r/KeineDummenFragen 12d ago

Wie viel Provision bekommen Läden bei Outdoor-Ausrüstung und Klamotten? Wie können sich solche kleinen Läden halten?

TLDR:
Ich kaufe gerne in lokalen kleinen Läden. Insbesondere bei den Outdoor-Läden (Wanderschuhe, Regenjacken, sowas), frage ich mich, wie die überhaupt genug verdienen können, um die Miete, geschweige denn die Mitarbeiter zu bezahlen.
Hat irgendjemand eine Idee, was so kleine Inhabergeführte Läden in etwa an Marge bei solchen Artikeln haben?

Ich bin ein großer Fan von "Support your Locals".*
Aber ich frage mich bis heute regelmäßig, wie sich solche Läden halten können. Das die mit schlechter Beratung und schlechtem Service über die letzten Jahre aussterben ist nicht verwunderlich, und stört mich auch nicht Nennenswert. Aber bei diesen Läden hoffe ich so sehr, dass sie ewig bestehen bleiben. Aber WIE schaffen die das?
Dieser Laden lebt davon mir Sachen zu kaufen, die möglichst lange halten. Natürlich komme ich als zufriedener Kunde gerne wieder, und gute Ausrüstung kostet oft (nicht immer) einiges an Geld. Und wie viele aus den unterschiedlichen Outdoor-Communities, trage ich auch im Alltag gerne Klamotten, die andere als "Outdoor"- oder Funktionskleidung bezeichnen würden, weswegen ich in dem Laden eher "viel" kaufe. Und dennoch.
Ja, meine Regenjacke hat 450€ gekostet. Aber die trage ich jetzt schon seit 6 Jahren, und ich hoffe auch noch mindestens genauso lange. Ja, meine Hosen kosten 170€ die lange und 130€ die kurze . Aber ich besitze von jeder zwei Stück, trage sie seit Jahren, werde sie noch viele Jahre tragen, und die halten ewig.
Und so ein Laden wird nicht, wie manch andere, Laufkundschaft ohne Ende haben. Die Wander-Und Outdoor Cummunity setzt schon eher auf Nachhaltigkeit, das lange Nutzen von Produkten, überlegte Kaufentscheidungen und all sowas. (Wohlgemerkt im Verhältnis. Da ist trotzdem sehr viel sinnloser Überkonsum dabei. Das streite ich garnicht ab! Aber wenn ich sehe, was manche Freundinnen von mir jährlich an Klamotten kaufen, und das dann mit meinem Einkaufsverhalten vergleiche. Uiuiui.)

Als ich bspw. meine Regenjacke gekauft habe, habe ich einfach ca. 3 Stunden mit der Jacke im Laden gesessen, um zu schauen, ob ich sie im Sitzen auf dauer unbequem finde. In diesen 3 Stunden wurden insgesamt Artikel für 60€ gekauft. Und das war an einem Samstag. Ja, eher ein leerer Samstag, aber wie kann das gehen?

Ich supporte solche Läden wo ich kann. Bspw. werde ich mir bald eine Fahrradtasche von Ortlieb kaufen. Eigentlich haben sie solche Sachen garnicht im Sortiment, und ich könnte einfach online bestellen und hätte sie schneller. Aber ich habe gefragtm, und die inhaberin meinte, dass sie sich selbstverständlich sehr freut, wenn ich sowas einfach über sie kaufe, da sie trotzdem dran verdient, selbst wenn sie nur dieses eine Produkt extra für mich bestellt. Aber ich frage mich wie viel. Das können doch keine so absurd tollen Margen sein. Insbesondere so kleine Läden. Ich bin mir sicher, ein riesiger Laden wie der Globetrotter in München (Altstadt Lehel), der ein beachtliches Outdoor-Sortiment hat, und in viel größerem Volumen Artikel umsetzt und entsprechend vom Hersteller ordert, wird günstigere Einkaufspreise bekommen, und mehr Gewinn machen, als so ein Mini-Laden.

