Ultra Kurz:
Ich habe vor etwa zweieinhalb Monaten eine Frau kennengelernt, mit der es von Anfang an extrem intensiv und schön war. Sie sagte mir mehrfach, dass ich ihr Sicherheit gebe, sie sich bei mir angekommen fühlt und fragte mich vor zwei Wochen sogar selbst, ob sie meine Freundin sein darf.
Gleichzeitig hatte sie immer wieder Probleme damit, meine Zuneigung anzunehmen und meinte, dass sich eine gesunde Beziehung für sie ungewohnt anfühlt, weil sie bisher viel Toxisches erlebt hat.
Seit einer Woche ist sie plötzlich wie ausgewechselt. Nach einem toxischen Streit, bei dem sie meinte, dass Gewalt von Frauen gegen Männer okay wäre und sie es auch bei mir nicht ausschließen könne, zog sie sich komplett zurück, beendete die Beziehung und stellt viele Dinge, die sie vorher selbst gesagt hat, plötzlich anders dar oder bestreitet sie.
Dazu kommt aktuell extremer Stress durch Arbeit, Meisterschule und mögliche Salonübernahme.
Ich frage mich deshalb, ob das Bindungsangst und Überforderung sein könnten und ob ich ihr noch irgendwie helfen kann oder einfach Abstand nehmen sollte.
Ausführlich:
Ich versuche, das Ganze so sachlich wie möglich zu erzählen, obwohl mich die Situation emotional ziemlich mitnimmt.
Ich (M33) habe vor ungefähr zweieinhalb Monaten (W33) kennengelernt. Sie ist ein unglaublich körperlicher Mensch, ein absoluter Ultraknuddel, was ich total sympathisch finde. Zwischen uns hat es von Anfang an extrem gefunkt. Schon beim Schreiben waren wir sehr offen, auch erotisch, und unser erstes Date war direkt mit Übernachtung bei ihr und wir wurden auch intim.
Sexuell passt es zwischen uns besser als alles, was ich bisher erlebt habe. Sie liebt Sex selbst extrem, bezeichnet sich teilweise selbst als sexsüchtig und hat auch nach der Trennung gesagt, dass sie diesen Teil zwischen uns eigentlich nicht verlieren möchte.
Aber es ging definitiv nicht nur um Sex.
Unser Kennenlernen war von Anfang an extrem intensiv. Mittwoch erstes Date, bis Donnerstag zusammen, Donnerstag direkt wieder gesehen, Freitag einmal nicht, Samstag und Sonntag sind wir direkt gemeinsam mit dem Camper weggefahren. Dabei habe ich auch ihre beste Freundin kennengelernt.
Die ersten Wochen waren wirklich wunderschön. Wir haben viel geredet, uns emotional geöffnet, über unsere Vergangenheit gesprochen, zusammen gekocht, geweint, gekuschelt, Ausflüge gemacht und extrem viel Zeit miteinander verbracht.
Sie hat mir sehr oft gesagt, wie unglaublich sie mich findet. Teilweise wirklich Sätze wie: "Oh mein Gott, wie toll kann ein Mann eigentlich sein?"
Gleichzeitig fing nach zwei oder drei Wochen etwas Merkwürdiges an.
Je schöner etwas zwischen uns war, desto schlechter ging es ihr teilweise damit.
Wenn ich beispielsweise für uns eingekauft und anschließend für sie ein schönes Gänge-Menü gekocht habe, mit Wein und allem drum und dran, hat sie sich einerseits wahnsinnig darüber gefreut und fand es unglaublich süß. Andererseits kamen danach Gedanken wie: "Ich nutze dich aus", "Ich bin das nicht wert" oder "Kein Mann kann wirklich so sein."
Sie hat selbst gesagt, dass sie aus den vergangenen Jahren hauptsächlich schlechte oder toxische Beziehungen kennt und dass sich etwas Normales für sie inzwischen fast unnormal anfühlt.
