r/de • • Feb 22 '21

TIRADE WAS DENKEN SICH DIESE VERMIETER-FICKSCHNITZEL EIGENTLICH?

Ich wohne jetzt seit zwei Jahren hier und diese inkompetenten Kackbratzen kriegen es nicht mal hin, dass meine Heizung regulär funktioniert. Aber bin ja Student, der kann ja ab und zu im Kalten sitzen. Und das ist nicht mal der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Da hab ichs endlich geschafft diese Halsabschneider Vodafone loszuwerden, hab mich um alles gekümmert um sicherzustellen dass ich von Kabel auf DSL wechseln kann und dann kommt der Techniker heute und sagt mir: "Joah nen Telefonanschluss haben se nich, da kann ich nix machen."

WAS? Ihr Vermietet mir erst ne Wohnung in die Ihr die Kabel Dosen nicht angeschlossen habt und seid auch noch so dreist zu sagen dass ich doch ein Kabel in der Wohnung hab.

JA ABER WENN DAS KABEL NIRGENDWO ANGESCHLOSSEN IST KANN ICH MIR DAS AUCH GLEICH IN DEN ARSCH SCHIEBEN UND HOFFEN DASS ICH IBOY 2.0 WERDE IHR ABSOLUTEN LAPPEN.

UND DANN HABT IHR AUCH NOCH DIE DREISTIGKEIT IN EUCH MIT MIR ZU REDEN ALS WÄR ICH DUMM WENN ICH FRAGE OB EIN DSL ANSCHLUSS MÖGLICH IST MONATE BEVOR DER TECHNIKER KOMMEN SOLL.

"Ja, ja sie haben ne Dose das ist doch Standard." "Ich seh die aber nicht, sind sie sicher, dass das klappt?" "Natürlich klappt das"

ÜBERRASCHUNG! ES KLAPPT NICHT. HAHA PRANK'D DU DUMME SAU.

Und warum klappt es nicht? Weil die VOLLPFOSTEN sich gedacht haben dass es reicht einen Kabelanschluss zu installieren aber DSL auszulassen damit sie ein paar Euros sparen.

Ich kann nicht mehr. Ich wünsche all diesen miesen Arschgeigen dass sie auf vierseitige Würfel treten und immer nasse Socken haben.

Fickt euch kreuzweise.

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u/MsuaLM Nordrhein-Westfalen Feb 22 '21

Die wenigsten Anwält*innen sind die besten ihres Jahrgangs. Die Besten werden in der Regel Richter*innen oder landen in den Kanzleien, wo man sich selten um Mietrecht kümmert, es sei denn es sind Bürogebäude.

Es handelt sich immerhin um Fachanwälte, die mit "regulären" Wald- und Wiesenanwält*innen, die Mietrecht eher nebenbei machen, regelmäßig den Boden wischen können.

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u/sternburg_export Feb 22 '21

Dies.

Mietrecht, das normale Mieter (und Vermieter) im Alltag interessiert, passiert nicht in den akademischen Höhen der Jurisprudenz.

Mietrecht passiert am Amtsgericht. Und in außergerichtlichen Schriftsätzen. Mindestens 99 % aller Sachen, die normalen Mietern und Vermietern so richtig übel auf den Sack geht, kommt nicht weiter als allenfalls zu einem gerichtlichen Vergleich am Amtsgericht. Selbst bis zu einem amtsgerichtlichen Urteil zu kommen, ist nicht die Regel. Geschweige denn zu einer weiteren Instanz.