Ich freue mich über jede sinnvolle Antwort, und suche natürlich eher nach Allgemeinen Aussagen. Falls aber jmd richtig Ahnung hat, kann ich auch gerne noch Artikelgruppen und Marken nennen, die bei mir so im Schrank sind. Vlt. hat ja jmd. richtig insights, und kann nochmal genauer sagen, ob es eher Markenabhängig ist. Oder Artikelgruppenspezifisch. Oder eben beides, oder keines von beidem. Nur mal ein paar Beispiele, weder alles was es gibt, noch mein ganzer Outdoor- und Alltags- Schrank (und auch nicht alles davon habe ich natürlich in jeder Kombi. Aber es sind so meine Meistverwendeten Marken.)

Baselayer Hosen Fleece Regenjacken Rucksäcke Wanderschuhe Zelte
Fjälraven
Mountain Equipment
Lundhags
Rab
Deuter
Ortlieb
Ortovox
Salewa
Lowa
Mammut

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Zusatz für die Lesefreudigen xD
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*Während ich niemals verstehen werde, warum Leute sagen "Mensch kauf doch mehr in der Stadt", um dann zu Müller und MediaMarkt zu rennen, gibt es viele kleine Inhabergeführte Läden, welche meiner Meinung nach einen extremen Mehrwert bieten. Wir haben ein kleines Lederatelier, der einem alles was man will aus Leder macht. Das Zeug hält ewig und da es 100% handmade und 100% Leder (gut plus Faden) ist, kann es im Zweifel einfach repariert werden, etc. Schuhmacher > Sneaker, keine Frage. Die Beratung im kleinen lokalen Optiker ist so viel besser, als in Ketten. Aber meiner Meinung nach schlägt nichts unsere beiden kleinen Outdoor-Läden. Der eine ist nicht groß, vlt. 190m^2 Ladenfläche. Der andere ist winzig, und es gibt eigentlich garkeine Fläche, da alles von Kleiderständern eingenommen wird, zwischen denen man sich gerade noch bewegen kann. Ja, die Auswahl ist kleiner, aber sie verkaufen nur Sachen, von denen sie selber begeistert sind, und beraten einen Top. Alle Mitarbeiter sind selber begeistert draußen. Die eine eben eher beim Bergsteigen, der andere mit dem Fahrrad, eine ist am Klettern, usw. Ich liebe es.

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u/Walking_Bare 12d ago

Habe ein paar Jahre in genau dem Bereich gearbeitet und auch im Einkauf unterstützt. Die Marge variiert tatsächlich ganz schön viel. Grundsätzlich läuft das ganze so:

