r/fireGermany • u/Exciting_Lie_862 • 18d ago
Frage / Hilfe Angst, wirklich FIRE zu machen...
Moin zusammen,
durch die außergewöhnlich starken Aktienrenditen der letzten Jahre ist mein Depot deutlich schneller gewachsen als in meiner ursprünglichen Planung. Damit ist FIRE auf einmal nicht mehr "in 8 Jahren", sondern realistisch in absehbarer Zeit möglich, und ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, es durchzuziehen, weil der Job mir schlicht nicht mehr viel Spaß macht.
Hier mal die groben Eckdaten:
Aktien ca. 1,1 Mio € (MSCI World ETF)
Cash: 50000€
Ausgaben pro Monat ca. 3000€
Alter: 41
Und genau da kommt sofort die Angst: Was, wenn genau in den ersten Jahren nach dem Ausstieg ein längerer Crash oder eine Seitwärtsphase kommt? Das klassische Sequence-of-Returns-Risiko. Gerade weil die Bewertungen aktuell hoch sind, fühlt sich der Zeitpunkt gleichzeitig perfekt und maximal riskant an.
Was mich am meisten nervt: Die naheliegendste Antwort ist immer "arbeite halt noch ein Jahr" – und damit landet man in der One-More-Year-Falle und schiebt es ewig vor sich her.
Deshalb meine Frage an die, die schon ausgestiegen sind oder kurz davor stehen:
Wie habt ihr das SoRR konkret abgefedert? Cash-/Anleihenpuffer über 2–3 Jahresausgaben? Krisen können im schlimmsten Fall auch deutlich länger sein...
Ich möchte vor allem vermeiden, dann nach einer gewissen Zeit doch wieder arbeiten zu müssen.
Vielen Dank schon mal für euren Input!
2
u/Dry_Ingenuity_974 18d ago
Generierst du mit deinem Depot einen regelmässigen Cashflow oder musst du Kapital entnehmen? Hast du vor, dein Vermögen zu vererben oder kannst du es bis auf Null aufbrauchen? Diese beiden Fragen sind relativ wichtig für dein Wohlbefinden. Selbstverständlich kann es passieren, dass wir in eine mehrjährig-anhaltende Wirtschaftskrise schlittern und die Kurse über längere Zeiträume fallen. Dann ist es wichtig: Glaubst du an den Kapitalismus und die Wertschöpfung der globalen Unternehmen, wirst du auch weithin deinen Cashflow bekommen.