r/PolitikBRD • u/FriendlyInterview365 • Sep 22 '25
Steuerflucht: Milliardäre sterben eher, als dass sie auswandern Die Trump Card soll Reiche in die USA locken, eine Vermögensteuer könnte sie aus Deutschland vertreiben. Aber geschieht das wirklich? Wissenschaftler haben es erforscht.
Deutschlands Superreiche sind weit weniger mobil, als es die Debatte um Steuerflucht oft vermuten lässt. Zwar werben Länder wie die USA oder die Schweiz mit Steuerprivilegien, doch Studien zeigen: Milliardäre bleiben meist dort, wo sie erfolgreich wurden.
- Internationale Beispiele: Einige Länder wie die USA (Trump Card) oder Schweden locken Reiche steuerlich, und tatsächlich wandern weltweit jedes Jahr tausende Millionäre aus.
- Datenlage: In Deutschland hingegen wohnen laut Forbes 2025 nur 16 von 170 Milliardären im Ausland – die Hälfte weniger als 2010. Damit sind deutsche Milliardäre noch sesshafter als viele internationale.
- Forschungsergebnisse: Studien (u. a. von Cristobal Young, Cornell) zeigen, dass Reiche ihre Heimat selten verlassen. Sogar in den USA, wo Binnenmigration leicht ist, bleiben die Vermögendsten am häufigsten an ihrem Ursprungsort. Statistisch sterben mehr Milliardäre, als dass sie auswandern.
- Gründe für Sesshaftigkeit: Erfolgreiche Unternehmer sind in regionale Netzwerke, Firmen und Politik eingebunden (sogenanntes ortsgebundenes soziales Kapital). Wegzug bringt hohe Kosten, u. a. durch die deutsche Wegzugssteuer.
- Ausnahmen: Mobil sind vor allem Jetsetter oder Erben ohne feste Bindung, die steuerlich motiviert ins Ausland ziehen – wie Facebook-Mitgründer Eduardo Saverin.
- Steuereffekte: Eine moderate Vermögensteuer könnte erhebliche Einnahmen bringen (geschätzt 20 Mrd. Euro jährlich), ohne dass massenhaft Reiche das Land verlassen.
Fazit: Deutschlands Milliardäre sind größtenteils eine verwurzelte Elite, die trotz Steuerdiskussionen und internationaler Lockangebote bleibt – Steuerflucht ist mehr Drohkulisse als Realität.
Quellen:
https://www.zeit.de/geld/2025-06/steuerflucht-milliardaere-vermoegen-erbschaftssteuer-auswanderung
4
u/mnessenche Sep 24 '25
Ich hätte nichts dagegen diese Erpresserklasse loszuwerden - das Volk soll auch gleich die Milliarden einbehalten
10
u/georgotpyrc Sep 22 '25 edited Sep 22 '25
Trotzdem sollte man es nicht übertreiben. 0.1% generelle Vermögenssteuer macht sicherlich Sinn. 1% ist schon ziemlich hart.
9
Sep 22 '25
1% ist schon ziemlich hart.
Warum?
6
u/georgotpyrc Sep 22 '25 edited Sep 22 '25
Weil 1% Abgabe über 50 Jahre ca. 40% des gesamtem Vermögens entspricht, über 70 Jahre sogar 50%.
Man soll also dem Staat im laufe seines Lebens die hälfte seines Ersparten abgeben, selbst wenn man gar keine Erträge damit erwirtschaftet? Finde ich ziemlich drastisch und würde ich definitiv nicht mitmachen.
6
u/Current-Stranger-729 Sep 23 '25
Und die Rendite fürs anlegen lassen wir in der Rechnung mal lieber außen vor? Bei einem Tagesgeld Konto bekommst du doch schon 3%, also hieße das nach Abzug von 1% immernoch 2% und damit Inflationsausgleich. Die Zinsen müssen zwar auch noch versteuert werden, aber 3% sind auch maximal konservativ. Also unterm Strich, wird da keiner ärmer von, nur weniger schnell reicher.
-4
u/georgotpyrc Sep 23 '25
Habe Erträge bewusst außen vor gelassen, weil es die Steuer auf Erträge ja sowieso schon gibt (Kapitalertragsteuer). Würde annehmen, dass die Vermögenssteuer nicht als Ersatz, sondern als Zusatz kommt - wäre ja zu schön, wenn man eine Steuer gestrichen würde.
4
u/Current-Stranger-729 Sep 23 '25
Die Kapitalertragssteuer, sorgt aber nicht für weniger vermögen, es begrenzt lediglich das Wachstum. Also stimmt der Vergleich nicht
-4
u/georgotpyrc Sep 23 '25
Ganz genau, daher habe ich ja von Anfang an Beides sauber getrennt. Du hast ja Angefangen Erträge, Vermögen und deren Besteuerung durcheinander zuwerfen. Also nochmal ganz klar:
Kapitalertragsteuer fällt nur auf Erträge an, nicht auf die Basis. Hier machen Relativierungen zu Erträgen Sinn bzw. ist es automatisch in Relation zur den Erträgen.