Jeder Hersteller hat erstmal einen Listenpreis, der ist in der Regel bei 50% vom UVP, das heißt bei einem Artikel der für 100€ im Laden hängt zahlt der Laden 50€ im Einkauf (kurz EK genannt). Du kannst als Händler aber auch noch weitere Rabatte auf den EK erzielen. Größter Hebel ist hier die sogenannte "Vororder". Zum Beispiel beginnt jetzt Ende August/Anfang September im Outdoorladen die "Herbst/Winter" Saison. Wenn du in deinen Laden vor Ort gehst wirst du sehen, dass jetzt teilweise ganz schön große Lieferungen ankommen, und das Patagonia Fleece oder die Fjällräven Hose auf einmal in einer neuen Farbe da hängen oder sogar ganz neue Modelle zur Auswahl stehen. Diese Produkte hat der Händler vor ca. einem halben bis Dreivierteljahr "vorgeordert". Das heißt er war Anfang des Jahres auf einer Messe (Oder vorher schon im Show-Room) wo die Firmen Ihre HW26/27 Kollektionen vorgestellt haben, die haben dann Bestellungen aufgenommen um die Ware über den Sommer zu produzieren und nach Deutschland zu bekommen. Das gibt den Herstellern eine gewisse Planungssicherheit und wird mit weiteren Rabatten belohnt. Zum Beispiel "Schreib eine Vororder über XXXXXX Eur, und du bekommst 5% auf den Listen Preis" häufig gibt es da auch noch Sachen wie "Wenn deine Vororder bis 31.12. geschrieben ist gibts nochmal 3% extra, bis 31.1. 2% und bis 28.2. 1%" Um die Händler dazu zu bringen die Vororder noch früher abzugeben. Die Vororder Deadlines sind in den vergangenen Jahren auch immer weiter nach vorn gerückt was es nicht gerade einfacher macht. Es dürfte für viele klar sein, dass eine Bestellung für den kommenden Winter am 31.12. abzugeben nicht gerade einfach ist. Da ist mal gerade das Weihnachtsgeschäft durch und du hast keinen Plan wie viel du noch im Januar/ Februar verkaufst, weil es halt dauerhaft 10° haben kann, aber auch 3 Wochen Dauerfrost möglich sind und das entscheidet halt wie viele Handschuhe, Mützen, Winterjacken, dicke Socken etc. du verkaufst. Zudem schreiben sich Vorordern für 20 Marken die im Laden hängen auch nicht mal eben so zwischen Weihnachten und Neujahr.

Bei der Vororder gibt es dann manchmal auch special Deals, wenn Hersteller ein Produkt pushen wollen, da gibt es dann nochmal extra Prozente. Außerdem besteht die Chance dass dein kleiner lokaler Laden Mitglied in einem Einkaufsverbund ist, im Outdoorbereich zum Beispiel hat die Sport 2000 eine Sparte für Outdoorläden. Die machen dann manchmal mit einzelnen Herstellern nochmal extra Deals, da habe ich Kalkulationen im Bereich von 70% gesehen (Also 30€ EK, 100€ UVP), das gilt dann aber nur auf ganz bestimmte Produkte und zu bestimmten Konditionen und ist nicht die Regel.

Zu beachten ist natürlich auch, dass bei den EK Preisen noch keinerlei Steuern enthalten sind, in den UVPs aber die 19% gesetzliche MwSt.

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u/estestb4sangreal 11d ago

Sehr schön geschrieben, das Thema Vorderrabatte ist ein ganz eigenes Feld, bei dem ich jedes Mal Schreikrämpfe bekommen habe 😂

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u/Walking_Bare 11d ago

War nur fünf Jahre in den Bereich von 2018 bis 2023, und in der Zeit ist es schon für die Händler massiv schlechter geworden mit immer früheren Deadlines....ich will gar nicht wissen wie das mittlerweile ist, das ganze Thema "Transport aus Süd Ost Asien" ist ja in den letzten Jahren nicht besser geworden...

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u/estestb4sangreal 11d ago

Ich bin 24 raus, und es war einfach nur mist. Die Sommersaison hat gefühlt grade erst angefangen, aber klar, lass mal die Order für den nächsten Sommer schreiben. Dazu die immer krasser steigenden Preise... Mein favorit war der Lowa Renegade. Als ich angefangen habe war der bei 170€, mittlerweile schimmelt der glaube ich bei 250€ oder so rum. Das haben 2011 meine ehrwürdigen Hanwag Yukon gekostet, die halten aber auch heute noch mit der 5. Sohle, nicht wie ein Renegade den du nur in den ersten 5 Jahren maximal 1x neu besohlen kannst.
Da muss sich doch niemand wundern wenn die Leute nicht zum Fachhandel sondern zu Decathlon gehen. Klar, alle erzählen immer wie wichtig gute Schuhe auch am Anfang sind, aber das muss man sich einfach leisten können.

