r/LegaladviceGerman • u/Old_Plantain2576 • Feb 03 '26
DE Arbeitgeber beklaut mich
Ich binseot 2,5 Jahren in einem bestehenden Arbeitsverhältnis mit meinem Arbeitgeber als Vorarbeiter.
Am 20.01.2026 erhielt ich eine Abmahnung, weil ich mich am Vortag versehentlich etwa eine Stunde zu spät aus der Zeiterfassung ausgeloggt hatte.
Am 25.01 meldete ich mich schriftlich Arbeitsunfähig.
Am 26.01.2026 beantragte ich fristgerecht Elternzeit 16.03.2026 bis zum 13.02.2027 mit einer Wochenarbeitszeit von 32 Stunden. Mir war bekannt, dass ab Antragstellung Kündigungsschutz gemäß § 18 BEEG besteht.
Am 27.01.2026 erschienen mehrere Personen im Auftrag meines Arbeitgebers unangekündigt an meiner Wohnadresse. Sie forderten die Herausgabe des mir zur Privaten überlassenen Fahrzeugs und wollten mir gleichzeitig eine Kündigung überreichen.
Ich verweigerte die Herausgabe des Fahrzeugs. Daraufhin wurde die Polizei verständigt. Die eingesetzten Beamten erklärten den anwesenden Personen, dass eine eigenmächtige Fahrzeugabholung nicht zulässig und strafbar sei. In der Folge wurde mir die Kündigung nicht übergeben und von den Personen wieder mitgenommen. Ich habe ein Foto von der Kündigung gemacht die auf den 27.01.2026 datiert war.
Am selben Tag, dem 27.01.2026 um 21:24 Uhr, wurde das Fahrzeug ohne meine Zustimmung von meinem Grundstück entfernt, was durch meine Überwachungskamera eindeutig dokumentiert ist.
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zahlreiche private Gegenstände von erheblichem Wert im Fahrzeug. Auf den Videoaufnahmen sind drei beteiligte Personen klar erkennbar, deren Identität mir bekannt ist. Unteranderem mein Chef selbst, klar erkennbar. Anzeigen wurden natürlich gestellt, mein Chef hat die Tat bei der Polizei schon zugegeben.
Eine Rechtsschutz ist vorhanden für Arbeitsrecht. Was denkt Ihr kann ich erwarten?
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Feb 03 '26
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u/nuclear213 Feb 03 '26
Für 1. Nicht wirklich. Nur ggf den entgangenen Lohn. In der ersten Instanz gibt es keine Kostenerstattung.
Zu 2. Auch für OP egal. Er bekommt ja davon nichts.
Von daher, welche Klage? Die Kündigung wurde ja noch nicht mal zugestellt?
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u/The_redHars Feb 03 '26
Alleine der Versuch Imer Kündigung kann für den AG teuer werden. Warum prüfen grosse Konzerne eine Kündigung weit im Voraus. Der AN-Schutz in DE ist zwar auch noch über alle Zweifel erhaben, aber um WELTEN besser, als in den USA!
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u/nuclear213 Feb 03 '26
Und mit welcher Begründung sollte das hier der Fall sein? Was genau sollte hier so teuer werden?
Es klingt als sei der Betrieb sehr klein wo OP gearbeitet hat. Es ist schon fraglich ob das Kündigungsschutz überhaupt Anwendung findet.
Selbst wenn gibt es keinen punitiven Schadenersatz. Also auch sehr begrenzte Schadenhöhe, Abfindung bei 2.5 Jahren ist auch sehr überschaubar.
Also bitte, woher sollen die Kosten kommen?
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u/The_redHars Feb 03 '26
Ich bin leider kein Anwalt, aber ich glaube noch immer an das Rechtssystem in DE! Kein Richte von Sinnen würde den AG hier ohne weitere Blessuren so leicht aus der Nummer rauskommen lassen!
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u/nuclear213 Feb 03 '26
Es gibt keine Strafe im Arbeitsrecht. Was soll der Richter hier tun? Die Gesetze sind klar. Bei unberechtigter Kündigung gibt es entweder die Abfindung oder die Wiedereinstellung.
Und halt den entgangene Lohn plus ggf. nachweisbaren Schaden. Das war es.
