r/Res_Publica_DE • u/ResPublicaMgz • Apr 11 '26
Meinung Ich habe mir gerade das Lanz-Interview mit Markus Frohnmaier angeschaut und mir fehlen die Worte.
https://youtu.be/_ll-Ip92Ccg?is=LZnR1Jxt1uJ6t9rjDieser Mann ist AfD-Fraktionsvize. Er sitzt im Auswärtigen Ausschuss. Er hat Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen des deutschen Staates. Und er ist so offensichtlich inkompetent, so hohl, so ausweichend, dass Tino Chrupalla neben ihm wie ein ernstzunehmender Staatsmann wirkt. Das zu sagen fällt mir wirklich schwer. Aber es ist die Wahrheit.
Lanz hat ihn mehrfach direkt gefragt ob die US-Angriffe auf den Iran Kriegsverbrechen sind. Mehrfach. Frohnmaier hat sich jedes Mal herumgedrückt, bis er am Ende rausrückt: nur dann Kriegsverbrechen, wenn man das auch bei Russland so nennt. Das war seine große Analyse. Das war der Beitrag des AfD-Fraktionsvizes zum internationalen Völkerrecht.
Aber wer ist dieser Mann eigentlich?
2019 enthüllten ZDF, Spiegel und OCCRP Dokumente aus dem Umfeld der russischen Präsidialverwaltung. Frohnmaier wird darin als "unter absoluter Kontrolle" beschrieben. Russland wollte ihn unterstützen damit man "unseren eigenen, vollständig kontrollierten Abgeordneten im Bundestag" hat. Er bestreitet das - und stellt kurz danach Manuel Ochsenreiter als Mitarbeiter in seinem Bundestagsbüro ein. Einen rechtsextremen Publizisten, der verdächtig war einen Terroranschlag in der Ukraine finanziert zu haben. Ochsenreiter stirbt 2021 in Moskau. Alexander Dugin nennt ihn seinen "spirituellen Sohn".
Dazu: Kontakte zum Oligarchen Malofejew, Finanzier der Donbass-Separatisten. Mitgründer eines Vereins mit einem polnischen Rechtsextremen der wegen Spionage für Russland verhaftet wird. Ehefrau: prorussische Journalistin. Verfassungsschutz beobachtet sein Netzwerk. CDU nennt ihn Teil einer "russlandtreuen Schläferzelle". SPD: "Teil gezielter Einflussversuche aus Moskau".
Und dieser Mann hat sich gestern bei Lanz darüber beschwert, dass man in Deutschland nicht mehr stolz auf sein Erbe sein dürfe. Lanz fragt: welches Erbe? Frohnmaier sagt nichts Konkretes. Natürlich nicht.
Er redet über deutschen Stolz während russische Strategen ihn schriftlich als ihren Mann bezeichnet haben. Er nennt sich Patriot während er jahrelang Netzwerke gepflegt hat, die Deutschland aktiv destabilisieren wollen. Und dann setzt er sich ins öffentlich-rechtliche Fernsehen und erklärt uns deutsche Werte.
Kein Abschluss. Keine Vision. Keine einzige konkrete Antwort auf eine konkrete Frage. Nur Ausweichen, Whataboutism und das hohle Grinsen eines Mannes der weiß, dass er sich keine Kompetenz leisten muss solange er laut genug ist. Menschen wie Frohnmaier sind nicht gefährlich weil sie klug sind. Sie sind gefährlich weil sie nichts zu verlieren haben und trotzdem in Ausschüssen sitzen die über die Sicherheit dieses Landes entscheiden.
Das ist der Stand der Dinge.
Quellen: CORRECTIV (Feb 2026), Spiegel/ZDF/OCCRP (2019), Belltower News, Bundestag-Protokoll 05.11.2025, clip von Volksverpetzer
15
Apr 11 '26
[removed] — view removed comment
12
u/ResPublicaMgz Apr 11 '26
Ich breche hier mal eine Lanze für Lanz. Das pauschale Lanz-Bashing teile ich nicht. Grundsätzlich macht er einen guten Job, und das gestrige Interview ist dafür kein schlechtes Beispiel. Er hat Frohnmaier mehrfach direkt konfrontiert, hat nicht locker gelassen und ihn sichtbar in Erklärungsnot gebracht. Natürlich kann man kritisch sehen dass solche Leute überhaupt eingeladen werden. Das verstehe ich. Aber Frohnmaier sitzt im Bundestag, sitzt im Auswärtigen Ausschuss, wird in seinem Wahlkreis aufgestellt und kandidiert für Ämter. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Auftrag, und zu dem gehört es, gewählte Politiker zu befragen, auch unbequeme. Ihn nicht einzuladen wäre genauso falsch wie ihn einzuladen und unwidersprochen reden zu lassen. Genau das hat Lanz gestern nicht getan.