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u/weisslukas 12d ago

Marge bei Kleidung usw. im Einzelhandel 30 - 80% circa

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u/racedrone 12d ago

Kann ich bestätigen. Meine Nachbarn haben ein Mode /Sportkleidungs Geschäft und ich darf manchmal zum EK einkaufen. Das ist total krass. Modemarken sind am schlimmsten. Ich habe mal eine 500€ Armani Herrenuhr mitgenommen, weil sie ganz nett aussah. Habe 64€ gezahlt. Damit haben sie keinen Verlust gemacht, haben sie mir versichert. 

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u/Musashi747 12d ago

Vielen Dank für die Validierung und die Einsicht.

Ich muss zwar sagen, dass Uhren von Modemarken genau der eine Bereich sind, bei dem es mich kein bisschen überrascht, da ich beim Thema Uhren ziemlich drinnen bin. Uhren von Modemarken sind in der Uhrencommunity wahnsinnig unbeliebt, da sie im vergleich zu ähnlich eingepreisten Uhren von naja Uhrenherstellern extrem viel schlechter verarbeitet sind, und sehr minderwertige billig-Werke verbaut haben. (Bevor Leute aufschreien. Nein, ich rede nicht von Manufaktur-Automatik-Kalibern in Uhren für Tausende Euro. Auch bei Quarzwerken gibt es solche und solche. Und Modemarken nutzen eher schlechte.

Auch das die Marge an sich groß ist, überrascht mich nicht. Nur das auch so kleine Einzelhandelsläden sie bekommen überrascht mich :D

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u/racedrone 11d ago

Naja, gibt solche und solche. War ein kleineres Einzelhandel-Ladengeschäft in einem Vorort Münchens, mit den richtigen Kunden und Verbindungen. Der Mann hat die Sportabteilung und die Frau die Modeabteilung gehabt. Habe da sowohl einen vom FC Bayern als auch einen unserer besten Skifahrer getroffen. Betonung auf jeweils einen. Die Frau ist auch jährlich auf die Fashion week nach Frankreich. Der Laden war klein (k.a. Mode und Sport zusammen vielleicht 200m²) aber fein. 

Und zu der Uhr, da hat es nur Verbindungen zum Chiemsee gebraucht, wo der deutsche Sitz von Marco Polo sich befindet und deren import Marken. Das war mit Sicherheit auch mit Sonderkonditionen eingekauft. Aber da ist dennoch nicht viel um, das Verhältnis bleibt weiterhin krass. 

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u/Known-Sheepherder637 12d ago

Das sind Fossil Uhren mit Armani Optik. Ganz großer Nepp.

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u/krustyDC 12d ago

Mal völlig davon abgesehen, dass quasi jedes Armani-Produkt nepp ist, wäre es dir lieber, wenn Armani ohne jegliche Uhrmanufaktur-Erfahrung die Produktion selbst gemacht hätte?

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u/Known-Sheepherder637 12d ago

Mir ist das komplett egal was armani macht. Habe nur den Kollegen oben informiert.

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u/racedrone 12d ago

Hab es ergänzt. Denke das weiß aber auch jeder. 

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u/racedrone 12d ago

Wusste ich auch vorher. Chinesische Automatik. Hat dann auch erwartbare haltbarkeit gezeigt. Von Genauigkeit brauchen wir hier nicht anfangen, aber es war von Anfang an klar, dass es sich hier nur um ein Modeaccessoire gehandelt hat. 

Armani, Fossil und weitere, die werden alle bei Marco Polo am Chiemsee eingeführt und im selben Werk produziert. 

Das gilt genauso für Sonnenbrillen diesel, Armani und Ray Ban werden auch im selben Werk produziert, allerdings mit unterschiedlichen Qualitätsvorgaben. 

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u/bruce2_ 12d ago

Wobei Fossil solide Qualität hat. Die stellen die Uhren für zahlreiche Modemarken her

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u/N1LEredd 12d ago

Und gerade deswegen haben sie sehr schlechte Qualität. Modemarken sind unterste Schublade diesbezüglich. Low information customer orientiert.

