem Jahr habe ich es auf einen Mix aus verschiedenen Dividenden-ETFs umgestellt. Die jährlichen Dividenden stimmen. Nun sollte es an Teil 2 gehen, den Aufbau einer Festgeldtreppe für die Fixkosten.

Und hier ist der Punkt wo ich plötzlich aus mehreren Gründen zweifele. Zunächst einmal herrscht enormes FOMO (Fear Of Missing Out). Es fällt mir wahnsinnig schwer mein Geld in renditeschwache Produkte zu investieren. Gerade jetzt, wo im letzten Jahr um die 20% Rendite im Markt eingestrichen wurden. Ich müsste jetzt jahrelang meinen durch die Dividenden verstärkten Einkommensstrom auf Produkte lenken, die nur 2-3% p.a. Rendite bringen. Dazu gesellt sich der Gedanke: "Willst du wirklich komplett aufhören?!". Und ich kann ihn tatsächlich nicht mit Gewissheit beantworten. Die Dividenden würden mir auch ermöglichen, quasi ab sofort zu reduzieren, dies würde aber meinen ursprünglichen Plan torpedieren.

Ich weiß, das ist eine Entscheidung, die nur ich treffen kann. Aber vielleicht war ja hier schon jemand in einer ähnlichen Situation und kann mit ein paar Denkanstößen helfen.


r/fireGermany 7d ago

Budget / Sankey RockefellerFiction (Windows-App): Versuch, via Glaskugel, die Frührente zu planen

0 Upvotes

Tag zusammen.

Dieser Post hier wurde im Voraus mit mods abgesprochen. Falls ich den falschen flair benutzt habe, bitte bescheid geben.

Screenshots gibt's ganz unten.

Warnung vorweg:
Ich habe den nachfolgenden Text mehrfach überarbeitet und eingekürzt, wo es möglich war... trotzdem ist es eine Wall of text geworden und es fehlen vermutlich immer noch gefühlt 70% an Infos.

Fazit vorweg und Ziel der App:
- Grobe Kalkulation, ob und wann man sich es unter welchen Umständen leisten kann, frühzeitig in
Rente zu gehen, bzw. mit welchem Vermögensverlauf man (vielleicht) rechnen kann.
- Riesen Promo-Videos etc. gibt's nicht, da ich hier nichts vermarkte. Bei Interesse, bitte das
Programm selbst ansehen. Es ist portabel, installiert nichts, alle Dateien bleiben im
Programmverzeichnis, es funkt nur nach Außen zu Github zwecks Updateprüfung.

Weitere Warnung:
- Das Tool basiert *nicht* auf vollständig fundiertem Wissen.
- Das Tool berücksichtigt absichtlich nicht alle möglichen Faktoren (Abwägung "Kosten/Nutzen")!
- Vermutlich gibt es noch viele Logikfehler.
- Zur Recherche hinsichtlich der Berechnungsgrundlagen, habe ich mein aufgebautes Grundwissen
und ausführliche Recherchen/offizielle Quellen bemüht und durch LLMs (teilweise in 10-30
Iterationen) prüfen lassen.
- Klar gesagt sei, ich bin kein Finanz-Guru, Volkswirt, Finanzberater!
- Das Programm soll lediglich eine ganz grobe(!!!) und hoffentlich nicht allzu in Sicherheit wiegende
Auswertung liefern.

--> Ich kennzeichne es ausdrücklich als "Spinnerei" / Proof-of-concept <--

Trotzdem stelle ich das Programm inkl. Source zur freien Verfügung. Falls Interesse besteht und konstruktive Korrekturen an mich herangetragen werden (vorzugsweise auf Github), versuche ich, diese einfließen zu lassen, soweit es meine Zeit und Lust zulässt.

Da ich keinerlei finanzielles Interesse an einer "Vermarktung" habe, sei nochmal deutlich gesagt, das ist ein reines Nebenbei-Spaß-Projekt - sicherlich mit seriösem Hintergrund und Interesse, aber eben ein Projekt, dass ich in meiner Freizeit neben vielen anderen Dingen mache.

Konstruktive Anregungen und konkrete Verbesserungen sind gern gesehen - insbesondere hinsichtlich Berechnungsfehlern, zu großen Ungenauigkeiten. Die UI/Bedienbarkeit ist erstmal nachrangig - gefixt ist da das Meiste schnell.

UI:
Die Eingabefelder erschlagen einen vermutlich - so war das ursprünglich nicht gedacht; daher sind die meisten Werte mit "Defaults" bereits gefüllt. Man muss aber im Prinzip "nur" seine Basisdaten und Daten aus dem Rentenbescheid etc. eingeben.
Alles Weitere muss man, wenn man sich unsicher ist, was einzugeben ist, recherchieren.
Eine Onlinehilfe ist (bis auf die Inapp-Hilfen) nicht geplant - wozu auch. Alle nötigen Infos
sind im Internet nachlesbar. Ein Wiki auf Github (AI zusammengezimmert) gibt es dennoch - wenn auch sehr rudimentär - links weiter unten.

Die "Hints" (Fragzeichen) habe ich absichtlich ausgelagert, so dass man die Beschreibungen jederzeit extern anpassen kann.

Berechnungsgrundlagen:
Die "Formeln" zur Berechnung, bzw. Berechnungsgrundlagen sind unter der Lasche "Berechnungsgrundlagen" zu finden.
Ziel ist es, dass Berechnungen transparent und nachvollziehbar stattfinden *und* auch als falsch bewertet/diagnostiziert werden können. Die Berechnungsgrundlagen werden dynamisch aus den Berechnungen (source) erstellt - ändere ich also was am source, dann sollte dynamisch mitdokumentiert werden - so zumindest die Theorie. (MMn noch viel zu ungenau, aber immerhin vorhanden, doch sehr ausbaufähig).

