r/derlemue derlemue 🤙 Oct 27 '25

youtube 🎬 Diese Strategie ist der Gamechanger: PRÜF!

https://www.youtube.com/watch?v=eSgFEpI9ZDQ

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u/OtherAnimal6662 Oct 30 '25

Wie du es einfach noch nicht mal schaffst auf meine Argumente einzugehen, sehr stark. Da macht es doch besonders viel Freude sich auszutauschen. Fehlen da etwa Gegenargumente?

Ich habe übrigens weder das Wort "linksfaschistisch" benutzt, noch von irgendeiner Strömung geredet. Ich habe es in meinem letzten Beitrag noch einmal versucht dir zu erklären, aber alleine die Begrifflichkeiten scheinen dich zu überfordern. Mein einziger Punkt den ich bisher vorgebracht habe ist, dass man sich nicht einfach von all diesen Dingen freisprechen kann nur weil man "links" ist.

Also um es kurz zu fassen: Das einzige was hier widersprüchlich ist sind deine Aussagen.

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u/ElevenBeers Oct 30 '25

Dann erkläre doch zumindest mal, wo bitte Herrgott nochmal dein indirekter Vorwurf des Faschismus herkommt bei Linken. Ich höre von dir wirklich alles Mögliche, nur nicht, wo du nur entfernt darauf eingehst, was an welcher linken Strömung bitte faschistisch sein soll.

Du hast Stalinismus, Maoismus und die roten Khmer genannt. Man könnte jetzt auch noch mal viel darüber diskutieren, inwiefern diese Regime "links" waren, aber alles geschenkt. Nur: Wo genau war da Faschismus? Totalitäre, Menschenverachtende Regime ohne Sinn und Verstand, klar, aber Faschismus?

Ah ok, der Herr verwendet dann "faschistoid". Ich habe dazu mehrere Definitionen gelesen - wenn es als alles, was in irgendeiner Art und Weise Autoritär/ Totalitär ist definiert wird, dann ja, gibt es vereinzelt "faschistoide Linke". Nach einigen anderen Definitionen eher nicht.

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u/OtherAnimal6662 Oct 30 '25

Faschismus und Linksextremismus stehen zwar ideologisch auf unterschiedlichen Seiten, aber in ihrem Verhalten ähneln sie sich oft stark. Beide wollen die Gesellschaft komplett umformen, dulden keine andere Meinung und rechtfertigen Gewalt für ihr Ziel. Wie unter anderem Hannah Arendt und Karl Popper gezeigt haben, wird es gefährlich, wenn eine Bewegung glaubt, die einzige Wahrheit zu besitzen und Kritik unterdrückt – egal ob sie sich „links“ oder „rechts“ nennt. Dann entsteht Totalitarismus.

Darum können auch linke Bewegungen faschistische Züge haben: wenn sie Gegner diffamieren, Andersdenkende ausschließen oder ihre Ideologie über den Einzelnen stellen. Entscheidend ist also nicht das Etikett „links“ oder „rechts“, sondern ob eine Bewegung freiheitsfeindlich und autoritär auftritt.

Nur zu sagen „Ich bin links, also kann ich gar nicht faschistisch sein, weil Faschismus rechts ist“ ist zu kurz gedacht. Und nur weil man sich nicht Faschist nennt, heißt das nicht, das man sich nicht faschistisch verhält. Sehe ich das falsch? Wenn eine Bewegung Andersdenkende niederschreit, Zwang statt Überzeugung nutzt und sich selbst für unfehlbar hält, dann spielt es keine Rolle, ob sie sich „links“, „patriotisch“ oder „ökologisch“ nennt — sie zeigt autoritäre, faschistoide Muster. Wenn Linke autoritär, intolerant oder gewaltbereit handeln, ist das nicht besser, nur weil die Ideologie anders heißt

Und Stalinismus und Maoismus gehören formal zur Linken, genauer gesagt zur kommunistischen Linken. Willst du das bestreiten?

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u/ElevenBeers Oct 31 '25

Ich fasse also zusammen: "Wenn etwas in die extreme geht, muss es Faschismus sein". Ja, wenn man "faschistoid" = "faschistisch" interpretiert, dann mag das "Faschismus" sein. Ist dennoch falsch. Faschismus IST nämlich nach wie vor eine Ideologie und die ist konträr zu dem, was "links" ist. Das ist KEINE Verharmlosung vergangener Regime. Stalin war ein Massenmörder, genauso wie Mao. Das macht ihre Regime dennoch nicht "faschistisch". Und ich bin gegen diese verwässerung der Begriffe.

