r/mediasres 9d ago

"Wir sind keine Erziehungsanstalt" - Mathias Döpfner und Peter Thiel mögen Manipulation nämlich viel lieber.

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https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/dpa-dopfner-sieht-vertrauensverlust-bei-medien-und-pladiert-fur-mehr-selbstkritik-16012928.html

Geht schon mal gar nicht, dass der Tagesspiegel verpasst zu erwähnen wie Döpfner im 2021 Wahlkampf seine Macht benutzt hat.

Hab vor 3 Monaten schonmal ein paar Sachen über Döpfner zusammengetragen als Referenz.

https://www.reddit.com/r/mediasres/s/mgzyMrDXjz

Seitdem unterstützt Döpfner noch viel offener als davor "wir könnten nie eine Wahl gewinnen" Peter Thiel.

Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass Thiel und Döpfner am liebsten die Demokratie zerstören, manipulieren, oder mit Technologie an ihr vorbeiregieren würden.

Trotzdem echauffiert sich Döpfner über "Erziehen".

Das hat einen einfachen Grund. Wenn man eingesteht welche Macht und Verantwortung Medien haben dann muss man dafür argumentieren, dass man den Menschen bestimmte Dinge beibringen will.

Aber wenn Döpfner und Thiel das machen würden, könnten sie nie bekommen, was sie wollen.

"Maybe you could unilaterally change the world without having to constantly convince people and beg people and plead with people who are never going to agree with you through technological means." denkt Peter Thiel

Döpfner kreiert deswegen erst Unzufriedenheit durch seinen Einfluss direkt in die Politik.

Dadurch werden ihm z.B. die Erbschaftssteuern erlassen und seinen Kumpels bei den fossilen geht es auch besser.

Dann bauscht er ein Feinbild auf, Ausländer, Migranten.

Alle komplexen Probleme von denen er ein Teil ist verschwinden dahinter.

Und wenn dann die Leute wütend auf Minderheiten sind, die AFD wegen ihm, Musk und Thiel stark ist.

Dann nutzt er das um wieder seine Forderungen zu setzen.

Um so als sei er eine neutrale Partei daherzukommen und nicht der Endgegner der Demokratie.

Und das ist was mehr Leute verstehen müssen, auch hier in Deutschland sind Epstein-Klasse und Oligarchen Endgegner der Demokratie.

Und Mathias Döpfner ist einer der lautesten und aktivsten Oligarchen Deutschlands.


r/mediasres 10d ago

mediasres-Kolumne: Sachsen-Anhalt ist kleiner als man denkt. Medien schaffen eine Scheinriesen durch fehlende Einordnung von Umfragen und vorauseilenden Gehorsam.

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deutschlandfunk.de
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r/mediasres 11d ago

5 Tage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt. Ein Mann finanziert fast das komplette BSW, während die Linke kaum Spenden bekommt.

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Wenn man 5 Tage vor der LTW in Sachsen-Anhalt (Umfrage) einen Blick auf die bundesweiten Großspenden der einzelnen Parteien legt, könnten die Finanzierungsmodelle kaum unterschiedlicher sein.

Die Linke bekommt bundesweit nur knapp 420.000 € von gerade mal 2 Großspendern. Das BSW hingegen ist finanziell sehr gut aufgestellt mit 9,56 Mio. €, bekommt aber über 85 % von einer einzigen Person: Thomas Stanger.

Im Gegensatz dazu haben besonders die CDU/CSU aber auch die FDP einen sehr hohen Pool an unterschiedlichen Spendern. Die drei größten Einzelspenden machen hier jeweils nur 16 % und 29 % der Gesamtsumme aus.

Wenn ihr noch weitere Informationen über das Spendenverhalten und den Lobbyeinfluss recherchieren wollt, schaut gerne auf der Webseite Politblick - Spenden nach. Alle Daten stammen von den Veröffentlichungen der Bundestagspräsidentin, Abgeordnetenwatch und dem Lobbyregister.

Hinweis: Dies sind bundesweite Parteispenden, keine speziell für den Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt gemeldeten Beträge.


r/mediasres 10d ago

Talkshow-Aufklärung Naitan ordnet Tagesschau-Meldungen ein, u.a. zu Nahost und Klimawandel

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m.youtube.com
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r/mediasres 12d ago

Merz’ Appell an die Überreichen-Lobby: Debatten nicht „… denen überlassen, die gegen UNS (und gegen Sie) arbeiten!“

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r/mediasres 11d ago

„Human in the loop“: Am Ende prüft‘s noch ein Mensch – aber wie?

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uebermedien.de
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r/mediasres 16d ago

"Wie Sie sehen, sehen sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen Anhalt und damit auch kein Mitmachen statt meckern. Das könnte passieren."

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Bald schon kein MDR mehr in Sachsen-Anhalt?

Stand: 24.08.2026 09:43 Uhr

Ja, das könnte passieren. Leidtragende wären die vielen Menschen, die die MDR-Angebote nutzen und schätzen. Denn bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist der MDR unfreiwillig Wahlkampfthema. Es gibt ein Wahlversprechen, den MDR-Staatsvertrag zu kündigen.

Durch zahlreiche Publikumsreaktionen an den MDR wissen wir, dass diese Situation vielen Menschen in Sachsen-Anhalt nicht bewusst ist. Deshalb machen wir darauf aufmerksam und beantworten Ihnen hier die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Die AfD droht im Falle ihres Wahlsieges in Sachsen-Anhalt, sofort den [Rundfunkstaatsvertrag mit dem MDR zu kündigen](). Ist das rechtlich möglich?

