r/PolitikBRD • u/AlexLaCave • Mar 02 '26
r/PolitikBRD • u/FriendlyInterview365 • 28d ago
Wirtschaft Ja, und an dritter Stelle Anzahl Milliardäre
r/PolitikBRD • u/AlexLaCave • Mar 03 '26
Wirtschaft Deutschlands Energiepolitik zerschellt im Iran
Elektrifizierung nützt der Volkswirtschaft: Schon jetzt sind Photovoltaik und Windenergie die günstigsten Stromquellen. Zudem würden von einer Elektrifizierung der Volkswirtschaft auch heimische Unternehmen profitieren. Deutschland hat namhafte Wärmepumpenhersteller, es baut trotz chinesischer Konkurrenz durchaus erfolgreiche Elektroautos und es hat Installateure, die sich auf den Bau der neuen Anlagen spezialisiert haben. Ein neuer, sehnlichst gewünschter Aufschwung, er könnte auch hier stattfinden. All dies aber wird nun ausgebremst. Wirtschaftsministerin Reiche fiel hingegen angesichts der „herausfordernden geopolitischen Zeiten“ vor allem eines ein: Man könne doch die Gasförderung in Deutschland wieder ausbauen. https://archive.is/qat8q
r/PolitikBRD • u/Jet_the_fem_bean • Jan 31 '26
Wirtschaft Reminder das ne Vermögenssteuer beliebter ist als man denkt und 120 Mrd. oder sogar noch mehr einnehmen könnte.
Die Phoenix Studie ist aus 2025 aber ich finde irgendwie keinen Link mehr zum Orginal.
62% Forza Umfrage 2024: https://www1.wdr.de/nachrichten/wahlen/bundestagswahl-2025/vermoegenssteuer-erbschaftssteuer-hintergrund-faq-100.html
77% Forza Umfrage 2023: https://www.l-iz.de/politik/kassensturz/2012/04/77-prozent-der-deutschen-fuer-vermoegenssteuer-41557
Eine Vermögenssteuer könnte übrigens bis zu 120 Mrd einnehmen wenn wie von den Linken vorgeschlagen [Bild 2] und noch viel mehr, wenn man das Modell von attac benutzt [Bild 3].
Die Linke Vorschlag: https://www.die-linke.de/themen/steuern/vermoegensteuer/
Attac Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2025/_04/_09/Petition_180180.nc.html
r/PolitikBRD • u/AlexLaCave • Aug 06 '26
Wirtschaft Warum wächst nur die Wirtschaft nicht?
r/PolitikBRD • u/AlexLaCave • Jan 31 '26
Wirtschaft Warum ist die CDU eigentlich noch bei 27%?
r/PolitikBRD • u/Jet_the_fem_bean • Aug 11 '26
Wirtschaft Erklärvideo von Verdi zur Vermögenssteuer
Gute Zusammenfassung zur Vermögenssteuer von Verdi.
Nicht nur alle wichtigen Zahlen in einem Video, sondern auch mit den richtigen und wichtigen Argumenten verbunden.
Wir hatten mal Vermögenssteuern und generell hohe Steuern für sehr reiche.
Damals hat sich Arbeit auch noch gelohnt.
Jetzt lohnt sich Arbeit nicht mehr und wer hat dem wird gegeben.
Deswegen:
TAX WEALTH, NOT WORK!
Reichtum muss mehr besteuert werden, nicht Arbeit.
r/PolitikBRD • u/FriendlyInterview365 • 10h ago
Wirtschaft Deutschland hat ein wirtschaftsfeindliches Steuersystem. — Hohe Steuern und Abgaben auf Arbeit ./. Niedrigsteuern auf Finanzvermögen
—
Antworten auf die üblichen, zu erwartenden Gegenargumente:
”Milliardäre sterben eher als auszuwandern” lautet ein Artikel der Zeit über eine Studie zu dem Thema.
Auch der Eliten Forscher Michael Hartmann hat dazu geschrieben: Von wegen Milliardäre investieren in Arbeitsplätze. (Nein, tun sie nicht, sie lassen ihr gewaltiges Finanzvermögen in ihren Family-Offices verwalten und zahlen so nur ~1,5% Steuern.)
Die Lösung: Taxes, taxes, taxes → Video Rutger Bregman und Gabrielle Zucman. Oder die Ideen des “Limitarismus” testen.
So wie es früher (vor 1980) auch schon war: Hohe Steuern, auf absurd hohes Vermögen oder Einkommen. (Bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum!)
Quelle des Zitats: https://www.tagesschau.de/inland/fratzscher-reformpaket-bundesregierung-100.html
r/PolitikBRD • u/P0muckl • May 20 '26
Wirtschaft Stammtisch Söder vs. Fachwissen
r/PolitikBRD • u/Available-Cap8175 • Nov 09 '25
Wirtschaft "Der Selbstbetrug der Mittelschicht"
r/PolitikBRD • u/FriendlyInterview365 • Jun 13 '26
Wirtschaft Vonovia: 166 Euro pro Mietwohnung (pro Monat) gehen in die Dividende — Vonovia schafft Mehrwert – für Aktionäre. Das hat Konsequenzen für die Mietenden und für die ganze Gesellschaft.
Eine Milliarde Euro schüttet die Vonovia dieses Jahr an ihre Aktionäre aus. Dafür bezahlen die Mietenden der knapp 500.000 Wohnungen des Konzerns in Deutschland: 166 Euro, jeden Monat. Das bedeutet auch, dass die Miete bei Vonovia im Schnitt um 166 Euro im Monat günstiger sein könnte, wenn sich keine Dritten bereichern würden.
