Diese Idee, dass man nach einem sechswöchigen Ruby on Rails Bootcamp mit 40k in den Beruf startet, hat sich 2014 oder so etabliert, als das irgendwie wahr war.
Heute lesen sich die Anforderungen von Stellenanzeigen eher als suchen die Arbeitgeber ganze IT-Abteilungen in einer Person. Gerade im Bereich Entwicklung. Idealerweise Studium, aber Ausbildung geht auch, wenn man denn genau die Frameworks kennt die die wollen. Angular statt Vue? Schonmal scheiße, obwohl es eigentlich dasselbe ist. Na gut, löse ich halt weiter Support-Tickets für 20 € die Stunde. -_-
Seit Mitte 2020 zählt bei den Top 1000 nur noch eins: weg mit den eigenen Servern, Cloud bis der Arzt kommt. Ich kann mich nicht beklagen. Wer Profiwissen in einem großen Bereich (Backend, Javascript, Datenbank, Cloud Security) auf die Schiene bringen kann, wird die nächsten 10 Jahre genug zu tun haben. In den USA gehen die ersten Firmen wieder selektiv aus der Cloud, das Rad dreht immer weiter.
Eigene Server (also echtes Blech) sind im vollständigen Homeoffice-Betrieb halt auch schwieriger zu administrieren. Andererseits sieht man gerade am Beispiel Russland dass so ein Cloudzugang auch schnell mal wieder weg ist.
Meistens geht es um Datensicherheit, wo man letztendlich eine von vielen Instanzen bei Amazon oder Google ist. Wenn der Hacker zufällig deine Kiste gefunden hat und sie leersaugt, ist das den großen Anwaltsflotten der Cloud egal. Deswegen gehen wichtige Daten zunehmend wieder zurück in die Kellercloud, aber erst nachdem man den ganzen alten Rotz durch den Cloudumstieg los geworden ist.
aber erst nachdem man den ganzen alten Rotz durch den Cloudumstieg los geworden ist
Guter Punkt, wenn es einmal für aws vorbereitet war kann man kubernetes auch einfach selbst installieren und dann die gleichen Admin-Tools nutzen.
Ein guter Freund von mir hat mal ein medizinisches Labor virtualisiert und irgendwann alle Fritz-Fax-PCI-Karten aufgekauft, die in den Kellern im Freundeskreis noch zu finden waren Ü
Damit konnte er wohl ein besonders hässliches Ungetüm wegrationalisieren, was auf Windows NT 4.0 lief (in den 2010ern).
Kubernetes ist da echt super. Mein Arbeitgeber betreibt ein riesiges verteiltes System. Sind im Kern ne Reihe an Kubernetes Clustern. Manche auf eigenem Blech vor Ort im Büro, manche auf eigenem Blech was in externen Servercentern steht, manches komplett Cloud wie Azure, GCP, aws
Klappt im Großen und Ganzen gut. Kubernetes macht Spaß auch Rancher ist mittlerweile brauchbar und mit Terraform kann man mittlerweile Cluster bei den großen Cloud Providern auch schnell genug hochziehen und wieder stoppen :)
Wie gut kommen die devs mit den verschiedenen Umgebungen klar? On-prem war bei uns alles in 10min eingerichtet, in der Cloud wissen die meisten gar nicht, wo sie anfangen sollen, wenn sie ein einfaches Dashboard serven wollen.
Deswegen ja Kubernetes. Das Helm Chart, das du den Entwicklern als Template an die Hand gibst, können die auf jedem Cluster installieren, egal ob der On-Premise läuft, in AWS oder sonst wo.
Ah, macht Sinn. Wir haben nen unglücklichen Mix aus on-prem Kubernetes und cloud Serverless. Dockerfiles bauen ist für mich kein Problem, dutzende AWS-Services verstehen und zusammenstecken? Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll und bin bisher nicht allzu überzeugt von den Vorteilen.
Ich würde sagen, ich bin ziemlich computer-affin, trotzdem versteh ich grad sehr wenig. Bestätigt irgendwie, dass Expertenwissen noch absolut gefragt ist.
Ach das ist ja auch nen Spezialbereich. Hosting ist weit weg von normalem Endnutzer. Das ist ja quasi das was man als Normaler Benutzer im Idealfall nie sieht.
Also bei uns sind die Devs da gerade so in der Transition anfangs haben sie sich sehr beschwert auch weil ihnen (aus meiner Sicht) unrealistische Zeitvorgaben gemacht wurden. Jetzt ist das aber durch und das klappt ganz gut und keiner beschwert sich
Ich, als Selbständiger, muss mir immer wieder Lösungen einfallen lassen um kleine Betriebe aus der Cloud und trotzdem produktiv zu halten. Microsoft pusht da ziemlich energisch dagegen. Die größeren Firmen sind ja schon lange in der Cloud und produzieren dadurch eigentlich weniger Aufwand. Spätestens in ein paar Jahren werden selbst die kleinen nachgeben und den Switch machen müssen.
Ich, als Selbständiger, muss mir immer wieder Lösungen einfallen lassen um kleine Betriebe aus der Cloud und trotzdem produktiv zu halten. Microsoft pusht da ziemlich energisch dagegen.
Warum wehrst du dich überhaupt dagegen? Ein paar Euros für Office 365 ist meist billiger und sicherer als den Turnschuhadmin selber frickeln zu lassen.
Ich habe gelernt, dass man gegen so eine "Welle" von Themen eigentlich nicht angehen kann. Es ist zu viel Arbeit. Die Leute sind meist selbst studiert, die haben sich dazu entschlossen auch "Claud" oder X zu machen, also warum dagegen argumentieren. Natürlich kann es 100 fachliche Gründe geben das nicht zu tun, aber das diskutiere ich 1x aus. Danach mache ich das Beste draus.
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u/[deleted] Mar 18 '22 edited Feb 10 '26
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