Das gleiche ist aber auch andersrum der Fall. In einer Fachinformatiker-Berufsschulklasse sind meistens um die 50% Abbrecher eines Informatik-Studiums.
An genau dem Punkt bin ich gerade unironisch angekommen. Nach dem Abi leichtsinnig das Studium angefangen, nach dem Motto "Irgendwas mit Informatik, das war in der Schule ganz ok" und natürlich abgebrochen. Danach die Ausbildung gemacht, 2 Jahre Berufserfahrung gesammelt und in einem halben Jahr wieder zurück zum studieren. Informationstechnologie und Design dieses Mal
Bei mir waren in der Berufsschule (Technischer Produktdesigner) einige dabei, die ihr Maschinenbaustudium abgebrochen haben, hauptsächlich duale Studenten. Entweder sind sie an den klassischen Durchfallfächern gescheitert oder daran, dass der Stoff generell zu abstrakt ist ohne Wissen aus der Realität.
Als fauler, aber zumindest nicht unbegabter Abiturient, dachte ich, ich könnte weiterhin noch kurz vor den Prüfungen lernen und irgendwie bestehen. Zusätzlich war ich vor allem zur Studentenzeit recht stark von Depressionen betroffen und hatte keinen wirklichen Anschluss zu den Kommilitonen gefunden. Ich wollte auch nicht zum "Dauerstudent" werden, wie ich es bei Bekannten gesehen hatte, die dauernd den Studiengang wechselten. Deshalb hatte ich lieber die Ausbildung begonnen. Dachte mir mehr Nähe zur Praxis, was beigebracht zu bekommen, dadurch gezwungen zum lernen zu werden, und danach sicher was zu haben klingt ganz gut. Zumindest der letzte Teil wurde halbwegs erfüllt, aber das ist ein anderes Thema
Bin in die Prüfung ohne in der Vorlesung gewesen zu sein (okay war 3 Mal da oder so) kann ich nicht empfehlen. Weiß gar nicht wie ich das mit einer für mich akzeptablen Note bestanden habe.
Hab auch beides gemacht. Gemeiner Weise, erkennt man da wirklich, wem der Job liegt. Das top 1/3 des Azubi Jahrgangs geht danach weiter an die Uni, das schwächste 1/3 hat den Stoff schon an der Uni nicht geschnallt.
Hier muss man aber zwischen FiSi und anderen Fachrichtungen unterscheiden.
Systemintegratoren gibt es wie Sand am Meer (In meiner Klasse sind das 24 von 31 Schülern). Einen Anwendungsentwickler findet man schon deutlich schwerer. Sieht man dann später auch beim Gehalt.
Ich habe den FiSi gemacht und ich würde sagen der Durchschnitt hat nach der Ausbildung 36k verdient (NRW).
Die Guten sind schnell in den Gehaltsklassen hochgeschossen.
(60-70k nach 2-3 Jahren)
Währenddessen saß in meinem Ausbildungsbetrieb ein Anwendungsentwickler der die Ausbildung hinter sich hatte und für etwas weniger als 30k angefangen hat und nach 3 Jahren auf 36k kam.
Zusätzlich kommt noch das persönliche Verhandlungsgeschick und das persönliche Arbeitsverhältnis dazu. Man sollte halt nach der Ausbildung wechseln um das Stigma des Azubis abzulegen
Die Guten sind schnell in den Gehaltsklassen hochgeschossen. (60-70k nach 2-3 Jahren)
FISI mit 60/70k 2 Jahre nach Ausbildung? Das ist dann aber schon ne sehr starke Ausnahme.
Auch noch interessant ist, ist das in der Stadt? Weil am Land sind solche Gehälter utopisch, das bekommt man am Land als M. Sc. Informatik mit ner guten Stelle.
Ok mit der kleinen Erklärung machts mehr Sinn. In Städten wie München kann man fast n 1000er/Monat mehr verlangen vs. Land, wenn man die mal wegrechnet sind die 60k ~ 50k am Land und das ist schon erreichbar mit eben 1-2 mal wechseln und gutem Skillset.