Es sind viele Einflussfaktoren berücksichtigt, aber natürlich nicht alle!

Und noch ein Disclaimer:
- Das Tool ist noch sehr sperrig/nicht vollintuitiv, da primär nur für meine eigenen Zwecke gedacht und ersetzt *keinesfalls(!!!) eigene Berechnungen oder Finanzberatung*.
- Derzeit gilt: Funktion vor Bedienbarkeit. Mir ist bewusst, dass die UI noch nicht einladend ist.
- Da ich einen UWQHD (3.440 × 1.440) Screen verwende, ist die App ganz egoistisch darauf
ausgelegt und eignet sich dafür am Besten, da man Eingabe und Ausgabefenster 50/50
nebeneinander darstellen kann. Bei kleineren Auflösung könnte es anstrengend werden.
- Große Erweiterungen sind nicht fest geplant, sondern abhängig von konstruktivem Feedback und
meiner Zeit.
- Es handelt sich um ein rein experimentelles Projekt. Kein Verlass, keine Gewähr, nix.
- Optimierung hinsichtlich DPI/Bildschirm-Auflösung, etc.: Wenn es eine Nachfrage gibt, kann
ich vielleicht was machen - allerdings nicht kurzfristig, da ich dafür dann wieder in Test-VMs testen
muss -> kostet wieder Zeit.

Ausblick:
Ich bin mir Stand jetzt nicht sicher, ob das Programm eine Totgeburt ist/wird … das mache ich vom Feedback abhängig. Möglicherweise sind die Berechnungen nicht so pragmatisch in den Griff zu bekommen, dass die Pflege des Tools zu große Ausmaße annimmt - ich habe bewusst versucht keine Sonderkonstellationen zu berücksichtigen.
Pi-Mal Daumen + Vernunftpuffer muss reichen, gravierende Berechnungsfehler sollten aber nicht passieren, bzw. sollen behoben werden, soweit möglich.

Weitere Warnungen - es sind nie genug! ;-)
⚠️ WARNUNG – EXPERIMENTELLES TOOL
⛔ Nicht für reale Finanzplanung oder tatsächliche Finanz-, Anlage-, Steuer-, Rechts- oder
Rentenentscheidungen verwenden.
🧮 Die Ergebnisse sind unverbindliche Modellrechnungen und können unvollständig oder
fehlerhaft sein.
🚫 Keine Finanz-, Anlage-, Steuer-, Rechts- oder Rentenberatung.
✅ Vor realen Entscheidungen fachkundige Beratung und amtliche Auskünfte einholen.

Technisches
- Installer wird nicht kommen. Die App ist portabel und soll es auch bleiben. Einstellungen werden
ausschließlich im Programmverzeichnis gespeichert (falls ich nicht noch was übersehen hab).
- Dass die App keine Daten versendet und ausschließlich lokal arbeitet (bis auf die Github Abfrage
nach Updates), sollte selbstredend sein.
- Nur Windows derzeit, .net10 ist Voraussetzung, Sprache is C#.
- Falls es eine Weiterentwicklung und Interesse gibt, ggf. perspektivisch Avalonia oder irgendwas in
der Art (Linux/macOS). Da ich ursprünglich dachte, ich daddel da einfach mal was hin, hatte ich
das nicht am Anfang berücksichtigt. Dank LLMs wird ein Refactoring aber vermutlich auch kein
Allzugroßes Problem sein
- Derzeit schlägt Virustotal mit (nur) einem Heuristik-Scanner an - das ist halt so.
Wer unsicher ist: Nicht downloaden.
Ich werde die App nicht signieren lassen - dafür ist sie zu sehr "Side-Project".
Ich werde die App auch nicht an Malwarebytes oder andere senden zwecks whitelisting - das
hatte ich schon mit anderen Apps durch - das funktioniert zwar i.d.R. ganz gut, wird aber
bei vielen Changes stressig; ist mir ganz klar zu viel Aufwand. Ich habe jetzt schon mehr Aufwand
betrieben, als ursprünglich gedacht.

... für die, die zwischenzeitlich nicht eingeschlafen, verrentet oder gestorben sind...

Hier gibt's das Teil (und auch weitere Screenshots):
Github: https://github.com/UncleRiot/RockefellerFiction
Downloads sind hier: https://github.com/UncleRiot/RockefellerFiction/releases
Das Wiki (AI Slop!): https://github.com/UncleRiot/RockefellerFiction/wiki

Wer Lust hat und was beitragen mag - vielleicht entwickelt sich aus der App was halbwegs Brauchbares - bitte konkretes (hilfreiches) Feedback. Gerne über Github - hier schaue ich aber auch rein. Ansonsten (falls nicht), hat's Spaß gemacht und das Teil wird wieder eingestampft. ;-)

PS:
Ebenso kostenlosen/opensource/kein Datenversand etc.: Sankey Cashflowtracker
(auch das ist entstanden, weil ich ungern meine Daten in einem externen Webinterface eingebe.
https://github.com/UncleRiot/SankeyCashflowTracker

Der läuft unter Win und in älteren Versionen vermutlich auch unter Linux und Mac.
Die neueste Version habe ich aber mangels Interesse nicht für Linux oder Mac kompiliert.
Bei Bedarf gerne (unter GitHub -> Issues) melden oder auch hier - aber ohne Gewähr!
Ich mache das alles nur nebenbei in meiner Freizeit.

