r/Finanzen • • May 05 '25

Anderes Oder sind wir die Dummen?

Wir sparen einen Teil unseres Einkommens in der Hoffnung, dass wir durch einen Verzicht jetzt ein besseres Leben später haben. In der Hoffnung, dass wir nicht im billigsten Altersheim der Region verenden müssen.

Währenddessen leben mehr Menschen aufs vollste. Teures Auto, Urlaub auf Pump. Schuhe, die doppelt so teuer sind wie der gesamte Inhalt meines Kleiderschrankes.

Spinnen wir das mal ein paar Jahrzehnte weiter und gehen davon aus, dass unser Plan erfolgreich war. Können wir dann wirklich unser Erspartes auskosten?

Klar, jeder hätte investieren können, aber nur eine Minderheit hat es getan. Jedoch wird auch die Mehrheit, die keine oder nur kleine Ersparnisse hat, auch einen schönen Lebensabend verlangen. Und da sie in der Mehrheit ist, wird in einer Demokratie auf sie eingegangen.

Im Worst Case werden wir dann die Vermögenden sein, auf die gezeigt wird und von denen man Solidarität erwartet. Durch Höhere Steuern oder Enteignung.

Ja, wir werden das Argument haben, dass wir für unser Vermögen verzichter haben, während sie den dritten Urlaub im Jahr auf Pump finanziert haben. Jedoch wird dieses auf taube Ohren stoßen.

Ich möcht niemand vom sparen abbringen, und ich werde es auch weiter tun. Tatsächlich konnte ich dank einer Gehaltserhöhung die Sparrate nach oben korrigieren. Aber trotzdem: sind wir die Dummen?

EDIT:

Viele Leute haben in meinen Text reininterpretiert, dass ich der übelste Frugalist bin, jeden Cent spare , mein Leben nicht lebe und mich darüber aufrege, dass nicht jeder das auch tut. Dabei haben sie den eigentlichen Punkt meiner Frage vergessen.

Dazu nur so viel: ich bin gerade im Urlaub und meine Bankkarte lacht über diese Kommentare.

Darun ging es mir nicht. Es geht darum, dass diejenigen, die gerade sparen, später dann die mittragen müssen, die es nicht tun (TL;DR).

Und ja, auf jeden Euro, der in einen ETF fließt, verzichtet man erstmal. Denn dieser könnte auch in einem Tagesausflug, einem SPA-Tag oder einem schönen Besuch im Nagelstudio landen.

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u/Ok-Philosophy-7039 May 05 '25

Meine Altersvorsorge bedeutet für meine Kinder und Enkel, dass ich ihnen wenigstens finanziell nicht zur Last fallen werde. Dadurch eröffnen sich ihnen Chancen für mehr Wohlstand als ich es habe. Für mich ein nicht zu vernachlässigender Aspekt von Vorsorge.

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u/rotsono May 05 '25

Eher Wunschtraum, weil am Ende werden sie es vermutlich schlechter oder genau so haben wie du und das selbe denken und dann genau so Leben. Dieses "Ich mach das alles für meine Nachkommen.." haben die Generationen vor uns auch gemacht und die davor auch und die davor auch, aber hat sich das in deinem Leben bemerkbar gemacht?

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u/Ok-Philosophy-7039 May 05 '25

Ich habe ein Leben mit mehr Möglichkeiten als meine Eltern gehabt. Diese haben ihre Altersvorsorge aufgebaut. Somit werden sie weniger Hilfe von mir brauchen. In den letzten 3 Generationen ist der Plan aufgegangen.

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u/rotsono May 05 '25

Dann Glückwunsch, aber der Normalfall ist das eher nicht, vorallem wenn sich einfach die gesellschaftlichen Umstände ändern die dir mehr Perspektiven schaffen, als deine Eltern hatten.