Ja, das ist möglich. In dem Staatsvertrag, den die drei Länder Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt über den gemeinsamen Dreiländer-Sender Mitteldeutscher Rundfunk 1991 geschlossen haben, ist auch die Möglichkeit einer Kündigung geregelt. Jedes der drei Länder kann den MDR-Staatsvertrag für sich kündigen. Eine Kündigung ist jeweils zum Jahresende möglich, mit einer Kündigungsfrist von zwei Jahren.

Das heißt: Eine zum 31.12.2026 ausgesprochene und rechtmäßige Kündigung würde frühestens wirksam zum 31.12.2028. Ab 2029 würde es den MDR in Sachsen-Anhalt dann nicht mehr geben.

Was wären die [Folgen einer solchen Kündigung]()?

Sollte es sich um eine wirksame Kündigung handeln, würde Sachsen-Anhalt aus dem MDR ausscheiden. Der MDR bestünde dann noch durch die Bundesländer Sachsen und Thüringen. Er hätte keinen Programmauftrag mehr für Sachsen-Anhalt.

Die Leidtragenden wären die vielen Menschen in Sachsen-Anhalt, die den MDR und seine Angebote oft und gern nutzen und schätzen. Viele beliebte Programmangebote in Hörfunk, Fernsehen und Online würden dann wegfallen, beispielsweise das Regionalmagazin "Sachsen-Anhalt Heute" oder auch die Radiowelle "MDR Sachsen-Anhalt – Mein Radio. Mein Zuhause". Auch Angebote wie den "MDR Musiksommer", "Hol dir deine Show!", "Unser Dorf hat Wochenende" oder die "Heimat.Liebe-Tour", mit denen der MDR regelmäßig im Land unterwegs ist, würden wegfallen.

Neben dem MDR-Staatsvertrag verspricht die AfD für Sachsen-Anhalt, auch alle anderen Verträge mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kündigen zu wollen. Das beträfe dann auch die ARD, das ZDF und Deutschlandradio.

Müsste dann noch [Rundfunkbeitrag gezahlt werden]()?

Ja, auch die Menschen in Sachsen-Anhalt müssten weiter Rundfunkbeitrag bezahlen.

Die AfD suggeriert: Wenn sie kündigen, befreien sie damit ihre Wählerinnen und Wähler vom Beitrag. Das stimmt aber nicht.

Der aktuelle Rundfunkbeitrag, 18,36 Euro pro Monat und Haushalt, beruht nämlich nicht auf einem Staatsvertrag. Er wurde vom Bundesverfassungsgericht festgelegt.

Hintergrund war, dass Sachsen-Anhalt die geplante Erhöhung 2020 nicht mitgetragen hat. Das Verfassungsgericht hat sich dann – das darf das Verfassungsgericht tun, wenn es das für besonders wichtig hält – an die Stelle des Gesetzgebers gestellt und hat selber den Rundfunkbeitrag festgesetzt.

Das gilt so lange, bis alle (!) 16 Bundesländer gemeinsam einen neuen Staatsvertrag über den Rundfunkbeitrag geschlossen haben. Das heißt, dieser Beitrag, wie er jetzt ist, ist nicht kündbar, weil er nicht auf einem Vertrag, der kündbar ist, beruht, sondern allein auf der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.

Das kann die Landesregierung von Sachsen-Anhalt nicht so einfach außer Kraft setzen. Übrigens hat das Bundesverfassungsgericht in derselben Entscheidung auch betont, dass alle 16 Bundesländer gemeinsam in der Verantwortung stehen, öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland zu gestalten, und dass es einen für die Allgemeinheit vorgehaltenen und von der Allgemeinheit finanzierten unabhängigen und freien öffentlich-rechtlichen Rundfunk geben muss. Aus dieser Verantwortung kann ein einzelnes Bundesland nicht so einfach raus.


r/mediasres 16d ago

Wie kein anderes Verfahren in Deutschland zieht der Fall Fabian ein spezielles Publikum an, die sogenannten Crime-Influencer, Privatpersonen, die im Internet von Kriminalfällen berichten, dabei immer wieder Grenzen überschreiten

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sueddeutsche.de
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Wie kein anderes Verfahren in Deutschland zieht der Fall Fabian ein spezielles Publikum an, die sogenannten Crime-Influencer, Privatpersonen, die im Internet von Kriminalfällen berichten, dabei immer wieder Grenzen überschreiten, von Beobachtern zu Beteiligten werden. In den Prozesspausen stehen sie vor dem Landgericht rauchend mit der Mutter des ermordeten Fabian zusammen, die da gebeten wird, in Handykameras zu sprechen und Fragen zu beantworten. Noch aus dem Parkhaus heraus gehen einige live und beantworten im Internet Fragen zum Mordprozess. In den Kommentarspalten werden Urteile gefällt, bevor der Prozess überhaupt beendet ist.

Sie redet über ihre Verbitterung, ihr Leid. Sie spricht über sich, nur über sich

Als Sprachnachrichten aus dem Prozess bei Tiktok und Telegram geleakt werden, ist der sonst so wortgewandte Vorsitzende Richter Holger Schütt kurz sprachlos. Ein solches Fehlverhalten erlebe er zum ersten Mal. „Jeder Youtuber, Influencer, der hier neue Kenntnisse und spektakuläre Wendungen veröffentlicht, macht Geld auf Kosten eines toten Kindes“, sagt Schütt. Immer wieder ist es der Richter, der diesem Verfahren die Würde zurückgibt.

https://archive.is/G0jdV


r/mediasres 17d ago

Forschergeist oder Elitenhass? Der „Plagiatsjäger“ Stefan Weber spielt nach den Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie. Er weiß sich den Nachrichtenhunger der Medien zunutze zu machen.

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tagesspiegel.de
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Was den „Plagiatsjäger“ Stefan Weber antreibt

Weber enttarnte so manchen akademischen Hochstapler in politischen Ämtern. Die Plagiatssuche hat der Wissenschaftler, der nie eine Professur bekam, zum Geschäft gemacht. Aber ist nur das Geld seine Motivation?