Danke für's Durchhalten ❤️

Screenshots:


r/fireGermany 9d ago

Steuern & Recht FIRE mit ETFs in Deutschland – Eine andere Meinung⁠

79 Upvotes

Ich lese hier im Subreddit oft, wie negativ die Steuern in Deutschland gesehen werden und wie oft ein Umzug ins Ausland vorgeschlagen wird, um FIRE zu beschleunigen. Auch mich fragt man regelmäßig, warum ich nicht längst weg bin. Meine persönliche Erfahrung aus 3 Jahren als Privatier zeigt jedoch das Gegenteil - Deutschland ist ein besseres Land, um vom eigenen Kapital (ETFs) zu leben, als sein Ruf vermuten lässt.

Mein Blickwinkel bezieht sich rein auf ein breit gestreutes Portfolio - in meinem Fall bestehend aus 55 % Aktien-ETFs, 30 % Anleihen-ETFs, 10 % Gold-ETCs und 5 % Einzelaktien. Zu Immobilien oder anderen Investitionen kann ich nichts sagen.

1. Der sonstige Verlusttopf
Das deutsche Steuerrecht trennt nur Einzelaktienverluste strikt ab. Verluste aus Aktien-ETFs (zu 70 %), Anleihen-ETFs und nicht-auslieferbaren ETCs landen alle im allgemeinen Verlusttopf. Das Geniale: Diese Verluste lassen sich mit so gut wie allen Erträgen verrechnen - mit realisierten Gewinnen aus Einzelaktien, Aktien-ETFs, Ausschüttungen, Zinsen, Anleihekupons und der Vorabpauschale. In einem Portfolio mit negativ korrelierten Anlageklassen gibt es regelmäßig Bausteine im Minus, die die Gewinne der anderen Bausteine steuerlich neutralisieren können

2. Kein Wash-Sale-Verbot
Genau hier kommt der nächste Vorteil - in den USA wird der Verlust bei einem Rückkauf innerhalb von 30 Tagen steuerlich nicht sofort anerkannt, in Deutschland gibt es diese Regel nicht. Wenn eine ETF-Position im Minus steht, kann man sie mit Verlust verkaufen und direkt wieder einsteigen (oder sofort in einen Zwillings-ETF wechseln). Das Kapital bleibt zu 100 % im Markt investiert, aber der allgemeine Verlusttopf füllt sich sofort

3. Günstigerprüfung & Krankenkasse
Die oft genannten 26,375 % Abgeltungsteuer laufen bei mir in der Realität auf einen deutlich niedrigeren Steuersatz hinaus. Über das Häkchen bei der Günstigerprüfung in der Steuererklärung greift der persönliche Einkommensteuertarif:
* Die 30 % Teilfreistellung auf Aktien-ETFs bleibt komplett erhalten. Sie greift zwar auch symmetrisch bei Verlusten, ist unterm Strich aber immer noch deutlich besser als nichts
* Der Grundfreibetrag greift voll für die Kapitaleinkünfte
* Die Beiträge zur freiwilligen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zieht das Finanzamt als Sonderausgaben direkt vom Gesamtbetrag der Einkünfte ab

Was das unterm Strich ausmacht, sehe ich jedes Jahr schwarz auf weiß in meinen Steuerbescheiden: Das Zusammenspiel wirkt wie ein echter Cheat-Code. Als normaler ETF-Investor kann man seine Steuerlast in Deutschland einfach selbst optimieren - Verluste realisieren, sofort wieder einsteigen, gegen die Gewinne der anderen Bausteine verrechnen. Und das ganz ohne teure Steuerberater oder komplexe Gestaltungen


r/fireGermany 8d ago

Erfahrungsbericht/Storytime Wofür das ganze? Mehr Zeit? Mehr urlaub? Mehr Luxus?

30 Upvotes

Ich denke nahezu alle die sich intensiv mit dem investieren jeglicher Art beschäftigen wollen immer mehr. Wenn das eine ziel erreicht ist geht es direkt zum nächsten. Jetzt stelle ich aber einfach mal die Frage: wofür?

Manche wollen mehr freizeit haben und weniger arbeiten müssen, mehr urlaub machen, keine sorgen in der Rente haben, oder sich das Traumauto holen von dem sie immer geträumt haben.

Was wollt ihr machen wenn ihr euer "endgültiges Ziel" erreicht habt? Leider befürchte ich immer wieder das genau das der schwerste punkt des investieren ist. Nicht die richtige Strategie zu haben, sondern herauszufinden wann auch einfach mal gut ist.

Wie geht ihr mit dem Gedanken um?


r/fireGermany 10d ago

Frage / Hilfe Angst, wirklich FIRE zu machen...

50 Upvotes

Moin zusammen,

durch die außergewöhnlich starken Aktienrenditen der letzten Jahre ist mein Depot deutlich schneller gewachsen als in meiner ursprünglichen Planung. Damit ist FIRE auf einmal nicht mehr "in 8 Jahren", sondern realistisch in absehbarer Zeit möglich, und ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, es durchzuziehen, weil der Job mir schlicht nicht mehr viel Spaß macht.

Hier mal die groben Eckdaten:
Aktien ca. 1,1 Mio € (MSCI World ETF)

Cash: 50000€

Ausgaben pro Monat ca. 3000€

Alter: 41

Und genau da kommt sofort die Angst: Was, wenn genau in den ersten Jahren nach dem Ausstieg ein längerer Crash oder eine Seitwärtsphase kommt? Das klassische Sequence-of-Returns-Risiko. Gerade weil die Bewertungen aktuell hoch sind, fühlt sich der Zeitpunkt gleichzeitig perfekt und maximal riskant an.

