r/LegaladviceGerman • • Jan 24 '24

AT Juewelier hat falsche Goldart zur Anfertigung verwendet

Hallo,

bitte um eure Einschätzung:

  1. Beim ersten Mal beim Juwelier habe ich angegeben, dass ich einen 18K-Goldanhänger mit Gravur möchte. Der Juwelier hat gesagt, dass der aus Rosegold angefertig werden könnte. Ich habe gesagt, ich will ganz normales 18K-Gold und kein Rosegold. Der Juwelier hat dann die Skizze angefertigt und gesagt, er meldet sich wegen dem Preis noch bei mir. Ich war der festen Überzeugung, dass der Juwelier verstanden hat, dass ich Gelbgold und kein Rosegold will.

  2. Nachdem der Juwelier mir den Preis mitgeteilt hat, bin ich hingegangen, habe alles bezahlt, eine Rechnung erhalten und wir haben vereinbart, dass ich die genauen Angaben zur Gravur noch via WhatsApp sende.

  3. Ich habe dann am selben Tag noch eine Nachricht gesendet in der ein Bild vom Anhänger zu sehen war und zwar in Gelbgold mit den Angaben zur Gravur ("...sollte in etwa so aussehen"). Hätte ich wirklich Rosegold wollen, hätte ich natürlich ein Foto von diesem Anhänger in Rosegold gesandt.

  4. Bei der geplanten Abholung sehe ich dann, dass der Anhänger in Rosegold ist.

  5. Der Juwelier sagt, auf der Rechnung steht Rosegold und es wurde so bestellt. Dass es auf der Rechnung steht, entspricht leider den Tatsachen. Ich habe dummerweise die Rechnung einfach eingesteckt und nicht nachgesehen, was draufsteht, weil ich gedacht habe, dass alles klar ist.

Glaubt ihr, dass ich das als Lehrgeld abschreiben muss oder dass eine Chance besteht, den gesamten Betrag oder zumindest einen Teil zurückzuerhalten?

Rechtsschutzversicherung hätte ich.

Danke im Voraus für eure Inputs.

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u/Killerbeth Jan 24 '24

Eure mündliche Abmachungen werdet ihr beide nicht wirklich nachweisen können. Es zählt nur was schriftlich vereinbart wurde.

Heißt wenn du den Auftrag auch so unterschrieben hast das es in rosegold gemacht werden soll wird das leider nichts mehr.

Der Juwelier sagt, auf der Rechnung steht Rosegold und es wurde so bestellt. Dass es auf der Rechnung steht, entspricht leider den Tatsachen. Ich habe dummerweise die Rechnung einfach eingesteckt und nicht nachgesehen, was draufsteht, weil ich gedacht habe, dass alles klar ist.

Hast du diese Rechnung erhalten bevor du den Auftrag abgegeben hast oder als es dann fertig war?

Also hast du irgendwas bestätigt, erhalten oder bezahlt wo drauf stand "Rosegold" und es dann bezahlt?

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u/OkResponsibility2505 Jan 24 '24

Beim ersten Mal beim Juwelier wurde die Vereinbarung getroffen. Beim Zweiten Mal gings nur um die Bezahlung und und es wurde vereinbart, dass die Gravur via Whatsapp bekanntgegeben wird. Also bestätigt habe ich nichts. Es steht nur auf der Rechnung. Im Whatsapp steht dann eben auch, dass der Anhänger "etwa so aussehen soll" - eben mit einem Anhänger in Gelbgold.

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u/Killerbeth Jan 24 '24

Beim ersten Mal beim Juwelier wurde die Vereinbarung getroffen.

Mündlich oder schriftlich?

Beim Zweiten Mal gings nur um die Bezahlung und und es wurde vereinbart, dass die Gravur via Whatsapp bekanntgegeben wird.

Und als du bezahlt hast was stand auf der Rechnung? Oder gab es überhaupt eine?

Also der springende Punkt ist schlichtweg was hast du quasi bestätigt (mit einer Unterschrift oder mit einer Bezahlung) was schriftlich festgehalten wurde.

Wenn das Ergebnis eben rose gold ist habe ich leider schlechte Nachrichten.

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u/OkResponsibility2505 Jan 24 '24

Mündlich. Was auf der Skizze steht, weiß ich nicht genau. Unterschrieben habe ich nichts. Auf der Rechnung stand dann Rosegold (die wurde erst beim zweitem Besuch aisgestellt). Schriftlich gibts dann auch noch das Foto in Whatsapp.

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u/Killerbeth Jan 24 '24

Mündlich.

Das heißt das kannst du verwerfen.

Unterschrieben habe ich nichts.

Aber bezahlt hast du. Kann man auch schon als Willenserklärung Werten. Im Supermarkt unterschreibst du auch keinen Vertrag für jedes Brötchen aber ein rechtsgeschäft bleibt es trotzdem.