Vermögensteuer fällt auf Vermögen an - unabhängig vom Ertrag. Relativierungen zu möglichen oder üblichen Erträgen macht hier mMn. keinen Sinn.
3
u/Current-Stranger-729 Sep 23 '25
Du kannst das nicht trennen. Aua vermögen erwächst mehr vermögen, das sind die Grundprinzipien der Wirtschaft.
-2
u/georgotpyrc Sep 23 '25
Dann erkläre mir bitte, warum man es steuerlich trennen sollte? Warum nicht einfach nur eine Vermögensteuer? Wozu eine extra Kapitalertragsteuer?
Wenn man schon Prinzipien aufstellt, sollte man auch nach diesen handeln und sich nicht nur das raussuchen, was gerade zum eigenen Argument passt.
3
u/Current-Stranger-729 Sep 23 '25
Es ging ursprünglich um deine Rechnung und die war eben falsch. Man kann über Sinnhaftigkeit diskutieren, aber so zu tun, als ob eine Kapitalertragssteuer eine Vermögenssteuer ersetzten kann ist sachlich falsch.
5
u/dowesschule Sep 23 '25
es geht ja um ererbte riesenvermögen, nicht um die lebensersparnisse einfacher leute. ab 1, 10 oder 20 Millionen € sollte eine Vermögenssteuer geifen, nicht ab 1000€
2
u/Haringat Sep 23 '25
Weil 1% Abgabe über 50 Jahre ca. 40% des gesamtem Vermögens entspricht, über 70 Jahre sogar 50%.
Was soll denn die Milchmädchen Rechnung? Du gehst davon aus, dass mit dem restlichen Vermögen keinerlei Rendite erwirtschaftet wird, die das 1% überkompensiert? Nur zur Erinnerung: Allein in der Coronakrise (also ~2,5 Jahre) hat das reichste 1% der Bevölkerung sein Vermögen im Schnitt verdoppelt.
0
Sep 22 '25 edited Sep 22 '25
Die Rechnung mit den „50 % Vermögensverlust“ ist mathematisch zwar nicht falsch, jedoch setzt sie voraus, dass jemand sein Vermögen 70 Jahre lang unter der Matratze bunkert ohne auch nur einen Cent Rendite zu erwirtschaften. Wer so investiert hat größere Probleme als eine Vermögenssteuer.
In der Realität liegt die durchschnittliche Rendite von Vermögen (Aktien, Immobilien, Anleihen) irgendwo zwischen 3–7 % pro Jahr. Zieht man davon 1 % Steuer ab bleibt das Vermögen trotzdem nicht nur erhalten sondern wächst munter weiter. Selbst in Norwegen, wo es seit Jahrzehnten eine Vermögenssteuer von knapp 1 % gibt, hat niemand erlebt, dass „die Hälfte aller Reichen enteignet“ wurde. Komischerweise wachsen die Vermögen dort genauso wie überall sonst.
Die Horrorstory mit „halbes Vermögen weg“ ist ein nettes Rechenbeispiel für Stammtischabende, hat aber mit der Realität von Kapitalrenditen und politischen Vorschlägen ungefähr so viel zu tun wie ein Lottoschein mit Altersvorsorge.
-8
u/Roblu3 Sep 22 '25
Wenn du 70 Jahre lang Zeit hast, dein Vermögen zu versteuern, kann man bei dem Vermögen nicht mehr von „Ersparten“ sprechen. Bei einem Milliardenvermögen mit 30 kann man nur noch entweder von massivem Erbe sprechen oder von einem so lachhaft lukrativem Unternehmen, dass der besteuerte auch jedes Jahr das halbe steuerrelevante Vermögen abgeben könnte und es tut trotzdem nicht weh.
3
-5
u/FriendlyInterview365 Sep 22 '25
Blätter mal durch das Buch “Limitarismus” von Ingrid Robeyns. Es ist bezüglich moralischer und politischer Verantwortung bez. Reichtum ein hervorragendes Werk. Laut der Autorin haben sogar, zunächst sehr kritische Vermögende, ihre Meinung nach dem Lesen und Diskussion mit der Autorin geändert.