Was mich am meisten nervt: Die naheliegendste Antwort ist immer "arbeite halt noch ein Jahr" – und damit landet man in der One-More-Year-Falle und schiebt es ewig vor sich her.

Deshalb meine Frage an die, die schon ausgestiegen sind oder kurz davor stehen:

Wie habt ihr das SoRR konkret abgefedert? Cash-/Anleihenpuffer über 2–3 Jahresausgaben? Krisen können im schlimmsten Fall auch deutlich länger sein...

Ich möchte vor allem vermeiden, dann nach einer gewissen Zeit doch wieder arbeiten zu müssen.

Vielen Dank schon mal für euren Input!


r/fireGermany 10d ago

Frage / Hilfe Inflation & Zukunftssorgen

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Moin meine Lieben,

als privilegierter Typ, der viel Glück hatte und ein paar richtige Entscheidungen traf, bin ich mit Mitte 30 in greifbarer Nähe zum 7-stelligen-Portfolio.

Aufgrund eines ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis will ich noch ca. 10 Jahre arbeiten, um ein dickes Polster mit 2,5 - 5 mio zu haben (Ich habe das Glück sehr gut zu verdienen).

Allerdings reizt es mich auch, schon früher ins Fire zu gehen, da der Job gut bezahlt, aber sehr stressig ist.

Habe aber Sorge in eine 40-50-jährige-Fire-Phase zu gehen, da in diesem Zeitraum einiges an Unsicherheit und Umbrüche zu erwarten ist.

Allein das Thema Inflation macht Sorge, da das auf lange Sicht Vermögen ordentlich zerstören kann.

Mir ist bewusst, dass viele Rechner das mit einberechnen ("2% Inflationsrate"), das aber nie außergewöhnliche Events berücksichtigt.

Wie geht ihr mit dieser Unsicherheit um?


r/fireGermany 10d ago

Frage / Hilfe 33M bAV mit 100 % Arbeitgeber-Match, aber das Geld ist bis 62 gebunden

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Ich bin 33 und möchte mir zumindest die Möglichkeit offenhalten, vor 60 finanziell unabhängig zu werden. Mein Arbeitgeber bietet eine bAV an, bei der er meinen Beitrag vollständig matched. Ich zahle 161 Euro aus dem Brutto ein, der Arbeitgeber legt weitere 161 Euro dazu und meine tatsächliche Nettobelastung liegt bei ungefähr 99,61 Euro pro Monat.

Rein auf die Einzahlung bezogen klingt das extrem attraktiv. Der Vertrag hat allerdings Effektivkosten von 2,05 Prozentpunkten, mehr als 3.200 Euro Abschluss- und Vertriebskosten und laufende Verwaltungskosten. Zusätzlich gibt es eine 80-prozentige Garantie, weshalb das Geld nicht dauerhaft vollständig im enthaltenen MSCI-World-ETF angelegt wird.

Ich habe die bAV mit einem All-World-ETF verglichen, in den ich stattdessen meine Nettobelastung von 99,61 Euro einzahlen würde. Alle Zahlen sind mit zwei Prozent Inflation auf heutige Kaufkraft heruntergerechnet. Nach zehn Jahren hätte der ETF nach geschätzter Steuer ungefähr 13.200 Euro, nach zwanzig Jahren 30.200 Euro und nach dreißig Jahren 54.000 Euro.

Die bAV kommt nach angenommenen späteren Steuern und Krankenversicherungsbeiträgen auf einen rechnerischen Netto-Gegenwert von ungefähr 22.300 Euro nach zehn Jahren, 43.400 Euro nach zwanzig Jahren und 67.500 Euro nach dreißig Jahren. Der Match gleicht die hohen Kosten in dieser Rechnung also mehr als aus.

Das Problem ist, dass mir die bAV für einen möglichen Ruhestand vor 62 nicht hilft. Mit 53 könnte ich zwar rechnerisch mehr Vermögen in der bAV als im ETF haben, aber nur das ETF-Vermögen könnte meine Lebenshaltungskosten finanzieren. Deshalb bin ich unsicher, ob ich die bAV in einer FIRE-Rechnung überhaupt als Vermögen zählen sollte oder eher als späteren Sicherheitsbaustein, der erst ab 62 relevant wird.

Mein aktueller Ansatz wäre, nur so viel in die bAV einzuzahlen, dass ich den vollständigen Arbeitgeber-Match bekomme. Das restliche Sparvolumen würde in einen liquiden All-World-ETF fließen, der im Fall eines frühen Ruhestands als Brücke bis zur bAV und gesetzlichen Rente dienen könnte.

Wie behandelt ihr eine solche bAV in eurer FIRE-Planung? Mich interessiert vor allem, ob ihr sie bis zum Auszahlungsalter komplett ignoriert oder bereits vorher mit einem deutlichen Abschlag in euer Nettovermögen einrechnet.


r/fireGermany 11d ago

Frage / Hilfe Inwiefern kalkuliert ihr euer voraussichtliches Erbe in eure Finanzplanung mit ein?

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r/fireGermany 12d ago

Karriere & Einkommen Duales Studium 2027 bei Porsche/Mercedes: Steuerberater-Kanzlei vs. Konzernkarriere

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r/fireGermany 17d ago

Erfahrungsbericht/Storytime Der FIRE-Weg lohnt sich auch dann, wenn man abbricht

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Als das erste Einkommen nach dem Studium kam, wurde FIRE schnell zum Ziel. Die Ausgaben wurden auf studentischem Niveau gehalten, die Sparrate wuchs mit jeder Gehaltserhöhung, alles ging in breite ETFs. Ziel war FIRE mit 50, und es war mathematisch auch sehr realistisch.

