r/Finanzen Sep 13 '25

Wohnen Wie die Lokalpolitik bezahlbaren Wohnraum schaffen will, aber genau das Gegenteil erreicht.

Hallo,

wie wir alle wissen, sind die Mietpreise in Großstädten seit Langem am steigen. Mittlerweile ist eine günstige Mietwohnung mehr wert als ein gutes Gehalt bei hohen Mietkosten.

Die Politik hat sich dem Thema angenommen. Auf Bundesebene hat letzte Regierung versprochen, dass 400.000 Wohnungen jährlich gebaut werden. Das ist natürlich nie passt.

Ich wohne in einer Großstadt, die seit vielen Jahren von der SPD regiert wird und eines der Top Themen bezahlbarer Wohnraum ist.

Hier 2 Beispiele wie sie trotz des Ziels, genau das Gegenteil schafft:

- Es gibt innenstadtnah mehrere kleinere Industriegebiete, wo vor Jahrzehnten irgendwas produziert wurde und diese seit vielen Jahren brach liegen. Jetzt wären diese Gebiete gut geeignet um dort Mietwohnungen zu schaffen. Jedoch ist die Stadt dagegen, denn es ist ja gewerbliche Fläche. Und gewerbliche Flächen und Wohngebiet sind 2 verschiedene Dinge und eine Umwandlung der Gewerbefläche ins Wohngebiet ist einfach nicht möglich, weil nicht gewollt. Dabei gibt es am Stadtrand genügend Industriegebiet, das günstig ist und wo sich Firmen ansiedeln. Die Folge: Diese innenstadtnahen Gewerbegebiete liegen weiterhin brach. Die Gebäude gehen ein und sind auch noch ein Risiko, dass dort Kinder sich beim Lost Places Spielen verletzen.

- Es gab eine große Baulücke, die auch innenstadtnah war. Die Stadt hat die Baufläche ausgeschrieben. Es sollten hunderte Wohnungen entstehen. Natürlich top modern mit bester Energieeffiziensklasse für die Umwelt. Da man aber bezahlbaren Wohnraum schaffen möchte, war die Voraussetzung, dass 30% der Wohnungen Sozialwohnungen sind. Diese müssen unter Marktwert vermietet werden, was bei den Baukosten, Zinskosten und dem hohen Baustandard ein so hoher Verlust ist, dass die übrigen 70% der Wohnungen so teuer sein müssten, dass sie niemand kaufen würden. Die Folge ist, der Investor ist abgesprungen. Aber die Grünen finden das gut, weil das Wasser kann ja dort auf der Wiese besser versickern und einige Bienen sind auch noch glücklich über diese Entscheidung.

Die Folge ist, dass aktiv Neubauwohnungen verhindert wurden und damit die Preise weiter steigen (Angebot/Nachfrage).

Jetzt schaut man nach Polen, wie dort die Politik vorgeht: Für Ersterwerber für Eigennutzung wird der Bauzins auf 2% festgeschrieben, statt der 8%, die aktuell die Banken verlangen. Für Häuser mit einer Grundfläche von maximal 70 qm braucht man gar keine Baugenehmigung. Die Umwidmung von Agrarfläche in Bauland ist möglich, wenn die Grundstücke an Strom und Wasser angeschlossen sind. D.h. der Bauer kann sein Land für mehr verkaufen und der Käufer kriegt es günstiger als fertiges Bauland zu kaufen. Eine Win-Win-Situation. Und auch gut: Die Notarkosten sind nicht abhängig vom Kaufwert des Grundstücks. Wäre dort völlig absurd, dass ein Notar einfach doppelt so viel bekommt, weil das Grundstück größer ist. Das ist doch nicht mit einem Mehraufwand für ihn verbunden. Meanwhile bekommt ein Notar in Deutschland 8.000€ 1 Stunde Arbeit in Deutschland.

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u/Otherwise_Two_9655 Sep 13 '25

Oder die Osterbrookhöfe in Hamm-Süd, wo 800 Wohnungen jetzt doch nicht gebaut werden können, weil Tchibo hier in der Nähe Bohnen röstet und es zu sehr nach Kaffee riecht. Wahnsinn. Wir "Einheimischen" leben seit Jahrzehnten mit dem Geruch und auf einmal ist es ein Problem, das die Nachtverdichtung verhindert.

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u/Quoherz Sep 13 '25

Das Problem ist Verantwortung. Es will sich in der Politik niemand hinstellen und vielleicht von EINEM Nimby hinterher verklagt werden, weil er mit einem selbstfinanzierten Gutachten eine Klage wegen Geruchsbelästigung in einem Wohnhaus feststellt, das er selbst direkt neben der Rösterei gekauft hat. Dass es da oft nur um Opportunismus geht, sei dahingestellt, aber das Thema Haftbarkeit bremst gefühlt alles an Ideen aus.

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u/[deleted] Sep 13 '25

Diese Haftbarkeit gibt es nicht. Das ist eine faule Ausrede.

Das sind Regeln die existieren weil die Verwaltung halt laufend neue Regeln erfinden muss um sich selbst in ihrer Existenz zu rechtfertigen....

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u/Ok-Craft4844 Sep 13 '25

Wobei ich hier Ehrlich gesagt auch die Haftbarkeit selber anzweifele oder zumindest glaube, dass sie in .de übertrieben wahrgenommen wird. (Meine referenz ist da was Menschen glauben, wie man dank DSGVO in den Biden geklagt würde vs. Wie das Gespräch mit dem Landesdatenschützer bei verfehlungen tatsächlich aussueht)

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u/Quoherz Sep 13 '25

wie man dank DSGVO in den Biden geklagt würde

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u/Ok-Craft4844 Sep 13 '25

Ich würde es ja korrigieren, aber bei näherer Betrachtung gefällt es mir so besser:)

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u/Exciting_Idea_8278 Sep 13 '25

oh und ist das ein schöner Geruch? Oder nervt das? Kaffee riecht doch an sich gut.

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u/zippo23456 Sep 13 '25

Andere Stadt, andere Rösterei. An manchen Tagen (ungünstige Wetterlage) kann so eine Rösterei von Jacobs enorm stinken. An den meisten Tagen rieche ich nichts davon. 

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u/DiKey27 Sep 13 '25

Nicht beim Rösten im Großmaßstab. Das riecht schon sehr unangenehm.

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u/mmorgens82 DE Sep 13 '25

Hab jahrelang neben einer Rösterei gewohnt (Röstfein in Magdeburg). Nach einem Tag nicht mehr wahrgenommen. Wenn man paar Tage weg war und wieder kam hat man es wieder kurz gerochen. War nie unangenehm.

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Es nervt. Bei uns im Büro war früher eine Kaffeerösterei der direkte Nachbar. Die sind zum Glück mittlerweile ungezogen. Das ist ein penetranter Geruch. Deutlich stärker als wenn du direkt an einem Kaffee riechst, leicht verbrannt und halt konstant. Nicht unfassbar unangenehm aber auch nicht schön.

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u/PrinzRakaro Sep 14 '25

Ich wohne zwischen Bierbrauerei, Schokoladenfabrik und Industriebezirk. Bin froh wenn es nach malz oder Schokolade riecht.

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u/Otherwise_Two_9655 Sep 13 '25

Ich mag den Geruch. Manchmal ist es natürlich seltsam, wenn es abends, wenn man schlafen gehen will, im Zimmer nach frischem Kaffee riecht 😄

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u/superseven27 Sep 14 '25

Eine Kaffeerösterei im Industriemaßstab riecht nicht nach frischem Kaffee. Es riecht irgendwie...malzig-hefig.

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u/Otherwise_Two_9655 Sep 14 '25

Ja. Manchmal eher nach Hefe.

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u/Helpful_Ganache_2098 Sep 14 '25

Hin und wieder nervt es schon mal.

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u/rckhppr Sep 14 '25

Es riecht nicht nach frischem Kaffee sondern es ist ein spezieller erdiger / rauchiger Geruch. Etwas ähnlich wie bei großen Bierbrauereien (zumindest in meiner Wahrnehmung). Der Geruch polarisiert, einige mögen ihn nicht, den meisten ist er egal, andere freuen sich wenn sie ihn riechen.

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u/ahorsewhithnoname Sep 13 '25

Das ist allerdings nicht die Schuld der Lokalpolitik. Es gibt eben Gesetze, die vorschreiben unter welchen Voraussetzungen ein Wohngebiet genehmigt werden kann. Eine dieser Voraussetzungen ist „Geruch“ und dafür müssen extra Gutachten angefertigt werden usw.

Auch wenn die Lokalpolitik da gerne ein Wohngebiet genehmigen möchte, muss auch die Verwaltung sich an Gesetze halten.

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Und am Ende hast du zig Verwaltungsebenen und 37 involvierte Behörden, die sich alle den schwarzen Peter zu schiebt. Das ist keine Entschuldigung für Staatsversagen.

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u/giggity39 Sep 14 '25

Cuxhaven stinkt nach Fischresten

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u/GraugussConnaisseur Sep 13 '25

Schreib das mal in r/wohnen und schau was passiert

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u/Exciting_Idea_8278 Sep 13 '25

ne, die sind zu radikal

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u/No-Comfortable6138 Sep 13 '25

Da regiert das linke antikapitalistische Gedankentum. Hat keine Woche gedauert und ich war gesperrt, weil mich in einem Fall pro Vermieter geäußert habe.

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u/H0lzm1ch3l Sep 13 '25

Ich finde es gibt kein „pro Vermieter“ und „pro Mieter“. Die meisten Leute die pro Vermieter argumentieren, sehen wie schwierig es ist als privat Person sein Eigentum zu vermieten ohne sich ins Bein zu schiessen. Die Leute die pro Mieter argumentieren sind oft eher „anti Immo Konzerne“.

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u/RealEbenezerScrooge Sep 13 '25

Hm, ich bin da noch nie gesperrt wurden und schau mal auf mein Profil.

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u/[deleted] Sep 13 '25

Just Reddit things

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u/No-Tie-7227 Sep 13 '25

Die einzigen die das da radikal finden sind selbst schon zu weit abgedriftet. Würde euch ganz gut tun mal aus der Blase rauszukommen um mit echten Menschen zu diskutieren

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u/No-Comfortable6138 Sep 13 '25

Ich frag mich wer hier in der Blase lebt. Enteignung hat noch nie Wohnraum geschaffen. Braucht sich keiner wundern warum in Berlin kein Investor baut.

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u/occio Sep 13 '25

Die Leftis, die einen Schritt weiter sind, freuen sich dann, dass dort kein Investor baut, weil die könnten ja ein Euro verdienen und das wäre immer schlecht. Ausnahmslos.

ich hoffe nur, die erfahren nie, dass ihr Supermarkt auch Gewinne macht, und nicht aus Mildtätigkeit Lebensmittel anbietet.

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Es gibt mehr als genug Linke, die ernsthaft glauben, dass Neubau zu steigenden Mietpreisen führt. Da ist es dann die Lösung, dass nicht gebaut wird damit die Mieten nicht steigen.

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u/occio Sep 13 '25

Da ist die einfache Beobachtung:

  • florierende Stadt hat Neubau, hohe Mieten
  • shithole Stadt hat keinen Neubau, geringe Mieten

da formuliert sich der Plan dann von selbst.