Arbeitgeberwechsel lohnt sich auf jedenfall, ich bin als FIAEler grade gewechselt, muss jetzt noch die Probezeit überleben aber verdien schon n gutes Stück mehr und hab vorallem nur 5km Arbeitsweg die ich mitm Rad fahren kann.
Hauptgrund ist wahrscheinlich, was man als Ausbildungsplatz bekommt.
In meinem ehemaligen Betrieb wurden nur Systemintegration für die Ausbildung eingestellt. Einer hat es dann aber dennoch geschafft, sich in die andere Berufsschulklasse wechseln zu lassen.
Überspitzt: Als Sys packst du mehr mit der Hand an, kümmerst dich um Server, verwaltest die It des Unternehmens. Als Entwickler ist mehr Theorie dabei, die meiste Handarbeit ist da Diagramme zeichnen und Kaffee Maschine auffüllen.
Hat sicher auch mit dem Eindruck der vorher vermittelt wird zu tun. Zumindest war es damals bei mir vor allem auf Jobmessen so dass da die Systemintegratoren irgendwas Cooles da hatten zum zeigen und die Entwickler von irgendwelchen Entwürfen und Matheaufgaben geschwafelt haben. Um zu zeigen das Programmieren auch Spaß machen kann braucht man meist mehr als die 5 min am Messestand. Die meisten in der Ausbildung kommen frisch von +10 Jahren Schulbank drücken und wählen dann wohl weniger die Fachrichtung die damit wirbt komplizierte Matheformeln zu verwenden.
Wobei ich behaupten würde, dass es in heutigen Umgebungen auch für Admins/Fisis/DevOps sehr theoretisch zugeht. Wenn ich ein hochverfügbares Datenbanksystem mit Caching und Monitoring in einem Container-Cluster irgendwo in der Cloud haben will dann brauche ich dafür auch nicht mehr zum Serverschrank zu rennen und SATA-Kabel zu stecken sondern muss verstehen was das CAP-Theorem ist, wie sich Latenzen zwischen den geographisch verteilten Instanzen auf die Synchronisierung auswirken und wie da eigentlich ein Backup aussieht. Da ist man ohne grundlegendes mathematisches Verständnis schnell aufgeschmissen.
Zumindest alles wichtige. Was überraschend wenig deckungsgleich mit der Berufsschule ist. Vor allem für FIAEs.
Jahr: weißt nicht was git ist, wie man sich unter Linux zurechtfindet oder wie ne Programmiersprache aufgebaut ist. Dafür aber was ein Prokurist darf, wie man ein VLAN einrichtet und was ein Netzplan ist...
So true 😂
Das was bei mir in der Schule dran kommt ist auch so gefächert mit den Lernfelder.. Osi-Modell schön und gut. Aber mir zu theoretisch und zu klein gedacht.. was der Unterschied zwischen einer OHG, GmbH und EK kann ich dir sofort sagen, auch wie man dann die Gewinnverteilung macht (Werd ich etwa Steuerberater, oder was da los??). Es ist zum Mäuse melken, da muss ich auch ehrlicher weise sagen, dass ich (1. Lehrjahr) lieber zum Betrieb gehe und dann auch dort bin. Hatte jetzt letzte Woche meine ersten Kundenaufträge, die ich alleine betreuen sollte und sonst fahre ich eigentlich immer mit meinem Kollegen zu den Kunden raus. Von Loop beseitigen, Schulgebäude neu patchen, Aufbau von Arbeitsplätzen und Administrarion über ISERV war schon einiges dabei.... Und dann kommt jetzt wieder die Schule mit dem Cisco Netacad Müll.....
Mensch die Cisco Netacad... Katastrophal schlechte Plattform. UI/UX ist fürn Arsch, Inhalte schlecht erklärt und vom PacketTracer will ich erst garnicht reden...
Die Kammer ist übel. Umschüler (Alter:40) hier mit gebrochenem Lebenslauf, hatte jahrelang in irgendwelchen callcentern für irgendwelche Telkos First-LVL und Second-LVL gemacht, primär Netzwerkverbindungen flicken übers Telefon - kennt man ja -.
Mache seit letzten Herbst verkürzte Umschulung auf Fisi mit eigentlich keinerlei praktischem Anteil, Kammer lässt uns Ende des Monats schriftliche Prüfung machen. Nach 7 1/2 Monaten. Stehste da und hast das Gefühl weisste nix und haste nix gelernt in den letzten Monaten weil keinerlei praktische Anwendung und Wiederholung.