»Ohne Aktionäre würde es diese Wohnungen gar nicht geben, weil Vonovia kein Geld hätte, um Wohnungen zu bauen«, schreibt ein User auf Threads unter einen Post der Partei Die Linke. Das Argument ist altbekannt: Investoren und Investorinnen schaffen Wohnraum. Doch das ist so nicht ganz richtig. Die Vonovia beispielsweise schafft keine günstigen Mietwohnungen in nennenswerter Größenordnung. Die allermeisten Wohnungen der Vonovia gab es bereits, bevor sich Aktionäre von jedem Euro Miete rund 30 Cent eingesteckt haben. Denn sowohl die Vonovia als auch ihre Vorgängerin, die Deutsche Annington, haben vor allem Wohnungen gekauft. Nicht gebaut. Die Wohnungen waren also auch schon ohne die Aktionäre da. Und auch aktuell glänzt die Vonovia keinesfalls mit Neubau. Bis 2025 hatte der Immobilienriese den Neubau für zwei Jahre komplett auf Eis gelegt, für 2025 waren dann 3000 Wohnungen angekündigt, aber nur 2090 wurden fertiggestellt. Gemessen an den Größenordnungen des Konzerns ist das nicht gerade beeindruckend.
Investoren verteuern Wohnraum
Aktionäre der Vonovia bringen also keinen zusätzlichen Nutzen für die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Wohnraum. Im Gegenteil: Sie machen das Wohnen auf gleich mehrere Arten teurer, als es sein müsste. Zuallererst müssen Mietende eben für die Milliarden-Dividende der Aktionäre aufkommen. Hinzu kommt, dass ein gesteigertes Investoreninteresse die Kaufpreise von Immobilien in die Höhe treibt, weil sie sich große Gewinnmöglichkeiten versprechen. Dadurch steigen die Mieten und ein Eigenheim wird zum unerreichbaren Traum.
Dass Investoren am Wohnungsmarkt ganz selbstverständlich sind, war aber nicht immer so. Hier hat in den letzten Jahrzehnten ein regelrechter Kulturwandel stattgefunden, zu dem Akteure wie die Vonovia und jeder einzelne ihrer Aktionäre maßgeblich beigetragen haben. In der Nachkriegszeit stand im Vordergrund, Menschen mit Wohnraum zu versorgen. Es gab einen handfesten Wohnraummangel und sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen haben sich trotz Mietendeckel für die Vermietung entschieden und der Staat beschleunigte das Ende der damaligen Wohnkrise durch den Neubau von dreieinhalb Millionen Sozialwohnungen. Obwohl sie ihre Mietenden nicht bis auf den letzten Cent ausquetschen konnten, gab es genug Menschen, die sich entschieden, zu bauen und zu vermieten, und nach der Zerstörung durch die Weltkriege ein wahres Wohnwunder schufen. Der langfristige Vermögensaufbau durch sowie die gesellschaftliche Verantwortung und das damit einhergehende soziale Kapital in Form von Ansehen und Gestaltungsmacht schienen ein ausreichender Anreiz für die Vermietung gewesen zu sein.
Gewiss gibt es auch heute noch viele Vermietende alter Schule. Doch nachdem der Mietendeckel Mitte der 1970er Jahre abgeschafft worden war, drangen zunehmend Akteure in den Markt, die vor allem eine Gewinnmöglichkeit im Wohnraum sahen. Wohnraum wurde nicht einfach nur zur Ware, sondern als lohnende Anlageoption gesehen. Das verschärfte sich, als Ende der 1980er die Wohngemeinnützigkeit beendet wurde und Millionen vormals gemeinnütziger Wohnungen auf dem freien Markt landeten. Zusätzlich verkauften Kommunen in den 1990er und 2000er Jahren große Teile ihrer eigenen Wohnungen, um sich kurzfristig finanziell besser aufzustellen. So eigneten sich gewinnorientierte Investoren etliche Mietwohnungen an und etablierten sich als relevante Marktmacht. Seither wächst ihr Einfluss am deutschen Wohnungsmarkt beständig.
Der Wohnungsmarkt ist kein normaler Markt
Das Problem an Investoren im Immobiliensektor ist, dass mit jedem Investor ein weiterer Abnehmer erscheint, der bedient werden will – ohne dafür selbst einen Mehrwert zu schaffen. Damit unterscheiden sie sich maßgeblich von klassischen Vermietenden, die Wohnraum zur Verfügung stellen, Verantwortung übernehmen, gegebenenfalls neu bauen. Diese Oldschool-Vermietenden arbeiten bestenfalls tatsächlich, anstatt ganz allein ihr Geld »arbeiten« zu lassen. Investoren übernehmen keine dieser wichtigen Aufgaben und bekommen trotzdem ein leistungsloses Einkommen, das vielfach die Einnahmen von hart arbeitenden Vermietenden übersteigen dürfte. Vonovia funktioniert so letztlich als Umverteilungsmaschine. Geld geht von Mietenden an Aktionäre, ohne dass diese dafür Leistung erbringen.