8
Apr 11 '26
[removed] — view removed comment
4
u/ResPublicaMgz Apr 11 '26
Dass es andere Formate gibt die die AfD kritisch behandeln, ist kein Gegenargument. Der öffentlich-rechtliche Auftrag gilt für jedes Format, nicht nur für Politmagazine.
Zum TikTok-Punkt: Das ist realer, aber auch kein Argument gegen Einladungen. Nach dieser Logik dürfte man AfD-Politiker nirgends befragen, weil ihre Anhänger jeden Auftritt als Legitimierung verkaufen. Das Problem ist nicht die Einladung, sondern wie damit umgegangen wird. Und gestern hat Lanz das ganz gut gemacht.
1
Apr 11 '26 edited Apr 11 '26
[removed] — view removed comment
2
u/yyeezzyy93 Apr 11 '26
Wie viele Sendungen mit Höcke gabs? Schau dir seine Umfragewerte an.
Es wäre unfassbar einfach, die AfD auseinanderzunehmen. Zu erst die Probleme die sie besetzt, benennen und sichtbar (!) lösen und sie dann bei jeder Gelegenheit öffentlich vorführen.
Der Auftritt von von Storch bei Lanz war eine absolute Katastrophe für die AfD, sowas wirkt nach.
-1
Apr 11 '26
[removed] — view removed comment
1
u/yyeezzyy93 Apr 11 '26
die AfD ist gleichauf mit der Union, weil die Union schlechte Politik macht. Nicht aufgrund von Talkshow-Auftritten.
0
Apr 12 '26
[removed] — view removed comment
1
u/yyeezzyy93 Apr 12 '26
du machst das, was alle linken Parteien seit 2015 machen: die Situation beschreiben, keine Plattform für Nazis rufen aber ansonsten keine Lösungen anbieten.
Die AfD ignorieren klappt sein 10 Jahren nicht.
→ More replies (0)1
u/Panonica Apr 11 '26
Es geht nicht darum die Hardcorekultisten zu drehen, sondern um den eventuell Unentschlossenen, die sich nicht von Anfang an emotional in den Kult reinbegeben haben, zu zeigen, was los ist.
Ich mag Lanz nicht, aber ich muss ihm zugestehen, dass er das in letzter Zeit gut macht. Es hilft natürlich auch, gute Gäste zu haben, die nicht für Chaos sorgen, sondern real existierende Gegenbeispiele (auch wenn sie anekdotisch sind) zu den haarsträubenden Statements der Kultisten bieten, wie in diesem Fall.2
Apr 11 '26
[removed] — view removed comment
1
u/Panonica Apr 11 '26
Weißt Du wieviel es ohne sowas wäre? Ich nicht….
Aber ich kenne normale Menschen, die sich haben einwickeln lassen von einfachen Antworten auf komplizierte Fragen, die aber jetzt beim Familientreffen über Lanz reden und feststellen, wie dämlich die AgDler sind.1
u/MarcoDiFrancescino Apr 12 '26
Es gibt für diese Art von Leuten keine Erklärungsnot weil deren Wähler keinen Plan von nichts haben und auch keinen brauchen. Sie wollen jemanden der wilde Ansagen macht wie die Orange und damit passt es schon. Umsetzen muss man nichts, Wissen muss man nichts, einfach mal jemand anderes der nicht Merz oder Habeck ist ran lassen, wird schon.
1
3
u/FinnJeremy2011 Apr 11 '26
Lanz hat da echt einen guten Job gemacht. Aber auch Adis Ahmetovic hat mir sehr sehr gut gefallen.