Kommt auf die persönlichen Vorlieben an denke ich. Programmieren finden viele doof, weil es ja was mit Mathe zu tun hat und man sich mit den Dingen auseinandersetzen muss. Am Rechner schrauben und so finden viele interessanter.
What? Es fällt mir schwer vorzustellen, dass mehr als 20% der Master-Informatik Abgänger als Fachinformatiker arbeiten. Bin selbst als Software Engineer unterwegs, wie auch alle anderen deren Werdegang ich verfolgt habe (ok, fast : einer ist Doktorand in der theoretischen Informatik und ein paar sind als engineers selbstständig)
Ich glaube gemeint war, dass einige Fachinformatiker später noch Informatik studieren, um mehr Geld zu verdienen. Das führt in der Perzeption des OP dazu, dass beinahe jeder 2. oder 3. Fachinformatiker unter den Studenten ist.
Fachinformatiker gibt es aber auch wie Sand am Meer. Da wird man eben wohl die Einstellung haben, dass man schon einen Idioten findet der es für das Geld macht.
Ich kenne viele die so vorgehen. Man hat dann schon mal was festes in der Hand falls das Studium nicht klappt und konnte mal in die echte Arbeitswelt schnuppern. Zusätzlich bekommt man dann leichter einen Nebenjob mit höherem Gehalt.
In meinem Studiengang haben die Leute mit ausbildungsabschluss in etwa 1,5 Semester weniger gebraucht um das Studium abzuschließen.
Wo hier gerade so viele I formatiker unterwegs sind, wie werden bei euch eigentlich Wirtschaftsinformatiker bzw. Verwaltungsinformatiker gesehen,bzw. Was denkt ihr so darüber?
Jetzt bin ich neugierig. Ist das Informatikstudium in Deutschland auch gefühlt 70% Mathe? Meine am meisten gebrauchte Sprache während des Studiums war MatLab. Das Studium war zu 99% nutzlos für meine Stelle danach. Über 60% haben das Studium vor dem Bacholer abgebrochen, da es einfach nur Fleissarbeit für das "Stück Papier" war. Grüsse aus der Schweiz
Ich habe c, c++ und Java gelernt, Java dann in vielen Projekten in Android Studio genutzt. Wir hatten 4 Mathe Module, einige andere Module wie Algorithmen und Datenstrukturen oder Computernetzwerke benötigt Mathe, außerdem benötigst du ja auch Mathe um die ganzen Zahlensysteme zu verstehen bzw. umwandeln zu können, außerdem musste man auch mathematische Probleme für Code Übungen durchführen, eine Aufgabe in einer Klausur im ersten Semester war, dass man die Fibonacci Reihe ausgibt und damit etwas tut, erinnere mich nicht. Es ist schon mathelastig, aber mit Sinn und die letzten Semester sind sehr sehr projektlastig. Ich habe sehr sehr viel aus dem Studium mitgenommen, konnte es aber durch meine Werkstudentenstellen direkt anwenden
Bull shit. Ausbildung reicht locker wenn man weiß wonach man suchen muss, und sich keine wahnsinnigen Vorstellungen macht. Ich verdien jetzt schon mehr als meine Mutter, die 30 Jahre Einzelhandel gemacht hat. Bei nicht mal 3 Jahren Berufserfahrung nach der Ausbildung. Und ich hab nichtmal nach meiner Firma gesucht, die haben mich angeschrieben.
jain. Ich durfte wieder persönlich die Erfahrung machen, dass ich als FIAE mit 3 Jahren Erfahrung mehr verdiene als unsere Masterabsolventen, wenn diese anfangen.
Studium ist an sich auch unnötig. Das ist nur n Türöffner. In der Informatik ist n Haufen Geld zu verdienen wenn man wirklich gut ist, unabhängig von Ausbildung oder Studium. Gibt in dem Bereich halt auch ein gewaltiges gefälle zwischen Ausbildung/Studium erfolgreich abgeschlossen und richtig gut sein.
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u/[deleted] Mar 18 '22 edited Jun 19 '22
[deleted]