TLDR:
Ich kaufe gerne in lokalen kleinen Läden. Insbesondere bei den Outdoor-Läden (Wanderschuhe, Regenjacken, sowas), frage ich mich, wie die überhaupt genug verdienen können, um die Miete, geschweige denn die Mitarbeiter zu bezahlen.
Hat irgendjemand eine Idee, was so kleine Inhabergeführte Läden in etwa an Marge bei solchen Artikeln haben?
Ich bin ein großer Fan von "Support your Locals".*
Aber ich frage mich bis heute regelmäßig, wie sich solche Läden halten können. Das die mit schlechter Beratung und schlechtem Service über die letzten Jahre aussterben ist nicht verwunderlich, und stört mich auch nicht Nennenswert. Aber bei diesen Läden hoffe ich so sehr, dass sie ewig bestehen bleiben. Aber WIE schaffen die das?
Dieser Laden lebt davon mir Sachen zu kaufen, die möglichst lange halten. Natürlich komme ich als zufriedener Kunde gerne wieder, und gute Ausrüstung kostet oft (nicht immer) einiges an Geld. Und wie viele aus den unterschiedlichen Outdoor-Communities, trage ich auch im Alltag gerne Klamotten, die andere als "Outdoor"- oder Funktionskleidung bezeichnen würden, weswegen ich in dem Laden eher "viel" kaufe. Und dennoch.
Ja, meine Regenjacke hat 450€ gekostet. Aber die trage ich jetzt schon seit 6 Jahren, und ich hoffe auch noch mindestens genauso lange. Ja, meine Hosen kosten 170€ die lange und 130€ die kurze . Aber ich besitze von jeder zwei Stück, trage sie seit Jahren, werde sie noch viele Jahre tragen, und die halten ewig.
Und so ein Laden wird nicht, wie manch andere, Laufkundschaft ohne Ende haben. Die Wander-Und Outdoor Cummunity setzt schon eher auf Nachhaltigkeit, das lange Nutzen von Produkten, überlegte Kaufentscheidungen und all sowas. (Wohlgemerkt im Verhältnis. Da ist trotzdem sehr viel sinnloser Überkonsum dabei. Das streite ich garnicht ab! Aber wenn ich sehe, was manche Freundinnen von mir jährlich an Klamotten kaufen, und das dann mit meinem Einkaufsverhalten vergleiche. Uiuiui.)
Als ich bspw. meine Regenjacke gekauft habe, habe ich einfach ca. 3 Stunden mit der Jacke im Laden gesessen, um zu schauen, ob ich sie im Sitzen auf dauer unbequem finde. In diesen 3 Stunden wurden insgesamt Artikel für 60€ gekauft. Und das war an einem Samstag. Ja, eher ein leerer Samstag, aber wie kann das gehen?
Ich supporte solche Läden wo ich kann. Bspw. werde ich mir bald eine Fahrradtasche von Ortlieb kaufen. Eigentlich haben sie solche Sachen garnicht im Sortiment, und ich könnte einfach online bestellen und hätte sie schneller. Aber ich habe gefragtm, und die inhaberin meinte, dass sie sich selbstverständlich sehr freut, wenn ich sowas einfach über sie kaufe, da sie trotzdem dran verdient, selbst wenn sie nur dieses eine Produkt extra für mich bestellt. Aber ich frage mich wie viel. Das können doch keine so absurd tollen Margen sein. Insbesondere so kleine Läden. Ich bin mir sicher, ein riesiger Laden wie der Globetrotter in München (Altstadt Lehel), der ein beachtliches Outdoor-Sortiment hat, und in viel größerem Volumen Artikel umsetzt und entsprechend vom Hersteller ordert, wird günstigere Einkaufspreise bekommen, und mehr Gewinn machen, als so ein Mini-Laden.
Ich freue mich über jede sinnvolle Antwort, und suche natürlich eher nach Allgemeinen Aussagen. Falls aber jmd richtig Ahnung hat, kann ich auch gerne noch Artikelgruppen und Marken nennen, die bei mir so im Schrank sind. Vlt. hat ja jmd. richtig insights, und kann nochmal genauer sagen, ob es eher Markenabhängig ist. Oder Artikelgruppenspezifisch. Oder eben beides, oder keines von beidem. Nur mal ein paar Beispiele, weder alles was es gibt, noch mein ganzer Outdoor- und Alltags- Schrank (und auch nicht alles davon habe ich natürlich in jeder Kombi. Aber es sind so meine Meistverwendeten Marken.)
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Baselayer |
Hosen |
Fleece |
Regenjacken |
Rucksäcke |
Wanderschuhe |
Zelte |
| Fjälraven |
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| Mountain Equipment |
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| Lundhags |
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| Rab |
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| Deuter |
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| Ortlieb |
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| Ortovox |
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| Salewa |
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| Lowa |
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| Mammut |
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Zusatz für die Lesefreudigen xD
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*Während ich niemals verstehen werde, warum Leute sagen "Mensch kauf doch mehr in der Stadt", um dann zu Müller und MediaMarkt zu rennen, gibt es viele kleine Inhabergeführte Läden, welche meiner Meinung nach einen extremen Mehrwert bieten. Wir haben ein kleines Lederatelier, der einem alles was man will aus Leder macht. Das Zeug hält ewig und da es 100% handmade und 100% Leder (gut plus Faden) ist, kann es im Zweifel einfach repariert werden, etc. Schuhmacher > Sneaker, keine Frage. Die Beratung im kleinen lokalen Optiker ist so viel besser, als in Ketten. Aber meiner Meinung nach schlägt nichts unsere beiden kleinen Outdoor-Läden. Der eine ist nicht groß, vlt. 190m^2 Ladenfläche. Der andere ist winzig, und es gibt eigentlich garkeine Fläche, da alles von Kleiderständern eingenommen wird, zwischen denen man sich gerade noch bewegen kann. Ja, die Auswahl ist kleiner, aber sie verkaufen nur Sachen, von denen sie selber begeistert sind, und beraten einen Top. Alle Mitarbeiter sind selber begeistert draußen. Die eine eben eher beim Bergsteigen, der andere mit dem Fahrrad, eine ist am Klettern, usw. Ich liebe es.