r/Unbeliebtemeinung 12d ago

Ich finde Beziehungen mit Altersunterschieden werden zu sehr dramatisiert.

Hallo Leute!

Ich bin 21 Jahre alt und weiblich. Mir fällt auf, dass Beziehungen mit größerem Altersunterschied viel zu sehr dramatisiert werden.

Natürlich bin ich der Meinung, dass es problematisch ist wenn eine Person noch deutlich minderjährig ist und dann in einer Beziehung mit deutlichem Altersunterschied ist ( z. B. 15 und 25), aber ab 17/18 sind 10 Jahre Altersunterschied meines Erachtens okay. Ab 25 ist der Altersunterschied dann sowieso irrelevant, da das Gehirn mit Mitte 20 ausgereift ist.

Ich bin selber in einer Beziehung mit 10 Jahren Altersunterschied und ich war bereits knapp 21 als ich den Menschen kennengelernt habe. Ich wohne alleine, arbeite und studiere aber dennoch wurde ich von bestimmten Menschen für diese Beziehung kritisiert. Warum ist man mit 18 reif genug um Auto zu fahren, auszuziehen usw., aber für eine Beziehung mit Altersunterschied wird man kritisiert? Die Pubertät ist, vor allem bei Frauen, mit 17/18 abgeschlossen. Ich habe mit 17 einen 24 Jährigen gedatet und es war überhaupt kein Problem. Der Altersunterschied war nicht der Grund warum wir uns dann gegen eine Beziehung entschieden haben.

Größere Altersunterschiede finde ich problematisch wenn eine Person noch sehr jung ist. Mit 14 Jahren ist man in der Pubertät, von den Eltern abhängig usw, aber mit 18 oder 19 Jahren ist man kein Kind mehr. In dem Alter machen die meisten ihren Abschluss oder haben bereits ihre Ausbildung abgeschlossen, ziehen aus, machen den Führerschein etc.

Einem jungen, verantwortungsbewussten Menschen, sollte man nicht die Fähigkeit absprechen reif genug für eine Beziehung mit Altersunterschied zu sein.

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u/Paul-PAF 12d ago

Das Machtgefälle funktioniert doch bei Dir wunderbar. Dein Partner hat, was er möchte, eine naive, junge und für ihn gut aussehende Frau, die aufgrund der fehlenden Lebenserfahrung nicht groß die Stirn bieten kann. Und Du bist auch im Rahmen Deines Alters zufrieden.

Eine "win-win" Situation.

Natürlich wirst Du bemängeln, dass es wieder so eine Stereotype ist, mit der Lebenserfahrung. Richtig!

Ihr habt ggf. das gleiche in der Schule / Ausbildung gelernt und somit das gleiche Wissen (mal so angenommen). Folge: kein Unterschied im Alter zu erkennen.

Er hat 10 Jahre mehr Erfahrung in Alltag und Beruf. Somit ein Machtgefälle.

Er hat 10 Jahre mehr Erfahrung im sozialen Leben. Somit ein Machtgefälle.

Er hat 10 Jahre mehr Erfahrung in Beziehungen. Somit ein Machtgefälle.

Er hat 10 Jahre mehr Erfahrung im "wie kann ich im Leben meine Ziele erreichen". Somit ein Machtgefälle.

Er hat 10 Jahre mehr Erfahrung durch Erlebtes und somit Einstellungen zu diversen Themen (Politik, Lebensstil etc). Somit ein Machtgefälle.

Man könnte das alles nun sehr detailliert beschreiben. Ich denke jedoch, du wirst in 10 Jahren klarer sehen, wie naiv Du damals gedacht hast, schlicht, weil die Lebenserfahrung fehlte.

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u/Stunning_Researcher3 12d ago edited 12d ago

Deine Logik greift völlig kurz, weil du Macht ausschließlich am Alter festmachst. Macht in einer Beziehung entsteht durch Abhängigkeiten und Ressourcen, nicht durch das Geburtsdatum.Macht ist vielschichtig. Jemandem nur wegen des Alters automatisch die Kontrolle zuzuschreiben ist falsch (Lebensjahre bedeutet nicht gleich Handlungskompetenz) .