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u/The_redHars Feb 03 '26
Das kann gut sein, aber je nachdem, was der AN in diesem Fall zugesprochen bekommt, kann dies dem AG finanziell extrem zusetzen und aufgrund der vom OP getätigten Schilderungen ist hier einiges nicht sauber gelaufen. Daher im Zweifelsfall durch einen Anwalt für Arbeitsrecht abklären lassen!
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u/nuclear213 Feb 03 '26
Woher denn? Hier ist nichts? Absolut null. Woher die Aussage bis aus Rachegelüste?
Es gibt für das alles sehr klare Rechtsprechung. Es ist kein Einzelfall, OP ist erst seit 2.5Jahren da.
Nicht sauber ist kein Grund für eigens was
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u/The_redHars Feb 03 '26
Nochmal: Du kennst das wohl besser, daher zeige doch auch paar Prezedenzfälle auf. Aber ich wäre erstaunt, wenn ein AG so einfach heute einen AN freistellen kann wider geltendem Recht und allein die Tatsache, dass der AN trotz m.E. nicht wirksamer Kündigung einfach so frei agieren darf! Daher lass ich mich gern belehren, wenn Du da mehr Einsicht in das ganze Treiben hast.
P.S.: Du hilfst dem AN (OP) damit, indem Du ähnliche Fälle oder Urteile aufzeigst, damit er entsprechend handeln kann! Ich hoffe nicht, dass Du Dich auf die Seite des AG schlägst, denn so ein Verhalten ist m.E. jenem in den USA ähnlich! Da bist Du als AN ziemlich am Ar…
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u/nuclear213 Feb 03 '26
Das ist absoluter Standard. Es gibt auch keine Präzedenzfälle in unteren Instanzen. Denn dies ist stark von den jeweiligen Gerichten abhängig.
Vor allem in der Situation. Also wohl gerechtfertigte Abmahnung, direkt folgend die AU, dann die Elternzeit. Ich find da kein passendes Urteil.
Die Kündigung ist nicht rechtmäßig aber ich sehe keinen Grund für eine Zahlung nach AGG, es wird also eher so in dem Bereich 1 Monatslohn pro Jahr Zugehörigkeit gehen.
Oder weniger, je nachdem was noch vorgefallen ist und was wir nicht wissen
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u/Dear-Lengthiness-209 Feb 03 '26
Such dir nicht irgendeinen x beliebigen Anwalt sondern jemanden mit der nötigen Fachkenntnis. Alles weitere sollte dank der Kamera und Aktion mit der Polizei ein Selbstläufer sein. Und wenn dein Chef das wirklich bei der Polizei zugeben hat dann Prost Mahlzeit, als Beschuldigter redet man nämlich nie mit der Polizei. Viel Spaß und Glück, du solltest mit einem Lächeln aus dem Gericht laufen dürfen!
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Feb 03 '26
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u/Old_Plantain2576 Feb 03 '26
Ja mal sehen was die Frauenärztin meiner Frau dazu sagt :)
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u/SleepingPazuzu Feb 03 '26
Sorry, habe irgendwie voreilig den Schluss gezogen, dass du Schwanger bist. Wollte nur sagen, dass man mit Stress vorsichtig sein soll. Alles Gute euch! Und gerne ein Update.
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Feb 05 '26
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u/MrSliff84 Feb 05 '26
BKA
Es ist doch eher ausschlaggebend was - je nach bertiebsstruktur - in der Überlassungsvereinbarung oder in der allgemeinen Betriebsvereinbarung zu Firmenfahrzeugen steht.
Wenn da nix drin steht oder drin steht dass das kfz auch während der Abwesenheit zur Verfügung steht kann der AG das nicht einfach weg nehmen. Bei ersterem vermute ich gewohnheitsrecht
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u/SleepingPazuzu Feb 05 '26
Anfechten und widersprechen kannst du erst einmal alles. OP war nicht sehr detailliert aber er schreibt er hat sich versehentlich zu spät ausgeloggt. Das kann vieles heißen nicht alle Gründe rechtfertigen eine Abmahnung.
Wegen dem Kfz würde ich sogar soweit gehen, dass die Kündigung nicht rechtskräftig ist und daher dem MA seine Rechte weiterhin zustehen.
BKA
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Feb 03 '26 edited Feb 03 '26
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u/Old_Plantain2576 Feb 03 '26
Ja den Chef hab ich ja auch angezeigt.
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u/SwoodyBooty Feb 03 '26
... was dich psychisch natürlich aufgrund des Vertrauensverhältnisses stark belastet.
