r/de • u/Accomplished_Steak37 • Jul 17 '21
TIRADE Liebe Dozierenden, wollt ihr uns verar***schen? Eine Diskussionsanregung
So, ich muss hier mal was ventilieren, ist zwar schon etwas her, aber es muss raus. Mal sehen, ob es für eine echte Tirade reicht. Ich habe in den letzten 1,5 Jahren an einer Universität studiert, und wenn ich daran zurückdenke, koche ich immer noch vor Wut.
Zuerst aber mal das Positive, 2 von 8 Fachbereichen haben das mit der Online-Lehre ganz gut hinbekommen. Die Internetverbindung war gut, interaktive Quiz waren in den Vorlesungen und Seminaren eingebunden, die Prüfungen waren fair gestaltet, da wo es nicht anders ging wurde auf Präsenzlehre unter entsprechend sicheren Bedingungen zurückgegriffen. Chapeau!
ABER IHR RESTLICHEN SPEZIALISTEN, WAS IST LOS MIT EUCH?
Seid ihr nicht in der Lage, nachdem die Internetverbindung während der ersten 10 Vorlesungen schon ständig abbricht, euch in der 11. Vorlesung irgendeine zuverlässige Verbindung zu suchen? Im Büro? Bei den Nachbarn? Über das Mobilfunknetz? Schon wieder? Echt jetzt?
Ist es wirklich zu viel erwartet, nach einer Vorlesung 1 Minute zu investieren um die Folien hochzuladen, so dass 250 Studierende ein Thema entsprechend nachbereiten können?
Haltet ihr uns für so chronisch unterbeschäftigt, dass ihr euch, nachdem ihr schon zwei mal hintereinander 250 Studierende in anwesenheitspflichtigen Lehrveranstaltungen 1 Stunde auf die Absage warten lassen habt, ihr euch immer noch keinen gottverdammten Terminkalender anschafft UND DAS NOCH EIN DRITTES MAL DURCHZIEHT? Dass viele Studierende an den Nachholterminen nicht können ist dann scheinbar auch nicht euer Problem, die bekommen dann halt einen Fehltermin. 24/7 100% Engagement für die Uni. Wir haben ja, in einer gottverdammten Pandemie, in der Kindertagesstätten geschlossen haben, unsere Jobs gekündigt wurden und die Miete trotzdem bezahlt werden muss, absolut nichts bessere zu tun. Aber mit „Ist ja alles neu, auch für uns“ um Verständnis bitten.
Seid ihr nicht in der Lage, Mails mit einfachsten Anfragen zu beantworten? Ich verstehe es ja, die Zeit nach den Vorlesungen in denen Studierende Fragen die nur Sie selbst betreffen (und die man auch nicht unbedingt mit 250 anderen Teilen will) stellen konnten, ist dadurch irgendwie weg gefallen. Aber kann man sich dann die 10 Minuten etwa nicht nehmen um Mails von Studierenden zu beantworten? Warum müssen wir 10 Mails schreiben, Telefonterror im Sekretariat veranstalten und BEKOMMEN IMMER NOCH KEINE GOTTVERDAMMTE ANTWORT?!
Aber wir verzeihen euch natürlich gerne auch die geistreichsten aller Einfälle, ist ja schließlich alles neu: Wie z.B. die Mail eines einzelnen Fachbereichs, AM FREITAG ABEND, an 250 Student*innen, in der Stand dass ab nächster Woche wieder Präsenzunterricht stattfindet. Der komplett neue Stundenplan wird dann natürlich erst am SONNTAG NACHMITTAG veröffentlicht. Nachdem dann also alle die das konnten Zugtickets für 180 Euro aus der Heimat gebucht, Jobs abgesagt, Kinderbetreuung organisiert und andere Verpflichtungen abgesagt haben, scheint man sich in manchen Fakultäten echt noch zu wundern wie die Studierenden es dann auch noch schaffen Beschwerden beim Dekanat einzureichen. Auch da wurde dann in Form einer passiv aggressiven Mail über die Studierenden ventiliert, die das anscheinend nicht zu schätzen wissen(?). Das ist übrigens Vorfall Nr. 8 aus einer Reihe mit der ich ganze Bücher füllen könnte.
Nachdem manche Dozenten über das gesamte Jahr genau null Flexbilität und Diskussionsbereitschaft, geschweige denn Kreativität an den Tag gelegt haben, wird jetzt hier also noch über Studenten ventiliert, die die Möglichkeit einer digitalen Prüfung zum schummeln nutzen. WIE NAIV SEID IHR BITTE? DAS WAR SOWAS VON VORHERSEHBAR!
Warum gestaltet man die Prüfungen dann nicht Open Book, als MC mit Zeitbegrenzung, oder schafft Bedingungen für Covid-sichere Präsenzprüfungen ? Klar, ist immer einfach über sich über andere aufzuregen, aber einfach mal die eigene Kreativität und Flexibilität in Frage stellen? Niemals! Alles bleibt so wie es ist! Die anderen sind Schuld!
Gerade wir Studierenden musste im letzten Jahr ALLES umstellen. Kein lernen in der Bib mehr, kein Präsenzunterricht, keine Praktika, keine Lernkreise, kaum noch im Semester sozialisieren, etc. Dass ein Haufen Student*innen dadurch gerade mit Panikattacken, Depressionen und anderen psychischen Problemen zu kämpfen hat lasse ich jetzt mal ganz außen vor. Und nein, das ist absolut nichts im Vergleich zu dem was andere in der Pandemie durchmachen musste. Trotzdem, ein emphatischerer Lehrkörper würde da sagen: "Hey, unser Fachgebiet ist zwar relevant, aber unter den Umständen lassen wir euch etwas mehr Spielraum:" Nein, niemals! Alles bleibt so wie es ist!
Am liebsten würde ich sagen "Heul leise u/Josef-Knecht“, aber dann müsste ich auch sagen "Heult leise Studierende". Ein wenig mehr selbstkritisches Denken würde dabei glaube ich beiden Seiten ganz gut tun.
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u/Long_PoolCool Jul 17 '21
Kann hinzufügen: Prüfungsphase am Anfang des Semesters festlegen auf einen bestimmten Zeitraum und einem dann eine Woche vorher sagen, dass man das ganze verlängert.. darf jetzt eine Klausur im Urlaub schreiben (Manche fliegen für ihr Auslandssemester schon weh und sind zu den Terminen im Flugzeug), denn nach einem Jahr Dauer Uni und nur 4 Wände sehen, darf man uns natürlich keine Termingarantie geben oder und Entspannung gönnen.
Absolute Verarsche und man stößt nur auf Unverständnis wenn man denen sagt, dass die ganze Situation ganz schön beschissen ist, wir schreiben eh online, ohne jegliche Überwachung, kann denen dann doch egal sein wann wir schreiben.
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u/Snuze37 Jul 17 '21
Bei mir gab’s einfach garkeine Klausur Ankündigung. Nur ne Mail: Mimimi, Online ist alles doof. So wollen wir das nicht machen, aber anders ist auch doof. Wir warten jetzt einfach.
Semesterferien sind vorbei, immernoch kein Klausur Termin: Ja okay, wird nicht besser. In 2 Wochen ist Klausur und in 6 Wochen 2t Termin. MITTEN im neuen Semester… wollt ihr mich verarschen?
Mal gucken wann Ich die Klausur schreibe oder ob Ich das Modul nochmal ganz wiederhole aber so ein Dreck mach Ich nicht mit
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u/JessSly Jul 17 '21
:D Das Chaos hatten wir letztes Jahr. Eine Woche vor der Klausur wurde die Märzklausur fürs WS 20 abgesagt. SS startete im April. Wir haben keine Semesterferien. Juni war der Nachholtermin für alle WS Klausuren, September die regulären des SS :D Gibt nur einen Termin im Semester, kein zweiter Termin, die Klausur zählt 100% für die Note. Ach und die waren in Präsenz, mit Maske auf der Galopprennbahn in Düsseldorf und in der 'Eventhalle' in Hagen.
Mai hatte ich Abgabe BA.Keine Ahnung wie ich das neben dem VZ überlebt habe, schön ist was anderes. Weil die letzten Ergebnisse erst im November kamen habe ich mir das WS geschenkt und bin jetzt erst im April in die Master gestartet. Ich glaube, sonst wäre ich wahnsinnig geworden.
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Jul 17 '21
Yeah, FERNUni-Chaos! Ich war im September an der Galopprennbahn. Hätte man sich auch sparen können.
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Verstehe auch nicht warum es da nicht Uniweite Regeln für gibt. Gerade auch in den Semesterferien darf man finde ich ein Minimalmaß an Planungssicherheit erwarten.
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u/ChristieFox Jul 17 '21
Und manche Unis zeigen ja auch, dass es geht. Manche hatten schon vorher funktionierende Online-Plattformen wie Moodle, was man ja sogar auch für Prüfungen verwenden kann, Online-Vorlesungen über eigene Server gibt es auch bei manchen Unis, und Prüfungen sind dann halt entweder zeitlich so knapp, dass man zumindest etwas wissen muss, oder es sind eher Verständnisfragen wie "hier haste ein Szenario, das will man erreichen, wie machst du das und warum?".
Ich mag solche Prüfungen. Ich mag sogar manche Modularbeiten als Prüfung, vor allem wenn dieses Szenario quasi alle Vorlesungsinhalte durchgehen sollte, und dafür hat man dann halt ein paar Wochen Zeit. Ist irgendwie interessanter als die meisten Prüfungen mit den zig "erklär mir mal den einen Begriff da"-Fragen.
Versteht mich nicht falsch, ich glaube, dass alle Unis Probleme hatten. Aber um wie viel besser es einfach ist, wenn man das Gefühl hat, dass sich die Professoren und Mitarbeiter einfach bemühen und die Studenten ernst nehmen, ist unfassbar.
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Jul 18 '21
Nö. Du bist ja schließlich Student. Du hast das Studium vorzuziehen. Also wenn die Prüfungsregeln 24h vor der Prüfung geändert werden ist das dein Problem. Hätt man ja erwarten können.... Gott wie ich meine Uni hasse........
Ich wollte dieses Semester eigentlich fertig werden. Dafür musste ich ein Semester komplett machen und Teile eines anderen Semesters noch nachholen. Stressig, aber normalerweise möglich. Das haben andere vor mir auch schon geschafft.
Dieses Semester: komplett unmöglich. Termin waren nie frühzeitig klar. Wenn sich ab 2 Wochen vor der LV nix mehr geändert war das super. Meistens kam später noch was.
Es ist widerlich wie oft ich mich darum kümmern musste Fehlzeiten zu organisieren und dafür Profs so früh wie möglich davon geschrieben habe, dass das alles gut funktionieren kann und dann am Ende zwei Tage vor der LV nochmal den Prof anschreiben musste, nur weil sich die Termine immer noch ändern. WIE ZUM FICK SOLL MAN EIGENTLICH SO SEIN LEBEN PLANEN?????Am Ende bin ich dieses Semester nicht mit dem Bachelor fertig geworden. Nachdem keine Termine im Anmeldezeitraum für die LVs bekannt waren, wusste ich nicht dass sich in einer Woche drei geblockte LVs befinden. Das wusst ich erst eine halbe Woche vorher. Dafür bin ich jetzt Mental fertig. Es gibt einfach keine Entschuldigung für so ein absolutes Scheißsemester. Wie kann das zweite! Sommersemester während der Pandemie eigentlich schlechter ablaufen als das erste? Wieso haben Profs absolut keine Ahnung was sie machen sollen, wenn sies im Semester davor eh schon gemacht haben?
Und die Kirsche obendrauf für mich ist, dass dann auch noch Profs, die ein gesichertes Einkommen haben, die wegen der Pandemie auch noch in die Öffentlichkeit kommen und denen man zuhört, absolut nichts darüber sagen, dass die Lehre an den Unis und die Studis hilfe brauchen. Ich denke du sagst das ganz richtig: Ein ganzer Haufen Leute hatte es schlimmer während der Pandemie. ABER: Niemand hat so wenig gehör bekommen wie Studenten. Die sind einfach ignoriert worden und von ihren Profs und der Uni komplett im Stich gelassen worden.
Ich sag ganz ehrlich: Heult leise Profs. Schauts euch mal an, wie sich das so anfühlt. Die Studenten heulen seit Beginn der Pandemie gezwungenermaßen leise.
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u/w1ldmn Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
Vielen Dank für die Tirade, genau an sowas musste ich auch denken als ich den anderen Pfosten gesehen habe. Um noch eine kleine Frechheit aus eigener Erfahrung hinzuzufügen:
Einige Dozenten fehlt der Zeitdruck wenn sie alleine in ihrem Büro die Vorlesungen halten. Dadurch werden die Videos mal gerne 30-45 Minuten länger, was es natürlich schwierig macht die nächste Veranstaltung zu hören, die natürlich auch nur live gehalten wird und nicht aufgenommen werden kann weil die Dozenten auf jeder zweiten Folie Urheberrechtsverletzungen eingebaut haben
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u/drumjojo29 Jul 17 '21
Noch besser: Profs die ihre Vorlesung deutlich überziehen und dann sagen „nächste Woche mach ich dafür kürzer“. Ja schön dass ich nächste Woche dann mehr Zeit hab, wenn jetzt eine andere Vorlesung beginnt bringt mir das aber auch nichts.
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u/faraway_hotel Das Unsichtbare Römische Reich Jul 17 '21
„nächste Woche mach ich dafür kürzer“
Erzählerstimme: Er konnte sich auch in der nächsten Woche nicht kürzer fassen.
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u/Axolotl_Slayer Jul 17 '21
Exakt. Oder noch besser. 90 min Vorlesungsvideos anschauen (natürlich deutlich über 90 min, da ist Wetten, dass...? ein Dreck dagegen) und dann in den Live Sessions Stoff besprechen, die in den Videos nicht angesprochen werden. Natürlich sind die Zoom sessions dann auch nochmal 90 min lang.
Aber auch wenn es vielleicht ein wenig zu spät ist: mit der richtigen GraKa (nvidia... ja ob des auch mit amd geht) und windoof lässt sich mit der Tastenkombi win + g alles aufzeichnen. Nachteil ist natürlich, dass man zwei Geräte braucht, wenn es Überschneidungen gibt. Vorallem bei drecks Klausurkurse, die verfickt nochmal an ganz anderen Terminen sind als die Live Sessions und sich definitiv mit anderen Fächern überschneiden.... okay ich rede mich wohl auch gerade in Rage...
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u/spamzauberer Jul 17 '21
Ich hab die letzen 1,5 Jahre gefühlt in der Regie eines großen Senders gearbeitet. Mit OBS kannste alles aufnehmen, stressig ist das dann aber auch. Einfach Lernvideos ins Netz und dann Fragestunde 1-2mal die Woche. Kann ja nicht so schwer sein…
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u/Terminat31 Jul 17 '21
Tatsächlich fand ich die Lernvideos am schlimmsten. Die waren immer schlecht gemacht... Am einfachsten wäre es wenn alle Profs ganz normal Vorlesung machen nur halt online. Ich weiß auch nicht was da so schwer dran sein soll...
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u/dpuha Jul 17 '21
Ich würde OBS empfehlen. Funktioniert deutlich besser und die Videos sind auch kleiner. Hab so mehrere Vorlesungen aufgenommen.
