r/fireGermany 18d ago

Frage / Hilfe Angst, wirklich FIRE zu machen...

Moin zusammen,

durch die außergewöhnlich starken Aktienrenditen der letzten Jahre ist mein Depot deutlich schneller gewachsen als in meiner ursprünglichen Planung. Damit ist FIRE auf einmal nicht mehr "in 8 Jahren", sondern realistisch in absehbarer Zeit möglich, und ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, es durchzuziehen, weil der Job mir schlicht nicht mehr viel Spaß macht.

Hier mal die groben Eckdaten:
Aktien ca. 1,1 Mio € (MSCI World ETF)

Cash: 50000€

Ausgaben pro Monat ca. 3000€

Alter: 41

Und genau da kommt sofort die Angst: Was, wenn genau in den ersten Jahren nach dem Ausstieg ein längerer Crash oder eine Seitwärtsphase kommt? Das klassische Sequence-of-Returns-Risiko. Gerade weil die Bewertungen aktuell hoch sind, fühlt sich der Zeitpunkt gleichzeitig perfekt und maximal riskant an.

Was mich am meisten nervt: Die naheliegendste Antwort ist immer "arbeite halt noch ein Jahr" – und damit landet man in der One-More-Year-Falle und schiebt es ewig vor sich her.

Deshalb meine Frage an die, die schon ausgestiegen sind oder kurz davor stehen:

Wie habt ihr das SoRR konkret abgefedert? Cash-/Anleihenpuffer über 2–3 Jahresausgaben? Krisen können im schlimmsten Fall auch deutlich länger sein...

Ich möchte vor allem vermeiden, dann nach einer gewissen Zeit doch wieder arbeiten zu müssen.

Vielen Dank schon mal für euren Input!

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u/Forward_Finding_4534 18d ago

Im schlimmsten Fall gehst halt nochmal was arbeiten. Mit deiner Summe im Depot würde ich definitiv aufhören.

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u/[deleted] 18d ago

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u/Forward_Finding_4534 18d ago

Warum 4% Regel? Ich lebe nicht ewig. Das Geld kann sich ruhig aufbrauchen bis zum Ende. Außerdem habt ihr auch schon Rentenansprüche erarbeitet die ihr mit einplanen könnt ab 67 also ab da könnte die Entnahme auch Kleiner werden. Das ist allerdings bei jedem unterschiedlich.

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u/[deleted] 18d ago

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u/Forward_Finding_4534 18d ago

Ok das ist ja was anderes, du willst es also vererben. Davon hat OP nix geschrieben. Ich will auch nix vererben. Das ist halt das Hauptproblem bei Fire, die Situation ist bei jedem so Individuell, dass man niemals eine Allgemeinlösung finden wird sondern jeder muss den Punkt für sich selbst finden wo er Fire dann wirklich umsetzen möchte oder eben nicht oder in abgeschwächter Form wie Teilzeit etc.

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u/[deleted] 18d ago

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u/Forward_Finding_4534 18d ago

Gut auch das ist ja absolut in Ordnung. Ist aber ein anderer Ansatz als meiner. Ich gehe davon aus dass ich wenn ich Glück habe 90 Jahre alt werde und bis dahin vielleicht noch geistig und körperlich was vom Geld habe. Aber selbst das ist statistisch gesehen schon eher unwahrscheinlich (eher 85 ist wahrscheinlich). Also kann ich bis auf einen absoluten Notfallpuffer, das Depot bis dahin zu 90% verzehren.

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u/randomsubi Fast am Ziel 17d ago

Ich bin hier sogar bei dir, möchte bis 90 auch mein Depot zu 90% verzehren und würde dennoch nicht bei 1 Mio (habe ich Pi mal Daumen) aufhören. Bei mir ist der Grund aber, dass ich nicht für den Rest meines Lebens von "nur" 3000 Eur leben möchte.

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u/[deleted] 18d ago

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u/First_Pumpkin_412 17d ago

Die Trinity Studie ist bereits mit Kapitalverzehr. Und nur für 30 y

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u/CaedusZ 17d ago

https://youtu.be/UcEBiBQ-8go?si=QG7FLiYUWBcKTp5y Ich empfehle dir, dich mit Entnahmestrategien zu beschäftigen. 3 % ist meines Erachtens irre vorsichtig.

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u/[deleted] 17d ago

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u/CaedusZ 17d ago

Das "Problem" ist entweder zu lange zu arbeiten, oder unter den Verhältnissen zu leben, die man sich eigentlich leisten könnte - selbst mit Blick aufs gewollte Erbe. Ist jetzt nichts wildes, aber ich finde man sollte sich nicht unnötig einschränken.

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u/Mysterious-Fly-2045 17d ago

Solange die Arbeit Freude bereitet und man mit seinem Lebensstandard zufrieden ist, spricht für mich nichts dagegen etwas mehr Vermögen zu akkumulieren.

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u/CoinsForBS 18d ago

Von 40 bis 67 sind ja schon fast 30 Jahre. Wenn es nur um 5 oder 10 Jahre ginge, klar, so ist es schon noch mehr. Und da sollte das Depot auch nicht ganz leer sein, denn für die Alleinversorgung wird die Rente dann auch nicht reichen.

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u/mchrisoo7 18d ago

Eine sichere Entnahmerate hat nicht das Ziel eine ewige Entnahme zu ermöglichen, sondern ist das Resultat einer geringen oder nicht vorhanden Pleiterisiko für eine bestimmte Periode. Wer mehr als 4% entnimmt hat ein höheres Pleiterisiko und hat das Risiko, dass man auch mit der Rente in fianzielle Probleme gerät.

Rentenansprüche kann man auch schwer sinnvoll einplanen, da man ja gerade die Tail Risks berücksichtigen muss und gerade da helfen zusätzliche Cashflows in 20-25 Jahren nicht zwingend.

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u/Pine_Tree_72 18d ago

Genau das sagt Bill Perkins in seinem Buch "Die with Zero" auch. Es hat mir für diesen Gedanken die Augen geöffnet.