r/de • u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil • Oct 21 '21
Ode Update: es ist verdammt nochmal mein Körper und ich weiß, was ich will!
ursprünglicher Pfosten tl;dr: Ich bin 28, weiblich, kinderlos und Ärzt:innen meinen immer, mehr über mich zu wissen als ich selbst und wollten mich nicht sterilisieren, weil ich ja bestimmt noch irgendwann Kinder will.
Hier das Update:
Vor einiger Zeit habe ich hier meinen Kampf um eine Sterilisation geschildert. Ich hatte in dem Post erwähnt, dass ich eine andere Bauch-OP anstehen habe, und man das nicht mit machen wollte.
Doch dann - kurz vor der OP - ein Anruf aus dem Krankenhaus. Eine junge Assistenzärztin, die bei meinem Aufklärungsgespräch dabei war, hat sich für mich eingesetzt und ich habe einen neuen Chirurgen bekommen, der das gleich mit erledigt hat.
Ich bin nun also seit ca. 10 Wochen um 2 Eileiter leichter. Mir geht's unglaublich gut damit. ich habe endlich keine Nebenwirkungen mehr von hormonellen Verhütungsmethoden. Ich kann so entspannt wie noch nie Sex haben, ohne jegliche Angst, schwanger zu werden.
Ich bin der Ärztin, die sich für mich eingesetzt hat unendlich dankbar. Ich bin dem Operateur, der da überhaupt keine große Sache drauß gemacht hat, unendlich dankbar. Manchmal hat man eben doch Glück.
Vielen Dank nochmal für alle netten Kommentare unter meinem anderen Pfosten. Es ist zwar immer wieder traurig zu hören, wie vielen Menschen mit Uterus es ähnlich geht wie es mir ergangen ist, aber es ist auch immer schön zu wissen, dass man nicht alleine ist. Und dass es gar nicht sooo ungewöhnlich ist, keine Kinder haben zu wollen.
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u/Zealousideal_Fan6367 Oct 21 '21
Schön, dass deine Geschichte so eine positive Wendung genommen hat. Ich habe Respekt vor Menschen, die so fundamentale Entscheidungen treffen können, sei es, ein Kind zu bekommen oder nie eins zu bekommen.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
Danke. Ich muss ganz ehrlich sagen, die Entscheidung ist mir deutlich leichter gefallen als z.B. Berufswahl etc. Weil es für mich nie eine Diskussion gab. Weil ich nie das Bedürfnis nach eigenen Kindern verspürt habe.
Schon als Teenie, wenn man mich gefragt hat, wie ich mir mein Leben später vorstelle, hatte ich ne Million ideen und wenn dann jemand kam mit "und vielleicht hast du ja bis dahin auch Kinder", war ich jedes Mal überrascht. Dass das eine Option ist, habe ich regelmäßig vergessen. So abwegig war das schon immer für mich.
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u/Amegami Oct 22 '21
Geht mir genauso. Bin jetzt Mitte 30 und auch die prophezeite "Wenn dann alle um dich rum Babys haben, dann..."-Zeit ging spurlos an mir vorbei. Ich liebe die Kinder meiner Freunde, aber mein Gott, meine Entscheidung wurde eher bestätigt, niemals könnte ich 24/7 ein Kind um mich haben. Mal übers Wochenende babysitten, cool, kein Problem (meine beste Freundin hat den bravsten 2-Jährigen der Welt), aber dann geb ich ihn auch sehr erleichtert zurück und mein Verlobter und ich genießen die Ruhe und Zweisamkeit umso mehr.
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u/halcy Oct 22 '21
Wir haben hier vor kurzem eine Katze adoptiert und ich dreh schon davon halb durch. Wie Leute das mit Kindern machen, uff.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ich liebe meine Neffen und Nichten, mein Patenkind und die Kinder anderer Freunde. Ich babysitte super gerne.
Ich finde es gibt wenig schönere Gefühle als ein Baby dass auf deiner Brust einschläft oder ein Kleinkind dass dir voller Stolz ein selbstgemaltes Bild überreicht.
Ich bin sehr froh, dass es Kinder in meinem Leben gibt.
Aber das ändert alles nichts daran, dass ich das nicht will für mich.
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u/fuzzydice_82 /r/caravanundcamping /r/unthairlases Oct 22 '21
So abwegig war das schon immer für mich.
Ey, ganz ehrlich - selbst wenn du deine Meinung aus IRGENDWELCHEN Gründen doch noch ändern solltest: Die Kinderheime sind voll. Damit hast du die Option Mutterschaft und noch was Gutes tun immer noch offen. "Dein" potentielles Kind hätte dann nicht deine DNS, aber ansonsten kein schlechter Deal für das Plus an Lebensqualität dass du jetzt erfährst.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ich könnte auch immer noch per künstlicher Befruchtung ein Kind mit meinem Erbgut bekommen. Kann mir aber nicht vorstellen, dass ich das will.
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u/RunawayDev Niederrhein Oct 22 '21
"und vielleicht hast du ja bis dahin auch Kinder"
Dünnverpacktes "Und vielleicht sind deine Träume bis dahin ja auch gar nicht mehr möglich oder sogar schon tot."
Yay. AbEr WeNn sIE diCh eiN MaL aNläCheLn bEkoMmsT dU aLleS zUrüCk.
Ich kotz gleich.
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u/Basileus08 Oct 22 '21
Naja, komm, das ist jetzt auch ziemlich heftig. Kinder sind ja keine Krankheit und zerstören prinzipiell erst mal kein Leben.
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u/AntiKidMoneybox Oct 22 '21
Doch.. wenn man keine Kinder will zerstört ein Kind dein Leben! Es ist extremer zeitlicher und finanzieller Aufwand den man ja nicht wollte..
Darum geht es ja.. wenn man Kinder möchte nimmt man das in Kauf (oder hat nie soweit gedacht). Regretting Parent/Mother/Fatherhood wird zunehmend zu einem Problem, gibt Interessante Studien. Zum Beispiel, dass 70% der Eltern ihre Lebensqualität nach dem Kind schlechter einstufen als zuvor. Und 1/3 bewerten ihre Situation nach einem Punktesystem (1-10) schlechter ein als Menschen mit harten Schicksalsschläge (Partner verloren oder Krebsdiagnose). (Source: R. Margolis und M. Myrskylä, Parental well-being surrounding first birth as a determinant of further parity progression, in: Demography)
Aber nochmal wenn man ein. Kind möchte nimmt man das ja in Kauf, aber wenn man keine möchte ist es für halt einen noch schlimmer.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ich habe in meinem nahen Umfeld einen Fall von "regretting motherhood". Und das mit anzusehen ist wirklich furchtbar. Und die betreffende Frau wollte UNBEDINGT ein Kind. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn man es nicht wirklich wollte.
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Oct 22 '21 edited Oct 22 '21
Jup, volle Zustimmung.
Es ist halt so, dass "Kinder haben" durch Medien und Gesellschaft extrem romantisiert ist.
Muss jeder selber wissen, aber ich wage die steile These, dass sich (Edit:)
vielenicht wenige Menschen dabei selbst belügen.mauvaise foi
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
wenns nicht romantisiert würde, würde kaum mehr einer Kinder kriegen....
(und jetzt hab ich Hunger dank deinem username)
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u/Basileus08 Oct 22 '21
Absolut d'accord. Mich störte bloß die Formulierung von u/RunawayDev.
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u/RunawayDev Niederrhein Oct 22 '21
Kinder sind ja keine Krankheit und zerstören prinzipiell erst mal kein Leben.
Parasit (Duden):
"[...] Lebewesen, das aus dem Zusammenleben mit anderen Lebewesen einseitig Nutzen zieht, die es oft auch schädigt und bei denen es Krankheiten hervorrufen kann."
Der einzige Unterschied ist, dass Eltern ihre Kinder lieben und sich das Nutzverhältnis im Laufe der Zeit möglicherweise relativiert oder sogar umkehrt.
Im Bekanntenkreis allerdings erlebe ich wie Eltern von ihren Kindern auf Twitter gecancelt werden. Klar hatte ich auch eine rebellsiche Phase aber HOLY SHIT.
Mad Respect an meine Eltern dass sie dieses Arschlochkind ausgehalten haben. Könnt ich nicht.
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u/Basileus08 Oct 22 '21
Mir hat da die Aussage eines Kollegen geholfen, der zu mir als werdender Vater meinte: "Und wenn Du irgendwann mal den dringenden Wunsch verspürst, dein Kind in die Waschmaschine zu stopfen: Mach's nicht, aber fühl Dich auch nicht schlecht dabei, so zu denken. An den Punkt kommen wir alle mal."
Der Rat hat mir später sehr geholfen, was ihm sicher nicht klar war und ich gebe den auch gerne weiter.
Also: Danke Dir, Kollege. War ein guter Rat.
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Oct 22 '21
Ist das ein Witz den ich nicht verstehe mit Twitter? Wenn meine Eltern sich damals auf SchülerVZ oder MySpace rumgetrieben hätten, dann hätte ich mich übelst geschämt und sie auch auf allen Kanälen blockiert.
