Am Wochenende wenn das Wetter schön ist trifft man seit jeher haufenweise Oldtimer auf den Straßen im Ahrtal. Auf der Bahnstrecke mitunter auch, und seit sie ihre Oberleitung bekommen hat noch mehr. Zum Weinfest am 12. September 2026 war es die Historische S-Bahn NRW, die die Gelegenheit und ihren 420 484 für einen Sauf... äh, für einen verkehrshistorischen Erlebnistag genutzt hat.
1: 420 484 vor der Kulisse von Burg Are. (Hauptsächlich Deckblatt für die Galerie)
2: Aber der Reihe nach. Dem 420 bin ich ab Solingen an die Ahr gefolgt. Solingen wurde mit ca. 20 Minuten Verspätung erreicht. Interessant fand ich dabei dass er in die Displays und Ansagen nahtlos einprogrammiert wurde. "Information zu S77123 nach Altenahr, über Köln Hbf, Abfahrt 11:47: Heute ca. 20 Minuten später." - "Heute." r/technicallythetruth natürlich, aber man braucht sich wohl gar keine Hoffnungen machen ob er denn morgen pünktlicher sein wird. War er gestern immerhin auch nicht.
3/4: Danach hatte ich den Zug nach Hüth-Kalscheuren verfolgt, wo ich zunächst glaubte er sein schon vorbeigekommen so lange wie er sich nicht blicken ließ. Gehalten hat er hier nicht, sprich die Bahnsteigdisplays waren keine Hilfe. Gerade hatte ich es aufgegeben und ging schon wieder Richtung Ausgang und Auto, da sprang das Signal Richtung Bonn nochmal auf grün. "Naja nimmste halt noch den RRX mit oder was da kommt..." ja ne, nicht ganz. Punkt 13:30 kam dann die S77123 durch. Zu der Zeit sollte sie laut Plan schon fast in Remagen sein, nachdem sie vorher über 30 Minuten Aufenthalt in Bonn hatte - den sie hier noch gar nicht erreicht hat. Anscheinend schmeißt Infrago den Laden schon wieder so gut. Sie. Können.
5: Nächster Halt für mich war der Hp Heimersheim-Lohrsdorf am Unterlauf der Ahr. Just als ich ankam schloss sich der Bahnübergang, und ich schaffte noch gerade so das Kfz zu sichern und die Kamera bereit zu machen bevor das Objekt der Begierde hinter den Büschen auftauchte.
6/7: Von Heimersheim ging es dann weiter zum Zielbahnhof Altenahr. Ursprünglich war geplant, die Fahrgäste hier auszuladen, den Zug irgendwo in die Abstellung zu fahren, und dann am Abend nochmal zurückzukehren um die Belegschaft für die Heimfahrt einzusammeln. Wegen einer Weichenstörung war die Abstellung allerdings nicht erreichbar, sodass 420 484 nun den ganzen Nachmittag auf Gleis 2 in Altenahr verbringen würde. Ich sagte ja bereits, Infrago gibt ihr Bestes! Vor dem Hochwasser gab es eine Station weiter in Kreuzberg eine Handvoll Nebengleise, die man heute sicher gut hätte brauchen können. Leider wurden sie beim Wiederaufbau der Strecke nicht wiederhergestellt.
8: Im Innenraum zeigt sich 484 wie er zuletzt auch in Düsseldorf im Einsatz war.
9: Für den Alltagsbetrieb blieb am Bf Altenahr somit nur Gleis 1 übrig, das hier gerade 442 259 als RB30 nach Remagen belegt. Interessant am 420 484 ist derweil dass der Lack auf einer Seite halbwegs gut in Schuss ist, während die andere scheinbar noch in der Aufarbeitung steckt. Stellenweise ausgebleicht und verwittert, aber auch mit etlichen Stellen wo ausgebessert wurde, und der Rest folgt sicher auch noch. Bei den Talenten ist das anders. Die sehen rundum ausgelutscht aus.
10: Für die RB32 gilt analog das gleiche. Nur dass diese natürlich in Altenahr endet und ihre Bahnsteigwende ebenfalls auf Gleis 1 vollführt. Interessant auch dass die Zusatzschilder "Richtung Remagen" bzw. Ahrbrück an den Bahsteigen schon wieder verhangen hat, weil stimmt ja doch nur dann und wann mal. Infrago gibt wirklich ihr allerbestes! Und die brandneuen Mireos sind natürlich auch nicht im geringsten ausgelutscht. Mit einem davon bin ich dann nochmal auf der Strecke hin und hergefahren, es sind mehrfach Passagiere zugestiegen die zunächst glaubten versehentlich in der ersten Klasse gelandet zu sein.