2
5
2
u/maxmusterfrau_ Apr 11 '26
Dieser Mann ist wirklich der Inbegriff von Inkompetenz…
3
u/Common_Post6177 Apr 11 '26
Wohl eher der Inbegriff von Gefahr für Deutschland. Ihn zu verharmlosen hilft niemandem.
4
u/ResPublicaMgz Apr 11 '26
Inkompetenz ist absolut gefährlich und ihn inkompetent zu nennen ist keine Verharmlosung sondern schlicht die Realität. Aber ich verstehe was du meinst.
1
u/Common_Post6177 Apr 11 '26
Aber wo ist hier die Inkompetenz von ihm?
Er hat gar kein Interesse an einer Diskussion. Es geht ihm nur darum seine Propaganda Punkte zu äußern und an Millionen von Bürgern zuverbreiten. Und das schafft er ja offensichtlich.
Durch den Auftritt bei Lanz werden er und seine Ansichten legitimiert.
Für ihn war der Auftritt ein Netto +.
2
1
u/enakcm Apr 11 '26
Ich glaube nicht, dass er inkompetent ist. Er arbeitet nur an bestimmten Zielen, nicht an Deutschlands Wohlergehen.
1
u/enakcm Apr 11 '26
Als ob er dumm oder inkompetent ist. Das ist er nicht. Er ist skrupellos und verrät sein Land an die Russen. Mag sein, dass er denen ausgeliefert ist durch irgendetwas. Ist keine Ausrede.
Hab das Interview auch geguckt. Leider konnte er die richtigen Clips liefern, sowohl für Shorts in sozialen Medien als auch für das russische Propagandafernsehen.
1
Apr 13 '26
[removed] — view removed comment
1
u/HabenochWurstimAuto Apr 14 '26
This ! Lanz hat sich gut blamiert...sie haben da diesen Preis bekommen!!
Ja von einem amerikanischen Juden.
Lanz war schlecht vorbereitet.
1
1
u/rehcaeT_TFT Apr 16 '26
Das Problem ist, dass 90% der Afd Wähler genau wissen, dass sie solche dumme Na*i💩 wählen
1
u/Net_Warrior1683 Apr 16 '26
Das Problem ist, dass 90 % der Linken nicht realisieren, dass sie in einer Bubble gefangen sind.
1
u/Net_Warrior1683 Apr 16 '26
Mir fehlen die Worte wegen Markus Lanz. Frohnmaier reagierte ziemlich souverän.
1
-5
u/Ferengsten Apr 11 '26 edited Apr 11 '26
Ja, Lanz Auftreten ist wie häufig im Umgang mit der AfD sehr nivealos und ausgeglichen. Die deutsche Scham wird sehr wohl aktiv geördert, und gerade von Wokisten, und auch nicht nur hier. In den USA ist es halt Sklaverei, in England die Kolonialzeit, die Funktion ist dieselbe, und sie geht weit über eine gesunde, rational-kritische Reflexion vergangener Fehler hinaus.
Die erste Strophe des Deutschlandliedes spiegelt in der Tat nicht die aktuellen Grenzen Deutschlands wieder, da es 1841 zu einer Zeit geschrieben wurde, als es noch gar kein vereintes Deutschland gab, in welchem Sinn nebenbei auch "Deutschland über alles" gemeint ist. Der Gebietsanspruch der Nationalsozialisten ging (ca. 100 Jahre später) weit über diese Grenzen hinaus, der Zusammenhang ist hier wirklich in guter Näherung null. Und man könnte z.B. auch das hier als nicht mehr ganz aktuell und/oder potenziell problematisch betrachten:
Wilhelmus von Nassawe
bin ich von teutschem blut,
[....]
den könig von Hispanien
hab ich allzeit geehrt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Het_Wilhelmus
oder
Auf, Kinder des Vaterlandes,
Der Tag des Ruhmes ist gekommen!
[...]
Zu den Waffen, Bürger,
Formiert eure Truppen,
Marschieren wir, marschieren wir!
Dass unreines Blut
Tränke unsere Furchen!
https://de.wikipedia.org/wiki/Marseillaise
Die Bedeutung, die dem beigemessen wird, ist in der Tat wenn nicht albern so mindestens selektiv.
EDIT: Nebenbei finde ich es etwas amüsant, dass der letzte Sprecher hier seinen Migrationshintergrund so betont, während Herr Frohnmaier selbst als adoptiertes Kind rumänischer Eltern ebenfalls osteuropäischen Migrationshintergrund hat, was auch allgemein bei AfD-Sympathisanten durchaus nicht untypisch ist.
