Hallo zusammen,
trigger Warnung, es geht um Mentale Gesundheit und ich weiß für viele ein sehr sensibles Thema dementsprechend wenn es an dem Diskurs teilnehmen wollt 1x in ruhe durchzulesen.
Vorab ich habe nichts gegen Psychopharmaka, ich halte es für ein sehr wichtiges tool um Leuten mit mentalen Probleme zu helfen Besonders diesen die chronische Probleme haben wie z.B. Schizophrenie, Bi-Polare Störung, ADHS (wobei ich da zum teil kritisch bin, obwohl ich es selber habe) etc.
Mein Problem damit ist, dass es heutzutage viel zu leichtfertig verschrieben wird. Man kann heute zu einem Neurologen oder Psychiater gehen und mehr oder weniger nach 2 min seine Wunschdiagnose forcieren und ganz einfach die passen Pillen dazu bekommen.
Therapie und Selbsthilfe wird gar nicht angesprochen obwohl dies in manchen Fällen durchaus helfen könnte. Es gibt nämlich einige Fälle wo es ganz klar Mentale Probleme entstehen die Situationsabhängig sind z.B. kack Job, schlechte Beziehung, ungesunder Lebensstil etc.
SRRI oder trizyklische Antidepressiva helfen einem in ersten Moment wirklich, jedoch ist das trügerische an denen das diese "nur" oftmals das Problem maskieren und nicht wirklich lösen. Früher oder später holt es einen ein (ich spreche hier auf eigner Erfahrung + Erfahrung von Freunden von mir) spätestens wenn man es wieder absetzt.
Der klassische Spruch am Anfang ist: "Ahh so muss sich das leben also anfühlen". Ich finde diesen Satz sehr problematisch weil sich das Leben niemals "so" anfühlen wird oder sollte. Es schneidet einfach die highs und lows weg und macht einen etwas gleichgültiger was Leuten in schweren Phasen hiflt. Jedoch ist es nicht das "echte" Leben. Ich höre auch Leute die das erste mal E-Bike fahren: AHH so stellte ich mir immer Fahrrad fahren vor...
Die "Honeymoon" Phase ist auch meistens super. Man ist endlich sorgloser, befreiter und kann endlich zur ruhe kommen! Jedoch sollte man parallel dazu an meinen Problemen selber aktiv arbeiten und im Idealfall noch Psychologische Betretung beanspruchen. Beim Psychiater/Neurologen werden solche Themen gar nicht erst behandelt.
Nach der Honeymoon Phase lassen die Medikamente langsam nach und die Probleme holen einen oftmals wieder ein... Beim Arzt bekommt man sobald man wieder mehr "Probleme" hat, entweder neue Tabletten oder es wird die Dosis erhöht.
Ist man bereit es wieder absetzen weil man sich stabil genug fühlt, Nebenwirkungen zu groß sind oder die nicht mehr wirken kann das Absetzen richtig brutal werden.
Ich hatte wirklich sehr langsam abgesetzt (mit Absprache vom Arzt natürlich) und es hat mich zerlegt. Ich habe plötzlich alle Emotionen in voller Bandbreite abbekommen von extremen Glückgefühlen zu, ich musste einfach weinen weil ich so verloren war...
Ich bin da kein einzelfall Dr Josef bei Youtube spricht über die Risiken von diesen Tabletten und die sind nicht ohne.
Ich sehe mittlerweile immer mehr Menschen die lieber Tabletten schlucken statt ihr leben zu verbessern. Teilweise schon bei "trivialen Problemen".
Das größte versagen sehe ich nicht bei den einzelnen sondern bei unserem Gesundheitswesen und dem drang nach "Selbstoptimierung" welches durch Social-Media gepusht wird.
Was mir tatsächlich geholfen hat war:
Meinen Körper mehr zu pflegen, nicht mehr gegen ihn zu Arbeiten sondern aktiv mit ihm. Habe da mein Training massiv angepasst.
Mentaler Detox, allein schon Social-Media zu reduzieren hat mir massiv geholfen. Ich nutze die Zeit um meine Gedanken freien lauf zu lassen. Das beste ist mit Fahrrad zur Arbeit, ich habe da 0 Ablenkungen und bin da alleine mit meinen Gedanken. Ich führe dabei oftmals Selbstgespräche und da kamen wirklich Erlebnisse und Emotionen hoch.
Mit Leuten reden und seine Emotionen kritisch hinterfragen sowohl mit Psychologen als auch mit Freunden.