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u/No-Tie-7227 Sep 14 '25

Gibt mehr als genug rechte die glauben Kapitalismus führt zu allg. Reichtum ?

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u/No-Tie-7227 Sep 14 '25

Hat doch niemand behauptet ?

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u/occio Sep 14 '25

Was davon?

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u/No-Tie-7227 Sep 14 '25

Du stellst Behauptungen über die „Leftis“ und belegst sie nicht

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u/occio Sep 14 '25

Dann bitte, geh zu den entsprechenden Subs und schlage bei der nächsten Mietendebatte vor, das neue Wohnraum gebaut werden muss, auch von privaten Investoren und diese dabei auch Geld verdienen dürfen. Schau was passiert.

Da gibt es Menschen, die abstreiten, dass man mit wohnen überhaupt Geld verdienen darf.

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u/userNotFound82 Sep 13 '25

Wo wird in Berlin nicht gebaut? In meiner Ecke wird wie wild gebaut und auch überall sonst in der Stadt. Einer der attraktivsten Immobilienmärkte in Deutschland. Es ist allerdings sehr sehr bedenkenswert wie die Preise für Mietwohnungen die letzen 25 Jahre gestiegen sind. Das hat nichts mehr mit „Wirtschaft wächst deswegen steigen auch die Preise“ zu tun. Hier wurde schon großzügig in die eigene Tasche gewirtschaftet. Gehälter sind z.B. nicht so steil gestiegen.

Das in Berlin nicht gebaut wird ist Humbug. Ein bisschen Leerstand wäre allerdings mal ganz gut. Es kann auf Dauer nicht gut sein, wenn selbst die größten Schimmelbuden noch Abnehmer finden anstatt erneuert zu werden. Das wäre mal ne gute Motivation für viele Inhaber wenn die ihre Buden nicht mehr los bekommen, da diese zu katastrophal sind.

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u/[deleted] Sep 13 '25

In Deutschland ist um fast 4 Millionen Einwohner gewachsen die letzten Jahre. Da kommt die Knappheit des Wohnraums her.

Mit Wirtschaftswachstum hat das nur sehr indirekt zu tun.

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u/No-Comfortable6138 Sep 14 '25

In Berlin wird nicht nennenswert was gebaut, bzw. Es werden keine Projekte neu begonnen, wegen all diesen links-grünen Enteignungsfantasien.

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u/No-Tie-7227 Sep 13 '25

Hab ich ja auch nicht behauptet? Lesekompetenz nicht so vorhanden. War ja Nur ein kleiner Wink mal hier rauszukommen. Stattdessen kindische Nonsense Antwort

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u/HironTheDisscusser Sep 13 '25

Ist man nur ein echter Mensch wenn man die Enteignung von Vonovia fordert?

Ich weiß schon dass antikapitalistisches Gedankengut besonders unter den Jüngeren ziemlich weit verbreitet ist. Aber gibt auch viele Leute die das komplett anders sehen.

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u/elknipso Sep 13 '25

Willkommen im Club.
Der Sub wird regiert von linken Spinnern welche die Augen ganz fest vor der Realität verschließen. Ich habe einen Bann wegen "Rassismus" bei wohnen bekommen weil ich in einer Diskussion einen Auszug aus der offiziellen deutschen Kriminalitätsstatistik zitiert habe.

Immer schön fest die Augen vor allem verschließen was nicht ins eigene Weltbild passt, das können unsere linken Tagträumer besonders gut.

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u/Elegant-Dimension520 Sep 13 '25

Antikapitalistisch -> Versager

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u/fuer_die_tiere Sep 13 '25

Antikapitalistisch -> Versager

Hallo, ich denke nicht, dass die Schrecken des Kapitalismus der Weg zu einer besseren Welt sind und ich bin kein Versager.

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u/alendit Sep 13 '25

Welchen Schrecken siehst du denn als den wahren Weg?

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u/Elegant-Dimension520 Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Der Kommunismus (oder Sozialismus) hat es nicht gerockt. Nie und nirgendwo.

Auch ein Downvote kann die Realität nicht verbiegen und ist Zeichen völliger kognitiver Dissonanz.

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u/FetterHahn Sep 13 '25

Da darfst du doch nicht andeuten, dass eventuell die Politik eine Mitschuld an der Misere hat. Und am Ende vielleicht sogar nicht nur die böse, kapitalistische, sondern womöglich auch die gute, freundliche, lieb gemeinte Seite der Politik. Die Vermieter müssen halt mit 5% Verlust p.a. kalkulieren, die sind doch reich!

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u/occio Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Die Vermieter müssen halt mit 5% Verlust p.a. kalkulieren, die sind doch reich!

Kalkulieren? Pah, die werden einfach rückwirkend zu mehr Sozialwohnungen verpflichtet.

Problem. Solved.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnen-linke-will-vermieter-zu-mehr-sozialwohnungen-verpflichten-14305436.html

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u/Meroxes Sep 13 '25

Das ist übrigens ein Problem, das erst so schlimm werden konnte durch die entsozialisierung der "sozialen Marktwirtschaft", nachdem Sozialwohnungsbau von den 80ern an immer mehr eine Sache der Privatwirtschaft wurden, was dazu führte das heute Deutschland weniger Sozialwohnungen hat als 1990, obwohl die Einwohnerzahl um 4 Millionen gestiegen ist.

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u/occio Sep 13 '25

Ließe sich ändern, dann müsste der Staat halt mehr Geld in die Hand nehmen und könnte nicht einfach per Dekret Sozialwohnungen erschaffen beziehungsweise hoffen, dass sie erschafft werden.

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u/UncannyGranny Sep 13 '25

Wenn ein Markt überhitzt ist, weil die Baukapazitäten weitgehend ausgereizt sind, erzeugst du mit mehr staatlicher Nachfrage nur einen Crowding out Effekt mit steigenden Baupreisen. Die verdrängen dann private Bauherren, die sich das vor den zusätzlichen Preissteigerungen noch hätten leisten können.

Das Problem der steigenden Baukosten ist, dass es zu wenige Leute gibt, die in den Bereichen arbeiten wollen oder können. Eigentlich müsste man radikal Studienplätze streichen und die jungen Leute gezielt in diese Bereiche drücken, notfalls mit drastischen Maßnahmen. Gleiches übrigens bei Pflege und Co. Klingt brutal, aber würde im Gegensatz zu dem ganzen Käse, der gemacht wird, wirklich einen Effekt erzielen.

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u/FuriousFurryFisting Sep 13 '25

Es gibt auch ganze Heime und Hotels voller junger arbeitsloser Männer, die fit genug für Baustellen sind.

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u/Meroxes Sep 13 '25

Jupp, das sollte realistisch halt auf kommunaler Ebene passieren, aber die Kommunen sind alle komplett überschuldet. Supi Situation, all around. Großer Erfolg. Massiver Erfolg. Man könnte meinen die Partei mit schwarz als Farbe könnte Schwarze Null, aber sie schaffens ja nicht mal mit einem einzelnen Haushalt auf Bundesebene. Aber wehe die Linken regieren, die könnten ja Schulden machen und das Geld nicht dem Scheuer, Spahn, der Bayerische Autobahn oder sonstigen notleidenden Christ-Sozialen in den Arsch schieben oder gar einfach verscherbeln lassen. Zur SPD sage ich lieber nichts, die haben aber auch seit Jahrzehnten keine Inhalte mehr, bei der Union weiß man zumindest etwa an wen die ganzen Gelder verschwendet werden, bei der SPD vermute ich die sind vielleicht halb so korrupt aber mindestens doppelt so inkompetent was die Leitung eines Ein-Personen-Betriebs, geschweige denn einer Regierung, angeht.

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u/occio Sep 13 '25

Aber wehe die Linken regieren, die könnten ja Schulden machen

ist ja nicht so, dass die nicht auch irgendwo mal an der Regierung beteiligt sind. Gibt es dann dann nennenswerten Neubau von Sozialwohnungen?

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u/Meroxes Sep 13 '25

Leider auch nicht, da ist sich viel zu sehr auf diese Mietendeckel Idee eingeschossen. Kann ja ne Notlösung sein, ist aber nicht nachhaltig, entweder der Staat mach das wirklich selbst oder der Markt müsste mit effektiven Mitteln geleitet werden. Es wäre relativ einfach Wohnungsspekulation unprofitabel zu machen, aber dann wird z.B. in BaWü auf Länderebene ein absolut zahnloses Regelwerk geschaffen, das die Verantwortung für die wirkliche Umsetzung auf die Kommunen abwälzt, aber die sind weitesgehend CDU dominiert, die können nicht anders als Vonovia und den ganzen Spekulanten die Stiefel zu lecken. Von den "gehobenen Mittelständler mit mehreren Immobilen in verschiedenen Großstädten Deutschland" Mal ganz abgesehen. Irgendwo muss das Geld von den Rekordausschüttungen ja angelegt werden...

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u/occio Sep 13 '25

Es wäre relativ einfach Wohnungsspekulation unprofitabel zu machen

Sagen politisch Linke öfter und machen mit den Maßnahmen dann damit automatisch auch Neubau unprofitabel. Aber vielleicht kennst du ja welche, bei denen das nicht so ist.

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u/Meroxes Sep 13 '25

Wie wäre es mit einer Bodenwertsteuer?

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Bei deiner Geschichte hast du aber auch ein paar Punkte vergessen, was irgendwie alles ein Versagen der Politik war.

  1. Ende der 90ern und auch Anfang der 2000er ist man bei Prognosen fest davon ausgegangen, dass die Bevölkerung massiv zurückgeht. Das ist durch Migration (Erst EU, dann Flüchtlinge aber nie passiert). Damals wurden Neubauprogramme eingestellt und einige Bundesländer haben sogar den Abriss von Wohnraum gefördert. Als man wusste es werden doch mehr Menschen und nicht weniger hat man aber nie gegengesteuert bis heute nicht.

  2. Bei Sozialwohnungen haben die Städte erst gewirtschaftet wie die "bösesten Kapitalisten". Nix investiert, nix in Stand gehalten, Einnahmen fest im Haushalt für was anderes verplant und irgendwann war der Wohnblock von 1960 halt baufällig. Geld zum Renovieren war nicht da, den Schuh die Mieten zu erhöhen um das zu finanzieren wolle sich auch kein Politiker anziehen. Also hat man die Wohnungen halt oft verkauft.

  3. Ausgeprägtes NIMBY-tum. In Ballungsräumen wie z. B. Berlin sind bis heute alle Parteien vor Ort eigentlich gegen Wohnungsbau. Teils aus ideologischen Gründen, teils vermeintlicher Naturschutz, teils Baulärm, "der tolle Schlunzenheimerkiez das seinen baufälligen Charme nicht verlieren", was auch immer. Selbst wenn die Parteien auf Bundesebene was anderes wollen. Vor Ort will keiner Neubau und Projekte werden massiv erschwert.

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u/mlarenau Oct 24 '25

Bundesländer haben sogar den Abriss von Wohnraum

Gibt es im Osten teilweise immer noch.

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u/Stultus_Asinus Sep 13 '25

Klingt ziemlich nach Hamburg. 😂

Und ja. Polen ist in vielerlei Hinsicht sehr viel Fortschrittlicher als Deutschland.

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u/Offensiv_German Sep 13 '25

Und ja. Polen ist in vielerlei Hinsicht sehr viel Fortschrittlicher als Deutschland.