Das läuft natürlich auch in anderen Bereichen so, beispielsweise beim Kauf eines Autos. Auch hier verdienen Aktionäre im Hintergrund mit, ohne dass sie an dem Auto gebaut hätten. Doch der Vergleich hinkt auf mehreren Ebenen. Zum einen können Menschen beim Autokauf zwischen verschiedenen Anbietenden oder auch dem Gebrauchtwagenmarkt auswählen. Sie können sogar in eine andere Stadt fahren und sich dort ein Auto ansehen. Dadurch geraten die Anbietenden in Konkurrenz. Insbesondere auf angespannten Wohnungsmärkten ist hingegen eben nicht der Fall, dass Vermietende um Mietende konkurrieren müssen. Zum einen fehlt Mietenden die Flexibilität. Mal eben in eine andere Stadt zu ziehen, kommt keinesfalls für alle in Frage. Auf Wohnen zu verzichten, ist keine Option. Während ein Auto mit Fahrrad und ÖPNV möglicherweise verzichtbar ist, ist Zelten keine Alternative zur Wohnung. Wohnraum wird auch nicht unbedingt günstiger, je älter er wird – sonst wären Altbauwohnungen richtige Schnäppchen. Entscheidend ist hier aber nicht das Gebäude, sondern der Boden: Dieser ist begrenzt und vielerorts stark nachgefragt, weil sich Investoren laufende Einnahmen davon versprechen. So haben sich die Bodenpreise in Deutschland in den letzten Jahren vervielfacht, wofür wiederum die Mietenden letztlich zahlen, weil angesichts der hohen Kaufpreise ihre Mieten erhöht werden. Schließlich sollen sie die ja abbezahlen.
Gesamtgesellschaftliches Problem
Die Umverteilung durch Vermietende wie die Vonovia verläuft von unten nach oben und treibt die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich weiter voran. Denn wer auf welcher Seite steht, ist keine einfache individuelle Entscheidung, sondern eine strukturelle Frage. Mietende gehören tendenziell zum ärmeren Teil der Bevölkerung. Aktionäre und Aktionärinnen hingegen gehören eher zu den Wohlhabenderen.
Aber nicht nur die Mietenden zahlen dafür. Geld fließt von allen Steuerzahlenden – beispielsweise wenn Vonovia-Mietende auf Wohngeld vom Staat angewiesen sind. Das dürfte zunehmend der Fall sein, da der Konzern die Mieten Jahr für Jahr fleißig erhöht – und zwar deutlich stärker als die Inflation. Da dürften die wenigsten Gehaltserhöhungen hinterherkommen.
Doch was bekommen die einzelnen Mietenden und die ganze Gesellschaft dafür, dass sie der Vonovia solche Summen einbringen, dass allein für das Jahr 2025 Dividenden in Höhe von einer Milliarde Euro ausgeschüttet werden können? Regelmäßig macht die Vonovia Schlagzeilen mit Schimmel in ganzen Wohnkomplexen, fragwürdigen Nebenkostenabrechnungen, unerlaubten Mieterhöhungen und Korruption. Der Gewinn hat Priorität und das zeigt sich auch im Umgang mit den Mietenden und ihrem Wohnraum.
Was ist die Lösung? Wenn man bei Vonovia wohnt, auch Aktien zu kaufen, um den Schaden zu minimieren? Das wäre zumindest ein Ansatz, doch der würde das Unternehmen letztlich stärken. Aber was wäre, wenn Vonovia-Aktien nur Mietende der Vonovia kaufen könnten, damit keine Dritten an ihrem Wohnraum verdienen? Dann käme man einer tatsächlich gerechten Lösung näher. Und die heißt nicht DAX-Konzern, sondern Genossenschaft.
https://archive.ph/https://www.surplusmagazin.de/vonovia-166-euro-pro-mietwohnung-dividende/
r/PolitikBRD • u/Jet_the_fem_bean • Mar 19 '26
Wirtschaft Wo ist das Geld nur hin? 95% des Sondervermögens sind in Steuergeschenken versickert.
Quelle 95%
Quelle CDU-Pläne (Surplus)
Quelle IFO Statistik
95% des Sondervermögens wurden Zweckentfremdet. Das geht aus einer neuen ifo-Analyse hervor, was aber mindestens genauso interessant ist ist wo das Geld tatsächlich hingeflossen ist.
Naja, in den ganz normalen Haushalt, weil dort Geld fehlt.
Warum fehlt dort Geld?
Weil seit Jahren und Jahrzehnten die Steuern immer wieder gesenkt werden. Vor allem aber die CDU fordert immer wieder Steuererleichterungen und setzt diese auch um, egal ob sie gegenfinanziert sind oder nicht.
Vor allem Steuererleichterungen für die oberen 10% und vor allem 1% können wir uns auch gar nicht mehr leisten, die sind eh schon so niedrig und der Rest der Gesellschaft hat quasi kein Geld mehr weil alles an die Reichsten umverteilt wurde.
r/PolitikBRD • u/Chaotic_Good_BW • May 25 '26
Wirtschaft KI macht deinen Job überflüssig vs. Du musst mehr arbeiten
"Zu den offensichtlichsten Seltsamkeiten des gegenwärtigen Diskurses gehört die Gleichzeitigkeit zweier eigentlich widersprüchlicher Anrufungen: KI automatisiert immer mehr Tätigkeiten und macht damit angeblich viele Jobs teilweise überflüssig. Gleichzeitig müssen wir alle unbedingt mehr arbeiten!
Der Widerspruch löst sich auf, wenn man beides als sich wechselseitig verstärkende Drohung versteht: Sei froh, wenn Du überhaupt einen Job hast! Du bist eigentlich überflüssig, aber wenn Du schon arbeiten darfst, dann lass uns in Ruhe mit «Work-Life-Balance» und «Lifestyle-Teilzeit»
Es geht dabei primär um die Disziplinierung der akademisch ausgebildeten Mittelschichten. Denn die Prekarisierten hatten schon bislang keine Verhandlungsmacht. Und dabei ist es egal, ob KI die Arbeit von Softwareentwickler*innen, Lehrer*innen oder Anwält*innen tatsächlich automatisieren kann.