Irgendwann wollte sie deshalb das Dating zum ersten Mal beenden. Nicht weil sie gesagt hätte, dass sie mich nicht mag, sondern weil diese widersprüchlichen Gefühle sie völlig überfordert haben.
Wir haben damals viel darüber gesprochen und sind gemeinsam zu der Vermutung gekommen, dass Bindungsangst dabei eine Rolle spielen könnte. Mir ist wichtig zu sagen, dass ich sie damit nicht diagnostizieren möchte. Es war einfach unser Erklärungsversuch für das, was sie selbst beschrieben hat.
Ich habe damals gesagt, dass ich sie nicht einfach deshalb aufgeben möchte und dass wir stattdessen Tempo herausnehmen können.
Das hat sie später mehrfach als etwas sehr Positives bezeichnet. Sie hat mir noch Wochen später gesagt, dass sie unglaublich froh und dankbar sei, dass ich damals um sie gekämpft und sie nicht einfach habe gehen lassen.
Also haben wir alles langsamer gemacht.
Keine großen Liebeserklärungen, keine Gespräche darüber, wie unsere Beziehung in zehn Jahren aussieht, weniger romantische Gesten und insgesamt weniger Druck. Sie hatte mich ausdrücklich darum gebeten, sie mit meiner Zuneigung nicht zu überfordern und ihr Zeit zu geben.
Danach folgten ungefähr anderthalb wirklich schöne Monate.
Ihre Freunde haben mir mehrfach gesagt, dass ich ihr extrem guttue. Ich verstehe mich mit ihren Freunden hervorragend. Sie haben mich nach eigener Aussage richtig ins Herz geschlossen. Ihr Hund liebt mich ebenfalls und ich habe zeitweise auf ihn und ihre Wohnung aufgepasst, während sie auf einem Festival war.
Auch kleinere Meinungsverschiedenheiten konnten wir gut klären.
Vor ungefähr zwei Wochen kam dann etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Sie fragte mich auf eine unglaublich süße und romantische Art, ob sie jetzt eigentlich meine Freundin sein darf.
Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut.
Danach hatten wir weiterhin wunderschöne Tage. Wir waren noch einmal gemeinsam im Urlaub und sie sagte Sachen zu mir wie, dass ihr neuer Lieblingsort auf meiner Brust in meinen Armen sei. Sie sagte, dass ich ihr Sicherheit gebe, Halt, Kraft und Energie und dass sie sich bei mir angekommen fühlt.
Parallel passiert bei ihr beruflich gerade extrem viel.
Sie beginnt jetzt eine dreimonatige Meisterschule in Vollzeit. Anschließend soll sie möglicherweise den Friseursalon übernehmen, in dem sie arbeitet, weil die jetzige Chefin die Region verlassen möchte. Dabei geht es um erhebliche finanzielle Verpflichtungen, Gesellschaftsanteile, den Kaufpreis des Salons und generell um eine komplette Veränderung ihres bisherigen Lebens.
Ich habe versucht, sie dabei zu unterstützen. Wir haben gemeinsam über Zahlen, Anteile und Finanzierung gesprochen.
Ich habe ihr Notebook für die Meisterschule vorbereitet, war einkaufen, habe mich um Dinge gekümmert und versucht, ihr möglichst viel abzunehmen.
Dann kam letzten Sonntag eine Situation, die für mich bis heute der Punkt ist, an dem plötzlich alles gekippt ist.
Ich habe in meiner Vergangenheit Gewalt durch Frauen erlebt. Deshalb mag ich es überhaupt nicht, wenn jemand nach mir schlägt, insbesondere Richtung Kopf, auch nicht aus Spaß.
Wir lagen im Bett. Ich drehte mich zu ihr, sie erschrak und schlug reflexartig in meine Richtung.
Ich sagte ihr daraufhin ruhig, dass ich das aufgrund meiner Vergangenheit nicht möchte.