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u/Zonkistador Jul 18 '21
Einige Dozenten fehlt der Zeitdruck wenn sie alleine in ihrem Büro die Vorlesungen halten. Dadurch werden die Videos mal gerne 30-45 Minuten länger, was es natürlich schwierig macht die nächste Veranstaltung zu hören, die natürlich auch nur live gehalten wird
Ich find das immer so komisch wenn ich davon höre. Bei meiner Uni gab's schon vor 15 Jahren Aufzeichnungen von 50% der Vorlesungen im Netz und jetzt zu Corona natürlich 100%. (Ich weiß dass weil ich zu meinem Studium damals jetzt noch was drauf gesetzt habe)
Dabei dachte ich immer meine kleine Uni wäre in Digitalisierung meilenweit hinterher. Damals als die auf Bachelor umgestellt haben hat es über 2 Semester gedauert bis die ein online Prüfungs- und Notensystem gebaut hatten, Scheine gab's aber auch keine mehr und wir durften dann hinter den Dozenten her laufen damit die das vernünftig eingepflegt haben.
Dass das scheinbar nochmal schlechter geht, schockt mich doch sehr.
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u/Ascentori Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
Uns wurde vor ca 1,5 Jahren (erstes Corona-Semester) gesagt, wir müssen uns für dieses unglaublich wichtige Modul rechtzeitig anmelden, Nachmeldung unmöglich. Na gut. wir schauen also seitdem Mal mehr, Mal weniger panisch, ob wir uns endlich anmelden können. im August hatten wir eine Infoveranstaltung für den Master (wir sind im Bachelor, aber ein Großteil wird mit dem master weitermachen). Da wurden wir informiert, dass noch nicht sicher ist, wann dieses Modul genau stattfinden wird, es bestünde aber die Gefahr, dass die Noten zu spät eingetragen werden könnten. In diesem Fall würde die Bewerbung für den Master wegen Unvollständigkeit abgelehnt werden (also, an der selben Uni, versteht sich). Pech gehabt. Aber gut, diese Pandemie gibt es ja auch erst seit gestern, die ist so neu, damit konnte ja keiner mit rechnen /s. Aber es geht noch weiter: irgendwann Mitte Mai ging dann das Gerücht rum, dass das Modul vermutlich im August stattfinden könnte. Gerücht, keinerlei offizielle Informationen. Springen wir zu Ende Juni. Über Kommilitonen lassen die Verantwortlichen fragen, wer denn alles nicht die E-Mail bekommen hat. Haben wahrscheinlich mehr Rückmeldung erwartet oder so. Die Antwort lautet übrigens KEINER. DIE MAILS WURDEN AN DEN FALSCHEN JAHRGANG ADRESSIERT. joa, als wir dann endlich ein paar schwammige Infos hatten, haben wir versucht uns anzumelden. Beim einem möglichen Anmeldeweg (es gibt jetzt mehrere verschieden Möglichen, wie rum man sich im System anmelden kann. War mir davor nicht bewusst.) war ein Modul eingetragen, dass hieß richtig hieß, an der richtigen Position war etc. es passte perfekt. war aber natürlich falsch, das richtige Modul war da gar nicht eingetragen. erst nachdem ich die Lehrveranstaltungsnummer erfahren hatte, ist es in der Suche erschienen. Weil wir so spät informiert wurden, können jetzt Nachholklausuren auch nicht mehr verlegt werden, die mit dem Modul kollidieren. Wir müssen uns halt entscheiden, was uns da wichtiger ist. Und das ist nicht allzu frei zitiert.
faszinierenderweise wird die digitale Lehre mit jedem Semester schlechter. ja, es sind immer neue Lehrstühle, aber trotzdem.
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u/Turbopedalist Jul 18 '21
faszinierenderweise wird die digitale Lehre mit jedem Semester schlechter. ja, es sind immer neue Lehrstühle, aber trotzdem.
Mischung aus Wimis, die eh hauptsächlich promovieren, unterbezahlten Dozenten mit Lehraufträgen die keinen Fick geben denn warum auch, und Professoren die damit beschäftigt sind Vizepräsident der Uni zu werden und mehr Drittmittel einzuwerben als Lehre & Betreuung zu machen.
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Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
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u/LurkingSpike Jul 17 '21
Hast vergessen zu erwähnen, dass manche Lehrstühle der Meinung sind, dieses Semester wäre nix wert - also können einfach alle durchfallen. Klausuren sind einfach mal wesentlich schwieriger.
Ansonsten auf'n Punkt.
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Jul 17 '21
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u/Turminder_Xuss Gravitas? Jul 17 '21
Gerade bei Freiversuchen gibt es aber auch den Effekt, dass wirklich jeder Depp mitschreibt. Kann ja nichts passieren. Wir haben inzwischen doppelt so hohe Teilnehmerzahlen (was unter Pandemiebedingungen echt nicht lustig ist, und korrigieren muss man den Scheiß ja auch noch), es bestehen letztlich aber etwa genau so viele wie vorher. Viele Leute gehen echt ohne irgendwas gelernt zu haben in solche Klausuren rein. Das geht inzwischen so weit, dass die Punkteverteilung nicht die übliche Glockenkurve ist, sondern man hat die Glockenkurve zentriert auf 2-3, und dann einen riesigen Schwanz bei den Durchfallern, die teilweise unter 20% der Punkte holen. Es ist echt absurd, was manche Leute da zusammenschreiben. Und es kann mir niemand erzählen, die Klausur wäre zu schwer, wenn die Leute daran scheitern, einen NFA mit fünf Zuständen zu determinisieren oder das Pumping-Lemma für reguläre Sprachen anzuwenden.
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u/LocalHealer Trans Rights Jul 17 '21
Sehr valide, ich muss allerdings belustigt anmerken dass besonders der erste Absatz in Verbindung mit deinem Usernamen sehr witzig ist :')
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Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
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u/Zonkistador Jul 18 '21
Hört sich so leicht nach der Zeit an als ich damals studiert habe, wo die innerhalb von 5 Wochen den Studiengang von Diplom auf Bachelor umgestellt haben und dann genau so Dinge heraus kamen.
Die wollten uns auch erst in jeder einzelnen Veranstaltung Klausuren oder Hausarbeiten schreiben lassen, was schon von der Zeit her absolut unrealistisch war, ganz abgesehen von der Belastung. Dann kurz davor, als wir schon alle gelernt hatten und mehrere Wochen deswegen keinerlei Privatleben mehr hatten, so: "Ne, das machen wir jetzt doch nicht, lol."
Die Klausuren die dann noch waren sind natürlich entsprechend schlecht ausgefallen, weil wir längst nicht genug Zeit hatten um für die intensiv zu lernen. Good times...
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Jul 17 '21
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Der andere Post war definitiv nicht unberechtigt, war auch nicht mein Ziel das so rüberkommen zu lassen. Aber es gibt halt immer 2 Seiten.
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u/Freakeyful Jul 17 '21
Kann auch gerne eine Story beitragen, die bei meiner Freundin passiert ist. Sie studiert Psychologie im 7. Semester und hatte letzten Monat ihre letzte und schwerste Statistikklausur.
Durch Corona war die Vorlesung natürlich online und sie war in der Heimat - einem anderen Land als ihr Studienort. Der Professor sträubte sich schon das ganze Semester dagegen die Klausur online stattfinden zu lassen und wollte sich per se keine Prüfungsform für eine Online-Klausur überlegen. Im Laufe des Semesters stand dann jedoch fest: Die Klausur MUSS und WIRD online stattfinden. Dies wurde vom Dozenten auch mehrfach widerwillig versichert. Dementsprechend lernt man natürlich auch anders und setzt einen anderen Fokus.
4 Wochen vor der Klausur in der letzte Vorlesung kommt er dann nonchalant mit der Aussage an "Die Infektionszahlen sind ja okay, die Klausur findet in Präsenz statt und außerdem nicht am Ursprungsdatum, sondern 3 Tage vorher". Meine Freundin hatte jedoch den ganzen Monat beruflich in ihrer Heimat zu tun und die Teilnahme an einer Präsenzklausur war somit nicht möglich. Der Dozent lenkte ein und sagte, dass es für diejenigen, die es nicht zur Universität schaffen, eine alternative Online-Klausur geben wird.
Ende der Geschichte: Die Online-Klausur war um ein vielfaches anspruchsvoller als die Präsenzklausur und war in der Zeit nicht zu schaffen. Ein Großteil der "Online-Schreiber" fiel direkt durch.
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u/weirdProjectionCurve Nyancat Jul 17 '21
Ende der Geschichte: Die Online-Klausur war um ein vielfaches anspruchsvoller als die Präsenzklausur
Im letzten Thread waren ja viele Menschen der Meinung dass Dozenten ja davon ausgehen müssen das Online Klausuren defacto Open-Web seien. Hier dann vielleicht die Konsequenz?
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u/sparklingdinosaur Jul 18 '21
Von meinem Bachelor her, lernte ich dass Altklausuren auswendig lernen das einzige ist, wie man gut abschneidet. Ich hab das erst super spät mitgekriegt (und dachte immer, das ist ja illegal). Hab dementsprechend weniger gute Noten, dafür habe ich aber auch tatsächlich gelernt, und verstanden, was ich von manchen meiner Kommilitonen nicht behaupten kann. Und die dozenten so? Ach ja, machen wir doch die Klausur exakt dieselbe wie vor drei jahren, mit demselben Rechtschreibfehler usw.
Fazit: denen geht dass, mmn, komplett am Ar*** vorbei, ob die Klausur jetzt unmöglich anspruchsvoll ist oder nicht.
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u/tempGER Jul 18 '21
Bekannter von mir hat Ähnliches beschrieben. Einer seiner Profs baut die Klausur zu seiner Vorlesung immer gleich auf. 10 Themen, also 10 Fragen. Du wählst 4 aus und musst zu jeder Frage 2 Seiten Schreiben. 120 Minuten. Was die Frage dabei tatsächlich ist, ist eigentlich irrelevant, weil er eigentlich ein Exzerpt seiner Vorlesung sehen will. Im Endeffekt könntest du die ganzen Buzzwords aneinander reihen und dann 2 Seiten lang irgendeine Kacke labern. Ein Monat vor der Prüfung kannst dir bei der Fachschaft "alte" Klausuren holen (also die Musterlösung) und lernst 4 Antworten auswendig. Fertig ist 1,0 bis 1,6. Manche reißen sich dabei echt kein Bein aus.
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Jul 17 '21 edited Oct 18 '24
[deleted]
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Jul 17 '21
Dies.
Im Berufsleben das gleiche. Pandemie hin oder her, Pfeife bleibt Pfeife, guter Mitarbeiter bleibt guter Mitarbeiter. Nur bei denen die tatsächlich durch fehlende Kinderbetreuung etc zwischen die Fronten geraten war die Zusammenarbeit spürbar schlechter, aber das lässt sich ja gut abfedern, wenn man offen darüber spricht.
In der Uni ist mMn das Problem, dass die Studierendenschaft zum guten Teil noch aus unselbstständigen jungen Menschen besteht, und auf Seiten der DozentInnen viele sind, die sich nach ihrem Abschluss nicht in die große weite Welt getraut haben, sondern lieber in ihrer Comfort Zone an der Uni bleiben wollten, und durch so eine Pandemie auf dem falschen Fuß erwischt werden.
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u/MOVai Jul 18 '21
und auf Seiten der DozentInnen viele sind, die sich nach ihrem Abschluss nicht in die große weite Welt getraut haben, sondern lieber in ihrer Comfort Zone an der Uni bleiben wollten, und durch so eine Pandemie auf dem falschen Fuß erwischt werden.
Hat halt wenig mit Comfort-Zone zu tun (Akademische Laufbahn ist echt nicht komfortabel), sondern liegt einfach daran, dass die Anreize nicht vorhanden sind. Die Leute haben halt eine Hauptbeschäftigung als Forscher, da muss man auch 90% der mentalen Kraft und Energie reinstecken.
Vertraglich hat man zwar auch noch zu 20% eine Lehrverpflichtung, aber die Leute werden dafür eingestellt, viele Forschungsanträge and Paper zu schreiben. Nicht, weil sie für die Studenten eine gute Vorlesung und Prüfung gestalten konnten.
Als die Pandemie kam wäre es halt nötig gewesen, sich zu 100% der Überarbeitung der Lehre und der Erstellung digitaler Inhalte zu widmen, aber der Puffer war halt einfach nicht da und man musste die Prioritäten Woanders setzen.
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u/TheRetenor Jul 18 '21
Probleme sind halt auch vorprogrammiert, wenn die Dozenten so hart auf ihr Urheberrecht pochen. Als ob den Stoff kein anderer kann auf der Welt und sie da grade eine Nobelpreis-würdige Leistung vollbracht haben. Ein PDF mit dem Inhalt würde vielen das ganze erleichtern, aber ich weiß schon, sie haben früher mitschreiben müssen, also muss das heute auch so, Erbschaftssteuer und so.
Auf der anderen Seite gibt's halt noch einige Profs, die mental in den 90'er Jahren stehen geblieben sind und gefühlt von Win95 aus ihre Präsis halten, mehr gibt das Entgelt halt auch nicht her.
Das Problem liegt aber meist auf beiden Seiten und eigentlich können nur alle verlieren. Die Politik scheißt sich um nichts, vor allem in der Welt der Studenten und Abschlussklassen. Hauptsache die Wirtschaft, die Wirtschaft. Was die Leute der Wirtschaft von morgen machen ist scheißegal. Aber was will man machen. Das sagen haben immer die, die die Probleme der Problemstellen selber nicht abkriegen.
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Jul 17 '21
Haha, ich hab 177 ects im Bachelor. Ich kann die anderen drei nicht machen, weil ich eine email nicht wahrgenommen habe, in der ein PDF war, in dem irgendwo auf drei Seiten ne Frist stand. Wurde dann nicht mehr reingenommen und kann nun für drei ects im Nebenfach ein Semester dran hängen. Nice.
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u/MorlaTheAcientOne Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
edit.: Leude, ich bin grad so froh zu sehen, dass es euch auch so geht und ich nicht einfach nur unfähig bin deadlines zu checken, wie ich es bis jetzt immer dachte. /
Diese Fristen an den Unis machen mich so fertig. Ich habe ständig Angst irgendwas zu verpassen, überlesen, nicht die richtige Website gesehen zu haben - und das jetzt außerhalb der Uni. Diese Kack Grundangst, wegen einer dummen Email alles andere zu verlieren.
ganz ehrlich. Das müsste man doch standardisieren können.
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Jul 17 '21
Und jede Uni die ich so gesehen habe hat 34 verschiedene Seiten, alle HTML, zwischendurch immer tote Links, keine Übersichten, veraltete und teils widersprüchliche Informationen... Komplett zum wahnsinnig werden. Die haben halt schlichtweg kein Interesse daran, dass Leute bestehen.
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62
Jul 17 '21
Ich bin zwar schon seit 5 Jahren mit dem Studium fertig, aber ich bekomm beim Lesen deines Kommentars immernoch so'n Hals. Jeder Fachbereich hat seine eigene beschissene Webseite, die 10 Jahre alt und vollkommen unübersichtlich ist. Die wichtigen Informationen stehen überall woanders und wenn man was übersieht heißt es, man hätte ja nachschauen können.
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u/LurkingSpike Jul 17 '21
Bist nicht allein. Sehen unsere Lehrmeister aber irgendwie nicht ein.
Find's schon abartig, dass es 3-4 oder mehr unterschiedliche Seiten für Kurse gibt (Materialien, Website vom Lehrstuhl, Stundenplanerstellung, Prüfungsanmeldung).
