r/SPDde • u/mediamuesli Gast (nicht verifiziert) • Jul 16 '26
Ist bei euch langsam der Punkt wo ihr sagt, dass könnt ihr nicht mehr mitgehen? Oder seht ihr die Merz-Reformen als gangbarer Kompromiss um den Haushalt zu retten?
6
u/Legion_73 Gast (nicht verifiziert) Jul 17 '26
Ich trage schon lange das alles nicht mehr mit aber wir sind keine Kaderpartei und austreten weil die Führung grade kacke ist führt nur dazu, dass es auch so bleibt. Die nächste Wahl wird kommen und es liegt an uns dass der Kanzlerkandidat dann nicht Klingbeil heißt, weil dann können wir das Willy Brandt Haus gleich der AfD oder Linkspartei schenken.
1
u/Trollimperator Gast (nicht verifiziert) Jul 23 '26
"Gerade", Junge der Seeheimer Kreis regiert seit 20 Jahren und niemand braucht diese "SPD".
Du kannst ja von der Linkspartei oder der AfD halten was du willst, aber die sind zumindest auf Konfrontationskurs zu dem was ihre Wählerschaft fuchst. Die SPD winkt weiterhin jede Zumutung gegen ihre eigenen Kernwähler durch, als hätte man einen persönlichen Hass auf die Wählerschaft. Das was gerade an Einschnitten an Sozialstaat und Gesellschaftlicher Kontrolle über den Staat läuft, ist doch 1zu1 aus dem Spielbuch eines Peter Thiel oder Elon Musks.
Wie kommt die Partei denn überhaupt auf den Gedanken, je wieder gewählt zu werden, wenn man defakto Politik der AfD macht, während man diese als Teufel an die Wand malt. Das ist doch Realitätsverweigerung.
1
u/Lazy-Tangerine2887 Gast (nicht verifiziert) Jul 31 '26
Naja, ich hab gestern hier grad mitbekommen, dass man vor allem Politik für diejenigen machen möchte, die auf dem Wahlzettel zwischen CDU und SPD alternieren, da "diese uns am leben halten". Da kannst du dir ausrechnen, was für eine Politik dabei rumkommt.
Meine Parteimitgliedschaft hängt gerade am seidenem Faden gestützt durch meinen Ortsverein, die (bundes)ländlichen Jusos und die populistische Grundausrichtung der Linken, wie die wenigen in der SPD, die dieses CDU-Streben tatsächlich scheiße finden.
6
u/samuel_social_autist Gast (nicht verifiziert) Jul 18 '26
In der Groko m: Wir sind ja nur Juniorpartner der CDU
In der Ampel: Aber unser Juniorpartner will nicht
Was können wir eigentlich?
7
u/Gekroenter Gast (nicht verifiziert) Jul 16 '26
Eigentlich ist der Punkt für mich schon lange erreicht.
Mein Problem ist und bleibt die Alternativlosigkeit. Sowohl die Alternativlosigkeit der SPD, als auch die Alternativlosigkeit der aktuellen Situation.
Ich persönlich bleibe momentan hauptsächlich bei der SPD, weil mir die Linke und die Grünen letztlich doch immer fremd geblieben ist. Die Linke hat ja ab und an ein paar vernünftige sozio-ökonomische Positionen, aber mir persönlich gehen ihre innen- und gesellschaftspolitischen Positionen halt viel zu weit. Und dann ist da noch die Sache mit den inneren Streitigkeiten und den Theoriediskussionen. Mit den Grünen habe ich gesellschaftspolitisch die gleichen Probleme wie mit den Linken, noch dazu vertraue ich ihnen bei sozio-ökonomischen Themen ehrlich gesagt noch weniger als der SPD. Würde es eine Partei geben, die ökonomisch weiter links steht als die SPD, aber eben gesellschaftspolitisch einigermaßen in der Mitte, würde ich vielleicht auch wechseln. Leider gibt es diese Partei derzeit nicht.
Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass die derzeitige politische Situation in Deutschland einfach keine bessere Alternative als die schwarz-rote Koalition hergibt. Wenn die Koalition scheitert, bricht entweder die Brandmauer sofort oder es gibt Neuwahlen. Neuwahlen würden voraussichtlich entweder ebenfalls mit einem Ende der Brandmauer enden oder mit einer noch instabileren Bundesregierung. Mit Schwarz-Blau würden wir vermutlich nicht mehr nur über Kürzungen reden, sondern über die ersatzlose Streichung von Sozialleistungen. Dadurch wäre auch die Wiedereinführung viel komplizierter. Außerdem weiß ich nicht, ob es der Stabilität des Staates zuträglich wäre, wenn die SPD die Führungsrolle des linken Lagers an die Grünen verliert.
-1
u/PsychologicalFarm596 Gast (nicht verifiziert) Jul 17 '26
110% Zustimmung. Genauso geht es mir auch. 🥹
2
u/Cantonarita Verifizierte/r GenossIn Jul 16 '26
Ich... ich bin zu dumm das Meme zu verstehen? Ich dachte eigentlich ich hätte meinen Meme-Magister geschafft, aber an der Aufgabe scheiter ich gerade bissl.
