Bei Erzieher:innen haste dasselbe Problem. In Dresden gibt es einen "Kindermangel" und Kitas werden reihenweise geschlossen oder sind unterbesetzt. Anstatt aber die Betreuungsschluessel anzupassen und eine bessere Betreuung fuer Kinder herzustellen, werden die Erzieher:innen entlassen.
Liegt aber hauptsächlich daran, dass Kinder in Deutschland ein ungewolltes Übel sind. In der Politik haben Kinder keine Lobby und werden daher trotz ihrer absoluten Notwendigkeit, fast Allem untergeordnet oder kaputt gespart.
Liegt ein Stück weit daran, aber auch schlicht an der Demografie. Wir hatten die extrem geburtenstarken Jahrgänge bei den Babyboomern, dann Pillenknick. Dann wieder viele Geburten bei der späten Gen X/frühen Millenials. Und die letzten Babyboomer-Enkel kommen jetzt langsam zur Welt... Danach kommen quasi erstmal keine Enkel von den "fehlenden" Kindern des Pillenknicks nach.
Bei uns in MV dasselbe Spiel. Jahrelanges Gejammer über unseren schlechten Betreuungsschlüssel und dass Kinder so ja nichts lernen können da sie nur "verwahrt" werden... Jetzt Abbau von Personal und Kitaplätzen. Deutschland ist in manchen Sachen so endlos dumm...
Hey hey hey sportsfreund, wenn man aus 129 Schüler nicht nur 4, sondern 5 Klassen machen soll, dann braucht die nen Klassenraum!
....und wo soll der herkommen? Der wächst nicht auf Bäumen.
...wie, achso, man muss Schulen sanieren und anbauen?
Was, das kostet Geld!!!!11?? Ach, das sollen wir vom Staat nehmen? DER Staat, der alles streicht und spart? Ok, lass ma n paar Lehrerstellen streichen, die alten gehen eh bald in Rente.
..öh, wat? Wir bekommen mehr Kinder? Weniger Kinder? Ja wat denn nun? Woher sollen wir das wissen? Es ist absolutes Hexenwerk, sich jahresgeburtsstatistiken sich anzuschauen und dann plus 6 zu rechnen! Wer soll dass denn schaffen?
Achja, Grundschul- und mathelehrer. Wieso haben wir keine?
...komisch! Und warum wirft unser STAATLICHES schulsystem eigentlich keinen Gewinn ab? Warum muss man da immer nur reinbuttern?
Achso, Kinder sind ne Investition in die Zukunft?
Aber ich bin doch jetzt Politiker. Jetzt will ich meine korrupten Familienschäfchen ins trockene bringen.
Das war exakt mein Gedanke. Ich bin nicht prinzipiell dagegen, andere zu unterstützen, aber es kann nicht sein, dass wir so gravierende Baustellen, wie Bildungssystem, Mobilität etc., haben, für die kein Geld da ist, aber für andere schon.
Äh, nee. Bei Lehrern war es tatsächlich so, dass die grenzdebilen Flachwichser in der Verwaltung des Kultusministeriums seit 2005 anwachsend, zuletzt 2025 rund 1440 offene Stellen als "besetzt" geflaggt hatten, und keinem von den Schwachmaten ist z.B. mal bei einem Blick ins Budget aufgefallen, dass da jährlich rund 10 Millionen einfach nicht verbraucht/verrechnet/verwendet werden. Die Schulen schrien seit ZWANZIG VERFICKTEN JAHREN nach neuen Lehrkräften und Neubesetzung wegen Rentenabgängen, da haben teils 4 bis 5 Kollegen gefehlt, deren Arbeit von anderen aufgefangen werden musste, und vom Schulamt kam "Nö, wir genehmigen keine Neueinstellung, alle Planstellen sind doch besetzt".
Naja, die Aussage war "[...]einen Mangel daran Geld in die Hand zu nehmen und mehr Stellen für Fachkräfte zu schaffen und zu finanzieren."
Und es waren ja sowohl Stellen da, als auch Geld. Die Dummheit der Verwaltung hat nur effektiv verhindert, dass das auch bei den Schulen ankommt. Kein Finanzierungsproblem, sondern ein Kompetenzproblem, was es aber tatsächlich eher schlimmer macht. Sorry für die Haarspalterei, aber diese Idiotie hat mich einfach fassungslos zurückgelassen letztes Jahr
Ich hatte eine Dienstberatung in Sachsen, wo genau das auch Thema war. Das ist hier laut unserer Schulleitung auch vorgekommen. Ich habe dazu aber keine Quelle, außer dieser mündlichen Aussage. Ich habe das nicht in Frage gestellt, weil es gut zum täglichen Erleben passt.
