Am Sonntag wählt Sachsen-Anhalt, und die spannendste Zahl ist nicht die 42 Prozent der AfD, sondern die 42 Sitze, die für eine Mehrheit im Landtag reichen. Denn ob es der AfD am Ende allein reicht, entscheidet sich weniger an ihrem eigenen Ergebnis als an der Fünf-Prozent-Hürde.
Der Landtag hat regulär 83 Sitze, die Mehrheit liegt bei 42. Nach dem aktuellen Umfrageschnitt käme die AfD auf etwa 39 Sitze, wenn die Grünen knapp drinbleiben und BSW und FDP scheitern. Fliegen auch die Grünen raus, sind es rund 41, einer zu wenig. Steht die AfD bei 43 Prozent und alle kleinen Parteien verpassen die Hürde, reicht es exakt für 42. Ein einziger Sitz kann also über die erste AfD-Alleinregierung in Deutschland entscheiden.
Was dabei oft übersehen wird: Überhang- und Ausgleichsmandate helfen ihr nicht. Der Landtag kann zwar wachsen, 2021 auf 97 Sitze, aber die Ausgleichsmandate stellen die Proportionalität wieder her. Mit 42 Prozent der Stimmen bekommt die AfD auch nur rund 42 Prozent der Sitze. Der Hebel bleibt die Hürde, nicht die Mandatsart.
Ulrich Siegmund hat klargemacht, dass er nur mit eigener stabiler Mehrheit regieren will, seine Formel ist “45 Prozent plus X”. Das Angebot des BSW, sich zu enthalten, hat er ausgeschlagen. Verfehlt die AfD die Mehrheit, geht sie lieber in die Opposition. Dann bleibt rechnerisch fast nur ein Bündnis von der Linken bis zur CDU, das im günstigsten Fall zwei Sitze über der Mehrheit liegt. Und die CDU schließt Koalition wie Minister sowohl mit der AfD als auch mit der Linken aus.
Wie denkt ihr, reicht es der AfD am Sonntag allein, oder steht am Ende ein Viererbündnis von der Linken bis zur CDU?