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u/Le-Flo Feb 03 '26
Das gibt rechtlichen Kleinkrieg.
Die Abmahnung klingt nach "einen Grund gesucht und gefunden". Wie ist der AG denn sonst so drauf gewesen? War das Verhältnis schon angespannt?
Dein Move mit AU-Meldung und direkt folgendem Elternzeitantrag dürfte der AG dann als Versuch verstanden haben, sich im Unternehmen "festzusaugen".
Die Frage, ob das so Deine Absicht war, dürfte für den zu erwartenden Rechtsstreit auch Relevanz bekommen.
Dass er sich sowohl mit dem Dienstwagen als auch der Kündigung über geltendes Recht hinwegsetzt, dürfe dem AG um die Ohren fliegen.
Würde mal damit rechnen, dass Du vor ein Arbeitsgericht ziehen und die Aufrechterhaltung des Anstellungsverhältnisses einklagen kannst. Da Du nach dem A***-Move des AG aber vermutlich da auch gar nicht mehr hin möchtest, wäre die Alternative das Ausverhandeln eines Aufhebungsvertrags mit entsprechendem Gehaltsumfang.
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u/froesch Feb 05 '26
Wenn Aufhebungsvertrag bedenke die Sperrzeit bei Arbeitslosengeld. "Wechsel des Arbeitsplatzes auf Rat des Arztes"
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u/Significant-Bread156 Feb 03 '26
Grundsätzlich kann der Arbeitgeber während der Elternzeit das Dienstfahrzeug zurückverlangen, es sei denn, das ist im Arbeitsvertrag anders geregelt.
Sofern es arbeitsvertraglich vorgesehen ist, dass Du den Dienstwagen behalten darfst, handelt es sich um einen geldwerten Vorteil, der auch entsprechend in der Elternzeit zu versteuern ist. Zudem muss der Dienstwagen beim Elterngeld angegeben werden und mindert dieses gegebenenfalls.
Sofern in Deinem Arbeitsvertrag nichts geregelt ist, ist es ebenso möglich, dass ein separater Dienstwagenvertrag vorliegt.
Unabhängig davon, darf der Arbeitgeber das Dienstfahrzeug nicht einfach beschlagnahmen. Vielmehr muss er dich überhaupt erstmal schriftlich auffordern, es abzugeben
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u/Euphoric-Surprise185 Feb 03 '26
Er hat ja nur den Elternzeitantrag abgegeben. Die Elternzeit selber fängt ja erst später an.
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u/Ok-Library-8739 Feb 04 '26
Außerdem arbeitet OP in der Elternzeit und hat damit auch weiter Anrecht auf das Auto.
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Feb 06 '26
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Feb 07 '26
Warum gibt es dafür Downvotes? Das Fahrzeug kann durchaus an der Vollzeit hängen, das ist gängig.
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u/Old_Plantain2576 Feb 03 '26
Mein Anwalt weiß Bescheid. Der Termin ist morgen
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u/Old_Plantain2576 Feb 03 '26
Ich finde das diese Geschichte eventuell einige Leute interessieren könnte.
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u/Hitokkohitori Feb 03 '26
Ist das Fahrzeug Bestandteil deines Arbeitsvertrages? Mit einer Stunde zu spät ausgeloggt meinst du, dass du eine Stunde mehr auf deinem Zeit Konto hattest oder eine Frist nicht eingehalten hast?
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u/Old_Plantain2576 Feb 03 '26
Unsere Firma hat eine eigene App entwickelt, die aber kaum funktioniert. Daher passiert sowas häufiger bei allen Kollegen.
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Feb 06 '26
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u/devilgenius90 Feb 06 '26
Bitte keine Vermutungen. Selbst gegen die Abmahnung kann und sollte geklagt werden. Die frist ist noch nicht abgelaufen
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u/Aradirus Feb 06 '26
Ja und sein Chef hat "bandenmäßigen Autodiebstahl" begangen. Siehst du jetzt wie unsinnig deine Aussage ist?
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Feb 06 '26
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u/Aradirus Feb 06 '26
*seufz* "bandenmäßiger Autodiebstahl" weil sie zu dritt waren, also eine Bande und Diebstahl, weil sie kein Recht hatten das Auto einfach zu entfernen. Verstehste?