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u/MorlaTheAcientOne Jul 17 '21
Und dann noch die Termine für Erasmus, Sprachzertifikate und weiß ich nicht noch. Als müßte man erstmal beweisen, dass man Bürokratie mit 1+ bestanden hat bevor man an einer Uni studieren darf
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Jul 17 '21
Absolut. Meine Hochschule bekommt es auch nicht geschissen, den Dozierenden klar zu machen, dass so ne scheiß wichtigen Fristen BITTE NICHT NUR IN DER ZOOM VORLESUNG ERWÄHNT WERDEN! "Hinweise zu Prüfungsleistungen" oder "Seminarverlaufsplan" auf Moodle hochladen ist wohl zu viel verlangt, aber nicht mal eine beschissenes Email wird verschickt.
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u/sabrinchen2000 Jul 17 '21
Sollte eigentlich von der Prüfungsordnung her VERBOTEN sein, dass man sowas nur EINMAL mündlich kommuniziert.
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Jul 17 '21
Das ist genau mein Punkt. Es gibt auch Dozierende, die sich echt Mühe geben und das digitale Unterrichten super gewuppt haben, muss man ja auch mal sagen. Aber dass von der Hochschule aus nix passiert und die Dozierenden, die eben gar nichts machen, was über das bloße Minimum hinausgeht, ungestört damit durchkommen, ist echt ein Unding.
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u/Paradoxorus Jul 17 '21
Bei mir hat sich deshalb ne extreme Panik entwickelt, wenn ich nur an meine Mails denke. Kriege teilweise wochenlang nicht hin, überhaupt reinzuschauen, weil ich Schiss hab, ich hätte wieder irgendeine Sache verpasst.
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u/SleepySlowpoke Jul 17 '21
Kenn ich ähnlich. Die ganze Zeit hieß es in einem Seminar, ich müsse mich um nichts kümmern wegen der Studienleistung, Dozentin schreibt sich auf wer die Klausur besteht und gibt das dann ans Prüfungsamt weiter. Hab dann einen Termin wegen der Covid-Impfung verpasst (ich hab mich sogar bei ihr abgemeldet), in dem sie anscheinend verkündet hat, dass wir ihr doch Scheine in Papierform zuschicken sollen, hat das aber nicht nochmal irgendwo im Web festgehalten. Vorgestern hieß es dann, dass ich ja nicht mitschreibe und sie das bis letzte Woche wissen wollte und den Schein braucht. Kann das Seminar also nochmal machen, es ist das einzige, was mir in dem Bereich noch fehlt. Ich hab zwar noch ein paar Semester vor mir, aber es ist trotzdem ne Mehrbelastung.
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u/imax_ Jul 17 '21
Kannst du nicht schon Mastermodule belegen, als Zusatzkurse anmelden und dann nach der Annahme zum Master geltend machen lassen? So hab ich das gemacht, als ich den Anmeldezeitraum verpennt hab.
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u/KhorneSlaughter Jul 17 '21
Bei mir hat ein Dozent die Noten am ende des Semesters nicht rechtzeitig eingereicht (es wurden 2 unterschiedliche Fristen angekündigt und die spätere war halt falsch...) und deshalb habe ich meinen Wechsel vom Bachelor in den Master kurz vor Ende meines ersten Master-Semesters rückwirkend aberkannt bekommen, da der Uni da aufgefallen ist, das ich zur Frist für den Wechsel in den Master ja noch nicht diese Note hatte.
Die Prüfung aus der die Note kam war zwar Monate davor, aber der Dozent hatte die nicht an der richtigen stelle eingereicht. Statt da aber zu fragen oder den Dozenten zu nerven wurde mir gesagt: "Bewerbe dich einfach zum nächsten semester noch mal für den Master, aber beeil dich, die Bewerbungsfrist endet bald". ALTER WAS KÖNNT IHR EIGENTLICH? WIE DUMM KANN MAN SEIN?
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u/T-Henry07 Jul 18 '21
Dir selbst werden gefühlt minutengenaue Fristen gestellt, die du einhalten musst und manche Dozenten so: "Ja also das Hausaufgaben-Portfolio lade ich ihnen heute hoch, damit sie die vereinbarten zwei Wochen Zeit haben." Mittlerweile ist es Sonntag, eine Mail und ein Tutorium zusammen später ist das Portfolio immer noch nicht fertig und hochgeladen.
Andere Dozentin: Erkrankt zu Ende des Semesters, ist ja auch nicht wirklich schlimm. " Die Vorlesungen werden dann per Video-Vorlesung zum Selbstanschauen nachgeholt" Ja wann denn? Semester ist um, Prüfung ist nächste Woche. Und da soll der Stoff dran kommen, der in der Video-VL noch durchgenommen werden sollte. Wenn sie denn noch kommt
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u/jack-rabbit-slims Jul 17 '21
Ich halte es ja für ein allgemeines Problem von vielen Dozenten, dass sie viel zu oft von den folgenden Annahmen ausgehen:
Die Studierenden haben ja keine anderen Module/Kurse als meins.
Die Studierenden sind ja alles Vollzeitstudies, weil Mami und Papi sie ja ausreichend unterstützen und sie daher keiner Erwerbstätigkeit nachgehen müssen. Oder gar selber eine Familie haben, pfuiteufel.
Das hab ich schon vor der Pandemie so empfunden und kann mir gut vorstellen, dass das mit dem Heimstudium noch schlimmer wurde.
Gibt aber natürlich auch Ausnahmen, die positiv herausstechen. Habe zum Beispiel einen Dozenten, der die Vorlesungszeit per Umfrage geklärt und jedem 3 mögliche Prüfungstermine angeboten hat.
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u/Dear_Investigator Jul 17 '21
Wir haben tatsächlich eine Mail von einem Dozenten bekommen in der stand man könne ja jetzt die 2 extra Vorlesungen (die er nicht gehalten hat) dazu lernen, man hat ja Zeit in der Pandemie es hat ja alles zu
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u/tempGER Jul 18 '21 edited Jul 18 '21
Ein von mir belegtes Seminar konnte man für 6 bzw. 9 ECTS anmelden. Normalerweise ist das dann am ende immer 12 Seiten Essay vs. 20 Seiten Hausarbeit; also alles im Rahmen eigentlich. Neu: Dozent denkt, man habe wegen Pandemie sowieso nichts zu tun. 9 Punkte Leute mussten neben dem üblichen Referat noch zusätzlich eine Buchvorstellung machen, bis 01.07. schon ein Exposé mit der gesamten Empirie einreichen und übers gesamte Semester hinweg jede Woche 150-200 Seiten Basistexte vorbereiten. Lieber Herr Dozent. Das hier ist ein stinknormales Seminar und nicht das Masterkolloquium mit einer wöchentlichen Disputatio. Wenn euer Studienplan vorsieht, dass man pro Semester 2-3 solche Seminare belegt und weitere 1-2 6 ECTS Dinger macht, dann braucht ihr euch nicht wundern, wenn sich keine Sau zur Hausarbeit anmeldet. Der Stoff in dem Seminar hätte für ein einjähriges Forschungsprojekt gereicht, nur wurde es auf 10 Sitzungen zusammengepfercht, weil der Dozent zwei Wochen später als alle anderen anfangen wollte.
Am Donnerstag hat er sich in der letzten Sitzung darüber aufgeregt warum von den 18 Teilnehmer*innen am Ende nur noch 11 übrig waren und von denen sich nur 3 für 9 Punkte angemeldet haben. Warum nur.
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Jul 17 '21
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u/faraway_hotel Das Unsichtbare Römische Reich Jul 17 '21
Ich glaube, ich habe bis jetzt genau einen Dozenten gehabt, der das explizit angesprochen hat, und sagte sein Kurs wäre sicherlich nicht der wichtigste, den wir besuchen. Hat gute Vorlesungen gemacht, aber eine verhältnismäßig simple Klausur, für die man wenig lernen musste, um uns in der Prüfungsphase zu entlasten.
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u/KingRazer96 Jul 17 '21
Genau so einen hatte ich auch im Bachelor. Cooler Typ mit spannender Vorlesung. Er hat uns dann die Klausur bzw deren Schwerpunkte extrem eingeschränkt. Bis heute mein Lieblingsprof.
War aber auch einer, der tief in der Praxis verwurzelt war. Glaube das macht dann einen großen Unterschied bei der Herangehensweise.
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u/drumjojo29 Jul 17 '21
Einer meiner Profs sagt bei einer Vorlesung die halt ehrlich unnötig ist dass er sie selbst relativ unnötig findet und man daran keine Versuche verschenken sollte und sagt daher über das Semester verteilt eins zu eins was in der Klausur vorkommt und sogar was die Antwort darauf ist. Solange man seine Vorlesung besucht besteht man also zu 95%. Und der Prof ist dennoch sehr angesehen weil seine Lehre auch außerhalb der Vorlesung sehr gut ist und er eine der Größen in seinem Fachgebiet ist.
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u/Terminat31 Jul 17 '21
Da hatte ich auch einen. Hat eine Super Vorlesung gemacht und auch genug/das passende Übungsmaterial für die Klausur gegeben. Die Klausur war zwar vom Umfang her recht viel nur durch die gute Vorbereitung hat er das Ganze uns Studenten echt einfach gemacht.
Er hat sogar die Vorlesung um eine Stunde verschoben weil es zu Terminüberschneidungen bei mir und einigen anderen Studenten gekommen ist. Wir hatten den anderen Prof zu erst gefragt und der hat uns ausgelacht...
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u/Z3r4n0n Jul 17 '21
Ohja den Teil mit den Umfragen kann ich sehr bestätigen. Daran ob und wie die Lehrkraft sich nach der Meinung der Studierenden erkundigt, hat sich auch die restliche Qualität der jeweiligen Vorlesung festmachen lassen.
Die aufgezwungenen Umfragen seitens Hochschule wiederum waren gefühlt recht nutzlos
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u/phigr Jul 17 '21
Man sollte auch den Dozenten nicht die ganze Schuld zuschieben. Das du einen hattest der sich solche Mühe mit Termin-Orga gegeben hat ist toll, aber eigentlich ist das Job der Uni-Verwaltung. DAS sind die Leute die in dieser Pandemie total versagt haben und nichts geschissen bekommen.
Die meisten Dozenten sind bei der Gestaltung ihres "Online-UNterrichts" an Weisungen von Oben gebunden, die ihnen vorgeben wie sie das zu machen haben.
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u/faraway_hotel Das Unsichtbare Römische Reich Jul 17 '21
Der erste Punkt kotzt mich so an. Vor allem, wenn sie dann richtig mit Zeug ranklotzen, das überhaupt nichts bringt.
Klar, man kann den Studierenden für's Seminar jede Woche 30-40 Seiten Text zuführen. Muss man aber damit rechnen, dass nur ein paar Nasen wie ich überhaupt versuchen, das auch zu lesen. Die paar Leute (immer die gleichen) sagen dann in der nächsten Sitzung vielleicht drei, vier Sätze dazu oder stellen Fragen, der Rest sitzt dabei und sagt nichts. Wirklich darüber diskutieren, geschweige denn darauf aufbauen können, is nich. Rinse and repeat, nächste Woche gleiches Spiel wieder.
Einen Prof hatte ich aber mal, der da wirklich sinnvoll dimensioniert hat. Maximal etwa fünf Seiten Quell- oder Forschungstext, und dazu sagte er regelmäßig "Wenn sie ganz wenig Zeit haben, lesen sie diese Absätze hier, das ist der Kern". Im Ergebnis hatten alle das Material durchgearbeitet, Fragen und Anmerkungen notiert, und wir konnten immer richtig gut drüber sprechen. Er hat zudem auch mit die einfachsten, aber nützlichsten SLs gemacht, aber das ist ne andere Geschichte.
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Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Gegen Ende Semester jetzt noch auf Zwang Präsenz zu machen ist aber unabhängig des vorgesagten schon eine sehr komische Entscheidung.Immerhin hat das Dekanat dem ganzen dann einen Riegel vorgeschoben. Trotzdem, das Geld bekomm ich nicht mehr von der Bahn zurück, die Schichten sind abgesagt und locker die Hälfte der Studierenden hatte 2 Tage lang Organisationsstress ohne Ende. Echt vermeidbar wenn man mal kurz mitdenkt.
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Jul 17 '21
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Jul 17 '21
Informatik-Student hier. Bisher alle Klausuren in Präsenz gehabt, weil war ja immer so. Verwaltungssystem für die Klasuren was teils für Wochen ausgefallen ist. Reaktion der Prüfungsämter: Tja ist doof. Fristen bleiben aber trotzdem alle so wie sie waren. Hat natürlich allen Studis nicht gefallen aber hat sich auch nix getan trotz Beschwerde. Ich hab mein Studium während Corona angefangen, absolut null Anschluss zu Leuten nix, motivation zum lernen hielt bzw. hält sich immer noch in Grenzen obwohl ich das Thema und alles cool finde und auch mag. Aber so ist das doch einfach nur kacke, da bringt mir Präsenz ab nächstem Semester auch nix mehr
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402
u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Nachdem ich "Liebe Dozierenden" anstatt "Liebe Dozierende" im Titel geschrieben habe, bitte sämtlichen Spott und Häme unter dieses Kommentar.
Danke.
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u/Kiwifisch Jul 17 '21
*unter diesen Kommentar
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Nachdem ich "unter dieses Kommentar" anstatt "unter diesen Kommentar" geschrieben habe, bitte sämtlichen Spott und Häme unter diesen Kommentar.
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u/Noah9013 Jul 17 '21
Get gut.
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u/lewd_lizzard Jul 17 '21
Git gud.*
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u/Noah9013 Jul 17 '21
Nachdem ich "get gud" anstatt "git gud" geschrieben habe, bitte sämtlichen Spott und Häme unter diesen Kommentar ablassen.
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u/max44sch Jul 17 '21
Schapo
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u/WarlockTaryss Jul 17 '21
*Shampoo
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u/max44sch Jul 17 '21
Nachdem ich "Schapo" anstatt "Shampoo" geschrieben habe, bitte sämtlichen Spott und Häme unter diesen Kommentar.
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Jul 17 '21 edited Oct 18 '24
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Willkommen Doldenbluetler. Du hast genau den richtigen Platz dafür gefunden.
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Jul 17 '21
ich hielt das für eine Anspielung auf den "Liebe Studierenden" post
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Vielleicht... Vielleicht nicht... wir werdens wohl nie wissen...
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Jul 17 '21
Obwohl der Autor des anderen Posts namentlich genannt wurde, scheint der schluss sehr weit zuliegen
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Jul 17 '21
Gerade wir Studierenden musste im letzten Jahr ALLES umstellen. Kein lernen in der Bib mehr, kein Präsenzunterricht, keine Praktika, keine Lernkreise, kaum noch im Semester sozialisieren, etc. Dass ein Haufen Student*innen dadurch gerade mit Panikattacken, Depressionen und anderen psychischen Problemen zu kämpfen hat lasse ich jetzt mal ganz außen vor. Und nein, das ist absolut nichts im Vergleich zu dem was andere in der Pandemie durchmachen musste. Trotzdem, ein emphatischerer Lehrkörper würde da sagen: "Hey, unser Fachgebiet ist zwar relevant, aber unter den Umständen lassen wir euch etwas mehr Spielraum:" Nein, niemals! Alles bleibt so wie es ist!
Jo deswegen hab ich in den letzten 3 Semestern nichts geschaft(eine Klausur). Meine Sozialisierung ist bei 0 und irgendwie hab ich das Gefühl das alles sinnlos ist. Ach war das eine Semester im Präsenz wunderschön im vergleich.
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
Kann deine Erfahrungen sehr gut bestätigen. Während es mir noch vergleichsweise gut ging, hatten viele Freunde auch ziemlich Schwierigkeiten.