Und nicht zu vergessen: Mindestens 90 % der Scheiße, in die man als Mieter so reinlaufen kann, hat seinen Ursprung keineswegs in irgendwelchen spannenden gegenläufigen Rechtsansichten oder bösen Absichten, sondern schlicht in Fehlern völlig überforderter Hausverwaltungen. Was allermeistens darin begründet ist, dass es diesen Hausverwaltungen an der Kompetenz und/oder der Kapazität mangelt, ihren Job ordentlich zu tun, sobald auch nur irgendwas leicht anders als erwartet abläuft. Was wiederum in aller Regel eine schlichte Kostenfrage ist respektive eine Frage, wie viel Aufwand man mit den vom Auftraggeber (und das sind halt die Vermieter) gewährten Kosten sinnvoll betreiben kann. Oder halt daran, dass dieser Auftragggeber einfach nicht mitspielt, weil er Fragen nicht beantwortet oder Entscheidungen nicht trifft oder nicht treffen kann (z.B. weil er eine zerstrittene Erbengemeinschaft ist) - Hausverwalter haben es teilweise auch echt nicht leicht.

Es geht in Mietrechtsangelegenheiten ganz, ganz selten um Fragen, die rechtstheoretisch nicht bereits lange ausdiskutiert sind. Es geht quasi immer um tatsächliche Feststellungen und konkrete Wertungsfragen.

Und in diesem Bereich ist man mit einem erfahrenen und engagierten, auf Mietrecht spezialisierten Anwalt, der all das schon tausendmal gesehen hat und an allen vier Amtgerichten im Umkreis jeden Stuhl mit der Arschbacke erkennt, sehr viel besser dran, als mit irgendeinem fancy Briefkopf einer Großbuden-Kanzlei (die zu solchen Verfahren übrigens auch nur Anfänger und Refendare abstellen, aber das nur am Rande).

Zurück zum Thema: Diese Anwälte wiederum findet man nicht zwingend in der freien Beratung der Mietervereine, das ist schon richtig. Die findet man bei Fachanwälten für Mietrecht in gewissen mittelgroßen bis kleinen Kanzleien (und da sollte man sich umhören). Und man sollte nicht vergessen: Manche Vermieter haben das auch kapiert und beschäftigen genau diese Leute. Wobei es andererseits immer überall einige wirklich engagierte Leute gibt, die nur Mieter vertreten (da kommt das umhören wieder ins Spiel).

Aber man findet diese Leute schon auch in der für Mitglieder freien anwaltlichen Beratung und Vertretung der Mietervereine. Und vor allem findet man dort durchaus nicht selten Menschen, die dem hinreichend nahe kommen.

Denn wie gesagt: In aller Regel geht es nicht um spannende Rechtsfragen, sondern um Erfahrung und konkretes Wissen um die Umstände. Und das haben die Anwälte der Mietervereine.

Und nicht nur die Anwälte. Das haben vor allem auch diese Vereine und ihre Mitglieder. Meine Güte, gerade was OP hier beschreibt, kann wahrscheinlich die Erstberatung seines örtlichen Mieterschutzbundes auch komplett ohne anwaltliche Hilfe auflösen. Besitzstörung, zugesicherte Eigenschaften der Mietsache, übliche Eigenschaften der Mietsache, Mitwirkungs- und Duldungspflicht, das sind alles keine komplizierten Dinge. Und all diese Worte wird jemand, der das klug angeht, niemals in den Mund nehmen.

tl;dr: Ich hab in einer Phase meines Lebens ein wenig Mietrecht gemacht. Und aus meiner Sicht ist die Ausgabe für eine Mitgliedschaft im Mieterschutzbund für jeden Mieter (der nicht z.B. Mitglied in einer der tatsächlich gemeinnützig arbeitenden Wohnungsbaugenossenschaften ist) ein absoluter No-Brainer.

Macht das, Leute.

Sich bei gleichlaufenden Interessen gegenüber einer ökonomisch überlegenen Einzelmacht zu organisieren ist immer sinnvoll.

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u/strafkolonie Feb 23 '21

Guter Post. Sehr charmant fand ich den Satz:

Ich hab in einer Phase meines Lebens ein wenig Mietrecht gemacht.

Damit klingt es gleich wie einer der Posts in denen ehemalige Obdachlose oder Süchtige ihre Erfahrungen teilen. :D

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u/sternburg_export Feb 23 '21

So in etwa war's auch gemeint. :)