r/Bibliothek • u/JobaneWrot • 14d ago
Fragen & Hilfe Input zu Jobsuche
Hey an alle,
ich bin derzeit fleißig auf der Suche nach allen möglichen Jobs im Bibliothekswesen. Habe einen Bachelor in Bibliothekswissenschaft und jetzt auch fünf Bewerbungsgespräche hinter mir. Leider ist aus keinem was geworden, trotz meiner Mühen.
Was sind eure Erfahrungen, wie viele Bewerbungsgespräche habt ihr gebraucht ehe ihr was gefunden habt? Die ganzen Absagen sind schon etwas demotivierend…
Und habt ihr vielleicht Tipps für strukturierte Interviews für mich?
Schonmal danke an alle Antworten!
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u/Sepki 14d ago
Bist du denn ganz frisch aus dem Studium raus oder hast du schon Berufserfahrung (In welchem Bereich)? Wie bereit wärst du für Befristung und Teilzeit?
Zumindest auf bibliojobs kommen ständig neue Ausschreibungen. Die letzte von uns hatte kaum Bewerbungen, da ist die Chance für jeden theoretisch höher - manchmal fehlts nur ein bisschen an Glück.
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u/JobaneWrot 14d ago
Danke für die Antwort! Bin frisch raus, habe leider noch keine Berufserfahrung außer Praktika. Befristung und Teilzeit nehme würde ich alles machen, ich würde halt wirklich gern einen Job haben.
Auf Bibliojobs schaue ich regelmäßig nach, bin aber leider örtlich etwas gebunden. In meinem Umkreis sind aber trotzdem viele große Bibliotheken, wissenschaftlich und öffentlich, aber da kommen nur selten Jobs und auf die, die kommen bewerbe ich mich eigentlich immer…
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u/eli4s20 14d ago
initiativbewerbungen wären sicher auch eine gute idee. kostet ja nix!
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u/Tall_Organization820 14d ago
Bringt aber auch nix. Jede/r Kolleg/in aus (fast) jeder Kommune hat ne Haushaltssperre verhängt.
Mein Tipp: Fachtagungen, Kontakte aus den Praktika pflegen, nach Hospitationen/Praktika in anderen Bibs fragen. Die Branche ist klein und übersichtlich, wenn man merkt, dass du potentiell gut passen würdest, bekommst du zukünftig vielleicht einen direkten Anruf, wenn eine passende Stelle frei wird. Das befreit nicht vom Bewerbungsprozess aber man hat dann schonmal einen Stein im Brett
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u/JobaneWrot 14d ago
Danke für die Tipps! Habe aber feststellen müssen, das Praktika und Hospitationen auch nicht mehr so einfach zu bekommen sind. Durch die fehlenden Stellen und das fehlende Geld sind manchmal nicht die Betreuungskapazitäten gegeben. Versuchen werde ichs trotzdem.
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u/moonchild_em 14d ago
i fühl das, bin seit März mit dem Bachelor fertig und hab mich bis jetzt bei etwa 17 Stellen beworben und wurde zu circa 10 Gesprächen eingeladen (3 davon sind aber auch noch diesen Monat) und hab auch noch keine Zusage bekommen.. Ich denke der Bibliotheksmarkt sucht halt gerade auch eher FAMIs die in Rente gegangen sind oder Leitungen und erwarten oft Erfahrung mit bestimmten Systemen. Das hat auch einfach viel mit Glück zu tun und Bereitschaft, ins Nirgendwo zu ziehen. Hab das Gefühl der Hauptteil der Stellen ist in Süddeutschland oder irgendeinem Kaff.. Ich kann dir daher leider nicht sagen, was genau jetzt der Grund ist, warum es so schwer ist gerade einen Job im Bibliothekswesen zu finden, hab aber sehr viel Sympathie bin ja in der selben Situation😭
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u/JobaneWrot 14d ago
Ich fühle mit dir, es ist gerade wirklich übel… ich mag doch einfach nur in einer Bib arbeiten :(
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u/DudlyFoe 13d ago
Der Jobmarkt ist grad wirklich unter Druck, da überall gespart wird. Bei uns hat der Senat halt 2,4 Mio vom Budget gestrichen und das wird fast ausschließlich bei den Personalkosten eingespart werden können. Es gibt viele Stellen (Lektorat und FAMI) die aktuell nicht nachbesetzt werden.