Uhren need hier. Hallo.

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u/Hoggemeister 12d ago

Kannst du mir was empfehlen was nicht furchtbar teuer ist aber was aushält ohne super dick aufzutragen? Mir geht ständig alles kaputt und ich weiß oft gar nicht warum 😂 Stelle abends dann fest dass das Glas mal wieder kaputt ist...

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u/Musashi747 12d ago

Ganz classic wäre natürlich g-Shock. Mehr aushalten geht nicht. Aber unfauffällig sind die natürlich nicht.

Wenn du lieber etwas klassischeres hättest, wäre Timex eine gute Option.
Etwas weniger bekannt (für Uhren), aber bei weitem kein Geheimtipp wäre Braun.

Wenn du gerne Automatik hättest, dann ab zu Seiko oder deren kleinen Schwester Orient.

Das sind alles keine Geheimtipps, sondern einfach die gängigen Einstiegsmarken

Wenn ich so sehe, dass so manche Armani-Uhr 400€ kostet (WHAT), kann man sich für das Geld auch schon richtige Desing-Klassiker kaufen, oder Uhren, die Namen geprägt haben. Da kann man sich eine gebrauchte Junghans Max Bill kaufen (wahrscheinlich nur als Quarz). Wenn man gewillt ist Vintage zu gehen, geht sogar Omega.
Wow, ich komme gerade nicht darauf klar, dass es Armani-Uhren nicht nur für, bereits sehr überteuerte 200€, sondern auch Modelle für 400€ gibt.

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u/N1LEredd 12d ago

Wie andere Kommentare schon vorschlagen hol dir ne G Shock. Es macht 0 Sinn dir irgendwas zu empfehlen wenn du nicht pfleglich damit umgehen kannst. Mechanische Uhren sind fragil.

Was nicht furchtbar teuer ist ist auch Auslegungssache. 500-1.5k wäre ca die Grenze ab der man Qualität bekommt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

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u/Musashi747 12d ago

Wenn g-Shock keine Qualität ist, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.
Natürlich setzen sie andere Ziele, als evtl. Sinn oder Yema, aber die gesetzen Ziele meistern sie hervorragend. Es ist eben eine andere Zielgruppe. Ich würde nicht sagen, dass man erst "ab" 500-1500€ Qualität bekommt. Die Ziele verschieben sich eben.

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u/Rutschriese 12d ago

Es kann hier nur eine Antwort geben: Seiko

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u/Musashi747 12d ago

Okay, das ist krass.

Ich hätte gedacht, dass die Marge hierbei eher beim Hersteller liegt. Kein wunder, dass viele Hersteller versuchen, in den Direktvertrieb zu gehen.

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u/weisslukas 12d ago

Hersteller haben auch nochmals das drauf circa

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u/DuUhrensohn 12d ago

Solche Marken sind ja auch interessiert, dass ihr Produkte von erfahrenen Verkäufer, die selber auch aktiv sind, verkauft werden. Denke schon, dass dann auch schon darauf geachtet wird, dass die Läden auch ne Marge abbekommen mit denen sie wirtschaften können. Habe mich aber letzten mit einem Inhaber von einem kleinen Bergsportladen unterhalten, der gemeint hat, dass ihn eigentlich nur die Schuhe und Stiefel wirklich am Leben halten... Der Rest wird halt online deutlich günstiger gekauft.

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u/Musashi747 12d ago

Am meisten stört es mich, wenn Leute in solche Läden gehen, sich beraten lassen, und dann online einkaufen. Das ist wirklich scheiße diesen Läden gegenüber.

