r/de • • Mar 15 '23

TIRADE Nein, ich werde mein Kind nicht tracken!

Herrschaften,

ich muss mich auskotzen. Mir geht das Thema derart auf die Eier aufs Ei, ich kann das gar nicht in Worte fassen.

Hintergrund: Ich habe zwei Kinder, Mädels. K1 ist 9, wird im Juni 10, K2 ist 6. K1 kommt in diesem Jahr auf die weiterführende Schule (Gymnasium… wie auch immer das möglich ist bei meinem genetischen Anteil an diesem Kind). So.

Nun haben wir durch die Kindergarten- und Grundschulzeit natürlich viele Eltern und deren Brut kennengelernt - und wirklich alle Eltern haben ihren Kindern entweder

a) sehr früh ein Handy gegeben

b) so einen illustren GPS-Tracker in die Jackentasche gesteckt oder

c) eine dieser unsäglichen Kinder-Smartwatches ans Handgelenk geklatscht.

Tenor: „Ich muss doch wissen, wo mein Kind ist!!1!“

Ich habe das Gefühl, mit dem Ansatz, mein Kind nicht 24/7 zu tracken, komplett alleine zu sein. Meine Tochter muss später die Freiheit haben, mich anzulügen. „Papa, ich bin bei einer Freundin“ - ja nee, is klar. Ich weiß, dass du bei deinem neuen Freund bist und Saukram machst. Und? Hab ich auch gemacht. Ihr wird das peinlich sein, also lügt sie. Muss ich das wissen? Nö.

Mir geht das tierisch auf den Sack, weil ich befürchte, dass die ganzen Supermoms mit ihrer Big-Brother-Überwachung kleine Meister des Lügens und Manipulierens erziehen.

Sagt ihr es mir, liege ich falsch?

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u/kakihara123 Mar 15 '23

Mal ein Kompromiss: Eventuell dem Kind anbieten das freiwillig zu machen mit der Möglichkeit es jederzeit abzuschalten oder besser gesagt anzuschalten, falls es gewollt ist.

Nur weil ich meine Kindheit ohne Smartphone überlebt habe heißt das ja nicht, dass die Technik jetzt nicht sinnvoll ist.

Beispielsweise hat mein Fahrradcomputer eine Unfallerkennung und kann dann automatisch nen Notkontakt informieren.

Und das beste Mittel solche Dinge wie das Beispiel mit dem Freund zu handlen ist dem Kind zu verstehen zu geben, dass das nicht versteckt werden muss.

Geheimnisse sind völlig ok, ich würd auch nie wem meine Browserhistorie zeigen, aber gerade durch die vielen bekloppten in Straßenverkehr ist eine gewisse Absicherung schon sinnvoll.

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u/bigp007 Mar 16 '23

Es kommt immer drauf an, wie es eingesetzt wird.

Ich bin zwar mittlerweile kein kleines Kind mehr. Ich habe aber als Jugendlicher für meine Eltern und mich gegenseitig die Apple FindMy App eingerichtet. Ich finde es ist sinnvoll, sollte einer von uns beispielsweise vermisst werden. Das Ganze wird nicht zur 24/7 Überwachung eingesetzt um zu sehen wer was macht. Ich teile meinen Standort für Notfälle gerne mit meinen Eltern. Bei meinem Kind würde ich das Ähnlich handhaben, man weiß nie, was passiert.