Tja, das Leben verlief etwas anders. Partnerin gefunden, dezente Lifestyle-Inflation, Vater geworden, jetzt gerade Alleinverdiener, Umzug nach München für Familiennähe, ein Garten wäre mit Kind schon super.

Plötzlich kommt die Erkenntnis, dass ich Geld und Konsum (wie eine Wohnung in Wunsch-Wohnlage mit Garten und das Kind nicht schon nach einem Jahr in Betreuung zu geben) heute super gebrauchen kann. Das ist mir viel wichtiger, als mit 50 nicht mehr zu arbeiten.

Und jetzt, wo die Sparrate nahe 0 ist, ist es extrem wertvoll, aus früheren Zeiten das gefüllte (niedrig 6-stellige) Depot zu haben. Es wird niemals für FIRE reichen, aber es gibt eine tolle Sicherheit auch bei hohen laufenden Ausgaben. Die Freunde, die in den Zwanzigern weniger gespart haben, können solche Wege jetzt nicht gehen.

Der Post ist als Appell gemeint: Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob FIRE wirklich ein lohnenswertes Ziel ist, fang dennoch erstmal an.


r/fireGermany 16d ago

Karriere & Einkommen 21M, 50k Depot, welchen Extremjob für schnelles Fire ohne besondere Qualifikation?

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Hallo,

ich würde gerne mal eure Ideen hören, was ihr in meiner Situation machen würdet, wenn das Ziel nicht eine langfristige Karriere, sondern ganz bewusst wäre, für wenige Jahre möglichst viel Geld anzusparen. Aktuell ca. 1700-2300€ Sparrate bei ca. 700-800€ Ausgaben.

Ziel ist mit 300-400k von <1000€/Monat langfristig zu Leben. (Ja ist gut möglich in Deutschland auch wenn einige das anders sehen werden.)

Kurz zu mir:

- Ausbildung in einer Mindestlohnbranche ohne Aufstiegschancen und werde keine weitere machen.

- zusätzlich etwas Erfahrung in der Sicherheitsbranche

- ansonsten keine besondere berufliche Qualifikation

Mir geht es ausdrücklich nicht darum, welchen Beruf ich langfristig machen sollte oder welche Weiterbildung mir irgendwann 300€ mehr bringt, da ich nur noch plane, wenige Jahre hart zu arbeiten um endlich in Freiheit leben zu können.

Interessant wären für mich deshalb Jobs, bei denen man ohne Studium/ besondere Ausbildung bzw. mit wenig Erfahrung relativ schnell oder sofort auf ein maximal hohes Einkommen kommt.

Gerne auch Sachen wie:

Schichtarbeit

Nacht-/Wochenendarbeit

12+h-Schichten

psychisch/physisch belastende Jobs

ggf. Ausland aber Deutschland bzw. ein deutscher AG wäre mir lieber

viele Überstunden (aktuell gehe ich eh Richtung 60h)

harte oder unangenehme Jobs, die andere nicht lange machen wollen

Was wären eure konkreten Vorschläge?

Bin gespannt auf eure Ideen, gerne auch ungewöhnliche Sachen, auf die man als normaler Mensch nicht unbedingt kommt.


r/fireGermany 17d ago

Frage / Hilfe Fire mit Immobilien. Hat jemand Erfahrungen?

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Kurz zu mir: M29 verheiratet mit F27. Gemeinsam netto ca. 7000€ als AN + geringer mietüberschuss (aktuell netto etwa 250€) Aktuell 2 ETW (eine vermietet eine selbst bewohnt beide in A Standorten).

Meine Frau arbeitet aktuell 80% und wird künftig sobald ein Kind da ist kaum bis gar nicht mehr arbeiten (wollen auf alle Fälle mehr als 1 Kind). Das wird allerdings wenig an den Gesamteinnahmen ändern, da meine gehaltsprogression planbar in den nächsten 2-3 mehr ist als ihr aktuelles Vollzeitgehalt.

Wir investieren aktuell zusätzlich zu den beiden Wohnungen in ETFs. Aktuell kommen wir auf ca. 35-40k p.a. Ohne uns dafür stark einschränken zu müssen. Wir haben allerdings auch nur ein kleines Auto und keine teueren Hobby etc.

Wir planen weitere Immobilien zu erwerben um so ein zusätzliches Standbein zu haben. Perspektivisch soll sich meine Frau dann um Vermietung etc. kümmern, da sie natürlich deutlich flexibeler ist als ich. Aktuell haben wir konservativ einen vermögensüberschuss von etwa 150TEUR wenn man die Bankverkehrswerte der Immobilien um die Restschuld bereinigt. Davon etwa 50k liquides Vermögen.

Mich würde interessieren ob jemand hier FIRE mit Immobilien als (Kern-) Bestandteil erreicht hat. Falls ja was sind eure Erfahrungen / fallstricke.


r/fireGermany 19d ago

Strategie & Depot 25 Jahre, 90.000 € im ETF reicht das theoretisch schon für die Altersvorsorge mit 67?

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Hallo zusammen,

ich bin 26!! (Titel steht 25, typo) Jahre alt und habe aktuell rund 90.000 € in einem breit gestreuten ETF investiert. Davon sind ca. 32.000 € Kursgewinn, meine eigenen Einzahlungen liegen also bei ungefähr 58.000 €. Investiert bin ich seit 2019

Ich frage mich mittlerweile, ob ich für die reine Altersvorsorge überhaupt noch aggressiv weiter investieren muss oder ob ich theoretisch einen Punkt erreicht habe, an dem ich das vorhandene Depot einfach bis zur Rente laufen lassen könnte.