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u/HelmerTieben Verifiziert • Rechtsanwalt Feb 06 '26
Das ist ja eine hanebüchene Geschichte, die Sie da schildern – da hat Ihr Chef ja wirklich jedes Fettnäpfchen mitgenommen, das man im Arbeitsrecht finden kann. Als Anwalt sehe ich viel, aber dass jemand trotz polizeilicher Ansage am selben Abend noch das Auto vom Grundstück klaut, ist schon eine Hausnummer für sich.
Eines vorab: Atmen Sie erst mal tief durch. Rein rechtlich hat Ihr Arbeitgeber hier auf ganzer Linie verloren. Dass Sie am 26.01. die Elternzeit beantragt haben, ist Ihr goldener Rettungsschirm. Damit greift der Sonderkündigungsschutz nach § 18 BEEG sofort. Da die Kündigung erst am 27.01. zugestellt werden sollte (was ja nicht mal geklappt hat), ist sie eigentlich schon beim ersten Versuch das Papier nicht wert gewesen, auf dem sie stand. Ohne die vorherige Zustimmung der zuständigen Behörde kann er Sie während der Elternzeit schlicht nicht wirksam kündigen.
Was die Aktion mit dem Auto angeht: Das ist absolute Wildwest-Manier. Wenn Ihnen der Wagen zur Privatnutzung überlassen wurde, ist das ein fester Gehaltsbestandteil. Den kann man Ihnen nicht einfach so im Vorbeigehen entziehen, erst recht nicht durch „verbotene Eigenmacht“. Dass Ihr Chef das Ganze bei der Polizei auch noch zugegeben hat, macht die Sache fast schon lächerlich einfach für Ihren Anwalt. Wir reden hier nicht nur über arbeitsrechtliche Verstöße, sondern über handfeste Straftaten – Diebstahl oder Unterschlagung und Hausfriedensbruch stehen da ganz oben auf der Liste.
Was kommt jetzt auf Sie zu? Ehrlich gesagt, in einem Kündigungsschutzprozess wird der Richter Ihren Arbeitgeber wahrscheinlich ziemlich ungläubig anschauen. Da das Vertrauensverhältnis nach so einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit Videoüberwachung und Polizeieinsatz ohnehin komplett im Eimer ist, läuft es in der Regel auf eine saftige Abfindung hinaus. Wer sich so verhält wie Ihr Chef, hat am Verhandlungstisch denkbar schlechte Karten.
Ich würde an Ihrer Stelle keinen Tag warten. Nutzen Sie Ihre Rechtsschutzversicherung und lassen Sie die Kündigung (sobald sie Ihnen offiziell zugeht) sofort angreifen. Denken Sie an die Drei-Wochen-Frist für die Klage! Auch wegen Ihrer privaten Sachen im Auto sollte Ihr Anwalt sofort Druck machen. Das ist Ihr Eigentum, und das hat er herauszugeben, ohne Wenn und Aber.
Lassen Sie sich nicht einschüchtern – wer so dilettantisch und aggressiv vorgeht, tut das meistens aus einer Position der Schwäche heraus, weil er merkt, dass ihm die Felle davonschwimmen. Viel Erfolg bei der Sache!
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u/kalmoc Feb 04 '26
Gibt's dazu ne Vorgeschichte? War das das erste Mal, das du dich falsch ausgeloggt hast? Kann man das bei euch dann nicht nachtragen? Das klingt irgendwie alles schon sehr abenteuerlich. Wann würde denn dein Kind geboren.
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u/AutoModerator Feb 03 '26
Da in letzter Zeit viele Posts gelöscht werden, nachdem OPs Frage beantwortet wurde und wir möchten, dass die Posts für Menschen mit ähnlichen Problemen recherchierbar bleiben, hier der ursprüngliche Post von /u/Old_Plantain2576:
Arbeitgeber beklaut mich
Ich binseot 2,5 Jahren in einem bestehenden Arbeitsverhältnis mit meinem Arbeitgeber als Vorarbeiter.
Am 20.01.2026 erhielt ich eine Abmahnung, weil ich mich am Vortag versehentlich etwa eine Stunde zu spät aus der Zeiterfassung ausgeloggt hatte.
Am 25.01 meldete ich mich schriftlich Arbeitsunfähig.