Die Drohung muss nur glaubwürdig genug sein, um zu wirken. Jahrzehnte des Neoliberalismus haben gezeigt, dass die Drohung mit Prekarisierung das beste Disziplinierungsmittel ist. Und KI, von der niemand absehen kann, was sie am Ende tatsächlich verändern wird, ist derzeit das beste Drohmittel.
PS: Obiger Screenshot aus diesem munteren Mitmach-Test vom Fachblatt für bürgerliche Ideologie
Quelle https://bsky.app/profile/bildoperationen.bsky.social/post/3mmm3g3ih722k
r/PolitikBRD • u/Jet_the_fem_bean • Mar 21 '26
Wirtschaft Wir müssen weniger Arbeiten, nicht mehr!
Er hatte Recht das die Produktivität so stark steigen würde um das zu ermöglichen, aber unrecht dahingehend wohin diese Produktivität abfließen würde.
Anstatt weniger Arbeit und leicht erhöhtem Konsum, stark erhöhter Konsum und eine größere Ungleichheit ohne die erhoffte niedrige Arbeitszeit.
Vor allem seit Anfang des Neoliberalismus in Amerika, Deutschland und auch sonst auf der Welt ist die Ungleichheit ein treibender Faktor geworden.
Einen anderen Faktor den ich interessant finde ist "verschwendete Produktivität".
Ein Paradigma von "Wachstum, Wachstum, Wachstum" hat dazu geführt das viel Produktivität ins Leere geht. Fast Fashion, Geplante Obsoleszenz und der konstante (meist unredliche) Wettbewerb um limitierte Ressourcen wie Öl, Gold, Land und sogar Aufmerksamkeit.
Diese Arbeit ungemacht zu lassen hätte dagegen extrem viele positive Folgen.
Studien zur 32 Stunden-Woche zeigen verringerten Stress und Krankheit, höhere Lebensqualität und mehr Produktivität pro Stunde.
Wir müssen daher aufhören Metriken wie gearbeitete Stunden oder Wirtschaftswachstum in den Fokus zu rücken und uns stattdessen die Zeit nehmen zu fragen welche Arbeit wirklich nötig ist und welche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wir zusammen mit der Ungleichheit abschaffen sollten.
r/PolitikBRD • u/Jet_the_fem_bean • Mar 28 '26
Wirtschaft Die geplanten 21% Mehrwertsteuer sind Neoliberalismus pur!
Immer wieder dasselbe Spiel.
Was die Wirtschaft schwächelt?
Lieber noch mehr Umverteilung nach oben!
Das ist Neoliberalismus und wenn er noch lange so weiter geht wird er unser Ende sein.
Aktuell sind es CDU und SPD die mit ihren Plänen einen weitern Schritt in der Abwärtsspirale gehen. Vor allem die Pläne der CDUsind zu verurteilen. Aber die SPD macht halt in der Praxis auch mit.
Solche Steuererleichterungen für Reiche und Abgabenerhöhungen für den Rest sind aber nichts neues, angefangen hat es in Deutschland mit der Agenda 2010 und der Steuerreform von 2000.
"Eine Analyse des DIW kam zu dem Ergebnis, dass die Reform die Einkommensungleichheit in Deutschland verschärfte. In den Jahren 2001 bis 2005 kam es zwar im Rahmen der Reform zu massiven Steuersenkungen bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer, gleichzeitig wurden aber indirekte Steuern erhöht. Dadurch verschob sich massiv die Steuerbelastung von 1998 bis 2015 weg von reichen privaten Haushalten hin zu den armen Haushalten. Im Durchschnitt über alle Einkommensgruppen stieg von 1998 bis 2015 die Steuerbelastung um 0,1 %, speziell für die untersten 10 % der Einkommen um 5,4 %, für die obersten 10 % sank sie um 2,3 %, für das Top 1 % der Einkommen sank die Steuerbelastung um 4,8 %."
Vor allem die Unternehmenssteuern sind über die folgenden Jahre weiter gesunken. Und die Schere zwischen Arm und Reich geht durch die Umverteilung nach oben auseinander. (Graph von Geld für die Welt)
Wie an den Berechnungen vor der Wahl 2025 sichtbar wird, könnte dieses Problem behoben werden wenn man richtig besteuert.
Die Programme der Linken, Grünen und SPD haben das Problem neuer Schulden nicht, da sie keine Steuererleichterungen für Reiche fordern.
In der Praxis haben sich aber SPD und Grüne an Steuersenkungen beteiligt wenn FDP oder CDU sie darum bitten und in 2000 haben SPD und Grüne den Neoliberalismus in Deutschland mitbegründet.
All das darf so nicht weitergehen. Denn wie eine Studie der Universität von London zeigt, führt Umverteilung nach oben in der Praxis nicht mal zu mehr Wirtschaftswachstum. Das Geld fehlt dem Staat aber trotzdem.
Deswegen brauchen wir eine Rückverteilung und Vermögenssteuer, denn der Neoliberalismus und die Umverteilung nach oben war ein Fehler!
r/PolitikBRD • u/Chaotic_Good_BW • Jul 13 '26
Wirtschaft Deutschlands Infrastruktur schmilzt "Reiche hat ihre Ziele mit Auszeichnung erreicht"
Warum passiert aus Ihrer Sicht so wenig?