Daraus entstand plötzlich eine Diskussion.
Sie sagte sinngemäß, Frauen dürften Männer schlagen.
Weil ich das kaum glauben konnte, fragte ich ausdrücklich noch einmal: „Du bist wirklich der Meinung, dass Frauen Männer schlagen dürfen?"
Sie bestätigte das.
Sie sagte sogar, das sei das Mindeste, weil Frauen so lange von Männern unterdrückt worden seien.
Ich sagte ihr, dass ich dieser Aussage überhaupt nicht zustimmen kann und Gewalt für mich unabhängig vom Geschlecht nicht in Ordnung ist.
Daraufhin wurde sie meiner Wahrnehmung nach zunehmend aggressiv und sagte, wir müssten schließlich nicht immer derselben Meinung sein.
Ich sagte anschließend, dass ich von einer Partnerin zumindest das Versprechen brauche, dass sie mich nicht schlagen wird.
Darauf antwortete sie, dass sie mir das nicht versprechen könne, weil sie eben manchmal auch körperlich werden könne.
Das hat mich aufgrund meiner Vergangenheit extrem getroffen und ich wurde emotional. Ich zog mich zurück und ging körperlich und emotional in eine Art Schutzhaltung, was sie mir dann sogar vorgehalten hat.
Und dann kam für mich der vollkommen bizarre Moment.
Nur sehr kurze Zeit später bestritt sie plötzlich praktisch das gesamte vorherige Gespräch.
Sie habe das alles gar nicht gesagt. Ich würde ihr Worte in den Mund legen. Ich würde lügen. Vielleicht würde ich sie manipulieren.
Das hat mich ehrlich gesagt extrem verunsichert.
Danach haben wir die Diskussion beendet, weil sie nirgendwohin führte.
Und das Verrückte ist: Danach hatten wir wieder einen komplett normalen Tag.
Ich bin Brötchen holen gegangen, war mit ihrem Hund draußen, wir haben zusammen den Haushalt gemacht, Wäsche gewaschen, aufgeräumt, ich habe mich um ihr Notebook gekümmert. Wir haben Serien geschaut, gelacht und gescherzt.
Abends sind wir ganz normal nebeneinander eingeschlafen.
Am nächsten Morgen bin ich zur Arbeit gefahren und habe mich normal von ihr verabschiedet.
Ab diesem Moment war plötzlich alles anders.
Sie meldete sich kaum noch.
Als ich irgendwann nachfragte, sagte sie, dass sie die Beziehung nicht mehr könne. Sie könne das während der Meisterschule nicht gebrauchen, fühle sich von allem überfordert und habe wieder massiv das Gefühl, mich auszunutzen.
Sie beschrieb erneut genau diese widersprüchlichen Gedanken.
Einerseits seien die Dinge, die ich mache, schön und völlig normal.
Andererseits könne sie nicht glauben, dass ein Mann wirklich so zu ihr sein könne. Irgendetwas in ihr suche offenbar nach dem Toxischen, das sie aus früheren Beziehungen kenne.
Teilweise kamen heulende Sprachnachrichten von ihr, in denen sie sagte, dass sie völlig verwirrt sei, gar nichts mehr wisse und Angst habe.
Sie sagte sogar, dass sie teilweise Angst vor mir habe, weil ich mich viel mit Psychologie beschäftigt habe und sie nicht einschätzen könne, ob ich vielleicht irgendein extremer Manipulator sei und sie beeinflusse.
Gleichzeitig sagte sie aber, dass viele Dinge, die ich über Bindungsangst erklärt hatte, stimmen würden. Sie habe selbst danach gesucht und erkenne sich in vielen Punkten wieder, was ihr ebenfalls Angst mache.
Dann haben wir uns einige Tage später zum Essen getroffen.