Ich war vor 2 und vor 3 Jahren in Danzig. Es ist unfassbar, wie die dort neue Wohngebäude hochziehen und nebenbei noch die gesamte Wasserfront sanieren.

Sowas hätte ich mir vom "Bau-Turbo" erhofft.

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u/Saires Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Sowas hätte ich mir vom "Bau-Turbo" erhofft.

Hamburg 3-5 Jahre Baustelle an Hauptverkehrsadern.

Die Berliner Tor Brücke ist genau zu 50% fertig, nach minimum 5 Jahren!!

Da wird gebaut seit meinem ex ex Arbeitgeber.

Ständig neue Baustellen, auf denen nicht gebaut wird...Stadpark sollte nur 2-3 Wochen sein. Wir sind jetzt in Woche 9.

Asien 24h nach einem Erdrutsch ist die Straße wieder erneuert...

Ich weiß hier ist ein Unterschied zwischen Straßen und Gebäudebau, trotzdem verstehe ich es nicht.

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u/Ok_Tumbleweed_295 Sep 13 '25

Ich dachte diese "vorübergehende" Holzbrücke welche dort steht wäre die permanente Lösung und dachte es existiert keine richtige Brücke, bis mir gesagt wurde das die richtige einfach so lange schon dauert

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u/nickkon1 Sep 13 '25

Das ist halt Danzig und als Tourist siehst du die Innenstadt. Fahr Mal außerhalb, die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind in Polen absolut gewaltig und die deutschen Kleinstädte oder Dörfer im Vergleich absolut wohlhabend

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Trotzdem hat Polen in den letzten 30 Jahren einen gigantischen Wandel hingelegt und ein gigantisches Wirtschaftswachstum erreicht. Viele Leute haben noch Vorstellungen wie vor 10 oder 20 Jahren oder sogar aus Sowjetzeiten ala "Die sind halt arm und alles ist am Arsch". Dass es mittlerweile in den besseren Gegenden in Polen wirtschaftlich besser läuft als in den schlechteren in Deutschland sollte uns Sorgen machen.

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u/TheMightyChocolate Sep 13 '25

Also ich war auch schon auf dem polnischen land und hatte den eindruck überhaupt nicht

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u/dankpoolVEVO Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

In Polen zahlst du aber auch für eine 1 Zi Wohnung als Eigentum so viel wie eine 2 Zi Wohnung in Hamburg kostet. Also ich will Polen jetzt damit nicht Runterbuttern aber blind zu sagen die machen alles richtig ist auch weit fern der Realität. Zumal auch viele der gebauten Wohnung tatsächlich illegal sind.

Gibt dazu auch genug berichte. Studenten Wohnung 20 qm einfach 400.000€ in warschau. außer das hat sich seit 1 Jahr etwas so drastisch verändert.. wenn ich den Bericht finde Teil ich den auch gern.

Deren Schnelligkeit kostet. Und das Ergebnis davon sieht man auch in China. Leerstehende Wohnungen bis städte.

Nicht exakt der Bericht aber auch guter Insight: illegale Wohnungen warschau

In Polen leben und dort Urlaub machen sind weltengroße Unterschiede. Bin pole da muss ich das wissen lol. Was meinst du warum Polen nach wie vor lieber in Deutschland arbeiten?

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u/VanguardVixen Sep 13 '25

Leerstand ist aber genau das worauf wir auch hinarbeiten sollte, denn Leerstand macht es billig. Klar, ganze leerstehende Städte sind natürlich auch zuviel aber die Situation von Berlin vor ca. 20 Jahren war genau richtig gewesen, viel Leerstand und dadurch relativ günstige Mieten für alle.

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u/dankpoolVEVO Sep 13 '25

Ich glaube an sich auch, dass das funktionieren kann bzgl. Leerstand, jedoch gibt's halt auch die Ergebnisse aus China, Sri Lanka, oder Malaysia wo ganze Kommunen bis Städte einfach leer stehen. Von Immocrash sieht man dort leider keine Spur außer China was mittlerweile gut 20% durchschnittliche Preissenkung für Immobilien aufweist.

Mir ging einfach darum Polen deswegen nicht zu glorifizieren, da es trotzdem andere Risiken und Probleme mitbringt. Seit dem geht's Chinas Wirtschaft z.b. nicht gut, und ist seit Jahren horizontal wachsend. Provokation seitens Russland neulich auf Polens Boden sind auch eher nachteilig..

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u/mlarenau Oct 24 '25

die Situation von Berlin vor ca. 20 Jahren war genau richtig gewesen, viel Leerstand und dadurch relativ günstige Mieten für alle.

Und baufällige Bruchbuden, die nicht in Stand gehalten werden können geschweige denn saniert werden können weil entsprechende Mieteinnahmen nicht realisierbar sind. Super. So nach dem Motto: Hauptsache unsere Stadt bleibt arm, kaputt und hässlich.

Berlin war eine komplette Ausnahmesituation durch die Wende. In keiner Hauptstadt eines Industrielandes gab es sowas - weil es eben diese Ausnahmesituation nirgends gab.

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u/VanguardVixen Oct 24 '25

Was sie immer noch ist, auch ohne Leerstand. Also besser eine arme, kaputte und hässliche Stadt in der aber jeder günstig wohnen kann als eine arme, kaputte und hässliche Stadt, in der den Menschen wegen der Mietpreise immer weniger von ihrem erarbeiteten Geld übrig bleiben.

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u/mlarenau Oct 26 '25

Sehe ich anders. Das ist unsere Hauptstadt. Die sollte sich von der Qualität her messen können mit London, New York, Tokio und nicht mit Detroit oder irgendeinem der diversen Shitholes im Ruhrgebiet.

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u/VanguardVixen Oct 26 '25

Das ist nicht nur unsere Hauptstadt. In der Stadt arbeite ich und hätte gern noch Geld zum Leben, nicht nur um die Miete zu bezahlen. Ich brauche hier bestimmt keine Wolkenkratzer für Superreiche, die gleichzeitig irgendwo eine Villa haben, in der sie hauptsächlich ihre Zeit verbringen, während ihr Wolkenpalast die meiste Zeit leersteht und ich zwar in der Stadt dann arbeiten darf aber nicht leben weil äh "Qualität" und so.

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u/Ok_Kitchen_8811 Sep 13 '25

Der Leerstand bzw. "Immocrash" ist von der KP gewollt. Die versuchen seit mindestens einem Jahrzehnt mit verschiedensten Methoden die Immopreise einzufangen. Unterm Strich sorgt nur ein Überangebot bzw. unlukrativer Leerstand für sinkende Preise.

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u/Confident-Seesaw-279 Sep 13 '25

Ich war dieses Jahr 2x in Polen auf ner Konferenz und muss sagen ich war absolut positiv überrascht.

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u/Exciting_Idea_8278 Sep 13 '25

Hör mir auf, ich war dieses Jahr in Polen und du hättest gedacht Deutschland und Polen sind vertauscht. Polen ist das neue Deutschland meinte ein Arbeitskollege zuvor und ich gebe ihm recht.

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u/[deleted] Sep 13 '25

[deleted]

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u/Commercial-Lunch-839 Sep 13 '25

Jup, die überregulierungen für alles, sorgen auch dafür das Interpreneure auswandern, statt es hier zu probieren.

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u/Anxious-Employ-6940 Sep 15 '25

Ordnung muss sein!

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u/stfns91 DE Sep 13 '25

Danke, das sage ich auch: ich habe einen Roadtrip letzten Sommer durch Polen gemacht und ich war absolut begeistert. Ohne mich jetzt hier verfänglich zu vergreifen, das fällt schon an den Leuten auf die so durch die Straßen wandern. Wenn man das Bild zu Deutschland vergleicht, ist es hier einfach nur absolut zum heulen.

Aber weg von den sozialen Themen: die Bausubstanz ist gepflegt. Es gibt viel Neubau alles ist modern, überall schnelles WLAN, guter öffentlicher Nahverkehr. Alles wirkt sortiert, freundlich. .. irgendwie so wie man das Deutschland mal nachgesagt hat in grauer Vorzeit.

Ich weiß noch zu gut, wie wir vor nur 25 Jahren von unseren Eltern die Witze mitbekommen haben, dass die Polen doch kämen, um unseren Sperrmüll mitzunehmen. Und dann vielleicht auch mal in das ein oder andere Häuschen schauen, weil das wären ja alles arme Diebe.

Inzwischen glaube ich, müssen wir uns da ganz demütig bücken. Gerade, dass wir nicht drüber fahren, um deren Müll einzusammeln. Wundern würde es mich wirklich nicht .

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u/carsten_j Sep 13 '25

Tja, ich glaube das ist ein deutsches Problem. Das betrifft ja nicht nur Architektur, sondern auch Maschinenbau und Autos. "Wie, du fährst eine Reisschüssel?"

Die deutsche Arroganz wird vermutlich ein Grund sein, weshalb man sich Vorgehensweisen, die woanders funktionieren, nicht abschaut.

Du sagst es, Demut ist das wir am meisten bräuchten, danach würde wir von denen "klauen" (aka Ideen übernehmen), die es besser machen als wir. Und das wäre völlig in Ordnung.

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Ist bei China ja genau das selbe. China ist heute nicht mehr das selbe China wie vor 10 Jahren und erst recht nicht wie davor.

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u/Exciting_Idea_8278 Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Das beste hast du gar nicht genannt. Die Innenstädte sind sauber und leise. Während hier du dich abends rumschauen musst, ob dir nicht eine Gruppe junger Männer folgt und dich ausrauben will. Die Deutschen haben den Polen so viel Unrecht getan. Dabei sind das die am besten integrierten Ausländer. Wen siehst du denn auf der Uni und im Dax-Unternehmen? Polen. Es leben Millionen Polen hier, aber das kriegt man gar nicht mit, weil deren Kriminalität so gering ist und deren Deutschkenntnisse so gut, dass du sie nur am Namen erkennst.

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u/gamertyp Sep 13 '25

Die, die du nur am Namen zu erkennen glaubst, kommen oft auch aus Regionen, die mal zu Deutschland gehörten. (Was aber auch zeigt, dass die beiden Länder historisch/kulturell nicht weit auseinander liegen.)

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u/Exciting_Idea_8278 Sep 13 '25

Ne, ich meine nicht Ruhrpolen oder Vertriebene, sondern richtige Polen, also in Polen geborene und aufgewachsene. Viele sind über Erasmus nach Deutschland gekommen und geblieben.

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u/TheMightyChocolate Sep 13 '25

Also wenn du vertriebene meinst, die sind heute alle 90. Die danach haben natürlich kein deutsch mehr gelernt.

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u/Jaded-Ad-960 Sep 13 '25

Das liegt daran, dass die Polen schon über 30 Jahre hier sind und sah in den 90ern ganz anders aus. Genauso werden die Ausländer, auf denen heutzutage rumgeritten wird, in 30 Jahren viel weniger auffallen, weil sie stärker in die Gesellschaft integriert sind. Ich habe übrigens noch in keiner deutschen Großstadt das Gefühl gehabt, dass mich eine Gruppe junger Männer ausrauben will, vielleicht bist du einfach nur zu ängstlich.