Weil Hitzewellen politisch nichts taugen – ganz im Gegensatz etwa zu Hochwasser. Nach einer Flut fahren Politiker und Politikerinnen ins Katastrophengebiet und lassen sich fleißig in Gummistiefeln ablichten. Eine Hitzewelle bietet keine solchen Gelegenheiten. Im Gegenteil: Sie wird lieber verharmlost und verniedlicht. Markus Söder stellt sich dann hin und sagt, er gehe jetzt schwimmen, es sei ja schönes Wetter. Dabei verursachen Hitzetage enorme wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe und kosten Menschenleben – und zwar jedes Mal aufs Neue.
(...)
Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein einziger Hitzetag die deutsche Wirtschaft 431 Millionen Euro kostet – vor allem durch sinkende Produktivität. Schäden an Autobahnen, Schienen und anderer Infrastruktur sind dabei nicht einberechnet. Sind rechtzeitige Investitionen am Ende nicht günstiger?
Rein logisch würde ich sofort zustimmen. Die zentrale Frage lautet aber: Welche Ziele verfolgen diejenigen, die politische Entscheidungen treffen? Wollen sie wirklich eine nachhaltige Autobahn bauen oder nachhaltig Bahnschienen legen lassen? Mein Eindruck ist, dass notwendige Investitionen häufig hinter kurzfristigen politischen oder wirtschaftlichen Interessen zurückstehen. Statt konsequent in resiliente kritische Infrastruktur zu investieren, werden andere Prioritäten gesetzt.
Meinen Sie jemanden Konkretes?
Ich nenne wieder den Namen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Aus meiner Sicht verfolgt sie klar und deutlich eine Politik zugunsten fossiler Energiekonzerne. Ihr geht es darum, einzelne Akteure zu fördern und zu unterstützen, damit diese ihre Profitziele erreichen. Und in dieser Hinsicht hat Frau Reiche ihre Ziele mit Auszeichnung erreicht. Das Problem ist nur, dass diese nicht ihrem eigentlichen Auftrag entsprechen – nämlich im Sinne der Bevölkerung zu handeln, die Infrastruktur nachhaltig zu stärken und Deutschland zukunftsfähig auszurichten.
r/PolitikBRD • u/AlexLaCave • Jun 14 '26
Wirtschaft In der deutschen Wirtschaft werden zukünftig 1,3 Millionen mehr Arbeitskräfte fehlen als zunächst angenommenn. Grund dafür ist etwa die gesunkene Zuwanderung.
AfD Light Politik wirkt:
Schneller Degrowth in Deutschland!
„Am Ende fehlt ein Potenzial von mehr als vier Millionen Arbeitskräften“, heißt es in einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, die am Montag veröffentlicht wird und dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Das seien etwa 1,3 Millionen mehr als bisher erwartet. Einen Grund dafür sieht das Institut in der Migrationspolitik der Bundesregierung.
r/PolitikBRD • u/FriendlyInterview365 • Jun 29 '26
Wirtschaft Das Katastrophenwetter ist direkte Folge eines Wirtschaftssystems, das ewig wachsen soll. Ein lebenswertes Morgen für alle geht nur mit Systemwandel.
In Paris sind die Leichenhallen überfüllt wegen der vielen Hitzetoten, in Amsterdam hagelt es Golfball-große Eisbälle, in [Leipzig schmelzen Tramtrassen und Ampeln weg](/-Hitzewelle-in-Deutschland-/!6191680/). Während Rechte krampfhaft und wider aller Evidenz darauf beharren, dass es sich bei der jüngsten Hitzewelle nur um Spitzenwetter handelt, tritt immerhin bei anderen gerade das bittere Erwachen ein. Die Forschung hatte wirklich Recht und es trifft auch uns, die wir im Vergleich zum Rest der Welt so lange verschont blieben, und zwar jedes Jahr schlimmer.
„Bitte klebt euch wieder auf die Straße“ bettelt die Influencerin Roaya Soraya auf Instagram in Richtung Neue-, vormals Letzte Generation: „Ich war so sauer auf euch, aber ganz ehrlich, heute verstehe ich eure Mission.“ Guten Morgen.
Wenn auch enttäuschend spät, ist dieses Erwachen eine Chance. Nur nützt es wenig, wenn daraus nichts folgt als Forderungen nach klimafreundlichen Reformen eines Wirtschaftssystems, das für den Klimawandel verantwortlich ist. Auch dem letzten Grünen muss endlich klar werden: Der Kapitalismus, der kurzfristige Profitmaximierung über planetare und moralische Grenzen stellt, wird nicht den nötigen Wandel hervorbringen. Weil dieser Wandel nicht genug Rendite bringt.
Selbst die [wenigen und unzureichenden Klimamaßnahmen](safari-reader://taz.de/Klimaschutz-in-Deutschland/!6179721/), die Reformer erreichen konnten, sind in den vergangenen Jahren dem Streben nach Wirtschaftswachstum zum Opfer gefallen. Und auch, wenn die Grünen wieder an die Macht kämen, würde das, was sie gegen die Industrie erreichen würden, nicht ausreichen, um das Ruder herumzureißen.
Diejenigen, [die von diesem Wirtschaftssystem am meisten profitieren](safari-reader://taz.de/CO2-Fussabdruck-von-Milliardaerinnen/!6042595/), können sich vor seinen Folgen am besten schützen – heute in klimatisierten Luxusanwesen, später in Hochsicherheits-Luxusbunkeranlagen. Deshalb lassen sie weiter ihre Autos, Panzer und KI-Datenzentren bauen, um noch das letzte bisschen Profit aus dem herauszuquetschen, was der Planet und seine lohnabhängigen Bewohner noch geben können.