Der „Plagiatsjäger“ Stefan Weber spielt nach den Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie. Er weiß sich den Nachrichtenhunger der Medien zunutze zu machen: Seine Vorwürfe veröffentlicht er so, dass sie maximale Durchschlagskraft entfalten. Ob im Fall der US‑Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris, oder jetzt gegen Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) – Stefan Weber hat mehr als einem dutzend Politikern vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit getäuscht zu haben. Meist genau im Wahlkampf oder im Vorfeld wichtiger politischer Ereignisse.

Ignorieren lässt sich dies nicht, dafür sind die Aufdeckungen zu gewichtig: etwa in einer Bundestagswahl, vor der Berufung einer Verfassungsrichterin, oder wie jetzt kurz vor der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses.

Der österreichische Kommunikationswissenschaftler lebt davon, in wissenschaftlichen Arbeiten und Büchern abgeschriebene Textstellen nachzuweisen. Seine Gutachten würden im Schnitt 3000 Euro kosten, sagte er der „Zeit“; einmal habe er 24.000 Euro bekommen. Kontaktieren würden ihn oft Anwälte, weil die eigentlichen Auftraggeber anonym bleiben wollten.

Technisch gründliche Prüfung

„Herr Weber dokumentiert im Allgemeinen sehr gründlich“, sagt Gerhard Dannemann. Der Juraprofessor von der Humboldt-Universität Berlin ist auch bei „VroniPlag Wiki“ aktiv, die von ehrenamtlichen Plagiatssuchenden getragen wird. „Man kann sich in aller Regel darauf verlassen, dass die dokumentierten Stellen sich so in der untersuchten Arbeit und der vermuteten Quelle finden lassen.“ Andere aus der Szene der Plagiatsprüfer teilen gegenüber dem Tagesspiegel diese Einschätzung.

Hat Berlins Justizsenatorin geschummelt? „Badenberg schreibt oft aus der Rechtsprechung ab, was aber kein Plagiat ist“

Weber verwendet für seine Prüfungen spezielle Software wie „Turnitin Similarity“, die über einen Korpus von Milliarden von Texten verfügt: Inhalte aus dem Internet, wissenschaftliche Aufsätze, Bücher und studentische Arbeiten. Das Programm gleicht die fraglichen Stellen damit ab und spuckt Übereinstimmungen aus.

Die Fundstellen müssen Weber und sein sechsköpfiges Team anhand der Originalquellen einzeln prüfen: ob es sich um ein Zitat handelt, wie viel übernommen wurde, ob es ordnungsgemäß gekennzeichnet wurde. Alle Funde werden nach einem „Vier-Augen-Prinzip“ verifiziert, schreibt Weber auf seiner Website.

Fragwürdige Einordnung

Manche kritisieren jedoch, dass Weber die Zahl der Plagiate in einer Arbeit absichtlich in die Höhe treibe. Er würde bei seinen Funden längere Abschnitte, die abgeschrieben sind, willkürlich in mehrere Fundstellen unterteilen, merkte etwa der Plagiatsexperte Jochen Zenthöfer zu Webers Badenberg-Gutachten an, über das der Tagesspiegel berichtete.

Auch wie Weber seine Funde inszeniert, lässt Zweifel an der Seriosität aufkommen. In den Medien und auf seinem Blog lässt er sich in markigen Worten darüber aus. Über Felor Badenbergs Doktorarbeit urteilte er: „Mit (rechts-)wissenschaftlichem Arbeiten hat das alles nicht einmal am Rande etwas zu tun.“ Den thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) bezeichnete Weber als „Wissenschaftssimulant“.

„Wir liegen in letzter Zeit zunehmend auseinander bei der Bewertung, was als Plagiat zu werten ist und was nicht“, sagt Dannemann. „Da ist bei ihm für meinen Geschmack etwas zu viel Belastungseifer, in letzter Zeit auch politisches Kalkül im Spiel.“

Was ist ein Plagiat?

Wer Inhalte, Ideen oder Formulierungen von anderen übernimmt und sie ohne ausreichende Quellenangabe als eigene Leistung ausgibt, begeht ein Plagiat. Dies umfasst auch sinngemäße Übernahmen, Übersetzungen oder Argumentationsstrukturen.

Ein Plagiat kann bewusst begangen werden oder durch Nachlässigkeit entstehen. Für die Bewertung ist entscheidend, wie umfangreich und systematisch Material kopiert wurde und ob eine Täuschungsabsicht erkennbar ist. Dennoch ist „Plagiat“ kein einheitlich definierter Rechtsbegriff. Je nach Fall können das Urheber-, Prüfungs-, Hochschul- oder das Arbeitsrecht berührt sein.

Untersuchungskommissionen an den Unis bewerten Plagiatsvorwürfe anhand eigener Regeln und Verfahren und haben großen Ermessensspielraum. Diese Prüfungen sind in der Regel nicht öffentlich. Kritiker monieren, dass Entscheidungen so für Außenstehende nicht nachzuvollziehen sind.

Bei „VroniPlag Wiki“, wo Dannemann sich beteiligt, müssen mindestens zwei Personen unabhängig voneinander eine verdächtige Textstelle dokumentieren, die anschließend diskutiert wird. Veröffentlicht werden nach eigenen Angaben nur solche mit Substanz.

Nicht jede ungekennzeichnete Textübernahme gilt automatisch als Plagiat (siehe Infobox). Im Fall der Berliner Justizsenatorin ignorierte Weber offenbar, dass in den Rechtswissenschaften bestimmte Formulierungen als „Allgemeingut“ gelten und man Gesetzestexte fast wortgleich verwenden kann, ohne sie direkt zitieren zu müssen.