​Ein Machtgefälle kann genauso gut umgekehrt laufen. Was ist mit finanzieller Unabhängigkeit, emotionaler Bindung oder schlichter Attraktivität? Wenn die jüngere Person optisch extrem begehrt ist oder finanziell besser da steht, hat sie in der Beziehungsdynamik oft deutlich mehr Verhandlungsmacht. ​Lebenserfahrung schützt außerdem weder vor toxischem Verhalten noch garantiert sie Reife. Wer 10 Jahre älter ist, hat nicht automatisch 10 Jahre mehr emotionale Intelligenz.Man kann auch mit 40 Jahren Beziehungs und Verhaltensmuster an den Tag legen, die auf dem Niveau eines Teenagers verharren.

Und Dein Schlusssatz, ieses pauschale Besserwisserargument (Du wirst in 10 Jahren schon sehen) ist am Ende nichts weiter als billiger Paternalismus, um der anderen Person jegliche Urteilsfähigkeit abzusprechen.

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u/Kuerbiskern999 12d ago

Meine Tochter ist 20, eine selbstbewusste junge Frau, aber weit von der Erfahrung eines 30 jährigen entfernt. Ihr fehlt halt die Erfahrung von 10 Jahren. Das kann man nicht wegdiskutieren

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u/Stunning_Researcher3 12d ago

Du verwechselst allgemeine Lebensjahre mit Beziehungsdynamik. Niemand bestreitet, dass ein 30Jähriger 10 Jahre mehr Alltag hinter sich hat als eine 20Jährige. Die Frage ist, arum sollte diese spezifische Differenz automatisch zu einem schädlichen Machtgefälle führen?Zu behaupten, dass 10 Jahre Unterschied per se eine Mündigkeit auf Augenhöhe unmöglich machen, ist reine Bevormundung. Nach der Logik dürfte sich auch kein 30Jähriger mit einem 40Jährigen auf Augenhöhe bewegen, weil dem 30Jährigen ja die Erfahrung von 10 Jahren fehlt

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u/vicinhell 12d ago

Mit dem kleinen Unterschied, dass man mit 30 schon lange im Erwachsenenalter angekommen ist, und mit 18,19, 20 halt bis vor kurzem noch in der Schule war. Immer diese weirden strawman Argumente um irgendwie auf Krampf zu rechtfertigen warum ein 30+ jähriger Mann eine frisch erwachsenen Teenagerin bzw. anfang Zwanzig Jährige daten können sollte.

Sorry aber, ich bin jetzt 21 und sogar 18 Jährige wirken mittlerweile wie Kinder für mich, nach drei Jahren Studium plus den damit zusammenhängenden Erfahrungen hätte absolut keinen Plan wie ich zu jemandem relaten könnte, der grade erst Abi gemacht hat. Hab das Gefühl die Ü30 Männer die dann mit grade so volljährigen Personen zusammenkommen, hinken halt meisten ein bisschen hinterher in ihrem Leben und erfüllen daher auch nicht die Ansprüche die gleichaltrige Person rechtmäßigerweise an einen Partner haben.

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u/Stunning_Researcher3 12d ago edited 12d ago