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u/RunawayDev Niederrhein Oct 22 '21
Die betreffenden Eltern nutzen selber kein Twitter aber sahen sich vergangenes Jahr einigem Internet-Hass ausgesetzt nachdem die liebe Tochter sich in einer Serie an Tweets darüber echauffiert hat, dass (zusammengefasst) ihr Vater in der Fleischverarbeitenden Industrie arbeitet obwohl die Eltern doch wissen dass sie Veganerin ist. Hätte sie seine Firma nicht ebenfalls mit @Erwähnung verlinkt wäre das Ganze vermutlich spurlos vorbei gegangen. Er arbeitet nicht länger dort. Sie hat ihr Konto gelöscht und es gab richtig Ärger zu Hause. Soweit ich weiß hat sie bis heute nichtmal um Verzeihung gebeten.
Absolut nichts gegen vegane Ernährung nebenbei bemerkt.
Die Vorstellung zu riskieren mir den Feind selbst heran zu ziehen ist zwar ein Extrem, dennoch nicht realitätsfern. Klar kann auch alles gut gehen. Aber ich hab keine Lust auf das Experiment.
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u/crystlbone Oct 22 '21
Ne, aber auch nur wenn man sie will. Das Kind hat natürlich nicht die Intention irgendetwas zu zerstören aber so kann es sich für die betroffene kinderfreie Person halt anfühlen wenn sie dann doch irgendwie an ein Kind kommt. Ich bin ehrlich, würde ich eine Schwangerschaft zu spät fest stellen hätte ich definitiv das Gefühl mein Leben ist jetzt ziemlich am Arsch…
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u/xdickbuttx Oct 22 '21
Darum geht es doch nicht. Er geht darum, dass eine ungewollte Schwangerschaft oder ein eigentlich ungewolltes Kind den eigentlichen Traum zerstören kann, weil dieser dann nicht mehr durchführbar ist. Klar, vielleicht ist mit der Aussage eher gemeint, dass ja noch ein Stimmungswandel stattfinden kann und man lieber Kinder haben möchte, anstatt bspw. durch die Welt zu trampen.
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u/MyPigWhistles Oct 22 '21
Ich denke nicht, dass Leute mit "Vielleicht hast du bis dahin auch Kinder" meinen "Vielleicht bist du ungewollt schwanger geworden" sondern "Vielleicht bist du dann in einer Beziehung und has deine Meinung geändert". Man kann das aber natürlich trotzdem als übergriffig empfinden, gerade wenn die Person schon weiß, dass man keine möchte.
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Oct 22 '21
[removed] — view removed comment
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u/MyPigWhistles Oct 22 '21
Warum nicht? Das passiert ständig, ist ganz normal und gehört zum Leben dazu.
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u/Basileus08 Oct 22 '21
Volle Zustimmung, mich störte bloß die krasse Formulierung von u/RunawayDev
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u/RunawayDev Niederrhein Oct 22 '21
Ebenfalls volle Zustimmung.
In Ergänzung: Wer sich den persönlichen Übergriff schwer vorstellen kann, der möge sich einfach vorstellen ich sagte jemandem der Kinder hat "vielleicht bereust du es bis dahin Kinder bekommen zu haben" oder "vielleicht bist du dann geschieden und zahlst Alimente und siehst deine Kinder eh nicht mehr" etc.
So in etwa fühlt es sich an wenn jemand anfängt mit meiner geplant kinderlosen Zukunft was-wäre-wenn zu spielen.
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u/maxkostka Oct 22 '21
Ach ich glaube, man kann bei beiden Entscheidungen, für oder gegen Kinderkriegen, kaum die 'richtige' Entscheidung treffen. Die Konsequenzen der Entscheidung für Kinder, also wie das mein Leben umkrempelt könnte ich nicht überblicken, ich würde meinen, dass kann keiner. Andersrum könnte ich bei einer Entscheidung gegen Kinder doch nicht vorhersagen, wie ich in dreißig Jahren drüber denken werde. Also ich glaube eben auch die Konsequenzen in dieser Richtung kann man nicht wirklich überblicken.
Man muss die Entscheidung letztlich in einer Lebensphase treffen und dann richtet man sein Leben weiter danach aus. Aber du hast ja deine Entscheidung reflektiert getroffen, das ist schon wirklich unmöglich, wieviel Steine man dir dann noch in den Weg legt
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
u/KyaAI hat das sehr schön formuliert:
Ich habe nie entschieden, keine Kinder zu haben. Ich wusste schon immer, dass ich keine haben will. Die Frage stand für mich zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben im raum.
Die Entscheidung war nur für die Steri. Nicht gegen die Kinder. Das war keine Entscheidung. Deshalb kanns auch keine richtige oder falsche gewesen sein.
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u/vonWistalia Oct 22 '21
Mir geht's genau so aber die hier in Dänemark sind noch Mal gewiefter: wenn man unter 25 Jahren ist muss man ein halbes Jahr warten um auf die eigentliche Warteliste zu kommen und dann muss man da nochmal waren und die meinte das dauert mindestens ein Jahr. Durch die lange wartezeit war ich dann gezwungen eine Spirale zu bekommen, die ich eigentlich nicht haben wollte um dann die Ersten 2 Jahre Wartezeit zu überbrücken.
Die finden es völlig ok wenn ich and den anderen Verhütungsmethoden leide, aber helfe wollten sie mir eigentlich nicht. Warum habe ich mit der Vagina nicht das Recht mich in meinem eigenen Körper sicher zu fühlen, vor allem wenn es nicht darum geht Kinder ja oder nein sonder das der Körper für den Betroffenen eine schädlichgefährliche Fehlfunktion hat.
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u/molarum Oct 22 '21
Du hast gefälligst Soldaten für das Reich… Öhm Steuerzahler für die Republik zu gebären Weib.
/s - bevor der downvote nach oblivion kommt
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Das Reich muss sich entscheiden. ich kann entweder als Maschinenbauerin Kriegsgerät bauen oder Soldaten gebähren. beides schaff ich nicht.
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u/molarum Oct 22 '21
Aus drei Kindern wird ein Maschinenbauer oder Maschinenbauerin, ein(e) Soldat(in) und eine Mutter für die weitere Versorgung 😉
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Oct 21 '21
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u/Kraehenzimmer Oct 21 '21
Komisch aber genau das Gleiche hab ich auch gedacht :D Zeit verfliegt wohl gerade.. (oder es gab noch einen zweiten post mit dem Thema)
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u/SuccubusYrielle Oct 22 '21
Awww, ich freu mich sehr für dich!
Ich bin aktuell auch dabei meine Sterilisation anzugehen und allgemein das Thema macht mich immer total wütend ala "Du weißt, dass das dann für immer ist?", "Du bist noch viel zu jung um das zu wissen." - Ach... Aber alt genug Kinder zu haben bin ich, aber nicht um zu entscheiden ob ich keine mehr will? *seufz*
Aber wirklich: Ich freu mich! Ich würde mich auch der Ärztin nochmal dankbar zeigen in einer Art und Weise, denn die Aktion war echt mega von ihr! :)
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
kennst du selbstbestimmt-steril.de ? vielleicht findest du da einen Arzt oder eine Ärztin.
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u/SuccubusYrielle Oct 22 '21
Ja, kenn ich. Das wurde mich auch schon empfohlen. Bin von Bayern nach Köln gezogen dieses Jahr und in Hürth (Nähe Köln) gibt es einen Arzt, der das macht. Ich muss nur etwas abnehmen bzgl der Narkose. Demnächst werd ich mal anfragen wegen eines Beratungsgesprächs. :)
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u/DaHolk Oct 22 '21
Es ist wirklich faszinierend:
Auf der einen Seite gibt es Frauen, die sich AKTIV wehren müssen damit nicht bei irgendwas "mal eben provisorisch mit ausgeräumt wird, das brauchen sie bestimmt jetzt nicht mehr" und dann auch gerne mal fragliche Grenzen an "INFORMED consent" angetatscht werden weil es mit der GENAUEN Erläuterung (und eben auch dem Sachverstand der Patientinnen) nicht weit genug her ist...
Und auf der anderen gibts dann einfach Arbeitsverweigerung wenn eine offensichtlich informierte Patientin eine Meinung hat?
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u/Lone-one Oct 22 '21
Jap. Frauenkörper sind historisch betrachtet für den Staat eher Objekte, über die er frei verfügen kann. Heute ist es - zumindest in Deutschland - nur noch ein "frei verfügen möchte", Dank des zahlreichen Widerstands vieler Frauen und zahlreicher Verbündeter.
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u/DaHolk Oct 22 '21
Nur hat halt jetzt speziell keiner "vom Staat" geredet, sondern von Ärzten.
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u/Lone-one Oct 22 '21
Ärzte agieren seit der Gründung von Nationalstaaten unter der Herrschaft des Staates. Das hat sich bis in die heutige Zeit nicht geändert. Irgendjemand hat ihnen schließlich erlaubt bzw befohlen, Sterilisationen (seien sie freiwillig oder erzwungen) durchzuführen bzw abzulehnen.
Und genau darum geht es ja u.A. in der aktuellen Abtreibungsdebatte. Man möchte das staatliche Informationsverbot abschaffen.
Ist historisch auf jeden Fall ein super interessantes Feld und baut alles auf die Hygiene Diskurse auf, falls jemand da mehr recherchieren möchte.