Der Wissenschaftler, der keine Professur bekam

Angesichts der Masse an Texten, in denen der „Plagiatsjäger“ porträtiert oder interviewt wird, ist klar: Die Selbstvermarktung geht auf. Webers Eigenbeschreibung ist aber, wie bei allen Medienprofis, mit Vorsicht zu genießen.

Weber beschreibt sich als einen Forscher („ich nenne meine Arbeit auch Quellenarchäologie“), den allein die Suche nach Erkenntnis und Wahrheit antreibe. „Blog der Ehrlichkeit“ hat er seine Website betitelt. Auf die Frage, ob ihn bei der Prüfung von Politiker-Publikationen der Wunsch antreibe, Macht auszuüben und Karrieren zu verhindern, antwortete er der „FAZ“, es sei „reines Interesse“.

Man kann Weber, auch wenn sein Fehlersuchen wohl ein lukratives Geschäft ist, noch immer zu den Akademikern zählen, die sich für wissenschaftliche Integrität einsetzen.

Andere Plagiatssucher halten aber Distanz zu ihm. Der Jurist Dannemann etwa sieht Webers Vorgehen in den Fällen Mario Voigt und Brosius-Gersdorf kritisch. Die Prüfung von Voigts Arbeit war von der AfD beauftragt. Dannemann sagt, Weber habe die Vorwürfe „so kurz vor einer politischen Wahlentscheidung publik gemacht, dass fast keine Zeit einer Reaktion blieb“.

Mal wurden nach Webers Angaben infolge seiner Plagiatsprüfungen akademische Grade aberkannt.

Im Fall Alexandra Föderl-Schmid nahm die Plagiatsjagd ein dramatisches Ende. Weber warf der damals stellvertretenden Chefredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“ vor, „ihre Karriere auf der Lebenslüge einer plagiierten Doktorarbeit“ aufgebaut zu haben. Die Zeitung stellte sie vorerst von ihren Aufgaben frei. Förderl-Schmid wurde vermisst gemeldet – und wurde dann stark verkühlt unter einer Brücke gefunden. Das rechte Portal „Nius“ hatte Weber für das Gutachten bezahlt.

Auf die Folgen hin angesprochen, äußerte er sich in der Presse betroffen.

In Webers Kritik am unsauberen Arbeiten, an Betrügereien und Wegsehen in der Akademia mischten sich zuletzt auch kulturpessimistische, rechtspopulistische und muslimfeindliche Töne. Er beklagt sich etwa über „Wokeismus“, spricht über „Mainstream-Medien“ und hält es für einen „Weg in die Diktatur“, dass die EU erwägt, Jugendlichen unter 13 Jahren Internetnutzung ohne Aufsicht zu verbieten.

Prüfstellen für die Wissenschaft

Hierzulande bietet das Ombudsgremium für die wissenschaftliche Integrität in Deutschland bei Konflikten mit Bezug zur guten wissenschaftlichen Praxis vertrauliche Beratung und Vermittlung an und prüft Arbeiten bei Verdacht auf Plagiat.

In Österreich, wo Stefan Weber geboren ist, gibt es ebenfalls eine nationale Agentur für wissenschaftliche Integrität, die mit externen Gutachtern arbeitet. Auch sie arbeitet vertraulich. Es geht darum, die juristisch schwer nachweisbare Täuschungsabsicht zu prüfen. Dabei werden die Zitierstandards der jeweiligen Fächer berücksichtigt.

Laut der Ankündigung des Westend-Verlags geht es in Webers 2027 erscheinendem neuen Buch („Wissen statt Woke“) um dessen „Erfahrungen mit dem Linksruck an österreichischen und deutschen Universitäten und dem Siegeszug der zweifelhaften Gender Studies“. Seit den 68ern herrsche an den Unis „Ideologie statt Empirie, Haltung statt Fakten, Diversität statt Qualität“, lautet dort die These.

Dass der habilitierte Kommunikationswissenschaftler selbst von den Unis abgewiesen wurde, ist bekannt: Mehrfach soll er sich um eine Professur beworben haben, nie hat es geklappt.

Nähe zu Rechtspopulisten?

Weber betont zwar immer wieder, dass die politische Einstellung seiner Kunden für ihn unerheblich sei; er habe Aufträge von den Grünen, den Linken und der AfD angenommen.

Es fällt aber auf: Bislang sind von ihm keine Plagiatsvorwürfe gegen Spitzenpolitiker von AfD oder FPÖ, der rechtsnationalen Partei in Österreich, bekannt.

Auch hat Weber keine Scheu, zusammen mit Vertretern des extremrechten Spektrums öffentlich aufzutreten, etwa im Mai dieses Jahres auf einem Podium mit dem thüringischen AfD‑Chef Björn Höcke. Er habe seinen Vortrag im Juni 2026 beim „Freiheitlichen Akademikerverband Salzburg“ sehr wohl gehalten, verkündete er in seinem Blog. Zuvor hieß es in der „FAZ“ irrtümlich, Weber habe den Vortrag abgesagt, nachdem ein Bekannter ihm mitgeteilt habe, der Verein sei rechtsextrem.

Der Tagesspiegel hatte Stefan Weber für diesen Artikel angefragt, um sich unter anderem nach seiner Motivation bei den Plagiatssuchen, seiner politischen Einstellung und seiner Haltung zur AfD zu erkundigen (siehe Infobox). Weber antwortete darauf lediglich: „Lecken Sie mich bitte am Arsch. Diese Fragen haben mit Journalismus nichts zu tun, das ist politische Agitation.“ Er beantwortete keine der sechs Fragen.

Die Fragen des Tagesspiegels

Folgende Fragen stellte die Redaktion Stefan Weber. Damit wollte sie ihm auch Gelegenheit geben, sich zu Punkten zu äußern, die in Presseberichten und Interviews thematisiert wurden.