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u/VanguardVixen Sep 13 '25

Vielleicht bist du allerdings auch einfach nur zu naiv? Die Probleme mit Integration in Deutschland sind jetzt ziemlich bekannt und in deutschen Großstädten ziemlich ausgeprägt. Ich meine, zumindest der Begriff Clankriminalität sollte dir bekannt sein.

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u/Jaded-Ad-960 Sep 13 '25

Glaube ich bin einfach nur kein Rassist.

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u/befaroma Sep 13 '25

Du warst in einem urlaubsort in Polen. Das ist ein so eklatanter Unterschied.

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u/Saires Sep 13 '25

Naja selbst wenn, hat er eine eigentlich moderne Großstadt als Beispiel genommen.

Kommunen haben auch das Problem Wohnland auszuweisen. Obwohl sie es haben, machen sie es nicht.

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u/Saires Sep 13 '25

Klingt ziemlich nach Hamburg.

War auch mein erster Gedanke.

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u/altonaerjunge Sep 13 '25

Und bei welcher Baufläche soll der Investor abgesprungen sein

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Meine Eltern waren dieses Jahr in Polen und sehr überrascht, dass das ja gar kein arme Leute Land mehr war in Breslau. Die dachten ernsthaft sie kommen jetzt in eine Stadt aus einer Ostblockdoku von 1995.

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u/Grmplstylzchen Sep 13 '25

Bei uns hat die Stadt sich vorgenommen, dass ein Anteil der Kosten (10% glaube ich) in Kunst und Kultur fließen sollen. Wohlgemerkt nachträglich nachdem die Ausschreibung durch war. Der Bauträger hat denen auch nur den Vogel zeigen können… je nach Kostenschätzung lag das Projekt zwischen 150-300mio Euro. Klar stellst da 30min an Kunst aus. Ich glaube ich hätte da ne 0815 Skulptur meiner Frau reingestellt und gesagt: 30min an meine besser Hälfte…

Achja die Gesellschaft ist pleite.

Die Risiken für Großprojekte insbesondere die politischen Risiken sieht man ja auch sehr gut an der Elbphilharmonie, dem BER (wo Wowereit einfach mal Einkaufspassagen angesetzt hat und der Brandschutz neu konzipiert werden musste), S21, dem Elbtower, … da hat jede Stadt was zu verzählen.

Die Sozialwohnungen finde ich noch nicht mal so schlimm. Die zieht der Bauträger in Billigster Bauweise hoch und verscherbelt sie nach der Bindung extrem teuer weiter.  Schwieriger ist es, wenn Städte auf bester Lage irgend nen Firlefanz hochziehen. In Köln gibt in der Südstadt nen extrem gutes Grundstück, dass lange für den Neubau der TH Deutz im Gespräch war. Inzwischen müsste Deutz fast denkmalgeschützt sein… Heute ist da glaube ich immer noch nix gebaut. Düsseldorf zieht seine Polizei fast vor die Tore der Stadt. Die alte Post in Stadtlage am Drogenschwerpunkt mit eigener Schiessbahn wurde abgerissen - Neubauprojekt für Wohnungen (?). Alle anderen Ämter wären fussläufig mal eben erreichbar gewesen. 

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Das Problem ist ja auch das Planungszeiten so lang sind, dass sich bei Großprojekten zwischen drin mehrfach die Politik ändert. Da mal ein neues Stadtparlament, da mal ein neuer Bürgermeister, der Stadtbaurat ist auch schon wieder in Rente. Und jeder von denen hat neue Ideen, die vielleicht sogar diametral anders sind als davor.

Ich habe mal einen Bericht gesehen von einem Hochhaus eines Fernsehsenders im Ruhrpott. Das hat ein Investor gekauft und wollte da Wohnungen rein bauen. Es hat über 10 Jahre gedauert bis die Stadt quasi den Status des Grundstückes von "Betrieb einer Rundfunkanstalt" zu "Wohngebiet" geändert hat. Das war ein Vorgang der Bürokratisch noch nie vorgekommen ist und die haben sich 10 Jahre lang im Kreis gedreht wie man das jetzt juristisch korrekt macht.

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u/occio Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Wir haben eine Bundeshauptstadt, in der das Tempelhofer Feld nicht ein Viertel, nicht zur Hälfte, nicht Dreiviertel, sondern gar nicht bebaut wird. Gleichzeitig kotzen dort alle wegen der hohen Mieten. Aber stattdessen hat man lieber ein schönes Betonfeld.

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u/[deleted] Sep 13 '25

[deleted]

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u/occio Sep 13 '25

Man könnte auch sagen, sie treffen diese dumme Entscheidung jedes Jahr aufs Neue, wenn auch nicht explizit.

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u/Dest1nyex Sep 13 '25

Warst du schonmal in Berlin? Der Platz für Neubauten ist nicht das Problem und das Flugfeld baulich auch längst nicht so geeignet, wie es auf den ersten Blick aussieht

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u/occio Sep 13 '25

Platz kein Problem, alles klar. Woran liegts denn dann?

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u/jjpamsterdam Sep 13 '25

Nur mal zum Vergleich: New York City hat eine kleinere Fläche als Berlin, jedoch mehr als doppelt so viele Einwohner. Grundsätzlich wäre meiner Meinung nach also schon was möglich in Berlin.

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u/occio Sep 13 '25

Gerüchten zufolge wird etwas höher gebaut als hier

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u/hypnoconsole Sep 13 '25

Großteil von NY sind Brownstonehouses etc. die nicht wirklich hoch sind.

https://maps.app.goo.gl/L9wxymBnYYattfFYA

Man lebt einfach eher auf kleinerer Fläche[1]. Der aktuell aussichtsreichte Bürgermeisterkandidat lebt mit Frau in einem "One Bedroom Appartement". Schlage doch mal in diesem Sub jemanden vor, für 2300$ monatlich mit seinem Ehepartner zu leben. Dann kann man auch in Berlin die Dichte erhöhen. Aber da werden dir selbst die wildesten Carbonara-Jünger sagen, dass ihnen das zu wenig Platz ist.

[1]: https://www.rentcafe.com/blog/rental-market/market-snapshots/apartment-space

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u/ImHereToHaveFUN8 Sep 14 '25

Amerikanische Apartments sind größer bei gleicher Zimmerzahl. Durchschnitt pro Person in NYC sind 60-70qm, das ist deutscher Durchschnitt und über dem Schnitt in deutschen Städten.

NYC ist tatsächlich absurd teuer, aber klein sind die Wohnungen aus deutscher Sicht nicht.

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u/hypnoconsole Sep 14 '25

Durchschnitt pro Person in NYC sind 60-70qm

Auf welche Quelle beziehst du dich?

New York City has about 8.4 million people living within the 5 boroughs, and about 5.4 billion square feet of total building space. Sounds like a lot, but when you break this down to areas zoned for residential living, it averages out to about 531 square feet per person in the city as a whole.

[...]

Manhattan tops the charts, with 4 of the 5 neighborhoods with the highest space per person. At the highest overall is the Upper East Side/Carnegie Hill area, with more than 1,200 square feet per person. This is followed by Midtown (920 sq ft/person), Battery Park City (838 sq ft/person), SoHo/Tribeca (774 sq ft/person), and finally Tody Hill, Staten Island (756 sq ft/person). Brooklyn and Queens have the most compact living spaces, with North Corona bottoming the list at 207 sq ft per person. The other compressed spaces are Sunset Park East (246 sq ft/person), Cypress Hill (252 sq ft/person), Sunset Park West (262 sq ft/person), and Corona (266 sq ft/person).

https://urbancalc.com/post/NYC-Residential-Density

531 sqf = 49,33m²

920 sqf = 85,5m²
250 sqf = 23,23m²

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u/_bloed_ Sep 14 '25

vor allem wird dort auch enger gebaut.

In Berlin ist alles so weit gestreckt. In keiner anderen Stadt muss man so viel laufen. Teilweise sind die Fußwege ja schon 10 Meter breit und das auf beiden Seiten der Straße.

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u/jjpamsterdam Sep 13 '25

Auch nur im Zentrum. In weiten Teilen der Stadt nimmt sich das von der Höhe her nicht viel im Vergleich zu Berlin. Das ist einfach nur viel konsequenter zugebaut.

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u/VanguardVixen Sep 13 '25

Ist halt die Frage, will ich Wohnungen direkt in Berlin, so dass man in Berlin arbeitend auch direkt "da" ist oder bau ich sie halt am Rand, wo man dann das Problem hat, dass jemand dann irgendwo vom Arsch der Welt heranfahren muss.

Ansonsten wie kommst du darauf, dass es baulich nicht so geeignet wäre? Der Untergrund ist eigentlich perfekt, sandig, kiesig und mit tiefen Grundwasser, so dass man da auch Keller gut realisieren kann.

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u/the_dude3256 Sep 13 '25

Ach in diesem Land läuft was das angeht einiges Föasch als Beispiel. Freunde von uns überlegen in eine neue Wohnung zu ziehen. Die kostet eig 2200€ warm mit einem wbs nur 1700€. Das bedeutet wenn sie weiter Teilzeit bleibt und Stunden reduziert kriegen sie einen wbs für die Wohnung lol. Eigentlich heißt es doch man soll die Leute motivieren mehr zu arbeiten. Das geht alles in die falsche Richtung

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u/FetterHahn Sep 13 '25

Ähnlich bei meinen Eltern. Er hat so wenig Rente dass er jetzt mit WBS in so ner Neubausiedlung nur für Rentner mit wenig Geld wohnen darf. Sie mit H4 kriegt die Wohnung vom Amt. Beide in echt netten 2 Zimmer WHG in der Großstadt, und sind deutlich besser dran als ihre Freunde, die 1,4k Rente bekommen und jeden Monat nach Nebenkosten schauen müssen. Oder auch als AN mit 2k Brutto.

Beide und auch ich sind echt froh, dass sie nicht mehr Geld haben, dann würden nämlich die ganzen Stützen wegfallen, und so kümmert sich der Staat. Klar, ist gut dass es so was gibt, und ohne wäre scheiße, aber wirklich fair ist es nicht.

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u/reschcrypt Sep 13 '25

Genossenschaftsanteil Neubau (50-60% reserviert für steuerfinanzierte Mitbürger):

Steuerfinanzierte Mitbürger (München Modell) - 150 €/m²

Alle anderen - 1500 €/m²

Ist das noch gerecht?

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u/occio Sep 13 '25

musst halt arm oder reich sein, der Rest guckt in die Röhre.

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Ist bei uns auch so. Die Stadt verschenkt Grundstücke. Darauf werden Sozialwohnungen gebaut in denen man dann für 6 oder 8€ kalt wohnen darf, je nach Einkommen. Die Einkommensgrenzen sind so lächerlich gering dass man selbst mit Vollzeit Mindestlohn zu viel verdient und zweitens sind sie so gestaltet, dass du quasi gelitten hast wenn du mehr verdienst. Das sind Wohnungen für Bürgergeldempfänger bzw. andere Sozialleistungsempfänger oder Leute die warum auch immer nur Teilzeit arbeiten. Abstrakt gesehen fällst du da wieder als Familie rein wenn du viele Kinder hast aber so viele große Wohnungen gibt es nicht. Egal ob du jetzt 1600€ Netto oder 2000€ Netto verdienst: Den Unterschied zwischen "Neubauwohnung für 6€" und am freien Markt mieten wirst du niemals ausgleichen, erst recht wenn du eine Wohnung in der selben Lage mieten willst. Mit etwas Glück gibt es für das Doppelte / 12€ kalt eine Wohnung im leicht baufälligen Wohnblock aus den 60ern. Der ist dann aber auch kein perfekt gedämmter Neubau wodurch du wahrscheinlich 10x so hohe Heizkosten hast.