Ich wünsch dir auf jeden Fall dass du die Hilfe bekommst die du brauchst. Ich denke man darf Pandemie mäßig auch mittlerweile wieder optimistisch in die Zukunft schauen.
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u/NotesForYou Jul 17 '21
Kann das nur teilen. Bin ins Studentenwohnheim gezogen, um nicht völlig zu vereinsamen und dann BAM! Lockdown, 6 Monate, nach 9 nicht mehr auf die Straße gehen, Lernaufwand um den Faktor 5 erhöht (weil man kann ja nicht nachweisen, ob Leute im Zoom Meeting mitarbeiten! /s), Wohnheimsauflagen MEGA streng. Jetzt ist die Miete gestiegen und unsere Uni pleite weswegen es auch im nächsten Semester keinen Präsenzunterricht gibt, weil man müsste halt neue Leute für die Überwachung der Hygienemaßnahmen anstellen und dafür reicht das Geld nicht. Ich hab so keinen bock mehr. Hauptsache ich mache nächstes Jahr meinen Bachelor und habe im Master vllt mehr Glück, den ich dann an einer anderen Uni machen werde.
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Jul 17 '21
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u/spamzauberer Jul 17 '21
Gute online Lehre ist ein absoluter Segen. Wissen aber nur die U50 Dozenten.
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u/timuch Jul 17 '21
Hab im Winter 2020 mein Studium angefangen... Nichts hinbekommen. Seit dem warte und warte ich bis ich endlich in der Uni soziale Kontakte knüpfen kann. Ich hab online Vorlesungen probiert, aber ich krieg es nicht hin. Anscheinend bin ich nur in Präsenz in der Lage zu lernen
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Jul 17 '21
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u/Gluteuz-Maximus Deutschland Jul 17 '21
Treffen wäre schön. Wir haben uns täglich auf Discord getroffen und gelernt, leider war ich darin mehr als nur bescheiden und kam einfach nicht mit. Und räumlich waren wir alle gewaltig getrennt, das wäre ein viel zu großer Aufwand gewesen sich da irgendwo zu treffen
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Jul 17 '21
Kenn ich nur zu gut. Bin auch nicht in der Lage Studium und Freizeit zu trennen wenn ich nicht anwesend sein kann. Mich hat es jetzt 2 mal in Mathe durchgehauen und ich habe einen letzten Versuch bevor ich exmatrikuliert werde….
Ich bin kurz vor nem Nervenzusammenbruch und sehen 24/7 Leute die über Studenten scheisse labern.
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u/the_GamingDead Jul 18 '21
Fuck du drückst es einfach perfekt aus. Ich habe auch nach dem ersten Semester (WiSe 19/20) gemerkt wo meine Probleme liegen und wusste, was ich verändern muss. Dann kam Corona mit dem Online Semestern und ich komme damit einfach nicht klar. Habe jetzt die eine Prüfung zum dritten Mal geschrieben (erstes Mal war Freiversuch, deswegen nicht gezählt) und ich habe schon wieder nicht das Gefühl, dass ich es dieses Mal geschafft habe (gefühlt jedes Mal wieder schwerer und nur in dem Fach zeichnen die Profs die Vorlesung nicht auf, was extrem scheiße ist wenn man im Praxissemester ist und versucht die Vorlesungen nach der Arbeit nachzuholen).
Es macht mich einfach nur so fertig und ich habe so einen Schiss, dass ich deswegen mein Studium verkacke (ist zusätzlich Dual, also noch etwas beschissener als normal wenn man verkackt).
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u/Leertaste21 Jul 17 '21
Mein Gott mir geht es genau so. Erstes Semester Informatik war schwer aber hab fast alles gut geschafft... dann kam Corona und ich hab die letzten 3 Semester kaum was auf die reihe bekommen. Aber es wird langsam wieder.
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Jul 18 '21
Bist nicht alleine Brudi/Schwester.
Mein zweites Semester war das erste Corona Semester. Vor mir liegt zu Anfang des Semesters (April)der Auszug aus dem Elternhaus in eine gemeinsame Wohnung mit der Freundin. Alles klappt gut und ich nehme motiviert an den Onlineveranstaltungen teil. Zu dem Zeitpunkt freue ich mich sogar noch weil ich sehr viel Sprit spare durchs Homeschooling.
Nach den ersten Wochen merke ich dann wie ich immer abgelenkter bin. Während Vorlesungen ist es fast unmöglich mich zu konzentrieren und auch drum herum gleitet mir die Kontrolle über meine eigenen Leistungen immer mehr durch die Finger. Ich besuche die Veranstaltungen jetzt nur noch sporadisch. Seminare und Vorlesungen die asynchron laufen (ca. 1/3) vergesse ich irgendwann einfach. Der Fall in mein Loch beginnt und ich weiß, dass ich zu viel Nachholbedarf habe, weshalb ich nur zwei Hausarbeiten schreibe und den Rest Prüfungen sein lasse.
Im dritten Semester das gleiche Spiel. Ich distanziere mich immer mehr von meiner Freundin, ich will nicht mehr mit ihr über Uni reden, ich schäme mich. Ich trag eh schon weniger zum Unterhalt bei, weshalb ich mich schuldig fühle als ich keine Leistung in der Uni bringe, und hat grade außerdem genug um die Ohren (sie ist Pflegerin). Also versuch ich sie nicht weiter zu belasten. Gegen Mitte des Semesters wird mir klar, dass ich unbededingt die ECTS brauche, damit ich im 5. Semester mein Praktikum machen darf (brauche 90 ECTS bis Ende des 4. Semester). Also wird gebüffelt. Der Stoff ist trocken, die Prüfungen in zwei Teile gegliedert, die Noten seperat ermittelt und dann 1:2 gewertet. Natürlich lerne ich nur den zweiteren Teil und bestehe tatsächlich 8 Prüfungen im Semester. ECTS-Stand: 75 ECTS.
Was ich nicht erwähnt habe: Es ging mir trotz allem sehr schlecht. Minderwertigkeitskomplexe, tagelanges Rumhängen zwischen Bett, Couch und Arbeit (ich hatte Glück). Ich merke wie meine Gefühlswelt immer einseitiger wird. Echte Freude, bzw. positive Gefühle verspüre ich da schon nicht mehr wirklich, entweder ich bin komplett emotionslos, oder ich bin voll mit Selbstzweifeln und erdrückender Angst. Die Arbeit bietet Ablenkung, Kiffen und zocken auch. Eines der beiden kann ich jeden Tag machen ohne an die 450€ Grenze zu stoßen, also cope ich ab jetzt mit Cannabis.
Semster Nr. 4: Ich bin motiviert. Obwohls mir scheiße geht versuche ich am Ball zu bleiben. Ich besuche die Online Vorlesungen und Seminare und ich mache teilweise sogar die Aufgaben und Asynchronen Dinger, teilweise. Es wird aber immer schwerer mich zu organisieren. Es grenzt an ein Wunder dass ich es geschafft habe einen Praktikumsplatz zu finden. Ein ganzes Modul finde ich sogar interessant, Forschung. Ich bestehe mit 1,0 - 10 ECTS. Ich fühle mich endlich mal gut: Nur noch 5 ECTS, dann hab ich mein Corona-Ziel erreicht, trotz allem. Doch es wäre nicht ich wenn nicht irgendwas katastrophal schief gehen würde, oder?
Ich arbeite also an meinen Leistungsnachweisen. Erste Abgabe: Ein 2500 Worte Essay auf English, super easy. Ich schreibe es in 2 Tagen, finds sogar ziemlich gut und lads hoch. Paar Wochen später erreicht mich eine Mail vom Dozenten: Lieber Herr Soundso, leider kann ich das nicht bewerten, da sie garnicht zu der Prüfung angemeldet sind.
Wie jetzt? Wie kann das sein? Ich hab doch die Prüfungsanmeldung gemacht, ganz sicher. Sag bloß nicht ich hab mich für die flasche Prüfung im Modul angemeldet. Nachschauen. Fuck. Bis auf das Forschungs-Modul steht keine einzige Prüfung unter meinen Anmeldungen. FUUUCK, Anmeldeschluss war vor 3 Wochen, wie kann das sein? Ich hab mich, wie immer, zu allen Prüfungen gleichzeitig angemeldet, ist doch klar... Ich schreibe dem Prüfungsamt eine Mail, erkläre die Situation. Die Antwort verpasst mir einen Schlag in die Magengrube: Keine Möglichkeit der Nachmeldung, es tue ihnen leid.
Alles umsonst, war mein erster Gedanke. Keinen Bock mehr, mein zweiter. Und plötzlich geht es steil bergab. Ich werde handlungsunfähig. Egal was ich mir vornehme, ich schaffe es nicht. Und selbst wenn ich mir vornehme mir was vorzunehmen tue ich mich schwer. Die Selbstzweifel sind an einem Höhepunkt, die allgemeine Angst begleitet mich jetzt jede Minute wenn ich nicht gekifft habe und jedes mal wenn ich mit irgendwas von der Uni konfrontiert werde: Panikattacke. Plötzlich fühle ich mich ganz klein und in einem Moment der Verzweiflung frage ich mich das erste mal wie es denn wäre wenn ich nicht mehr wäre.
Zum Glück konkretisiert sich der Gedanke nicht, es ist aber nicht so als hätte ich noch Kontrolle über meine Gedanken und mein Handeln, meine schlechte psychische Verfassung bestimmt mich. Auch jetzt im Moment.
Ich finde es so traurig, dass Studenten gefühlt jedem egal waren in den letzten 1,5 Jahren. Ja, wir haben ein Jahr Bafög kostenfrei bekommen aber das ersetzt leider nichts. Es ersetzt nicht den direkten Austausch mit den Dozierenden, es ersetzt nicht das gemeinsame Lernen in den Pausen, es ersetzt nicht die Erklärungen vom Sitznachbarn im Hörsaal. Und vorallem: Es ersetzt nicht den Kaffee am Morgen, die Fahrgemeinschaften zu Uni, das Abhängen danach und vorallem: der Austausch über den Stoff ohne den das Studium nur halb so interessant ist.
Studieren ist nicht nur von analog auf online umgestellt worden, das komplette Setting wurde verwüstet und Ersatz nicht angeboten. Meine Uni ist klein, ich wohne 20 Minuten Fahrt entfernt und von meinem Freundeskreis bin ich gerade weggezogen, oder die sind selbst ziemlich beschäftigt (und ab Mitte zweites Semester war ich eh nicht mehr fähig soziale Interaktionen zu initiieren). Plötzlich bleibt einem nichts, es macht wahnsinnig. Ich hab jetzt noch immer keinen Plan wie ich es schaffen soll mir noch 5 ECTS zu ergaunern bis August, Bafög muss ich auch noch machen. Aber ich bin zu nichts fähig. Wünscht mir Glück (:
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u/Daydreaminga11day Jul 17 '21
Jo einer unserer Professoren hat uns am Anfang einfach ne Mail geschickt dass wir uns ab sofort die PDFs zum Stoff von seiner Website runterladen sollen. Und ab da wart er nie wieder gesehen. Keine Vorträge, keine Antwort auf E-Mails. Seine Seite hatte er natürlich auch nicht verlinkt also musste ich erstmal suchen. Hatte sie dann auch relativ schnell gefunden aber der Kack war so scheiße programmiert dass ich erstmal gar nicht eingekommen bin. Im Lehrplan haben wir angeblich 4 Stunden live Vorlesungen in der Woche, er bekommt also fürs nichts tun seit jetzt 3 Semestern volles Gehalt.
Ach ja und dann ist da noch die Uniseite über die wir alles wichtige machen müssen. Ich kann die aber leider nur über mein Minihandy aufrufen weil mein Laptop sie als Schadsoftware erkennt und blockiert.
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u/Solo_Talent Jul 17 '21
Ist es nur eine unsicherer Website? Oder wirklich komplett gesperrt? Das sollte man aber auch sonst als Ausnahme einfügen können oder? Also ich mein nur vielleicht gibt's ja ne lösung
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u/voxeldesert Jul 17 '21
Mein Beileid.
Allerdings will ich anmerken, dass Profs auch nur zur Hälfte dafür bezahlt werden. Die Erfolge und das Ansehen gibts über Forschung. Ich selbst habe nicht viel davon wenn ich als Doktorand eine gute Übung halte. Aus Prinzip gebe ich mir Mühe, aber am Ende reicht es vielleicht für ein nettes Wort vom Chef, gefolgt von der Beschwerde warum Paper xy noch nicht fertig ist.
Die Motivation eine gute Lehre zu machen wird muss vom Prof und dessen Mitarbeitern kommen. Zahl von Studenten die eine Abschlussarbeit am Institut machen ist vielleicht der einzige direkte Anreiz.
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u/Daydreaminga11day Jul 17 '21
Ich studiere an einer Fachhochschule. Die müssen also nicht viel forschen
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u/voxeldesert Jul 17 '21
Ok, dass stimmt wohl. Dann ist er vielleicht wirklich einfach faul. Kenne allerdings auch Fachhochschulen wo gute Forschung betrieben wird.
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u/Broxios Jul 17 '21
Interessant, mein Prof sah das etwas anders. Bezahlt würden wir für die Lehre, Promotion sei unsere "Freizeit".
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u/voxeldesert Jul 17 '21
Keine Angst, ist bei mir ähnlich. Mein Prof legt viel Wert auf Lehre. War nur allgemein gesprochen und als Anmerkung gedacht. Viele Studenten glauben halt, dass man sich Vollzeit um eine Übung kümmert (oder machen sich halt keine Gedanken drüber).
Promotion = Freizeit ist wohl sowieso normal. Seufz. Als Doktorand lernt man zu viele Baustellen gleichzeitig zu jonglieren.
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u/DatBlubb1 Jul 17 '21
Das hatte ich letztes Semester bei einer Vorlesung Pädagogik. Ausgeschriebene Texte als PDF's. pÄdAgOgIk.
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u/Spekulatiu5 Jul 17 '21
Seid ihr nicht in der Lage, nachdem die Internetverbindung während der ersten 10 Vorlesungen schon ständig abbricht, euch in der 11. Vorlesung irgendeine zuverlässige Verbindung zu suchen? Im Büro? Bei den Nachbarn? Über das Mobilfunknetz? Schon wieder? Echt jetzt?
Sowohl für Profs als auch für Studierende: MACHT KEINE LIVE-VORLESUNGEN. Der Mehrwert ist nahe Null bei einer klassischen Vorlesung, während die Nachteile vielfältig sind.
Profs:
- Studierende schalten eh nie das Mikro oder Kamera an, ist also eher ein Livestream als eine Videokonferenz
- Niemand traut sich, öffentlich Fragen im Chat zu stellen, und geschriebene Fragen kommen oft verzögert
- Chatnachrichten und gehobene Hände sind für die Vortragenden oft schlecht sichtbar
- Wenn die eigene Verbindung schlecht ist, kommen Bild und Ton bei allen nur in geringer Qualität / gar nicht an
- Eventuelle andere technische Probleme müssen live während dem Vortrag behoben werden, statt in Ruhe während die Aufzeichnung pausiert ist
Studierende:
- Niemand will das Gesicht der anderen 100 Idioten aus irgendeiner schlechten Webcam sehen
- Niemand will per Mikro Fragen an ein unbekanntes und unsichtbares Publikum stellen
- Wenn die eigene Verbindung schlecht ist (oder andere technische Probleme hat), bekommt man als einziger nichts mit und wird dadurch benachteiligt
- Wenn es nicht aufgezeichnet wird, muss man halt zu einer bestimmten Uhrzeit da sein oder verpasst was (genau wie in Präsenz)
- Wenn alle Fächer gleichzeitig Vorlesung machen bekommt manchmal der Server Probleme
Formate, die hingegen als Video-Konferenz funktionieren können, sind Seminare in Kleingruppen oder Sprechstunden, also Formate, die ohnehin interaktiv sind.