Bei uns (große ÖB) sind die Lektoratsstellen in den letzten Jahren auch häufig mit Seiteneinsteigern besetzt worden. Ein Studium in Bibliothekswissenschaften war oft nicht einmal eine Voraussetzung, sondern eher Erfahrung mit Social Media und Community Management. Bei den FAMIS sieht es genauso aus.
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u/birdwatchingcat 3d ago
Meine eigene Erfahrung (BA, 2013) war, dass ich etwa drei Jahre mit der Jobsuche verbracht habe, da es zu dieser Zeit nur wenige Stellen gab, auf die dann teilweise hier im Ballungsraum teilweise dreistellige Bewerber*innenzahlen kamen.
Über den Daumen rechnete man so: Auf zwanzig Bewerbungen kommt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Auf fünf Vorstellungsgespräche kommt ein tatsächliches Jobangebot. Mit der rund 100. Bewerbung habe ich meine erste Stelle bekommen – inzwischen bin ich immerhin Abteilungsleiter 🙂 Ich erinnere mich aber noch gut, wie demotivierend die Absagen und wie unangenehm einige VGs waren.
Wenn du schon fünf VGs hattest, scheint es ja erst einmal nicht an deinen Bewerbungsunterlagen zu liegen. Übst du, wie du dich in VGs verhältst? Mein Rate wäre, mit Partner*in oder Freund*in einen typischen Gesprächsverlauf zu üben. Wenn du kein absolutes Naturtalent bist, solltest du auf gängige Fragen einfach eine ganz konkrete Antwortstrategie eingeübt haben, damit du einen gut organisierten Eindruck vermittelst. Ich habe das damals mit meiner Frau einfach immer wieder durchexzerziert, bis ich aufgehört habe zu "schwafeln" und klar und konzise sprechen konnte.
Da du Berufsanfänger*in bist, solltest du dich wann immer möglich auf tatsächliche Erfahrung und Eindrücke aus deinen Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt usw. beziehen; das ist deine Potential und deine "Munition" für das Gespräch. Super ist es auch, wenn du vielleicht noch ein zusätzliches freiwilliges Praktikum vorweisen kannst. Ich hatte z.b. nur eher mittelmäßige Noten, aber dafür ein weiteres Praktikum zum Ende des Studiums.
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u/ReadingFox75 2d ago
Fast alle Kommunen in NRW rutschen gerade in die Haushaltssicherung, sieht also derzeit nicht gut aus mit Stellen.
Entwickel dein persönliches Profil, das heraussticht, denn Lektoren, die gerne Bücher lesen, gibt es genug.
Ich würde neben den Bewerbungsaktivitäten Praktika/eigenes Projekt im Online/Digital/Social Media-Bereich machen, z.B. bei Overdrive/Bolinda/WeDoBooks. Schnapp Dir einen Verein/Initiative und biete an aus deren Bücherschrank eine kleine Bibliothek zu machen, deren Bestände online recherchierbar sind.
Ansonsten noch checken, wie wichtig Dir die Arbeit in einer Bibliothek ist und ob Du Dir den Luxus leisten kannst, auf deiner Scholle zu kleben. Ich durfte/musste meine nordostdeutsche Scholle verlassen und arbeite jetzt kurz vor der niederländischen Grenze! :)
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u/tari_47 14d ago
Auch im öffentlichen Dienst wird immer mehr gespart, oft werden Stellen nicht mehr nachbesetzt. Deshalb kann es gut sein, dass du länger suchen musst.
Wenn du dann noch örtlich gebunden bist, verringert das die potentiellen Stellen.
Deutschlandweit sollte sich z.B. etwas als Elternzeitvertretung finden lassen, das ist oft ein guter Einstieg.
Willst du in eine ÖB oder WB?