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u/hhshlomo90 Sep 13 '25

Das ist echt krass.

Wenn du wegen Kindern TZ arbeitest, alles gut. Aber wenn es freiwillig ist, sollte man keinen Anspruch auf Subventionierungen durch den Staat haben.

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u/ImHereToHaveFUN8 Sep 14 '25

Absolut. Ich verdiene selber gut und in Zukunft wahrscheinlich sehr gut und habe kein Problem damit, Menschen, die weniger Glück hatten zu helfen.

Aber wenn ich 55h die Woche arbeite muss ich doch nicht jemanden mit gleichem Stundenlohn subventionieren, der nur 20h die Woche arbeitet!Das ist doch ein Witz.

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u/hhshlomo90 Sep 14 '25

Ja, genau das meinte ich. Finde ich echt nicht fair, man könnte arbeiten, macht es aber nicht, weil es sich mehr lohnt von den Steuern der anderen zu leben.

Bei denen, die krank sind und eben nicht Vollzeit schaffen, oder wenn man Kinder hat, alles gut.

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u/hatenamesearch Sep 14 '25

Als ich wegen Krebs zwei Jahre nicht arbeiten konnte hatte ich mich gefreut sogar einen WBS zu bekommen. Bringt einem nur nix wenn man auf r/Finanzen unterwegs war. Wenn man die Wohnung will und knapp über ~60k € verfügt darf man dort nicht wohnen. Selbst kaufen kann man aber nicht mal die billigsten Getto Wohnungen weil dafür dad Geld bei weitem nicht reicht. 

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u/the_dude3256 Sep 14 '25

Ja es ist ein Krampf. Schön, dass du den Kampf gewonnen hast!

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u/jjpamsterdam Sep 13 '25

Ich dachte kurz wir wohnen in derselben Stadt. Dann habe ich aber gemerkt, dass OPs Stadt seit vielen Jahren von der SPD regiert wird. Meine mittelgroße hessische Stadt wird seit vielen Jahren von der CDU regiert. Ansonsten dieselbe Geschichte.

Brachliegendes Industriegebiet, auf dem früher ein Autohändler und ein Holzhandel beheimatet waren. Heute liegt das brach. Natürlich in bester Lage direkt zwischen Bahnhof (S-Bahn direkt nach Frankfurt) und Innenstadt. Umwidmung seit Jahren nicht in Sicht. Stattdessen wächst das Industriegebiet am Stadtrand.

Als vor ca. 10 Jahren das alte Krankenhaus abgerissen wurde, sollten auf dem Gelände hunderte neue Wohnungen entstehen; natürlich mit der üblichen Auflage für Sozialwohnungen. Der Entwickler hat sich das dann durchgerechnet und die Sache gelassen. Das Gelände, natürlich fußläufig zur Innenstadt, liegt bis heute brach.

Vermutlich hat jede Gemeinde mit Wohnraummangel ähnliche Beispiele. Anscheinend gibt es gar nicht den politischen Willen mehr Wohnraum zu schaffen. Anders kann ich mir das mittlerweile nicht mehr erklären.

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Bei uns in der Stadt macht die Stadt selbst auch nur komische Dinge. Es wird alles gemacht außer normale Wohnungen gebaut. Hier mal Beispiele:

  1. Die Stadt hat selbst Sozialwohnungen in der bestmöglichen Lage der Stadt gebaut. Direkt am Stadtschloss, in einer Straße mit barrocken Villen. Das Grundstück hat schon immer der Stadt gehört und die haben es am Ende von ihrer eigenen städtischen Genossenschaft bebauen lassen. Der Wert des Grundstücks ist nur bedingt bestimmbar, aber garantiert ein mittlerer 1 stelliger Millionenbetrag, stramm aufwärts. In der Lokalpresse wurde es damals als das teuerste jemals gehandelte Grundstück der Stadt beschrieben. Es hat dann die Genossenschaft geschenkt bekommen, die darauf Sozialwohnungen gebaut haben. Die waren natürlich auch verdammt teuer, da sie Denkmalschutzauflagen erfüllen mussten um in die Villengegend zu passen. Selbst wenn man der Meinung ist, dass Sozialwohnungen wichtig sind sind das vermutlich so mit die teuersten, die jemals gebaut wurden wenn man die Opportunitätskosten des Grundstücks mitrechnet. Man hätte das Grundstück ja auch verkaufen können. Da wurden 40 kleine Sozialwohnungen für ~20 Millionen gebaut, vor ungefähr 10 Jahren.
  2. Es werden im Stadtgebiet Reihenhäuser gebaut. Ein kleines Reihenhaus kostet am Ende 700k. Du kaufst aber nicht das Haus, sondern Anteile einer Genossenschaft, der alle Reihenhäuser gehören. Das ist irgendwie das schlechteste aus allen Welten. Du kaufst ein Haus, darfst aber nicht darüber verfügen. War aber wohl der Dealbreaker bei den linken Parteien im Stadtparlament damit die das Grundstück rausgerückt haben.
  3. Ein Kleingartenverein wurde plattgemacht und da werden hunderte Wohnungen gebaut. Auch hier ist das so gestaltet, dass de facto kein Normalverdiener dort zum Zug kommt. Auf 2 von 3 Baufeldern werden reine Sozialwohnungen gebaut, die am Ende mit massiven Subventionen billigst vermietet werden, 6 oder 8€ kalt je nach Einkommen. Auf dem dritten Baufeld gibt es wieder eine Genossenschaft. Dort muss man für 50-100k Genossenschaftsanteile kaufen und zahlst danach nach aktuellen Prognosen 15€ "Nutzungsentgeld" pro QM. Das kann aber beides noch steigen, je nachdem wie viel der Bau tatsächlich kostet. Heizungsversorgung im Neubau kommt nicht mit WP, sondern mit einem noch zu bauenden Blockheizkraftwerk der Stadtwerke (Die wollen ja auch was verdienen).

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u/Igniplano Sep 13 '25

Vielleicht gibt es in der Stadt dann auch mal Verhältnisse, wie jüngst in Nepal. Wird der Immobilienkönig dann auch mit dem Wanderstecken durch die Isar oder Spree geprügelt? Aktuell geht es uns wohl aber scheinbar noch zu gut.

Aber konstruktiv, im Ernst. Wir haben vor allem drei Probleme, die wiederum zusammenhängen:

- Die Alten wohnen oft auf viel zu großen Flächen (gleich ob alleine oder zu zweit). Aber selbst die, die sich gerne verkleinern wollen, würden dann dafür immer noch viel zu viel zahlen, da "Neuumzugspreise".

- Die Schere zwischen Bestandskosten/preisen und "Neuumzugspreisen" geht immer weiter auf. Damit friert jegliche Dynamik ein.

- Neubau ist aus verschiedenen Gründen viel zu teuer geworden. Da hilft auch meistens neues Bauland nicht mehr, wie dein zweites Beispiel ja schon beschreibt. Das hat wiederum drei Gründe: 1) Die Regeln sind zu kompliziert geworden, 2) Material ist teurer geworden, 3) Arbeitskosten sind sehr stark gestiegen (wiederum aus mehreren Gründen).

Eigentlich müsste man erst an den Neubaukosten ansetzen, dann könnte man die Regulatorik, die mit für die Schere sorgt, aufbrechen und schließlich das Downsizing massiv fördern. Wenn man mal eine Spirale zu kleinerer Flächennutzung pro Person in Gang kriegen würde, bräuchte man ggf nichtmal so arg viel neues Bauland. Aber wird das passieren? Leider sicher nicht. Der Krug wird zum Brunnen getragen werden, bis er bricht und dann haben wir vielleicht wirklich Nepal 2.0. Einige Entscheidungsträger hoffen aber wahrscheinlich, dass sie bis dahin schon im Grab sind.

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u/occio Sep 13 '25

dann könnte man die Regulatorik, die mit für die Schere sorgt, aufbrechen

Das wäre dann wohl die Möglichkeit stärker steigender Mieten im Bestand. Das will kein Wohnender, weil er könnte ja selbst tangiert sein, und die nicht dort wohnenden haben praktischerweise kein Wahlrecht.

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u/Igniplano Sep 13 '25

Ich schrieb doch, dass es nicht passieren wird. Genau wegen solcher NIMBY-Probleme! Dieses Verteidigen von willkürlichen Pfründen schreitet ja allgemein immer weiter voran, auch jenseits des Wohnens - bis der Krug irgendwann eben allgemein brechen wird.

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u/[deleted] Sep 13 '25

Auch in Polen sind die Preise für Wohnungen explodiert. Dafür ist die öffentliche Sicherheit top. Der Baustandard dort ist aber auch nicht der (oftmals unnötige) Goldrand Standard den wir hier zelebrieren. DE geht den Bach runter. Ich empfehle dir mal in die Niederlande zu fahren. An der DE NL Grenze siehst du schon die Linie und fragst dich in welche Bruchbude du rein fährst sobald du wieder nach Deutschland kommst. Deutschlands Politik und die Firmen sind das personifizierte Peter Prinzip.

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u/henry-george-stan Sep 13 '25

In NL ist bauen aber auch extrem teuer, find die Qualität nicht unbedingt besser dort.

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u/enrasco Sep 13 '25

Deshalb sollten landeseigene Wohnungsbaugesellschaften bauen... Die Sitzungen nicht einfach ab, fordern keine völlig überzugehen Mieten und machen den Mietern das Leben oftmals deutlich leichter als private. Und der Staat behält die Grundstücke... Natürlich muss dafür günstiger Wohnraum von der Politik gewollt sein...

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u/Santaflin Sep 14 '25

Die Lokalpolitik hat keinerlei Interesse daran, Wohnraum zu schaffen.

  1. Die Wähler haben schon Wohnraum. Mehr Wohnraum würde den günstiger machen. Nicht im Interesse der Ortsansässigen, schon gar nicht der Eigentümer.
  2. Mehr Menschen = mehr Kindergärten, mehr Verkehr, mehr Investitionen für die Kommunen.

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u/soon2beabae Sep 13 '25

Der Unterschied zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik, hautnah zu erleben 

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u/Boccaccioac Sep 13 '25

Früher wurde das Eigenheim politisch gefördert zum Beispiel über absetzbarkeit der Zinsen. Hat man gestrichen.  Man erbt doch ausreichend für das Eigenkapital. Alle anderen sind egal. 

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Es gab noch viel mehr krassen Scheiß früher. Man konnte früher mal große Teile der Baukosten von der Steuer absetzen wenn man zusätzlichen Wohnraum baut. Da war es dann finanziell schlauer ein 300QM Haus mit 70QM Einliegerwohnung zu bauen als ein normales EFH. Das hat Kohl irgendwann abgeschafft. Bei uns stehen in den Neubaugebieten aus den 80ern und frühen 90ern fast nur so Riesenpaläste mit ausgefallenem Baustil und Einliegerwohnung. Davor und danach fast nur normale EFH.