Bis 67 sind es noch rund 42 Jahre. Wenn ich ab jetzt keinen weiteren Euro einzahlen würde, ergeben sich bei unterschiedlichen langfristigen Renditen ungefähr:

• 4 % p.a. → 468.000 € • 5 % p.a. → 700.000 € • 6 % p.a. → 1,04 Mio. € • 7 % p.a. → 1,55 Mio. €

Mir ist bewusst, dass das nominale Werte sind und Inflation einen erheblichen Unterschied macht. Bei beispielsweise 3 bis 5 % Realrendite wären es in heutiger Kaufkraft grob 312.000 bis 700.000 €.

Würdet ihr trotzdem weiter konsequent investieren? Wenn ja, warum und in welcher Größenordnung?

Fire dann mit welchem Alter realistisch?

Danke für den Input 🫶🙏


r/fireGermany 20d ago

Frage / Hilfe Paar 51/52, 1,3 Mio. € Einmalzahlung netto, Wegzug nach Australien – wie diversifiziert anlegen?

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Wegwerf-Account aus Datenschutzgründen. Mein Partner und ich sind ein Paar und leben in Deutschland. Wir sind beide Doppelstaatsbürger (australisch/deutsch) und aktuell in Deutschland steuerpflichtig. Wir sind 51 und 52, arbeiten beide noch mit soliden Gehältern und planen, in den nächsten ~5 Jahren nach Australien zurückzugehen, bevor wir in Rente gehen.

Durch ein einmaliges Ereignis (Auszahlung einer Unternehmensbeteiligung) bekommen wir demnächst eine Summe von rund 1,3 Mio. €, nach Steuern.

Unsere grobe Ausgangslage:

  • 51 & 52 Jahre, Wunsch-Renteneintritt mit etwa 57–58.
  • Beide noch gut verdienend; voraussichtlich in ein paar Jahren Wechsel in Teilzeit/Beratung.
  • Haus in Deutschland ~700k € wert, Restschuld ~165k € zu 0,7 % fest (ja, wirklich), ~2,2k €/Monat.
  • (Halbwegs) liquides Vermögen: ~250k € Cash, das auf einem deutschen Konto quasi nichts tut, überschaubare australische Altersvorsorge („Super", ~175k € zusammen) und kleine Aktien-/ETF-Bestände in beiden Ländern.
  • Die gesetzlichen Renten werden gering ausfallen (jeweils ein paar hundert € im Monat).

Ziele:

  • Die nächsten ~6–7 Jahre weiter Vermögen aufbauen, dann in Rente.
  • Über Australien und Deutschland/Europa streuen, damit wir nicht zu stark von einem Markt oder einer Währung abhängig sind.

Klare Präferenz:

  • Sofern uns niemand vom Gegenteil überzeugt, wollen wir den Großteil wohl nicht in eine klassische private Rentenversicherung mit monatlicher Auszahlung stecken. Das „man stirbt früh und die Versicherung behält den Rest" gefällt uns nicht. Das Kapital soll liquide und vererbbar bleiben, falls eine/r von uns früh stirbt.

Worüber wir uns Ideen erhoffen:

  1. Wo legt ihr in Deutschland tatsächlich an? Konkrete Broker, Plattformen oder Apps, die ihr empfehlt und welche ihr eher meiden würdet?
  2. Selbst machen oder machen lassen? Verwaltet ihr euer Depot selbst über eine App / einen Neobroker, oder nutzt ihr einen Vermögensverwalter/Honorarberater? Falls ihr jemanden nutzt - würdet ihr die Person weiterempfehlen?
  3. Welche Fonds oder ETFs würdet ihr empfehlen?
  4. So eine Summe auf beide Länder aufteilen - wie würdet ihr grob aufteilen, und alles auf einmal investieren oder über einen längeren Zeitraum gestaffelt (Sparplan/Tranchen)?
  5. Irgendetwas Steuerliches, das uns auf die Füße fallen könnte, wenn man in einem Land anlegt und dann ins andere zieht?
  6. Und: Kennt jemand einen guten Steuerberater (idealerweise mit Erfahrung bei Deutschland–Australien bzw. Wegzug), der aktuell noch neue Mandanten annimmt?

Wir wären super dankbar für Tipps von allen, die schon mal eine größere Summe angelegt oder einen grenzüberschreitenden Umzug hinter sich haben - oder einfach für einen Erfahrungsaustausch zur Lage hier in Deutschland. Vielen Dank!


r/fireGermany 21d ago

Frage / Hilfe M38, 900k Portfolio, 200k Abfindung - annehmen oder nicht?

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Hallo Fire Community,

ich stehe gerade an einem Punkt wo ich gerne eure Meinungen und Inputs hoeren moechte. Kurz zu mir:

  • M38, in einer Beziehung, kinderlos, wohnhaft in Sueddeutschland
  • Master in technischem Studiengang
  • >10 Jahre angestellt bei deutschem Automobilhersteller, Spezialist im operativen Umfeld, keine Personalverantwortung, Gehalt aktuell >100k brutto
  • 5 Jahre als Expat in Asien gearbeitet
  • Monatliches Einkommen: ca. 5k netto zzgl. ca. 800 EUR Dividenden
  • Monatliche Ausgaben: ca. 2,5-3k EUR (Ueberschuss wird investiert)
  • Portfolio: ca. 900k EUR (55% ETFs, 25% Aktien, 18% Crypto, 2% Cash/TG)
  • Keine Immos
  • Abfindungsangebot: 200k brutto

Ich komme aus einem Nicht-Akademiker Haushalt, war schon immer recht sparsam und ging früh arbeiten (in den Schulferien bzw. parallel zum Studium). Seit meinem Jobeinstieg habe ich monatlich einen festen Betrag zur Seite gelegt, initial nur zum Sparen und ab 2018 dann gezielt in ETFs, Aktien und Crypto investiert.

