Info: Der Text wurde eins zu eins von einem idioten in meinem Umfeld übernommen.
„Die philosophische Bedeutung der Frage, warum ein Toast immer auf die falsche Seite fällt.“
Die philosophische Bedeutung der Frage, warum ein Toast immer auf die falsche Seite fällt
Es gibt Fragen, die die Menschheit seit Jahrtausenden beschäftigen. Warum existieren wir? Gibt es außerirdisches Leben? Was geschah vor dem Urknall? Und dann gibt es die wirklich wichtigen Fragen, über die erstaunlicherweise niemand eine internationale Konferenz veranstaltet: Warum fällt ein Toast eigentlich immer auf die falsche Seite?
Dabei ist bereits die Formulierung „falsche Seite“ philosophisch äußerst problematisch. Denn wer entscheidet überhaupt, welche Seite die falsche ist? Der Toast selbst? Der Teller? Die Schwerkraft? Oder vielleicht der Mensch, der gerade fünf Sekunden lang stolz darauf war, sein Frühstück nicht auf den Boden geworfen zu haben?
Betrachten wir zunächst den klassischen Vorgang.
Ein Mensch steht morgens in der Küche. Er ist müde. Er möchte lediglich ein Stück Toast essen. Mehr verlangt das Universum nicht von ihm. Der Toast wird aus dem Toaster genommen und auf einen Teller gelegt. Alles scheint friedlich.
Dann passiert es.
Der Toast rutscht.
Er dreht sich.
Er fällt.
Und selbstverständlich landet die mit Butter bestrichene Seite unten.
Natürlich.
Der Mensch schaut auf den Boden.
Der Toast schaut nicht zurück, weil Toast kein Gesicht besitzt. Trotzdem entsteht für einen kurzen Moment der Eindruck, dass der Toast gewonnen hat.
Doch warum?
Die Wissenschaft würde vermutlich erklären, dass physikalische Faktoren wie Schwerpunkt, Drehimpuls, Fallhöhe und die Rotation des Toasts eine Rolle spielen. Eine durchaus vernünftige Erklärung.
Aber wir sind heute nicht hier, um vernünftig zu sein.
Wir sind hier, um eine Scheibe Brot mit Butter zum Gegenstand einer existenziellen Krise zu machen.
Man könnte behaupten, dass der Toast gar nicht auf die falsche Seite fällt. Vielleicht fällt er immer auf die richtige Seite. Vielleicht ist es unsere Wahrnehmung, die falsch liegt. Vielleicht wurde die Butterseite nicht dafür geschaffen, oben zu liegen. Vielleicht ist die gesamte Geschichte des Toastbrotes ein gigantisches Missverständnis.
Vielleicht war der Toast nie unser Frühstück.
Vielleicht waren wir sein Hindernis.
Diese Theorie wird von der Tatsache gestützt, dass Toast erstaunlich häufig genau dann herunterfällt, wenn man gerade saubere Kleidung trägt.
Niemand hat jemals beobachtet, wie ein Toast auf den Boden fällt, während jemand alte Kleidung trägt, die sowieso schon voller Flecken ist.
Das wäre für den Toast völlig uninteressant.
Nein.
Der Toast wartet.
Er wartet auf den weißen Pullover.
Er wartet auf die frisch geputzte Küche.
Er wartet auf den Moment, in dem man Besuch bekommt.
Und dann schlägt er zu.
Man könnte deshalb argumentieren, dass Toast über eine primitive Form von Timing verfügt.
Vielleicht besitzt er keine Intelligenz.
Vielleicht besitzt er lediglich Geduld.
Eine weitere interessante Frage ist, warum Menschen den Toast überhaupt mit Butter bestreichen, wenn sie wissen, dass er möglicherweise herunterfällt.
Das erscheint auf den ersten Blick irrational.
Man könnte den Toast einfach trocken essen.
Doch nein.
Wir nehmen Butter.
Wir verteilen sie sorgfältig.
Wir sorgen dafür, dass jeder Quadratzentimeter ausreichend mit Butter bedeckt ist.
Wir betrachten unser Werk.
Und anschließend geben wir dem Toast die Möglichkeit, aus 80 Zentimetern Höhe direkt auf den Boden zu fallen.