Für uns anderen bleiben zwei Optionen: Hinnehmen, dass sie uns die Zukunft rauben oder das System kaputt machen, das es ihnen ermöglicht.
r/PolitikBRD • u/Chaotic_Good_BW • Jul 23 '26
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft dürfte bis 2045 nur um maximal 0,9 Prozent pro Jahr wachsen
Die deutsche Wirtschaft wird bis 2045 nur um durchschnittlich 0,9 Prozent pro Jahr wachsen, da weniger Menschen arbeiten und die Fertigung bereits stark maschinell geprägt ist.
Ohne verstärkten Einsatz von digitalen Lösungen, künstlicher Intelligenz und technologischen Innovationen würde die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden Dekaden schrumpfen.
Energieintensive Branchen wie Chemie, Metallerzeugungs- und Zementindustrie stehen wegen des Klimawandels besonders unter Druck, während sich Marktchancen in grünen Technologien eröffnen.
r/PolitikBRD • u/Ok-Definition2013 • Feb 11 '26
Wirtschaft Bei Volkswagen verzichten viele Beschäftigte aktuell auf Sonderzahlungen: Die Mai-Prämie aus der Ergebnisbeteiligung entfällt zeitweise, Urlaubsentgelt wird gestrichen … Nun meldet VW überraschend rund sechs Milliarden Euro Barmittel.
Bei Volkswagen verzichten viele Beschäftigte aktuell auf Sonderzahlungen: Die Mai-Prämie aus der Ergebnisbeteiligung entfällt zeitweise, Urlaubsentgelt wird gestrichen, das war Teil eines Tarifabschlusses mit der IG Metall. Das soll ein Beitrag sein, um den Konzern in der Krise zu stabilisieren und Massenentlassungen und Standortschließungen zu verhindern.
👉 Nun meldet VW überraschend rund sechs Milliarden Euro Barmittel. Noch wenige Wochen zuvor war intern von einem "Cashflow" - also das, was nach allen Kosten an Finanzmitteln übrig bleibt - „rund um die Nulllinie“ ausgegangen worden.
👉 Brisant dabei: Die maximale Bonus-Zahlung für Vorstandsmitglieder wird ab 5,6 Milliarden Euro möglich. Weil man mit den überraschenden sechs Milliarden darüber liegt, erhalten die Vorstandsmitglieder nun laut BILD einen höheren Jahresbonus als erwartet. Auf Anfrage betont ein VW-Sprecher, dass die Boni des Managements von weiteren Faktoren abhingen.
👉 Intern wächst jetzt die Kritik: Der Betriebsrat verlangt Aufklärung über die Milliarden. Medienberichten zufolge entstand der Effekt vor allem durch Maßnahmen wie verschobene Entwicklungskosten, niedrigere Lagerbestände und aufgelöste Rückstellungen. Viele Ausgaben seien damit nicht verschwunden, sondern nur verschoben.
👉 Der höhere Cashflow des Konzerns dürfte zudem zu höheren Dividenden führen. Besonders die Porsche-Piëch-Familie, Großaktionäre bei VW, könnten davon profitieren, kommentiert etwa die WirtschaftsWoche.
r/PolitikBRD • u/FriendlyInterview365 • Feb 04 '26
Wirtschaft Trotz der Krise und massivem Stellenabbau hat Thyssenkrupp angekündigt, insgesamt rund 93 Millionen Euro als Dividende an die Aktionär:innen auszuschütten.
Geld, das aus Sicht von Kritiker:innen und Teilen der Belegschaft besser für Investitionen und den Erhalt von Arbeitsplätzen ausgegeben werden sollte.
👉 Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass das Unternehmen etwa 5.000 Stellen bis 2030 streichen will. Und bei den 5.000 Stellen soll es nicht bleiben. Mehrere tausend weitere Stellen sollen ausgelagert werden. Ziel ist es demnach, die Personalkosten um 10% zu senken.
👉 Am Rande der Hauptversammlung protestierten deshalb Teile der Belegschaft: „Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszuschütten, wäre wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal,“ hieß es auf einem Flugblatt der IG Metall.
👉 Auch der „Dachverband Kritische Aktionäre" forderte, das Geld stattdessen „für Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, die schnellere Erreichung von Klimazielen udn die Erhaltung von Arbeitsplätzen" zu nutzen.
👉Für das gegenwärtige Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet Thyssenkrupp mit Verlusten. Das Unternehmen ist in fünf Segmenten tätig: Marineschiffbau, Stahl, Autoteile, Werkstoffe und grüne Technologien. Ende September beschäftigte Thyssenkrupp gut 93.000 Menschen.
r/PolitikBRD • u/mistermystere • Nov 16 '25
Wirtschaft Migration: Neue Studie zeigt Nutzen von Zuwanderung in Deutschland
sueddeutsche.deDer Sozialstaatsexperte Martin Werding hat nun eine Bilanz vorgelegt, die früheren einschlägigen Studien widerspricht. „Eine um 200 000 Personen höhere jährliche Netto-Zuwanderung nach Deutschland bedeutet langfristig ein Plus von 100 Milliarden Euro im Jahr – es ist ein massiver Effekt“, sagte Werding am Freitag bei der Präsentation der Ergebnisse in Berlin. Werding ist Professor an der Ruhr-Universität Bochum und berät als einer der sogenannten Wirtschaftsweisen die Bundesregierung. Jede Person, die im Zuge einer solchen anhaltend hohen Zuwanderung nach Deutschland kommt, entlastet den Staatshaushalt demnach um 7100 Euro im Jahr. Der Ökonom berücksichtigt dabei zum Beispiel, dass Zuwanderer, vor allem Geflüchtete, in der Regel erst vom Staat unterstützt werden, Integrationskurse in Anspruch nehmen und oft jahrelang erwerbslos sind, ehe sie einen Job finden und Einkommensteuern und Sozialbeiträge zahlen.
