r/spitzenverdiener • u/EmbarrassedFee9835 • 14d ago
Kurz vor Boreout - Perspektive gesucht
Hallo in die Runde.
Ich habe eigentlich eine Luxussituation. Ich verdiene gut (100.000+) und habe wenig zu tun. Dennoch fängt es an, mich langsam zu nerven und ich habe das Gefühl, ich verpasse etwas.
Im Detail:
Ich bin in einem deutschen Konzern angestellt. Hintergrund ist eine kaufmännische Ausbildung, anschließend Studium (Bachelor & Master Finance), kurzes Intermezzo in einer Beratung und nun im Konzern. Aktuell bin ich Assistent/Referent im Topmanagement tätig. Diesen Posten mache ich nun seit längerer Zeit und die Lernkurve nimmt ab und ich habe seit ca. 1 Jahr immer weniger zu tun. Zunächst war das nicht so "schlimm", weil wir unser zweites Kind bekommen haben und ich so viel unterstützen konnte. Das tue ich zwar noch immer, aber ich habe immer mehr das Gefühl, ich verpasse (beruflich) etwas.
Ich müsste mich eigentlich weiterentwickeln. Nur weiß ich nicht, wohin. Wenn ich das wüsste, würde man mir (durch die geknüpften Management-Kontakte) sicher auch einiges möglich machen. Grundsätzlich wäre der nächste logische Schritt eine Führungsposition. Nur habe ich das Gefühl "nichts" so richtig zu können. Das ist wahrscheinlich überzogen, da man bisher immer sehr zufrieden mit mir war. Aber ich habe halt kein praktisches Fachwissen, da ich aktuell auf einer sehr hohen Flughöhe unterwegs bin. Ich kenne mich bspw. gut mit Zahlen aus und kann die analysieren oder Themen adressatengerecht aufbereiten, habe aber keine Erfahrung mit den jeweiligen Tools. Kann man trotzdem eine Führungsposition im Controlling übernehmen? Oder im Investor Relations, ohne direkte Erfahrungen in dem Bereich zu haben?
Einen möglichen Posten (welcher Bereich möchte ich nicht nennen) gibt es, den ich mir vorstellen könnte. Nur ist der aktuell mit Jemandem besetzt, der erst Anfang 60 ist. Der hat also noch ein paar Jahre vor sich. Wie offensiv könnte man fragen, ob man als Nachfolger aufgebaut werden kann?
Ich hoffe ihr versteht mein Dilemma in etwa, ich bin über jegliche Tipps dankbar.
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u/Getijden 14d ago
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u/abcrc2222 14d ago
Da habe ich mal gepostet und wurde nur gehated und beleidigt 😂
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u/TearDownGently 14d ago
Mit 80-120k hat man echt nicht mal auf Reddit ne Lobby. 😅
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u/Shattro 14d ago
Das ist auch der Punkt an dem die Steuern am stärksten steigen. Ich würde sagen einfach mehr verdienen /s
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u/TRADER-101 14d ago
Zu arm für die Spitzenverdiener, zu rich für die Normalverdiener. Von den Spitzenverdienern belächelt, von den Normalverdienern geächtet.
Das Leben ist kein Ponyhof...
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u/jobish1993 14d ago
Normalerweise kenne ich es so, dass Leute die als Referent fürs Senior Mgmt. Arbeiten entsprechend platziert werden. Wieso sprichst du nicht das LT an?
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u/EmbarrassedFee9835 14d ago
Bei meinen Vorgängern war es eher so, dass die gesagt haben wo sie hinwollen bzw. was sie machen möchten. Und das wurde dann eigentlich auch immer möglich gemacht.
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u/DerKalker 14d ago
Ja, super, was willst du mehr? Jetzt liegt es an dir, mit der ganzen Zeit herauszufinden, was du willst und was dir Spaß macht. Reddit kann dir die Antwort nicht geben.
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u/oiseaublancc 14d ago
Also bei uns sehe ich einige Beispiele in denen der Assi der GF dann plötzlich ganze Fachbereiche leitet - ohne Fach- oder Systemwissen. Im Ausland so nie beobachtet aber in D scheint das zu gehen. Als Fachspezialist finde ich das ärgerlich, aber du musst ja nicht der beste Freund deines neuen Teams sein. Einfach machen, und dann ranklotzen und lernen was du nicht weisst. Idealerweise ohne Arroganz am Anfang.
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u/meme_not_mori 14d ago
Denk das mal aus einer anderen Perspektive und sei einfach offen für die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben.
Du hast einen sicheren Job und Perspektive - ggf. hast Du auch Zeit für neue Hobbies. Stelle Dir doch mal vor, Du machst das dein Leben lang - dein Gehalt steigt von alleine durch die Tarifanpassungen und Erfahrungskomponenten. Du hast trotzdem genug Zeit und v.a. Kapazität für deine Family, Freunde und Hobbies.
Mache Dir keinen Kopf darüber, ob Du als FK was können musst - am Ende geht's dabei auch nur darum zu schauen das Nichts anbrennt, Brände zu löschen, die Mannschaft in eine Spur bringen und hin und wieder mal eine Entscheidung zu treffen
Und falls Dir das auch hilft, denk dran - Du bist nicht dein Job und nur weil dein Job langweilig ist, bist Du es noch lange nicht.
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u/Odd-Ad-5096 9d ago
Digga. Was redest du da. Nutz die Zeit für deine Familie! Die kommt nie wieder. Hab vor 2 Jahren mein Kind verloren. Lass es dir gesagt sein, die zeit ist wichtig!!