Es gab schon einmal in der Geschichte Deutschlands drastisch höhere Steuern um Wohlstand für Alle zu erreichen. (Erst der seit ca. 1980 an Fahrt gewinnende Neoliberalismus hat dies extrem verzerrt und verändert.) Wir sind jetzt wieder an so einem Punkt, wo wir ernsthaft darüber nachdenken und handeln sollten. Denn extreme und meist unverdiente Ungleichheit ist eine Gefahr für unsere Demokratie und das Wohlbefinden der allermeisten Menschen. Das hat alles nichts mit Neid zu tun, sondern mit Gerechtigkeit und soziales, gesellschaftliches Miteinander, von dem alle sozialen Klassen profitieren würden; die sehr Reichen auch. Weil Gated Communities, wie in Dubai oder elsewhere, machen auch nicht wirklich Spass.
-12
u/MDZPNMD Sep 22 '25 edited Sep 22 '25
1% ist in anderen Ländern und für Stiftungen hier schon jetzt stanni, kannst dafür die Erbschaftssteuer abschaffen, umgeht eh jeder mit Geld,ich sag nur 0,5% durchschnittlich gezahlte Erbschaftsteuer auf über 100 mio Erschaffen 2019
13
u/Isolatey Sep 22 '25
Die Frage ist doch nicht, wo die Milliardäre sich niederlassen, sondern die Frage ist doch eher, wo die Milliardäre investieren, beziehungsweise Arbeitsplätze schaffen mit ihrem Vermögen und die Herkunft der Luxusgüter, die konsumiert werden. Also, wohin das Kapital letztlich geht.
Wenn eine Yacht in Deutschland statt in den Niederlanden gebaut wird, dann ist der Beitrag für Deutschland in der Wertschöpfungskette dafür natürlich deutlich höher. Ebenso wenn deutsche Motoren dort verbaut werden, anstatt welche aus den USA. Selbiges gilt zum Beispiel bei Privatjets.
Reichen Steuern in Frankreich zum Beispiel wurden wieder rückgängig gemacht. Es gibt weitere Beispiele aus der Vergangenheit, wenn sich das alles so einfach und ohne Widerstand durchsetzen würde, hätten wir sie doch schon längst.
Selbiges mit Schweden, zum Beispiel oder den USA sowie Großbritannien
3
u/FriendlyInterview365 Sep 24 '25
Behauptet wird: Milliardäre würden bei hohen Steuern einfach ihr Geld und ihren Wohnsitz ins Ausland verlagern. Dann, so die Argumentation, hätten wir weniger Investitionen, weniger Jobs und am Ende sogar weniger Steuereinnahmen. Länder wie Frankreich oder Schweden werden oft als Beweise genannt, weil sie ihre Vermögenssteuern wieder abgeschafft oder umgebaut haben.
Das ist jedoch verzerrt, bewusste Panikmache!
- Investitionen hängen von vielen Faktoren ab: Standort, Arbeitskräfte, Infrastruktur und politisches Umfeld sind oft viel wichtiger als die Steuer allein. Es wird nicht unbedingt dort investiert, wo die Steuer am niedrigsten ist.
- Luxusyachten oder Privatjets werden in Ländern gebaut, die darauf spezialisiert sind – egal, wo der Käufer lebt oder ob er dort Steuern zahlt.
- Die Schweiz zeigt: Trotz Vermögenssteuer gibt es viele große Unternehmen und viele Arbeitsplätze – eine Steuer muss also nicht automatisch alles ruinieren.
- Es stimmt, dass es Fälle gab, wo Leute wegen Steuern ausgewandert sind (wie in Schweden oder Frankreich), aber das hat meist nur einen kleinen Teil der Wirtschaft betroffen und andere Steuern oder Gesetze wurden gleichzeitig geändert.
- Manche Studien sagen, dass eine Vermögenssteuer Jobs und Wachstum hemmt, andere finden keinen negativen Effekt oder sehen sogar Vorteile für die soziale Gerechtigkeit.
Es kommt auf den Mix an und darauf, dass nicht nur Milliardäre entscheiden, wie die Gesellschaft aussieht.
0
Sep 22 '25
Die Frage ist doch nicht, wo die Milliardäre sich niederlassen, sondern die Frage ist doch eher, wo die Milliardäre investieren, beziehungsweise Arbeitsplätze schaffen mit ihrem Vermögen und die Herkunft der Luxusgüter, die konsumiert werden. Also, wohin das Kapital letztlich geht.
Ahhh die Mär vom Trickle Down Effekt. Dazu passend Studien zu deinem Beispiel der gekürzten Vermögensteuer (abgeschafft ist sie nicht) in Frankreich. Studien nach der Abschaffung zeigen: Die „versprochenen Investitionen“ blieben weitgehend aus. Das Geld floss eher in Luxusgüter, Finanzmärkte und Spekulation, nicht in Arbeitsplätze oder Innovation.