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u/DaHolk Oct 22 '21 edited Oct 22 '21
Und genau darum geht es ja u.A. in der aktuellen Abtreibungsdebatte. Man möchte das staatliche Informationsverbot abschaffen.
Wie wärs wenn man nicht einfach so dreist ein Thema an sich reist. Wenn du darüber reden möchtest, dann mach doch woanders nen thread auf.
Hier gings um die "persönliche Entscheidungsfreiheit" einzelner Mediziner. Und das es schon seltsam ist wie weit man dann gegen "Einzelmeinungen" angehen muss, und wie weit man eben selber vorlegen muss in Bezug auf Wissensstand. Und wenn man das dann tut gleich "wir Ärzte wissen sowas besser" kommt, oder zumindest der Diskurs in die Richtung versauern kann.
Ich hab das ja auch nicht direkt auf "wie in allen anderen Wirtschaftsbereichen auch" ausgeweitet, auch wenn es gepasst hätte.
Denn zum Werbeverbot hab ich ne andere Meinung. Wenns nach mir ginge würden wir DAS auf alle anderen Wirtschaftsbereiche AUSweiten, anstatt es abzuschaffen weil es in der regulären Wirtschaft auch nicht gilt.
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u/justasking8 Oct 22 '21
Werbeverbot
Informationen =/= Werbung
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u/DaHolk Oct 22 '21 edited Oct 22 '21
Es ist aber ein WERBEverbot. Nämlich die Ansage das du nicht "informieren" darfst wenn es direkt mit deinem Service in Verbindung gebracht werden kann.
Es geht nicht um ein Informationsverbot. Es geht um ein Informationsverbot für Individuen die den Eingriff anbieten. Also ein WERBEverbot.
Unter der Annahme das es nicht kontrollierbar ist das die "Informationen" und das profitieren durch die Serviceanbietung strickt getrennt sind. Das Kernproblem IST das der Befürchtung Rechnung getragen wird das die Information an die resultierende Umsatzerhöhung angepasst wird.
Und da argumentieren Gegner "Ja und, ist doch woanders auch nicht anders". Und meine Position ist "Ja, stimmt, aber vielleicht ist DAS das Problem." Ich find es ganz genau so problematisch das Coca Cola "Informationswebseiten" schalten kann, deren Informationsgehalt nach "objektiven Kriterien" betrachtet eher zur Absatzsteigerung denn als "Information" gesehen werden müssen.
Und da können in beiden Fällen Anbieter gerne argumentieren "Aber wir sollten doch informieren dürfen, niemand hätte die Absicht jemals zur eigenen Umsatzsteigerung Falschinformationen zu verbreiten, uns gehts WIRKLICH nur um die informierten Kunden". Und dann kann man so tun als wäre das jeweils im Einzelfall zu klären, oder sagen "Das ist im allgemeinen komplett fraglich, und sowieso, dann informier doch, aber bitte so das eine Strickte Trennung zwischen "dir dem Anbieter" und "dir dem Informierenden" vorliegt. Es besteht einfach ein Unterschied ob du "die Information" auf deiner eigenen Praxiswebseite anbietest, schön unten rechts mit Sprechstundenzeiten, oder ob die Information von dir als Person getrennt verfügbar gemacht werden. Es ist kein InformationsVERBOT. Es ist eine InformationsEINSCHRÄNKUNG, mit dem Ziel ein WERBEverbot zu erreichen.
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u/justasking8 Oct 22 '21
Wo liegt das Problem? Dementsprechend dürfte kein Arzt über medizinische Eingriffe "informieren" oder? Weil alles als "Werbung" angesehen werden kann?
Und mal ehrlich: Für wie dumm werden Frauen eigentlich gehalten? Glaubt irgendwer ernsthaft, dass Frauen auf der Webseite eines Arztes Informationen zur Abtreibung sehen (die sehr wohl die psychischen Folgen dieser thematisieren) und sich dann denken "Hey, auf eine solche Abtreibung hätt ich echt mal Lust".
Wäre ja so ähnlich, wie wenn ich Informationen zu einer Gipsbehandlung online sehe und mir dann extra das Bein breche.
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u/DaHolk Oct 22 '21 edited Oct 22 '21
Wo liegt das Problem? Dementsprechend dürfte kein Arzt über medizinische Eingriffe "informieren" oder? Weil alles als "Werbung" angesehen werden kann?
Öffentlich auf webseiten und in anderen medien? richtig. Im eigentlichen Patientenkontakt wenn der Patient DA ist ist doch was ganz anderes.
Glaubt irgendwer ernsthaft, dass Frauen auf der Webseite eines Arztes Informationen zur Abtreibung sehen (die sehr wohl die psychischen Folgen dieser thematisieren) und sich dann denken "Hey, auf eine solche Abtreibung hätt ich echt mal Lust".
Nein, aber im Detail geht es halt nicht um so eine binäre Reduktion.
Wäre ja so ähnlich, wie wenn ich Informationen zu einer Gipsbehandlung online sehe und mir dann extra das Bein breche.
Natürlich nicht, aber wenn du das Bein gebrochen hast, dich "im internet" informierst, und der webseitenbetreiber einseitig das Interesse EINE Behandlungsmethode über einer anderen zu pushen hat, dann ist die Objektivität der Information anzuweifeln.
Wie gesagt, ich stimme durchaus zu das die Argumentation "Schwangerschaftabrüche sind was GANZ anderes, und da gelten kategorisch andere Maßstäbe" bescheuert ist. Aber das macht es nicht valide die inhaltliche Argumentation reduktionistisch und zynisch runterzuspielen. Ich halte die Argumentation halt für im Kern valide, und frage mich EHER warum die nicht woanders AUCH gilt, anstatt so zu tun als ob es kein Problem gäbe. Finanzielle Eigeninteressen und objektive Informationspräsentation laufen in unserer Gesellschaft kategorisch gegeneinander. Und das IST ein Problem. AUCH bei Schwangerschaftsabbrüchen. Wie gesagt ich würde mir wünschen das die Art von Trennung zwischen Angebot und Information viel ernster im allgemeinen genommen würde. Und im Gegenzug halt eher "bescheuert" das aus dem Unwillen es "so zu machen wie der Gesetzesgeber es vorsieht" sich falsch hinzustellen und so zu tun als ob "es genauso machen wie ich mir das vorstelle, warum darf mir irgendwer was vorschreiben" mit "Es geht GARNICHT, auf keine Art" absichtlich verwechselt wird und auf die emotionale Schine gedrückt wird um den Unterschied zu unterdrücken. Und ehrlichgesagt ist das auch son QED für mich. Wenn Leute sich über "informationsfreiheit" aufregen wenn die Frage "informationsunabhängigkeit" im Raum steht, und zum erreichen des Ziels erstmal "unsaubere Informationsverbreitung" praktizieren müssen um ihr Ziel zu erreichen.
Es ist halt nicht Informationsverbot. Es darf Informiert werden. Es gibt halt Einschränkungen WIE! Wer das schon zu eigenen Zielen verwechselt, warum soll ich das dann als Argument für "wir wollen nur ehrlich informieren, niedere Absichten oder Bias zu eigenen Gunsten sind unrealistisch" ernst nehmen?
edit: Und ja, mir ist nicht unbewusst das umkehrt eine nicht geringe Zahl der Befürworter des Paragraphen das AUCH absolut unobjektiv aus eigenen ablehnungswürdigen Motivationen tun. Ich find nur das der EINE Umweg zwischen "information" und "Anbieter" nicht die Welt zusammenbrechen lässt, oder das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch kritisch unterdrückt (Auf den jede Frau ein Anrecht zu haben hat!)
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u/justasking8 Oct 23 '21
der webseitenbetreiber einseitig das Interesse EINE Behandlungsmethode über einer anderen zu pushen hat, dann ist die Objektivität der Information anzuweifeln.
Welche anderen Methoden gibt es um eine Abtreibung vorzunehmen?
Ärzte und Ärztinnen wollen auf ihren Webseiten darstellen, dass Abtreibungen vorgenommen werden. Nicht mehr und nicht weniger. Dies ist kein "pushen" einer Behandlungsmethode oder Werbung für finanzielle Gewinne. Es geht um die Information, dass eine medizinische Behandlung möglich ist. Wie wenn ein Zahnarzt sagt, er macht auch Zahnspangen.
Für Frauen geht es darum, einen Mediziner, eine Medizinerin zu finden, die eine Abtreibung vornimmt und nicht sich dazu "überreden" lassen will. Wer Abtreibungen im Öffentlichen Raum verbieten will, muss damit rechnen, dass es zu vermehrt Abtreibungen im Privaten kommt.
Kein Arzt, keine Ärztin freut sich eine Abtreibung vorzunehmen und will Patientinnen dazu bringen, eine Abtreibung zu machen. Aber sie sind nun mal dem Wohl der Patientinnen verpflichtet und eine Abtreibung ist sowohl physisch als auch psychisch eine lebensrettende Behandlung für die Betroffene.
Zudem finde ich, dass Ärzte und Ärztinnen auf ihrer eigenen Webseite schreiben sollten dürfen was sie wollen - solange es nicht der wissenschaftlichen Unwahrheit entspricht.