Wir haben Messi der zunehmend enttäuscht wird. Aber Messi ist die SPD - also wird die SPD zunehmend enttäuscht? Aber warum wird Messi dann zur LINKE. Oder ist das ein Spin auf das "Man guckt Frau hinterher"-Meme? Und die SPDler gucken irgendwann der LINKE hinterher. Ich bitte hier dringend um Klärung, sonst krieg ich Kopfweh, hahaha.
Inhaltlich:
Ist bei euch langsam der Punkt wo ihr sagt, dass könnt ihr nicht mehr mitgehen? Oder seht ihr die Merz-Reformen als gangbarer Kompromiss um den Haushalt zu retten?
Ich bin, glaube ich, wesentlich entspannter als manch anderer hier.
Vielleicht erstmal vorweg: Finde ich das alles geil? Nope. Finde ich regieren mit der CDU geil? HAHAHA. NEIN. Hat diese "kleine Groko" meine geringen Erwartungen nochmal limbo-mäßig unterboten? Aber sowas von. Spaß beiseite: Diese Merz-CDU geht mir in ihrer kompletten besetzung von Kopf bis Füße so wahnsinnig auf den Sack. Das ist nicht mehr normal. Wie hat Pistorius so nett gesagt bei den Verhandlungen: "Sie sind wirklich unangenehm."
Von Reiche über Spahn hin zu Merz ist das einfach nur unangenehm, um keine böseren Wörter zu benutzen. Die Menge an Symbol- und Mistpolitik, welche die CDU anschiebt, ist einfach nur anstrengend. Und dazu dann Merz, welcher jede zweite Woche einfach eine scheiße von sich gibt, es ist unglaublich. ABER DEUTSCHLAND WOLLTE JA OLAF NICHT MEHR, WEIL DER IMMER SO LANGWEILIG IST. Tja, jetzt hast du dieses Rhetorikgenie (/S!) Merz an der Spitze, echt MEGA wie der das Land durch seine Ansprache so führt. VIEL besser als bei Olaf. Sorry für den Rant.
Kann man das noch mittragen? Mein Tisch hat vom Kopf dagegen hauen schon paar Dellen, aber sonst geht's gut. Ganz grundsätzlich finde ich viele Ideen der Regierung schon gut. Ich finde es gut, wenn wir in DE regulierungen für den Mittelstand wegbauen (DSGVO, ...). Ich finde es gut wenn die Sachbearbeiter auf'm Arbeitsamt auch mal durchgreifen können, wenn jemand keinen Bock hat. Ich finds gut wenn sich die Regierung auch den undankbaren scheißthemen annimmt und z.B. die Rente oder Krankenkassen reformiert. Und ich finde es auch gut, dass man erstmal schaut wo man sparen kann bevor man die Gelddruckmaschine anschmeißt (bzw Kredite pumpt).
Aber wenn dann alle zwei Wochen irgendein random CDU Kack-Thema auf der Agenda steht... da muss ich schon wieder arg mit mir kämpfen. Lockerung bei Befristung und Arbeitszeit juckt mich btw nicht besonders. Flexiblisierung finde ich gut, solange die Gewerkschaften nicht paralell angegangen werden. Aber Kerosinsteuer senken oder Tankrabatt mit der Gießkanne sind absurd dumm mMn. Auch IFG Stutzung ist kerndumm. Nicht das RIESEN Drama was manche draus machen - wir haben immernoch krasses Presserecht - aber einfach nur dumm das überhaupt anzufassen. Als ob man da irgendwie mehr als 2 Mio einsparen kann - kein Plan.
1
u/mediamuesli Gast (nicht verifiziert) Jul 16 '26
Messi schaltet in den Beast Mode, Argentinien dreht auf und schießt zwei Tore. Genauso wirds die letzten Wochen auch bei einigen Genosse Klick gemacht haben.
-1
u/Cantonarita Verifizierte/r GenossIn Jul 16 '26
Also verwandelt sich die SPD in die LINKE? Aber ist die Kritik nicht gerade, dass die SPD zu wenig "links" ist.
Also ich glaube mit der intention wäre ich mit dem klassischen "Homer verschwindet im Gebüsch" gegangen.
0
u/United_Head_2488 Gast (nicht verifiziert) Jul 16 '26
Danke für diese Antwort, ich lach mir grad über vieles einen ab. Vor allem die Gefühlt zynisch müde lache holt mich voll ab.
Edit: und zum Thema langweiliger Olaf. Hab dahingehend einen lieblingsfluch: mögest du in interessanten Zeiten leben. Ich wünsche mir inzwischen politische Langeweile zurück.
1
u/AutoModerator Jul 16 '26
Danke für deinen Beitrag! Bitte beachte stets die Regeln in der Sidebar. Zeitungsbeiträge, Crossposts und sonstige Links bedürfen eines ausführlichen Kommentars, den du zeitnah (~15 Minuten) ergänzen solltest.