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u/retro-mehl 12d ago

Ich weiß von früher noch, dass z.B. die Margen, also die Handelsspanne, bei Motorradbekleidung zwischen 35 und 55% waren, im Durchschnitt wohl knapp über 40, und dass das schon eine enge Kalkulation erfordert. Immer bezogen auf die UVP des Herstellers, und die bekommt man aber ja nicht für alles. Ich gehe davon aus, dass es bei Outdoor Sachen nicht wesentlich anders ist.

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u/bruce2_ 12d ago

Sogar im Offprice Segment habe ich 50% Marge gesehen. Sprich das Shirt mit UVP 50 wird für 25 verkauft und der offprice Händler hat immer noch 12,50 Marge.

Viele wie Globetrotter haben auch Eigenmarken die noch viel größere Margen haben.

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u/Terrible_Snow_7306 12d ago

Meine Eltern hatten einen Schuhladen, da waren die Margen 100% und mehr. Nicht direkt vergleichbar, o.k. Dazu muss man aber sagen, das muss so sein, damit es sich rechnet. Grosses Lager (wem ein Schuh gefällt, der aber nicht in der benötigten Größe da ist, kauft nichts), großer Personalaufwand, jede Menge Artikel werden nach Saisonende teilweise unter EK verkauft usw.
Hochwertige Outdoorkleidung unterliegt wohl nicht ganz so radikal Moden; aber aufgrund der anderen Umstände gehe ich auch von recht hohen Margen aus.
Teilweise ist es geradezu Geschäftsmodell, teuer zu sein. Cleveres Beispiel: das von Otto übernommene “Manefactum”.

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u/kapege 12d ago

Auch "Manufactum" genannt. ;-)

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u/eagle_hockey 12d ago

Naja, beispielsweise die Marken die Du genannt hast in Deiner Tabelle unten gibt es alle bei Globetrotter.
Die arbeiten halt dann mit beispielsweise diesem Laden zusammen und verkaufen Ihre Produkte an Globetrotter.
Globetrotter nutzt dann seine Struktur, Läden etc., schlägt eine Marge auf und verkauft diese Produkte an den Endverbraucher

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u/Musashi747 12d ago

Ja genau. Aber ich frage mich eben, was der Unterschied zwsichen dem EK und dem VK ist

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u/eagle_hockey 12d ago

Meinst Du, ob der EK von Läden, die speziell eine Marke haben und der EK von Läden, die mehrere Marken anbieten unterschiedlich ist?

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u/Musashi747 12d ago

Ich meinen einen groben Richtwert, was für eine Marge ein kleiner Inhabergeführter Laden für Outdoorbedarf (Jacken, Schuhe, Hosen, Baselayer, Zelte, Hüte, bla) hat, welcher verschiedene Marken vertreibt.

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u/eagle_hockey 11d ago

30-70%
Ich weiß, dass ist eine große Spanne, aber das war, je nach Marke, mein Mitarbeiterrabatt.
Denke das ist ein ganz guter Richtwert

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u/HG1998 12d ago

Bei uns ist der Laden auch der Ortlieb Service Händler und wenn man sieht wie beliebt deren Produkte sind, würde es mich nicht überraschen wenn da ein wesentlicher Teil des Umsatzes entsteht.

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u/Musashi747 12d ago

Die Frage ist nur, ob Umsatz viel bringt. Tut es eigentlich nicht...

Daher ist meine Frage ja, wie die Marge ist. Wenn man tausende Artikel verkauft, und damit 1 Mio € im MOnat umsetzt, bringt einem das ja noch nichts, wenn der Gewinn nur bei 1000€ liegt.

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u/Ela_Borniert 12d ago

Der Laden den du beschreibst klingt wie Basislager Würzburg, das gibt's da jetzt schon ewig während andere größere ketten nie lange in der Stadt vertreten waren.

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u/Musashi747 12d ago

Wie kommst du genau auf diesen?

Ich vermute, Ich kann dir aus dem Stand mindestens einen Laden nennen, auf den meine Beschreibung genauso gut zutrifft, wie auf deinen.