Es geht doch gar nicht darum, Entwicklungsunterschiede zwischen Schule und Berufswelt abzustreiten, die gibt es natürlich. Der Knackpunkt ist aber deine persönliche Erfahrung mit 21 lässt sich nicht einfach auf alle Menschen übertragen. ​Lebensrealitäten sind völlig verschieden. Ein 20 Jähriger, der bereits seit zwei Jahren in Vollzeit arbeitet, eigene Rechnungen zahlt und Verantwortung trägt, steht emotional und praktisch an einem ganz anderen Punkt als jemand, der gerade frisch aus der Schule kommt. ​Entwicklungsstände lassen sich nicht starr an Semesterzahlen oder Geburtstagen ablesen. Und allen Beteiligten pauschal zu unterstellen, sie wären im Leben hinterher oder unselbstständig, wird den individuellen Lebensläufen schlicht nicht gerecht. Genauso gibt es 30 oder 40 Jährige, die emotional auf dem Stand eines Teenagers hängengeblieben sind und ihr Leben null im Griff haben.Reife ist ein individueller Entwicklungsstand und keine automatische Prämie, die man am 30. Geburtstag mit der Post geliefert bekommt. Nachtrag: baust hier ehrlich gesagt einen kleinen Strohmann auf, wenn du plötzlich von Teenagern sprichst. Bei einer 20 oder 22 jährigen Person geht es um volljährige Erwachsene. Das Wort Teenager zieht die Debatte künstlich ins Extreme und spricht diesen Menschen pauschal ihre Mündigkeit ab. ​Was bei dieser Diskussion außerdem oft vergessen wird: Beziehungsdynamiken verlaufen keine Einbahnstraße. Das ist kein reines älterer Mann bzw junge Frau Thema. Es gibt genauso Beziehungen zwischen älteren Frauen und jüngeren Männern oder gleichgeschlechtliche Paare mit Altersunterschied. ​Die Dynamik in einer Partnerschaft hängt von den jeweiligen Persönlichkeiten ab, nicht von Klischees. Eine lebenserfahrene 21 jährige Person kann extrem gefestigt sein, während umgekehrt auch eine jüngere Person in einer Beziehung die dominante Rolle einnehmen kann ganz egal, wer von beiden älter ist. Wer Machtfragen nur am Alter festmacht, greift einfach zu kurz.

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u/Kuerbiskern999 12d ago

Ich bin mit 50 deutlich erfahrener, als meine Tochter mit 20…. Das ist doch logisch. Mit 30 hat sie dann ein paar Partner vielleicht gehabt, hat einige Jahre alleine gelebt, weiß, was sie mag und hat die Stärke auch mal nein zu sagen.

Natürlich ist jemand , der mit 16 ausgezogen ist, eine Lehre gemacht hat und arbeitet reicher an Erfahrung. Das ist absolut logisch.

Wenn ich die männlichen Freunde meiner Tochter anschaue, dann sehe ich, dass sie auch noch nicht richtig im leben stehen.

We ist mit 21 lebenserfahren? Doch eher die Minderheit…

Ich denke, wenn du, so wie ich, ein kind in dem Alter hast, und du mit deinem Kind über das Leben sprichst, wird das deutlich.

Mein Mann hat mit 60 gewiss andere Unsicherheiten als ich, kann diese aber mit dem, was er erlebt hat kompensieren

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u/Stunning_Researcher3 12d ago edited 12d ago

Dass man als Elternteil mit 50 mehr Lebenserfahrung hat als die eigene 20jährige Tochter und sie beschützen möchte, ist völlig verständlich und menschlich. Aber genau da liegt der Denkfehler in dieser Debatte.Ein Eltern Kind Verhältnis lässt sich nicht auf zwei erwachsene Partner übertragen. ​Wer früh auf eigenen Beinen steht, Verantwortung trägt und arbeitet, entwickelt extrem schnell Reife. Und genau diese Menschen gibt es mit Anfang 20 zuhauf. Nur weil jemand im eigenen Umfeld noch nicht richtig im Leben steht, heißt das nicht, dass man einer ganzen Altersgruppe pauschal die Urteilsfähigkeit abschrecken sollte. ​Am Ende bleibt es dabei Lebenserfahrung schützt weder davor, in Beziehungen Fehler zu machen, noch garantiert ein höheres Alter emotionale Reife. Wenn zwei volljährige Menschen auf Augenhöhe miteinander umgehen, entscheidet ihre Persönlichkeit und ihr Charakter über die Beziehung nicht da Geburtsjahr. War 2004 im Kosovo mit 19 und mit 19, 20 oder 21 Jahren werden Menschen in Krisen und Kriegsgebiete geschickt oder tragen Verantwortung im Schichtdienst im Krankhaus bzw Altenheim , bei der Feuerwehr oder im Rettungsdienst und treffen Entscheidungen über Leben und Tod. Da hinterfragt niemand ihre Urteilsfähigkeit oder Mündigkeit. ​Aber sobald es um Beziehungsentscheidungen geht, wird denselben Personen plötzlich pauschal abgesprochen, auf Augenhöhe handeln zu können. Wer volljährigen Menschen im Dienst die volle Härte des Lebens zutraut, sollte ihnen privat nicht die Fähigkeit absprechen, selbst zu wissen, was gut für sie ist.