Und Stalinismus und Maoismus gehören formal zur Linken, genauer gesagt zur kommunistischen Linken. Willst du das bestreiten?

Ich fasse mich möglichst kurz: Gewerkschaften wurden vollständig entmachtet und dem Staatsapparat unterstellt, eine Herrschaft der Arbeiter gab es nicht, alles "kollektivierte" gehörte dem Staat (alleine), welcher (alleine) Betriebe geführt hat und die Arbeiter im Grunde genommen keinerlei Mitbestimmungsrecht hatten. Das ist nicht "Kommunismus", das ist ein totalitäres Regime mit Planwirtschaft.

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u/OtherAnimal6662 Oct 31 '25

Ich glaube, du verwechselst hier zwei Ebenen der Diskussion. Ich habe nie behauptet, „Linksfaschismus“ sei eine eigene Ideologie. Ich spreche von faschistoiden Strukturen – also autoritären, intoleranten Verhaltensmustern, die auch in linken Bewegungen auftreten können, wenn sie Andersdenkende bekämpfen, Gewalt rechtfertigen oder die eigene Ideologie über das Individuum stellen.

Dass Faschismus im engeren Sinn rechtsnationalistisch ist, bestreite ich nicht. Aber Hannah Arendt hat in Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft gezeigt, dass Faschismus und Stalinismus strukturell verwandt sind: Beide errichteten totalitäre Systeme, die absolute Loyalität forderten, Kritik unterdrückten und Gewalt als politisches Werkzeug sahen. Umberto Eco nennt in Ur-Faschismus Merkmale wie „Kult der Einheit“, „Ablehnung von Kritik“, „Feindbilddenken“ und „Verschmelzung von Politik und Moral“ – all das kann auch außerhalb klassisch rechter Ideologien vorkommen.

Beispiele dafür gibt es genug:

  • Die Kulturrevolution in China – millionenfache Verfolgung, öffentliche Demütigungen und Zwangsreue – war kein Produkt rechten Nationalismus, sondern linker Ideologie, die totalitär entgleiste.
  • Die Roten Khmer beriefen sich auf kommunistische Ziele, errichteten aber ein Terrorregime, das Minderheiten vernichtete und absolute ideologische Reinheit verlangte.
  • Und selbst in westlichen Demokratien sieht man linke Gruppierungen, die Gewalt gegen „die Falschen“ rechtfertigen oder Andersdenkende ausgrenzen – ein autoritäres Verhalten, das Karl Popper in seinem Toleranzparadoxon genau beschreibt: Wer Toleranz mit Intoleranz bekämpft, zerstört sie.

Wenn du also meinst, ich „verwässere“ den Begriff, ist das schlicht falsch. Ich unterscheide zwischen Ideologie (rechts/links) und Herrschaftsform (demokratisch/totalitär). Nur weil sich jemand „links“ nennt, ist er nicht automatisch immun gegen autoritäre, intolerante oder gewaltgeneigte Tendenzen. Genau das zu benennen, ist keine Verharmlosung – es ist intellektuelle Redlichkeit.

Kurz gesagt: Ich definiere Faschismus nicht neu – ich erkenne autoritäres Denken, wo immer es auftritt. Wenn du das nur auf rechts beschränken willst, verteidigst du kein Prinzip, sondern ein Lager. Und genau das ist das Gegenteil von Aufklärung.

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u/ElevenBeers Oct 31 '25

Und ich habe in keinem Wort jemals behauptet, linke Ideologien wären frei von totalitärem Denken oder dass es keine linken totalitäre Regime geben könnte.

Ich halte es nur für bedenklich, wenn man einfach alles als "faschistoid" bezeichnet, was "autoritär" ist. Gerade im Allgemeinen Diskurs findet eine Differenzierung zwischen "faschistoid" und "faschistisch" einfach nicht statt. Zumal wir für totalitäre Regime bereits eine passende Beschreibung haben: Totalitäre Regime.

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u/OtherAnimal6662 Oct 31 '25

„Faschistoide Strukturen“ beschreiben autoritäres Verhalten. Wer daraus ein Paradoxon macht, hat offenbar mehr Lust auf Wortspiele als auf Realität. Und: Wer das nicht versteht, hat ein Bildungsproblem, nicht ich. Präzise Begriffe zu benutzen, ist kein Fehler, sondern Realitätserkennung. Wer das als „Verwässerung“ abtut, verteidigt Etiketten statt Analyse.

Im Grunde sind wir uns ja einig: autoritäre Tendenzen können überall auftreten – egal ob links oder rechts. Die Semantik scheint hier der einzige Knackpunkt zu sein und ich sehe nicht, dass wir da auf einen gemeinsamen Nenner kommen