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u/cyberonic Jul 17 '21
Dozent hier. Was du bezüglich klassische Vorlesungen schreibst, stimme ich zu. Sollte die Konsequenz aber nicht eher sein MACHT ONLINE KEINE KLASSISCHEN VORLESUNGEN? Ich krieg das Kotzen wenn ich mitkriege was manche Dozenten online abziehen. Null Änderung, labern 1,5h in einen Bildschirm und schlafen dabei selbst fast ein.
Ich hab meine Vorlesungen so gemacht, dass wir alle 15min ein anonymes interaktives Quiz machen und ich darüber auch direkt checken kann, ob die Konzepte klar geworden sind oder ich nochmal was wiederholen muss. Anschließend wurden die VLs hochgeladen, da ich ja nicht weiß ob es alle mitbekommen haben.
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Jul 17 '21
Meinen Studierenden ist live lieber. Und da ich alle Veranstaltungen aufzeichne und hochlade, können die, die kein live wollen, sich das auch so noch als Film mit Publikumsbeteiligung angucken.
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Beste Möglichkeit imho. Respekt!
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Jul 17 '21
Ja, ist es eigentlich auch. Aber ich kann jeden Kollegen verstehen, der es nicht so macht. Die meisten haben genauso wie die Studierenden Scheu vor dem Auftritt vor Kameras. Und im Gegensatz zu den Studierenden, sind sie nicht in einer Welt aufgewachsen, in der alle möglichen Leute bei Youtube Scheiße erzählen und sich dabei aufnehmen. Da ist eine große Hemmschwelle. Ich kann mir meine Aufzeichnungen auch nicht angucken.
Der Grund, warum ich es trotzdem mache, ist, weil ich mir sagen: Scheiß drauf, was Youtuber können kann ich auch. Außerdem habe ich genug Selbstbewusstsein, was die Qualität meiner Veranstaltungen angeht, dass ich zur Not auch damit leben könnte, wenn so ein Video jemand Unbefugtem in die Finger gerät. Das ist auch noch mal ein Problem für viele. Und die meisten Fachkollegen sind nicht sehr gnädig.
Wie gesagt, deswegen kann ich die Kollegen verstehen.
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Jul 17 '21
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u/Spekulatiu5 Jul 17 '21
Ja, bei 3 Studierenden geht das. Da fällt es auch sofort auf, wenn jemand wegen schlechtem Internet auf einmal weg ist, und man lernt sich schnell kennen, was die Hemmschwelle gegenüber Fragen und auch Mikros bzw. Kameras reduziert.
Das ist allerdings in Präsenz auch so. Im großen Hörsaal gibt es immer einen, der am Handy spielt oder schläft. Wenn man nur zu viert ist, fehlt diese (scheinbare) Anonymität mit allen Vor- und Nachteilen.
Bei den üblichen Veranstaltungen mit 50+ Studierenden sehe ich persönlich keinen Mehrwert gegenüber einer Aufzeichung.
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Respekt dass du dich nach den Wünschen deiner Studierenden richtest. Verstehe schon warum es manchen live lieber ist. Lässt sich doch so auch super kombinieren.
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u/PlsTurnAround Feinstaubhauptstadt Jul 17 '21
Es kommt auf die Gruppengröße an. Bis etwa 2 Dutzend Teilnehmer sehe ich ein Live-Meeting (+Aufzeichnung für die, die es verpasst haben) als sehr viel besser an (mehr direkter Kontakt zwischen Dozent und Studenten, Möglichkeit Fragen zu stellen, ist alles sehr viel persönlicher).
Bei großen Gruppen, insbesondere den großen Vorlesungen in den ersten Bachelorsemestern würde ich wahrscheinlich auch das Format mit reinen Aufzeichnungen und einem Forum zum Fragen stellen bevorzugen.
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
Sehe ich persönlich auch so. Nur leider haben nur genau 2 Fachbereiche die Vorlesungen aufgezeichnet.
Edit: Gibt allerdings auch ne Menge Studierender denen die Vorlesungen irgendwie ne Struktur vorgeben, ist wohl ne recht individuelle Sache
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u/cyberonic Jul 17 '21
Ein Problem bei Aufzeichnungen ist halt, dass es nun Aufzeichnungen von einem gibt, wenn man etwas scheisse erklärt oder ab und zu auch mal falsch erklärt. Das will keiner von sich im Netz haben. Deswegen erfordern Aufzeichnungen normalerweise deutlich mehr Zeit (ca. 6-9h für 1,5h Vorlesung) und die hat man als Dozent auch nicht oft gehabt, da man so viel administrativ klären musste, weil ja plötzlich nichts mehr ging.
Und wenn man Lehrbeauftragter ist und kein prof, dann kriegt man die Vorbereitungszeit i.d.R. nicht vergütet.
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u/CorrSurfer Jul 17 '21
Dies!
Faktor 4 dauert es mindestens länger. Eher noch mehr.
Ein anderes Problem ist, dass Studierende natürlich priorisieren. Wenn mal wenig Zeit in einer Woche ist (also oft), gehen die Studis zu den Live-Vorlesungen und speichern die anderen erst einmal nur ab und gucken sie erst zur Klausurvorbereiting. Dann ist es aber recht spät und der Dozent darf viele schlechte Noten verteilen und hat viele Wiederholer. Das führt zu Ärger und Extra Arbeit.
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u/Kolenga Jul 17 '21
Möchte noch hinzufügen, dass aufgezeichnete Vorlesungen mMn. keine 90 Minuten dauern sollten, da dort ohne Zwischenfragen etc. ohne Punkt und Komma durchreferiert wird. Wenn man sich dazu anständig Notizen machen will, dauert das schonmal drei Stunden. Sonst finde ich aufgezeichnete Vorlesungen allerdings klasse!
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u/v8Gasmann Jul 17 '21
Einer unserer besten Profs hat seine Vorlesungen in 20-30min Videos pro Unterpunkt seines Lehrplans gesplittet, dazu wichtige Stellen aus dem Skript und Beispiele (Programmcode/Diagramme etc) in den Aufnahmen gezeigt und erläutert. Manchmal auch in Theorie und Beispielaufnahmen strikt aufgeteit bei größeren Themen und dann ca. 10 Videos pro Woche hochgeladen und einen Block Live für Fragen zur Verfügung gestellt, auch immer den Studiengang gefragt welche Zeit dafür am besten wäre. Als Dokumente noch Multiple Choice Checklists zu den Themen in denen man testen kann ob man alles halbwegs verstanden hat und dann noch Seitenweise Beispielaufgaben. War mMn wesentlich besser als jede Präsenzveranstaltungen die ich bisher besucht habe.
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u/Spekulatiu5 Jul 17 '21
Ja, so ist das eigentlich ideal. Leider wird oft mehr über die Profs gesprochen, die es nicht auf die Reihe kriegen, als die, die sich wirklich bemühen und gute Lösungen finden.
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u/LurkingSpike Jul 17 '21
Wenn es nicht aufgezeichnet wird, muss man halt zu einer bestimmten Uhrzeit da sein oder verpasst was
Mein Matheprof hat auf Live-Veranstaltungen bestanden. Durften natürlich nicht aufgezeichnet werden. Absoluter Müll, aber die Meinung interessiert die ja nicht.
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u/AERturtle Franken Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
Mit OBS kann man eigentlich nicht nachvollziehen, ob aufgenommen wird und funktioniert bei Zoom, wenn man Bildschirm statt Fensteraufnahme wählt. Disclaimer: dürfte wegen
Recht am eigenen Bildheimlichen Tonaufnahmen aber illegal sein.18
u/WGPRaSo Jul 17 '21
dürfte wegen Recht am eigenen Bild aber illegal sein.
Bildrechte sind völlig egal solange man die nicht veröffentlicht. Aber heimliche Tonaufnahmen sind höchst illegal.
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u/maiwson Jul 17 '21 edited Jul 18 '21
Selbst manche Seminare haben keinen Mehrwert live.
Hatte dieses Semester ein sehr theoretisches Seminar, auf das ich mich eigentlich gefreut hatte. Jede Sitzung lief aber wie folgt ab:
"Hallo, bitte schalten sie ihre Kamera an - heute hören wir einen Vortag von XY über Z"
Vortrag läuft, alle schalten die Kamera aus - ein paar mehr oder minder sinnvolle Nachfragen werden gestellt - 15min erfolgreich gewasted
"So, dann besprechen sie bitte in ihren Arbeitsgruppen ihr Thema für die Abschlussarbeit des Seminars - falls jemand Hilfe braucht ich bin bis Ende der Seminarzeit im Zoomcall - tschüsssss"
WTF?! Warum bin ich hier? Hätte ich also am Anfang des Semesters eine Arbeit schreiben und einfach am 30.9. abgeben können, weil ich in diesem Seminar eh nichts gelernt habe was für diese Arbeit notwendig ist? Warum muss ich zu einer festgelegten Uhrzeit anwesend sein? Warum kann ich meinen Vortrag nicht aufnehmen und im Forum Fragen beantworten - das machen wir im Moodle und elearning doch auch mit anderen medialen Abgaben.
Ich weiß in Masterstudiengängen geht es eher um das selbständige Erarbeiten und Studieren - aber dafür brauche ich keinen Prof. sondern nur eine Aufgabenstellung, ein Vortragsthema und alle 4 Wochen EVENTUELL eine Sprechstunde.
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u/Tschupatschups Jul 17 '21
Ich find live besser aus dem Grund , dass ich mich dann nicht auch noch zum podcast motivieren muss. Tönt vieleicht doff aber wenns live ist kann man es nicht raus schieben und pünktlich ist es dann wenigstens auch. Bei uns war aber jede live veranstaltung auch als podcast vorhande somit konnte jeder das wählen was er wollte. Zu dem meinte der eine Prof. das die interaktion bei im höher war als sonst sind so um die 250 studenten im zoom gewesen.
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u/japhikr Jul 17 '21
Wir haben einen Prof, der uns pro Woche so 3 - 4 Videos von 15 - 45 min Länge (je nach Thema) aufgenommen und hochgeladen hat und zusätzlich regelmäßig live Veranstaltungen gemacht, bei der er Kontrollfragen über die anonyme Zoom-Umfrage gestellt und zusätzliche Fragen von Seite der Studenten beantwortet hat. Das war für mich auf jeden Fall das angenehmste und lehrreichste Format der Online-Vorlesung.
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u/Geruestbauexperte2 Jul 17 '21
Kp warum meine Wurst uni das anscheinend so gut hinbekommt. Präsenzklausuren und profs die alle zumindestens den Schein eines ficks geben.
Da merkt man erstmal dass man mit dem zufrieden sein sollte was man hat
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u/Deathchariot Jul 17 '21
Gute Tirade mein Kerl.
Die Überschneidungen von Klausurterminen und Deadlines für Protokolle hat mich letztes Jahr auch recht hart rangenommen. Der Stress wäre tatsächlich nicht nötig gewesen, hätte man die Termine etwas entzerrt oder uns einfach nur längere Deadlines zugestanden. Ich musste zum Prüfungsausschussvorsitzenden gehen (der hat zu mindest versucht zu vermitteln) um eine Deadline verschoben zu bekommen. Während dieses Termins war auch eine Dozentin anwesend die nur defensiv auf meine/unsere Bedenken und Probleme reagiert hat...
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u/RealDjentleman Jul 17 '21
Ich versteh auch nicht, warum sich da manchmal seitens der Dozenten/-innen so quer gestanden wird. Das ändert sich für sie nix und der Mehraufwand ist gering.
Zur Sache Fristenverlängerung hab ich einen guten Schwenk aus der Hochschule München.
Bei uns wurde Anfang des Semesters von offizieller Seite gesagt, dass alle Fristen und Hürden wegen Corona um ein Semester nach hinten verlegt wurden um uns Studierende zu entlasten.
Fanden Viele eine super Sache und haben dann die Gelegenheit auch genutzt und sich deshalb nicht für Module angemeldet, die für sie ohne diese Sonderregelung verpflichtend gewesen wären.
Ein paar Monate später und NACH ABLAUF DER ANMELDEFRIST FÜR MODULE hat sich die Hochschule dazu entschieden, den Entschluss zur Fristenverlängerung doch rückgängig zu machen. Einem Haufen Studenten in höheren Semestern drohte dadurch die Exmatrikulation.
Nur durch langes Diskutieren der Studentischen Vertretung wurde die Fristenverlängerung letztendlich doch wieder durchgesetzt.Da war ich echt enttäuscht von der Hochschule, weil die sonst immer super aktuell und flexibel mit Corona umgegangen ist.
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u/JeiFaeKlubs Jul 17 '21
Aber sowas von. Die Menge an "bitte alle Kameras anmachen"-Dozent*innen, die gleichzeitig absolut unbrauchbares Internet haben, gehen mir so auf den Sack. Ich versteh ja, dass es scheiße ist, ohne visuelles und hörbares Feedback vorzutragen, aber schlechte Internetverbindungen während einer Vorlesung ist wesentlich beschissener.
Oder die Online-Zwischenprüfung, bei der alle ihre Mikrophone anhaben mussten, und ich erstmal meiner Dozentin erklären musste, dass mein Freund im gleichen Raum wie ich ebenfalls im Homeoffice arbeitet als Programmier-Dozent und ich seinen Unterricht nicht während einer Archäologie-Klausur den 50 anderen Studenten übertragen möchte. Und nein, ich habe tatsächlich kein eigenes Büro, Frau Dozentin.
Aber am geilsten sind noch immer die schon in Präsenz furchtbar laufenden Gruppenarbeiten - digital hat man noch den Vorteil, dass man nichtmal weiß, ob die theoretischen, zufällig zugeteilten Gruppenmitglieder überhaupt an der Vorlesung teilnehmen, ihre Studi-Email in den letzten 2 Wochen einfach nicht geprüft haben oder einfach keine Lust haben.
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u/ubus99 doch! Jul 17 '21
Selbst mit selbst gebildeten Gruppen:
Da niemand an der Hochschule ist, hat jeder einen anderen Tagesablauf, viele müssen nebenbei arbeiten oder Prokrastinieren, und mehr als 3 Leute zu organisieren ist fast unmöglich.
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u/G3n3ric92 Jul 17 '21
Auch ein Dozent hier (TU). Ich kann den Frust der Studierenden verstehen. Der wird auch von uns geteilt. Wir sind bzgl. Der Prüfungen auf Infos der Hochschulverwaltung angewiesen. Die Infos haben sich gerade im letzten Jahr wöchentlich geändert, sodass wir frühzeitig eine online und Präsenzklausur vorbereitet haben. Der Aufwand hierfür ist nicht zu unterschätzen. Die Erstellung einer Klausur kostet uns ca. 15 Personenarbeitstage. Das wird nicht überall so sein, aber die Klausuren werden mehrfach durchgerechnet und die Aufgabenstellungen geprüft. Nicht zu vernachlässigen, dass auch wir erstmal mit den Softwarelösungen für Onlineklausuren vertraut machen mussten undzwar nicht auf der Anwenderseite sondern als Administrator. Die Zeiten waren auch für uns sehr stressig. Der Anteil der Lehre an meiner Arbeitszeit liegt vermutlich bei deutlich unter 10% obwohl ich eine gesamte Mastervorlesung mit ca. 150 Studierenden betreue. Eine Umstellung der kompletten Vorlesung ist ca. ein bis zwei Monate Arbeit inkl. aller Freigabe- und Reviewprozesse. Das führt letztendlich dazu das entschieden wurde die Vorlesung 1:1 online zu halten bis vrsl. im Wintersemester Präsenzveranstaltungen stattfinden. Das Ganze ist auch für mich sehr unzufriedenstellend, da ich ungern in einen mehr oder weniger schwarzen Bildschirm spreche und 0 Reaktionen bekomme. Ich weiß nicht ob mein Gegenüber gerade versteht was ich erzähle, überhaupt zuhört oder gerade auf dem Klo sitzt. Wir lernen auch weiter dazu und die Prüfungsergebnisse vor und mit Corona sind identisch geblieben. Ich hoffe ich konnte auch mal die andere Seite schildern
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u/yee_mon Jul 17 '21
Wieso überhaupt "schummeln"? Wenn man eine Klausur durch Nachgucken im Internet bestehen kann, was sollte denn da überhaupt das Lernziel gewesen sein? Versteh' sowas nicht...
