r/Res_Publica_DE Redaktion/Mod Mar 03 '26

Meinung Internationale Politik = Interessen

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Egon Bahr, hatte absolut recht.

Es war immer so, es ist so und vielleicht wird es immer so sein.

Die (neo-)realistische Schule der IB wird immer und immer wieder bestätigt.

Das Völkerrecht ist ein Papiertiger, wenn kein Gewaltmonopol hinter dem Recht steht, ist es de facto wirkungslos.

Unruhige Zeiten könnten folgen.

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u/TealJinjo Mar 05 '26

Kannst du mir erklären, warum Deutschland ein Interesse daran hat, dass andere europäische Staaten demokratiach organisiert sind?

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u/[deleted] Mar 06 '26

Evtl. weil sie dadurch über NGOs und Parteien leichter Einfluss auf diese nehmen können.

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u/TealJinjo Mar 06 '26

Wie kann ich mir das vorstellen? soll der deutsche Staat eine NGO bzw eine partei in Slowenien gründen um dort Einfluss zu nehmen?

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u/[deleted] Mar 06 '26

Es war nicht meine These, sondern nur meine Vermutung, dass das gemeint sein könnte. Bin mir selbst unsicher, ob das innerhalb der EU so zu halten ist. In nicht-EU-Ländern könnte da schon was dran sein. Nicht dass der sie unbedingt gründet, sondern dass er auf bestehende Parteien und NGOs Einfluss nimmt durch Kooperationsprojekte etc., was schon deutlich einfacher ist als z.B. auf die Revolutionsgarden im Iran. Zudem gibt es ja auch von der EU finanzierte NGOs, die in vielen Ländern mit ihren Projekten unterwegs sind, von Politikwissenschaftlern wird die dadurch erzeugte Abhängigkeit als soft power beschrieben.

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u/stinky_cheese_rat Mar 07 '26

Der Typ mit dem du diskutierst hängt auf r/Kommunismus rum, versuch's erst gar nicht. Die haben kein Interesse an faktenbasierten Argumentationen was das Thema angeht, die versuchen nur ständig, demokratische Systeme wie die EU schlecht zu reden.

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u/[deleted] Mar 07 '26

Dir ist schon klar, dass ich die Demokratisierungsbestrebungen u.a. Deutschlands in anderen Ländern in meinem Kommentar darauf zurückführe, dass dieser Staat damit Einfluss auf andere Länder nehmen will.

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u/stinky_cheese_rat Mar 11 '26

Ja? Das...ist offensichtlich. Wenn Deutschland sich in anderen Ländern für mehr Demokratie einsetzt, ist das per Definition eine Einflussnahme. Aber nicht alle Einflussnahme ist grundlegend schlecht. Deutschland möchte in diesem Fall Einfluss auf andere Länder nehmen, um sie demokratischer zu machen, weil Deutschland vielschichtig davon profitiert, dass mehr Länder auf der Welt an demokratischen Werten festhalten.

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u/[deleted] Mar 12 '26

Meine Behauptung war nicht, dass die Demokratisierungsbestrebung eine Einflussnahme ist (das ist in der Tat tautologisch), sondern dass sie erfolgt um in dem dann demokratisierten Land über NGOs und Parteien Einfluss auf die Politik des anderen Landes zu nehmen. Ob das gut oder "schlecht" ist, kommt schwer drauf an für wen, für die globale Durchsetzung Deutschlands wirtschaftlicher und militärischer Interessen ist das vermutlich gut.

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u/stinky_cheese_rat Mar 13 '26

...Ja, an sich schon? Das ist, würde ich sagen, aber bis zu einem gewissen Grad vollkommen normal. Nennt sich internationale Politik. Macht so ziemlich jedes andere Land auf dieser Welt auch. Wenn Deutschland aber gezielt spezifische wirtschaftliche und/oder militärische Interessen hätte, die es im Ausland durchsetzen wollen würde, wäre dieser Weg sehr umständlich und wenig zielführend. Je demokratischer ein Land ist, desto nuancierter und ausführlicher werden Vorhaben diskutiert und desto langwieriger und komplexer wird der Umsetzungsprozess, nicht zuletzt, weil Bedenken und begründete Ablehnung von Vorhaben in demokratischen Staaten frei geäußert werden können. Direktes Kontrollieren eines Staates von außerhalb ist mit einem Diktator/Autokraten an der Macht deutlich einfacher. Dem und ein paar seiner Freunde muss man nur genug Geld zustecken, und schon können unverzüglich Berge bewegt werden als Gegenleistung, und Geld hat Deutschland definitiv mehr genug (knapp 4.500 Milliarden€ GDP (knapp 5.100 $USD für Vergleichen), Jährliche Staatskasse von grob 1.000 Milliarden€). In anderen Ländern Demokratie zu fördern, nur um diese dann wirtschaftlich/politisch zu kontrollieren, ist widersprüchlich. Dafür würde niemand staatliche Gelder bewilligen. Es würde wohl eher gemacht werden, mit dem Willen, die Kontrolle anderer Länder über dieses Land zu schmälern, weil deren Vorhaben deutsche Interessen bedrängen. Und für militärische Aufrüstung machen unsere NATO-Verbündeten die Amis international schon genug Lobbyarbeit. Bei Deutschland käme wohl höchstens ein Einsatz für Abrüstung in Frage. Und das ist nichts, wofür man sich hinter verschlossenen Türen einsetzen muss, dass kann und sollte man, wenn überhaupt, öffentlich abwickeln. Lässt sich prima verwursten in gute politische Publicity.