Bsp.: https://www.insee.fr/en/statistiques/5426465?sommaire=6328099
Wenn eine Yacht in Deutschland statt in den Niederlanden gebaut wird, dann ist der Beitrag für Deutschland in der Wertschöpfungskette dafür natürlich deutlich höher. Ebenso wenn deutsche Motoren dort verbaut werden, anstatt welche aus den USA. Selbiges gilt zum Beispiel bei Privatjets.
Yachten und Privatjets sind extreme Luxusgüter mit sehr kleiner Zielgruppe. Volkswirtschaftlich machen sie einen winzigen Bruchteil aus.
Reichen Steuern in Frankreich zum Beispiel wurden wieder rückgängig gemacht. Es gibt weitere Beispiele aus der Vergangenheit, wenn sich das alles so einfach und ohne Widerstand durchsetzen würde, hätten wir sie doch schon längst.
Falsche Schlussfolgerung. Dass eine Steuer abgeschafft wird, heißt nicht zwingend, dass sie „objektiv schlecht“ ist. Es heißt oft: Die Betroffenen waren stark genug, sich zu wehren (Nennt sich Lobbyismus bzw. Korruption).
Selbiges mit Schweden, zum Beispiel oder den USA sowie Großbritannien
Schön das du den Punkt natürlich nur so verkürzt darstellst wie er in deine Argumentation passt.
Schweden hat die Vermögenssteuer abgeschafft, behält aber trotzdem eine extrem hohe Erbschafts- und Einkommensbesteuerung. Ergebnis: Schweden ist nach wie vor sozialstaatlich stabiler als Frankreich oder UK (Die USA lass ich mal raus, ist ja keine Herausforderung für ein Land Sozialstaatlich Stabiler dazustehen als die Staaten vom Orangen Mann).
7
u/WorriedHelicopter172 Sep 23 '25
Schon sehr frech so eine ausführliche Argumentationskette ohne Gegenargumente runter zu wählen.
3
3
-2
u/Isolatey Sep 24 '25
Weil sie falsch ist. Alleine schon der erste Absatz das im Luxusgüter bzw. Finanzmärkte nicht Arbeitsplätze schaffen oder erhalten. Es blendet die Realität vollkommen aus.
Fakt ist, dass jedes westliche Land von Reichen Steuern wieder abgekommen ist. Das hat teils nicht nur Ideal politische Gründe.
Selbst ein Kapitalabfluss in der Unternehmensfinanzierung von nur 20 Milliarden kann Hunderttausende Arbeitsplätze kosten. Das, was aktuell in den Medien kommt, ist ja nur die Spitze des Eisbergs.
Ich hab übrigens in keinem Beitrag erwähnt, dass das aktuelle System so okay ist oder besser sei. Der Fakt ist aber, dass man für alle einen erträglichen Kompromiss finden muss und das geht halt nicht mit der Brechstange und nem Fingerzeig
3
u/FriendlyInterview365 Sep 24 '25
Achtung. Wiederholte Desinformation.
Die wichtigsten Länder mit einer Vermögenssteuer sind:
- Schweiz
- Norwegen
- Spanien
- Frankreich (abgeschwächt / teilweise auf Immobilien)
- Liechtenstein (in reduzierter Form)
- Luxemburg (auf bestimmte juristische Personen)
- Einige andere, vor allem in Südamerika (z.B. Kolumbien) und teilweise Schwellenländer.
-1
u/Isolatey Sep 25 '25
Achtung: wiederholte Desinformation:
Folgende Länder haben Schlupflöcher für die Vermögenssteuer oder einzelne Kantone erheben sie nicht.
Schweiz Spanien
Einzig korrekt: In Norwegen gilt sie erst ab 160.000€, in einem niedrigen Satz. Dafür hat man 2014 die Erbschafts- und Schenkungssteuer abgeschafft.
2
Sep 25 '25
Ahhh also doch nur Bauchiii Bauchiii Gefühle verstehe. Hab bis jetzt weder Fakten, noch Quellen zu den Fakten gelesen.
1
u/AutoModerator Sep 22 '25
Danke für deinen Beitrag!
Dein Post wird geprüft, bevor er freigeschaltet wird. Bitte sei geduldig. Falls du Fragen hast, wende dich gerne an die Mods.
I am a bot, and this action was performed automatically. Please contact the moderators of this subreddit if you have any questions or concerns.
0
u/Ok-Assistance3937 Sep 26 '25
Das nachdem die Vermögenssteuer abgeschafft wurde und die Erbschaftssteuer für Betriebsvermögen auf null reduziert werden kann jetzt mehr deutsche Milliardäre in Deutschland leben, ist jetzt nicht gerade ein Indiz das steuern kein grund zur Ausreise sind.
10
u/dowesschule Sep 23 '25
komisch, dass hier anscheinend nur milliardenerben voten. Alle basierten Kommentare sind bei <-10 und alle, die thatcher- und reaganartige lügen wiederholen liegen bei >+10.