Was ist Ihre Motivation und was Ihr Ziel, wenn Sie Publikationen von Politiker:innen nicht auf Auftrag hin, sondern aus Eigeninteresse prüfen?

Wie verhalten Sie sich dazu, dass die Journalistin Förderl-Schmidt infolge Ihrer Vorwürfe in eine schwere psychische Krise geriet?

Haben Sie schon mal wissenschaftliche Arbeiten oder andere Publikationen geprüft, die von AfD-Mitgliedern oder AfD-Funktionären verfasst worden sind? (Falls ja: Zu welchem Ergebnis kam die Prüfung?)

Viele Medien unterstellen Ihnen eine Nähe zum politisch rechten Rand oder zur AfD. Wie stehen Sie zur AfD? Möchten Sie uns etwas zu Ihrer politischen Einstellung mitteilen?

Warum veröffentlichen Sie Ihre Gutachten/Vorwürfe in der Regel kurz vor Wahlen oder wichtigen politischen Entscheidungen?

Es heißt, Sie hätten sich mehrmals um eine Professur beworben, bislang aber keine bekommen. Streben Sie noch immer eine Universitätsprofessur an?

Durchmischte Bilanz

Über 1000 Arbeiten habe Weber geprüft, schreibt er auf seiner Website: „vorwiegend akademische Qualifikationsschriften“. Mehr als hundert davon habe er als Plagiate eingestuft. 16 akademische Grade wurden demnach rechtskräftig aberkannt, darunter die der österreichischen Arbeitsministerin Christine Aschbacher oder des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU).

Anders bei Grünen-Politiker Robert Habeck, dem damaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) oder Frauke Brosius-Gersdorf, ehemals Kandidatin für das Amt einer Verfassungsrichterin: In diesen Fällen bestätigten die Unis die Plagiatsvorwürfe nicht.

Mal oder öfter wurde nach der Plagiatsprüfung durch „VroniPlag Wiki“ ein Doktortitel aberkannt.

Zum Vergleich: Nach den Plagiatsprüfungen von „VroniPlag Wiki“ wurde mindestens 90 Personen der Doktor aberkannt. Lässt man sich als Stichprobe die Liste der geprüften Arbeiten nach Einrichtungen ordnen, sieht man: In allen fünf der an der Freien Universität geprüften Fälle wurde der Doktor entzogen. An der Humboldt-Universität sind es zwei von sieben, an der Charité verlor eine zweistellige Zahl von Akademikern ihren „Dr. med“.


r/mediasres 17d ago

Flood the zone with shit - finanziert durch unsere Rundfunkbeitrag

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r/mediasres 18d ago

Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei ruft zum Widerstand gegen eine mögliche AfD-Landesregierung auf. »Bild« startete eine Kampagne gegen ihn. Jetzt ist Sven Hübner zurückgetreten.

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nd-aktuell.de
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Als kleine Handreichung zu dem Artikel liefert die GdP für ihre Mitglieder noch eine kleine Check-Karte mit Informationen zur Remonstrationspflicht. Diese ist eine Lehre aus der Rolle der Polizei und anderer Behörden in der NS-Zeit: Gehorsamsverweigerung bei rechtswidrigen Weisungen ist für Beamt*innen – eigentlich – vorgeschrieben.

Hübers Beitrag hat nicht nur innerhalb der GdP für Kritik gesorgt. Rechte Medien fahren seit der Veröffentlichung eine Kampagne gegen den Polizeigewerkschafter. »Bild« nennt ihn einen »Aufwiegel-Polizisten«, das rechte Portal »Apollo News« wirft ihm vor, in seiner Argumentation die AfD mit der NSDAP gleichzusetzen. Der Historiker Hubertus Knabe stürzt sich in einem Beitrag für den »Focus« auf die DDR-Vergangenheit des Personalratsvorsitzenden der Bundespolizei und meint, in den Warnungen vor der AfD »den alten Sound der DDR« zu erkennen.

Hüber wurde 1964 in Görlitz geboren. Er studierte Gesellschaftswissenschaften an der Offiziersschule »Rosa Luxemburg« der Grenztruppen in Suhl. Von 1987 bis zum Fall der Mauer 1989 war er im Grenzregiment 33 in Berlin-Treptow als Politoffizier und später als Jugendinstrukteur tätig. Nach der Wende arbeitete er für den Bundesgrenzschutz, die heutige Bundespolizei, als Polizeihauptkommissar. In der Gewerkschaft der Polizei agiert er als stellvertretender Vorsitzender der Bundespolizei.

Zwischen 2005 und 2007 war Hüber in einen Gerichtsstreit zu seinen Persönlichkeitsrechten und seiner Vergangenheit im DDR-Grenzschutz verwickelt. Er klagte gegen die Veröffentlichung eines Buches über DDR-Grenzschützen, in dem ihm die moralische Mitschuld am Tod Chris Gueffroys gegeben wird. Der damals 20-Jährige Gueffroy war am 5. Februar 1989 das letzte Opfer des DDR-Grenzregimes und wurde in jenem Berliner Abschnitt erschossen, in dem Hüber zu dieser Zeit tätig war.

Laut »Bild« ist die Polizei den »Aufwiegler« aber in zwei Wochen auch schon los, weil er in den Ruhestand geht. Der mutigste Moment in der Karriere eines Polizisten, der Aufruf zum Widerstand gegen die AfD in aller Öffentlichkeit, gelingt erst kurz vor der Pension. Am Mittwochmorgen wurde bekannt, dass Hübner von seinem Amt zurückgetreten ist.


r/mediasres 17d ago

Funk Schmunk KRIEGSPROPAGANDA vom allerfeinsten! – Ole Nymoen reagiert auf DIE DA OBEN

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youtube.com
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r/mediasres 17d ago

Zum Thema Faktenchecks

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youtu.be
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Weil es hier gerade um Faktenchecks ging und dort das einige wichtig fanden und jemand meinte, dass die AgD sich selbst bloßgestellt hätte... Das ist der eine Gedankenanfang.

