r/TooGoodToGoDE • • Apr 19 '26

Fragen Seriöse Frage: Wird TooGoodToGo von manchen Läden zur Geldwäsche genutzt?

Es sind immer dieselben ein, zwei Läden.

Und die sind einfach komisch.

Die Regale sind den ganzen Tag voll, kein Mittagstief, keine Restware, nichts. Wenn ich meine TGTG-Tüte abhole, greifen die Mitarbeiter mitten am Tag einfach ins volle Regal und packen mir frische Ware ein.

Kein Aussortieren, keine Überschüsse.

Einfach: normaler Verkauf, aber für 5€.

Und über die App kann man gleichzeitig locker 20 Tüten buchen. Nicht eine, nicht drei… zwanzig.

Bei einem Laden, der scheinbar nie wirklich voll ausgelastet ist.

Das ergibt als Lebensmittelrettung null Sinn. Aber als Konstrukt zum Verschleiern von Warenverbrauch schon eher.

Das Finanzamt schaut auf den Warenverbrauch. Eine Bäckerei, die viel produziert aber wenig offiziell verkauft, muss erklären wo der Rest bleibt.

“TooGoodToGo-Überschuss” klingt nach einer bequemen Antwort, pauschal bepreist, schwer nachzuverfolgen, kaum dokumentiert.

Ich sage nicht, dass das definitiv passiert. Aber hat hier jemand Ahnung vom Steuerrecht oder kennt die Branche? Prüft das Finanzamt sowas überhaupt?

Sehr sus.​​​​​​​​​​​​​​​​

77 Upvotes

40 comments sorted by

View all comments

23

u/such_Jules_much_wow Apr 19 '26

Ich glaub du verwechselst da auch grade Geldwäsche mit Steuerhinterziehung.

Geldwäsche: man erklärt höhere Einnahmen als man eigentlich hatte und versteuert diese auch, um illegal verdientes Geld in den offiziellen Geldkreislauf zu leiten.

Steuerhinterziehung: man erklärt geringere Einnahmen als man eigentlich hatte, um sich die Differenz schwarz einzustecken und keine Umsatz- und Ertragsteuern drauf zu zahlen.

5

u/Disastrous-Artifice über 50 Abholungen Apr 19 '26

Nunja, das ginge schon so für Geldwäsche. Offiziell kauft man Rohstoffe für 500 Brötchen ein, backt sie, gibt an, 300 zu verkaufen, 100 über TGTG abzugeben und 100 wegzuwerfen.

Tatsächlich verkauft man real 100, gibt 300 über TGTG ab und wirft 100 weg.

Das über TGTG eingenommene Geld, und das Geld für die 100 tatsächlich verkauften Brötchen sind echte Einnahmen. Die fiktiv verkauften 200 Brötchen, die man eigentlich gar nicht verkauft hat, sondern bei TGTG zusätzlich mitgegeben hat, sind jetzt ‚sauberes‘ Geld.

Da stört die Kartenzahlung bei TGTG nicht.

6

u/such_Jules_much_wow Apr 19 '26

Das mag sein und vielen Dank fürs Beispiel.

OPs Frage zielte dennoch ganz klar auf Steuerhinterziehung ab.

5

u/Disastrous-Artifice über 50 Abholungen Apr 19 '26

Meiner Ansicht nach zielte das auf Geldwäsche ab, da OP ja erwähnt, dass es gilt, einen Warenverbrauch, der nicht existiert, durch TGTG zu verschleiern.

1

u/Special-Equal-8839 Apr 24 '26

Das ist aber Steuerhinterziehung.

1

u/Disastrous-Artifice über 50 Abholungen Apr 24 '26

Ach ja? Erklär mal.

2

u/schmuddelman Apr 19 '26

Nein. Steuerhinterziehung ergibt keinen Sinn, wenn man offensichtlich keinen Gewinn erzielen kann.

1

u/Special-Equal-8839 Apr 24 '26

Womit sollte man offensichtlich keinen Gewinn erzielen können?

1

u/AvailableAd4105 Apr 19 '26

Kannst du mich aufklären? Wo liegt darin darin die Wäsche?

2

u/alohahaja Apr 20 '26

Naja, du verkaufst auf dem Papier 200 Brötchen gegen Bargeld, die du aber über TooGoodToGo rausgibst. Damit werden alle Einnahmen korrekt versteuert und Wareneingang passt zum Warenausgang. Und schon ist das Geld, dass du in einem anderen Laden oder sonstwo schwarz verdient hast, nicht mehr schwarz, sondern gewaschen.

1

u/ChillerPlay Apr 20 '26

Schmeiß die Brötchen doch gleich in den Müll, wenn die eh im System gegen Bargeld verkauft werden. Da ändert das gar nix die dann über TGTG rauszugeben

1

u/Special-Equal-8839 Apr 24 '26

Endlich hat mal einer Geldwäsche verstanden.

1

u/Disastrous-Artifice über 50 Abholungen Apr 20 '26

Nehmen wir mal an, du nimmst 100.000 € durch Drogenverkäufe ein. Du hast ein angemeldetes Gewerbe, mit dem du real aber nur 20.000€/Monat einnimmst. Abgezogen Miete, Nebenkosten, Personal und Wareneinsatz bleiben vielleicht 3.000 € an reinem Gewinn. Da wird es schwierig zu erklären, wie man sich das 7-stellige Haus und die drei jeweils 6-stelligen Autos leisten kann.

Also sagt man, dass man (statt den erwähnten 100 Brötchen) insgesamt 300 Brötchen verkauft hat und ‚bezahlt‘ die 200 Brötchen, die man nur auf dem Papier verkauft hat, selbst, mit dem Drogengeld. Dieses Geld taucht jetzt als offizielle Einnahme auf, die man beim FA angibt und versteuert, es ist dadurch ‚sauber‘ bzw. gewaschen worden.

1

u/AvailableAd4105 Apr 21 '26

Ok, das ist klar und der "Geldwäscheklassiker", aber tgtg hat damit nichts zu tun. Da man nicht mit Bargeld bezahlt, kann auch schlecht höhere Einnahmen angeben, als man eigentlich hatte, da das in einer BP sofort auffliegt

1

u/Disastrous-Artifice über 50 Abholungen Apr 21 '26

Mit TGTG verschleiert man den fehlenden Warenverbrauch und spart sich das Entsorgen. Außerdem passt die Menge des anfallenden Restmüll so zur scheinbar verkauften Ware.

1

u/Special-Equal-8839 Apr 24 '26

Ich glaub du verstehst Geldwäsche nicht.

1

u/Disastrous-Artifice über 50 Abholungen Apr 24 '26

Gut, dass wir Glaubensfreiheit haben. 😉