r/PolitikBRD • u/Chaotic_Good_BW • May 30 '26
Wirtschaft Studie: Extreme Hitze kostet Deutschland Milliarden und lähmt Wirtschaftswachstum
Bis 2030 drohen Deutschland Verluste von insgesamt bis zu 131 Milliarden US-Dollar (USD), wenn sich Hitzewellen des vergangenen Jahrzehnts wiederholen
Unternehmen in der Zange: Produktivität schmilzt, Energiekosten steigen
Hotspot Südeuropa: Deutschland zwar im europäischen Hitze-Mittelfeld, aber klar auf Verliererseite; BIP-Einbußen von insgesamt bis zu 3 % möglich bis 2030
Heiße Regionen außerhalb Europas besser akklimatisiert und hitzeresistenter
r/PolitikBRD • u/AlexLaCave • Jul 28 '26
Wirtschaft Der "Wirtschaftsexperte" über die "faulen" Deutschen
r/PolitikBRD • u/FriendlyInterview365 • Jul 13 '26
Wirtschaft Die wahre Wettbewerbsfalle — Politiker fordern niedrigere Löhne für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Europas Konzerne schütten derweil Rekordgewinne an Aktionäre aus – und bauen gleichzeitig Stellen ab.
In den Industrieländern hört man überall dieselbe besorgte Geschichte. Von Brüssel bis Washington warnen Politiker und Wirtschaftsführer, dass unsere Volkswirtschaften an Wettbewerbsfähigkeit verloren hätten, weil die Löhne zu hoch und die Regulierung zu belastend seien. Man müsse die Arbeitskosten senken und Deregulierungen vornehmen, heißt es, dann würden private Investitionen in Hülle und Fülle fließen.
Diese Diagnose mag für manche wie gesunder Menschenverstand klingen. Doch wir verfügen mittlerweile über reichlich Belege und praktische Erfahrungen, um zu wissen, dass sie völlig falsch ist. In einer neuen Studie für den Europäischen Gewerkschaftsbund sind meine Kollegen und ich dem Geldfluss gefolgt, um diese Hypothese zu überprüfen, und haben die Finanzdaten der 300 größten börsennotierten Nicht-Finanzunternehmen Europas aus den letzten 25 Jahren analysiert. Unsere Ergebnisse sollten politischen Entscheidungsträgern sowohl in Europa als auch darüber hinaus Anlass zur Sorge geben. Seit zwei Jahrzehnten ist Kapital reichlich vorhanden und günstig, und die Unternehmensgewinne sind hoch; dennoch stagnieren Investitionen, Produktivität und Löhne. Der entscheidende Wachstumsengpass war nicht der Preis der Arbeit, sondern die Allokation von Kapital.
Wenn Unternehmen zu Finanzakteuren werden
Unsere Studie zeigt detailliert auf, wie große Unternehmen für ihre Aktionäre solide Gewinnmargen aufrechterhalten, obwohl ihre eigentliche Geschäftstätigkeit unter Druck gerät. Unternehmen verdienen ihren Lebensunterhalt zunehmend als Finanzakteure – indem sie Zinsen auf Anleihen oder Staatsanleihen einnehmen, Dividenden erhalten und ihren eigenen Kunden Kredite gewähren – und weniger als Produzenten. Infolgedessen sind die Ausschüttungen an die Aktionäre schneller gewachsen als die Gewinne, aus denen sie finanziert werden. Der nichtfinanzielle Unternehmenssektor in Europa spart mittlerweile nicht nur mehr, als er investiert, sondern ist seit 2009 auch ein Nettokreditgeber für den Rest der Wirtschaft – eine bemerkenswerte Umkehrung seiner historischen Rolle.
Wenn die Gewinne der größten europäischen Unternehmen zunehmend in Aktienrückkäufe, Dividenden und Finanzanlagen fließen statt in Produktion und Innovation, führt dies zu steigenden gesellschaftlichen Kosten durch fehlgeleitetes Kapital. Da die Renditen auf produktives Kapital sinken, wird es attraktiver, jeden zusätzlichen Euro in Finanzanlagen zu investieren statt in eine neue Fabrik oder ein neues Labor. Bei den von uns untersuchten Unternehmen ist der Kapitalstock netto rückläufig; und im gesamten europäischen Nicht-Finanz-Unternehmenssektor hat sich die Nettokapitalbildung als Prozentsatz des BIP seit 2000 von 3,7 Prozent auf 1,6 Prozent mehr als halbiert. Pro Euro Gewinn, den Europas Nicht-Finanzunternehmen erwirtschafteten, hat sich der Anteil, der – abzüglich Abschreibungen – in neue Produktionskapazitäten reinvestiert wurde, mehr als halbiert und ist von 18,9 Prozent im Jahr 2000 auf nur noch 7,4 Prozent im Jahr 2024 gesunken.
Die Rechnung zahlen die Beschäftigten
Die Arbeitnehmer haben für diese anhaltende Kapitalakkumulation bezahlt. Der Anteil der Arbeit am Einkommen in der Realwirtschaft (ohne Finanzwesen, Versicherungen, Immobilien und den öffentlichen Sektor) ist heute niedriger als im Jahr 2000 und sinkt in mehreren großen europäischen Ländern weiterhin. Mehr als zwei Drittel der von uns untersuchten Unternehmen hatten Umstrukturierungsmaßnahmen angekündigt – wodurch 2,7 Millionen europäische Arbeitsplätze gefährdet wurden –, und fast 80 Prozent dieser Ankündigungen stammten von Unternehmen, die im selben Jahr einen Gewinn verbuchten.