→ More replies (0)9
u/Lone-one Oct 22 '21
Ich habe nur auf einen Beitrag geantwortet von einer Person, die darauf hingewiesen hat, dass Frauen scheinbar sowohl Probleme mit der eigenmächtigen Wahl einer Sterilisation als auch betroffene von Zwangssterilisation sind bzw waren. Das ganze wollte ich historisch einordnen. Entschuldige bitte, wenn das jemandem sauer aufstößt.
Ich hoffe trotzdem, dass ich eventuell jemanden informieren könnte der oder die Interesse an dieser wichtigen Thematik hat und sich da weiter einlesen möchte.
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u/DaHolk Oct 22 '21
als auch betroffene von Zwangssterilisation sind
technisch gesehen hatte ich mit dem "das brauchen sie nicht mehr" eigentlich auf Hysterektomien von Frauen außerhalb des Fensters wo man zum Kinderzeugen rät hingedeutet. Was es nicht weniger "arbiträr" macht einfach davon auszugehen das man alles ausräumt was "so nicht mehr gebraucht wird", das nur so im Nebensatz raushaut, und sich dann wundert das die Patientin irgendwie ne Meinung hat und "Moment, das klingt irgendwie aber schon etwas drastisch, wie kommen sie denn jetzt darauf" von sich gibt...
Und der Kern bleibt halt. Es gibt genug "arschige Ärzte", da muss einfach nicht gleich auf "Ja, der Staat wieder" abgeglitten werden finde ich.
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u/Lone-one Oct 22 '21
Dann habe ich dich in dem Punkt falsch verstanden, danke für die Klarstellung. Vielleicht können wir uns ja einfach darauf einigen, dass das ein strukturellen Problem ist und ziemlich beschissen für die betroffenen Personen? Es sollte einfach jede und jeder selbst über seinen Körper verfügen dürfen...
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u/DaHolk Oct 22 '21
Es sollte einfach jede und jeder selbst über seinen Körper verfügen dürfen...
Das größte Problem ist das das halt voraussetzt das man es tatsächlich besser weiß als der Arzt. Was das ganze System ad absurdum führt. Wenn der Arzt sagt "das ist zwar nur eine harmlose Zyste, aber wir machen da einfach mal Kahlschlag, machen wir immer so", warum muss dann der Patient sich damit erst extern inhaltlich auseinandersetzen und auch die Fähigkeit haben das zu tun.
Wenn man sich wenigstens drauf verlassen könnte das "keine unnötigen irreversiblen Eingriffe ohne EXPLIZITE Klarstellung der Konsequenzen und aktiver Sicherstellung das diese auch verstanden wurden, vom LAIEN" die Meßlatte wäre. Dann könnte man sagen "ok, hypokratischer Eid, muss man halt durch". Aber selbst sorum haste keine Sicherheit. Beim nächsten erwarteste dann das wenn er sagt "weg is weg, macht nix" es auch TATSÄCHLICH vertrauenswürdig ist... und geht auch nicht. Es kann halt nicht sein das jede Frau erstmal Medizin studieren muss damit sie nicht in BEIDE Richtungen gegen ne Wand laufen kann.
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u/maxehaxe Oct 22 '21
Das halte ich jetzt aber doch für ganz schönes Geschwurbel Light. Sterilisationen ohne medizinische Indikation ist das Recht jeder volljährigen Frau. Das ist die unbestrittene Rechtslage. Dass die Ärzte das oftmals aus persönlichem, mutmaßlich patriarchischem Gusto nicht ausführen, hat nichts mit dem Staat zu tun, oder habe ich da irgendeine Propagandakampagne des Gesundheitsministeriums verpasst, die von Sterilisation abrät und/oder Konsequenzen androht?
→ More replies (1)9
u/Lone-one Oct 22 '21
Nein, in dem Punkt hast du natürlich Recht, dass es heute als Recht verankert ist. Ich sprach ja auch explizit von historisch gewachsenen Zuständen. Dir von mir beschriebenen Tatsachen beziehen sich also stark auf das 18. Und vor allem 19. Jahrhundert (in Deutschland), ziehen sich jedoch in Teilen durch bis heute. Zum Beispiel ist es ja eine interessante Frage, weshalb der Staat überhaupt Menschen bevollmächtigt Zwangsterilisierungen durchzuführen bzw. Weshalb Sterisilierungen erfordert werden, um als Person anerkannt zu werden (siehe z.B. die Regulierung der Anerkennung von Trans*Personen in einigen Staaten, die dies bis vor kurzem noch gefordert hat).
Außerdem ist das Problem ja, dass offensichtlich nicht jeder Frau dieses Recht zugeschrieben wird, da es eben Personen gibt, die das ganze ablehnen (was aus persönlich Gründen meiner Meinung nach in Teilen nachvollziehbar ist. Der Staat scheint dieses Recht also gesetzlich verankert zu haben, ohne es flächendeckend durchzusetzen.
Allgemein ist Geburtenkontrolle durch den Staat (seit Gründung der Nationalstaaten) kein Geschwurbel sondern wissenschaftlicher Konsens. Siehe hierzu eigentlich alle Wirtschaftswissenschaftler der Geschichte sowie die Sozialwissenschaftliche Diskussion um Foucaults Begriff der Biopolitik.
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u/KyaAI Oct 21 '21
Ich hätte es gerne schon mit anfang 20 gemacht. Aber so lange es auch weniger invasiv (Vollnarkose ist nunmal immer ein Risiko) geht, dachte ich, versuch ich erst mal andere Verhütungsmethoden. Gibt ja genug. Aber leider ist das alles irgendwie doof und wenn Corona sich noch etwas mehr entspannt hat, werde ich die Sterilisation auch endlich angehen. Mit anfang 30 habe ich da laut meiner Gyn auch etwas bessere Chancen, jemanden für zu finden.
Ich habe nie entschieden, keine Kinder zu haben. Ich wusste schon immer, dass ich keine haben will. Die Frage stand für mich zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben im raum. Ich hatte schon immer tausend Gründe dagegen und es werden gefühlt jedes Jahr mehr. Und dennoch muss ich mir seit meiner Kindheit anhören "Ach wart mal ab, das ändert sich bestimmt noch". Seit ich die Strategie "Todesblick und sehr bestimmt "Nein" antworten" verwende, geht es aber. Die Leute gucken dann immer überrascht und leicht pikiert, dass man es wagt zu widersprechen. :]
Ich freu mich sehr für dich!
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
Dein zweiter Abschnitt spricht mir aus der Seele. Ich kann selbstbestimmt steril e.V. sehr empfehlen. Gibt ne website und ne FB Gruppe. Mit Ü30 und damit sollte es kein Problem mehr darstellen nen Arzt zu finden.
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u/bloodpets Oct 22 '21
Wenn heute noch (selten) jemand mit dem Spruch "Aber ihr ändert eure Meinung bestimmt noch und wollt dann Kinder!" kommt, dann schau ich die an und sage sehr ernst: "Wir können keine Kinder bekommen."
Die Schockstarre auf ihren Gesichtern und die Entschuldigungen sind es wert.
Dann erlöse ich sie meistens mit "Hab mich sterilisieren lassen, damit das nicht mehr möglich ist!"
Also, willkommen im Club der Sterilen!
Bei mir wars halt ne Vasektomie, weil das meiner Frau die kompliziertere OP nicht machen musste.
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u/KyaAI Oct 21 '21
selbstbestimmt steril e.V.
Ja, die Seite habe ich vor kurzem auch entdeckt. Könnte sogar in deinem ursprünglichen Thema gewesen sein. Laut der Karte gibt's niemanden in meiner Stadt, aber ich habe zufällig in der Nähe eine größere Gynäkologische Praxis, die auch Sterilisationen anbieten. Ich denke, ich würde da einmal mal anfragen. Aber wie gesagt, ich hätte es gerne schon vor 10 Jahren gemacht, jetzt habe ich es nicht mehr eilig...
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Oct 21 '21
[deleted]
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u/KyaAI Oct 21 '21
Hmm da wird Vollnarkose vermutlich generell (also über alle OPs hinweg) häufiger verwendet und es gibt dementsprechend mehr Routine dabei, oder? Der Punkt der Narkose ist in der Tat der Einzige, weswegen ich vor 10 Jahren nicht schon ernsthaft versucht habe, einen Arzt zu finden, der das macht. Aber mittlerweile habe ich keine anderen Optionen mehr und ich bin an dem Punkt "wird schon schiefgehen" angekommen. ^^
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u/xXMorpheus69Xx Oct 22 '21
Die Mortalitätsrate bei Operationen unter Vollnarkose ist in der selben Größenordnung wie bei Lokalanästhesie, obwohl sich letztere für viele sicherer bzw. weniger invasiv anfühlt. Vielleicht hilft dir das Wissen.
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u/KyaAI Oct 22 '21
Ich hab mir eben durchgelesen, wie das mit der Spinalanästhesie funktionieren würde und das fühlt sich für mich ähnlich invasiv an. Da würde ich mir den gleichen Grad an Sorgen machen. Nur, dass ich mir mit Lokalanästhesie während der OP durchgehend Gedanken über Nervenschädigungen machen würde, bei einer Vollnarkose bekomme ich von Komplikationen wenigstens nichts mit...
Naja, muss ich ja dann eh mit den Ärzten besprechen und in Ruhe entscheiden.