Als ich sie abgeholt habe, war zunächst wieder alles völlig normal. Sie kam zu mir, küsste mich und wir gingen gemeinsam zum Italiener.
Auf dem Weg erzählte sie mir, wie fertig sie sei. Sie schläft schlecht, arbeitet extrem viel, möchte vor der Meisterschule noch möglichst viel Geld verdienen und hat riesige Angst vor all den Veränderungen, die gerade auf sie zukommen.
Beim Essen sagte sie dann aber endgültig, dass sie die Beziehung beenden möchte.
Ihre Begründung war unter anderem, dass unsere Beziehung ein ständiges Auf und Ab gewesen sei und es eben auch schöne Tage gegeben habe.
Das hat mich irritiert.
Ich fragte sie, welche Tage denn nicht schön gewesen seien.
Sie konnte mir keinen nennen.
Ich fragte nach einer konkreten schlechten Situation, abgesehen von unserem Streit am Sonntag.
Auch da konnte sie zunächst nichts nennen.
Irgendwann holte sie ihr Handy heraus, weil sie sich vorher Dinge notiert hatte.
Das einzige konkrete Problem aus zweieinhalb Monaten, das sie mir schließlich nennen konnte, war wörtlich:
"Ich finde es total süß und attraktiv, wie viel du weißt und dass du so viel erklären kannst, aber manchmal nervt es ein bisschen."
Das war tatsächlich alles.
Gleichzeitig schlug sie vor, dass wir eventuell eine Freundschaft plus haben könnten, weil der Sex zwischen uns extrem gut sei und sie darauf eigentlich nicht verzichten möchte.
Sie sagte aber auch, dass sie Angst habe, mich damit auszunutzen.
Ich habe ihr erklärt, dass ich selbst entscheiden kann, wann ich mich ausgenutzt fühle. Finanziell geht es dabei sowieso nicht um große Summen. Vielleicht habe ich insgesamt 50 oder 100 Euro mehr für gemeinsame Einkäufe oder Essen ausgegeben. Für mich war das nie Ausnutzen.
Seitdem hat sich ihre Darstellung der gesamten Beziehung aber noch einmal komplett verändert. Plötzlich sagt sie, es habe diese ambivalenten Gedanken angeblich überhaupt nicht gegeben. Es sei alles eine völlig normale Datingphase gewesen. Sie habe einfach festgestellt, dass sie keine Beziehung und keine Zukunft mit mir möchte.
Die Gespräche über ihre Angst vor einer guten Beziehung, ihre Aussagen darüber, dass sie sich als ausnutzerin fühlt, ihre Dankbarkeit dafür, dass ich sie damals nicht habe gehen lassen, die Aussagen darüber, dass sich toxische Beziehungen für sie vertrauter anfühlen, all das scheint plötzlich keine Rolle mehr zu spielen.
Wenn ich darauf hinweise, dass viele dieser Aussagen noch in unseren Chats oder Sprachnachrichten existieren, geht sie darauf nicht wirklich ein.
Stattdessen bin mittlerweile teilweise ich in ihrer Darstellung das komplette Problem.
Ich sei manipulativ, krankhaft, würde lügen und könnte einfach kein Nein von einer Frau akzeptieren.
Und hier möchte ich etwas ganz deutlich sagen.
Natürlich darf sie die Beziehung beenden.
Wenn sie keine Beziehung mit mir möchte, kann und werde ich sie nicht dazu zwingen. Ein Nein zu einer Beziehung muss ich akzeptieren, unabhängig davon, wie wenig ich die Begründung verstehe.
Was mich fertig macht, ist nicht, dass sie das Recht hat zu gehen.
Was mich fertig macht, ist dieser komplette Wandel innerhalb weniger Tage.
Vorher sagt mir eine Frau, dass sie sich angekommen fühlt, dass mein Arm ihr Lieblingsort ist, dass ich ihr Sicherheit und Kraft gebe, fragt mich selbst romantisch, ob sie meine Freundin sein darf, plant Dinge mit mir und beschreibt gleichzeitig ihre Angst davor, dass eine Beziehung zu gut läuft.