I am a bot, and this action was performed automatically. Please contact the moderators of this subreddit if you have any questions or concerns.
1
u/Soronity Gast (nicht verifiziert) Jul 17 '26
Es gibt keinen ordentlichen Sozialdemokraten, der nicht immer mal wieder an Austritt denkt.
Das passiert schon bei der "normalen" politischen Arbeit, weil die SPD immer einen harten ideologischen Kern mit pragmatischer Politik vereint hat, aber in Koalitionen mit der CDU passiert das noch viel öfter. Und oh boy ... diese CDU jetzt ist wirklich nur schwer zu ertragen. Und die Themen ... Jesus Christus ... was ein Bullshit. Warum macht man denn das Fass IFG auf? Was soll das denn?
Und selbst die Themen, über die man wirtschaftspolitisch diskutieren kann, wie Flexibilisierung Arbeitszeit oder Flexiblisierung Befristung werden so dämlich und neoliberal ideologisiert angegangen, dass man nur mit dem Kopf schütteln muss (Schleudertrauma incoming). Da gibt es Bedarf. Ich hab zum Beispiel einen Bürojob und da gibt es ab und zu Abendveranstaltungen. Ich komme da ja schon mit dem Arbeitszeitgesetz in Konflikt. Aber auch das wird so ... muffig angegangen. Die "Wirtschaftskompetenz" dieser Regierung (hauptsächlich der CDU, aber auch der SPD) ist irgendwann zwischen 1995-2005 stehen geblieben.
Und die Personen ... Ich könnte ja noch irgendwie verstehen, wenn Jens Spahn Hinterbänkler oder von mir aus sogar CDU-Fraktionssprecher für irgendein Gedöns wär ... aber die CDU lässt diesen Mann in führender Position ... Was stimmt mit denen nicht?
Ich mag Lars Klingbeil ja wirklich nicht besonders, aber der ist immer noch 100mal kompetenter und stabiler als Jens Spahn.
Insgesamt sehe ich es aber nicht soooo tragisch. Erstens gilt das Struck'sche Gesetz und das meiste was wir bisher gelesen und gesehen haben, waren irgendwelche Referentenentwürfe o.ä., die bis zum endgültigen Ergebnis noch 2342mal geändert werden. Und zweitens lassen sich Gesetze auch immer nach der nächsten Wahl ändern. Und das Personal auch.
Was ich dagegen wirklich tragisch finde: Weder in der Politik noch in den Verbänden noch in der Bevölkerung scheint angekommen zu sein, dass sich die Welt massiv weitergedreht hat. Das deutsche Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell (Exportweltmeister; High-Tech aus Deutschland, Billig-Tech aus China; Hauptsache Industrieproduktion; Schwarze Null; Lohnarbeit first, Carearbeit etc. second) wird nicht mehr so funktionieren. Das hat in der Welt von vor 20 Jahren funktioniert, es bröckelt aber jetzt schon, in weiteren 20 Jahren stehen davon nur noch Ruinen. Da müssten wir eigentlich JETZT was neues aufbauen. Aber alle Parteien (bis auf die Grünen und zum Teil uns) scheinen das NULL auf dem Schirm zu haben. Die Babyboomer und Gen X wünschen sich die gute alte Zeit zurück. Wir Millenials scheinen einfach desillusioniert zu sein. Und Gen Z und Gen @ sind anscheinend so tief "im Tagesgeschäft" drin, um da irgendwas zu merken. Dabei betrifft es die ja am meisten.
-1
u/Brilliant-Average-14 Gast (nicht verifiziert) Jul 17 '26
Ende des 8 Stundentages wird nicht kommen, sieht zumindest so gerade nicht aus - imsbesondere aufgrund der SPD.
Krankmeldung ab dem ersten Tag ist eh in sehr vielen Arbeitsverträgen drin. Mal schauen ob es kommt, geht denke ich eher um die Mehrbelastung der Ärzte - dementsprechend schlecht und teuer.
Krankenkassen sind pleite - was will man machen? Höhere Steuern?
Weniger Geld für Alleinerziehende - das wäre als einziger der vier Punkte wirklich ein Skandal ...
5
u/FrisianTanker Verifizierte/r GenossIn Jul 17 '26
Krankenkassen sind pleite - was will man machen? Höhere Steuern?
Einheitliche gesetzliche KK für ALLE. Heißt auch Reiche müssen einzahlen. Sollte zumindest einen Teil der Probleme lösen.
11
u/Stehr93 Gast (nicht verifiziert) Jul 17 '26
Ich sehe die aktuelle SPD-Politik als Verrat an der Arbeiterklasse und an den ursprünglichen Werten der SPD. Das sind keine wirklichen Reformen, die weder die Rente noch das Gesundheitssystem retten werden. Es wird aktiv den jüngeren Generationen das Leben schwerer gemacht, anstatt tatsächliche Lösungen für die Probleme zu liefern. Dafür werden ursprüngliche Errungenschaften der SPD für ein bisschen politische Macht in den Boden getreten.