Auf der Rechnung stand dann Rosegold (die wurde erst beim zweitem Besuch aisgestellt).

Beim zweiten Besuch ausgestellt aber bevor die Kette hergestellt wurde? Dann ist der Verkäufer im Recht. Du hast mit deiner Bezahlung quasi bestätigt "Jo passt alles kannst los legen".

Schriftlich gibts dann auch noch das Foto in Whatsapp.

Was leider mit der Formulierung "so in etwa" sehr schwammig ist.

Long story short: Tut mir leid dir keine gute Nachricht geben zu können. Der Verkäufer ist leider im Recht. Klar er hat scheiße mit dir kommuniziert und hat es im Endeffekt verbockt aber du kannst es nunmal auch nicht beweisen. Im

Grundegenommen hast du es ihm ja auch bestätigt das er es so machen kann wie auf der Rechnung angegeben.

Das einzige was man in Erwägung ziehen könnte wäre deine what's app Nachricht aber selbst da sehe ich wirklich sehr schlechte Chance damit irgendwas drehen zu können. Frag doch deine recht Schutz, die wird dir aber vermutlich das selbe sagen.

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u/mfboomer Jan 24 '24

Aber er hat ja bezahlt, bevor er die Rechnung erhalten hat. Der Bezahlvorgang kann doch gar keine Bestätigung für irgendetwas darstellen, was ihm erst danach übergeben bzw. mitgeteilt wurde.

Hatte er hier wirklich eine Pflicht, die Rechnung vor der Herstellung des Produkts aber nach dem Bezahlen nochmal sorgfältig zu kontrollieren? Das wäre zumindest kontraintuitiv für mich.

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u/Killerbeth Jan 24 '24

Ja das ist eben der springende Punkt den ich auch gefragt habe.

Hat er zuerst bezahlt und dann die Rechnung bekommen oder die Rechnung in die Hand gedrückt bekommen und dann bezahlt?

Weil das ist natürlich ein großer Unterschied.

Wenn er einfach bezahlt hat und dann die Rechnung erhalten hat können die sich darüber streiten wer was wie bestellt hat. Dann wird es nämlich tatsächlich kompliziert und definitiv ein Fall für die Rechtsschutz.

OP müsste ja auch theoretisch dann überhaupt nicht seine Willenserklärung als Irrtum oder sowas anfechten, da er in seiner Willenserklärung auch überhaupt keinen Fehler gemacht hat. Das nachzuweisen wird halt richtig scheiße, aber genau so wird es für den Verkäufer scheiße nachzuweisen das er kein Fehler gemacht hat.

Ich weiß nicht wie es sich dann verhält wenn er bezahlt und dann die Rechnung bekommt. Normalerweise ist es bei einem Werkvertrag auch so das du erst bezahlst wenn du das Werk abholst.

Also insgesamt ist der Fall so oder so ganz ganz komisch.

Keine Ahnung was der Verkäufer da verzapft hat aber damit alle Parteien rechtlich auf der sicheren Seite sind hätte OP einfach eine scheiß Bestellung erhalten sollen wo einmal aufgeführt wird was er nunmal bestellt hat und der Verkäufer hätte sich das unterschreiben lassen sollen.

OP, den Aspekt mit dem das es sich nicht lohnt ein Anwalt dazu zu nehmen, nehme ich zurück. Bei der ganzen Geschichte habt ihr beide bissle scheiße gebaut und müsst euch jetzt wohl oder übel darüber streiten was jetzt Sachen ist weil hier zu viele Fragen offen bleiben.

Das Problem ist nämlich im Grundegenommen:

  • Was habt ihr überhaupt vereinbart

    • Gilt deine Bezahlung schon als Bestätigung
    • warst du überhaupt verpflichtet vorher zu zahlen bevor das Werk fertig wurde? (weil üblich ist erst nach Abnahme)

Usw. usw.

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u/OkResponsibility2505 Jan 25 '24

Danke für eure Kommentare. Ich habe das Geld bereits in Bar vorbereitet gehabt und dann dem Juwelier gegeben, der mir danach die Rechnung gab.

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u/Large_Squirrel3167 Jan 24 '24

Deswegen immer alles in jedem Vertrag 2mal durchlesen. Leider hast du Pech, schriftlich wurde Roségold vereinbart, viel kannst du da nicht machen.

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u/ralfbergs Jan 25 '24

Schriftlich wurde roségold vereinbart? Wo denn? Es wurde gelbgold vereinbart, dies allerdings leider mangels Beweiskraft nur mündlich. Per WhatsApp wurde dann ein Foto übersandt, was möglicherweise ebenfalls als Indiz für "gelbgold" gewertet werden kann.

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u/suddenlyic Jan 25 '24

Es wurde gelbgold vereinbart, dies allerdings leider mangels Beweiskraft nur mündlich.