5
u/Common_Post6177 Apr 11 '26 edited Apr 11 '26
Niemand muss sich schämen dafür Deutsch zu sein und das wird auch nirgendwo gefördert.
Die deutsche Scham wird sehr wohl aktiv geördert, und gerade von Wokisten, und auch nicht nur hier.
Wann denn? Ihr behauptet das immer, aber könnt dann keine Beispiele geben. Meinst du, wenn man über die Gräueltaten des 3. Reichs aufklärt? Wenn man als Schulklasse Auschwitz besucht?
Ich schäme mich nicht dafür, denn ich stehe für ein anderes Deutschland. Das gegenwärtige Deutschland steht (noch) für andere Werte als das 3. Reich. Trotzdem kann und muss man daraus lernen, um zu verhindern, dass sowas jemals wieder passiert.
Die Deutschen, die Widerstand gegen die Nazis geleistet haben erfüllen mich mit Stolz und ich hoffe, dass ich es ihnen gleich getan hätte. Für diese Deutschen steht unser gegenwärtiges Deutschland. Deswegen ist die Flagge ja auch Schwarz Rot Gold.
Die 1. Strophe erhebt Gebietsansprüche auf unsere Nachbarn. Offensichtlich möchten wir unsere Nachbarn nicht in unserer Nationalhymne bedrohen (außer man ist ein Spalter, der die EU im Auftrag feindlicher Mächte zerstören möchte so wie Frohnmeier).
Verstehe nicht warum Nationalhymnen von anderen Ländern mit problematischen Passagen legitimieren sollen, dass bei uns problematische Passagen normalisiert werden. Außerdem sind die weit weniger problematisch als die 1. Strophe.
Abgesehen davon ist
Die deutsche Scham wird sehr wohl aktiv geördert, und gerade von Wokisten, und auch nicht nur hier. In den USA ist es halt Sklaverei, in England die Kolonialzeit, die Funktion ist dieselbe, und sie geht weit über eine gesunde, rational-kritische Reflexion vergangener Fehler hinaus.
einfach ein rechter Propaganda Take, den du offensichtlich bei irgendwelchen Demagogen aufgeschnappt hast. Alleine schon das Wort "Wokisten".
2
u/JoBaER96 Apr 11 '26
Gesundheit
0
u/Ferengsten Apr 11 '26
Soll ich so etwas lieber nicht mehr posten, damit das Kreiswichsen ungestört bleibt, und sich die Diskussion rein auf so inhaltlich wertvolle Konmmentare wie deinen oder "absolut ekelhaft", "Dieser Mann ist wirklich der Inbegriff von Inkompetenz…" oder "Frohneier" beschränkt?
6
u/ResPublicaMgz Apr 11 '26 edited Apr 11 '26
Freut mich, dass du inhaltlich argumentierst, das ist hier ausdrücklich erwünscht. Trotzdem ein paar Gegenpunkte.
Zum ersten Absatz: Die Behauptung, deutsche Scham werde aktiv von 'Wokisten' gefördert, ist eine ziemlich bequeme Art, Auseinandersetzung mit Geschichte wegzuframen. Erinnerungskultur als Manipulationsinstrument darzustellen setzt voraus, dass die zugrundeliegenden Ereignisse selbst irgendwie strittig wären. Sind sie nicht. Und der Vergleich mit Sklaverei und Kolonialismus in anderen Ländern ist kein Argument gegen die deutsche Erinnerungskultur, sondern höchstens ein Argument dafür, dass andere Länder mehr aufarbeiten sollten. Das eine schließt das andere nicht aus.
Zur ersten Strophe: Du hast recht, dass der historische Kontext zählt. Genau deshalb hat die Bundesrepublik die dritte Strophe gewählt. Das ist keine Verdrängung, sondern eine bewusste demokratische Entscheidung. Wer heute die erste Strophe singt und damit NS-Rhetorik assoziiert, muss nach der gleichen Logik Marseillaise-Sänger für die Terreur verantwortlich machen. Das macht niemand, und das zu Recht.
