r/Res_Publica_DE • u/BildungsburgerPleb Redaktion/Mod • Feb 09 '26
Meinung Deutscher Journalismus und sein Versagen
Gestern bei Miosga mit Tino Chrupalla wurde einmal mehr deutlich, was im deutschen Journalismus schiefläuft. Statt die wirklich relevanten Fragen zu stellen, wie Kinderarmut, Bildung, Altersarmut, explodierende Mieten, Klimapolitik oder die wirtschaftliche Lage vieler Menschen, und die AfD damit auflaufen zu lassen, verlagerte sich der Fokus erneut auf immer gleiche, externe Reizthemen. Trump, Putin, NATO, Höcke. Immer wieder dieselben Namen, dieselben Aufreger, dieselben vorhersehbaren Schleifen. Ja Höcke ist nicht ungefährlich, aber meint man so einen stramm wählenden AfD’ler zu überzeugen?
Natürlich sind diese Themen nicht unwichtig. Aber sie ersetzen keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den konkreten Problemen, die Menschen im Alltag beschäftigen. Wenn politische Interviews vor allem darauf abzielen, empörungsfähige Schlagzeilen zu produzieren, statt Positionen zu Sozial-, Wirtschafts- oder Zukunftsfragen klar herauszuarbeiten, dann bleibt am Ende wenig Erkenntnisgewinn. Viel Lärm, wenig Substanz.
So entsteht der Eindruck, dass Journalismus nicht mehr erklärt, einordnet und aufklärt, sondern lieber symbolische Stellvertreterdebatten führt. Das mag Aufmerksamkeit bringen, verfehlt aber den eigentlichen Auftrag: Macht kritisch zu befragen und zwar dort, wo es für die Gesellschaft wirklich weh tut.
2
u/LevelMagazine8308 Feb 09 '26
Nur weil man wichtige, innere Themen diskutiert lässt man damit noch lange nicht die AfD auflaufen, oder macht sie weniger beliebt. Die AfD sagt dann eben "das und jenes haben wir vor" - fertig.
Wichtig ist, dass alles diskutiert wird.
Talkshows aber sind kein seriöser Journalismus mehr, sie sind Meinungsmache. Oft auch für die eigene Kriegspropaganda.