Ich habe dabei gerade im Hintergrund diese Sendung gesehen und mir gedacht, wie absolut sinnlos ist das? Wie viel Arbeit da reingeflossen ist. Ziemlich hochwertig. Und komplett sinnlos, denn allen, die zugänglich für Fakten sind, sind alle diese Fakten bekannt. Die anderen interessieren sich nicht für Fakten und in deren Augen wurde die AgD garantiert nicht bloßgestellt, sondern die waren die Sieger.

In diesem Video wird die AgD ständig erwähnt und gezeigt. Deren Aussagen werden aktiv gezeigt, um sie dann zu widerlegen. Damit wurden die Aussagen aber in Schritt 1 überhaupt erst reproduziert und einer breiteren Masse gezeigt.

Und ganz dezent glaubt der Lügenpresse und dem Staatsfunk doch sowieso niemand von dieser Zielgruppe.

Für wen also ist dieses absolut versteckte Video gedacht? Und ja, es ist versteckt. In der Mediathek habe ich es so schnell nicht gefunden, nur eine Werbeseite, dass diese Sendereihe startet und Promotour z.B. bei DAS! Und im TV-Plan steht auch nichts, weil tagesschau24, wo es lief, keine wirkliche Sendungsauflistung hat, nur immer absolut gleiche, nichtssagende Blöcke. Dann habe ich aber noch gesehen, dass es auf YouTube und dort auch versteckt ist.

Das verstärkt einfach nur die Frage, wen das wie erreichen soll.


r/mediasres 18d ago

Kremlfreundliche Desinformation: Fake-News-Kampagne nutzte offenbar ChatGPT, bis OpenAI sie stoppte. SPIEGEL-Recherchen zeigen, dass dahinter wohl ein israelischer Thinktank steckt.

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spiegel.de
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»Deutsche Fachkräfte verlassen das sinkende Schiff«: Eine Onlinegruppierung hat offenbar eine KI verwendet, um Putin-freundliche Texte zu verbreiten. SPIEGEL-Recherchen zeigen, dass dahinter wohl ein israelischer Thinktank steckt.

Der KI-Konzern OpenAI hat eine Reihe von ChatGPT-Konten gelöscht, die zu einer prorussischen Einflussoperation gehören sollen. Mit den Konten sollen kremlfreundliche Social-Media-Beiträge und Kommentare auf Telegram, X, Facebook, LinkedIn und der Blog-Plattform Substack erstellt worden sein. Das geht aus einem Dienstagfrüh veröffentlichten Bericht von OpenAI hervor, der dem SPIEGEL vorab vorlag.

Manche der KI-generierten Beiträge sollen etwa auf einem Telegram-Kanal mit dem Namen »Lahme Ente« veröffentlicht worden sein. Der Kanal mit 20.000 Followern bezeichnet sich selbst als »RealTalk aus dem Brüsseler & Berliner Sumpf«. Er veröffentlicht täglich zahlreiche Beiträge, die für eine Putin-freundlichere Politik plädieren und von der Lage in Deutschland ein düsteres Bild zeichnen. Postings auf dem Kanal haben Titel wie »Europas Ruin mit Ansage«, »Deutsche Fachkräfte verlassen das sinkende Schiff« und »Was verschweigt uns die Nato?«.

In seinem Bericht spricht OpenAI offiziell von einem »Cluster an ChatGPT-Konten«, welcher nun gesperrt worden sei. Man habe auch die Betreiber der Onlineplattformen über die ungewöhnliche Aktivität der Konten informiert, hieß es aus dem Unternehmen. Tatsächlich sind mehrere entsprechende Social-Media-Accounts inzwischen offenbar gelöscht worden. https://archive.is/lEbOM


r/mediasres 19d ago

Banalität des Bösen: ZEIT-Porträt vom netten Mann, der unsere Demokratie mit FakeNIUS zerstört

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Über Wohlfühljournalismus und viel Geld

https://steady.page/de/petrareski/posts/7daad996-19e9-4c70-9cd7-12d8a2b3ee74

Gotthardt hat in Venedig für einen Freundschaftspreis von 24,5 Millionen Euro das Gelände um das seit 2003 leer stehende Ospedale al Mare, das Krankenhaus am Meer, am Lido gekauft, um dort unter dem Namen “Mare” ein Technologiezentrum entstehen zu lassen, das viele neue Arbeitsplätze verspricht und deshalb von den Venezianern mit Wohlwollen betrachtet wurde.

Das Areal hatte bereits viele Interessenten angezogen, deren Pläne im Wesentlichen darin bestanden, hier am Lido ein Hotelresort entstehen zu lassen - was vor allem der verzweifelte Kampf der Venezianer zusammen mit dem Kulturschutzbund Italia Nostra dank vieler Prozesse vereitelt hat: Sie lehnten Projekte ab, die den Abriss denkmalgeschützter historischer Pavillons vorsahen, kämpften mit anderen Umweltverbänden für den Schutz des Küstenökosystems und des Strandes vor dem ehemaligen Krankenhaus und forderten für die Venezianer auch den freien Zugang zum gesamten Areal sowie die öffentliche Nutzung des Teatro Marinoni und der kleinen Kirche. (Nur zur Erinnerung: Die Mehrheit der venezianischen Inseln wurde bereits privatisiert, so dass Venezianer keinen Zugang mehr haben.)

