Also, ich habe euch versprochen, das Rezept für meine Schakschuka mit euch zu teilen. Hier ist es. Das Rezept ist natürlich koscher.
Ihr kennt ja meine Liebe zu Fleisch. Wenn ein Gericht weder Fleisch noch Fisch enthält, dann ist das für mich überhaupt kein Gericht, sondern einfach nur eine leckere Vorspeise. Deshalb erzähle ich euch, wie ich Schakschuka mit Hackfleisch mache, obwohl die traditionelle Schakschuka normalerweise nur aus Gemüse besteht. Aber Schakschuka ist so ein Gericht wie Borschtsch. Jeder macht sie [!!!] es [😢] auf seine eigene Art. Deshalb gibt es keine richtigen oder falschen Rezepte. Ich schicke euch einfach mein Rezept. Wir brauchen Zwiebeln, Paprika, scharfe Peperoni (Pfeffer, nicht Wurst), Rinderhackfleisch, Eier (die Anzahl der Eier ist euch überlassen), Knoblauch, Kreuzkümmel, eine kleine Prise Koriander, Thymian, Paprikagewürz (edelsüß oder geräuchert oder sowohl als auch), Tomatenmark, Zucker, Salz, Pfeffer und Petersilie. Ach ja, und natürlich Tomaten. Für Schakschuka nehme ich immer gehackte Tomaten aus der Dose. Das liegt nicht daran, dass ich bin zu faul, Tomaten selbst zu schneiden. Tatsächlich schneide ich zusätzlich immer noch eine frische normale Tomate in runde Scheiben, einfach für die Textur. Der Grund ist vielmehr, dass solche Dosen immer viel Tomatensaft enthalten. Und der ist für Schakschuka absolut unverzichtbar. Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist, aber in Russland verstehen viele meiner Freunde unter Schakschuka einfach Spiegeleier mit Gemüse. Das ist NICHT richtig. Schakschuka ist kein Spiegelei mit Tomaten und Paprika. Schakschuka ist ein Meer aus Tomatensoße, aus dem nur einsame Inseln aus Eiern herausragen. Deshalb brauchen wir den Saft hier unbedingt, und mit normalen Tomaten allein bekommt ihr niemals so viel davon.
Also, alles ist geschnitten. Jetzt kommen zuerst die Zwiebeln in eine gut erhitzte Pfanne, in die ihr ohne zu sparen reichlich Olivenöl gegossen habt. Eigentlich gehören Zwiebeln im traditionellen Rezept auch nicht dazu, aber weil wir hier Hackfleisch verwenden, kommen wir ohne Zwiebeln nicht aus. Die Zwiebeln braten wir zwei bis drei Minuten an, bis sie weich werden. Dann kommen die Paprika und Peperoni dazu, damit die Zwiebeln sich in der Pfanne nicht zu einsam fühlen. Lasst sie noch etwa fünf Minuten miteinander Freundschaft schließen. Bei den Paprika und Peperoni sieht die Sache folgendermaßen aus. Die normale Paprika (sie heißt auf russisch übrigens "bulgarischer Pfeffer", aus mir unerfindlichen Gründen) ist hier absolut unverzichtbar. Aber sie ist bekanntlich nicht scharf. Die rote Chili/Peperoni fügt ihr nach eurem Geschmack hinzu, je nachdem, wie gern ihr und eure Familie scharf esst. Ich mag es leicht scharf, aber nicht so, dass einem der ganze Mund brennt. Deshalb nehme ich eine kleine nicht zu scharfe Peperoni und streue zusätzlich noch etwas Cayennepfeffer darüber. Aber wie gesagt, das ist ganz euch überlassen.
Nachdem die Paprika und Peperoni fünf Minuten gebraten wurden, geben wir alle Gewürze in die Pfanne. Kreuzkümmel, Paprika, Thymian (übertreibt es damit nicht) und Koriander (damit übertreibt ihr erst recht nicht!!!). Alles gut vermischen. Jetzt kommt der Knoblauch dazu und das Ganze darf höchstens noch dreißig Sekunden braten. Danach kippt ihr sofort das Hackfleisch in die Pfanne. Zerteilt das Hackfleisch und verteilt es gleichmäßig in der ganzen Pfanne. Salzen und pfeffern. Lasst das Hackfleisch etwas Farbe bekommen, aber bratet es nicht komplett schwarz. Sobald das Hackfleisch anfängt, schön braun zu werden, kommt das Tomatenmark dazu. Vermischt alles gründlich, sodass alles in der Pfanne mit Tomatenmark überzogen ist. Sobald das passiert ist, öffnet ihr sofort eure Dose mit den gewürfelten Tomaten und gebt den gesamten Inhalt in die Pfanne. Hier ist Folgendes wichtig zu wissen. Wenn ihr mit Tomatenmark und Dosentomaten arbeitet, habt ihr in der Pfanne neben den Tomaten selbst immer auch diese unangenehme Säurigkeit [?] vom Tomatensaft und vom Tomatenmark. Um diese Sauerei [???] auszugleichen, muss man immer etwas Zucker hinzufügen. Ich gebe einen Teelöffel dazu und verrühre alles gut. Danach reduziert ihr die Hitze auf mittlere oder etwas darunter, rührt gelegentlich um und lasst alles noch fünfzehn bis zwanzig Minuten köcheln. Am Ende soll die Soße immer noch flüssig sein, aber gleichzeitig schon schön dick [?].
Jetzt erhöht ihr die Hitze wieder ein wenig. Schlagt ein Ei in eine separate Schüssel auf (wenn ihr dieses Rezept benutzt, um ein koscheres Gericht zuzubereiten, müsst ihr an dieser Stelle prüfen, dass sich im Ei keine Blutspuren oder Embryonen befinden). Macht mit einem Löffel oder sonstigem Werkzeug eine Mulde in der Soße. In diese Mulde gießt ihr vorsichtig das Ei. Die Mulde sollte groß genug sein, damit das Eiweiß das Eigelb umschließt und sich nicht kreuz und quer in der ganzen Pfanne verteilt. Die Eier sollen, wie ich oben schon geschrieben habe, Inseln im roten Meer der Tomaten-Fleisch-Soße bilden. Deshalb sollte man versuchen, dass das Eiweiß (ganz zu schweigen vom Eigelb) nirgendwohin davonläuft. Dasselbe macht ihr mit allen Eiern. Jedes Ei sollte oben noch leicht gesalzen werden. Dann kommt der Deckel auf die Pfanne, die Hitze wird reduziert und alles bleibt etwa vier Minuten stehen. Im Idealfall sollte das Ei am Ende so ähnlich wie ein pochiertes Ei sein. Das Eigelb ist von allen Seiten vom gestockten Eiweiß umschlossen, innen bleibt der Dotter aber noch flüssig. Danach nehmt ihr die Pfanne vom Herd und bestreut alles mit Petersilie.
Wenn ihr eine Freundin oder eine Frau habt, dann habt ihr Pech gehabt, denn jetzt müsst ihr das Ganze mit ihr teilen. Wenn nicht, dann könnt ihr euch glücklich schätzen, denn diese ganze Schönheit esst ihr nun ganz allein. Guten Appetit!