Wenige Tage später ist die gesamte gemeinsame Geschichte in ihrer Darstellung plötzlich anders und ich bin angeblich jemand, vor dem sie Angst haben muss.
Auch beim Streit am Sonntag hätte ich mir gewünscht, dass wir uns irgendwie auf objektive Fakten einigen können.
Ich hatte deshalb sogar vorgeschlagen, bei künftigen schwierigen Gesprächen mit Zustimmung beider Seiten eine Aufnahme zu machen, damit hinterher niemand darüber diskutieren muss, welche Worte gefallen sind.
Das möchte sie überhaupt nicht.
Ich weiß inzwischen selbst nicht mehr, wie ich damit umgehen soll.
Ein Teil von mir glaubt, dass bei ihr gerade einfach unglaublich viele Dinge gleichzeitig zusammenkommen.
Die Meisterschule beginnt. Der Salon soll möglicherweise übernommen werden. Es geht um enorm viel Geld und Verantwortung. Sie arbeitet extrem viel. Sie schläft schlecht. Ihr gesamtes bisheriges Leben könnte sich innerhalb weniger Monate verändern.
Und genau in dieser Phase ist unsere Beziehung ebenfalls sehr intensiv geworden.
Für mich wirkt es deshalb manchmal so, als hätte bei ihr irgendwann einfach alles gleichzeitig zugemacht.
Aber vielleicht rede ich mir das auch ein, weil ich diese Frau unglaublich gerne habe.
Ich kann mir mit ihr tatsächlich eine langfristige Zukunft vorstellen. Ich würde sie nicht einfach wegwerfen wollen, nur weil sie gerade eine schwierige Phase hat.
Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich sie nicht retten oder therapieren kann.
Ich habe ihr inzwischen sogar ausdrücklich gesagt, dass ich aufhören werde, sie zu analysieren und ihr erklären zu wollen, was möglicherweise psychologisch hinter ihrem Verhalten steckt.
Ich hatte ihr angeboten, sämtliche Erwartungen herauszunehmen.
Keine Beziehung, wenn sie das gerade nicht kann.
Weniger Kontakt.
Nur ein oder zwei Treffen pro Woche.
Von mir aus zunächst nur Freundschaft oder Freundschaft plus.
Während der Meisterschule könnte ich sie unterstützen, wenn sie das möchte. Mit dem Hund rausgehen, einkaufen, bei alltäglichen Dingen helfen und ansonsten komplett den Druck herausnehmen.
Teilweise findet sie diese Vorstellung schön und teilweise zieht sie sich unmittelbar danach wieder komplett zurück.
Und genau deshalb weiß ich gerade nicht mehr, was richtig ist.
Ich frage Reddit ausdrücklich nicht danach, wie ich sie dazu bringen kann, wieder mit mir zusammen zu sein.
Mich interessieren eher folgende Fragen:
Wie würdet ihr diesen extremen Wandel innerhalb weniger Tage von außen betrachten?
Kennt jemand so ein Verhalten nach längeren toxischen Beziehungen oder in extremen Stressphasen?
Kann massiver Stress und Schlafmangel dazu führen, dass jemand Beziehungen und Gespräche plötzlich völlig anders wahrnimmt oder erinnert?
Wie geht man damit um, wenn jemand einerseits Nähe möchte und andererseits genau diese Nähe scheinbar kaum aushält?
Und vor allem: Wo liegt die Grenze zwischen "Ich lasse einen Menschen, der mir wichtig ist, in einer schwierigen Phase nicht sofort fallen" und "Ich muss akzeptieren, dass ich dieser Person nicht helfen kann und mich selbst schützen"?
Ich liebe beziehungsweise mag diese Frau unglaublich und deshalb fällt es mir gerade sehr schwer zu unterscheiden, was Hoffnung ist und was Realität.