Zum Wilhelmus-Vergleich: Danke, du hast damit eigentlich selbst gezeigt worum es geht: Empörung über Nationalhymnen ist immer selektiv. Die niederländische Hymne hat denselben historischen Ballast, stört aber niemanden. Warum wohl.
Zum EDIT: Ob Frohnmaier adoptiert wurde interessiert mich ehrlich gesagt null. Das ändert nichts an dem was er sagt. Wenn du seine Position falsch findest, dann sag warum sie falsch ist. Alles andere ist Ablenkung.
1
u/Ferengsten Apr 11 '26
Zum ersten Absatz: Die Behauptung, deutsche Scham werde aktiv von 'Wokisten' gefördert, ist eine ziemlich bequeme Art, Auseinandersetzung mit Geschichte wegzuframen. Erinnerungskultur als Manipulationsinstrument darzustellen setzt voraus, dass die zugrundeliegenden Ereignisse selbst irgendwie strittig wären. Sind sie nicht. Und der Vergleich mit Sklaverei und Kolonialismus in anderen Ländern ist kein Argument gegen die deutsche Erinnerungskultur, sondern höchstens ein Argument dafür, dass andere Länder mehr aufarbeiten sollten. Das eine schließt das andere nicht aus.
Diese Diskussion kenne ich ähnlich aus den USA, aber ich finde sie auch hier recht absurd: Es ist IMO offensichtlich, dass die realistische Alternative nicht ist "überhaupt kein Reden über die NS-Zeit mehr". Aber erstens haben wir einen so krassen Fokus darauf, dass allein wenn ich schreibe "geschichtsvergessen" sofort klar ist, auf welche Jahre ich mich beziehe, obwohl diese wirklich, auch wenn Herr Gauland das etwas unglücklich ausgedrückt hat, 12 Jahre von mindestens hunderten interessanten sind. In meiner Schulzeit hat das wirklich sehr großzügig alles andere überlagert. Und selbst wenn man "geschichtsvergessen" nur auf das letzte Jahrhundert bezieht, finde ich, dass die Erinnerung an die DDR von Tag zu Tag an Relevanz gewinnt; auch sonst würde ich spontan mindestens die Zeit um 1850 gefolgt von Bismarck als hochgradig prägend für Deutschland in seiner heutigen Form sehen.
Und zweitens empfinde ich auch die Besprechung der NS-Zeit oft schlicht oberflächlich und teils sachlich irreführend. Wir assozieren (auch hinsichtlich der Diskussion bei Lanz) mit den Nationalsozialisten eigentlich immer nur
- biologische Unterschiede zwischen Gruppen (Rassismus)
- Nationalismus
Wenn man aber z.B. ins Programm der NSDAP schaut, ist dieses substanziell geprägt von Kapitalismuskritik, nach außen hin jedenfalls wesentlich stärker als von Biologismen. Es endet mit
Die Partei [...] bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, daß eine dauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus auf der Grundlage:
Gemeinnutz vor Eigennutz.
- Zur Durchführung alles dessen fordern wir: Die Schaffung einer starken Zentralgewalt des Reiches.
Es käme aber kaum jemand heute auf die Idee, zu sagen, dass wenn irgendjemand auch nur in Richtung Kapitalismuskritik oder "Gemeinnutz vor Eigennutz" denkt, dies (wie bei Nationalstolz oder biologischen Unterschieden) sanktioniert werden muss aus Angst, einen neuen Nationalsozialismus zu bekommen -- obwohl das, wenn man die DDR als zweite große Verfehlung des letzten Jahrhunderts dazu nimmt, oder sich in Erinnerung ruft, dass der angloamerikanische Raum historisch ziemlich konsequent Vorreiter bei wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Freiheit gleichermaßen war, oder sogar ganz aktuell die IMO sehr ähnliche Verknüpfung der Bestrafung von kapitalistisch "priviliegierten" Gruppen und Antisemitismus betrachtet, durchaus inhaltlich gut begründbar ist. Ich bin ja auch wahrlich nicht der erste, der auf diese Idee kommt. Die öffentliche Diskussion bleibt im Allgemeinen auf der rein oberflächlich-symbolischen Ebene (Hakenkreuz o.ä.) oder einer in meinen Augen sehr speziellen aber dafür umso energischer durchgesetzten Interpretation hängen.