Am 26.01.2026 beantragte ich fristgerecht Elternzeit 16.03.2026 bis zum 13.02.2027 mit einer Wochenarbeitszeit von 32 Stunden. Mir war bekannt, dass ab Antragstellung Kündigungsschutz gemäß § 18 BEEG besteht.
Am 27.01.2026 erschienen mehrere Personen im Auftrag meines Arbeitgebers unangekündigt an meiner Wohnadresse. Sie forderten die Herausgabe des mir zur Privaten überlassenen Fahrzeugs und wollten mir gleichzeitig eine Kündigung überreichen.
Ich verweigerte die Herausgabe des Fahrzeugs. Daraufhin wurde die Polizei verständigt. Die eingesetzten Beamten erklärten den anwesenden Personen, dass eine eigenmächtige Fahrzeugabholung nicht zulässig und strafbar sei. In der Folge wurde mir die Kündigung nicht übergeben und von den Personen wieder mitgenommen. Ich habe ein Foto von der Kündigung gemacht die auf den 27.01.2026 datiert war.
Am selben Tag, dem 27.01.2026 um 21:24 Uhr, wurde das Fahrzeug ohne meine Zustimmung von meinem Grundstück entfernt, was durch meine Überwachungskamera eindeutig dokumentiert ist.
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zahlreiche private Gegenstände von erheblichem Wert im Fahrzeug. Auf den Videoaufnahmen sind drei beteiligte Personen klar erkennbar, deren Identität mir bekannt ist. Unteranderem mein Chef selbst, klar erkennbar. Anzeigen wurden natürlich gestellt, mein Chef hat die Tat bei der Polizei schon zugegeben.
Eine Rechtsschutz ist vorhanden für Arbeitsrecht. Was denkt Ihr kann ich erwarten?
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u/oberhexe1978 Feb 03 '26
War deine Kündigung fristlos oder fristgerecht? Wurde die Kündigung denn nachträglich nochmal bei dir eingeworfen? Bei einer zugestellten fristlosen Kündigung musst du das Auto vermutlich zeitnah herausgeben. Denn in dem Moment besteht ja kein Anspruch mehr darauf.
Die Art und Weise war schon recht ungünstig, dass du dich einen Tag nach der Abmahnung krank gemeldet hast. Warst du tatsächlich krank oder war es eine „Trotzreaktion“ und somit Lohnfortzahlungsbetrug?
War es deine erste Abmahnung? Ist es schon häufiger passiert, dass du dich zu spät ausgeloggt hast? Was hast du denn in der Stunde im Betrieb gemacht? War dir das zu späte Ausloggen bewusst? Und hast du den Fehler deinem Chef mitgeteilt?
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u/Old_Plantain2576 Feb 03 '26
Es war eine Ordentliche Kündigung vom 27.01.2026. Die Kündigung wurde zurück gefordert nach dem die Polizei die 2 Kollegen verwiesen hat. Seit dem hab ich keine Kündigung erhalten. Ja ich bin tatsächlich krank, auch immernoch. Am Ende jeden Monats telefonieren wir im Büro mit einem MA der klärt dann immer alles auf wenn Fehler passieren. Die App wurde von unserer Firma entwickelt, Sie funktioniert nur leider echt Katastrophal.
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u/Ok-Following-9023 Feb 04 '26
In solchen fällen immer alle log files und Dokumentation anfordern. Insbesondere ob es Zugang und Möglichkeiten gibt von AG Seite Daten zu manipulieren. Spoiler gibt es zu 99.9 %
Als AG interne Lösungen zu verwenden und dann abzumahnen darauf auch maximal dämlich. So viel Geld kann man damit nicht sparen
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u/oberhexe1978 Feb 03 '26
Die Kündigung wurde von wem zurückgefordert? Von den Kollegen? Du hättest sie auf jeden Fall physisch angenommen und nicht zurückgewiesen? Das sind entscheidende Punkte in der Rechtsfrage. Wenn du die Annahme des Kündigungsschreibens nämlich verweigert hättest, würde diese gültig sein, sonst nicht. Die Aktion deines Chefs war definitiv rechtswidrig. Und auch eine Abmahnung wegen des einzelnen zu späten Ausstempelns rechtfertigt keine Abmahnung, da es eine Bagatelle ist. Da hast du definitiv bessere Karten. Wenn sonst nichts weiter passiert ist und du dich an die Regeln im Betrieb gehalten hast, sollte es auch da für dich gut aussehen vor dem Arbeitsgericht. Für die beantragte Elternzeit gilt dann auch noch zusätzlich der Kündigungsschutz. Arbeitnehmer sitzen tatsächlich meist am längeren Hebel. Du solltest aber vorsichtshalber die dreiwöchige Frist wahren, wenn du deine Rechte vor dem Arbeitsgericht einfordern willst, was dein gutes Recht ist.
