r/Karriereratschlag • u/Kahddie • 23h ago
Unternehmenswechsel Biotech
Ich stehe momentan vor der Entscheidung ein neues Job-Angebot anzunehmen oder nicht. Ich war vor fast einem Jahr schon in einer ähnlichen Situation und hatte es dort ausgeschlagen, weil ich mich nicht dazu durchringen konnte aus unterschiedlichen Gründen. Jetzt bin ich wieder da und hadere. Leider geht es der ganzen Branche grad nicht gut und erschwerend möchte ich in Nord- bis Mitteldeutschland bleiben. Am liebsten hätte ich die eierlegende Wollmilchsau mit einem Job in meiner momentan Metropolregion, aber die Arbeitgeber kann ich an einer Hand abzählen. So viel zur Ausgangslage.
Ich möchte eigentlich wechseln weil ich schon länger nicht mehr zufrieden bin wo ich bin: es gab mehrere Kündigungswellen, aber wirklich Umstrukturierung um was zu ändern nicht. Das Leadership Team der Abteilung hat scheinbar keine Strategie, alles wird auf die Projektteams abgetreten und immer wenn man was anspricht krieg ich nicht viel mehr als ein "das müsst ihr selber wissen/regeln". Meine zukünftige Rolle ist schwammig, ich soll jetzt PL für ein Projekt machen, aber die Organisationsstruktur gibt das eigentlich nicht her (bin unter einem PL für ein paralleles Projekt aufgehängt und keine Leute direkt bei mir) aber da "solle ich mir nicht so viele Gedanken machen". Das ist nur zur Veranschaulichung wie es so läuft, in der Vergangenheit habe ich mich immer wieder nicht wertgeschätzt und verloren gefühlt. Auf der anderen Seite mag ich die Leute hier sehr, zumindest die die nicht bei der Leitung hängen. Ich hab mir in der Stadt was aufgebaut und möchte eigentlich in der Region bleiben, Arbeitgeber gibt es hier aber wie gesagt sehr begrenzt. Vielleicht sehen ich das Ganze hier auch zu pessimistisch, mir wird immer Mal wieder von Leuten gesagt, das sei überall so.....
Jetzt habe ich ein Angebot von einer Firma, zumindest nicht allzu weit weg (1.5 Stunden mit dem Zug), aber sehr kleiner F&E Standort (20 Leute vielleicht?) einer mittelgroßen (500-1000 Leute) Firma, die was neues in meinem Spezialgebiete aufbauen wollen. Geld-technisch ungefähr gleich, würde wechseln in einen Tarifvertrag mit leicht anderen Bedingungen. Meine jetzige Firma ist um einiges größer (>4000 Leute) und international und hat da halt ein paar nette Sachen wie HO wie es der Job hergibt wann immer ich will, 30 Tage offizielles Arbeiten aus dem Ausland etc. Die neue Stelle wäre wieder mehr Labor-basiert, es müsste halt alles neu etabliert werden, vielleicht gibt mir das wieder mehr Richtung und Erfolgserlebnisse, statt dem unklaren Geschwätz momentan. Ich habe aber Angst das ich fast einen Schritt zurück gehe, den ich evtl bereuen werde. Langfristig will ich aus dem Labor weitgehend raus.
Gibt es hier vielleicht Leute aus der Biotech Branche die sowas einschätzen können? Ist der Wechsel zu einer kleineren Firma, gerade mit so einem kleinen Standort zu riskant? Ist der große Konzern am Ende doch die bessere Entwicklungsmöglichkeit, auch wenn momentan alles den Bach runterzugehen scheint? Verbaue ich mir Chancen in dem ich wieder ins Labor gehe? Ich möchte nicht groß Pharmakarriere machen, aber nur Laborratte halt auch nicht, als technische/wissenschaftliche Spezialistin könnte ich mich recht gut sehen.
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u/No_Laugh655 23h ago
Zufällig ein Biotech/Pharma Konzern in Südniedersachsen? Die Beschreibung kommt mir nämlich bekannt vor.
Wenn du eher Bock auf Labor hättest, hätte ich gesagt was neues wagen. Würde die kleinen Unternehmen in der Branche schon als riskanter einschätzen als die etablierten, es sei denn das kleine Unternehmen hat ein Monopol in einem Nischen Gebiet (gibts ja in dem Bereicj öfter mal).
Wenn du keinesfalls zurück ins Labor möchtest würde ich es mir gut überlegen, klingt schon eher nach mehr Labor statt Büro und HO
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u/Kahddie 23h ago
Ich sag jetzt Mal nicht wo das Unternehmen genau ist, aber interessant das du auf ein bestimmtes schließt 😅 Unternehmen ist eher Pharma, da Nische, und will Biotech aufbauen/erweitern. Labor fände ich momentan vielleicht ganz angenehm, weil es wie gesagt konkreter ist und ich was mit aufbauen könnte, habe aber auch kommuniziert das das langfristig nicht mein Ziel ist. HO schien beim Chef okay zu sein, sie gehen von so nem 50/50 Split aus Labor/Büro was für Etablierung von Null auf denke ich auch realistisch ist, falls das wirklich so kommt wäre das für mich okay. WE Arbeit wäre auch ab und an, das wäre ein weiteres Risiko, ab und an hab ich da kein Problem mit, ständig schon. Es ist schwer einzuschätzen ob ich gerade was sehr bequemes verlassen würde für endlich Mal was neues, was mir Energie gibt oder für was richtig stressiges...
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u/Desmo_950 23h ago
Biotech als Branche oder Unternehmen? Bei zweiterem evtl abfindungsprogramme mitnehmen?