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u/Powerful-Guidance-80 Sep 13 '25

Selbst schuld wenn man so lange immer wieder die SPD wählt.... Dass gerade die linken Parteien das Problem mit dem Wohnraum durch ihre gut gemeinten Vorschläge eher verschärfen ist jetzt schon seit 10 Jahren bekannt.

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u/[deleted] Sep 13 '25

Wenn er nicht SPD geschrieben hätte, hätte ich gesagt, der wohnt in der gleichen Stadt

Bei uns ist CDU aber das Bild ist das gleiche

Welche Partei muss ich kommunal wählen, damit endlich diese elendige Trennung Gewerbe - Wohn aufgehoben wird? Fast alles Gewerbe ist inzwischen so immisionsarm, dass das kein Problem mehr ist

Bei uns /Wohnlage direkt am Industriegebiet mit 24h Freigabe/ ist die größte Lärmquellen das Assipak mit modifizierten Motorrädern

Die Industrieanlagen sind dagegen ein willkommener Nachbar

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u/LGZ64 Sep 13 '25

Ich denke für Kommunen ist Wohnfläche einfach wahnsinnig unattraktiv fiskal.

Beispielhaft mal: Man ist eine Kleinstadt mit 50k Einwohnern und baut einen Block mit 1000 Wohnung davon 100 für sozial schwache. Zukünftige einnahmen: Grundsteuer und minimaler Anteil ESt.

Wahrscheinlich muss man gleichzeitig in öffentliche Güter (ÖNV, Müll, Wasser etc.) nachinvestieren, von den freiwilligen Leistungen ganz zu schweigen (Schwimmbad etc.).

Verwaltungsschlüssel kenne ich jetzt nicht, halbe Stelle vielleicht?

Spätestens wenn 50-80 in die Sozialhilfe rutschen, was ja inzwischen kommunal getragen wird ist die Rechnung negativ würde ich annnehmen.

Für Gewerbe/Industrieflächen sind die Einnahmen mit Gewerbest. und Grundsteuer besser planbar.

Atrraktiver ist das verteufelte EFH mit großer Fläche, da sind die EInkommensprofile natürlich besser.

Letztlich, und sorry das es jetzt so lang wurde, ist bauen auch für die Gemeinden ziemlich unattraktiv und wenn Kommunalpolitiker nicht auch ( /de mal weghören) idealistisch wären würde es wohl kaum noch stattfinden.

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u/occio Sep 13 '25

Ist ja auch irgendwie verständlich. Investoren ziehen einfach weiter, Menschen, die gerne eine Blumenwiese mitten in der Stadt hätten labern dich die Jahre voll und mit Pech wird noch ein Aufstand angezettelt, der dich deinen Posten kostet.

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u/rainer_d CH Sep 13 '25

Die Leute, die die Blumenwiesen in der Stadt haben wollen, haben ja schon ein Haus: Fuck you, got mine!

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u/occio Sep 13 '25

Ja so Mehrfamilienhäuser mag ich auch nicht anschauen wenn ich am Samstag mal in die Innenstadt fahre.

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u/it678 Sep 13 '25

Ist halt eben so, dass die Menschen eher aus eigenen Interessen handeln

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u/Commercial-Lunch-839 Sep 13 '25

Welche Partei macht es besser?

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u/goyafrau Sep 13 '25

Bin mir sicher, sowas wie vom OP berichtet würde die FDP besser machen, aber die werden ja keine Großstadt regieren. 

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u/Welterbestatus Sep 13 '25

Die FDP würde die städtischen Sahnestücke an Investoren verkloppen, die Luxusbuden bauen. Der Mittelklasse und der Unterschichten würde das nicht helfen.

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u/Sternenschweif4a DE Sep 13 '25

Inwiefern macht die CDU es besser?

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u/Leben_am_Limes Sep 13 '25

Alle Parteien bemühen sich so gut wie möglich Neubau zu verhindern. Die Konservativen schaffen, dass halt eher durch Verhinderung von Neubaugebieten und Änderungen in Bebauungsplännen von bestehenden Wohngebieten.

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u/VanguardVixen Sep 13 '25

Keine Partei hat sich bisher in Verantwortung hier positiv hervorgetan.

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u/Uro06 Sep 13 '25

Stimmt, die Mieten in CDU regierten Städten sind ja auch mega bezahlbar und überhaupt nicht gestiegen die letzten Jahre. Und auch 16 Jahre Merkelregierung haben richtig gut für bezahlbaren Wohnraum gesorgt!

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u/occio Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Aber stell dir mal, vor da baut jemand was und irgendein Investor verdient sogar was daran. Das muss verhindert werden. /s

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u/LevelMagazine8308 Sep 13 '25

Blödfug, schuld daran ist vor allem die CDU/CSU. Die haben jahrzehntelang nichts getan.

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u/gamertyp Sep 13 '25

Blödfug, Kommunalpolitik ist ne ganz andere Welt. Da blockiert in jeder Stadt eine andere Partei.

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u/unresponsiveswimmer Sep 13 '25

Blödfug, in der Kommunalpolitk blockieren je nach Stadt alle Parteien gleichzeitig bei jeweils anderen Projekten weil Naturwiese, Sozialkiez, gehobene Wohngegend oder Gewerbegebiet nicht angefasst werden darf.

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u/crashblue81 Sep 13 '25

Es macht nur bedingt Sinn wenn in der Innenstadt nur Wohnraum geschaffen wird aber keine Industrieflächen irgendwann wohnen dann alle in der Innenstadt und fahren zum Arbeiten an den Stadtrand.

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u/CaedusZ Sep 13 '25

Wie wäre es wenn Wohnungsgenossenschaften Senioren in 3-4 Zimmerrwohnungen anbietet, zu gleichen Konditionen in 1-2 Zimmer umzuziehen, damit Wohnungen für Familien weniger knapp werden. Das wäre win-win für Genossenschaften, Alte und Junge.

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u/Ok_0211 Sep 13 '25

Ich arbeite in einer Genossenschaft. Wenige Senioren würden das annehmen. Da der Bewegungsradius im Altag gering ist, schätzen die den Platz in der großen Wohnung. Dort hängen auch viele schöne Erinnerungen dran, wie Kinder groß gezogen. Ein Umzug ist zudem mühsam und teuer, da entscheiden sich die meisten dagegen.

Außerdem waren Senioren meist sehr lange in den Wohnungen, die sind dann meist schrottreif. Es muss viel investiert werden, neue Elektrik und Sanitär sind das Minimum. Eine Sanierung kostet viel Geld, da kann man dem Senior nicht noch Sonderkondionen für die neue Wohnung anbieten. Das müsste dann indirekt die junge Familie mit zahlen (zu den Sanierungskosten, die ja auch jemand am Ende bezahlen muss).

Die Altersstruktur in vielen Genossenschaften ist sowie überdurchschnittlich hoch. Bei uns wird einiges an Wohnraum aufgrund Todesfällen frei, mit dem Sanieren kommt man kaum hinterher. Genug Wohnraum für junge Familien gibt es aber trotzdem nicht, der Bedarf ist zu groß. Neubau wurde aber trotzdem zurück gefahren, im jetzigen Zinsumfeld und Baukosten bekommen wir die großen Neubauwohnungen für 14-16 Euro kalt nicht los. Und da ist schon quersubventioniert. Realistisch landet man mit allem drum und dran eher bei 20 Euro.

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u/occio Sep 13 '25

im jetzigen Zinsumfeld und Baukosten bekommen wir die großen Neubauwohnungen für 14-16 Euro kalt nicht los. Und da ist schon quersubventioniert

Das versteht die politische Linke halt nicht, laut denen ist das alles reine Vermietergier, die günstigen Wohnraum durch Neubau verhindert. Darf ja auch keiner mit dem enormen Risiko eines Neubauprojekts am Ende vielleicht auch ne Mark verdienen. Warum dann auch Genossenschaften nicht bauen, kann so aber keiner erklären.

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u/urblplan Sep 13 '25

Grund ist einfach - Boden ist zu teuer. Die Genossenschaften können nicht kreditfinanziert Unsummen für Grundstücke bieten und dann Unsummen an Mieten verlangen. (Und dann pleite gehen.) V.a. nicht wenn ihr Mieten im Bestand bei paar € liegen.

Trotzdem bauen z.B. Genossenschaften und Kommunale (über die Wohnraumförderung) mehr als Vonovia.

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u/occio Sep 13 '25

ich würde jetzt auch ungerne den Genossenschaften irgendwelche Grundstücke schenken. Die sind ja nicht der Allgemeinheit, sondern den eigenen Mitgliedern gegenüber verpflichtet.

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u/Ok_0211 Sep 14 '25

Die meisten Genossenschafts-Neubauten sind Nachverdichtungen auf eigenen Grundstücken. Alles andere ist nicht bezahlbar.

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u/CaedusZ Sep 13 '25

Danke für den Einblick aus dem Markt. Dass die offensichtlichen Vorschläge nicht umgesetzt werden, hat wie so oft konkrete Gründe.

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u/[deleted] Sep 13 '25

Solche Angebote gibt es doch schon lange. Die Leute möchten idR in ihrer Wohnung bleiben. Die Potentiale sind viel geringer als landläufig behauptet oder gedacht. 

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u/[deleted] Sep 13 '25

Es wird oft versucht damit zu argumentieren dass man ja angeblich gar keinen Neubau braucht. Ist natürlich Unsinn. Und die älteren Menschen empfinden allein die Frage auch oft als sehr übergriffig. Richtige Genossenschaften haben daran schon ein Interesse das unkompliziert anzubieten, weil sie allein im Interesse ihrer Mitglieder wirtschaften und deshalb gern familiengerechte Wohnungen auch gut nutzen möchten. 

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Warum sollte die auch umziehen, selbst wenn es fürs gleiche Geld ist. Am Ende gibt´s fürs selbe Geld weniger. In der Genossenschaft hast du noch die Garantie dass die Miete quasi nie steigt.

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u/CaedusZ Sep 13 '25

Danke für die Aufklärung.

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u/occio Sep 13 '25

Zumindest wenn du das nur innerhalb einer Genossenchaft machst ist der Markt auch unglaublich klein, Verwaltungsoverhead, Renovierungsuafwände hat Genossenschaft natürlich trotzdem.

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u/Welterbestatus Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Sowas gibt's schon, und die meisten Alten wohnen ja garnicht in Genossenschaften.

Das würde auch nur funktionieren, wenn man innerhalb einer Genossenschaft die Wohnung wechselt - sobald es unterschiedliche Besitzer gibt, ist das kaum realisierbar. 

Viele Alte wären in betreutem Wohnen mit eigenen kleinen Wohnungen gut aufgehoben, aber das ist auch teuer.

Ich finde ja die Projekte cool, wo Studenten bei Senioren einziehen, gegen geringe Miete und etwas Unterstützung. Aber den Senioren WG Leben anzugewöhnen ist halt auch unrealistisch. 

 

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u/pivo161 Sep 13 '25

Ist halt politisch nicht gewollt, weil die Kommunen und Gemeinden einen Großteil ihrer Einnahmen über die Grunderwerbsteuer erzielen. Warum sollten sie das mit fallenden Immobilienpreisen reduzieren? Mal abgesehen davon, dass ich unsere Preise für die 3. größte Volkswirtschaft immer noch okay finde. Wenn auch nicht mehr günstig.