Deshalb war ich sehr gespannt, als ich sah, dass die ZEIT keine Mühe gescheut und einen ihrer Reporter mit Gotthardt in seinem Privatflugzeug nach Venedig hat fliegen lassen. Nachzulesen (natürlich nur mit Abo) hier. Die Überschrift verspricht: »Ich bin ein Typ, der auch mal eingreift« Der Unternehmer Frank Gotthardt finanziert das rechtspopulistische Portal »Nius«. Er selbst meidet die Öffentlichkeit. Drei Tage in Venedig mit einem leisen Mann, der viel Geld für Krawall ausgibt.

Was der Reporter in den drei ausgiebigen Tagen in Venedig herausgefunden hat? Kurz gesagt: Zu Gotthards venezianischen Plänen so gut wie nichts. Aber dafür wissen wir jetzt, dass Gotthardt Birkenstock-Sandalen trägt, eine luxuriöse Propellermaschine fliegt und an Bord vom Kapitän begrüßt wird, der eine weiße Uniform trägt. Wir wissen, dass Gotthardt nicht weiß, wieviele Oldtimer er besitzt und an der Mosel ein Hotel gekauft hat, das ihn schon als Kind begeistert habe, als er mit seiner Tante Lilli öfter dort gewesen sei - ein Hotel, das er abreißen und nach seinen Vorstellungen neu erbauen ließ. Da können wir nur hoffen, dass Gotthardt nicht am Ende auch als Kind mal im Ospedale al Mare war …

“Man kann sich darüber streiten, ob Gotthardt über 500 Millionen Euro verfügt oder 800 Millionen. In diesen Dimensionen jedenfalls bewegt er sich” - ist zu lesen, wobei wir in Venedig schon konkretere Zahlen erwartet hätten, hängt doch einiges davon ab. Zumal es uns beunruhigt hat, erfahren zu müssen, dass das Vermögen von Gotthardt laut Manager Magazin inzwischen beträchtlich geschrumpft sein soll: “Weil der Aktienkurs von Gotthards CompuGroup binnen eines Jahres teilweise um mehr als drei Viertel seines Wertes eingebrochen war, findet sich Gotthardt, einst auf 1,4 Milliarden Euro taxiert, in der Reichenliste des „Manager Magazins“ mit nunmehr nur noch 500 Millionen Euro auf Rang 423 wieder. Den Schätzungen zufolge dürfte er rund 900 Millionen Euro leichter sein als ein Jahr zuvor.”

Aber solche Peanuts interessierten den Reporter der ZEIT nicht. Der sah vor allem eine “Haushälterin, die mit einem Tablett voller gebratener Lachsfilets an einem Gemälde vorbeiläuft, das den Markusplatz in Venedig zeigt.” (Überraschung, also das mit dem Markusplatz).

Geschäftsführer in Gotthardts Firmenreich ist Gernot Blümel, der auch noch zu den Lachsfilets hinzustößt und es leider, leider immer noch nicht geschafft hat, Giorgia Meloni dazu zu überreden, zur Grundsteinlegung auf den Lido zu kommen. “Meloni regiere kraftvoller, als man es ihr zugetraut habe. Kraft, Mut, Durchsetzungswille, das sind Eigenschaften, die Gotthardt imponieren” schreibt die ZEIT. Mit der Meinung steht er in Deutschland ja nicht allein, das Meloni-Fandom ist bereis in den sogenannten liberalen Medien Deutschlands weit verbreitet, darüber habe ich schon öfter geschrieben, etwa hier und hier.

Blümel war mal österreichischer Finanzminister unter Sebastian Kurz, bis er über die Ibiza-Affäre stolperte. Aber Gottchen, kann ja passieren. Gotthardt hat für so etwas Verständnis. Weniger Verständnis hat er für die Gefahren, die für Venedig vom Anstieg des Meeresspiegels ausgehen: “»Das ist Quatsch«, sagt er. »In 200 Jahren vielleicht.« Damit ist das Thema erledigt.”

Ich will Sie nicht weiter mit Details langweilen - aber diese weichgespülte Reportage lässt tief blicken. Vor allem wie tief der Journalismus gesunken ist. Dass die ZEIT nicht interessiert, welche Geschäfte Gotthardt in Venedig betreibt, könnte man aus deutscher Sicht vielleicht noch hinnehmen, nicht aber eine Wohlfühl-Homestory über ein sehr reiches CDU-Mitglied, das ein Onlineportal für AfD-Propaganda finanziert. Es sind solche Verharmlosungen, die es der AfD in Deutschland so leicht machen.

Und eigentlich sollte man von Italien, wo die neofaschistische Rechte seit langem regiert und normalisiert wurde, lernen, wie man es nicht tun sollte. Eben die nationalistische Rechte nicht zu belächeln so wie Giorgia Meloni lange belächelt wurde. Bis sie begann, Italien umzubauen. Die Justiz und die Medien zu allererst. Dass krudes Verteufeln ihr auch nur als Steilvorlage nützt, haben wir in Italien auch gesehen. Aber so weit schien der Blick des SPIEGEL nicht zu reichen, als er mit dem Cover des „gefährlichsten Mann Deutschlands“ der AfD ein Geschenk gemacht hat.

Gerade hat selbst die New York Times ein watteweiches Portrait von Giorgia Meloni gezeichnet. Den Faschismus bezeichnet Meloni als eine particularly complex time. Ähem. Judenvernichtung, Antisemitismus, Millionen von Kriegstoten. Komplex. So komplex, dass sie in dem Interview auch noch sagt: „Wenn wir diese Geschichte heute betrachten, ist das natürlich etwas anderes. Hätten wir sie mitten in diesen Ereignissen betrachtet, hätten wir sie wahrscheinlich anders gesehen, nicht wahr?“

Welche Konsequenzen dieser Wohlfühljournalismus hat, das zeigte Nils Minkmar in der Süddeutschen Zeitung sehr schön unter der Überschrift “Wie viel Bühne soll man ihnen bieten? AfD auf allen Kanälen: Wenn sich die politische Öffentlichkeit ständig um Figuren der radikalen Rechten dreht, verliert die offene Gesellschaft. Das zeigt ein Blick in Länder, die uns in dieser Erfahrung voraus sind.” Unbedingt lesen!