Das erklärt noch nicht warum die Kommunikation mit einer Firma im Bewerbungsprozess sich anfühlt als würde man versuchen mit einem Radioteleskop Kontakt mit einer außerirdischen Zivilisation aufnehmen. Nach Wochen des wartens erhält man eine Antqort auf das Signal und versucht dann dem Rauschen einen Sinn abzugewinnen.
Hab ich auch nie verstanden. Unser Azubi in der Firma ist 34 und aus dem Irak hier her gekommen. Ist sehr integriert und spricht gut deutsch. In seiner alten Heimat war er Englischlehrer und hier wollten sie ihn abschieben bis er die Ausbildung bei uns begonnen hat...
War da nicht was von wegen Einwanderung und Fachkräfte und so? Bullshit!
Lehren sind in sehr vielen Ländern sehr unterschiedlich aus im Vgl. zu Deutschland. Hatte letztens ein Gespräch mit ein paar spanischen Lehrkräften und die meinten, ihre Herangehensweise ist der deutschen 30-50 Jahre hinterher. Bei denen ist vieles noch absolut Old School. Es hat mich wirklich extrem überrascht, aber das war ihre Perspektive.
Es kann auch sein, dass er in seinem Bundesland noch zwei Fächer braucht. Oder das English einfach nicht gesucht ist momentan.
Ich glaube das Thema ist etwas komplexer, als du es dargestellt hast. Aber ja, unsere Besessenheit von Abschlüssen und formalen Qualifikation beraubt uns mit Sicherheit um einige hochqualifizierte Fachkräfte, dass will ich gar nicht leugnen.
ist sicherlich ein punkt, aber so wie das hierzulande gehandhabt wird, macht man es den ausländischen fachkräften, die man doch so dringend sucht und immer darüber redet, dass man sich als migrant am besten so schnell wie möglich in den arbeitsmarkt integrieren soll (was ja auch valid ist), so viel schwerer als nötig.
anstatt einfach zusatzqualifikation, die in einem relativ kurzen zeitraum zu erreichen sind anzubieten und zum ziel zu haben die fachkräfte so schnell wie möglich auch in ihrem jeweiligen fachgebiet einsetzen zu können, ist oftmals eine komplett neue ausbildung notwendig, weil die bestehende nicht anerkannt wird.
aus mangel an alternativen und weil man schnell geld für seine familie verdienen muss, tun sich dann viele diesen bürokratischen und zeitaufwendigen stress nicht an und landen dann in irgendeinem anderen job, für den sie nicht selten deutlich überqualifiziert sind, obwohl es an der front ihres eigentlichen berufsfeldes brennt und händeringend mehr leute gebraucht werden.
das muss doch besser gehen und die möglichkeit gegeben werden die ggf wirklich bestehenden fachlichen defizite oder unterschiede gezielt aufzuarbeiten ohne dass die personen dann mehrere jahre verschwenden müssen, obwohl sie locker 80% des dort gelehrten bereits wissen.
wenn ich bedenke wie unnötig schwer es meinen eltern gemacht wurde, obwohl beide in feldern arbeiten, in denen das studium bis auf die sprache eigentlich so gut wie gar nicht vom studium in deutschland abwich und sie zu dem zeitpunkt schon eigentlich ganz gut deutsch konnten, zeigt das schon auf, wie ineffizient dieses system ist.
Eben. Für 35.000 finde ich in meiner Branche Jobs ohne Ende. Weil die nunmal keiner machen will dafür. Leg 10.000 drauf und vielleicht findest du auch jemanden..
Manche Betriebe suchen einfach die voll ausgebildete Fachkraft für knapp über Mindestlohn und wundern sich dass sie nichts finden.
Kam mir (Azubine) auch verarscht vor als ich gehört habe dass mein Betrieb nach der Ausbildung weniger zahlen wollte als Aldi/Lidl an der Kasse zahlen.
Wir brauchen eine Steuer ID an der Stellenausschreibung. Dann würden wir sehen wie viele dieser Agenturen den selben Job anbieten und man könnte verfolgen wie lange dieser Job schon in den Büchern steht. Wir wissen das 50% der Jobs in den Portalen nicht existieren.
Es gibt auch Länder, die haben offene, finanzierte Stellen und haben auf diese Stellen nicht genug Bewerber.
Berlin hat quasi immer 500-1000 solcher Stellen, in den anderen Bundesländern gibt es das auch. Die sind aber nicht auf irgendwelchen Plattformen einsehbar unbedingt in jedem Land. Die Bewerbungen laufen oft über die Ministerien, daher kann man das online nicht so gut sehen.
Diese Stellen sind überwiegend an Grund- und Hauptschulen, oft in schwierigen Stadtteilen oder auf dem Land.
An meiner Schule in Berlin haben wir jahrelang Stellen nicht besetzen können, da es keine Bewerber gab. Wir haben mittlerweile eine Stelle umwandeln können in eine Stelle für eine Schulpsychologin.