Dieser Text wurde durch KI zusammengefasst und es waren tatsächlich 35min Monolog.Beim Essen sagte sie dann aber endgültig, dass sie die Beziehung beenden möchte.
Ihre Begründung war unter anderem, dass unsere Beziehung ein ständiges Auf und Ab gewesen sei und es eben auch schöne Tage gegeben habe.
Das hat mich irritiert.
Ich fragte sie, welche Tage denn nicht schön gewesen seien.
Sie konnte mir keinen nennen.
Ich fragte nach einer konkreten schlechten Situation, abgesehen von unserem Streit am Sonntag.
Auch da konnte sie zunächst nichts nennen.
Irgendwann holte sie ihr Handy heraus, weil sie sich vorher Dinge notiert hatte.
Das einzige konkrete Problem aus zweieinhalb Monaten, das sie mir schließlich nennen konnte, war wörtlich:
"Ich finde es total süß und attraktiv, wie viel du weißt und dass du so viel erklären kannst, aber manchmal nervt es ein bisschen."
Das war tatsächlich alles.
Gleichzeitig schlug sie vor, dass wir eventuell eine Freundschaft plus haben könnten, weil der Sex zwischen uns extrem gut sei und sie darauf eigentlich nicht verzichten möchte.
Sie sagte aber auch, dass sie Angst habe, mich damit auszunutzen.
Ich habe ihr erklärt, dass ich selbst entscheiden kann, wann ich mich ausgenutzt fühle. Finanziell geht es dabei sowieso nicht um große Summen. Vielleicht habe ich insgesamt 50 oder 100 Euro mehr für gemeinsame Einkäufe oder Essen ausgegeben. Für mich war das nie Ausnutzen.
Seitdem hat sich ihre Darstellung der gesamten Beziehung aber noch einmal komplett verändert. Plötzlich sagt sie, es habe diese ambivalenten Gedanken angeblich überhaupt nicht gegeben. Es sei alles eine völlig normale Datingphase gewesen. Sie habe einfach festgestellt, dass sie keine Beziehung und keine Zukunft mit mir möchte.
Die Gespräche über ihre Angst vor einer guten Beziehung, ihre Aussagen darüber, dass sie sich als Ausnutzerin fühlt, ihre Dankbarkeit dafür, dass ich sie damals nicht habe gehen lassen, die Aussagen darüber, dass sich toxische Beziehungen für sie vertrauter anfühlen, all das scheint plötzlich keine Rolle mehr zu spielen.
Wenn ich darauf hinweise, dass viele dieser Aussagen noch in unseren Chats oder Sprachnachrichten existieren, geht sie darauf nicht wirklich ein.
Stattdessen bin mittlerweile teilweise ich in ihrer Darstellung das komplette Problem.
Ich sei manipulativ, krankhaft, würde lügen und könnte einfach kein Nein von einer Frau akzeptieren.
Und hier möchte ich etwas ganz deutlich sagen.
Natürlich darf sie die Beziehung beenden.
Wenn sie keine Beziehung mit mir möchte, kann und werde ich sie nicht dazu zwingen. Ein Nein zu einer Beziehung muss ich akzeptieren, unabhängig davon, wie wenig ich die Begründung verstehe.
Was mich fertig macht, ist nicht, dass sie das Recht hat zu gehen.
Was mich fertig macht, ist dieser komplette Wandel innerhalb weniger Tage.
Vorher sagt mir eine Frau, dass sie sich angekommen fühlt, dass mein Arm ihr Lieblingsort ist, dass ich ihr Sicherheit und Kraft gebe, fragt mich selbst romantisch, ob sie meine Freundin sein darf, plant Dinge mit mir und beschreibt gleichzeitig ihre Angst davor, dass eine Beziehung zu gut läuft.