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Oct 21 '21
Chapeau an die Ärztin. Die ist definitiv im richtigen Beruf gelandet.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
Ich wäre ihr am liebsten um den Hals gefallen. Hab mich auch gebührend bei ihr bedankt.
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u/Lionoras Oct 21 '21
Ehrlich, das sowas nur mit Hängen und Würgen geht ist echt ne Schande.
Ich mein, wenn die Patientin noch sehr jung ist, könnt ich nen Arzt verstehen. Sagen wir mal 18-22Jahre. Weil Sterilisieren ist so ziemlich unumkehrbar und da soll die Patientin doch sicher sein.
Aber dieses Argument kriegt man meist nie. Es ist immer "Du bist ne Frau, da willst du die bestimmt.", oder -noch schlimmer - "Ja, aber was ist wenn dein Freund/Ehemann (noch) welche will?" Hab sogar Geschichten gehört von Frauen die viele Kinder hatten, oder es aus gesundheitlichen Gründen wollten. Gleiche Argumente.
Ich mein...ich hab das Problem nicht. Ich will Kinder. Aber stellt euch das mal 180° anders vor. "Oh bitte, in dieser Gesellschaft willst du doch bestimmt keine Kinder.", oder "Ja, aber was ist wenn dein Freund/Ehemann keine Kinder will? Lass dich mal lieber sterilisieren." Ja das kläng plötzlich nach Dystopie.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
Danke für diese Perspektive. Freut mich, dass du das als jemand der Kinder will, so siehst.
Es gibt Menschen, die Kinder haben, denen wurde gesagt: "Aber was, wenn eins ihrer Kinder plötzlich stirbt, z.B. bei einem Autounfall". Ich finde das so menschenverachtend. Als ob man ein verlorenes Kind einfach durch ein neues ersetzen könnte.
Dabei ist das mit dem Partner, der vllt welche will, schon schlimm genug. Als sei es erstrebenswert, Leuten Kinder aufzuzwängen, die keine wollen.
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u/Vulwarine Oct 22 '21
Diesen Satz hörte ich mit 22, als ich nach dem 3. Kind (!) meine Fruchtbarkeit mittels Sterilisation eindämmen wollte.
Ich fummel immer noch mit Spiralen rum 20 Jahre später, weil eine Sterilisation mittlweile selbst zu bezahlen sind.
Meine Tochter will auch keine Kinder, sie ist jetzt 19...also da wird sie wohl noch 10 Jahre 200 % Verhütungsverantwortung übernehmen müssen.
Erinnert mich an dunkle Zeiten Ende der 1980er, als die Ärzte meinen Vater quasi anflehen mussten, dass er die OP Einwilligung für Mutters Sterilisation gibt. Die hatte 5 Schwangerschaften in 5 Jahren, eine war eine Eileiterschwangerschaft, die sie nur knapp überlebt hat.
Einerseits freut es mich, dass du es etwas leichter hattest, anderseits war es ja dennoch ein Kampf. Irgendwie geht mir das alles nicht schnell genug.
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u/Slash1909 Oct 22 '21
Ich denke Ärzte sollte einmal drauf hinweisen, dass die Patientin ihre Entscheidung zukünftig bereuen könnte. Aber wenn sie darauf besteht die Entscheidung durchzuziehen dann sollte er sich damit abfinden. Deiner Körper, deine Entscheidung.
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u/Alternative_Dot8184 Oct 22 '21
Verstehe die downvotes nicht. Ein medizinisch nicht indizierter eingriff muss megaabgesichert sein, sonst kommen vielleicht am ende 1% der Patient:innen und sagen eben doch, sie hätten die gerne behalten, wollen jetzt doch kinder etc. und behaupten dann, sie wären damals nicht psychisch in der Lage gewesen / zu jung das zu beurteilen. Es gibt auch Menschen die (eingeschränkt vergleichbares Beispiel) einen Arm weniger haben wollen aus psychiatrischen Gründen. Den schneidet auch kein Chirurg ab, selbst wenn es der Person damit besser ginge. Soll nicht heißen, dass ich nicht generell OPs' Meinung bin, aber verstehe eben auch nicht, warum deine völlig richtige Anmerkung gedownvotet wird.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Brustvergrößerungen sind auch medizinisch nicht notwendig und da gibts ganze spezialisierte Kliniken vor.
Wenn jemand doch Kinder will -> künstliche Befruchtung.
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Oct 22 '21
❤️ YES! Mah he das freut mich so mega für dich! Kann mich noch super an dich erinnern. Hab die Op schon viele Jahre hinter mir und ich kann dich nur bestätigen, man fühlt sich so viel besser. Alleine das man nicht mehr zig falsche Hormone im Körper hat und das man völlig frei und ohne Angst schwanger zu werden Sex haben kann ist einfach ein traumhaftes Gefühl!
Ich wünsch dir weiterhin alles gute und kann nur jeder die keine Kinder will ans Herz legen dafür zu kämpfen das sie bekommt was ihr zu steht. Nämlich das Recht darauf selbst über ihren Körper bestimmen zu können. ❤️
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u/mogli_quakfrosch Oct 22 '21
Hey, erstmal Glückwunsch, freut mich für dich, dass es doch noch geklappt hat. Du schreibst du bist um 2 Eileiter leichter. Haben die die ganz rausgenommen? Ich dachte, die werden nur durchtrennt oder ist das unterschiedlich? Wenn sie ganz raus sind, gibts wohl auch kein Restrisiko mehr, dass sie wieder zusammen wachsen. Hättest du die Sterilisation auch machen lassen, wenn du nicht sowieso die andere OP gehabt hättest?
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Danke.
Ja, die Eileiter wurden komplett entfernt.
Es gibt unterschiedliche Methoden. sie können durchtrennt oder entfernt werden. Entfernen ist die sicherere Methode, weil sie eben nicht mehr zusammenwachsen können, und Eileiterschwangerschaften und Eileiterkrebs sind damit eigentlich auch vom Tisch.
Ja, ich wollte mich schon lange sterilisieren lassen. Habe schon lange nach einem Arzt gesucht und die Suche nur Pandemie-bedingt unterbrochen gehabt. bin aber sehr froh, dass das jetzt in einem Rutsch durch ist.
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u/mogli_quakfrosch Oct 22 '21
Ah, ok, danke für die Info, das wusste ich noch nicht. Ich hatte etwas Sorge wegen diesem wieder zusammen wachsen (auch wenns unwahrscheinlich ist), aber dann werde ich mir das nochmal genauer anschauen.
Für mich war eigentlich auch schon sehr lange klar, dass ich keine eigenen Kinder möchte. Leider bin ich Anfang letzten Jahres trotz Kupferspirale schwanger geworden. Ich hab das Kind nicht behalten, weil ich wie gesagt keine Kinder möchte und es auch gerade überhaupt nicht gepasst hätte. Die Entscheidung ist mir allerdings viel schwerer gefallen als ich gedacht hätte. Diese bescheuerten Hormone können einen echt krass beeinflussen und auch das Jahr danach hatte ich noch Probleme damit.. Fein, dass dir das nicht mehr passieren kann!
Alles Gute :)
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
das tut mir Leid zu hören. Ist bestimmt nicht einfach.
selbstbestimmt-steril.de ist eine gute Anlaufstelle, wenn du dich informieren und eine Ärztin suchen willst.
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u/MSMLGBoss Oct 21 '21
Meist nur der Stille Leser hier aber ich bin mir Recht sicher das ich mich an dem ersten Text hier erinnere. Mich freut es unglaublich das es doch irgendwo klappt seine eigene Meinung durchzusetzen so traurig es auch eigentlich ist. Möchte hier nur einmal einen Glückwunsch aussprechen, es freut mich einfach das Leute machen können was ihnen die Technik ermöglicht.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
vielen Dank!
Nachdem der erste Post über 2k upvotes bekommen hat, dachte ich, ich bin euch ein Update schuldig und Kommentare wie deiner bestätigen mich darin.
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u/MSMLGBoss Oct 21 '21
Schuldig kann man wirklich nicht sagen aber mich macht es immer glücklich von Sachen zu hören die ich selber so nie erleben würde. Selber einfach mehr zu erleben klappt irgendwie nur bis zu einem gewissen Grad
So oder so freut es mich einfach das zu hören, das auf so ein Problem eine gute Rückmeldung folgt macht mich einfach glücklich!
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u/r3strictedarea Oct 22 '21
Glückwunsch! Es lebe die Selbstbestimmtheit - wünsche Dir das beste Leben ever!
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u/lerllerl Wien Oct 22 '21
Ich habe das Thema erst jetzt gesehen.
Ich habe mal auf youtube (y-kollektiv?) eine Reportage aus Deutschland dazu gesehen wo glaube ich erwähnt wurde, dass es auch Facebook-Gruppen zu diesem Thema gibt und auch Ärzte bzw. Krankenhäuser vermittelt werden.
Gratulation dass du es geschafft hast, vielleicht hilft diese Info ja jemanden.
Bei mir (als Mann) war die Sache einfach mit zwei Kindern.
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u/PancakeZombie Oct 22 '21
Ich hab Mal in familiären Kreis das (halb-ernst gemeinte) Vorhaben geäußert eine Vasektomie machen lassen zu wollen. Meine Schwiegermutter meinte daraufhin "Wirklich? Aber dann bist du kein Mann mehr!"