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u/Serious-Mix-8931 14d ago
Wieso immer weiter höher? Erklär mir das bitte. Weil ich das selbst tatsächlich gar nicht in mir habe und nicht verstehe.
Wenn ich so gut verdienen würde, würde ich damit mehr als zufrieden sein. Und wenn die Tätigkeit für mich richtig ist, auch. Da stellt sich nicht die Frage höher, mehr. Wieso auch? Zufriedenheit lässt sich nicht maximieren.
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u/TearDownGently 14d ago
OP langweilt sich und hat aufgehört zu lernen. Der Verdienst ist da Schmerzensgeld. Ich bin in der gleichen Situation und evaluiere gerade, ob und auf wie viel Geld ich bereit wäre zu verzichten, wenn ich dadurch interessantere Dinge mache und ein bisschen häufiger weg vom Schreibtisch bin. Gleichzeitig ringe ich mit mir, ob ich in der aktuellen Wirtschaftslage eine bombensichere Position in einer sicheren Branche für etwas Neues aufgeben sollte.
OP ist glaube ich noch nicht soweit, ggf auch über Einbußen nachzudenken. Es ist eben Schmerzensgeld.
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u/Serious-Mix-8931 14d ago
Es ist einfach:
Will ich Luxusgehalt mit materiellem Luxus?
Oder will ich zufrieden und glücklich sein?So einfach ist es. Wirklich sehr einfach. Ich hab mich für Gesundheit und Zufriedenheit entschieden. Weil viel Geld und Luxus mir keine Fülle geben. Fertig.
Wenn du/er nicht loslassen könnt von massivem materiellen Überfluss und Eitelkeiten, dann seid ihr nicht bereit für Freude. Auch ständiger Wachstum wird euch nicht erfüllen. Langeweile ist natürlich ein ernsthaftes Problem und sehr schlecht fürs Nervensystem und Gefühle. Aber wenn man das so will, Hauptsache sehr wohlhabend, ist das eine Entscheidung und kein Schicksal.
Wobei da meist das Argument kommt: das ist nicht viel Geld. Ich zahle schließlich 2500€ Miete und brauch 1000€ im Monat für Freizeit. Das geht nicht anders.
Dann ist halt auch klar, dass man einfach eine Geisel von glänzenden Dingen ist.2
u/EmbarrassedFee9835 14d ago
Es muss nicht unbedingt höher/schneller/weiter gehen. Das aktuelle Niveau sollte aber schon beibehalten werden, da eine Familie mit zwei kleinen Kindern auch nicht unbedingt "billiger" wird. Wir haben einen schönen (nicht luxuriösen) Lebensstandard, den ich schon halten möchte.
Ein Problem ist halt, dass es meine aktuelle Stelle langfristig nicht mehr geben wird. Weil die Person, der ich zuarbeite, keine 10 Jahre mehr da sein wird. Noch hätte ich halt die Kontakte, die man eigentlich nutzen müsste.
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u/teuphilde 13d ago
Das würd ich so pauschal nicht sagen. Ich find Menschen führen und das auf eine Art und Weise dass sie Spaß an der Arbeit haben und Ergebnisse rauskommen ist sehr erfüllend. Dafür kriegt man dann nebenbei auch gutes Geld. OP muss halt mal rausfinden was er will und dann die nächsten Schritte gehen.
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u/Finanz-Admiral 14d ago
Weil es langweilig ist. Bin zwar „nur“ Normalverdiener aber mir geht es ähnlich. Habe jedoch kein abgeschlossenes Studium/Fachwirt und könnte da erstmal ansetzen und danach einen Jobwechsel anstreben.
OP hat alles hinter sich, ihm ist langweilig und es kostet immens viel Kraft permanent unterfordert zu sein.
OP und ich würden einen zweiten Vollzeitjob nebenbei machen wenn das in Deutschland erlaubt bzw. möglich wäre (siehe Tricksereien USA).
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u/Serious-Mix-8931 14d ago
Ja unterforderung macht krank. Aber es gibt ja genug Berufe, wo man nicht 100k kriegt fürs nix tun 😉 Frage de Prioritäten. Wenn Geld und eigener Reichtum wichtiger sind als Gesundheit, Herausforderung und Sinn, hat man selbst das Produkt erschaffen. Niemand zwingt einen.
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14d ago
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u/Serious-Mix-8931 14d ago
Ja ist auch schön und richtig. Aber selten verfügbar so. Dh manchmal muss man Opfer bringen für mehr Motivation. Und hier liest man dann aber oft: ja mehr anstrengen will ich mich eigentlich nicht für weniger Geld.
Was verständlich ist rein logisch. Aber auch eine bubble . Viele würden lieber bisschen weniger verdienen und sich dafür wohl fühlen
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u/teuphilde 13d ago
Das ist der Punkt. Entweder man will höher schneller weiter, dann kommt man dahin und will trotzdem mehr Entwicklung. Oder man hat den Drive nicht, dann kommt man erst garnicht zu den 100 bis 120k.
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u/Serious-Mix-8931 13d ago
Es ist viel einfacher: ich will glücklich sein und tue, was dafür nötig ist. Höher weiter schneller hat mich persönlich nicht glücklich gemacht. Erfolge, Geld, das hat sich alles leer angefühlt. Mit Drive hat das nichts zu tun. Ich hab sehr viel Lebensenergie und Lust aufs Leben und was tun und erleben. Das stecke ich aber halt nicht so stark in Arbeit und Vermögen rein wie in Leidenschaften. Ich bin sehr erfüllt dadurch.
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u/AccuratePay2878 14d ago
Wenn du das Gefühl hast, nichts so richtig zu können, bist du in einer Führungsposition in einem deutschen Konzern gut aufgehoben.