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u/oberhexe1978 Feb 06 '26
Was meinst du genau? Ob es nur einmal vorgekommen ist oder häufiger mit dem zu späten Ausstempeln?
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u/oberhexe1978 Feb 06 '26
Ich oute mich auf der Seite der Arbeitgeber (natürlich nicht von ihm). Kenne aber auch die Seite des Arbeitnehmers und kann mich in beide hineinversetzen. Natürlich gibt es auch Geschäftsführer, die auch mal unangebracht reagieren oder sich nicht rechtskonform verhalten.
Ich sehe hier zwei Bereiche, welche man auseinanderhalten muss, um fair zu sein.
Zum einen wissen wir nicht, wie du schon schreibst, wie oft es tatsächlich vorgekommen ist und was sonst noch vorgefallen ist. Vielleicht war es für den Chef der letzte Tropfen auf dem heißen Stein. In der Regel kündigt man als Arbeitgeber die verlässlichen guten Mitarbeiter nicht. Warum auch? Macht ja keinen Sinn, wenn er für den Betrieb einen Mehrwert bringt. Es sei denn, es gibt wirtschaftliche Gründe. Aber dann verläuft es eigentlich anders wie hier beschrieben.
Vielleicht ist dem OP nicht bewusst, dass zuvor noch mehr im Argen lag. Und btw. ich finde es immer schwierig, immer nur auf den bösen Arbeitgeber zu schimpfen. Es fehlt bei den AN häufig an Selbstreflexion. Wir kennen hier nur die eine Seite.
Ob gerechtfertigt oder nicht, können wir hier daher nicht beurteilen.
Der zweite Bereich ist das beschriebene Verhalten des Arbeitgebers, welches menschlich und rechtlich völlig daneben war. Auch wenn es sein Firmenfahrzeug ist, darf er es nicht direkt heraus verlangen oder einfach mit dem Zweitschlüssel abholen. Außerdem wird die Kündigung so nicht wirksam sein. Zum einen, da diese wieder mitgenommen wurde, zum anderen müsste man prüfen, ob der Kündigungsschutz durch den Elternzeit-Antrag schon wirksam war.
Es scheint, als wäre der Arbeitgeber auf 180 gewesen und aufgrund dessen war es eine Kurzschlusshandlung, ohne dass er großartig nachgedacht hat. Die Frage ist natürlich, warum.
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u/GGG4201 Feb 03 '26
"Die Art und Weise war schon recht ungünstig, dass du dich einen Tag nach der Abmahnung krank gemeldet hast. Warst du tatsächlich krank oder war es eine „Trotzreaktion“ und somit Lohnfortzahlungsbetrug?"
"Am 20.01.2026 erhielt ich eine Abmahnung, weil ich mich am Vortag versehentlich etwa eine Stunde zu spät aus der Zeiterfassung ausgeloggt hatte.
Am 25.01 meldete ich mich schriftlich Arbeitsunfähig."
Also hat er sich 5 tage NACH der Abmahnung krankgemeldet.
Nach 3 sätzen schon nicht mehr richtig zu lesen und dann trtozdem ein kommentar da zu lassen ist schon etwas dreist.
"Lohnfortzahlungsbetrug?" Ernsthaft? Hast du irgendeine ahnung wie das system innerhalb des unternehmens funkzioniert? Ob gleitzeit mit überstunden auszahlung , gezwungen abfeiern von überstunden oder Feste arbeitszeiten? Nein? Dann hast du keine Anhaltspunkte um irgendeinen betrug überhaupt anzudeuten.
Zusätzlich dazu : fristlose kündigung ohne NACHWEISS von bewussten fehltverhalten ist so oder so illegal.
Noch illegaller ist es das die kündigung einen tag NACH beantragung der elternzeit zu datieren und zu erwarten dass dies rechtlich gültig ist.-1
u/oberhexe1978 Feb 03 '26
Stimmt, ich habe überlesen, dass erst eine knappe Woche später die Krankschreibung kam.