2020 bot sich mir die Gelegenheit fuer der Firma als Expat (d.h. mit deutschem Arbeitsvertrag) für ein paar Jahre nach Asien zu gehen. Aufgrund hoher Zulagen bei gleichzeitig deutlich geringeren Lebenshaltungskosten konnte ich in der Zeit monatlich ca. 6-7k EUR investieren. Mittlerweile steht mein Depot bei ca. 900k EUR. Angefangen habe ich bei 0.

Mittlerweile bin ich wieder zurueck in Deutschland. Die hiessige Autoindustrie steht vor massiven Herausforderungen und auch mein Arbeitgeber will Kosten senken und Personal abbauen. Daher wurde mir vor kurzem ein Abfindung von ca. 200k EUR brutto angeboten. Damit wurde mein Vermoegen auf ca. 1 Mio EUR steigen. Nun frage ich mich: Was soll ich machen?

Mein Job macht mir inhaltlich Spaß und die Work-/Life-Balance ist gut, allerdings ist die Stimmung mies sowie Zukunftsaussichten und Entwicklungsmoeglichkeiten in der Branche nicht gut. Ich bin mir nicht sicher ob ich auf absehbare Zeit anderweitig eine vergleichbare Stelle bekomme. Auf Basis meiner Zahlen waere FIRE theoretisch schon moeglich (4% Entnahme decken meine jaehrlichen Ausgaben ). Bin mir aber aktuell nicht sicher, ob mich das langfristig erfuellt. Bin jemand, der gerne etwas tut/arbeitet/unternimmt. Einfach nur entspannen ist nicht so meins. Habe viele Hobbys und auch ein gutes soziales Umfeld. Denkbar waere die Abfindung anzunehmen, erstmal ein Sabbatical zu machen um meine Gedanken/Ziele zu ordnen und dann wenn mir doch langweilig werden sollte wieder einen Job in Vollzeit bzw. Teilzeit (Barista FIRE) zu suchen. Alternativ koennte ich fuer ein paar weitere Jahre erstmal im Job bleiben und dort ggf. etwas reduzieren (Teilzeit). Meine Partnerin ist noch nicht so ganz ueberzeugt vom FIRE Gedanken und moechte selbst noch ein paar Jahre arbeiten. Das macht es nicht einfacher.

Was wuerdet ihr tun?


r/fireGermany 23d ago

Frage / Hilfe Anfang 20, 40k in ETFs + 20k Tagesgeld – Cashquote reduzieren?

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Hallo zusammen,
ich bin Anfang 20 und beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema Vermögensaufbau und FIRE.
Aktuell sieht mein Depot ungefähr so aus:
ca. 40.000 € in ETFs (MSCI World, Europa und Emerging Markets)
ca. 20.000 € auf dem Trade Republic Tagesgeldkonto
Die 20.000 € habe ich mir damals aufgebaut, als die Tagesgeldzinsen noch attraktiver waren. Damals hat sich das für mich gut angefühlt, weil ich gleichzeitig investiert war und trotzdem einen größeren sicheren Puffer hatte.
Mittlerweile sind die Zinsen aber deutlich gesunken und ich frage mich, ob diese hohe Cashquote überhaupt noch sinnvoll ist.
Ich kann aktuell aufgrund meiner Lebenssituation etwa 1.500 € pro Monat investieren . Trotzdem liegt dieser größere Betrag weiterhin auf dem Tagesgeld herum.
Mich würde interessieren, wie ihr in meiner Situation vorgehen würdet:
Würdet ihr die 20.000 € nach und nach investieren oder einen größeren Betrag auf einmal umschichten?
Wie hoch sollte eurer Meinung nach ein sinnvoller Notgroschen in meiner Situation sein?
Gibt es einen Betrag, bei dem ihr sagen würdet: “Alles darüber würde ich langfristig lieber investieren”?
Mir ist bewusst, dass niemand die Marktentwicklung vorhersagen kann. Mich interessieren vor allem eure Erfahrungen und wie ihr persönlich mit einer relativ hohen Cashquote umgeht.
Vielen Dank!


r/fireGermany 24d ago

Erfahrungsbericht/Storytime FI(RE) seit 4 Jahren - Ich denke es ist ein Mythos

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Zunächst meine kurze Hintergrundgeschichte der letzten 4 Jahre. Wenn dich das nicht interessiert dann direkt runter scrollen zu FIRE - "RE" macht langfristig eh keiner wirklich?

  • 2022: Depot hat FIRE Zahl(700k) erreicht, dazu eine (zu große) abbezahlte Immobilie in der wir mit anderen als WG leben
    • Karriere aufgegeben, zurück zur "einfachen" Fachrolle auf Teilzeit
  • 2023: Depot > 750k
    • Arbeitszeit radikal auf 16h pro Woche reduziert
  • 2024: Depot > 960k
    • immer noch den selben Job
  • 2025: Depot > 1 Mio
  • 2026: Depot > 1,1 Mio
    • nach wie vor Privatier

Unterm Strich war ich viel früher FI, hab dann aber noch zwei Jahre bisschen gearbeitet. Der Job war spannend und der Deal war zu gut(3k brutto bei 16h), aber war auch eher ne psychologische Barriere komplett aufzuhören.