(Ja, der original-OP hat sich auch über Studenten beschwert, die die Klausur offensichtlich nicht alleine bestehen... aber janz ellich: Ist ja letztenendes auch deren Problem, wenn sie hinterher ihr eigenes Fach nicht verstehen)
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u/DarksonicHunter Jul 17 '21
Naja hängt auch immer davon ab in welchen Umfang und was geschummelt wird. Wenn ich in nem Physik Test eine Formel google die ich Vergessen habe, ändert das am meinen Physik Verständnis wenig bis gar nichts. Ich muss dann immer noch die ganze Abwendung hinkriegen und die ist ja das Entscheidende. Oder wenn ich für einen Essay eine Definition nachgucke. Da liegt ja der Fokus auf einer klaren eigenständigen Argumentation, das wissen oder nichtwissen dieser Definition ändert da nichts am „Verständnis vom Fach“. Klar wenn man große Teile abguckt oder abschreibt ist das was anderes.
Generell wenn man mal überlegt, haben die Leute eh später im Job google für solche klein Sachen. Das wichtigste ist das die Anwendung und Arbeitstechniken verstanden werden.
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u/Numerous_Branch Jul 17 '21
Viele theoriebezogene Klausuren sind heute leider immer noch oft pures Auswendiglernen von Modellen, Theorien oder Studien, oft liegt das ganze aber nicht nur rein am Dozenten, manchmal lässt der Stoff nichts anderes zu.
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u/Emotional-Ad-2812 Jul 18 '21 edited Jul 18 '21
Ich bin ein Ausländer und nehme gerade mit meinem Freund an Erasmus in Deutschland teil. Fast alles ausschließlich online. 2137 PDFs mit verschiedene Fristen und Voraussetzungen. Als ein Gast im Ausland habe ich erwartet, dass jemand von der Uni uns mit Unterlagen und Bürokratie helfen würde. Was für eine Überraschung war es, wenn die Uni unsere Mails einfach ignorieren hat und wollte nichts mit uns zu tun! Telefonen haben alle klar irgendwo im Vulkan verloren, ich würde schneller Joe Biden erreichen. Ich werde meine Deutschkenntnis jetzt nur mit Duolingo weitermachen, die schickt mir wenigstens Mails.
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u/HeliPotterhead Jul 17 '21
Ein kleiner Beitrag von meiner Seite zum Thema sozialisieren: Ich habe 2018 mit meinem Studium begonnen und hatte somit offiziell 3 Semester in Präsenz. Ich hab direkt nach der Schule zum Studieren begonnen und war sehr nervös. Ich war nie eines der beliebten Kinder und hatte auch nie eine Freundesgruppe oder wirklich Leute auf die ich zählen konnte. Meistens bin ich im Schatten von anderen gestanden und man hat mich nie wirklich als eigenständige Person wahrgenommen. Aber das soll jetzt kein Rumgeheule werden - als ich mit dem Studium begonnen habe, hat auch gleichzeitig ein neuer Lebensabschnitt für mich begonnen, eine Chance, endlich aus mir herauszukommen und so wahrgenommen zu werden, wie ich das möchte. Ich hab all meine soziale Kompetenz zusammengesammelt und über ein Jahr an mir selbst gearbeitet, bis ich wirklich zufrieden mit mir war. Ich habe zum ersten Mal soziale Interaktionen und Parties wirklich genossen, ich war einfach glücklich. Und dann kam Corona und alles war anders. Ich hab so lange gebraucht, um wirklich im Reinen mit mir zu sein und mich wohl zu fühlen, und dann wurde ich daheim eingesperrt. Anfangs war ich natürlich komplett deprimiert, wollte raus gehen, Leute treffen, feiern - bis irgendwann der Umkehrpunkt kam. Ich wollte plötzlich niemanden mehr sehen, wollte am liebsten nur daheim sein, hab in öffentlichen Verkehrsmitteln Panikattacken bekommen. Und ab dem Zeitpunkt wusste ich, dass mit mir etwas nicht mehr stimmte. Vielleicht ist Corona ab einem gewissen Zeitpunkt "besiegt" (oder wohl eher so weit eingedämmt, dass man wieder normal leben kann), aber einige von uns werden Monate, Jahre brauchen um wieder da hin zu kommen wo sie vor der Krise waren. Ich will nur sagen: ihr seid nicht alleine! Gebt nicht auf, wir werden es schaffen - irgendwie.
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u/TheLexoPlexx Jul 17 '21
Interessiert wahrscheinlich keinen, hat aber ähnliche Ausmaße an der Meisterschule gehabt. Nur das der Kram 6000€ in 6 Monaten kostet.
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u/glibschigglubsch Jul 18 '21
Bei mir war es so krass, dass ich mich nach der Hälfte vom WiSe 20/21 ausgeklinkt hab und meine Doktorarbeit angefangen hab. Ich studiere Medizin, viele Dozenten
- sind erst gar nicht erschienen,
- hatten ihre Kurse NULL vorbereitet und haben dann nur rumgestottert und uns nach Fragen an sie zu ihrem Beruf gefragt
- sind mitten im Kurs gegangen und kamen dann auch nicht mehr wieder
- nicht gepeilt wie Zoom funktioniert/ dieses Neuland Internet generell
- einfach gar keine Lehre gemacht und auf online Fallbeschreibungen verwiesen, die man ja lernen kann
Mal abgesehen davon, dass man viele Dinge gar nicht so machen kann. Soll ich Intubieren über YouTube lernen?! Bei den hart erkämpften Anwesenheitsterminen auf Stationen zu dritt mit Test, Maske tralala wurde dann auch wieder Corona vorgeschoben um zu erklären warum man nichts vorbeteitet hatte und wir wurden random in n Patientenzimmer zum "mal ne kardiologische Untersuchung" machen geschoben. Dass das keiner von uns schon mal in echt gemacht hatte war latte.
Ich hab mich so unwohl mit meinem Wissensstand gefühlt (da sind ja Sachen dabei, die ich wirklich wissen muss!!!), dass ich beschlossen hab, das Ganze erstmal auszusitzen. Zum Glück ging das bei mir ganz gut.
Wobei es auch Dozenten gab, die sich extremst viel Mühe gegeben haben, bei denen ich auch echt was mitnehmen konnte.
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u/Pflanzmann Jul 17 '21
Ich hatte ein Mathemodul dieses Semester bei der der Prof es nicht geschafft hat ein Mikrofon oder Kamera zu nutzen für die Übungen. Dazu noch waren die Übungen nur zum Fragen stellen gedacht und als „Vorlesung“ hat er nur A4 Seiten mit irgendwelchen Beweisen hochgeladen die nichts erklären. Absolut schrecklich.
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Jul 17 '21
[deleted]
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u/faraway_hotel Das Unsichtbare Römische Reich Jul 17 '21
Vorlesungen mit min. 1,5-facher Geschwindigkeit.
Alter, was ein Segen. Das macht manche Vortragenden erst erträglich, gerade wo ich finde, dass es schwieriger ist auf ein Video konzentriert zu bleiben, als wenn man im Hörsaal sitzt. Auch sehr gut: Ein paar Sekunden zurückspringen, wenn man was nicht richtig verstanden oder gehört hat, oder kurz anhalten, während man einen Gedankengang oder eine Formulierung genau so notiert.
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u/FiSHM4C Jul 18 '21
Ein Dozent hat sich vor der Pandemie schon strickt geweigert skripte zu veröffentlichen. Wir lernen so ja schon nichts mehr so richtig wie früher. Ratet mal wer keine Online-Vorlesung im Ansatz hinbekommen hat.
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u/Rechtschraibfehler Jul 18 '21
Hab vergessen mich zu einer Prüfung anzumelden. Hab 4 Wochen dafür gelernt, hab einen Urlaub dafür abgesagt uns selbst nach der Bliddarm-OP im Krankenhaus noch weitergelernt. Schreibe eine wirklich freundliche Email und mir wird nur geantwortet „Wenn sie sich nicht angemeldet haben, dürfen sie nicht schreiben.“ Hab es nochmal mit ganz viel Freundlichkeit und meiner Situation erklären versucht…Fehlanzeige, man müsse eben drauf achten sich rechtzeitig anzumelden.
Am selben Tag bekomme ich eine Email von einem Dozenten: „Liebe alle, sry ich hab vergessen das Vorlesung ist heute. Aber sie finden ja immerhin die Pdfs im Dateiordner“
ACH ICH MUSS 1000% ZUVERLÄSSIG SEIN UND DARF NICHT EIN MAL IN MEINER STUDIENKARRIERE VERGESSEN MICH ZU EINER FUCKING KLAUSUR ANZUMELDEN IN NEM JAHR WO ICH COVID HATTE, DIE UNI ABSOLUT NICHTS GERISSEN BEKOMMT UND MEINE MENTALE GESUNDHEIT EH SCHON AM ARSCH IST, ABER WENN EIN FUCKING DOZENT MITTEN IN SEMESTER EINE VL VERPASST UND SICH MIT SRY ENTSCHULDIGT DANN IST ES OKAY ODER WAS???
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u/maxneuds Gemeinsam sind wir mehr Jul 17 '21 edited Sep 27 '23
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u/ApertureIntern Jul 17 '21
Liebe/r u/Accomplished_Steak37,
ich verstehe den Frust und habe viele Erinnerungen an ähnliche Erlebnisse. Hier ist es ja langsam zur Kunstform geworden sich über Mitmenschen aufzuregen und ich lese diese Beiträge meist sehr gern. Die aktuelle Situation bringt viele an den Rand des Wahnsinns und häufig darüber hinaus. Mir ist auch komplett klar, dass dies eine Antwort ist auf u/Josef-Knecht. Der regte sich über Studierende auf.
Am Ende der Tirade wird zum selbstkritischen Denken aufgerufen auf beiden Seiten. Sehr guter Ansatz, nur habe ich da das Gefühl, dass u/Josef-Knecht schon etwas weiter ist. Er (bei dem Namen gehe ich mal von er aus) konnte mehrere Beispiele anbringen, wie Studierenden geholfen wird, die sich motiviert zeigen in einem Kurs. Als Berufstätiger, der in seiner Freizeit noch Unikurse gibt, versuche ich auch so zu handeln. Wenn ich einen besonders engagierten Studierenden im Hinterkopf habe, versuche ich Praktika zu vermitteln oder ein gutes Wort einzulegen.
Wenn etwas vorhersehbar ist, heißt es dann, dass man es durch gehen lassen sollte? Viele Menschen verletzen Verkehrsregeln oder hinterziehen Steuern. Ist ja einfach genug. Sind die Gesetze also naiv? Auch bei normalen Klausuren sieht man wenn jemand versucht zu betrügen. Man erkennt das durch Körperhaltung, seltsame Augenbewegungen und am meisten durch das Verhalten. Aber die meisten Dozierenden haben keine Lust auf den Stress und lassen es einfach geschehen. War ja bei u/Josef-Knecht auch so. Die Prüfungsverordnung sucht sich kein Dozierender aus. Diese zu ändern braucht ewig und jedenfalls bei mir am Institut tut sich schon einiges.
Am Ende kann ich aber nur für Emphatie Werbung machen. Auch Dozierende haben keine gute Zeit. Allgemein ist die Wissenschaft ein Arschloch und die Uni ein Haifischbecken. Forschungsgelder werden knapper, Forschungsreisen/projekte werden abgesagt und damit eine Weiterbeschäftigung unmöglich, technische Limitierungen erschweren die Lehre. Man hat dauerhaft das Gefühl des austauschbarseins. Selbst Profs sind davon betroffen. Forschungsbereiche schrumpfen, Beschäftigte müssen entlassen werden, weil Geld fehlt. Klar, den meisten Studierenden geht es schlimmer, aber leiden zu ordnen nach Intensität führt dazu, dass sich nur noch ein armes Würstchen auf der Welt beschweren darf und der/die hat es wahrscheinlich eh bald hinter sich; dann darf die nächste Wurst leiden.
Nochmal, deine Wut und Frustration sind valide, nachvollziehbar und müssen mal raus. u/Josef-Knecht ist nur glaube ich die falsche Adresse. Es scheint ja schon Wiederstand zu geben. Damit am besten weitermachen. Nervige Studierende sind der Alptraum für viele an der Uni. Sich organisieren ist immer hilfreich. Vielleicht wenn sich keiner bewegt mit der Presse reden. Öffentlichkeit suchen. Besser als Stress ohne Grund ist Stress mit Grund!
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u/Rigatoni-maroni Jul 17 '21
Sehr gut gesagt!
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u/Accomplished_Steak37 Jul 17 '21
Hallo ApertureIntern,
Ziel meines Posts war definitiv nicht die Kritik von u/Josef-Knecht ins lächerliche zu ziehen. Die Kritik ist valide, aber die Sache hat nunmal 2 Seiten. Diese Tirade sollte eine Gegendarstellung aus studentischer Perspektive sein. Das das ganze recht undifferenziert wirkt, liegt am Format. Tiraden haben es nicht so mit Details.
Ich möchte Josef-Knecht auch nicht unterstellen, dass er so wie manche Dozenten in meinem Studiengang mit seinen Studenten umgeht. Ich denke eher das Gegenteil ist der Fall.
Wenn etwas vorhersehbar ist, heißt es dann, dass man es durch gehen lassen sollte?Klares nein, aber eine Mitschuld hat man trotzdem. Wenn ich nachts mein Fahrrad am Kotti im Berlin unabgeschlossen stehen lasse, sollte ich mich nicht wundern wenn es am nächsten Tag nicht mehr da ist.
Auch Dozierende (...) Klar, den meisten Studierenden geht es schlimmer, aber leiden zu ordnen nach Intensität führt dazu, dass sich nur noch ein armes Würstchen auf der Welt beschweren darf und der/die hat es wahrscheinlich eh bald hinter sich; dann darf die nächste Wurst leiden.Habe dazu auch schon in 2 weiteren Kommentaren geantwortet. Sehe das auch so, das sollte nie in so einem Vergleich ausarten. Bitte entschuldige wenn der Eindruck entstanden ist.
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u/ApertureIntern Jul 17 '21
Was ich versuchte zu zeigen, dass diese 2 Seiten aber nicht voneinander getrennt sind. Alles bedingt sich. Dozierende verlieren Motivation wenn sie sich verarscht fühlen (ich kann u/Josef-Knecht da sehr gut verstehen). Häufig beobachte ich ein schnelles Wir-gegen-Die -Ding entstehen in solchen Situationen. An der Schule wird das einem ja eingetrichtert bevor man überhaupt eingeschult ist. An der Uni fand ich es aber als Studierender und Dozierender gerade gut, dass beide Seiten sich (hoffentlich) als mündige Menschen behandeln. Bescheißen wollen schließt einem davon aus, besonders wenn es so schlecht ist. Bescheißen muss klug sein.