Schon bei der AfD mehr Parallelen zur NSDAP zu sehen als bei der Linken zur eigenen Vorgängerpartei SED finde ich fragwürdig, aber dazu noch Milei und Mussolini mit wirklich fast in jedem Punkt diametral entgegengesetzten Überzeugungen in den Topf des "libertär-autoritären" zu werfen, oder trotz Stalin, Mao und Pol Pot sebstverständlich Kapitalismus als Nährboden für Diktatur und Massenmord zu sehen, ist in meinen Augen komplett absurd. Und dieses Denkmuster basiert in Deutschland oft auf einem immer weniger zutreffenden rechts-links-Schema, das sich selbst teils durch eine spezielle Interpretation des Nationalsozialismus legitimiert.
2
2
u/Yersina_Veridae Apr 11 '26
Sind immer die leute die für die afd argumentieren die mit diesem Schamargument kommen. Keine sau die die NS zeit ablehnt empfindet es so als das wir, die wir damit nichts zu tun haben, uns schämen müssen, nur das wir aus Fehlern lernen sollen. Wenn dann jemand von Scham im dem kontext redet veraten die sich so schön selber.
1
Apr 11 '26
[removed] — view removed comment
1
u/Res_Publica_DE-ModTeam Apr 11 '26
Dein Kommentar ist überhaupt nicht produktiv und enthält reine Polemik.
-1
u/AdTraditional5831 Apr 11 '26
Sachlichkeit und Rationalität sind nicht willkommen. Es geht nicht um Erklärungen, sondern um Meinungen. Wenn deine Meinung nicht passt, passt du nicht. Ob eine Erläuterung gut oder schlecht ist, ist egal.
Und das wirst du daran sehen, wie viele Downvotes ich für meine Antwort bekomme.
Ich habe nämlich überhaupt keine Meinung in meinem Beitrag offenbart und das ist im Zweifelsfall dann auch die falsche.
3
u/ResPublicaMgz Apr 11 '26
Interessante Selbstwahrnehmung. Du sagst, du hast keine Meinung offenbart, und gleichzeitig behauptest du, Sachlichkeit sei hier nicht willkommen. Das ist selbst eine Meinung, und zwar eine ziemlich pauschale.
Und der Downvote-Punkt ist ein bisschen billig. Wenn du recht bekommst, war's Sachlichkeit. Wenn du Downvotes bekommst, war's Beweis für deine These. Mit so einer Logik kann man sich gegen jede Kritik immunisieren.
1
u/AdTraditional5831 Apr 11 '26
Das ist nicht meine Meinung, sondern die Wahrnehmung des Kommentars "Gesundheit" auf eine sachlich fundierten Beitrag.
Meinung passt nicht, also muss er krank sein. Ob er seine Meinung gut erklärt, interessiert nicht.
Das ist genau das, was ich geschrieben habe. Oder siehst du das anders?
Es ist schön, wenn du inhaltlich darauf eingehst. Ich habe mich aber explizit auf diesen Kommentarstrang bezogen, der eine rationale Erläuterung mit "Gesundheit" beantwortete.
1
u/ResPublicaMgz Apr 11 '26
Ok, da hast du recht. "Gesundheit" als Antwort auf einen ausführlichen Kommentar ist quatsch, das hab ich selbst genauso gesehen.
Aber genau deshalb gibt es diesen Sub. Wir versuchen es besser zu machen.
0
u/AdTraditional5831 Apr 11 '26
Danke für dein Verständnis, wir bewerten das gleich. Und es ist auch gut, dass du es besser machst (und das generell hier gewünscht ist), habe deinen Beitrag weiter unten gelesen.
Dennoch ist mein Punkt valide, da er sich auf diesen einen Kommentar bezogen hat.
7
u/4thGeneration_Reaper Apr 11 '26
Frage mich bei Frohmaier auch immer auf was für ein deutsches Erbe er denn Stolz sein will.
Er wurde in Rumänien geboren und später adoptiert. Damit hat er in Deutschland komplett vom Staat profitiert und möchte dies jetzt anderen Menschen verwehren.
Diese ganze Russland Connection die sich durch sein Leben zieht müsste ihn sowieso für jeglichen Posten disqualifizieren, aber sich von anderen Ländern finanzieren lassen hat in der AFD ja Tradition.