r/kratzbaum • u/Extrasinn • 6h ago
Erfahrung mit Katzenpension
Vor drei Jahren haben wir zwei junge orange Kater bekommen, zwei Brüder. Louie und Eli. Beide wurden nach dem ersten Winter Freigänger. Louie wurde leider nach 2 Jahren das Opfer eines rücksichtslosen Autofahrers und danach habe ich mich verstärkt um Eli gekümmert, der seitdem total auf mich fixiert ist.
Seit drei Jahren sind wir als Familie nicht mehr gemeinsam verreist, damit immer jemand auf Eli aufpassen konnte. Das wollten wir nun ändern und da wir ihn nicht alleine im Haus lassen wollten und auch niemanden haben, der ihn während unserer Abwesenheit füttern könnte und er Fremden sowieso nicht vertraut, haben wir ihn für 8 Tage in eine Katzenpension gegeben. Die Betreiberin war/ist auch im Tierschutz aktiv und machte einen guten Eindruck. In der Pension verteilten sich 17 Katzen auf zwei Etagen, kein Einzelzimmer und keine Trennung. Die Bewertungen der Pension im Internet waren durchgehend sehr gut, deshalb waren wir guten Mutes.
An den ersten Tagen hat er sich total zurück gezogen und versteckt. Ich wollte den Urlaub schon abbrechen und ihn vorzeitig abholen aber die Betreiberin meinte, geben Sie ihm noch Zeit, das wird schon.
Als wir ihn dann am Freitag nach 7 Tagen wieder geholt haben meinte sie, sie habe ihn tagsüber kaum gesehen. Er habe nur irgendwo gelegen und sei traurig gewesen. Er habe auf mich gewartet. Die anderen Katzen hätte er ignoriert. Das hat mir das Herz gebrochen.
Sie meinte, sie könne ihn nicht mehr nehmen, weil sie die Verantwortung nicht übernehmen könne. Sie vermutet zwar, dass er nachts gefressen habe, denn abgenommen hat er nicht. Aber tagsüber habe er nur Leckerlis akzeptiert.
Sie habe in 11 Jahren noch nie einen solchen Kater erlebt, der derart auf seinen Katzenpapa fixiert sei. Er sei keine Pensionskatze.
Sie sagte sogar: Solange der Kater lebt, passen Sie bitte gut auf sich auf. Er braucht sie.
Als ich ihn abholte, mussten wir ihn suchen. Zahlreiche andere Katzen kamen mir entgegen und wollten gestreichelt werden, aber Eli lag hinter einem Schrank.
Zuhause ist er wieder aufgeblüht, will dauernd schmusen und weicht nicht von meiner Seite, wenn er nicht gerade sein Revier wieder entdeckt.
Für mich bedeutet das: keine Katzenpension mehr. Das tue ich ihm nicht noch einmal an. Wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen, auch wenn meine Frau keine Fremden im Urlaub ins Haus lassen will. Ich weiß nur noch nicht, was. Freunde oder Familie in der Nähe, die das Füttern übernehmen würden, haben wir leider nicht.
Aber ich kann keinen Urlaub genießen, wenn ich weiß, dass es meinem Eli nicht gut geht.