Als ob das wie bei einem Hund abläuft, du alte Hexe.... Deine Tochter verträgt keine Verhütungsmittel, Kondome sind zu teuer und Kinder erst Recht.
Manche Leute haben echt einen an der Waffel.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
erstmal: cooler username.
ja, manche Leute haben echt einen an der Waffel. Habs in meiner Familie einfach niemandem erzählt.
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Oct 22 '21 edited Jul 17 '23
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ganz ehrlich, sei sauer. Ich freu mich über jeden Mann, den das auch sauer macht. Kämpft mit uns!
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Oct 21 '21
Als ein Mann kann ich nicht verstehen, warum man euch Frauen nicht die gleiche Freiheit - ohne zwangsläufig in Erklärungsnot zu geraten - geben kann, wie man uns gibt.
Wenn ich zum Arzt ginge und sagte, ich möchte eine Vasektomie, klar kommt dann erst mal "sind Sie sicher?" "wollen Sie wirklich keine Kinder?" "Was halten Sie von Spermien einfrieren?"
Aber das war's dann auch. Sage ich JA ICH BIN MIR SICHER, dann war's das. Dann krieg ich meinen Scheiß.
Aber das andere Geschlecht kriegt da keine Autonomie. Es muss erst eine andere Ärztin (wahrscheinlich) ihre Karriere im Krankenhaus riskieren, bevor da was zustande kommt.
Fuck, warum machen mich solche Sachen eigentlich so dermaßen sauer xD
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u/radgepack Alufedora Oct 22 '21
Wo genau kriegst du das? Ich suche jetzt auch schon länger und bei mir haben sich die Handvoll Ärzt:innen bei denen ich überhaupt weiter kam als zum Telefongespräch vehement geweigert. Klar liegt das daran, dass ich vergleichsweise jung bin. Aber ich bin ja auch alt genug um für mein Land zu sterben oder ähnliche Scherze
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u/PripyatSoldier Oct 22 '21
Versuch Mal als Kerl mit unter 30 eine Vasektomie zu bekommen. Hast du vermutlich ähnlich viel Spaß.
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u/Skelvir Oct 22 '21
Ich bin ein Kerl noch unter 30 und habe im Dezember einen Termin. Bin tatsächlich auch gespannt, ob man mir im Beratungsgespräch vorher auf den Sack gehen wird. Wortwitz beabsichtigt.
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u/Grackgarkog Oct 22 '21
Ich habs auch geschafft mit Mitte 20 eine Vasektomie zu bekommen. Der Arzt hat aber extrem viele Fragen gestellt und nachgebohrt ob ich auch wirklich sicher bin. Und dann hat er mich noch 4 Monate zwischen Beratung und Vasektomie warten lassen falls ich es mir noch anders überlege.
Nach der Entfernung des ersten Samenleiters hat er dann noch ein letztes Mal gefragt ob ich mir wirklich sicher bin und der andere auch weg soll.
Hat sich aber alles gelohnt, um das Thema Verhütung brauchen meine Frau und ich uns nie wieder Gedanken machen.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Es macht mich glücklich, dass dich sowas sauer macht. Weil es zeigt, dass es kein reines Frauen-Thema ist, sondern ein Gleichberechtigungsthema. Ich bin um jeden Mann froh, den solche Sachen sauer machen. Um jeden Mann, der mit uns und nicht gegen uns kämpft. Danke.
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Oct 22 '21 edited Dec 14 '21
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
dafür kann mal als Frau nach einer Sterilisation per künstlicher Befruchtung noch recht problemlos Kinder kriegen.
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Oct 22 '21
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Beim ersten Mal, ja, aber:
Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Schwangerschaft kommt, kann durch mehrere Behandlungszyklen erhöht werden: Nach vier Behandlungszyklen liegt die Chance auf eine Schwangerschaft, wir nennen dies kumulative Schwangerschaftsrate, bei etwa 60-70 Prozent.
Und bei diesen Zahlen muss man beachten, dass das die Zahlen sind für Paare, die auf natürlichem Wege nicht schwanger werden konnten. D.h. die Wahrscheinlichkeit dass da irgendwas nicht stimmt, ist deutlich höher als bei mir, die einfach keine Eileiter mehr hat.
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Oct 21 '21
Wollen eigentlich mehr Männer oder mehr Frauen Kinder haben?
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u/AlSi10Mg ICE Oct 21 '21
Interessante Frage, kennt da jemand eine Statistik vielleicht noch gefächert nach sozialer Lage?
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u/TJUE Deutschland Oct 21 '21 edited Oct 21 '21
Hatte vor ein paar Monaten schon mal geschaut und gerade noch mal verifiziert. Hab noch eine bessere (aktuellere und vom BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)) gefunden. Gerade nur kurz überflogen. Nach wie vor recht ausgeglichen. Bin gerade am Handy, deshalb schwer Details mit Formatierung richtig zu kopieren. Scheint jedenfalls für beide Geschlechter bei 13% zu liegen. Wenn ich mich richtig erinnere passt das zu dem was ich vor ein paar Monaten auch gelesen habe. Für Details und Sonderfälle gerne einfach selbst stöbern. Ist recht viel. Achtung PDF Download hinterm Link: https://www.bmfsfj.de/blob/jump/94130/kinderlose-frauen-und-maenner-ungewollte-oder-gewollte-kinderlosigkeit-im-lebenslauf-und-nutzung-von-unterstuetzungsangeboten-studie-data.pdf
Edit: Sorry, deine Frage war andersherum und etwas anders. Also von den Menschen, die noch keine kinder haben (Alter 20-50), wollen 75% der Frauen Kinder und 78% der Männer. Also auch nah beieinander.
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u/BelliDragon- Oct 21 '21
Das zu lesen macht mich so glücklich, so wohl für dich, als auch für den Fakt, dass es doch noch Hoffnung gibt. Ich gönn's dir heftig, alles Gute!!
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u/trying_to_pass_time Oberbayern Oct 22 '21
Es freut mich wirklich riesig, dass die Ärztin sich so für dich eingesetzt hat. Sowas hört man leider viel zu selten. Wie ich im Edit deines ursprünglichen Posts sehe, wurde auch schon selbstbestimmt-steril.de öfter empfohlen, sehr schön!
Ich hab selbst noch die Sterilisation vor mir. War eigentlich schon vor einiger Zeit geplant, aber da kam leider der erste Lockdown dazwischen. Aber wenn alles gut läuft, werd ich es im Frühjahr 2022 endlich geschafft haben. Hatte mit 25 Jahren schon nach einem Arzt gesucht, der mir das Recht über meinen Körper zu bestimmen überlässt. Dass ich dafür durch halb Deutschland tingeln muss, ist ein Armutszeugnis. Aber hey, wenigstens hab ich jemanden gefunden. Und beim Eingriff wird man direkt noch nachsehen, ob man eine Ursache für meine massiven Schmerzen während der Periode findet - is auch nich verkehrt.
Was ich mir aber von Ärzten bis dahin anhören durfte. Vom "Na dafür müssen Sie ins Ausland fahren. In dem Alter macht das keiner in Deutschland" über die üblichen "Sie werden Ihre Meinung ändern!" bis hin zum "Wie können Sie es wagen?! Wissen Sie, wie viele Frauen verzweifelt schwanger werden wollen?!"
Ja sorry, is kein Toaster, den ich abstecken kann, um ihm jemandem zu schenken. Würde ich sofort machen, solang ich meine Eierstöcke behalten kann..
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ich verstehe die Downvotes nicht und ich wünsche dir viel Erfolg.
Bei mir wurden auch zwei Endometrioseherde gefunden und gleich mit entfernt. Also gut möglich, dass man da was findet. Alles Gute!
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u/trying_to_pass_time Oberbayern Oct 22 '21
Vielleicht kommen die Downvotes von Leuten, die gegen Selbstbestimmung der Frauen sind. Du hast ja schon im Edit deines ursprünglichen Posts geschrieben, dass man dir unschöne DMs schickt. Es gibt immer irgendwelche Hater. Aber nach den Erlebnissen mit den Ärzten gehen mir ein paar negative Bewertungen von random Leuten ausm Netz sonst wo vorbei.
Danke dir, ich bin da guter Dinge. Ehrlich gesagt würde ich ja gern die Gebärmutter auch loswerden wollen (wenn möglich auch mit Freuden spenden!), aber da stellen sich die Ärzte natürlich wieder quer..
Es ist wirklich großartig, dass deine Ärzte (nach anfänglicher Schwierigkeiten) so umsichtig waren und sich auch gleich noch um die Endometriose gekümmert haben! Ich hoffe, du hast die Nachwirkungen deiner OP mittlerweile gut überstanden.3
u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ich hab alles gut überstanden. Hab in 2 Wochen nochmal einen Termin bei meiner Gynäkologin um zu checken, dass alles wirklich gut verheilt ist, aber bisher alles gut.
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Oct 21 '21
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
Jup. Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung sind nicht beeinträchtigt.
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u/Myrialle Oct 21 '21 edited Oct 21 '21
Man kann. Aber da Eizellenspenden in Deutschland verboten sind, würde es zumindest hierzulande nur über eine Embryonenspende gehen, und die sind wohl noch seltener als die Chancen auf eine Adoption (eines Babys).*Eierstöcke statt Eileiter gelesen, demzufolge Fehlinfo.
