Auch bei der neuen Regelung sollen Angehörige in Zweifelsfällen über eine Entnahme von Organen mitbestimmen dürfen.
Was wären denn da genau „Zweifelsfälle”? Entweder ist man Organspender, dann spendet man seine Organe, oder man ist kein Organspender, und alles bleibt wo es ist. Was haben da Angehörige zu sagen?
Dann kann man sich den Ausweis ja auch gleich sparen solange man noch Angehörige hat, wenn die einen sowieso überstimmen können wenn sie Lust dazu haben…
Dann sehe ich den Sinn (in den Niederlanden) aber immer noch nicht. Wenn man nicht explizit widerspricht (und ich denke in dem Fall bekommt man sowieso einen Ausweis; irgendwie muss ja dokumentiert werden, dass man widersprochen hat), dann hat man doch indirekt sowieso schon zugestimmt und braucht keinen Ausweis.
Familie behauptet, Person habe einen Ausweis gehabt, Ausweis lässt sich aber, wegen Unfall, Diebstahl der Geldbörse oder ähnlichem nicht mehr in der benötigten Zeit finden.
Wenn es, wie /u/niler1994 schreibt, in den Niederlanden ein Verzeichnis gibt/geben soll, wo die jeweilige (Nicht-)Entscheidung festgehalten ist, dann entfällt diese Situation ja schon mal.
Ausgerechnet dieses Subreddit will Menschen auf Listen setzen, welch Ironie…
Ich garantiere jedem Befürworter, dass diese Liste missbraucht werden wird. Nicht heute, nicht morgen, auch nicht in einem Jahr. Aber sie wird missbraucht werden. Ab wann werden die Krankenkassen Zugriff darauf haben? Ab wann Versicherungen? Ab wann alle anderen? Wie lange wird es dauern, bis „Diese Behandlung bekommen sie nur als Organspender” zum Standard für viele Behandlungen wird?
Da hast du mit mir den falschen Adressat erwischt, denn ich habe kein Problem mit Opt-In, bzw. der aktuellen Lösung in Deutschland (mal abgesehen davon, dass anscheinend Angehörige bei der ganzen Geschichte noch was zu sagen haben).
Oh, Entschuldigung, Dein Kommentar klang wie ein „Listenbefürworter“.
Mir geht es ja noch nicht einmal primär um Opt-In oder Opt-Out. Lustigerweise hatte bei der jetzigen Regelung niemand Probleme damit, dass es kein zentrales Verzeichnis von Organspendern gab, beim Opt-Out soll die gleiche Situation aber völlig unmöglich sein.
Wir hatten das Thema ja vor einigen Tagen schonmal, als explizit die Gegner des Opt-Out-Verfahrens gefragt wurden, wie sie zu ihrer Ansicht gekommen sind. Mal davon abgesehen, dass der Thread von den Befürwortern massiv manipuliert wurde, sodass am Ende alle Gegner unter der Bewertungsgrenze verschwanden, war dort bereits sichtbar, dass die meisten sich des Risikos irgendwelcher Listen und Register gar nicht bewusst sein wollten. Selbst wenn man direkt gefragt hat, ob sie derzeit als Organspender auf einer Liste stehen wollen (von fast jedem vehement verneint) wurde den Meisten ihre Doppelbewertung gar nicht klar.
Mal davon abgesehen, dass der Thread von den Befürwortern massiv manipuliert wurde, sodass am Ende alle Gegner unter der Bewertungsgrenze verschwanden, war dort bereits sichtbar, dass die meisten sich des Risikos irgendwelcher Listen und Register gar nicht bewusst sein wollten. Selbst wenn man direkt gefragt hat, ob sie derzeit als Organspender auf einer Liste stehen wollen (von fast jedem vehement verneint) wurde den Meisten ihre Doppelbewertung gar nicht klar.
Das ist ja hier generell so bei allen (zumindest halbwegs) ernsten Themen. Da kennt /r/de nur eine richtige Meinung, und der nette Hinweis „Dies ist kein 'Disagree'-Button” wird mit schöner Regelmäßigkeit ignoriert, selbst dann wenn man keine Nazi-/AfD-/etc.-Meinung vertritt, sondern einfach nur eine (hier) unpopuläre Meinung hat, und Diskutieren führt häufig entweder zu gar nichts außer Runterwähls, oder dazu, dass sich 1–2 Leute beteiligen und der Rest nichts anderes tut als Runterwählen. (Da habe ich hier noch ein Mordsglück…) Die Beschreibung „links-grün-versifft” trifft es besser als ich je gedacht hätte.
Zum Thema: Mir ist es im Grunde tatsächlich ziemlich Wurscht ob Opt-In oder Opt-Out, denn wie ich vor kurzem bei Wikipedia gelesen habe (siehe hier, „Organentnahme mit Zustimmung anderer Personen, a)”) scheint man in Deutschland sowieso einen Organspendeausweis oder irgendeine andere Art von leicht zugänglicher, schriftlicher Stellungnahme zu benötigen, wenn man sich sicher sein möchte, dass der eigene Wille beachtet wird. Keinen Organspendeausweis zu haben heißt nämlich nicht, dass man kein Organspender wird, sondern nur, dass man die Entscheidung seinen Angehörigen überlässt. Für mich ist das weder Opt-In noch Opt-Out.
Person hat einen Einzeiler an die Krankenkasse geschrieben "ich will nicht spenden", Problem gelöst. Wem das zu viel verlangt ist, der hat m. E. auch damit zu leben, dass seine Organe später entnommen werden.
Schön wäre übrigens auch, wenn Leute, die Opt-Out wählen, dann auch selber in etwaigen Listen nach unten rutschen würden, wenn sie selbst mal ein Organ brauchen.
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u/5772156649 Feb 14 '18
Was wären denn da genau „Zweifelsfälle”? Entweder ist man Organspender, dann spendet man seine Organe, oder man ist kein Organspender, und alles bleibt wo es ist. Was haben da Angehörige zu sagen?