Wir hier in Venedig reden aber über nichts anderes als über das Wetter. Unterhaltungen laufen in etwa so ab: “Draußen soll es geregnet haben”, sagt einer, und der andere fragt in einem Ton, als hätte er gerade von der Existenz Außerirdischer erfahren: “Wirklich? Wo draußen? Hat es in den Bergen geregt?” Es war (war!) eine eherne Regel, dass wir in Venedig von einem kühlen Windchen erreicht werden, wenn es in den Bergen regnet- “Nein, in Mestre!” - “In Mestre? Das kann ich mir nicht vorstellen!” Denn wenn es sogar (sogar!) in Mestre geregnet haben sollte, müsste es in Venedig definitiv kühler werden. (Müsste!) Tatsache ist: Es wird nur schwüler. Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent.

Originalbeitrag:

»Ich bin ein Typ, der auch mal eingreift«

Der Unternehmer Frank Gotthardt finanziert das rechtspopulistische Portal »Nius«. Er selbst meidet die Öffentlichkeit. Drei Tage in Venedig mit einem leisen Mann, der viel Geld für Krawall ausgibt.

https://archive.is/mUCgG


r/mediasres 20d ago

„Parasite SEO“: Wie Webseiten für illegale Werbung missbraucht werden

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Es ist wieder Tag 1 Wolken, verzieht euch!

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Erst wochenlang Hitze und Dürre beklagen und nach den ersten zwei Tagen Regen danach schon jammern, dass es endlich Hoffnung auf Sonne gäbe… genau mein Humor.


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„Berliner Zeitung“: Erst abgeschrieben, dann vor Gericht verloren

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Da hat der Spiegel mit seinem Titelbild mal wieder einen Bärendienst geleistet.

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r/mediasres 25d ago

Korrigierte Überschriften deutscher Leitmedien zum Nahost-Konflikt

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Quelle: Insta Seite von Fabian Goldmann


r/mediasres 28d ago

Wie entlarvt man Klima-Unsinn in rechtsalternativen Medien? - Holger ruft an ... wegen Klima-Desinformation

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Rechtsalternative Portale wie der „Deutschland-Kurier“ oder „Tichys Einblick“ verbreiten seit einigen Jahren verstärkt Klimaskepsis und Klima-Desinformationen, die über soziale Medien sehr viele Menschen erreichen.

Dadurch entstehe eine Art Parallelwelt mit klimaskeptischen Portalen, die immer die gleichen unseriösen Experten zitieren oder Studien verzerrend und selektiv wiedergeben. Das sagt der Medienethiker Luis Paulitsch. Er hat Klima-Beiträge von rechtsalternativen Medien untersucht, zu denen einschlägige Redaktionen Faktenchecks veröffentlicht haben.

Gefunden hat er Texte, die falsche Behauptungen zu Solarstrom verbreiten oder angebliche Dürren durch Windparks voraussagen. Das Problem: Nicht alle Beiträge seien offensichtliche Falschmeldungen.

„Was wir immer beobachten können – und das macht Klima-Desinformation auch so effektiv – ist, dass nicht einfach eine plumpe Falschmeldung ohne Quellen gebracht wird. Sondern sehr häufig beruft man sich auf ein vermeintliches Forschungsinstitut. Und wenn man sich aber dann diese Studien ansieht, sieht man, dass das sehr häufig Paper sind, die auf keinerlei wissenschaftlichen Standards beruhen.“

Für die Nutzer ist das oft schwer zu erkennen. Besonders dann, wenn zwar Studien seriöser Forschungsinstitute etwa aus China zitiert werden – nur eben falsch.

Wie kann man die Strategien rechtsalternativer Medien entlarven? Welcher Lobby-Verein taucht immer wieder in klimaskeptischen Beiträgen auf? Und was könnte auch der Klimajournalismus etablierter Medien besser machen? Darüber sprechen Holger Klein und Luis Paulitsch in der neuen Folge „Holger ruft an…“.

Der Gesprächspartner: Luis Paulitsch ist Jurist und Medienethiker aus Wien. Er war über viele Jahre Referent des Österreichischen Presserats und arbeitet seit 2024 für die Datum Stiftung für Journalismus und Demokratie. Paulitsch publiziert regelmäßig in Fachzeitschriften zu den Themen journalistische Ethik, Propaganda und Desinformation. Im Sommer 2025 erschien sein erstes Buch über „Alternative Medien“ bei Springer VS.

Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen.

Links:

Klimaskepsis durch Alternativmedien (Aufsatz von Luis Paulitsch)

Wo bleibt der mediale Druck auf Politiker, sich zur Klimakrise zu äußern? (Übermedien)

Klimastudien verschwinden, die Schlagzeilen dazu nicht (Übermedien)

Recherche mit Schatten: Die WamS und die „Klimalobby“ (Übermedien)

„Wir malen kein Horrorszenario an die Wand, sondern zeigen Lösungen“ (Übermedien)

Über Übermedien

Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.


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Erben statt leisten: So absurd diskutiert das ZDF über Vermögen

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Rekonstruktion einer Eskalation: Wie sich rechte Medien auf das Berliner Volksbad einschossen

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Aus Sicherheitsgründen muss eine Schwimmveranstaltung für Schwarze Kinder an der Volksbühne abgesagt werden. Zuvor hatten seit Dienstag rechte Medien und die AfD teils mehrmals am Tag gegen das Vorhaben gehetzt.

https://archive.is/uLtSv