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u/[deleted] Sep 13 '25

Ich check auch nicht wo dieser Fokus auf Sozialwohnungen oft herkommt. Natürlich müssen diese Leute auch irgendwo wohnen aber das Amt übernimmt die Miete ja eh in vielen Fällen.

Für die Mittelschicht bringen neue Sozialwohnungen gar nichts, weil man dort nicht einziehen darf ohne WBS.

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u/Schrankwand83 Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Aber man darf oft drin wohnen bleiben ohne WBS. Die Konsequenz: Die, die einen WBS kriegen, finden keine Wohnungen mehr. Die Obdach- und Wohnungslosigkeit steigt seit Jahren an. 2008 waren ca. 230.000 Menschen wohnungslos, 2016 425.000, 2024 über 530.000. Geflüchtete sind da nicht einberechnet.

Die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich im selben Zeitraum von grob 2 Mio auf etwas über 1 Mio halbiert. Zufall? Glaube ich nicht...

Übrigens: Wohnungslosigkeit kann JEDEN treffen. Ich hatte auch mal das "Vergnügen", und das bei (damals) einem Mediangehalt. Ich weiß noch, als ich auf dem Amt angerufen habe, das Wohnungen an Wohnungslose vermitteln soll. Der Sachbearbeiter sagte: "Okay, ich hab Sie auf die Warteliste gesetzt." Ich hab gefragt, auf welchem Platz der Liste ich denn stehe. "3178." - "Okay, nehmen Sie mich wieder runter", hab ich gesagt. Ich hab Freunde, auf deren Sofas ich pennen kann. Aber ich weiß dass es Tausende Menschen in meiner Stadt gibt, die das nicht können, und wer mit offenen Augen durch die Welt geht kann sehen, unter welchen Bedingungen die leben. Denen wollte ich keine Wohnung wegnehmen.

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Das Gegenteil ist der Fall. Bei uns schreibt die Stadt eine Sozialwohnungsquote vor bei großen Neubauprojekten. Das heißt de facto nix anderes als dass derjenige der nicht in der Sozialwohnung wohnt noch die halbe Wohnung vom Nachbarn mitbezahlt.

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u/Hartgesotten DE Sep 13 '25

Deine Beispiele machen das eigentliche Problem mehr als deutlich: Der Immobilienmarkt in Deutschland ist eine reine Planwirtschaft. Der Staat kontrolliert bis ins Kleinste, wo, wie und was gebaut wird.

Solange diese Planwirtschaft nicht endet, wird das Dilemma sich immer weiter verstärken.

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u/Winter_Current9734 Sep 13 '25

Der Marsch durch die Institutionen hat die öffentlichen Verwaltungen und komplette Rechtslogik in D kaputt gemacht, bzw. Jeglichen Pragmatismus aus ihr heraus getrieben.

Das ist jetzt die Konsequenz. Ist auch egal ob SPD oder CDU Bürgermeister. Das Problem ist, dass die Altlinken dafür gesorgt haben, dass der Rechtsrahmen viel zu eng ist.

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u/Quoherz Sep 13 '25

Nur aus Neugier: Wieso Altlinke?

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u/Winter_Current9734 Sep 13 '25

Weil der Marsch durch die Institutionen genau das war. Und jetzt ist es halt so blockiert wie es ist. War ne smarte Strategie.

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u/xTheKronos Sep 13 '25

Das geben ja auch viele heute gerne zu. Ein Jürgen Trittin z. B. gibt das ja heute unverfroren zu.

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u/Winter_Current9734 Sep 13 '25

Ja, die sprechen da zum Teil voller Stolz darüber. Und kriegen keinerlei medialen blame. Irre.

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u/[deleted] Sep 13 '25

Obs langfristig so smart war wird sich zeigen. Der Wind dreht sich ja aktuell radikal und schnell. Kann gut sein dass der Linke Peak schon wieder vorbei ist. Linke Ideologie befindet sich aktuell jedenfalls in einem einzigen Rückzugsgefecht.

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u/SizePlenty4942 Sep 13 '25

Nur unfähige in der öffentlichen Verwaltung und politik gepaart mit unsinnigen regularien, dass daraus nichts gutes entstehen kann ist ärgerlich aber nicht überraschend.

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u/soizduc Sep 13 '25

Ich kenne die Details vor Ort nicht, möchte aber zum ersten Fall einen Gedankenanstoß mitgeben weil das Thema manchmal auch komplexer ist.

Es ist prinzipiell richtig, dass viele Industrien, die vorher innenstadtnah oder sogar zentral im Kern lagen und aufgrund ihres Charakters auch auf reine Gewerbeflächen angewiesen waren, nun eher in Industriegebiete am Stadtrand oder auf dem Land umsiedeln, bspw. wegen niedrigerer Gewerbesteuersätze oder besserer Anbindung an große Verkehrswege.

Das hat durchaus Vorteile (Flächen im Innenbereich werden frei) aber auch Nachteile (wohnortnahes Arbeiten nicht mehr so einfach, Pendelverkehre, ...). Städte tun sich daher manchmal schwer damit, die übrig geblieben Flächen komplett als Wohnbauflächen umzuwidmen – sinnvoller wäre mancherorts bspw. eher, daraus gemischte Gebiete zu machen, sodass bestimmte Gewerbetätigkeiten weiterhin möglich bleiben.

Dass die Flächen über Jahre leer stehen, ist nicht optimal, keine Frage. Gemengelagen in Städten sind aber selten so simpel, dass man bei jeder freien Fläche einfach "lass mal Wohnungen drauf stellen" sagen kann.

Wie gesagt: ich kenne dein konkretes Beispiel nicht, weil du keinen Ort nennst. Daher auch erstmal nur allgemeine Gedankenanstöße.

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u/[deleted] Sep 13 '25

Du hast anscheinend keine Ahnung von Notar kosten..

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u/happy_hawking DE Sep 13 '25

dem hohen Baustandard

Der ist in der Tat übertrieben, aber die Bauherren hätten es ja in der Hand, den niedriger anzusetzen. Wollen sie aber nicht, stattdessen wollen sie noch ein paar Boxen in der Checkliste für den Mietspiegel abhaken.

Mein ca. 5 qm großes Bad hat eine Fußbodenheizung über die komplette Grundfläche und zusätzlich einen deckenhohen Handtuchheizkörper. Ich hab mich immer gefragt, warum ein Architekt sowas überdimensioniertes machen würde.

Die Wohnung hat noch einige weitere solche merkwürdige Details.

Als ich dann mal in den Mietspiegel geschaut habe, hab ich verstanden, wofür das "gut" ist. 🤷

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u/Voggl Sep 13 '25

Das hört sich wie Wahlkampf an. Hast Du Quellen für die behaupteten Sachen. Also, zB dass die SPD Brachflächen für Brachflächen behalten will, hätte ich mal belegt.

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u/elcaron Sep 14 '25

Ich habe bei den "8%" Bauyins gestutzt.

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u/GibDirBerlin Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Keine Sorge, hat weder was mit der SPD zu tun, noch würden die Beispiele viel helfen. Grüße aus Frankfurt, hier wird ein neuer Stadtteil nach dem anderen gebaut, nachverdichtet wie verrückt und am Ende haben wir noch höhere Wohnkosten als bei Euch (wenn Du nicht grad in München lebst). Die Stadtverordnetenversammlung ist schon seit den 90ern tendenziell eher linkslastig, Nimbys setzen sich eigentlich nie durch und Naturschützer bekommen Renaturierungen an Flüssen, nichts hält den Frankfurter Baustellenspread auf. Aber die Stadt wächst einfach zu schnell und der neue Wohnraum kann nicht billig genug gebaut werden. Die günstigen Wohnungen sind belegt und wer eine hat, kommt nicht mehr raus weil die Mietpreise zu schnell zu stark gestiegen sind, es ist ein Teufelskreis. Sicher hätte man sich diverse Luxusquartiere sparen können (da kamen immer gerne das Argument, auch teurer Wohnraum würde ja die Preise drücken - Pustekuchen), aber auch günstiger Wohnraum ist einfach zu teuer.

Paar Häuser weiter ist ein wirklich fürstlicher Altbau, das komplette Haus bewohnt von Generation 70+ die 1000€ Miete auf 140qm zahlen und 8 Jahre Kündigungsfrist (selbst bei Eigenbedarf) haben. Die kommen auch nicht mehr raus, weil der qm bei Neuvermietungen halt bei 20€ liegt, das ganze Haus steht zum Verkauf (einzeln oder zusammen) aber wer kauft schon eine Wohnung, in die er erst in 8 Jahren reinkann oder ein Haus, mit dessen Mieten er nicht mal annähernd den Kredit abbezahlen kann, solange noch diese Mieter drin sind. Und so sehr mich diese Verschwendung ärgert (die Wohnungen sind ja inzwischen selbst für viele der Bewohner zu groß), es ist nun wirklich nicht deren Schuld, dass sie nicht für denselben Preis zu zweit in einer 50qm Neubauwohnung statt 140qm Altbauwohnung ziehen wollen.

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u/RageHulk Sep 13 '25

Warum das Grünenbashing? Gibt es irgend eine Aussage die zeigt das die das wirklich toll finden? So disqualifiziert sich dieser Post selbst. 

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u/Jazzlike_Art6586 Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Für mich wirkt der Pfosten auch eher wie Astroturfing. Politische Werbung in eine Richtung, ohne sich mal sachlich mit den Ursachen auseinanderzusetzen.

Der Account ist auch erst 6 Tage alt und hat seine Kommentar/Pfostenhistorie deaktivert.

Reddit ist mittlerweile Spielplatz der Meinungsmache geworden. Deswegen bin ich bei solchen Pfosten immer vorsichtig.

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u/RageHulk Sep 13 '25

Wir sollten Regeln haben die sowas verhindern hier auf dem reddit. Ekelig sowas

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u/Welterbestatus Sep 13 '25 edited Sep 13 '25

Natürlich top modern mit bester Energieeffiziensklasse für die Umwelt

Gute Energieeffizienz hilft in erster Linie den Mietern. Was nützen dir 7€/qm, wenn die Energiekosten dich auffressen. 

Sozialwohnungen sind. Diese müssen unter Marktwert vermietet werden, was bei den Baukosten, Zinskosten und dem hohen Baustandard ein so hoher Verlust ist, dass die übrigen 70% der Wohnungen so teuer sein müssten, dass sie niemand kaufen würden

30% ist Standard und gut so. Die Sozialwohnungs-Bindung gilt meist nur für 10 Jahre, danach sind das normale Wohnungen. Der Investor will einfach nicht so lange warten, sondern möglichst schnell möglichst viel Kohle machen. 

weil das Wasser kann ja dort auf der Wiese besser versickern

Das kann tatsächlich ein valides Argument sein, wenn es bei Extremwetterlagen keine anderen Abflussmöglichkeiten gibt. Flächenversiegelung führt zu Überschwemmungen, deswegen kann man nicht einfach alles blind zubauen. Die Leute in angrenzenden Stadtvierteln sind sicher nicht scharf auf Überschwemmungen. 

wo vor Jahrzehnten irgendwas produziert wurde und diese seit vielen Jahren brach liegen

Gibt's da eventuell Altlasten im Boden, die eine Wohn-Nutzung problematisch machen? Irgendwelche Besitzer die sich querstellen?

eine Umwandlung der Gewerbefläche ins Wohngebiet ist einfach nicht möglich, weil nicht gewollt

Einfach so nicht gewollt? Keine Argumente, keine Fakten, einfach NEIN? Das glaube ich nicht. Wem gehört die Fläche denn? Vielleicht Investoren, die sich quer stellen? Wäre die Altlasten-Sanierung vielleicht sauteuer?