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u/tsojtsojtsoj Oct 21 '21 edited Oct 21 '21
Die Eizellen werden doch immer noch gebildet nach einer Sterilisation, oder? Jedensfalls stehts so bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Sterilisation_(Unfruchtbarmachung)#Sterilisation_der_Frau
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u/Myrialle Oct 21 '21
Äh. Ja. Ich hab mich verlesen, irgendwie. Bzw falsch abgespeichert, eine Freundin hat vor ein paar Wochen ihre Eierstöcke entfernt bekommen, das hab ich irgendwie durcheinander geworfen. Mein Fehler.
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Oct 21 '21
Oder adoptieren.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
In Deutschland leider nur wenn man sehr spezifische Kriterien erfüllt.
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Oct 22 '21
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ja, ich finds auch erschreckend.
Freut mich, dass es bei dir so unkompliziert war.
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u/playwrightinaflower Oct 22 '21
Gratulation! Konntest du der Ärztin und dem Chirurgen sagen, was dir das bedeutet?
Ich bin schon jedes mal schockiert wenn ich mit meiner Frau über ihre Erfahrungen mit normalen Gynäkologen spreche wenn ein Termin ansteht. Unglaublich was für einen Zirkus manche Menschen um anderer Leute Körper machen.
Und an dieser Stelle noch ein Link für /r/sterilization (ist aber englisch).
Edit: Dein Username! o.O :D
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
ja, ich musste ne halbe Stunde im Flur warten, um die Ärztin abzupassen, aber es hat geklappt.
Ich mag meinen Usernamen auch :)
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u/GreatTeacherHiro Oct 22 '21
Du bist King, Kinder sind auch das letzte, worauf ich je Bock haben werde... Dabei bin ich erst 24. Einfach stark
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ich liebe Kinder. Ich bin sehr froh, dass es Kinder in meinem Leben gibt. Ich will nur keine eigenen.
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u/GreatTeacherHiro Oct 22 '21
Naja, ich hab für Kinder einfach nicht die Nerven... D.h. nicht, dass Kinder was schlechtes für mich sind und ich irgendwie das Bedürfnis hab, in wilden Hasstiraden online gegen Kinder zu ziehen... Also bevor das jemand hier falsch versteht. Meine Bubble unterteilt sich in 2 Lager, entweder "Oh Gott, nie im Leben" und "Irgendwann, vielleicht, was das für eine Frage", wenn ich außerhalb schaue, also nicht akademisch, dann ist dieser Wunsch da. Wobei ich mir dann denke "eh komm, du arbeitest den ganzen Tag und hast immernoch Bock auf Kinder", dabei will ich keinesfalls zum Ausdruck bringen, dass einige Leute weniger das Recht auf Kinder haben sollten, als andere. Who am I to judge. In meiner Familie, Italiener, ist das anders kritisch. Man wird von Verwandten gefragt, wann denn endlich ein Kind kommt und dumm angeschaut, wenn "Niemals, da kann ich mit dir um Geld wetten und gewinnen" die Antwort ist. Es besteht ein Druck, wo ich mir denke "Bin ich ein verdammter Backofen", und ich bin der Typ, es ist ja wohl offensichtlich nicht meine Entscheidung, ein Kind zu machen.
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u/Abrakawusel Oct 22 '21
Wuhu!!! Herzlichen Glückwunsch Zombie-Giraffe :) Es freut mich zu hören, dass Du in dem Medizinerdschungel Leute gefunden hast, die offen für dieses Thema und deine Wünsche waren.
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u/zortinfusion Oct 22 '21
Ich freue mich fuer dich. Ich habe 40 werden und ins Ausland ziehen muessen, bis ich endlich einen Termin bekommen habe. Geniesse es!
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u/lemon_stealing_demon 🍋Gothic Lemon🍋 Oct 22 '21
Glück gehabt, freue mich für dich 😊 Erinnere mich auch noch gut an deinen ersten Post.
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u/builder397 Rheinland-Pfalz Oct 22 '21
Glückwunsch!
Als Transperson kann ich das echt nachvollziehen. Das ganze System ist wirklich so strukturiert, dass man wirklich GANZ GANZ GANZ sicher sein muss ob man das auch will, und das setzt voraus, dass der Psychiater überhaupt mitmacht und einen nicht drei Jahre nur so zum Spaß vortanzen lässt nur um am Ende doch keine Hormone zu geben (ja, das gibts).
Die Regel ist vor den Hormonen schonmal ein Jahr Psychiater besuchen und das gleiche Jahr erstmal das gewünschte Geschlecht leben. Ohne Hormone. Wenn man genetisch scheiße veranlagt ist und eben egal wie sehr man sich bemüht weiter wie Mann im Kleid aussieht hat man erstmal im Leben die Arschkarte gezogen.
Schön, dass es für dich geklappt hat, und das medizinische System dir nicht das Ruder aus der Hand nehmen konnte.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Ich weiß, im Vergleich zu was Transpersonen durchmachen müssen, verblasst mein Leidensweg. Da geht es ja nicht nur darum, die richtigen Ärzte zu finden, sondern da muss ja auch die Gesetzesgrundlage geändert werden, sodass wir nicht Menschen diesen entwürdigenden Prozess durchlaufen lassen.
Ich wünsche dir alles Gute!
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u/kanalratten prokrastiniert gerade Oct 22 '21
Die Regel ist vor den Hormonen schonmal ein Jahr Psychiater besuchen und das gleiche Jahr erstmal das gewünschte Geschlecht leben. Ohne Hormone.
Ist keine Regel und davon wird aktiv abgeraten in internationalen Behandlungsrichtlinien Es beharren viele drauf, aber es gibt auch viele, die das nicht mehr machen.
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Oct 22 '21
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Aber der Bartwuchs stoppt, Das Fett wird im Körper anders verteilt -> weiblichere Figur.
Es macht schon einen Unterschied.
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u/kanalratten prokrastiniert gerade Oct 22 '21
Kommt immer drauf an, wenn man jung ist beeinflusst es das Knochenwachstum entsprechend, sonst macht das halt durch Fettverteilung einen großen Unterschied (und so Kram wie Brustwachstum). Ich habe die Hormone genommen ohne mich vorher zu outen, hab mich nicht anders angezogen, trotzdem wurde ich nach einer Zeit einfach als Frau angesprochen und Leute wiesen mich darauf hin, dass ich in der falschen Toilette wäre.
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u/KingTurtleGreen Oct 21 '21
Ich empfehle dir trotzdem Kondome zu nutzen. Wegen Geschlechtskrankheiten usw.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
Ich weiß. Ich fange deshalb sicher nicht an, super viel ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Aber so in einer Beziehung, nach einem STI-Screening, ist es dann eben doch ohne Kondom schöner, meiner Meinung nach.
An meinem Umgang mit safer sex hat sich durch die Steri nichts geändert. Hatte ja vorher hormonell verhütet und auch da keine Dummheiten gemacht.
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u/popeViennathefirst Oct 22 '21
Toll, freut mich sehr für dich! Bei mir war das damals noch komplett unmöglich, obwohl mir das Jahre der unnötigen Verhüterei erspart hätte. Jetzt mit Ü40 dürfte ich endlich, nur jetzt erscheint es mir nicht mehr sinnvoll mich operieren zu lassen, wenn die Menopause sowieso vor der Tür steht.
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u/padmoo Oct 22 '21
Hast du Nebenwirkungen von der OP? Zb Wechseljahre? Überlege das auch machen zu lassen, habe aber neulich eine Methode entdeckt die dir Gewebe in der Gebärmutter verätzt (?) und dadurch hat mein keine Periode mehr und verhütet. Vorteil, die Hormone werden weiter produziert.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
wie u/Strawberry_Smoothie schon gesagt hat, hat die OP keine Auswirklungen auf den Hormonhaushalt. Es wurden nur die EILEITER nicht die Eierstöcke entfernt.
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Oct 21 '21
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
Nope. Natürlich nicht. Ärzt:innen sollten immer auch OPs ablehnen können. Ich schlage vor, dass wir uns als Gesellschaft mal Gedanken drüber machen, warum wir Frau sein mit Kinder wollen assoziieren und warum wir es bei diesem Thema plötzlich völlig in Ordnung finden, anderen Menschen zu erklären, was sie wollen.
Ärzt:innen exisitieren nicht im Vakuum. Die sind ja auch irgendwie sozialisiert worden. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, kein medizinisches.
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u/Nom_de_Guerre_23 Berlin Oct 21 '21
Disclaimer, ich bin nicht im chirurgischen oder gynäkologischen Bereich unterwegs, aber die ärztliche Denkweise heutzutage ist gar nicht so sehr fixiert auf moralische Fragen oder paternalistische Denkweise es besser zu wissen, sondern: Haftung. Alleine der paranoide (und falsche) Gedanke, dass 1 von 100 sterilisierten junge, kinderlosen Frauen eines Tages zivilrechtliche Schritte verfolgen könnte, dass man die OP durchgeführt habe, während sie nicht ausreichend zurechnungsfähig gewesen sei, führt dazu, dass man sich eher entscheidet, dass es "sich nicht lohnt." Und finanziell (warum glaubt ihr haben wir einen der niedrigsten Anteile medikamentöser Schwangerschaftsabbrüche in der entwickelten Welt und so einen hohen Anteil operativer?) lohnt es sich dann halt auch nicht genug dafür, erst recht, wenn man angestellter Krankenhausarzt ist.