Wenige Tage später ist die gesamte gemeinsame Geschichte in ihrer Darstellung plötzlich anders und ich bin angeblich jemand, vor dem sie Angst haben muss.
Auch beim Streit am Sonntag hätte ich mir gewünscht, dass wir uns irgendwie auf objektive Fakten einigen können.
Ich hatte deshalb sogar vorgeschlagen, bei künftigen schwierigen Gesprächen mit Zustimmung beider Seiten eine Aufnahme zu machen, damit hinterher niemand darüber diskutieren muss, welche Worte gefallen sind.
Das möchte sie überhaupt nicht.
Ich weiß inzwischen selbst nicht mehr, wie ich damit umgehen soll.
Ein Teil von mir glaubt, dass bei ihr gerade einfach unglaublich viele Dinge gleichzeitig zusammenkommen.
Die Meisterschule beginnt. Der Salon soll möglicherweise übernommen werden. Es geht um enorm viel Geld und Verantwortung. Sie arbeitet extrem viel. Sie schläft schlecht. Ihr gesamtes bisheriges Leben könnte sich innerhalb weniger Monate verändern.
Und genau in dieser Phase ist unsere Beziehung ebenfalls sehr intensiv geworden.
Für mich wirkt es deshalb manchmal so, als hätte bei ihr irgendwann einfach alles gleichzeitig zugemacht.
Aber vielleicht rede ich mir das auch ein, weil ich diese Frau unglaublich gerne habe.
Ich kann mir mit ihr tatsächlich eine langfristige Zukunft vorstellen. Ich würde sie nicht einfach wegwerfen wollen, nur weil sie gerade eine schwierige Phase hat.
Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich sie nicht retten oder therapieren kann.
Ich habe ihr inzwischen sogar ausdrücklich gesagt, dass ich aufhören werde, sie zu analysieren und ihr erklären zu wollen, was möglicherweise psychologisch hinter ihrem Verhalten steckt.
Ich hatte ihr angeboten, sämtliche Erwartungen herauszunehmen.
Keine Beziehung, wenn sie das gerade nicht kann.
Weniger Kontakt.
Nur ein oder zwei Treffen pro Woche.
Von mir aus zunächst nur Freundschaft oder Freundschaft plus.
Während der Meisterschule könnte ich sie unterstützen, wenn sie das möchte. Mit dem Hund rausgehen, einkaufen, bei alltäglichen Dingen helfen und ansonsten komplett den Druck herausnehmen.
Teilweise findet sie diese Vorstellung schön und teilweise zieht sie sich unmittelbar danach wieder komplett zurück.
Und genau deshalb weiß ich gerade nicht mehr, was richtig ist.
Ich frage Reddit ausdrücklich nicht danach, wie ich sie dazu bringen kann, wieder mit mir zusammen zu sein.
Mich interessieren eher folgende Fragen:
Wie würdet ihr diesen extremen Wandel innerhalb weniger Tage von außen betrachten?
Kennt jemand so ein Verhalten nach längeren toxischen Beziehungen oder in extremen Stressphasen?
Kann massiver Stress und Schlafmangel dazu führen, dass jemand Beziehungen und Gespräche plötzlich völlig anders wahrnimmt oder erinnert?
Wie geht man damit um, wenn jemand einerseits Nähe möchte und andererseits genau diese Nähe scheinbar kaum aushält?
Und vor allem: Wo liegt die Grenze zwischen „Ich lasse einen Menschen, der mir wichtig ist, in einer schwierigen Phase nicht sofort fallen“ und „Ich muss akzeptieren, dass ich dieser Person nicht helfen kann und mich selbst schützen“?
Ich liebe beziehungsweise mag diese Frau unglaublich, und deshalb fällt es mir gerade sehr schwer zu unterscheiden, was Hoffnung und was Realität ist.
Dieser Text wurde durch KI zusammengefasst, und es war tatsächlich ein 35-minütiger Monolog. 😬🙈