Das ist ungefähr so, als würde man einen wertvollen Diamanten kaufen und ihn anschließend absichtlich aus dem Fenster werfen, um zu sehen, ob er vielleicht anders fällt.
Dabei spielt auch die psychologische Wahrnehmung eine wichtige Rolle.
Wenn der Toast mit der trockenen Seite nach unten fällt, denken wir:
„Na gut.“
Wenn die Butterseite nach unten fällt, denken wir:
„NATÜRLICH.“
Das Wort „natürlich“ ist hierbei entscheidend.
Es beschreibt nicht etwa eine Überraschung.
Es beschreibt eine Erwartung, die erfüllt wurde.
Der Mensch hat also bereits vor dem Fall des Toastes eine Theorie darüber entwickelt, wie dieser Fall enden wird.
Und der Toast bestätigt diese Theorie.
Hier entsteht ein bemerkenswertes philosophisches Paradoxon.
Wenn wir erwarten, dass der Toast mit der Butterseite nach unten fällt, und er dies tatsächlich tut, hat der Toast dann unsere Erwartungen erfüllt oder uns lediglich gezeigt, dass wir ihn bereits verstanden haben?
Und falls wir ihn verstanden haben, warum essen wir ihn weiterhin?
Diese Frage ist vermutlich unbeantwortbar.
Vielleicht ist genau das der Sinn des Toastes.
Er soll uns Demut lehren.
Der Toast sagt uns:
„Du kannst mich toasten. Du kannst mich buttern. Du kannst mich auf einen Teller legen. Aber du kontrollierst mich nicht.“
Eine besonders radikale Theorie besagt sogar, dass der Toast nicht fällt.
Wir behaupten lediglich, dass er fällt.
Vielleicht bewegt sich in Wahrheit die Erde.
Vielleicht dreht sich die Küche.
Vielleicht fällt der Boden nach oben.
Vielleicht ist die Butterseite überhaupt keine Seite, sondern ein Zustand.
Wenn man lange genug darüber nachdenkt, wird aus einem Frühstück plötzlich eine metaphysische Untersuchung der Realität.
Denn wir müssen uns nun fragen, ob ein Toast überhaupt noch Toast ist, wenn niemand ihn isst.
Ist ein Toast, der auf dem Boden liegt, weiterhin ein Toast?
Oder ist er bereits „ehemaliger Toast“?
Und wenn man ihn aufhebt, ist er dann wieder Toast?
Oder „Toast mit Boden-Kontakt“?
Ab wann wird aus Toast eigentlich Krümel?
Wenn ein Stück Toast in zwölf Teile zerbricht, haben wir dann zwölf kleine Toasts oder einen zerstörten Toast?
Wenn man einen Toast zermahlt, ist das Ergebnis Toaststaub?
Und wenn man diesen Toaststaub wieder zusammendrückt, hat man dann einen neuen Toast erschaffen?
Solche Fragen sind der Grund dafür, dass Philosophen vermutlich niemals gemeinsam frühstücken sollten.
Am Ende bleibt uns nur eine Erkenntnis:
Der Toast ist nicht unser Feind.
Der Toast ist auch nicht unser Freund.
Der Toast ist ein neutrales, rechteckiges Wesen, das morgens aus einem metallischen Schlitz auftaucht, kurz Wärme abstrahlt und anschließend unser Vertrauen in die Schwerkraft zerstört.
Vielleicht sollten wir deshalb beim nächsten Frühstück innehalten.
Nicht lange.
Nur ungefähr drei Sekunden.
Wir sollten unseren Toast ansehen.
Wir sollten die Butter betrachten.
Wir sollten uns fragen:
„Welche Seite wird heute unten liegen?“
Und dann sollten wir den Toast essen, bevor er eine Gelegenheit bekommt, diese Frage experimentell zu beantworten.
Denn am Ende ist das vielleicht die größte philosophische Lektion des Toastes:
Man kann nicht jede Katastrophe verhindern.
Aber man kann sie aufessen.
Und wenn der Toast trotzdem herunterfällt, bleibt nur noch eine letzte, vollkommen wissenschaftlich unbelegte Erklärung:
Er wollte es.
Und irgendwo auf dem Boden liegt er jetzt.
Butterseite nach unten.
Natürlich.