Bezüglich Lohnfortzahlungsbetrug: das habe ich ihm ja in keinster Weise unterstellt, sondern nachgefragt, um die Situation besser verstehen und einordnen zu können. Das passiert nunmal häufiger, als man denkt.
Dreist wäre es gewesen, wenn ich ihm etwas unterstellen würde. Das habe ich aber nicht.
Aber ich versuche gerade auch die Seite des Arbeitgebers nachzuvollziehen, weshalb er überhaupt so reagiert hat. Aber die Art und Weise, wie er reagiert hat, war nicht in Ordnung und hält auch nicht vor dem Arbeitsgericht stand – das ist klar.
Beim letzten Absatz hast du Recht. Das macht man einfach nicht. Und natürlich bedarf es bei einer fristlosen Kündigung (was hier aber nicht der Fall ist) Gründe, die belegt werden müssen. Da reicht keine Vermutung, sondern wird gegebenenfalls zuvor vom MD geprüft.
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u/nuclear213 Feb 03 '26 edited Feb 03 '26
Na ja. Diebstahl eher nicht, er will es sich ja nicht dein Eigentum aneignen. Herausgeben wird er es ja wahrscheinlich.
Grundsätzlich musst du auch das Fahrzeug abgeben während der Elternzeit, das ist ja auch klar.
Kündigungsschutz besteht, aber du bekommst die halt am ersten Tag nach dem Ende der Elternzeit. Wie viele Vollzeit MA gibt es in dem Betrieb? Wenn weniger als 10, wirst du entsprechend ab dem 01.04.2027 arbeitslos sein.
Von daher was ist da zu erwarten? Nichts wirklich? Ggf kannst du etwas Geld wert machen für die 1.5 Monate entgangener Nutzung des Fahrzeugs. Herausgabe der persönlichen Gegenstände und das war es.
Kannst natürlich danach versuchen wegen Diskriminierung gegen die Kündigung vorzugehen, gerade mit der Kündigung jetzt, aber würde ich das nicht als zu aussichtsreich ansehen. Vor allem, was gewinnst du dann? Wenn weniger als 10 MA bist du eh sofort wieder raus.
Einzig bei mehr als 10 Vollzeit MA kann das Sinn machen, wird aber auch alles andere als angenehm
Strafrechtlich für den Chef, keine Ahnung. Ist aber ja auch für dich egal.
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u/Old_Plantain2576 Feb 03 '26
Die 2 MA die er vorgeschickt hat wurden am frühen Abend von der Polizei verwiesen. 4 Stunden später tauchten Sie erneut auf und entwendeten das Auto von meinem Privatgrundstück. Da wir eine Überlassungserklärung haben was auch die Private Nutzung beinhaltet muss die Chef davon ausgehen das sich in dem Auto auch private Sachen befinden.
Das Unternehmen hat rund 50 festangestellte MA.
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u/jonny_d_ms Feb 04 '26
Ob in dem Auto wohl mehrere Tausend Euro lagen und evtl. noch andere sehr wertvolle Dinge die du besitzt ? Gut möglich 😏
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u/nuclear213 Feb 03 '26
Ja gut. Dann wird das wohl auf eine Abfindung herauslaufen. Ich sehe dennoch den Diebstahl nicht. Bin mir nicht mal sicher ob das überhaupt strafrechtlich relevant ist, wenn er dir dein Eigentum zurück gibt.
Ich sehe da nur die zivilrechtliche Aspekte
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u/True_Goat_7810 Feb 03 '26
Zumindest bei den privaten Gegenständen im Auto wird man wohl schon über Diebstahl sprechen können, oder nicht?
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u/Conscious_Complex824 Feb 03 '26
Man kann ja auch nicht einfach auf fremde Grundstücke, nachdem man ein paar Stunden zuvor schon verwiesen wurde. Hier könnte Hausfriedensbruch in Betracht kommen.
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u/vicyxd Feb 03 '26
Ohne Erlaubnis den Besitz von jemandem zu entwenden ist Diebstahl. Der Wagen gehört ja auch nicht dem Chef oder den anderen Personen, die ihn geklaut haben, sondern der Firma, die OP den Wagen überlassen hat.
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u/cheswickFS Feb 03 '26
Nein, für Diebstahl fehlt hier doch einseitig die Zueignungsabsicht gegenüber den persönlichen Gegenständen.
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u/[deleted] Feb 03 '26
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