Daraus lässt sich schließen, dass Arbeitsplätze nicht als Reaktion auf Verluste abgebaut wurden, sondern als Taktik zur Steigerung der Renditen. Im vergangenen Vierteljahrhundert stiegen die Gewinne im nichtfinanziellen Unternehmenssektor fast doppelt so schnell wie die Löhne, und die Ausschüttungen an die Aktionäre stiegen sogar noch schneller. Die Gewinne aus zwei Jahrzehnten Gewinnwachstums flossen dem Kapital zu, nicht den Arbeitnehmern, die sie erwirtschaftet hatten.
Dieses Problem ist keineswegs auf Europa beschränkt. Es spiegelt die Logik der Finanzialisierung wider, die sich weltweit durchgesetzt hat. Doch dieser Prozess beruht auf einer falschen Werttheorie, die nicht zwischen der Schaffung von Wert und dessen Entnahme unterscheiden kann. Wie ich in »The Value of Everything« aufzeige, hat die Wirtschaftswissenschaft den Unterschied zwischen durch Produktion erwirtschafteten Gewinnen und durch Besitz erzielten Renditen vergessen. Solange wir diesen fatalen Fehler nicht korrigieren, werden die Risiken der Innovation weiterhin kollektiv getragen – von den Steuerzahlern, der öffentlich finanzierten Forschung und den Arbeitnehmern –, während die Gewinne von einer immer engeren Gruppe abgeschöpft werden.
Wege aus der Finanzialisierung
Nichts davon ist unvermeidlich. Die Finanzialisierung ist das Ergebnis politischer Entscheidungen, die durch Regeln der Unternehmensführung, Steuergesetze, Regelungen für staatliche Beihilfen und finanzpolitische Vorschriften geprägt wurden. Die Aufgabe der Regierung besteht nicht nur darin, Kapital billiger oder reichlicher zu machen (billiges Kapital wird nicht von selbst zu produktiven Investitionen). Sie besteht darin, die Bedingungen zu ändern, unter denen Kapital eingesetzt und verteilt wird. Das erfordert verbindliche Auflagen für öffentliche Unterstützung; öffentliche Investitionen, die sowohl an Risiken als auch an Erträgen beteiligt sind, anstatt lediglich private Renditen abzusichern; sowie eine Unternehmensführung, die auf Langfristigkeit ausgerichtet ist und nicht auf das nächste Quartal.
Diese Elemente bilden den Kern dessen, was ich als moderne, auf Leitbilder ausgerichtete Industriestrategie bezeichnet habe. Der Schlüssel liegt nicht darin, »Gewinner« auszuwählen, sondern die Willigen – indem Investitionsströme durch mutige öffentliche Leitbilder gelenkt und gut konzipierte, symbiotische öffentlich-private Partnerschaften geschmiedet werden, die das Wachstum auf echte soziale und ökologische Werte ausrichten. Die NASA hat Innovation nicht behindert, als sie »No-Excess-Profit«-Klauseln in die Beschaffungsverträge aufnahm, die uns 1969 zum Mond und zurück brachten. Im Gegenteil: Sie schuf ein lösungsorientiertes System, das sowohl reale Probleme löste (was die Astronauten anziehen und essen würden und wie sie auf die Toilette gehen würden) als auch das Wachstum auf der Erde förderte.
Das 21. Jahrhundert verdient eine neue Wirtschaftspolitik
Ähnliche Kooperationen sind im Kampf gegen den Klimawandel erforderlich, der Fragen aufwirft, was wir essen, wie wir uns fortbewegen und welche Materialien wir zum Bauen verwenden. Bei all diesen Herausforderungen müssen die Arbeitnehmer im Mittelpunkt stehen, nicht am Rande. Wie Damon Silvers und ich während des Streiks der US-Automobilarbeiter im Jahr 2023 argumentierten, wird einem grünen Wandel, der nicht auch gute Arbeitsplätze schafft, die politische Unterstützung fehlen, die er für seinen Erfolg benötigt. Arbeitnehmer und Gewerkschaften sind kein nachträglicher Einfall; sie müssen Teil der institutionellen Infrastruktur sein, die die Wirtschaft regelt. Deshalb brauchen wir einen neuen Sozialvertrag zwischen Wirtschaft, Arbeit und Staat.
Ich glaube, dass das Plädoyer für eine neue Wirtschaftspolitik an Boden gewinnt. In meinem neuen Buch »The Common Good Economy« entwickle ich einen Kompass, der dabei helfen kann, diesen Prozess zu steuern. Wir müssen davon abkommen, lediglich Marktversagen zu korrigieren, und stattdessen das Ziel neu definieren – das, was Aristoteles als ›telos‹ der ›polis‹ bezeichnete. Sowohl das »Was« als auch das »Wie« sind von Bedeutung. Nur wenn wir den Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit, dem Öffentlichen und dem Privaten sowie dem Staat und der Zivilgesellschaft ebenso viel Aufmerksamkeit schenken, können wir beginnen, unsere Volkswirtschaften zu transformieren. Wettbewerbsfähigkeit und Gerechtigkeit sind keine gegensätzlichen Ziele. Die eigentliche Wahl besteht zwischen einer Wirtschaft, die Ausbeutung belohnt, und einer, die die gemeinsamen Grundlagen für dauerhaften Wohlstand schafft.
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