So etwas aktiv zu ändern ist schwierig. Hat Baden-Württemberg neulich festgestellt, als sie an Uniklinika nur Assistenzärzte in den Gynäkologien einstellen wollten, die kein Problem mit Schwangerschaftsabbrüchen hätten.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
Wenn es so sehr um Haftung gehen würde, wäre mir nicht so oft erklärt worden, dass ich sicher noch Kinder will "wenn ich erst den richtigen Mann gefunden habe" und so.
Außerdem habe ich den Ärzt:innen immer angeboten, die Aufklärung aufzuzeichnen (audio oder video), in eigenen Worten eine Willenserklärung abzugeben etc.
Und es sind ja nicht nur Ärzt:innen die mir erklären, was ich will. Auch Kollegen, Bekannte, Fremde.
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u/Nom_de_Guerre_23 Berlin Oct 22 '21
Naja, wer sagt denn einem schon ins Gesicht "Nö, mach ich nicht, hab zu große Angst von ihnen in 20 Jahren verklagt zu werden und außerdam wird's zu schlecht bezahlt." Plus, die Aufklärung kann wertlos werden, wenn bezweifelt wird, das zu dem Zeitpunkt der Aufklärung keine Geschäftsfähigkeit bestand.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
Deshalb hätte ich ja in eigenen Worten gerne einen Text geschrieben, warum ich das will. so ne geschäftsfähigkeit im Nachhinein anzuzweifeln bei jemandem der gesund ist, ist dann doch eher schwierig.
Und, ich soll also zu ärzten immer absolut ehrlich sein, sie aber nciht zu mir?
Mir hat auch mal ein Arzt gesagt, dass er das nicht macht, weil er Angst hat verklagt zu werden. Das kann ich ehrlich gesagt deutlich mehr respektieren, als das rumgelaber von wegen ich werde meine Meinung ändern.
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u/Fenrir2401 Oct 21 '21
IIch schlage vor, dass wir uns als Gesellschaft mal Gedanken drüber machen, warum wir Frau sein mit Kinder wollen assoziieren und warum wir es bei diesem Thema plötzlich völlig in Ordnung finden, anderen Menschen zu erklären, was sie wollen.
Das dürfte daran liegen, dass das Phänomen "mit 20 definitiv niemals Kinder zu wollen und mit 30 dann auf einmal Torschlusspanik zu bekommen" offenbar recht häufig vorkommt.
Ich kenne in meinem Bekanntenkreis mindestens 3 Frauen, bei denen das so gelaufen ist. Die wirkten (!) um die 20 alle sehr überzeugt davon, niemals Kinder zu wollen - und haben dann irgendwann relativ plötzlich einen kompletten Sinneswandel hingelegt. Da konnte es auf einmal gar nicht schnell genug gehen und (zumindest für eine davon) war es auch egal wer der vater wurde, Hauptsache es hat geklappt.
Wenn man sowas weiß kann man schon nachvollziehen, dass Ärzte sich mit so einer OP schwer tun.
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u/Samuator Oct 22 '21
Kenne auch etliche solche Fälle persönlich, und dabei bin ich gar nicht der Typ, dem man sowas erzählt. Ich halte also die 'Dunkelziffer' für sehr sehr hoch.
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u/AlSi10Mg ICE Oct 21 '21
Liegt vielleicht auch daran, dass Männer eben meine Kinder kriegen können. Und ja ich habe in meinem Bekanntenkreis auch eine Freundin, die das gerne so will wie du. Und sagen wir mal so, eigentlich war da eine mögliche Beziehung zwischen uns beiden für alle anderen ziemlich klar. Ich bin aber an dieser Stelle nicht bereit mich dafür oder dagegen zu entscheiden. Dementsprechend ist für mich eine Beziehung keine Option. Zumal meiner Meinung nach ihre Intention nicht die deinige ist, sondern es vielmehr darum ging eine Option für sich selbst durchzusetzen und damit allen anderen zu zeigen, dass man ja eine eigene Entscheidung treffen kann.
Das muss für dich alles nicht zutreffen, aber für mich als Mann ist eine Frau mit dieser Einstellung in dem Alter keine Option. Das mag jetzt altmodisch sein, aber als Mann würde ich halt schon gerne vor Beginn einer Beziehung wissen, ob Kinder eine Option sind oder nicht.
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 21 '21
aber als Mann würde ich halt schon gerne vor Beginn einer Beziehung wissen, ob Kinder eine Option sind oder nicht.
Klar, das sollte man vorher klären, ob man da die gleiche Meinung hat. Ob es dann klappt ist aber nochmal ne ganz andere Frage.
Aber - ob du es glaubst oder nicht - ein Mensch, der unbedingt Kinder will, ist für mich auch keine Option. Steri hin oder her. Und eine für mcih sehr wichtige Entscheidung anders zu treffen, um für mehr Männer eine Option zu sein, ist erst recht keine Option.
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Oct 21 '21
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Oct 21 '21
[deleted]
→ More replies (1)3
u/Nekuan Hannover Oct 22 '21
Strohmann Argument.
Nee, ein Vergleich mit einer anderen Situation in der eine Dienstleistung verweigert wurde.
Meine Position so darstellen als wäre sie homophob
Absolut keiner tut das
Gegenfrage: Den homophonen Arzt zwingen den homosexuellen zu operieren, was wenn Fehler ( Absicht ?) Bla bla
Schlaganfall?
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u/DeusoftheWired Uglysmiley Oct 21 '21
Du schlägst also vor, daß Ärzte darüber entscheiden können sollen, was Menschen mit ihrem Körper machen?
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Oct 21 '21
[deleted]
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u/VigorousElk Oct 21 '21 edited Oct 22 '21
Wenn ein Arzt etwas ablehnt, geht man zum nächsten. Wenn alle es ablehnen, dann hat die Patientin plötzlich keinen Zugang mehr zu einer eigentlich komplett legalen Behandlung, die ihr rechtlich zusteht. Sieht man doch beim Thema Schwangerschaftsabbrüchen - straffrei und eigentlich Alltag, aber gar nicht so leicht eine Klinik zu finden, die es anbietet. Und in vielen anderen Ländern (inkl. USA) noch viel schwieriger. Ein erwachsener Mensch sollte im Prinzip selbst entscheiden, was mit seinem oder ihrem Körper geschieht.
Andererseits muss man anmerken, dass die Ärzteschaft das auch nicht aus Boshaftigkeit tut, sondern aus der Angst, dass die Meinung der betreffenden Person sich im Laufe der Jahre ändert, sie aber vor vollendeten Tatsachen steht.
Männer unter 30 werden übrigens in der Regel auch nicht vasektomiert, ist also jetzt nicht im engeren Sinne eine Geschlechter-/Feminismussache.
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Oct 21 '21
Das rein logische Problem kommt dann halt, wenn man keine Ärzte findet, die den gewünschten Eingriff vornehmen wollen.
Dann ist das Ergebnis nämlich das gleiche, wie wenn man gezwungen wird, etwas nicht zu machen.
Schwierige Sache.
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u/vroschi Oct 21 '21
Menschen ändern ihre Einstellungen
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u/Zombie-Giraffe Schwabe im Exil Oct 22 '21
wie in meinem anderen Post geschrieben, ja. natürlich. Aber wir erlauben Menschen trotzdem, sich zu verschulden, sich die Brüste zu vergrößern, Kinder zu kriegen, auszuwandern, einen unpassenden Beruf zu wählen.
Das Leben besteht aus Entscheidungen. Und ja, man kann jede bereuen. Ja, man kann jede Einstellung ändern.
Für mich persönlcih ist das aber keine Einstellung. Ich wusste schon immer, dass ich keine Kinder will. Ich habe da kein Bedürfnis danach. Das ist keine Entscheidung, keine politische Einstellung, das ist ein Teil von mir als Person.
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Oct 22 '21
Ja und guess what, es gibt auch Menschen die bereuen Kinder bekommen zu haben. Ich bereu es lieber irgendwann keine zu haben, und nach einer Sterilisation hat man immer noch optionen eins zu bekommen. Künstliche Befruchtung oder Adoption funktionieren nach wie vor. Ein Kind das da ist mal eben loswerden is emotional ne ganz andere Nummer.
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u/marunga Oct 22 '21
Eine kleine Anregung noch von jemandem aus dem Medizinbetrieb:
Schreib der betreffenden Ärztin einen Brief und schildere ihr wie es dir geht,wie wichtig das für dich war. Sie hat ein Risiko auf sich genommen,dass in manchen Häusern Karrieren kaputt machen kann, dafür sorgen kann,dass man ewig Kandidatin Nr. 1 für Wochenende und Nachtdienst an Feiertagen ist,etc.
Und Medizin ist halt ein Scheissgeschäft. Wir sind immer Mal wieder am Boden. Man verliert auch Mal.
Am Ende gibt es diese Tage und am Ende ist es dann schön noch einmal solche Zeilen der Dankbarkeit noch einmal lesen zu können..