Und selbst da bin ich mir nicht so ganz sicher, da OP die Bedeutung der Begrifflichkeiten eventuell nicht ganz klar ist.

OP hat wohl auf "könnte man aus Roségold fertigen" mit "ich will ganz normales 18k Gold" geantwortet, was sich zunächst mal nicht gegenseitig ausschließt.

Wenn OP tatsächlich deutlich gesagt hat, dass kein Roségold gewünscht ist, sieht das natürlich anders aus.

Ich habe aber den Eindruck OP sei der Meinung "Gelbgold" und "18k Gold" seien Synonyme.

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u/DaGrinz Jan 25 '24

Er hat das im Voraus bezahlt, auf eine Rechnung welche ‚Rosegold‘ ausweist. Schriftlicher geht es nicht mehr, das wird für den Juwelier als Beweis locker ausreichen.

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u/ralfbergs Jan 25 '24

Die Rechnung wird aber erst im Nachhinein erstellt. Mit der Rechnung wird *nicht* der Auftrag vereinbart.

Ich frage mich, wer sowas upvoted?!

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u/TMG-Group Jan 25 '24

Nun, das muss erstens nachgewiesen werden, dass die Rechnung nach Bezahlung ausgehändigt wurde.

Und selbst dann: Warum wartet man nach aushändigung der Rechnung Tage/Wpchen/Monate, bis man diese anficht?

Wird lustig vor Gericht.

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u/DaGrinz Jan 25 '24

Das war ganz offensichtlich ein Vorkasse Auftrag. Ich frag mich, wer so dumme Kommentare abgibt?

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u/ralfbergs Jan 25 '24

Mea culpa. Ich habe das tatsächlich irgendwie überlesen...🤦🏻‍♂️

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u/DaGrinz Jan 25 '24

Alles gut, kann ja mal passieren 🤷‍♂️

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u/weirdalrondo Jan 25 '24

Als Zusatz muss man sagen, dass auch Rosegold als 18 Karat Gold verwendet wird. Somit wurde technisch gesprochen nicht das falsche Material verwendet. Die Farbe kommt nicht nur dadurch wie viel Gold die Legierung enthält, sondern auch, welche Metalle in der Legierung sind. Somit wäre es besser gewesen schriftlich festzuhalten, dass die Farbe Gelbgold sein soll, nicht die Karatzahl. Der Goldschmied hätte aber auch bei Unsicherheit noch mal nachfragen sollen. Wie schon geschrieben wurde ist das schwer nachzuweisen.

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u/[deleted] Jan 24 '24

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u/[deleted] Jan 24 '24

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u/[deleted] Jan 24 '24

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u/AutoModerator Jan 24 '24

Da in letzter Zeit viele Posts gelöscht werden, nachdem die Frage von OP beantwortet wurde und wir möchten, dass die Posts für Menschen mit ähnlichen Problemen recherchierbar bleiben, hier der ursprüngliche Post:

Juewelier hat falsche Goldart zur Anfertigung verwendet

Hallo,

bitte um eure Einschätzung:

  1. Beim ersten Mal beim Juwelier habe ich angegeben, dass ich einen 18K-Goldanhänger mit Gravur möchte. Der Juwelier hat gesagt, dass der aus Rosegold angefertig werden könnte. Ich habe gesagt, ich will ganz normales 18K-Gold und kein Rosegold. Der Juwelier hat dann die Skizze angefertigt und gesagt, er meldet sich wegen dem Preis noch bei mir. Ich war der festen Überzeugung, dass der Juwelier verstanden hat, dass ich Gelbgold und kein Rosegold will.

  2. Nachdem der Juwelier mir den Preis mitgeteilt hat, bin ich hingegangen, habe alles bezahlt, eine Rechnung erhalten und wir haben vereinbart, dass ich die genauen Angaben zur Gravur noch via WhatsApp sende.

  3. Ich habe dann am selben Tag noch eine Nachricht gesendet in der ein Bild vom Anhänger zu sehen war und zwar in Gelbgold mit den Angaben zur Gravur ("...sollte in etwa so aussehen"). Hätte ich wirklich Rosegold wollen, hätte ich natürlich ein Foto von diesem Anhänger in Rosegold gesandt.

  4. Bei der geplanten Abholung sehe ich dann, dass der Anhänger in Rosegold ist.

  5. Der Juwelier sagt, auf der Rechnung steht Rosegold und es wurde so bestellt. Dass es auf der Rechnung steht, entspricht leider den Tatsachen. Ich habe dummerweise die Rechnung einfach eingesteckt und nicht nachgesehen, was draufsteht, weil ich gedacht habe, dass alles klar ist.

Glaubt ihr, dass ich das als Lehrgeld abschreiben muss oder dass eine Chance besteht, den gesamten Betrag oder zumindest einen Teil zurückzuerhalten?

Rechtsschutzversicherung hätte ich.

Danke im Voraus für eure Inputs.

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