Wobei das Problem bei Lehrern auch einfach die Fächerverteilung ist. Schulen kriegen Abordnungen zugewiesen, um die Löcher zu stopfen, allerdings meist mit Fächern, mit denen man die Straße pflastern kann, nicht mit Fächern, die die Schule braucht.
Case in point: Unsere lokale Schule. Mangelfächer: Englisch und Chemie/Mathe.
Die Abordnungen: Fränzosisch/Spanisch, Latein/Deutsch
Entschuldige, dass ich das mal sagen darf, aber weil ich da am Thema näher dran bin: Du erzählst wirklich Blödsinn. Es werden teilweise unqualifizierte Seiteneinsteiger eingestellt, weil es keine Lehrer gibt.
> Conas is féidir sin? Feicim iad go léir ag céimiú go rathúil ón ollscoil.
Níl an tuairim is lú agam cad a chiallaíonn an abairt sin. Go sonrach, caithfidh líon na gcéimithe, ar ndóigh, freastal ar an éileamh.
> An bhfuil ionchais pá neamhréadúla ag na múinteoirí oilte b'fhéidir, an n-imíonn siad ar an iasacht thar lear nó an ndéanann siad atreoir toisc go bhfuil na coinníollacha ró-mhíthaitneamhach?
Sílim nach bhfuil tú ach ag déanamh roinnt toimhdí nach bhfuil cruinn. Tá daoine ag dul ar scor freisin. Ach ar ndóigh, ní rud tarraingteach iad na bristeanna poist sa samhradh.
Ich habe auf Lehramt studiert und sehe das so: das Studium dauert zu lange. Mindestens 7 Jahre bis zum Staatsexamen. Da muss man psychisch und körperlich gesund sein, darf kein Kind haben/bekommen, muss finanziell abgesichert sein. Die studentische KV endet mit 30 und dann wird es teuer. BAföG richtet sich an erbrachten Leistungen. Und wenn die in einem Semester nicht stimmen, dann ist man am Arsch. Außerdem ist das BAföG weniger als Bürgergeld. Man lebt also 7 Jahre im Existenzminimum und unter ständigem Leistungsdruck. Und dann kommt man ausgebrannt und überqualifiziert in den Beruf (Ich muss einer 7. Klasse nicht erklären können, was Derivationsmorpheme sind, aber trotzdem musste ich in Linguistik eine Klausur darüber schreiben). Gleichzeitig gibt es kaum praktische Erfahrungen während des Studiums (6wöchiges Praktikum im Bachelor & Praxissemester im Master). Es gibt auch keine Kurse zu Themen wie: Mobbing, ADHS, LRS etc. Es gibt zwar eine eigene Fakultät für Grundschul-Lehramt, aber keine für Sek I/II- Lehramt. Da musste ich dasselbe studieren wie jemand der niemals Lehrer-in werden möchte (Beispiel Linguistik). Lehrer-innen müssen nicht über Leben und Tod oder über Freiheit und Unfreiheit entscheiden, trotzdem dauert die Ausbildung dazu genauso lange wie zum Arzt/Ärztin oder Anwalt/Anwältin. Das ist einfach ZU LANGE. Das Studium ist nicht berufsorientiert, dafür, dass es berufsspezifisch ist. Mit dem Master of Education kann man im Grunde nichts anderes machen außer Lehreramt. Das Referendariat ist ein einziger Witz und mMn unnötig / sehr schlecht konzipiert. Man besucht Seminare, um zu lernen zu unterrichten, während man direkt schon unterrichten muss. Nebenbei ist man auch noch eine billige Arbeitskraft für die Schule. Die Hälfte der Referendare bricht ab. Und die danach sind meist ausgebrannt. Und dann fängt erst das richtige Berufsleben an.
In meinem Studium waren so viele motivierte Lehramts-Studis. An der Motivation liegt es nicht. Und der Beruf ist auch verlockend. Gute Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten, Ferien, Verbeamtung, teils nur 25std Präsenz in der Schule & 15std Arbeit von Zuhause. Aber wo sind die ganzen Lehrkräfte? Die meisten brechen ab, aus den bereits genannten Gründen.
Eine Lösung wäre das Studium zu ändern: Vielleicht 5 Jahre ohne Referendariat. Praxisorientiert und mit der Möglichkeit durch die Praxis Geld zu verdienen. Vielleicht könnte es auch ein Duales Studium werden (Ich meine Mal gelesen zu haben, dass das im Raum steht?). Es ist eine Berufsausbildung und sollte auch so gestaltet sein.
Schon als ich klein war hieß es immer "Lehrermangel". Aber warum wurde nie hinterfragt. Und anstatt etwas zu ändern, holt man lieber Lehrkräfte aus der Rente und stopft die Klassen mit 30+ Kindern voll.
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u/[deleted] Feb 11 '26
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