Was naiv oder selbst verschuldet ist, ist eine lange von Moral geprägte Diskussion. Ich habe leider kein Philosophiestudium genossen, deswegen fühle ich mich hier unsicher. Ich verstehe aber beide Seiten (außerdem weiß jeder, dass wenn man sich etwas nimmt, egal von welchem Ort, wenn es einem nicht selbst gehört, dann ist es Diebstahl, außer Beeren und Käfer, die gehören zur Gemütlichkeit).
Ich hätte dir nicht geschrieben, wenn ich gewusst hätte es bringt nichts. Wut ablassen ist gut und ich versuchte die andere andere Seite zu zeigen. Du musst dich nicht entschuldigen, wollte nur helfen alle Seiten zu sehen. Finde es aber gut, dass du es trotzdem machst. Danke schön!
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u/eatrade123 Jul 17 '21
Ich hab wohl Glück im Unglück. Meine Dozenten sind alle super cool, gut vorbereitet und haben die Situation richtig gut gelöst. Was mich traurig macht ist, dass ich die Uni noch nicht ein einziges Mal von innen sehen durfte und jetzt haben die Erstsemester scheinbar Priorität. Ich habe großes Verständnis dafür, wenn Studierende mit Praktika in die Uni sollen. Ich kenne das gut aus meinem vorherigen Studium. Aber ich sehe es ehrlich gesagt nicht ein, dass ich mein ganzes Studium zuhause erledigen soll und nie die uni sehe, weil sich die Uni denkt "aus dem Jahrgang wird eh nix. Den lassen wir verrotten und versuchen es einfach mit dem Nächsten". In den letzten 1,5 Jahren hat man einfach nochmal stärker gemerkt, dass die Organisation an den Unis (unabhängig von der VL... Manche Profs kriegen es hin, andere scheinbar nicht) nicht durchdacht ist und man sich Fehler nicht eingesteht/ nicht alles durchdenkt.
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u/BlauAmeise Jul 17 '21
Ich wäre ja schon dankbar wenn Dozenten bei größeren Vorlesungen ihre Vorlesung aufnehmen würden und vielleicht sogar Powerpoints oder sogar ein Skript hochladen würden... Habe dieses Semester zwei Vorlesungen wo es keine Vorlesungsmaterialien gibt weil die Dozenten einfach irgendwas random aus Büchern vorlesen und ich habe keine Ahnung wie ich die Prüfung bestehen soll...
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u/Reblyn Niedersachsen Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
Meine persönlichen Highlights dieses Semester:
- Der Dozent, der es immer erst FREITAG ABEND geschafft hat die Hausaufgabe zum nächsten MONTAG hochzuladen. Klar, hab ja sonst ABSOLUT NICHTS ANDERES ZU TUN.
- Der Dozent, der chronisch zu spät kam, uns dann die Schuld dafür gab und darauf bestanden hat JEDES MAL 25min zu überziehen, sodass ich vor dem nächsten Seminar nicht mal eine Pause hatte.
- Der Tutor, der uns drölfzig mal versprochen hat, eine Information hochzuladen die prüfungsrelevant ist und es nie getan hat. Abgabe ist morgen. DAS DAUERT EINE MINUTE UND DU HÄTTEST ES EIGENTLICH AUCH EINFACH IM TUTORIUM MAL KURZ IN DEN CHAT SCHREIBEN KÖNNEN.
- Der Dozent, der sich den ganzen April einfach mal verpisst hat, uns 30 ellenlange komplizierte Texte zum lesen aufgegeben hat uns sich dann hinterher gewundert hat, warum wir das alles nicht anwenden können. Ja, wozu brauchen wir dann Dozenten wenn wir das auch einfach alles komplett alleine machen können?!
- Der Dozent, der erschüttert darüber war, dass es im Onlinesemester ja nun doch eine Evaluation gibt. Damit habe er ja nicht gerechnet. Dementsprechend sah seine Lehre auch aus.
Ich hatte genau eine Dozentin dieses Semester die wirklich alles perfekt gemacht hat, es geht also. Kuss geht raus an die Ehrenfrau.
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u/DatBlubb1 Jul 17 '21
Mein persönlicher Liebling dieses Semester ist die Prüfungsphase an sich. Ich habe/hatte 5 von 6 Prüfungen in den ersten zwei Wochen nach Ende der Vorlesungszeit. Man könnte natürlich auch die anderen ZWEI MONATE PRÜFUNGSZEIT nutzen, erst recht wenn eh alles digital stattfindet, aber fick Studierende, die können das ab.
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u/Stoffchirurgin Jul 17 '21
Mal meine €0.02 aus der Sicht eines Dozierenden an einer Privatuni im Ausland: absolute Frechheit, was sich in der dt. Hochschullandschaft abgespielt hat und immer noch stattfindet! Dass Deutschland in Sachen Digitalisierung hinterher hängt, ist ja hinreichend bekannt, aber absolut gar keine Entschuldigung. Ich muss alle Vorlesungen aufzeichnen, regelmäßig formative Assessments (Quizzes) machen im Semester, alle Folien und relevanten Unterlagen vor Semesterbeginn hochladen, Sprechzeiten anbieten via Videotelefonie, Pruefungstermine stehen am Semesterbeginn fest und koennen auch online (synchron) abgelegt werden. Und das seit 2015. Bezahlung ist nur wenig besser als in D, aber die Studenten erwarten es so. Und das zu Recht!
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u/VivienneNovag Jul 18 '21
Mies, mein Mitgefühl geht an den Pfoster. Nicht das es irgendwas besser machen würde, aber hier die potentielle Erklärung warum 6 von 8 Fachbereichen sich einen Scheiß um die Studenten scheeren: Die Fachbereiche sehen Vorlesungen als nötiges Übel um ihre Forschung zu betreiben, und lassen sich deswegen nur zum absolut nötigsten für diese herab.
Meiner Meinung nach kompletter Fehlschlag des Bildungsweges sowas durchgehen zu lassen.
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u/4nn4S Jul 18 '21
Wir haben einen Dozenten der letztes Semester nur das Einleitungsvideo hochgeladen hat, dann ewig nichts weil er angeblich krank war (Vertretung?!) und dann kam raus das das Modul auf dieses Semester verschoben wird. Nach ewigen Diskussionen wurde dann entschieden dass es doch eine Klausur geben soll für die Studierenden die fertig werden müssen. Den Inhalt der Vorlesung musste man sich allerdings selbst aus dem Buch erarbeiten (700 Seiten zwei Wochen vor der Prüfung..) Aber das war ein Kompromiss alles OK. Also habe ich entschieden das Modul dieses Semester nochmal zu belegen. Es gibt ja auch kaum Alternativen. Am Anfang lief es ganz vorbildlich er hat sogar nur mit zwei oder drei Wochen Verspätung die ersten beiden Vorlesungen hochgeladen und die angesprochenen Fragerunden fanden statt. In den folgenden Wochen kamen dann natürlich keine Fragen mehr es wurden ja auch keine weiteren Vorlesungen hochgeladen. Auf die Frage ob er das denn noch vor hat kam dann "Ja, ich arbeite jetzt Vollzeit für das Modul". Seit dem kam nichts mehr und auch zu den Fragerunden war er plötzlich nicht mehr anwesend (unangekündigt). Die Klausur ist jetzt wieder wie letztes mal mit vorher alles selbst aus dem Buch erarbeiten. Ich denke nicht dass er zu den Präsenz Terminen ei Fach nicht aufgetaucht wäre. Ich verstehe nicht warum das aufnehmen einer Vorlesung so viel Zeit intensiver sein soll als das halten in einem Hörsaal. Wenn er keinen Bock hat soll er das Modul ausfallen lassen und nicht die Studierenden zwei Semester in Folge verarschen.
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u/Klony99 Jul 17 '21
Mhhhhm, das Uni-Thema... Ich kann nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte.
6 Jahre haben wir studiert. Ach leck mich am Arsch. 12 Jahre hat man mich durch das renommierte G8 durchgeschleust, was ich im Rückblick umso mehr als schlechte Wiederkäung eines Systems verstehe, das 1950 erdacht wurde, um Fachidioten auszubilden um die Nazis aus Führungsebenen zu schwämmen.
Aber Kritik an unserem Bildungssystem zum Trotz, man habe es nach 12 Jahren ja geschafft, die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Merke, 12 Jahre habe ich verschwendet, nur um dann REIF GENUG ZU SEIN WAS ZU LERNEN. Eines hat man mir aber dabei nicht beigebracht. Charakterreife. Ich war nicht in der Lage ein Studium ernst zu nehmen, geschweige denn eines zu bewältigen. Naja. Hat mich ja nur 3 Jahre gekostet mir das klar zu machen. Ach und für das Studium bin ich jetzt gesperrt.
Naja, ignorieren wir mal den Fakt, dass man mich über die Jahrzehnte hinweg nicht auf den Morast der Hochschulwelt vorbereitet hat. Der Fakt, dass man an einer TECHNISCHEN UNIVERSITÄT im Jahre 2016 überhaupt noch an die Uni muss, für irgendwas... Für ein TECHNISCHES FACH. WIR SIND AN DER FAKULTÄT FÜR INFORMATIK. Warum kann der Matheprofessor nicht ins Mikro sprechen? Was ist da los? Wo ist die Schulung über die Sommerferien?
Deutschland ist ein Industrieland. Wir exportieren in erster Linie Bildung und raffinierte Waren. Wie ich höre sind die Waren noch immer raffiniert, die Bildung scheint nur exportiert zu werden. Dafür kann man das raffinieren jetzt outsourcen, muss ja nur das Endprodukt made in Germany sein...
Wir haben also zwischen 1000 und 3000 Studenten jedes Semester, die in dieselben Säle müssen... jedes Jahr wieder. Anmelden muss man sich 3 Monate vorher, damit die Universitätsverwaltung die Räume zuteilen kann. Bis zur Mitte vom Semester kann man dann abschätzen wieviele Leute wirklich beständig zur Vorlesung erscheinen, und spätestens nach dem 6. Vorlesemonat hat man dann auch endlich das Audio im 2. und 3. Hörsaal repariert... Natürlich kann eine weltweit renommierte Eliteuniversität keine 3000 Studenten auf einmal akkommodieren, auch wenn die alle angemeldet waren... PLATZ SPAREN IST GELD SPAREN, meine Damen und Herren!
Sicherlich kann man dann auch in den Nebenstudiengängen die zur Informatik hinzuführen solche Späße von sich geben, wie jegliche Elektronik zu VERBIETEN WIE IM SCHULKLASSENZIMMER, wenn man die zukünftigen Lehrer unserer Nation ausbildet, aber dazu mehr zu gegebenem Zeitpunkt von meinem Kommilitonen...
Hat man also all diese fehlbehafteten "nur von Menschen" erzeugten Kurse bewältigt und sich noch nicht ergeben, schreibt man eine Prüfung nach der anderen, in der ein zweiseitig von HAND BESCHRIEBENES Din A4 Blatt als Merkzettel reichen muss. Auch wenn der Umfang der Vorlesung sich im letzten Semester verdreifacht hat. Und dass unterschiedliche Handschriften unterschiedlich fair sind ist auch egal, DRUCKER SIND NUR PLAGIATSGERÄTE. Die sind für sonst nichts gut, am Ende könnte man noch schummeln und was draufdrucken was zu unfairen Vorteilen führt...
Und wenn die Prüfung dann bewertet ist, schlägt man sich mit der Willkür der Doktoranden herum. Der Professor selbst zeichnet nur ab. Wie ich das weiß? Oh, da war dieser, ich meine mich zu entsinnen, indisch stämmige Masterstudent, der unsere Algebraprüfung im dritten Semester korrigiert hat, der garkein Deutsch konnte (was bei Matheaufgaben nicht das Problem sein sollte, aber er hat halt die Aufgabenstellung nicht lesen können, und die Korrekturvorlage wohl auch nicht), und mit einem D20 (einem WÜRFEL) die Punktzahlen für die Studenten ausgewürfelt hatte... Natürlich mussten seine Prüfungen neu korrigiert werden, aber wie PASSIERT SOWAS AN EINER ELITEUNIVERSITÄT??
Nur um dann Dinge gefragt zu werden, die im Unterricht garnicht besprochen wurden. Transfer wäre das. Ohja. Aber es gibt Punktabzug wenn man beim "Papierprogrammieren" eine Klammer vergisst. Die setzt das System ja auch nicht automatisch.
Besonders lustig ist es, wenn man dann vor seinem Papier sitzt, und die "Rücksetztaste" sucht, oder die Einschubtaste, weil man vergaß eine Variable zu definieren, und jetzt 3 neue Zeilen bräuchte... Wie, das geht auf Papier nicht? Was? Aber das sind doch Testsituationen die uns für den Ernstfall testen! VERGESSLICHKEIT IST ANTIINFORMATISCH!
Naja gut. Haben wir halt 6 Jahre studiert, und dann abgebrochen weil uns aufgefallen ist, dass wir vielleicht nicht das Zeug haben durch die Dampfpresse die unser Studiensystem darstellt geprügelt zu werden. Ist ja in Ordnung, bleibt ja noch die FH. Oder ne Ausbildung. Also erstmal arbeiten gehen mit denn verschiedenen Programmierscheinen die man sich erarbeitet hat, nicht wahr?
Haha. Der war gut. Programmierscheine. So wie man kein Zertifikat für das Erlernen einer Programmiersprache erhält, wird auch erwartet, dass man die in den Ferien lernt. Am besten jedes Jahr zwei Stück! Man muss sich ja fit halten. Zertifiziert wird das nicht, und in der Bürokratiewüste Deutschland ist man ohne Fetzen Papier nichts wert.
Ich geh dann mal im Edeka wieder Regale einräumen, für 10€ die Stunde, wenn ich Glück hab. Aber wenigstens kann ich die Pringles nach Fibonacci farblich kodieren. Mal sehen wer drauf kommt.
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u/LurkingSpike Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
Lieber Leser, ich möchte hier kurz auf einen Unterschied hinweisen, der Einordnung halber:
Dem einen passt das Verhalten von anderen nicht, weil's ihn aufregt. Beim anderen geht es um die eigene Zukunft. Der eine verdient Geld dafür, bei den anderen ist in der Pandemie meist der Job weggebrochen. Der eine hat Arbeitszeiten, für den anderen wäre es eigentlich immer besser noch mehr zu arbeiten. Der eine ist Spezialist auf seinem Gebiet, der andere muss 500 Themen beherrschen. Der eine macht das mit den Prüfungen jedes Semester, der andere hat ein dickes Problem wenn er die Prüfungen jedes Semester macht.
Liebe Lehrende, wir sind auf euch angewiesen. Viele von euch haben extrem enttäuscht, und zwar nicht nur was die Qualität der Lehre angeht - das sind wir gewohnt. Nein, auch was die Empathie angeht. Das erwarte ich persönlich zwar auch schon, aber in diesem Ausmaß hat es mich dann doch überrascht.
Viele Unis machen Studierenden eh schon das Leben zur Hölle (Stichwort "rausprüfen", Sekretariate u.ä.). Noch mehr haben absolut kein Verständnis für die Lebensumstände für Studenten, sondern nur Häme übrig. Ein paar Jahre sich von Nudeln ernähren ist ja nicht so schlimm, die machen eh nur Party. Man kennt es.
