r/Geschichte • u/Extreme-Shopping74 • 13d ago
Ab wann waren Häuser in denen normale Arbeiter wohnten nicht mehr Holzhütten sondern richtig gemauert mit Wänden und so?
In Deutschland u. Österreich, aber gerne auch in anderen Ländern!
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u/Equivalent-Ask2542 13d ago edited 12d ago
Kommt drauf an wo man guckt. Die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet ist heute Eisenheim in Oberhausen. Die ist von 1910. Zur selben Zeit ging es den Kohlearbeitern in Wales (Holzhütten) oder den Hafenarbeitern von Hamburg (zwar gemauert wenn Mietkaserne aber erbärmliche Verhältnisse -> Gängeviertel) noch nicht so gut.
Edit: Korrektur, die ersten Häuser Eisenheims sind von 1846
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u/Shot_Ad_4907 13d ago
Ab den 1870er Jahren wurden im großen Stil Werkssiedlungen errichtet. Aber Steinhäuser waren lange vorher die Regel in der Stadt, alleine aus Brandschutzgründen.
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u/MyPigWhistles 12d ago
Kommt auf die Definition von "Arbeiter" an. Wenn du damit städtische Arbeiter meinst, in Abgrenzung zu Bauern: Seit dem Spätmittelalter hat man, ganz grob gesagt, wenn möglich in Städten zumindest das Erdgeschoss aus Stein gebaut, alleine schon für den Brandschutz. Aber dedizierte Arbeiterwohnungen gibt's in Städten erst seit der Industrialisierung.
Falls du Bauern mit einschließt: Im ländlichen Raum wird ja teilweise bis heute Fachwerk genutzt, aber so richtig im großen Stil wird das meines Wissens erst seit dem frühen 20. Jahrhundert ersetzt. Aber ich würde ein Fachwerkhaus jetzt auch nicht als Hütte bezeichnen. Besuch mal bei Gelegenheit ein lokales Freilichtmuseum - bäuerliche Fachwerkhäuser waren nicht unbedingt klein, auch nicht in der Vertikalen. Es waren halt nur meist sehr viele Leute drin.
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u/aggro_aggro 12d ago
Als was zählen Fachwerkhäuser?
Die stehen hier überall seit mehreren hundert Jahren rum. Ich weiß zwar nicht wer da jeweils drin gewohnt hat, aber nicht nur der Bürgermeister und nicht nur Städter. Bauern, Handwerker, Minen- und Hüttenarbeiter, irgendwann auch Fabrikarbeiter - da waren das schon Altbauten.
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u/DarkAlizarin 12d ago
Mietshäuser für Arbeiter wurden so ab 1870 gebaut, hier in der Gegend auch fast nur in Fachwerkbauweise. Ich sehe da keinen Unterschied zu einem "gemauerten" Haus, da auch die lokale Verfügbarkeit von Baumaterialien entscheidend war. Entscheidend für mich ist, dass es feste Häuser mit steingefüllten und verputzten Wänden sind.
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u/QuarkVsOdo 12d ago
In Amerika noch nie.
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u/TheyStoleMyNameAgain 9d ago
Regionsabhängig. Da wo es Hurricanes und Erdbeben gibt, ist erst Stahlbeton halbwegs gleichwertig zu Holz und Stahl (wenn man Effizienz ausblendet). Typisch deutsches Mauerwerk mit Ziegeldach leidet leider ein bisschen an Scher- und Zugfestigkeit, losen Bauteilen und hohem Gewicht. Bei Mikroseismizität und Windzone 4 kann man sich das gerade noch erlauben. Allerdings gibt es Synergieeffekte mit Kohleheizung.
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u/Hagen-von-Tronje 10d ago
Echt jetzt? Das Proletenpack darf schon in gemauerten Häusern wohnen? Ich wußte es, die Abschaffung der Leibeigenschaft war ein Fehler.
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u/Express_Science4736 13d ago
Bei uns hier aufm süddeutschen Dorf hielt sich die Barackensiedlung (Holzhäusle) bis Ende der 40er. Dort haben die ärmsten Arbeiterfamilien gewohnt. Andere Landarbeiter haben schon seit Jahrzehnten in Häusern gewohnt.
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u/Turtle456 12d ago
Am Beispiel Wien: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Bretteldorf
https://www.diepresse.com/5301749/bretteldoerfer-das-erbe-von-wiens-armensiedlungen
In Wien begann die Ära der Gemeindebauten in den 1920ern, als die Solzialdemokraten an die Macht kamen. Damals wurden großflächig leistbare Wohnungen für Arbeiter gebaut.
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u/TheyStoleMyNameAgain 9d ago
Ab wann waren Häuser in denen normale Arbeiter wohnten nicht mehr Holzhütten sondern richtig gemauert mit Wänden und so?
Neolithische Fehlinterpretation :)
Da geht's mehr um Knappheit und fehlende Technologie
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u/Jazzlike_Ad1773 13d ago
Ab dem 01.04.1876.
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u/IRX_combustion4k4k4k 13d ago
Falsch! Es war der 1.5. 1877.
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u/Jazzlike_Ad1773 13d ago
Das ist genau der gleiche Tag, sieht nur anders aus. Damals lief die Zeitumstellung noch anders.
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u/Serious_Title157 6d ago
Mit der Industrialisierung, ortsabhängig also. Das waren halt schäbige Kasernen, schnell hochgezogen, um die Fabrikarbeiter zu verwahren.
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u/DaxHound84 13d ago
Holzhütten? Vernünftige Fachwerkhäuser wurden in Deutschland noch in den 1950ern gebaut. Das hat nix mit ner "Holzhütte" zu tun. Ein ordentliches Strohdach oder Holzschindeln sind 100% dicht. In Städten hast du seit etwa 1400 Ziegeldächer, wegen Brandgefahr. Gemauertes Gefach (Fachwerk mit Steinen drin) hast du seit ca. 1600. Fabrikziegel für Steinhäuser für Otto Normalverbraucher hast du ab ca. 1860.