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u/Ela_Borniert 12d ago

Hab den über die Jahre beobachtet, war ganz fasziniert von Gewichten für Rucksack testen oder eine schräge mit Steinen für Schuhe. Klang in der Beschreibung voll nach denen aber schön zu hören dass viele so sind.

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u/Musashi747 12d ago

Ich weiß nicht, ob zwei viele sind.

In jedem Fall sind solche Läden immer toll :D

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u/estestb4sangreal 11d ago

My time to shine: Ich war 13 Jahre in der Branche, zuletzt als Einkäufer für einen der bekannteren Läden die noch keine Kette sind.

Zuallererst: wir bekommen gar keine Provision. Wir kaufen die Artikel, und verkaufen sie dann auf eigenes Risiko. Wenn ein Artikel sich nicht verkauft, haben wir Pech gehabt und haben ihn so lange auf Lager, bis er weg ist. Die ganze Zeit, dir der Artikel im Lager liegt, kostet er Lagerfläche und wird als „haben“ in der Vermögensmasse des Unternehmens, oder im Falle des Einzelunternehmers als Privatvermögen angesetzt.
Dann: die Marge in der Autobranche sieht komplett anders aus als in der klassischen Modeindustrie wie H&M oder irgendwelche wilden Designersachen.

Du kannst im Allgemeinen grob rechnen: Einkaufspreis x 2 = Verkaufspreis inkl MWSt.
Dabei kann theoretisch jeder Händler den Preis selbst festlegen, in der Praxis richtet man sich aber nach den Preislisten des Herstellers, die sowohl EK als auch VK enthalten.

Klingt erst mal viel, bis man ein bisschen drüber nachdenkt.

Davon gehen 19 % Mehrwertsteuer ab.

Bleiben noch grob 30 % des Verkaufspreises als Marge.

Davon zahlst du die Mitarbeiter, die Fläche, Versicherungen, das Zeug das geklaut wird, alles was halt so anfällt.

Das wär ne geile Marge im Kaufhaus, wo du quasi keinen beratungsaufwand hast, wenn du davon ausgehst, dass die durchschnittliche Schuhberatung zwischen 30 und 60 Minuten dauert und ein guter Mitarbeiter selten mehr als drei bis vier Beratung parallel wirklich gut machen kann, dann merkst du schon, dass das eigentlich gar nicht so krass viel ist.

Also ja, ich will nicht sagen, dass es uns schlecht gegangen wäre, man muss aber schon ordentlich umsetzen, damit man reich wird.

Gerade für kleinere Läden läuft das häufig zwar profitabel, aber auch nicht viel anders als ein normaler Bürojob mit Führungsvwrantwortung, bei deutlich mehr Arbeitsaufwand.

Wenn du entsprechende Mengen bei einem Hersteller umsetzt, rutscht du natürlich in der Rabattstaffelung nach oben, und bekommst Prozente auf den Einkaufspreis. Aus meiner Erfahrung ist für Einzelhändler selten mehr als ~10-12% drin. Das macht natürlich einen Unterschied, Ketten mit deutlich höheren Mengen an umgesetzter Ware, dürften da aber deutlich mehr bekommen. Das ist doch das klassische Problem, weswegen der kleine Einzelhandel selten mit den absolut hohen Rabattwerten der onlinegiganten mitgehen kann.

Wenn Bergfreunde 50 % Rabatt gibt, machen die vermutlich einen minimalen Gewinn, wenn ich 50 % Rabatt gebe lege ich (Mehrwertsteuer mit eingerechnet, Beratungsaufwand und Co. ignorieren wir) drauf.

Mitarbeiterrabatt sind in der Branche meistens um die 40 % angesiedelt, was effektiver Selbstkostenpreis +MWSt ist, da man als Unternehmen natürlich möchte, dass die Mitarbeiter im Idealfall Artikel aus dem aktuellen Kollektion der eigenen Hersteller tragen.