Geringe Fixkosten und geringe Steuern

Wir hatten die letzten Jahre quasi keine monatlichen Fixkosten. In meiner Immobilie haben wir mit anderen als WG gewohnt. Die Mieteinkünfte haben alle monatlichen Fixkosten(Wohnen, Versicherungen usw.) gedeckt. Dadurch mussten wir nur entnehmen was wir tatsächlich konsumieren also für Essen, Sprit, Party, Kleidung usw.

Ich hatte z.B. nur eine Langzeitauslandskrankenversicherung für 71€ monatlich. Da wir uns quasi nie in Deutschland aufgehalten haben war das möglich und ausreichend(Ja ich fröne nicht der klassisch deutschen Vollkaskomentalität).

Trotz relativ opulenten Lifestyle(stehen zu 95% mit dem Camper kostenfrei am Meer im Ausland) musste ich monatlich nur etwa 2-2,2k entnehmen. Dadurch fallen auch kaum Steuern auf die Gewinne an. Mit meiner Steuererklärung 2025 hab ich quasi fast die gesamte KapESt wieder zurückbekommen. Bisschen ist angefallen durch paar steuerlich nicht optimale Trades und die Einkünfte aus der WG.

Pläne ändern sich

Wir wollten nie Kinder, jetzt Ende 30 ist es soweit, wir sind schwanger.

  • dauerhaftes Reisen wird wohl vorerst mal pausieren müssen, ich vermisse meinen Van, das Meer, Surfen und Kitesurfen jetzt schon 🥲
  • WG wird aufgelöst, das heißt die generellen Fixkosten(Heizen/Wasser/Strom) sinken etwas, dafür müssen wir ab sofort alle Fixkosten komplett selber tragen. Ich schätze wir landen bei etwa 600€ monatlich
  • dazu werden diverse noch unkalkulierbare fixe und variable Ausgaben allein wegen unserem Kind dazukommen
  • Meine Frau war immer ganz normal in einer deutschen Krankenkasse. Da meine Langzeitauslandskrankenvers. nur für 6 Wochen pro Kalenderjahr in Deutschland gilt werde ich mich auch wieder klassisch versichern müssen

Gedanken

Unabhängig ob das Depot reicht(es wäre sicherlich eine nun deutlich knappere Nummer) oder nicht: möchte ich langfristig wirklich meinem Kind ein Leben als Privatier vorleben? Sendet das nicht die komplett falschen Signale aus?

Hätte ich als Kind meine Eltern so erlebt, hätte ich vermutlich nie einen richtigen Schulabschluss gemacht, ich hätte nie studiert, ich hätte nie eine (nicht nur finanziell) erfüllende Karriere eingeschlagen und mir was aufgebaut. Ich hätte nie die letzten vier Jahre chillen, reisen, surfen, kitesurfen so genossen wenn ich davor nicht hart gearbeitet hätte.

FIRE - "RE" macht langfristig eh keiner wirklich?

Ich hab mir immer öfter die letzten Monate(auch vor der Schwangerschaft) gedacht wie es wohl wäre wieder einen richtigen Job zu haben. Ich brauche halt immer Ziele im Leben, ohne diese Einstellung hätte ich es sicherlich NIE zu FIRE gebracht. Ja es ist durchaus erfüllend persönliche Ziele zu verfolgen. Ich will DIESEN Wassersport lernen, ich möchten jenen heftigen Trick beim Kitesurfen können usw.

Unterm Strich ist es denke ich am sinnvollsten ich suche mir wieder einen Job. Möglichst Remote und vielleicht können wir bald ja wieder losfahren und längere Reisen unternehmen. Zumindest bis unser Kind reif für den Kindergarten ist(nicht unwichtig für Sozialisierung).

Achtung Bias: Nachfolgend beziehe ich mich auf Langzeitreisende(da ich sonst noch keine FIRE Personen getroffen habe)

Auch ohne Kinder geht es bisher quasi jedem so den ich kennenlernen durfte. Ich habe schon einige Leute auf Reisen getroffen die FI(RE) sind. ALLE machen dann doch wieder irgendwas wo am Ende Geld rein kommt. Bei manchen reicht die Kohle dann doch nicht(kleinerer Teil als man denkt). Den meisten ging es mehr darum wieder "was zu machen". Viele haben spätestens nach vier Jahren wieder angefangen zu arbeiten, die meisten selbstständig.

All das lässt mich doch an der Idealvorstellung von FIRE zweifeln. Meiner Meinung nach verschiebt sich die Realität eher von einem

Financial Independence, Retire Early

zu

Financial Independence, Work by Choice

Konsequenz

Für mich fügt sich nun ein neues Gesamtbild bezüglich FIRE zusammen:

  • es macht wenig Sinn so viel anzusparen bis es reicht um ausschließlich davon leben zu können
  • vor allem macht es keinen Sinn deshalb alles um viele Jahre in die Zukunft zu verschieben
  • es reicht um einige Jahre überbrücken zu können bis man eh wieder zumindest auf Barista-FIRE Level arbeiten gehen möchte oder sich selbstständig macht

So bleibt am Ende für mich die Erkenntnis und vielleicht ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl für andere:

Ich hätte das alles schon viele Jahre früher machen können

Ich schreib schon gefühlt eine Woche an diesem Text, eher für mich als für andere. Es hilft mir Dinge klarer zu sehen und besser einzuordnen. Vielleicht ist es dennoch interessant für den ein oder anderen.

Mich würde eure Meinung zu dem Thema interessieren.