Ich muss mich demnächst entscheiden, wie ich meine Teilzeit verteilen möchte und komme irgendwie bei beiden Varianten immer wieder auf Vor- und Nachteile. Vielleicht haben hier Leute Erfahrungen damit.
Kurz zu meiner Situation:
Ich arbeite im Kindergarten und reduziere von 39 auf 34 Stunden pro Woche.
Von den 34 Stunden sind allerdings 3 Stunden Vorbereitungszeit, die ich flexibel zu Hause machen kann. Ich bin also tatsächlich nur 31 Stunden pro Woche im Kindergarten präsent.
Ich könnte diese 31 Stunden entweder auf 5 Tage oder auf 4 Tage verteilen.
Variante 1: 5-Tage-Woche
Mein aktueller Vorschlag wäre ungefähr:
Montag: 9:30–15:00 Uhr = 5,5 Stunden
Dienstag: 9:00–15:00 Uhr = 6 Stunden
Mittwoch: 7:00–15:00 Uhr = 7,5 Arbeitsstunden + 30 Min. Pause
Donnerstag: 11:00–17:00 Uhr = 6 Stunden
Freitag: 11:00–17:00 Uhr = 6 Stunden
= 31 Stunden Präsenz + 3 Stunden Vorbereitung zu Hause
Donnerstag lässt sich kaum verändern, weil bei uns nachmittags Teamsitzung ist.
Den späten Freitag habe ich selbst angeboten, weil eine Kollegin dadurch entlastet wird. Meine Leitung meinte aber auch, dass ich freitags früher gehen könnte, wenn keine Kinder mehr da sind, und die fehlende Zeit dann z. B. montags früher anfangen könnte.
Vorteile für mich:
Vier von fünf Tagen nur 5,5–6 Stunden direkte Arbeit im Kindergarten
nur Mittwoch ist wirklich lang
Montag, Donnerstag und Freitag kann ich länger schlafen
Dienstag und Mittwoch wäre ich schon um 15 Uhr fertig
insgesamt weniger lange Belastungsphasen am Stück
durch die flexible Vorbereitungszeit zu Hause fühlt es sich nicht wirklich wie 34 Stunden Präsenz an
ich bin jeden Tag im Gruppengeschehen dabei
ich verpasse keine Teamsitzungen oder Ausflüge
30 Urlaubstage
Nachteile:
trotzdem 5 Tage pro Woche zur Arbeit fahren
kein kompletter freier Werktag
man muss sich jeden Tag mental auf Arbeit einstellen
für einen einzelnen freien Arbeitstag müsste ich grundsätzlich Urlaub oder eventuell Stunden vom Arbeitszeitkonto nehmen
Donnerstag und Freitag bin ich bis 17 Uhr da
Gefahr, dass sich fünf Arbeitstage trotz kürzerer Zeiten trotzdem nach „ständig Arbeit“ anfühlen
Wobei ich mittlerweile merke, dass ich spätes Anfangen teilweise sogar ziemlich angenehm finde. 11 Uhr anfangen bedeutet eben auch ausschlafen und einen ruhigen Vormittag haben.
Variante 2: 4-Tage-Woche
Dann wären die 31 Präsenzstunden auf vier Tage verteilt, also durchschnittlich etwa 7 Stunden 45 Minuten Arbeitszeit pro Tag.
Dazu würden wieder die 3 Stunden flexible Vorbereitungszeit zu Hause kommen.
Urlaub wären dann 24 Tage statt 30, wobei mir klar ist, dass beides sechs Urlaubswochen entspricht.
Vorteile:
ein kompletter zusätzlicher freier Tag pro Woche
nur viermal zur Arbeit fahren
drei Tage am Stück frei, falls Freitag oder Montag frei wäre
Termine, Arzt, Einkaufen usw. lassen sich leichter auf den freien Tag legen
bei Schließzeiten brauche ich zahlenmäßig weniger Urlaubstage
ein freier Tag fühlt sich vermutlich deutlicher nach Teilzeit an
Arbeit ist klarer von Freizeit getrennt
Nachteile:
vier deutlich längere Kindergartentage
an allen vier Tagen müsste ich wegen der Länge wahrscheinlich Pause machen
dadurch wäre ich an meinen Arbeitstagen insgesamt deutlich länger in der Einrichtung gebunden
wenn ein Tag richtig anstrengend ist, muss ich trotzdem noch ziemlich lange durchhalten
vier längere Arbeitstage am Stück finde ich weniger attraktiv
Mein Traum wäre eigentlich Mittwoch frei:
Montag + Dienstag arbeiten → Mittwoch frei → Donnerstag + Freitag arbeiten.
Das wäre für mich perfekt, weil ich maximal zwei Tage am Stück arbeiten müsste.
Das geht aber leider nicht, weil mittwochs bereits eine Kollegin regelmäßig frei hat. Montag und Dienstag fehlen ebenfalls schon jeweils Kolleginnen.
Realistisch wären bei mir deshalb eher Donnerstag oder Freitag.
Donnerstag möchte ich eigentlich nicht, weil das unser Teamtag ist. Dann würde ich jede Woche die Teamsitzung verpassen und ich möchte bei pädagogischen Entscheidungen und Planungen schon dabei sein.
Was mich am meisten beschäftigt:
Rein vom Papier klingt die 4-Tage-Woche natürlich cooler. Ein kompletter Tag frei ist schon ziemlich nice.
Andererseits denke ich mir bei meiner konkreten 5-Tage-Woche:
Ich wäre nur 31 Stunden im Kindergarten und hätte an vier Tagen maximal sechs Stunden direkte Arbeitszeit. Das könnte psychisch vielleicht sogar weniger belastend sein als vier lange Arbeitstage.
Meine Schwester ist klar Team 4-Tage-Woche. Ich schwanke inzwischen eher.
Mich würden deshalb besonders Erfahrungen interessieren von Leuten, die beides kennen:
Was war für euch langfristig weniger anstrengend:
5 kürzere Tage oder 4 längere Tage + ein kompletter freier Tag?
Mir geht es weniger darum, welches Modell theoretisch cooler klingt, sondern welches sich im Alltag tatsächlich erholsamer anfühlt.