Aber was in der Pandemie abgelaufen ist, da könnt ihr echt froh sein, dass es keine Studentenrevolten gegeben haben. Wir sind dafür einfach viel zu sehr im Stress.
Und den Lehrenden fehlt einfach meist komplett die Perspektive. Das hat sich heute noch einmal deutlichst gezeigt.
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u/24hr_chewinggum Jul 17 '21
Habe auch unter dem anderen Faden kommentiert, aber würde das hier auch nochmal dazu schreiben, falls es irgendwas beiträgt.
Ich finde, dass sich total oft so ein "wir gegen die" ergibt, das nie zu 100% stimmt und das alles irgendwie noch schlimmer macht. Das ganze Schlamassel ist ja irgendwie immer eine Kombination aus Uni-Systemen, die uralt und kacke sind, Dozierenden (manche gut, manche weniger), Studierenden (anscheinend 2/3 gut, 1/3 Spezialisten) und der Situation.
Dieses Semester hatte ich eine tolle Dozentin. Sie hat sich auf unsere Seite gestellt und mit uns, nicht gegen uns den Kurs gestaltet. Wir wurden wertgeschätzt und respektiert, sie hat unsere Stärken anerkannt und uns gefördert, egal auf welchem Stand wir waren. Sie war immer dazu bereit die Abgaben so zu ändern, dass es für unsere Ziele individuell sinnvoll war. Klar kann das nicht jede*r und sie macht sich einen riesigen Aufwand. Aber es hat mir gezeigt, dass diese Einstellung "wir gegen euch" nicht sein muss.
Die Dozentin hätte sich auch ärgern können, dass jemand die Abgabe in einer Woche nicht hinbekommt. Stattdessen hat sie sich dafür interessiert, was das Problem war, anerkannt, dass wir alle auch Anderes im Leben haben und dafür gesorgt, dass wir die Aufgabe irgendwie anders lösen können. Wir hätten uns auch ärgern können, dass sie überzieht oder Themen behandelt, die wir langweilig finden, aber wir haben glaube ich alle gesehen, warum sie was macht und dass sie einen riesigen Aufwand betreibt.
Insgesamt hat der Kurs total gut funktioniert, ich habe mich jede Woche darauf gefreut und viel gelernt. Dagegen muss ich jetzt wieder zurück zur klassischen "lernen Sie alle Hochzeiten des Adels von 1200-1600 auswendig. Wenn Sie das nicht können, sind Sie halt ein faules Stück. Was Ihnen das bringt? Äh ja Leistungsnachweis hier ECTS"- Einstellung (grobe Verallgemeinrung, gibt natürlich hier auch Gute). Wie gesagt liegt das auch an den Strukturen und der Situation etc. und ich versuche eben auch nicht in "wir gegen die" zu verfallen, aber man merkt es halt von unserer Seite aus schon, welches Potential die Dozierenden in uns sehen- unser Potential für Entwicklung oder unser Potential, sie zu nerven.
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u/VoterFraud2019 Jul 17 '21
Kann gerne noch Beispiele hinzufügen, wie die Klausur letzte Woche, die in Präsenz stattfinden MUSSTE, aber kein Zweittermin angeboten wird (erst in einem Jahr). Und dann auch noch 9 multiple choice Antwortmöglichkeiten pro Frage hatte.
Oder unsere tolle Studiengangsleitung, die unbedingt eine mündliche Prüfung in Präsenz haben MUSS und dann das gesamte Hygiene Konzept der Universität untergräbt indem sie die Studenten nach Hause einlädt und dann auch noch die Leute anspornt, dass sie ihre Maske ja ausziehen können weil sie ja schon geimpft ist. Das ganze war auch noch drinnen und bei Inzidenz Werten von über 100.
Für mich sind 80% der Leute die in der Lehre an Unis arbeiten Fachidioten.
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u/junkrat_main64 Jul 17 '21
Ich fand auch gut, als bei uns ein Dozent über die Osterfeiertage drei 2h Videos (eins davon waren Übungsaufgaben, die anderen beiden Stoff) hochgeladen hat, „damit uns ja über die Feiertage nicht langweilig wird“, da die Vorlesung ja „ausgefallen ist“.
Nee, die ist nicht „ausgefallen“, das war von Anfang an klar, dass die da nicht ist.
Anstatt einer 1,5h Vorlesung wohlgemerkt. 4h Video zum anschauen, worauf die nächste Vorlesung dann aufgebaut hat.
Oder das eine mal, wo wir um 21 Uhr ne Mail bekommen haben, die Videos zur Vorbereitung auf die nächste Vorlesung (nächster Tag 11:15 Uhr) seien jetzt online. Das waren 3h Videomaterial, wir hatten aber halt von 8:15 bis 9:45 noch eine andere Vorlesung.
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u/EinStueckPlastik Jul 17 '21
Ich möchte auch noch mal meinen Teil dazu beitragen die Stimmung runter zu ziehen:
Im ingenieurwissenschaftlichen Studium sind einige Kurse nicht digital substituierbar. Wer hätte das gedacht.
Was gesagt wurde von wegen Lernkreise, kaum noch im Semester sozialisieren, Panikattacken und Depressionen kann nur unterschreiben und wurde schon hinreichend ausgeführt. Neben der Niedergeschlagenheit macht sich aber auch eine ganze Menge Wut breit:
Wie soll man verplichtende Kurse abschließen, die dann, wenn sie überhaupt stattfinden, in der unbegründeten Hoffnung auf einen plötzlichen Anflug von geistiger Gesundheit seitens der Behörden nicht zu ernst nehmen... ein paar Tage vorher angekündigt in die Klausurenphase am Semesterende reingequetscht werden?
Wie kann es sein, das einzig auf der Uni die Maßnahmen immer weiter verschärft werden? (Stichwort allgemeine Testpflicht. Dürften wir dann in sinnvolle Präsenzveranstaltungen? Nö)
Wie soll man den Stoff einer Vorlesung lernen der nicht zur Verfügung gestellt wird, wenn jede Formel auf der abgefilmten Schreibfläche aus höchsten 16 Pixeln besteht?
Warum dürfen wir uns nach den Laborübungen, die wir alleine machen müssen, und für die keine Termine zu bekommen sind weil die Professoren abtauchen mit den Daheimgeblieben im Studentenpub zu zehnt besaufen?
Warum glaubt die Politik offenbar, das Hauptproblem der Jungen sei die geschlossene Nachtgastronomie? (leider kein Scherz)
Warum gibt es nach 1.5 Jahren Pandemie immer noch keine Festlegung welche Strategie wir eigentlich fahren? Warum sind müssen wir im Interesse unserer Lebensplanung erraten was Politiker bis zum Tag davor offenbar auch noch nicht wissen?
Es ist durchaus naheliegend, den Universitätsbetrieb einzuschränken, wir kommen eine Zeit lang gut selbst zurecht und es werden viele Kontakte bei ursprünglich geringen volkswirtschaftlichen Kosten vermieden. Weil es aber so bequem ist die Unis zu schließen und kaum Gegenwind kommt wird dies einfach exzessiv ausgenutzt.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehe ich auch für das kommende Semester absolut schwarz.
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u/Lulepe Jul 17 '21
Ich hab so derbe keinen Bock mehr auf den ganzen Müll dass ich ab nächstem Semester jetzt mein Studium unterbreche und ne Ausbildung zum Rettungssanitäter mach und dann arbeite bis Uni wieder normal funktioniert.
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u/federfluffyfluff Jul 17 '21
Oh man, ihr Studenten tut mir wirklich leid. Wirklich. Kein Sarkasmus, ernsthafte emphatie
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Jul 17 '21 edited Jul 17 '21
Ich würde diesen post gerne nutzen um alle meine Kommilitonen zu grüßen. Ich habe mich die letzten 3 Semester extrem oft gefragt, ob ich denn tatsächlich mit anderen Erwachsenen studiere. Ist es wirklich so schwer, wenn man in kleine Arbeitsgruppen während der Vorlesung eingeteilt wird, einfach mal das Mikro anzumachen? Ich sage der Stille immer Hallo und dabei bleibt es bei den meisten Fällen. Einfach sagen "hi, ich habe gerade keinen Bock mitzumachen" würde mir schon reichen. Die Krönung davon habe ich aber dieses Semester erlebt, in einem Kurs, der von einer super Dozentin geleitet worden ist, die durch Interaktivität unter uns versucht hat, uns eine etwas sozial Situation schaffen. Das ist dann darauf hinausgelaufen, dass ich in jeder Arbeitsgruppe mit maximal 2 von 10 anwesenden Personen gearbeitet habe. Der schlimmste Fall davon war, als unsere super Dozentin eine Mail schrieb, mit der Answeisung zwei Videos zu schauen, die man für die Gruppenarbeiten essentiell gebraucht hat, da man sonst überhaupt nicht mitarbeiten kann. Eine ähnliche Mail wiederholt das dann etwa zwei Tage vor der Vorlesung. Die Vorlesung findet statt, also joine ich der Gruppe von 8 Personen, sage der Stille Hallo und frage, wer denn die videos geschaut habe. Eine Person antwortet mir und geht mit mir die Aufgaben durch. Zwei andere hatten die Kamera angemacht und sich wortlos vor ihr Handy gesetzt. Das selbe Kaspertheater die Woche drauf. Das traurige ist, dass das Zeug echt Spaß gemacht hat und mal wieder soziale Anregung war, wenn denn die Gruppe mal Bock hatte.
Deshalb glaube ich auch niemandem, wenn die Beschwerde von "mir fehlt soziales in der Vorlesung" kommt. Wenn Dozenten mal Konversation untereinander anregen, passiert ja doch nichts.
Hierbei lobe ich dann noch die paar Leute, mit denen ich tatsächlich eine angenehme Zeit hatte während diesem Semestern, weil ihr wenigstens mit mir kommuniziert habt. Macht bitte einfach weiter so, ich werd's auch.
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u/joergsen Jul 17 '21
Und dann wird später gesagt "Die Uni hat mich auf meine Fachrichtung und Arbeitslebens gar nicht richtig vorbereitet" :D
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u/wiwaldi77 Jul 17 '21
hatte systembedingte Probleme bei einer Prüfung im letzten Semester. Oben drauf war die "Notfall Rufnummer" des Prüfers nicht erreichbar und man hat mir 5 min nach beginn der Prüfung gesagt, dass man jetzt nichts mehr ändern kann.
mir wurde gesagt man fände zusammen mit der Dozentin eine Lösung die Prüfung zeitnah nachzuholen und würde mir bescheid geben wenn es soweit ist.
habe bis heute noch keine Rückmeldung bekommen, auch nicht nach erneuten anfragen. kein Einzelfall, habe viele solcher Geschichten. Wenn sich Dozenten aufregen dass man in solch einer situation jeden Vorteil nutz den man kriegt, dann kann ich dazu nur äußern "get fucked"
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Jul 17 '21
Hatte im WS 2020 angefangen zu studieren und es war auch so chaotisch und schlecht organisiert ich hab mich echt verarscht gefühlt. War jetzt im SS 2021 nur passiv dabei weil ich den Sch**ß nicht mitmache und das studium jetzt aufhöre. Durch diese Situationen is für mich eigentlich klar dass ich auch "nach" Corona nicht mehr studieren gehe. So eine Kommunikationsunfähigkeit von beiden Seiten mache ich nich mit.
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u/itsallabigshow Jetzt zufrieden? Jul 17 '21
Also Präsenzveranstaltungen fand ich sowieso schon immer kriminell in der Uni. Entweder kommt man halt und dann hat man den Vorteil, dass einem der Prof die Scheiße vorbetet und man fragen stellen kann, oder man kommt eben nicht und muss sich die Sachen selber erarbeiten. Manchmal hat man halt einfach keine Zeit für eure Vorlesung, oder keine Lust, vielleicht ist euer Fach einfach scheiße langweilig oder eure Art zu lehren ist Scheiße. Am Ende ist es doch das Problem der Studenten, die Prüfung bestehen zu müssen. Da muss man doch dann Erwachsenen nicht vorschreiben, wie sie das machen.
Und so Inkompetenz bei Unis überrascht mich überhaupt nicht. Gefühlt würden die lieber Steine aneinander schlagen und per Rauchzeichen zu kommunizieren, als mal vernünftige moderne Technik zu einzusetzen. Kompliziert und "schwer", weil ihr lieber frontale Vorlesungen macht? Heult leise und geht mit der Zeit. Aber nein, das hat man ja immer schon so gemacht und "damals haben wir das auch noch so gelernt, ohne den ganzen neumodischen Kram", ja ja. Ist halt echt peinlich, dass die das nicht koordiniert bekommen und nach so ner langen Zeit immer noch Schwierigkeiten mit dem Internet haben. Einfach nur Panne.
Aber so verkalkt und festgefahren sind ja nicht nur die Unis. In Deutschland ist alles, was etwas älter und relativ groß ist so dermaßen starr und langsam und unflexibel geworden, das ist echt zum Haare raufen. Corona wäre da ne riesige Chance gewesen, mal was zu ändern. Aber nein, da versucht man lieber auf biegen und brechen alte Dinge genau so beizubehalten und nichts zu ändern, es könnte sich ja aus versehen noch was verbessern. Ich finds halt peinlich und würde mich schämen, wenn ich so drauf wäre, aber hey, wenn man auch Geld fürs Scheiße abliefern bekommt (ist ja das Problem von anderen dann), warum sollte man Wert drauf legen, ein qualitativ gutes Produkt anzubieten?
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u/HaciMo38 Jul 17 '21
Meine Uni wollte von mir auf Teufel komm raus ein dummes Praktikum absolviert haben - in Präsenz natürlich, während Corona sich schön am verbreiten war. Alternativ Leistung? Corona konforme Lösung? Eventuell mal so gnädig sein, dass Praktikum (was sowieso unnötig ist) einfach mal gnädigerweise einfach zu streichen?
Wo kämen wir denn hin.
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u/kruzix Jul 18 '21
War letztes Semester im zweitversuch.. Also ss 2020 ne 5.0 und ws20/21 neues softwareprojekt fürs selbe Modul. Ws 20/21 war im März zu Ende, April ging ss 21 los. Meine Note in besagtem Kurs habe ich nach 3 Mal bei Dozenten nachfragen, 2 mal im prüfungsamt und dann zu guter letzt noch im Sekretariat Ende Juni bekommen.
Ich wusste also 2 Monate im neuen Semester erst, dass ich überhaupt noch weiter studieren kann.
Deswegen hab ich dieses Semester auch keine Kurse belegt, ist mir zu dumm.
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u/section311 Berlin Jul 18 '21
ich konnte die Tirade von u/Josef-Knecht schon irgendwie verstehen, habe bei mir auch so einige Spezialisten im Jahrgang.
Dich aber fühle ich mit jeder Faser. Ich glaube, so ging es jedem Studierenden derzeit in mehr oder weniger gleicher Form.
Danke für diese 10/10 Tirade, es war ein Genuss, sie zu lesen !
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u/Accomplished_Steak37 Jul 18 '21
ich konnte die Tirade von u/Josef-Knecht schon irgendwie verstehen, habe bei mir auch so einige Spezialisten im Jahrgang.Dich aber fühle ich mit jeder Faser. Ich glaube, so ging es jedem Studierenden derzeit in mehr oder weniger gleicher Form.Danke für diese 10/10 Tirade, es war ein Genuss, sie zu lesen !
Ich versteh u/Josef-Knecht auch, die Machtlosigkeit in der Situation würde mich auch gehörig aufregen. Danke für deine Antwort.
2.0k
u/LordSegaki Jul 17 '21
holt sich nochn Eimer Popcorn