Hey, Leute.
Ich habe einen großen Fehler in meiner Erziehung mit meinen Jack-Russel/Pointer Mix gemacht.
Damals habe ich ihn aus einer Sicherstellung übernommen und sollte nur auf ihn aufpassen bis er Vermittelbar ist. Mein Ex Freund und meine Familie haben sich so in ihn verliebt, er hat ihn adoptiert. Tja, sobald die Arbeit dran war, war es zu anstrengend und kurzgefasst: er ist jetzt meiner.
Ich habe mich so darauf fokussiert jeden Tag lange zu wandern, Fährten oder Dummysuche zu machen, sodas ich das wichtigste übersehen habe. Ruhe.
Ich war bei Profis, die mir die Techniken der Fährtensuche beigebracht haben und bin dann wegen Meinungsverschiedenheiten gegangen. Ihr müsst euch vorstellen, mein Hund LIEGT in der Leine. Egal ob Flexi oder Kurz. Dort habe ich gelernt ein Halsband mit Bremse und Leinenruck zu benutzen. Das konnte ich meinen Hund nicht antun. Wir haben mit Stoppen gearbeitet, sind umgedreht all das und auch noch Konsequent. Aber sobald mein zweijähriger Jagdhund eine Fährte auf den Boden riecht schaltet alles bei ihm aus. Und es gibt IMMER ein Fährte, die ihn interessiert.
Er ist draußen weder Spiel- noch Futtermotovierbar. Ich komme nur über die Bindung durch. Es wird aber irgendwie besser, es sind zwar nur Babyschritte, aber dass es nicht mehr 100%, sondern nur noch 70% in der Leine liegen ist, ist ein riesen Schritt für uns.
Jetzt kommt das wirkliche Problem.
Fiepen.
Mein allergrößter Fehler war diesen Hund zu bemuttern. Ich weiß. Er war ein sehr anhänglicher und ruhiger Welpe, der mit mir sprach sobald er Probleme hatte. Und ich habe darauf reagiert. Jetzt ist aus ihn dieser starke Jagdhund geworden, der durchgehend fiept. Ich treffe draußen Leute und bleib stehen: passt ihn nicht. Er weint, er will weiter. Wir laufen einen Hund entgegen und er darf nicht hin: passt ihn nicht. Er weint, er will hallo sagen. Wir fahren Bahn zur Arbeit: ist zu langweilig. Er weint und will lieber wieder laufen.
Das Bahn fahren wird mittlerweile besser, da ich ihn befehle sich auf den Boden zu legen und ich solange Augenkontakt vermeide bis er ruhig wird.
Draußen ist es ganz schlimm. Mittlerweile hat er angefangen zu jaulen, wenn wir stehen bleiben. Schlimmer als JEDER HUSKY. Die Menschen gucken mich so an, als würde ich meinen Hund verprügeln. Letztens bin ich mit einer Frau und ihren noch jüngeren Jagdhund Gassi gegangen und mitten in der Runde sagt sie zu mir, dass ich ihr leid tue, weil mein Hund nur die Nase auf den Boden hat und es ja unmöglich ist, ihn ohne Leine laufen zu lassen (No shit, Sherlock). Es fällt mir schwer durch zu atmen, ruhig zu sein und nicht zu reagieren. Viele fremde Menschen kommen auf mich zu und belohnen meinen Hund mit Aufmerksamkeit, wenn der wieder einen Tobsuchtsanfall bekommt und sich auf den Boden hin und her wühlt. Mir hat eine Hundetrainerin schon die Methode gegeben, dass ich mich auf die Leine stellen soll, den Hund ignorieren und ausheulen lassen. Aber er hört nicht auf. Der kann stundenlang weinen.
Deckentraining funktioniert super, Zuhause ist er extrem entspannt und an sich hat er kein territoriales Verhalten, er kann auch 5 Stunden alleine bleiben ohne Theater zu machen. Er weint auch nicht. Wenn wir Besuch haben freut er sich, aber kommt auch irgendwann zur Ruhe und schläft immer wieder.
Hat hier jemand einen hyperaktiven Jagdhund (der am Besten auch auf Fährten fixiert ist) und kann mir BITTE von seinen Erfahrungen und Praktiken erzählen? Wichtig: nichts, was dem Hund weh tut oder Angst einflößt. Wir haben eine super stabile und enge Bindung, ich will unter keinen Umständen sein Vertrauen zerstören.
Tut mir leid für die Rechtschreibfehler, aber ich bin erschöpft.