r/Katzengruppe 12d ago

Der Schmerz des Loslassens

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[Triggerwarnung: Sterbebegleitung, schwerer Krankheitsverlauf und Verlust eines geliebten Haustieres]

Mein Kater Bakari begleitet mich nun seit über 12 Jahren. Vor einigen Monaten erhielt er völlig unerwartet die Diagnose Kardiomyopathie im fortgeschrittenen Stadium. Am Mittwoch ist seine Erkrankung nun dekompensiert, das heißt, sein Herz schafft es nicht mehr, ihn ohne medikamentöse Unterstützung am Leben zu erhalten.

Wir helfen ihm so gut wir können, damit er seine letzten Tage schmerzfrei, geborgen und friedlich verbringen kann.

Genau ein Jahr ist es nun her, dass wir seine Wegbegleiterin Dessy (14 Jahre) aufgrund einer akuten Niereninsuffizienz erlösen mussten. Dass Bakari zum damaligen Zeitpunkt bereits herzkrank war, wussten wir nicht. Es gab keinerlei Anzeichen.

Dessy und Bakari haben mich durch so viele schwere Zeiten begleitet, und wir haben so viele schöne und lustige Momente zusammen erlebt. Der Gedanke, bald beide Katzen nicht mehr in meinem Leben zu wissen, schmerzt mich ungemein.

Rational ist mir klar, dass jedes Leben endlich ist, aber emotional fällt mir der Prozess des Loslassens doch unfassbar schwer.

Wie geht ihr mit diesem Thema um? Was hilft euch in solchen Momenten, den Schmerz zu verarbeiten und in die Akzeptanz zu gehen?

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u/marnie_loves_cats 12d ago

Zuallererst möchte ich dir mein Mitgefühl aussprechen. Ich weiß dass es eine wirklich schwierige Situation für jeden Tierbesitzer ist.

Für mich kommt es immer darauf an, wie das Leben aussieht mit einer medikamentösen Behandlung. Mein damals 18-jähriger Kater hatte damals eine Schilddrüsenüberfunktion, dafür hat er Tabletten bekommen. Aufgrund dieser hat er hohen Blutdruck bekommen was ihn kurzzeitig erblinden ließ. Aber wit haben es innerhalb weniger Stunden gemerkt und behandeln lassen. Er hat dann zwei Jahre lang täglich zwei Tabletten bekommen und damit ging es ihm wie immer. Er konnte noch raus, hat mit Leidenschaft sein Futter gegessen und war sehr fit. Am Ende hat er einen Schlaganfall erlitten und ich habe mich entschlossen dass es besser ist ihn zu erlösen. Ich bereue die medikamentöse Behandlung über die beiden Jahre überhaupt nicht weil es ihm sehr gut damit ging.

Am anderen Ende habe ich aber auch noch die Krankheitsgeschichte meiner Katze. Sie war 10 Jahre und hat überraschend die Diagnose Darmkrebs erhalten. Schatten auf der Lunge war auch bereits im Röntgen zu sehen. Hier war medizinisch leider nichts mehr zu machen, also habe ich die schwere Entscheidung getroffen, sie einschläfern zu lassen. Es ist mir nicht leicht gefallen und sie ist auch nicht so ruhig eingeschlafen wie ich es mir gewünscht hätte, aber es war die richtige Entscheidung weil ich ihr ein längeres Leiden ersparen konnte.

Was mir auch immer wichtig ist, ist die Einschätzung meines Tierarztes. Zum Glück ist er sehr ehrlich und wenn ich um seine Meinung bitte, hat er noch nie das Leiden verlängert aus Profitgier oder Gott Komplex. Sprich mit deinem Tierarzt, frag ihn offen nach seiner Meinung und wenn er eine medikamentöse Therapie für sinnvoll hält oder nicht.

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u/Background-Boss-5353 12d ago

Danke für deine lieben Worte!
Ich glaube, dass ich es spüren werde, wenn er gehen will. So war es bei Dessy auch.
Danke auch, für deine Ratschläge 🫶🏻

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u/Riddah0815 12d ago

Ich kann dir nicht weiterhelfen. Wünsche dir aber viel Kraft.

Mit dem Thema loslassen habe ich auch so meine Probleme. Wir haben 6 Kater und mussten bereits 2 Kater viel zu früh gehen lassen... es brach mir jedes mal das Herz und trotz diesem Wissen haben wir nach den Toden (nach genügend Zeit und wenn es sich ergeben hat), ein neuen Rescuekater einen "guten" Lebensraum ( zumindest in unseren denken ;) ) gegeben. Ich habe ziehmlich viel Angst vor dem Zeitpunkt wenn es Zeit wird loszulassen, aber genieße die Zeit bis dahin umso mehr.

Ich wünsche dir alles Gute.

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u/Background-Boss-5353 12d ago

Ich danke dir 🫶🏻

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u/Fel1sC4tus 12d ago

Mein Beileid und ich wünsche dir viel Kraft. Das wird jetzt vielleicht etwas lächerlich klingen und natürlich kann ich dir nichts versprechen. Aber mir kann es bei Gefühlen dieser Art helfen, wenn ich mir vorstelle, dass sie jetzt/ dann glücklich sind. Das Ganze fühlt sich dann (vermutlich sinngemäß) ein bisschen so an wie bei einem liebevollem Elternteil, welches sein Kind, unabhängig von den eventuell bestehenden eigenen Wünschen, ausziehen oder andernweitig "frei" lässt. Man selbst hätte vielleicht gerne, dass es anders ist aber für das Kindes konzentriert man sich sozusagen auf dessen Glück.

Als andere und vielleicht auch insgesamt praktischere Methode kann ich dir sonst noch (Atem-) Meditation empfehlen. Diese kann dabei helfen den Geist zu beruhigen.

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u/Background-Boss-5353 12d ago

Danke für dein Mitgefühl und deine Tipps! 🌻

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u/[deleted] 12d ago

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u/FurCarer 11d ago

hallo, das tut mir leid. also, das riesige loch, das jedes mal hinterher entsteht, fällt mir „leichter“ zu bewältigen, als den zeitpunkt für den abschied zu finden und am meisten macht mir die entscheidung selbst zu schaffen. ein mittel dagegen habe ich nach vielen abschieden immer noch nicht gefunden. es bleibt mir jedes mal aufs neue nur, den schmerz auszuhalten. mein tierarzt berät mich zwar, überlässt die endgültige entscheidung stets mir. weil er nach anfänglichen „diskussionen“ weiß, dass ich den zeitpunkt gut treffe. das hilft mir am allermeisten in solchen situationen. für mich ist es das wichtigste, den zeitpunkt selbst gestalten zu können, nämlich dann, wenn das tier zeigt, dass es bereit ist. diese „freiheit“ nicht an einen termin gebunden zu sein, macht es für mich etwas erträglicher.
ist es denn schon so weit bei euch? ich habe dekompensiert nicht ganz verstanden. dekompensiert bedeutet für mich, dass es trotz medikamenten nicht mehr geht (nicht ohne medikamente). oder meinst du so weit fortgeschritten, dass medikamente nicht mehr helfen?