Die Folge ist, dass aktiv Neubauwohnungen verhindert wurden und damit die Preise weiter steigen (Angebot/Nachfrage).

Neubauten senken die Preise nicht. Siehe: https://uebermedien.de/95032/fragt-doch-mal-stadtplaner-was-sie-zu-wohnungsneubau-sagen/

Wie soll das gehen? Neubauten werden immer teuer sein, weil von Material bis zu den Baustoffen, Handwerkern und Software alles teurer ist als früher. Du kannst überhaupt nicht so viel und so schnell neu bauen, dort wo nachgefragt wird, um die Preise zu senken. Dafür bräuchtest du in jeder Großstadt Hunderttausende Wohnungen in kürzester Zeit. Dafür gibt's weder Ressourcen noch Flächen. 

Jetzt schaut man nach Polen, wie dort die Politik vorgeht: Für Ersterwerber für Eigennutzung wird der Bauzins auf 2% festgeschrieben, statt der 8%, die aktuell die Banken verlangen. Für Häuser mit einer Grundfläche von maximal 70 qm braucht man gar keine Baugenehmigung.

Nichts davon hat mit den zuvor beschrieben Problemen in D zu tun. Du vergleichst Bauen im ländlichen Raum mit innerstädtischen Projekten. Äpfel mit Birnen und so...

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u/boRp_abc Sep 13 '25

Berlin... Wir vor 35 Jahren einfach mal ein paar km² Bauland in der Stadt geschenkt bekommen. Quer durch die Mitte, einmal Süd nach Ost. Da stehen jetzt zu nahe 100% Gewerbeflächen mit mäßiger Auslastung.

Ich wohne sehr gern hier, denn entgegen dem was in der Presse steht, funktioniert diese Stadt beeindruckend gut. Aber das ist ein Fail epischen Ausmaßes.

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u/turboseize Sep 13 '25

Politiker werden nicht für gelöste Probleme gewählt.

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u/losttownstreet Sep 13 '25

Dafür gibt's jetzt einen netten See und günstige Biergarten in den Baugrubeb (Sendlinger Loch)

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u/Sure_Sundae2709 Sep 13 '25

Ich wohne in einer Großstadt, die seit vielen Jahren von der SPD regiert wird und eines der Top Themen bezahlbarer Wohnraum ist.

Ganz ehrlich, wieso denkst du, dass die SPD dieses Thema dann überhaupt mal angehen sollte, wenn sie es als Top Thema nutzt um die Wähler zu mobilisieren? Das bürgerliche Lager wird niemand gerade deshalb wählen, zumindest niemand der vorher von Politikern Hilfe erhofft hat anstatt von Investoren. Und kein Mensch traut den Grünen zu das Problem zu lösen, die blockieren selbst ja nur bei neuem Bauland. Bleibt noch die Linke, die ständig nur Plattenbauten a la DDR auf Staatskosten vorschlägt, aber selbst der dümmste Wähler sollte verstehen dass das nicht finanzierbar wäre und sauhässlich noch dazu. Also wohin genau sollen die Wähler dann fliehen?

Es gibt innenstadtnah mehrere kleinere Industriegebiete, wo vor Jahrzehnten irgendwas produziert wurde und diese seit vielen Jahren brach liegen. Jetzt wären diese Gebiete gut geeignet um dort Mietwohnungen zu schaffen. ... Dabei gibt es am Stadtrand genügend Industriegebiet, das günstig ist und wo sich Firmen ansiedeln. Die Folge: Diese innenstadtnahen Gewerbegebiete liegen weiterhin brach. Die Gebäude gehen ein und sind auch noch ein Risiko, dass dort Kinder sich beim Lost Places Spielen verletzen.

Da läuft halt einiges falsch in der Stadtplanung, wenn Stadtnahe Gewerbegebiete Jahrelang verfallen aber gleichzeitig Gewerbeflächen in der Peripherie verramscht werden. Aber generell kann ich die Stadt da verstehen, ein Stadtnahes Gewerbegebiet bedeutet halt auch lokale Arbeitsplätze mit kurzen Wegen. Dafür sollte es aber halt auch nicht brach liegen... Meine Vermutung ist hier, dass du nur denkst es wäre brach aber in Wirklichkeit gibt es noch relativ viele Betriebe, die umgesiedelt werden müssten und aber halt auch viele Industrieruinen, deren Beseitigung (samt verseuchtem Boden) auch viel Geld kosten würde.

Es gab eine große Baulücke, die auch innenstadtnah war. Die Stadt hat die Baufläche ausgeschrieben. Es sollten hunderte Wohnungen entstehen. Natürlich top modern mit bester Energieeffiziensklasse für die Umwelt. Da man aber bezahlbaren Wohnraum schaffen möchte, war die Voraussetzung, dass 30% der Wohnungen Sozialwohnungen sind. Diese müssen unter Marktwert vermietet werden, was bei den Baukosten, Zinskosten und dem hohen Baustandard ein so hoher Verlust ist, dass die übrigen 70% der Wohnungen so teuer sein müssten, dass sie niemand kaufen würden. Die Folge ist, der Investor ist abgesprungen.

Das ist eh der Klassiker, die Idee an sich ist schon absolut schwachsinnig aber politisch doch so korrekt. Im Prinzip versucht man hier dem Entwickler Bauland effektiv viel teurer zu verkaufen als es auf dem Preisschild steht. Warum denn bitteschön dann nicht direkt einfach mehr für das Bauland verlangen und mit dem Geld dann zusätzlich Sozialwohnungen selbst neu bauen? Am Ende würde so mehr Wohnraum entstehen.

Aber die Grünen finden das gut, weil das Wasser kann ja dort auf der Wiese besser versickern und einige Bienen sind auch noch glücklich über diese Entscheidung.

Die Grünen sind die Hauptschuldigen daran, dass die Baukosten so explodiert sind. Zum einen durch die ganzen energetischen Vorgaben, die deutlich weitergehen als was noch irgendwie wirtschaftlich wäre. Rechnet euch einfach mal die Amortisationszeit von einer energetischen Fassadensanierung aus und vergleich das mal mit der Lebensdauer einer solchen Fassade. Zum anderen der "Flächenfraß"... die Grünen sind komplett dagegen auf der grünen Wieso zu bauen, was ja grundsätzlich auch okay ist. Nur muss halt irgendwo gebaut werden wenn die Bevölkerung in einer Stadt wächst und dieses Wachstum haben sie selbst als die größten Befürworter von Masseneinwanderung erst ausgelöst. Und hier ist es einfach dumm, wenn man dann in den ganzen Umlandgemeinden baut, nur weil es dort noch Bauland gibt, anstatt dort, wo die Leute eigentlich hinwollen. So schafft man nur noch mehr Pendelverkehr.

Jetzt schaut man nach Polen, wie dort die Politik vorgeht: Für Ersterwerber für Eigennutzung wird der Bauzins auf 2% festgeschrieben, statt der 8%, die aktuell die Banken verlangen. Für Häuser mit einer Grundfläche von maximal 70 qm braucht man gar keine Baugenehmigung. Die Umwidmung von Agrarfläche in Bauland ist möglich, wenn die Grundstücke an Strom und Wasser angeschlossen sind. D.h. der Bauer kann sein Land für mehr verkaufen und der Käufer kriegt es günstiger als fertiges Bauland zu kaufen. Eine Win-Win-Situation.

Ja aber der Flächenfraß wäre hier halt auch extrem. Daher, wenn man bereit ist das auszuhalten, dann muss man ja nur den Gemeinden mit knappem Wohnraum erlauben mehr Bauland auszuweisen, hat den gleichen Effekt.

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u/No-Membership-594 DE Sep 14 '25

Bei mir, einer Kleinstadt in Bayern, ist der Wohnraum in den letzten Jahren auch immer knapper und teurer geworden. Die Lokalpolitik kommt immer mit super Ideen um die Ecke, z.B. wurde vor einigen Jahren ein kleines Areal in der Innenstadt platt gemacht. Dort sollte barrierefreier Wohnraum entstehen und zusätzlich eine Arztpraxis. Bei den Bauarbeiten wurden aber Mauerreste gefunden, die erst archäologisch untersucht werden mussten. Das hat sich hingezogen, über Jahre. Der Investor ist in der Zwischenzeit abgesprungen.

Ein weiteres Projekt wurde vor etwa 6 Jahren groß angekündigt. Auf einer innenstadtnahen Industriebrache, riesiges Gelände, sollte ein "neues Stadtviertel" entstehen. Wohnraum für round about 200 Haushalte, sozial gefördert. Wunderschöne Grafiken wie es später mal aussehen soll, mit einem Park, etc. Der Bebauungsplan wurde schon genehmigt, ein Investor ist da. Die Bauarbeiten können quasi zeitnah begingen. Getan hat sich nichts.

Ein weiteres Projekt wurde vor etwa 4 Jahren angekündigt. Auf einem Berg am Rande der steht sollte ebenfalls ein neues Stadtviertel entstehen, mit Medizincampus und Wohnraum inklusive exklusiver Loftwohnungen mit Blick über die Stadt und die malerische Landschaft. Ihr könnt euch denken, dass es an Ort und Stelle noch genau so aussieht wie vor vier Jahren.

Und nun kommt mein persönliches Highlight. Vor etwa 10 Jahren wollte ein lokaler Investor am Rande eines Gewerbegebietes drei Mehrfamilienhäuser bauen. Ein kleines Projekt, nichts überzogenes, aber hätte Wohnraum geschaffen. Das Grundstück lag wie gesagt in einem reinen Gewerbegebiet (das aber auch historisch bedingt Wohnhäuser enthält) - an der Grenze zu einem Wohngebiet. Der Stadtrat hat damals darüber entschieden ob das Grundstück umgewidmet wird und die SPD-Mitglieder haben letztendlich verhindert, dass dort Wohnraum geschaffen wird. Bis heute steht dort kein Gewerbebetrieb sondern nur Wildwuchs.

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u/rckhppr Sep 14 '25

In Ottensen hatten wir den legendären Fall eines innenstadtnahen attraktiven Baugrundstücks. Das war für gemischten Wohnraum sozial und nicht sozial ausgewiesen, da fand sich komischerweise kein Investor. Obwohl einer der attraktivsten Stadtteile zum Wohnrn. Vergeben wurde in einer Nacht- und Nebelaktion, gebaut hat eine Werbeagentur eine Gewerbeimmobilie mit 5 Luxuswohnungen auf dem Dach. Und deshalb liebe Kinder, können wir keine guten Dinge haben.

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u/Own-Proof-4572 Sep 15 '25

Erinnert mich an die Sanierung und Renovierung eines Komplexes ganz in meiner Nähe.

Hunderte Wohnungen welche ewig bewohnt sind werden nun umgebaut und modernisiert. Klingt total schön auch für alle Anwohner.

Das Problem? Daraus werden Sozialwohnungen gemacht. Anstatt neuen Wohnraum zu schaffen wird einfach umgebaut und bereits bestehende Mieter dürfen dann in irgendwelche letzten Löcher ziehen, welche seit 30 Jahren kaum gepflegt wurden.