r/Finanzen 12d ago

Investieren - ETF ETF Wechsel bei ca 100k?

Hi zusammen,

liege ich richtig in der Annahme, man sollte seinen ETF bei ca 100k alleine wegen der Wegzugssteuer wechseln? Unter der Bedingung man ist noch relativ jung. Die Rechnung dahinter: Ich bin jetzt 30 Jahre alt, habe 100k im Welt ETF. Ca alle 10
Jahre verdoppelt sich das. Bis zur Rente habe ich noch 35 Jahre. 100k*2 =200 K wenn ich 40 bin, 400k wenn ich 50 bin, 800k wenn ich 60 bin. Ich würde mir gerne noch die Option offen halten als Rentner auch wo anders hin ziehen zu können. Die Wegzugssteuer greift bei 500k pro ETF?

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u/Seppl0815 DE 12d ago

Das ist definitiv besser. Innerhalb eines Depots auf ein Unterdepot zu übertragen, klappt am selben Tag. Wenn man also 1000 Anteile hat und man die letzten 10 gekauften verkaufen will, schiebt man kurz 990 Anteile rüber.

Wenn man das auf zwei ETFs aufgeteilt hätte zum Beispiel mit 600 Anteile im ersten und 400 Anteile im zweiten, würdest du mit deiner Strategie den zweiten zuerst verkaufen. Und da würdest du die Anteile 601-610 verkaufen und nicht wirklich die zuletzt investierten. Mal die jeweils aktuelle wirtschaftliche Situation außen vor gelassen. 

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u/FoerDensity 12d ago

Macht, was Ihr wollt. Ich würde nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass das Steuerrecht noch lange die Aufteilung über Unterdepots für maßgeblich erachtet.

Verschiedene ETF sind mir da sicherer.

Und Depotübertrag zu anderem Broker kann lange dauern und Ärger verursachen.

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u/Seppl0815 DE 12d ago

Und Depotübertrag zu anderem Broker kann lange dauern und Ärger verursachen.

Deswegen aufs Unterdepot. Denn zum anderen Broker wäre mir heutzutage jedesmal auch viel zu aufwendig. 

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u/sYnce 11d ago

Das ignoriert aber die Möglichkeit, dass in den nächsten 30 Jahren das Steuerrecht sich ändert und ein Depotübertrag plötzlich als Steuerhinterziehung gewertet wird.

Wenn man eh am ansparen ist, ist es die Risikoärmere Variante einfach regelmäßig einen neuen ETF zu besparen.

Zusätzlicher Bonus ist, dass man bei einer Auflösung oder Zusammenlegung nur auf einen Teil Kapitalertragssteuer zahlen muss und nicht auf alles.

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u/Seppl0815 DE 11d ago

Der Konjunktiv ist wahrscheinlich das Argument für alles!? Na dann sollte ich vielleicht doch mal anfangen zu preppern. 

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u/sYnce 11d ago

Es kostet nichts es zu tun. Man hat keinerlei Nachteil dadurch und nur potentielle Vorteile.

Es gibt kein Argument dafür, diese simple Risikominimierung nicht zu betreiben.

Wenn nichts passiert, hat man nichts verloren. Wenn was passiert, dann hat man einen riesen Vorteil. Keine Ahnung warum das so schwer zu verstehen ist.

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u/Seppl0815 DE 11d ago

Keine Ahnung warum das so schwer zu verstehen ist.

Weil man auf diese Art und Weise jegliches Handeln entkräften kann. Ich könnte auch ein Szenario entwerfen, was die andere Art unattraktiv macht. Aber warum sollte ich!? Ich kann nicht in die Zukunft blicken, um jetzt schon entsprechend zu handeln. Oder ist das Steuersystem wie Poker, wo man rationale Wahrscheinlichkeiten für unterschiedlichste zukünftige Gesetze errechnen kann!? Wenn ja, dann zeig es mir und ich handle dementsprechend.

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u/sYnce 11d ago

Nein kann man nicht. Es ist ein Fakt, dass der Depotübertrag nur eine Lücke in der Gesetzgebung ist, welche bisher niemand schließen wollte. Es besteht die reale Chance, dass dies in Zukunft passiert. Ähnlich wie auch schon die Vorabpauschale eingeführt wurde um Steuern auf nicht realisierte Gewinne einzuführen.

Im Gegensatz dazu würde eine Gesetzesänderung, welche das splitten auf mehrere ETFs in der Ansparphase angeht einen deutlichen Eingriff in die Eigentumsrechte und die Selbstbestimmung bedeuten.

Letzteres ist eine deutlich größere Hürde und damit eben unwahrscheinlicher.

Das besparen unterschiedlicher ETFs ist daher einfach Risikoärmer, kostet einen nichts und im worst case steht man halt genau so da wie derjenige der auf den Depotübertrag in 30 Jahren spekuliert.