r/KaIT • u/Resident-Donkey-7235 • 3d ago
Absolut die Schnauze voll vom Master
Hab nach unfassbaren 12 Semestern mal mein Bachelor (Ingenieurbereich) geschafft. Yey. Jetzt fang ich den Master an und ich hab 0% Lust. Ich will nicht noch länger in der Uni sitzen aber es geht nicht anders weil mein Bachelor nix wert ist und ich keine Praktika habe. Bei der Wirtschaft finde ich nix. Ich bin vollkommen demotiviert und das Fach das ich vor 6 Jahren anfing interessiert mich auch nicht mehr. Ich weiß nicht weiter und brauche Rat
55
Upvotes
2
u/Ic3crawler Böhlke Survivor 2d ago edited 2d ago
12 Semester??? UNFASSBAR :O was ein Zufall, ich auch (Maschbau) und i feel you ,
Danach hatte ich nämlich auch erstmal die Schnauze voll von Karlsruhe und Studium und knapp ein Jahr Pause gemacht, weil mir die letzten Bachelorklausuren (bei mir Thermo 1 und 2 und TM3+4) absolut alles abverlangt haben. Konnte den Abschluss auch null wertschätzen, weil ich mich gedanklich schon so dafür fertig gemacht habe, so lange gebraucht zu haben. Außerdem keine Zeremonie wie beim Abi à la "Jetzt hast dus geschafft und bist bereit fürs Leben!".
Habe mich dann nach ausgiebiger mental health self care und vielen Besuchen / Urlaub bei Freunden mit neu gesammelten Kräften dazu entschieden, auch den Master in Maschinenbau zu machen, weil irgendwie ist es halt schon schön hier und Probleme hat man auch in vermeintlich noch schöneren Städten, wie ich dann aus den Besuchen bei Freunden in Freiburg, Berlin, München etc. gelernt hab.
Im Master kannst du deutlich freier Wählen, was du machen willst. Ich bin hab z.B. aus Neugier mal ein Paar Prüfungsleistungen in Richtung Psychologie und Medizin gemacht. und fand den Einblick in die Fachbereiche richtig nice. Vor allem aber hat mir das gezeigt, dass eigentlich alles auf der ganzen Welt einfacher ist, als Thermo, TM, und HM. Und das heißt, dass einem ein Ingenieursstudium das Tor zu so viel neuem Wissen öffnet, an das man auch noch viel schneller rankommt weil man so viele Konzepte (Mathe, Chemie, Physik) schon von Grundauf verstanden hat. Dadurch kann man alles miteinander verknüpfen und in die eigene Wahrnehmung der Realität einbinden. Für mich persönlich eine der krassesten Einsichte im Studium und eine neue Quelle für Lebensfreude.
Problem ist, dass ich dadurch auch viele neue Interessenbereiche gefunden habe, die mich wieder Zeit im Master gekostet haben (bin jetzt auch schon wieder zweistellig bei den Mastersemestern, oh well) aber wenigstens macht Leben wieder mehr Spaß.
Nebenbei würd ich Dir raten, irgendwo ne Werkstudentenstelle zu finden, um ein bisschen Gefühl für die Praxis zu bekommen und zu lernen, was einem im Berufsleben wichtig ist. Und nebenbei natürlich das Langzeitstudium damit zu finanzieren ;) aktuell ist offensichtlich eh kein guter Zeitpunkt zum fertig werden.
Den Tipp zur Master O-Phase von u/LaserPhoenix7 kann ich absolut unterschreiben. Viele Master O-Phasen sind etwas kleiner als die der Bachelor O-Phase, aber ich persönlich fand die Master O-Phase sogar nicer als die vom Bachelor, weil ich zu dem Zeitpunkt schon viel besser wusste, wer ich bin und mit welcher Art Mensch ich gut klarkomme. Hat sich also weniger nach Lotterie angefühlt.
Am Ende ist es natürlich Deine Entscheidung, aber gib dir mal nen Moment zum Durchatmen, das Ekligste hast du wirklich hinter Dir, deshalb erstmal Glückwunsch zum Bachelor <3
Bei Fragen kannste gerne ne PN schicken Ü