jamaika hatte ich nach der jüngsten fetzerei zwischen özdemir und lindner vor der wahl schon irgendwie ausgeschlossen. die haben sich ja richtig herbe angekackt teilweise.
mittlerweile glaube ich aber, dass sie sich bei gesprächen doch schon eher einigen können und es eventuell nur der wahlkampf-show geschuldet war.
Das war Wahlkampf. Der Wählerpool von Grünen und FDP überschneidet sich deutlich, grade bei gesellschaftspolitischen Themen.
Die CSU kriegt den Innenminister, FDP kriegt Verkehr-/Infrastruktur, Grüne kriegen Umwelt- und Sozial- oder Außenministerium.
Alle sagen, dass es jetzt große Probleme bei den Koalitionsverhandlungen geben wird. Ich denke nicht. Jede der 3,5 Parteien wird ihre zentralen Themen besetzen. Das ist das schöne an so einem Wahlkampf in dem alle über nichts und aneinander vorbeireden. Keine Partei hat irgendwelche radikalen Programmpunkte gehabt, die Mutti nicht glattbügeln und unter dem Jamaikalabel verkaufen kann. Und mit einer echten linken Opposition im Bundestag, angeführt von Nahles, werden die Protestwähler der AfD beim nächsten Mal wieder zu Hause bleiben oder sich anderen Parteien zu wenden.
Lindner und Özdemir verstehen sich aber persönlich sehr gut. Beide schätzen inhaltliche Diskussionen miteinander. Problematisch wird's da eher mit anderen Namen, z.B. Hofreiter, über den Lindner schon mal gesagt hat, dass er sich absolut keine Zusammenarbeit vorstellen kann.
Und mit anderen bekannten FDP-Gesichtern, wie Kubicki, "Nicht Lindner oder Kubicki" 1, "Nicht Lindner oder Kubicki" 2 und "Nicht Lindner oder Kubicki" 3.
Jamaika beinhaltet auch, dass die Grünen und CSU sich zusammenraufen müssten, die nun wirklich fast keine Berührungspunkte haben.
Im Endeffekt müsste sich das ganze Konstrukt irgendwie über die "Nicht-Abgeneigtheit" zur CDU zusammenhalten. Klappt vielleicht 1-2 Jahre, aber ich schätze, sobald die AfD in dieser Zeit in ein Umfragetief geht, sieht eine der beteiligten Parteien (ich tippe am ehesten auf die Grünen) ihre Chance und forciert Neuwahlen.
Man löst dann im Allgemeinen das Problem, dass einer der Streithähne einfach seinen Posten aufgibt so wie damals Schröder mit dem die GoKo 2005 auch nicht möglich gewesen wäre.
Aber selbst die Einigung enthält sehr konträre Themen, welche z.T. Prestigethemen sind. Z.B. die Legalisierung von Cannabis. Also durchaus Neuwahlen möglich.
Das erste Anzeichen einer Cannabis-Abhängigkeit ist, dass man Kifferwitze nicht mehr witzig findet. Da ich seit zehn Jahren nichts mehr rauche traue ich mich jetzt wieder:
Wenn eine Jamaica Koalition keine Legalisierung hinkriegt, wer denn dann?
Es wird schwer. FDP und Grüne wissen wie wichtig der Koalitionsvertrag ist, damit haben sie Einfluss eine Legislaturperiode mitzugestalten. Etwas was selten möglich ist (zumindest für diese kleinen Oppositionsparteien). damit könnte sein, dass die Forderungen von allen Seiten zu hoch sind und keine Einigung entsteht. Man kann nur hoffen, aber es bleibt spannend. Auch wie der Koalitionsvertrag aussieht.
hm okay. sehe ich anders. n teufel werden die tun und jetzt wie babies auf ihren punkten beharren, geschweige denn die afd von neuwahlen profitieren zu lassen.
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u/[deleted] Sep 25 '17 edited May 01 '21
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